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Dienstag, 29. März 2011
Haupterwerb
Es ist so angenehm am Tegernsee.
Ich gehe dort gern früh ins Bett, ganz ohne dramatisches Kochen, zu müde, weil das Wochenende sehr angenehm, sehr erfüllt und um eine Torte zentriert war. So erfüllt, dass Bilder von der Torte ausfallen mussten - ich hoffe, man vergibt mir.
Und wie es so ist, wenn man zufrieden nach einer angenehmen Zeit im Bett liegt, denkt man noch etwas nach, über die nächsten Tage, über Gespräche, über kleine Freuden, die man am Wegesrand findet, und die andere vielleicht gar nicht so verstehen; der eine sieht die Blume, der andere greift in die Dornen, der eine bekommt den Steinpiklz und der andere den Knollenblätter, das Leben ist so und könnte anders sein, diejenige ist wirklich prachtvoll und das Haus ist gut bestellt... das Haus ist... gut... aber da war doch.., ich komm nicht drauf.... wie wäre es morgen mit Hall, wenn es nicht regnet... oder Nebel hat wie daheim an der Donau... aber da war doch wirklich was... was war denn da nur...
Morgen um 7 Uhr kommt der Müll, und die Achentonne ist nicht draussen!
Ich räume normalerweise nicht nur in der Nacht ungern auf, sondern eigentlich immer,. Ich wasche in der Nacht kein Geschirr mehr, und zudem mache ich mir auch ungern Sorgen, ob noch genug Benzin im Wagen ist. Ich habe ziemlich viel gemacht, was ich nicht tue - für eine volle Aschentonne, die ich vergessen hatte.
Eine Aschentonne, die wirklich voll war. Ich habe sie beiseite geschoben, als ich den Wagen in den Hof fuhr. Sie stand nämlich vor der Einfahrt, als ich gegen 4 daheim angekommen bin.
Ein Mieter hat sie von sich aus rausgestellt.
Es wäre so schön gewesen, im bett am Tegernsee dem Tag entgegendämmern.
Ich gehe dort gern früh ins Bett, ganz ohne dramatisches Kochen, zu müde, weil das Wochenende sehr angenehm, sehr erfüllt und um eine Torte zentriert war. So erfüllt, dass Bilder von der Torte ausfallen mussten - ich hoffe, man vergibt mir.
Und wie es so ist, wenn man zufrieden nach einer angenehmen Zeit im Bett liegt, denkt man noch etwas nach, über die nächsten Tage, über Gespräche, über kleine Freuden, die man am Wegesrand findet, und die andere vielleicht gar nicht so verstehen; der eine sieht die Blume, der andere greift in die Dornen, der eine bekommt den Steinpiklz und der andere den Knollenblätter, das Leben ist so und könnte anders sein, diejenige ist wirklich prachtvoll und das Haus ist gut bestellt... das Haus ist... gut... aber da war doch.., ich komm nicht drauf.... wie wäre es morgen mit Hall, wenn es nicht regnet... oder Nebel hat wie daheim an der Donau... aber da war doch wirklich was... was war denn da nur...
Morgen um 7 Uhr kommt der Müll, und die Achentonne ist nicht draussen!
Ich räume normalerweise nicht nur in der Nacht ungern auf, sondern eigentlich immer,. Ich wasche in der Nacht kein Geschirr mehr, und zudem mache ich mir auch ungern Sorgen, ob noch genug Benzin im Wagen ist. Ich habe ziemlich viel gemacht, was ich nicht tue - für eine volle Aschentonne, die ich vergessen hatte.
Eine Aschentonne, die wirklich voll war. Ich habe sie beiseite geschoben, als ich den Wagen in den Hof fuhr. Sie stand nämlich vor der Einfahrt, als ich gegen 4 daheim angekommen bin.
Ein Mieter hat sie von sich aus rausgestellt.
Es wäre so schön gewesen, im bett am Tegernsee dem Tag entgegendämmern.
donalphons, 01:59h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 28. März 2011
Missgeschichtliche Schnitte
Es gibt Dinge, die ich kann. Fast alles.
