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Sonntag, 30. Oktober 2011
Menschenverachtendes,
Grundrechte mit Füssen Tretendes und brutal Kalkulierendes, sehr Zynisches habe ich bei der FAZ über menschlichen Müll und Sondermüll geschrieben.
donalphons, 01:57h
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Prinzipiell
mag ich es ja, wenn ich Recht behalte. Recht behalten entbindet einen von der Notwendigkeit, etwas neu zu denken, und ich finde, dass alt gedacht haben ausreichen sollte. Sicher, es ist nicht schwer, sich neu zu orientieren, aber wozu, wenn die lange Linie stimmt. Da, hab ich es nicht gesagt, könnte man sich denken, und natürlich nicht laut sagen. Das schickt sich nicht, selbst wenn andere es nicht mehr hören könnten.
Denn mit diesem Nicht mehr hören können und dem Recht haben kommt etwas zusammen, das nicht wirklich schön ist: Dieses Jahr war es so, dass, wann immer ich aus Italien zurück kam, ein anderer weg war. Nicht allzu nah meistens, aber nach einer Weile fällt das schon unangenehm auf, dieses "aber er war doch erst ca. 40". Ich will nicht sagen, dass mir das zu denken gibt - denken wird in unserer Kultur masslos überschätzt, wie man gerade bei der Hypo Real Estate Nachfolgeorganisation sehen kann - aber es stellt sich schon so ein Gefühl ein. Wie: Was tätest Du blöd schauen, wenn Dir das passierert. Weil, Du hast ja doch noch so viel vor. Don' you call me St. Peter cause I can't go, I ooooown myhyhy so-ho-ho-ho-o-oul to the jeunesse d'or, ba ba ba ba badadadam.
Manche sagen, ich sei etwas sorglos und leichtfüssig, und vielleicht stimmt das sogar: Es macht keinen Sinn, sich vor einer Zukunft zu fürchten, die ohnehin ganz anders kommt. Vor 24 Jahren dachte ich: ich werde mir nie ein Daccordi 50 Anni leisten können. Vor 10 Jahren dachte ich mir: Es gab so wenige davon, die meisten sind bei Sammlern in Japan, ich werde nie eines finden. Vor einem Jahr dachte ich: Immerhin, zwar nicht in meiner Grösse, aber ich habe doch eines. Und nun ist mir noch eines in die Hand gefallen, in meiner Grösse, wie ein reifer Apfel, fast kostenlos, und da ist gar nicht so sehr der Gedanke, dass nach 24 Jahren endlich... was da ist, ist eine angenehme Zufriedenheit. Es wird sich schon fügen. Vielleicht ist es eine gefährliche Illusion, und es tut sich schon der Schlund des Schicksals auf, aber so alles in allem bin ich da. Das ist schon was, relativ betrachtet. Und werde auch noch eine Weile bleiben. Andere dagegen...
Bei den Nachrufen war das immer wieder zu hören. Dass Ungefügte, dass sich eben noch nichts wirklich gesetzt hat, ein gewisses Unwohlsein, weil da nichts ist, auf das man deuten konnte und sagen: So. Hier. Ich gebe gerne zu, dass es in meinem Fall auch nicht leicht wäre, würde man mehr als "hatte jede Menge Spass, nahm alles nicht so ernst und das meiste ist ihm irgendwie zugefallen" sagen wollen. Aber immerhin, das könnte man sagen, und weil recht viel mehr auch in den nächsten 50 Jahren nicht passieren wird, ist es damit auch gut. Aber einige hatten halt auch diesen Wunsch zum Höheren. Ziele. Vorgaben. Positionen. Gerne hätte man gewusst wie. Wie wäre es gewesen wenn, ja wenn. Gebracht hat es letztlich gar nichts. Alles so sinnlos hier. Und nicht mal hübsch.
