Wie die Zeit vergeht

Alt werden bedeutet auch die Erkenntnis, dass das Brandneue um einen herum schon wieder so unmodern ist, dass es wieder im Kommen ist. So etwa der Trend zum alt wirkenden Fahrrad. Mit leichten Änderungen sind all die Singlespeedräder und Sportster, die jetzt in Perlweiss, Creme und Bonbonfarben auf den Markt kommen, auch nicht recht viel anders als ihre Vorbilder. Das Villiger Damenrennrad, das ich früher mal gerettet, restauriert und hier für Gäste stehen habe, ist vom Anfang der 80er Jahre, und entspricht wieder dem Trend dieser Zeit.



Und das Rocky Mountain Thin Air, eines der Traumräder aus der Mitte der 90er, als ich sehr viel im Isartal unterwegs war - nicht unbedingt mein Traumrad, ich hatte und habe immer noch ein Vertex der gleichen Epoche - ist mittlerweile sowas von veraltet, mit seinen Daumenschalthebeln und Syncros-Teilen, mit den gefrästen Komponenten und dem alten Speichensystem, dass es unter all den vollgefederten Rädern von der Einkaufskette oder aus dem Baumarkt wie ein Quastenflossler im Goldfischteich wirkt. Schnell sind beide aber immer noch, wendig auch und sicher noch lang auf Strassen und Wegen.

Der Fahrer allerdings, der kratzt sich am Kopf und wundert sich, wo all die Jahre eigentlich geblieben sind, so lange ist das doch noch gar nicht her, und nietet verdankenverloren fast einen asozialen Angler um, der sich unvorsichtigerweise zu weit in den Weg gesetzt hat. Um dann zum Schluss zu kommen: Besser alt werden, als jung als Volldepp zu verrecken. Oder zu leben, ganz egal, bei manchen.

Samstag, 12. Juni 2010, 01:24, von donalphons | |comment

 
Mein Hochalpin-Mountainbike von K2 mit 21-Gang-Daumenschaltung und angefeiltem Ritzel ist auch mindestens ein Dinosaurier, wenn nicht gar ein Dimetrodon.

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Mal eine Frage von einem Laien. Mit was schaltet man denn sonst, wenn nicht mit dem Daumen?

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Ich habe eine Drehschaltung am Griff des Lenkers. Äußerst praktisch!

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Oh, dankbarerweise und wetterbedingt hatten die jungen Vollkarbon-Deppen keinen Ausgang, zumindest auf der Havelchaussee, dem showroom unserer schönen Behauptstadt, wenn es um den dernier cri
der velozipeden Rüstungsspirale geht.
So wurde es noch eine schöne Spritztour, auf dem Kosmo-Titanrad,
nach Potsdam und zurück.
Seen rechts, Schlösser links ...
Dieses Villiger sieht mir nach einem sehr flockigen, dynamischen, wendigen Fahrgefühl aus. Leicht, für seine Epoche, und, es sei erlaubt zu sagen, als "Damenrad", verdammt aggressiv ... - ist da Sachs drauf?

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Ich war heute mit dem Gast (später mehr) in den Stadtparks, und da war es auch schön ruhig und angenehm.

Mit Drehgriff bin ich nie wirklich warm geworden, alte Daumenschalter von der Suntour XC Pro sind immer noch die Besten!

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Strappato, es gibt auch Triggerschalter unter dem Lenker für Daumen und Zeigefinger.

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Apropos junger Volldepp
um die off-topic Kurve zu kriegen: Gibt es eigentlich ein Gesetz, das es verbietet, einem Typen, der vor meiner eigenen Haustüre mit einer Vuvuzela rumbläst, nämliches Instrument in den rückwärtigen Körperausgang zu stecken?

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Nur zu, nur zu, und bitte ohne Vaseline, aber dafür mit Sand und Pfeffer.