Und dann gibt es noch Dinge, die ich nicht kann.
Und, wie ich erkennen muss, Dinge, die man können sollte, von denen ich aber gar nicht wusste, dass sie gekonnt werden müssen.
Ich habe bekanntlich Heuschnupfen, und damit stellt sich für mich die Frage der Gartenarbeit nicht. Was bei meiner Mutter in den Garten und die Pflanzen geht, geht bei mir in die Malerei, die Teppiche und die Bücher.
Nun habe ich am Tegernsee aber nicht nur eine Wohnung, sondern auch ein Gärtchen erworben. Das Gras macht die Hausverwaltung, mein Thema sind allein ein paar Bäume, die ich wachsen lasse, und ein Steingarten mit einer mittigen Rose. Und weil das Wetter ohnehin nicht gut war, nahm ich also die Gartenzange, fürchtete im Regen nicht der Pollen Schmerzen, und schnitt die im letzten Jahr fast zwei Meter hoch gewucherte Rose an ihren vielen Ästen auf immer noch stattliche 1,20 Meter zurück. Warf die Äste weg, freute mich, dass es jetzt wieder ordentlich aussah, und ging kochen.
Und dann rief meine Mutter an, und ich erzählte ihr von meinem Treiben: Torte, See, Berge, Kühe - sie sind noch nicht da -, Touristen, Schneelage, Rosenschneiden, Aufräumen
Woher kannst Du denn Rosenschneiden, fragte sie erstaunt.
Naja, sagte ich, also, ich nahm die Gartenschere und schnitt alles auf die gleiche Höhe - nicht?
Ich hätte vorher anrufen sollen. Oder die bebilderte Obermutti Gugl fragen sollen. Immerhin habe ich mich nicht gestochen. Und Rosen. Wer braucht schon Rosen in einer Welt wie dieser?
Und dann gibt es noch Dinge, die ich nicht kann.
Und, wie ich erkennen muss, Dinge, die man können sollte, von denen ich aber gar nicht wusste, dass sie gekonnt werden müssen.
Ich habe bekanntlich Heuschnupfen, und damit stellt sich für mich die Frage der Gartenarbeit nicht. Was bei meiner Mutter in den Garten und die Pflanzen geht, geht bei mir in die Malerei, die Teppiche und die Bücher.
Nun habe ich am Tegernsee aber nicht nur eine Wohnung, sondern auch ein Gärtchen erworben. Das Gras macht die Hausverwaltung, mein Thema sind allein ein paar Bäume, die ich wachsen lasse, und ein Steingarten mit einer mittigen Rose. Und weil das Wetter ohnehin nicht gut war, nahm ich also die Gartenzange, fürchtete im Regen nicht der Pollen Schmerzen, und schnitt die im letzten Jahr fast zwei Meter hoch gewucherte Rose an ihren vielen Ästen auf immer noch stattliche 1,20 Meter zurück. Warf die Äste weg, freute mich, dass es jetzt wieder ordentlich aussah, und ging kochen.
Und dann rief meine Mutter an, und ich erzählte ihr von meinem Treiben: Torte, See, Berge, Kühe - sie sind noch nicht da -, Touristen, Schneelage, Rosenschneiden, Aufräumen
Woher kannst Du denn Rosenschneiden, fragte sie erstaunt.
Naja, sagte ich, also, ich nahm die Gartenschere und schnitt alles auf die gleiche Höhe - nicht?
Ich hätte vorher anrufen sollen. Oder die bebilderte Obermutti Gugl fragen sollen. Immerhin habe ich mich nicht gestochen. Und Rosen. Wer braucht schon Rosen in einer Welt wie dieser?
donalphons, 01:31h
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Tschüss Mappus.
Hallo Grüne.
donalphons, 20:00h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 27. März 2011
Ein Lied. Was sonst.
Rasori e pettini,
lancette e forbici,
al mio comando
tutto qui sta.

V'è la risorsa,
poi, del mestiere
colla donnetta
col cavaliere

Ah, che bel vivere,
che bel piacere
per un barbiere
di qualità!
lancette e forbici,
al mio comando
tutto qui sta.

