Missgeschichtliche Schnitte

Es gibt Dinge, die ich kann. Fast alles.

Und dann gibt es noch Dinge, die ich nicht kann.

Und, wie ich erkennen muss, Dinge, die man können sollte, von denen ich aber gar nicht wusste, dass sie gekonnt werden müssen.

Ich habe bekanntlich Heuschnupfen, und damit stellt sich für mich die Frage der Gartenarbeit nicht. Was bei meiner Mutter in den Garten und die Pflanzen geht, geht bei mir in die Malerei, die Teppiche und die Bücher.



Nun habe ich am Tegernsee aber nicht nur eine Wohnung, sondern auch ein Gärtchen erworben. Das Gras macht die Hausverwaltung, mein Thema sind allein ein paar Bäume, die ich wachsen lasse, und ein Steingarten mit einer mittigen Rose. Und weil das Wetter ohnehin nicht gut war, nahm ich also die Gartenzange, fürchtete im Regen nicht der Pollen Schmerzen, und schnitt die im letzten Jahr fast zwei Meter hoch gewucherte Rose an ihren vielen Ästen auf immer noch stattliche 1,20 Meter zurück. Warf die Äste weg, freute mich, dass es jetzt wieder ordentlich aussah, und ging kochen.

Und dann rief meine Mutter an, und ich erzählte ihr von meinem Treiben: Torte, See, Berge, Kühe - sie sind noch nicht da -, Touristen, Schneelage, Rosenschneiden, Aufräumen

Woher kannst Du denn Rosenschneiden, fragte sie erstaunt.

Naja, sagte ich, also, ich nahm die Gartenschere und schnitt alles auf die gleiche Höhe - nicht?

Ich hätte vorher anrufen sollen. Oder die bebilderte Obermutti Gugl fragen sollen. Immerhin habe ich mich nicht gestochen. Und Rosen. Wer braucht schon Rosen in einer Welt wie dieser?

Montag, 28. März 2011, 01:31, von donalphons | |comment

 
l'important
c'est la rose!

http://www.youtube.com/watch?v=KamOG_hQPEI

Und das erst recht in einer Welt wie dieser!

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Allerdings.

@ Don: Offenbar fehlt in Deiner umfangreichen Bibliothek noch ein Buch übers Gärtnern. ;-)

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meintest doch diesen, oder?

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Kannte ich nicht.
Fühle mich von diesem Herrn normalerweise nicht gut unterhalten, aber die Version ist gar nicht mal schlecht.

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Rosenschneider
Länder-Aktuell: Man muss nicht Mutti fragen. Selbst ist der Mann.
Auch Obermutti Gugl gibt nur vorfabrizierte Meinungen.
Aber nun sind alle Rosen im Garten auf gleichen Level.
Haben sie etwa eine Rhöndorfer Rose vom Züchter A.
im Garten zurück gestutzt?

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Gartenbuch
Also wenn es denn trotz Heuschnupfen öfter mal was im Garten werden soll (ist übrigens eine prima Heuschnupfenprophylaxe - kann ich sehr empfehlen), dann suche man antiquarisch das Gartenbuch von der Frau Kreuter zum Biogarten. Dort steht drin was man können sollte. Gut erklärt. Und auch für sehr linkshändige Gärtner;-) - und besser als der dumme Guglhupf ist es allemal.

Der Rose wünsche ich gute Besserung.

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Da auch ich keinerlei Ahnung von Rosen habe...
äh... was genau war falsch? Die Jahreszeit? die gleiche Höhe? das Werkzeug? der Regen? oder überhaupt: alles?
Wissen möcht' man das schon dem nach Lesen des netten Textes.

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Kindheitstraumata
@cerises:
Auch auf die Gefahr hin, da etwas durcheinanderzubringen - das Buch von Frau Kreuter verbinde ich mit gräßlichen Erinnerungen an Schachtelhalmaufgüsse, Bentonitmatsch und stinkende Brennesseljauche, deren insektizider Wirkmechanismus wahrscheinlich darin bestand, daß sich die Blattläuse totgelacht haben. Auch die per Paket gelieferten Kampfregenwürmer für den Turbokompost sind unvergessen.