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Er hat's gehört :-)
Der Wassereimer hat auch geholfen.
(Ich brauche größere Wassereimer)

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Aus Metall.

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Wie abgefeimt, und das Metier dennoch komplett umgreifend, der Name dieser Terrorinstrumente, phonetisch: "Uweseeler's" ...
However, hier, Prenzlberg et al., noch kein Aufkommen dieser Tröten jenseits der public-viewing-Koppel.
Meiner begrenzten Beobachtung nach, zumindest.
Da mag das Westviertel-'Geschleif' womöglich schmerzfreier sein ...

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Die Supermärkte hier verkaufen das Zeug für ein paar Euro, auch in schwarzrotgold.

Australien könnte sich morgen sehr beliebt machen

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avantgarde,
Australien hat unsere ganze Sympathie, selbstverständlich.
Kleiner Tipp. Beim Betrachten der Turnierkämpfe visualisiere ich insgeheim, nur-für-kurz, die Bomberflotte über Dresden, der sound gibt es ja her; : So weiß ich wieder, daß Alles ein Ende hat;
Zumal wir ja seit heute wissen, daß die Amerikaner kommen ...

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avantgarde,
Australien hat unsere ganze Sympathie, selbstverständlich.
Kleiner Tipp. Beim Betrachten der Turnierkämpfe visualisiere ich insgeheim, nur-für-kurz, die Bomberflotte über Dresden, der sound gibt es ja her; : So weiß ich wieder, daß Alles ein Ende hat;
Zumal wir ja seit heute wissen, daß die Amerikaner kommen ...

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Wenn sie Krieg wollen, können sie Krieg bekommen.

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yep.

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Ich bin bereits äußerst gespannt auf das phonetische Duell:
Vuvu Seeler gegen Didgeridoo...
und hab das schon geträumt.

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Schönes sommerliches Bild.
Auch Fahrräder können glücklich sein.
http://www.youtube.com/watch?v=3XWyD98rd14

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Es gibt ja Leute in meinem Bekanntenkreis, die fahren Original-Karstadt-Räder, Baujahr 1970-80 aus Weißblech mit Torpedo-Dreigang-Narbe. Ist das jetzt Paläozoikum?

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in meiner jugend hatte ich einmal ein seidel & naumann tourenrad, in schwarz, mit blockbremse vorn und rücktritbremse hinten und ganz ohne gangschaltung. damit fuhr ich zur schule oder ins strandbad, für berge war es nicht ausgelegt. soviel zum thema nostalgie, später fuhr ich dann mit der bahn und der strassenbahn, heute ist das alles lange her.

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Ich bin da auch nicht so, Hauptsache es bewegt sich und ist kein Fussball.

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@auch-einer:
Bei mir war es ein Vaterland !
Die hatten einen Katalog mit Peter Frankenfeld.
Leider wurde mir das Rad dann gestohlen!

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als ich mein studium begann, war meine reihenfolge immatrikulieren, zimmer suchen und nach dem gefundenen zimmer: fahrrad kaufen.

schon was besseres, für meine verhältnisse, dreigang diesmal (es gab auch noch mehr gänge, aber das waren dann rennräder, die nicht für den strassenverkehr gedacht waren. hollandrad kam später, nicht mehr bei mir)

das wurde mir noch im ersten semester gestohlen. so wurde ich zum strassenbahn-fan (obwohl, die die oeg lernte ich schon vorher zu schätzen)

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@auch-einer: OEG
wurde von den Älteren ja noch gern mit "o ewiges Gewackel" buchstabiert.

Aber die "Öck" hatte ohne Zweifel Charme - vor allem die alten Waggons, deren Türen man von Hand öffnen konnte - auch während der Fahrt...

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die wagentüren mit handbetrieb gab es seinerzeit bei der heag (hastes eilisch, als gelaafe! sagten die darmstädter damals) auf der strecke darmstadt hbf - eberstadt.

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