V'è la risorsa,
poi, del mestiere
colla donnetta
col cavaliere

Ah, che bel vivere,
che bel piacere
per un barbiere
di qualità!
donalphons, 00:41h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 25. März 2011
Eine Sache der Ehre.
Wie konnte ich nur fast 300 Beiträge bei der FAZ schreiben, ohne nur einmal über Rossini zu schreiben? Höchste Zeit.
Ist ja auch der letzte Beitrag auf Basis meines alten Abkommens von damals. Immerhin, als ich angefangen habe, habe ich zwei Dinge gemacht: Meine Kündigung geschrieben. Und abgespeichert, damit ich sie sofort schicken kann, sollte man in meine Arbeit massiv eingreifen. 298 Beiträge lang habe ich mit dieser Kugel zufrieden gearbeitet und geschrieben. Und keine 10 Minuten nach dem Ernstfall war sie draussen.
Ist ja auch der letzte Beitrag auf Basis meines alten Abkommens von damals. Immerhin, als ich angefangen habe, habe ich zwei Dinge gemacht: Meine Kündigung geschrieben. Und abgespeichert, damit ich sie sofort schicken kann, sollte man in meine Arbeit massiv eingreifen. 298 Beiträge lang habe ich mit dieser Kugel zufrieden gearbeitet und geschrieben. Und keine 10 Minuten nach dem Ernstfall war sie draussen.
donalphons, 14:39h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 25. März 2011
Ablenkung
Hach.
Die einzige Kraft. Stärker als Atomkraft, intensiver als Plutonium. Nimm das, Fukushima.
Die einzige Kraft. Stärker als Atomkraft, intensiver als Plutonium. Nimm das, Fukushima.
donalphons, 00:37h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 24. März 2011
Das Jahr der Unrast
Eigentlich mag ich ja Beschleunigung. Wenn Jahre knistern und funkeln. Aber 2011 war schon weitaus mehr los, als in gesamt 2010, man kann sich eigentlich nur wundern über all die neuen Aufwallungen der Geschichte, die aus einem Guttenberg wirklich nur noch eine Fussnote machen. Als hätte jemand ein Kinderkarusell am Starkstrom angeschlossen, und jetzt fliegen sie an den Ketten nach aussen, bis die Glieder reissen und entsetzte Gewohnheitstiere ins Nichts fliegen lassen. Wer geht als erster zugrunde, Mappus oder Gaddafi, was platzt schneller, Portugal oder Fukushioma?

Ich denke fast, the place to be wird im Herbst die neue arabische Welt sein, und keinesfalls mehr der amerikanisch-japanische Kulturkreis. Man wird dorthin gehen, wo die Jugend ist, und nicht dorthin, wo der Untergang an allen Ecken sichtbar ist. Irgendwie hat sich alles gedreht und verschoben, nur Europa liegt still und faul, bewegungslos und ohne Interesse in der Mitte, als würde nichts geschehen.
Was ja auch irgendwie ganz gut passt.

Ich denke fast, the place to be wird im Herbst die neue arabische Welt sein, und keinesfalls mehr der amerikanisch-japanische Kulturkreis. Man wird dorthin gehen, wo die Jugend ist, und nicht dorthin, wo der Untergang an allen Ecken sichtbar ist. Irgendwie hat sich alles gedreht und verschoben, nur Europa liegt still und faul, bewegungslos und ohne Interesse in der Mitte, als würde nichts geschehen.
Was ja auch irgendwie ganz gut passt.
donalphons, 00:21h
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Blogarchivfrage
Ich habe ein kleines, technisches Problem: Beim Versuch von vor ein paar Monaten, ein Archiv aller Blogeinträge bei der FAZ mitsamt Kommentaren anzulegen, hat das Programm, wie ich erst jetzt sehe, bei den Kommentaren versagt. Leider hat die FAZ auch kein Exportplugin.
Das ganze Heckmeck mit Unterseiten ist da auch zu bedenken; allerdings sind die Beiträge unter stuetzendergesellschaft.de auch zu finden.