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Ohje, reset
das tut mir leid, aber man muss es ja nicht bio machen.
Ich bin immer für einen gemäßigten Kurs.

Es ist ein wirklich gutes Gartenbuch (bitte die alte sehr dicke Ausgabe aus den 90ern nehmen), denn neben einigen guten Techniken erklärt es auch genau was man abschneiden sollte und was nicht, hat dafür sehr anschauliche Grafiken und auch zum Aussuchen von Bepflanzungen ist es hilfreich. Ob man die Bentonitschachtelhalmjauchensosse dann innerlich oder äußerlich oder gar nicht anwendet, bleibt einem überlasen, - man kann es nämlich auch gut bleiben lassen, schließlich springt so ein Buch nicht aus dem Schrank und schreit wenn man sich nicht buchstabengenau genau daran hält;-)


@ jeeves: Rosenschneiden ist eine Kunst. Wirklich eine Kunst. Man erlernt sie durch viele Fehler und böse Rückschläge. Irgendwas abschneiden kann die Rose sehr verärgern und sie zeigt dem Gärtner dann wo der Barrtel den Most holt- sprich- sie blüht nicht mehr , bildet häßliche Wassertriebe ohne Blüten oder geht gleich ganz ein...

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Kunst hin Kunst her ("Ich mache Kunst." "Und wer macht sie wieder weg?").
Tja, WAS HAT er denn nun falsch gemacht? Weiß das überhaupt jemand (außer die erwähnte ältere Verwandte) ... oder quatschen hier alle nur ahnungslos rum? (ist nicht bös' gemeint)
.
Hier im Haus macht "Rosenschneiden" eine höhere Beamtin der Finanzbehörde; und das in jedem Herbst und die Rosen kommen jedes Frühjahr wieder. Letztes Jahr hat ein anderer Mitbewohner geschnitten (auch kein Fachmann) und auch das war anscheinend gut genug für die Rosen.
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"dann suche man antiquarisch das Gartenbuch von der Frau Kreuter zum Biogarten"

Vermutlich auch die Erfinderin des gleichnamigen Tees.

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Bloss gut,
dass da nicht noch eine Milben-Allergie, aka Hausstaub, nachgewachsen ist. Mit Heuschnupfen fing das bei mir auch mal an. Aber wer, heavens, ist "Obermutti Gugl" (doch nicht die mit dem gleichnamigen Hupf)?

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@jeeves
der hier erklärt es so, wie ich es auch gelernt habe:

http://gaertnerblog.de/blog/2008/rosen-schneiden/

Und so wie es D.A. beschrieben hat, dürfte es wohl eher das Äquivalent z "Haare schneiden mit Kochtopf" gewesen sein.

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Autsch,

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"Lasst 100 Blumen blühen" (Mao Zedong)

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Schni-schna-schnappi
Also ich kann nur sagen, ich mache das immer so. Ratzeputz runter und im Sommer sind sie wieder so hoch wie vorher. Und blühen bis in den Herbst.

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Ist Diätvolk anwesend?
Nein? Gut. Gerade nochmal vom neuen Lieblingskäse du jour genascht: Delice Argental, 75% F.i.Tr., echter Gaumensex!

Warum gibt es eigentlich kein Bild vom hortus delicti?

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weil regennass und ausserdem dachte ich nicht, dass es am Abend ein Thema werden könnte.

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@ finmike: ich dachte mir :Der Rosenschneider meint Google

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Unkraut
vergeht nicht. Gilt auch für Rosen.

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kann man mal sehen...
@thukydides - auf google hätt ich natürlich auch kommen können, und sollen. Andererseits: ist Gärtnern nicht so eine Beschäftigung, die dazu dienen soll, sich an der Natur zu erfreuen und vom PC und anderer Last eher mal wegzukommen? Wenn das auch wieder nur zu vermehrtem vorher-googeln-müssen führt, wozu dann.... Aber gut. Jedem seins.

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Rosen, Tulpen, Nelken.....
....alle 3 verwelken. Nur eine, die verwelket nicht, die da heisst - äh - von Guttenberg ?
(Albumspruch musste mal sein).

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So ungewöhnlich ist diese Art zu kappen nicht. Hausmeisterschnitt nennt man sie in Gärtnerkreisen.

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