Irgendwelche Ideen? Ich will ja wirklich nur das Blog, nicht irgendwelche Seiten der FAZ. Vom Adminmenü her ist es jedenfalls unmöglich, die Kommentare den Beiträgen zuzuordnen.
Edit: Danke für die nette Hilfe! Das Problem kist gelöst!
Das ganze Heckmeck mit Unterseiten ist da auch zu bedenken; allerdings sind die Beiträge unter stuetzendergesellschaft.de auch zu finden.
Irgendwelche Ideen? Ich will ja wirklich nur das Blog, nicht irgendwelche Seiten der FAZ. Vom Adminmenü her ist es jedenfalls unmöglich, die Kommentare den Beiträgen zuzuordnen.
Edit: Danke für die nette Hilfe! Das Problem kist gelöst!
donalphons, 11:40h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 22. März 2011
Ach je.
Da sitzt er nun. Und fragt sich. Wieso. Warum dann. Und nicht anders.
Weil es doch auch anders gegangen wäre. Hätte es nur ein paar Wochen länger gedauert, dann hätte niemand mehr etwas gegen ihn tun können. Aber so.
So ist es vorbei. Verjagt haben sie ihn, wie sie den Gaddafi verjagen werden. Dabei hätte es doch gereicht, den Gaddafi zu verjagen. Mit seiner Hilfe.
Denn er wäre bei Mutti und dem Weichei einmarschiert links zwo drei vier und hätte gesagt: Mit unermüdlichem Fleiss und Ehrgeiz habe sein Haus die Lage sondiert, man kenne jede Stellung zwischen Bengazi und Tripolis, mit den Amerikanern, Franzosen, Briten und Russen habe er längst telefoniert, also nicht mit den Sockenpuppen, mit denen man international die Peinlichkeit im Aussenamt abspeist, sondern mit den wirklich wichtigen Leuten. Deutschland müsse militätisch zu seinen Bündnispartnern stehen, fern der Wahlüberlegungen, oder doch: Ganz nah! Denn er werde das dem Volk vermitteln, die Bedeutung, der Kampf um die Menschenrechte, an die Küste würde er sich schippern lassen, wo man das Kriegsgebiet sieht und eine Rede halten, die alle mitreisst.
Mutti und der schmierige Bengel hätten gewinselt, er hätte sie überlegen angelächelt und gesagt: Entweder wir stehen zu unseren Verpflichtungen - oder ich überlege es mir, ob ich zu Leuten stehen werde, die ihre Verpflichtungen nicht kennen. Morgen will ich die Entscheidung, und Du Bürscherl - er hätte auf den Kerl gezeigt - kommst mir mit Deinen Schampussäufern nicht noch einmal in die Quere, wenn ich mit Hillary rede, verstanden? Sonst treffen wir uns im Bundestag, und ich bringe die Bild mit.
Am nächsten Tag hätte Mutti ihn wissen lassen, dass er freie Bahn hat, aber es selbst machen muss. Er hätte seine Freunde angerufen bei Burda und Springer, seine Frau hätte gepackt, und er wäre gleich mal zu allen Partnern geflogen. Hätte vorbereitende Statements hinterlassen, für die Titelseiten. Von der schweren Bürde des Amtes in Zeiten gesprochen, die kein Amtschef je hätte mitmachen müssen, aber vor der Geschichte im Bendlerblock sehe er keine andere Option. Natürlich waren da manche dagegen, aber für ihn zähle die Verpflichtung um die Menschlichkeit.
Mit ihm hätten sie vielleicht schon einen Tag eher zugeschlagen. Er hätte darauf gedrängt, noch mehr Druck zu machen, die einen im Osten, die anderen im Westen. Gleich richtig. So, dass Gaddafi noch vor der Landtagswahl zu Chavez kriecht. Und dann wäre er sofort nach Libyen, noch am Tag vor der Wahl, hätte zwischen Panzerruinen sinnierend dagestanden, und in einem ehemaligen Palast des Diktators Reden gehalten, also Reden, und in Berlin hätten sie geschrieben, dass er im Alleingang gegen alle Wiederstände der CDU die Wahlen gewonnen und ein Volk gerettet hat, das uns jetzt sofort fast kostenlos die Autos mit Benzin vollstopft.
So hätte er Politik gemacht. Schneidig, mutig, verantwortungsvollst. Vor seinem Volk und vor der Geschichte. Nichts hätte ihn dann noch aufhalten können. Und viel cooler als das Generve in Afghanistan und der Bundeswehrreform wäre es auch gewesen. Übrigens, dafür hätte er nach dem Krieg sicher noch mehr Geld bekommen. Er, oder sein Nachfolger. Denn nach der Schlacht um Tripolis wäre der Handstreich in Berlin dran gekommen.
Und hätte dann einer wegen ein paar Zeilen in der Doktorarbeit eines Kriegshelden und Diktatorenbezwingers... er hätte nicht mal "abstrus" gesagt. Er hätte einfach weitergemacht. Vier Wochen mehr Zeit. Das wäre alles gewesen, was er gebraucht hätte. So eine Schande. Und dann setzen Mutti und ihr Bürscherl alles auch noch so in den märkischen Sand statt Bomben in die Sahara. All die schönen Bilder und Talkshows.
Wegen vier verdammter Wochen.
Weil es doch auch anders gegangen wäre. Hätte es nur ein paar Wochen länger gedauert, dann hätte niemand mehr etwas gegen ihn tun können. Aber so.
So ist es vorbei. Verjagt haben sie ihn, wie sie den Gaddafi verjagen werden. Dabei hätte es doch gereicht, den Gaddafi zu verjagen. Mit seiner Hilfe.
Denn er wäre bei Mutti und dem Weichei einmarschiert links zwo drei vier und hätte gesagt: Mit unermüdlichem Fleiss und Ehrgeiz habe sein Haus die Lage sondiert, man kenne jede Stellung zwischen Bengazi und Tripolis, mit den Amerikanern, Franzosen, Briten und Russen habe er längst telefoniert, also nicht mit den Sockenpuppen, mit denen man international die Peinlichkeit im Aussenamt abspeist, sondern mit den wirklich wichtigen Leuten. Deutschland müsse militätisch zu seinen Bündnispartnern stehen, fern der Wahlüberlegungen, oder doch: Ganz nah! Denn er werde das dem Volk vermitteln, die Bedeutung, der Kampf um die Menschenrechte, an die Küste würde er sich schippern lassen, wo man das Kriegsgebiet sieht und eine Rede halten, die alle mitreisst.
Mutti und der schmierige Bengel hätten gewinselt, er hätte sie überlegen angelächelt und gesagt: Entweder wir stehen zu unseren Verpflichtungen - oder ich überlege es mir, ob ich zu Leuten stehen werde, die ihre Verpflichtungen nicht kennen. Morgen will ich die Entscheidung, und Du Bürscherl - er hätte auf den Kerl gezeigt - kommst mir mit Deinen Schampussäufern nicht noch einmal in die Quere, wenn ich mit Hillary rede, verstanden? Sonst treffen wir uns im Bundestag, und ich bringe die Bild mit.
Am nächsten Tag hätte Mutti ihn wissen lassen, dass er freie Bahn hat, aber es selbst machen muss. Er hätte seine Freunde angerufen bei Burda und Springer, seine Frau hätte gepackt, und er wäre gleich mal zu allen Partnern geflogen. Hätte vorbereitende Statements hinterlassen, für die Titelseiten. Von der schweren Bürde des Amtes in Zeiten gesprochen, die kein Amtschef je hätte mitmachen müssen, aber vor der Geschichte im Bendlerblock sehe er keine andere Option. Natürlich waren da manche dagegen, aber für ihn zähle die Verpflichtung um die Menschlichkeit.
Mit ihm hätten sie vielleicht schon einen Tag eher zugeschlagen. Er hätte darauf gedrängt, noch mehr Druck zu machen, die einen im Osten, die anderen im Westen. Gleich richtig. So, dass Gaddafi noch vor der Landtagswahl zu Chavez kriecht. Und dann wäre er sofort nach Libyen, noch am Tag vor der Wahl, hätte zwischen Panzerruinen sinnierend dagestanden, und in einem ehemaligen Palast des Diktators Reden gehalten, also Reden, und in Berlin hätten sie geschrieben, dass er im Alleingang gegen alle Wiederstände der CDU die Wahlen gewonnen und ein Volk gerettet hat, das uns jetzt sofort fast kostenlos die Autos mit Benzin vollstopft.
So hätte er Politik gemacht. Schneidig, mutig, verantwortungsvollst. Vor seinem Volk und vor der Geschichte. Nichts hätte ihn dann noch aufhalten können. Und viel cooler als das Generve in Afghanistan und der Bundeswehrreform wäre es auch gewesen. Übrigens, dafür hätte er nach dem Krieg sicher noch mehr Geld bekommen. Er, oder sein Nachfolger. Denn nach der Schlacht um Tripolis wäre der Handstreich in Berlin dran gekommen.
Und hätte dann einer wegen ein paar Zeilen in der Doktorarbeit eines Kriegshelden und Diktatorenbezwingers... er hätte nicht mal "abstrus" gesagt. Er hätte einfach weitergemacht. Vier Wochen mehr Zeit. Das wäre alles gewesen, was er gebraucht hätte. So eine Schande. Und dann setzen Mutti und ihr Bürscherl alles auch noch so in den märkischen Sand statt Bomben in die Sahara. All die schönen Bilder und Talkshows.
Wegen vier verdammter Wochen.
donalphons, 22:33h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 22. März 2011
Der Kampf des Jahres!
In der grünen Ecke der libyschen PropaGagaganda: Colonel Muammar al-Gaddafi!
Und in der schwarzen Ecke der christlichen Leitkultur: Münchens schon geschasster KVR-Chef Hans-Peter Uhl!
Also, Ihr wisst, Jungs: Immer nur Tiefschläge unter den historisch korrekten Gürtel. Der Kampf geht über 8 Absätze in der FAZ!
Und in der schwarzen Ecke der christlichen Leitkultur: Münchens schon geschasster KVR-Chef Hans-Peter Uhl!
Also, Ihr wisst, Jungs: Immer nur Tiefschläge unter den historisch korrekten Gürtel. Der Kampf geht über 8 Absätze in der FAZ!
donalphons, 00:55h
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Besorgt. Aber nicht ängstlich
Ich denke, das Ganze hat etwas mit der Unfähigkeit von Journalisten zu tun, den Aktivwortschatz zu pflegen. Dieses Gerede, dass die Deutschen schon wieder Angst hätten. Diese Nörgler, Meckerer, Angshaber, German Angst. Solche Schlagworte beherrschen sie.
Weil es negativ beslastet ist, weil man damit eine Story bauen kann. Aus der Angst gewinnt der Schmierfritz einen Anlass, einen Lichtblick zu erfinden, erst eine Beschimpfung und dann eine aufrüttelnde Phrase, er, der Lichtbringer, der Hoffnungsspender oder wenigstens das abgewrackte Stück Berlinzersiedlung, das sich cool vorkommt, weil ihm Atom so egal wie S21 und Datenschutz ist, weil: Damit ist man ja anders und kein armer Dönerfresser, sondern Avantgarde. Angst ist was für Memmen, für Zauderer, für Verharrende und Rückwärtsgewandte.
Das Wort "besorgt" kommt ihnen nicht in den Sinn.

Vielleicht liegt es daran, dass besorgte Menschen keinen Quassler brauchen, der ihnen eine Angst nimmt. Besorgte Menschen sind immerhin so weit, dass sie selbst etwas tun, demonstrieren, ihre Meinung äussern, im privaten Umfeld diskutieren. Ich erlebe gerade sehr viele besorgte Menschen, aber keine Angst, keine Furcht, keine Panik. Das Nachdenken, das daraus erwächst, braucht keine Vorschreier. So etwas braucht nur der Terror und die Hysterie, und die wiederum entstehen erst, wenn die Menschen keinem mehr ein Wort glauben. Dazu hatten sie bei der Finanzkrise nicht weniger Anlass als heute, aber diesmal reicht es, einfach nur besorgt zu sein.
Wer soll es ihnen angesichts der Nachrichten - soeben hört man, dass auch das Meer bei Fukushima stark verseucht ist - verdenken.
Es hat nach meiner bescheidenen Meinung schon alles seine Richtigkeit mit den Deutschen, in diesen existenziellen Fragen. Es entspringt daraus keine Revolution, aber oben merkt man, wie gross die Kräfte unten werden, wenn die Menschen nur besorgt sind. Da ist sie, die "Weisheit der Massen", die gleich wieder von Atomfreunden zur Unwissenheit umgedeutet wird, leider auch mitunter in der Zeitung, für die ich schreibe, von Leuten, denen mitunter vielleicht das Gefühl für Stimmungen, Veränderungen und Grenzen fehlt.
Natürlich bin ich auch besorgt. Ich bin wütend, weil ich angelogen werde und mir meine Informationen zusammensuchen muss, weil Lobbyisten nicht kenntlich gemacht werden, weil man Wissenschaft sagt und Geschäft meint. Ich bin aber auch zuversichtlich, dass es diesmal wirklich reicht. Ganz ohne Angst. Nur, weil man besorgt ist.
Weil es negativ beslastet ist, weil man damit eine Story bauen kann. Aus der Angst gewinnt der Schmierfritz einen Anlass, einen Lichtblick zu erfinden, erst eine Beschimpfung und dann eine aufrüttelnde Phrase, er, der Lichtbringer, der Hoffnungsspender oder wenigstens das abgewrackte Stück Berlinzersiedlung, das sich cool vorkommt, weil ihm Atom so egal wie S21 und Datenschutz ist, weil: Damit ist man ja anders und kein armer Dönerfresser, sondern Avantgarde. Angst ist was für Memmen, für Zauderer, für Verharrende und Rückwärtsgewandte.
Das Wort "besorgt" kommt ihnen nicht in den Sinn.

Vielleicht liegt es daran, dass besorgte Menschen keinen Quassler brauchen, der ihnen eine Angst nimmt. Besorgte Menschen sind immerhin so weit, dass sie selbst etwas tun, demonstrieren, ihre Meinung äussern, im privaten Umfeld diskutieren. Ich erlebe gerade sehr viele besorgte Menschen, aber keine Angst, keine Furcht, keine Panik. Das Nachdenken, das daraus erwächst, braucht keine Vorschreier. So etwas braucht nur der Terror und die Hysterie, und die wiederum entstehen erst, wenn die Menschen keinem mehr ein Wort glauben. Dazu hatten sie bei der Finanzkrise nicht weniger Anlass als heute, aber diesmal reicht es, einfach nur besorgt zu sein.
Wer soll es ihnen angesichts der Nachrichten - soeben hört man, dass auch das Meer bei Fukushima stark verseucht ist - verdenken.
Es hat nach meiner bescheidenen Meinung schon alles seine Richtigkeit mit den Deutschen, in diesen existenziellen Fragen. Es entspringt daraus keine Revolution, aber oben merkt man, wie gross die Kräfte unten werden, wenn die Menschen nur besorgt sind. Da ist sie, die "Weisheit der Massen", die gleich wieder von Atomfreunden zur Unwissenheit umgedeutet wird, leider auch mitunter in der Zeitung, für die ich schreibe, von Leuten, denen mitunter vielleicht das Gefühl für Stimmungen, Veränderungen und Grenzen fehlt.
Natürlich bin ich auch besorgt. Ich bin wütend, weil ich angelogen werde und mir meine Informationen zusammensuchen muss, weil Lobbyisten nicht kenntlich gemacht werden, weil man Wissenschaft sagt und Geschäft meint. Ich bin aber auch zuversichtlich, dass es diesmal wirklich reicht. Ganz ohne Angst. Nur, weil man besorgt ist.
donalphons, 00:54h
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