Ich bekenne mich klar zum Primat des Angenehmen. Das ist vielleicht nur ein kleines Lebensziel, aber wenn ich mich so unschaue, sind die grösseren Ziele meist mit elender Plackerei verbunden. Gerade wünschen sich gewisse Gruppen, dass ein Buch - eines unter Zilliarden Neuerscheinungen - ihre Sache in den Diskurs bringt. Die sitzen da und warten, dass ich es vielleicht aufgreife, damit der Sturm losgeht und man in der Gesellschaft ankommt mit kruden Thesen. Statt dass sie sich freuen, dass sie noch nicht an ihrem schlechten Essen krepiert sind, statt dass sie irgendwas machen, was taugt: Internet. Soziologengewäsch. Netzzeug. Wichtigkeitsblasen. Alles nur kein Leben. Und angenehm wirken sie auch nicht. Weil sie die Sache nicht vom Ende her denken, weil sie nicht so leben, wie es sein soll, dass man 50 Jahre später über sich selbst sagen kann: Oh, es war alles sehr angenehm.
Der beste Nachruf ist der, der noch lange nicht geschrieben wird, meinem Knie geht es schon wieder sehr viel besser, und alles andere wird sich in Irrelevanz und Erfreulichkeit schon finden. Möchte hier einen kleinen Link setzen für alle, die jetzt zu viel rätseln, und schliessen. Ich muss ja auch noch die Bremsen einstellen.
Denn mit diesem Nicht mehr hören können und dem Recht haben kommt etwas zusammen, das nicht wirklich schön ist: Dieses Jahr war es so, dass, wann immer ich aus Italien zurück kam, ein anderer weg war. Nicht allzu nah meistens, aber nach einer Weile fällt das schon unangenehm auf, dieses "aber er war doch erst ca. 40". Ich will nicht sagen, dass mir das zu denken gibt - denken wird in unserer Kultur masslos überschätzt, wie man gerade bei der Hypo Real Estate Nachfolgeorganisation sehen kann - aber es stellt sich schon so ein Gefühl ein. Wie: Was tätest Du blöd schauen, wenn Dir das passierert. Weil, Du hast ja doch noch so viel vor. Don' you call me St. Peter cause I can't go, I ooooown myhyhy so-ho-ho-ho-o-oul to the jeunesse d'or, ba ba ba ba badadadam.
Manche sagen, ich sei etwas sorglos und leichtfüssig, und vielleicht stimmt das sogar: Es macht keinen Sinn, sich vor einer Zukunft zu fürchten, die ohnehin ganz anders kommt. Vor 24 Jahren dachte ich: ich werde mir nie ein Daccordi 50 Anni leisten können. Vor 10 Jahren dachte ich mir: Es gab so wenige davon, die meisten sind bei Sammlern in Japan, ich werde nie eines finden. Vor einem Jahr dachte ich: Immerhin, zwar nicht in meiner Grösse, aber ich habe doch eines. Und nun ist mir noch eines in die Hand gefallen, in meiner Grösse, wie ein reifer Apfel, fast kostenlos, und da ist gar nicht so sehr der Gedanke, dass nach 24 Jahren endlich... was da ist, ist eine angenehme Zufriedenheit. Es wird sich schon fügen. Vielleicht ist es eine gefährliche Illusion, und es tut sich schon der Schlund des Schicksals auf, aber so alles in allem bin ich da. Das ist schon was, relativ betrachtet. Und werde auch noch eine Weile bleiben. Andere dagegen...
Bei den Nachrufen war das immer wieder zu hören. Dass Ungefügte, dass sich eben noch nichts wirklich gesetzt hat, ein gewisses Unwohlsein, weil da nichts ist, auf das man deuten konnte und sagen: So. Hier. Ich gebe gerne zu, dass es in meinem Fall auch nicht leicht wäre, würde man mehr als "hatte jede Menge Spass, nahm alles nicht so ernst und das meiste ist ihm irgendwie zugefallen" sagen wollen. Aber immerhin, das könnte man sagen, und weil recht viel mehr auch in den nächsten 50 Jahren nicht passieren wird, ist es damit auch gut. Aber einige hatten halt auch diesen Wunsch zum Höheren. Ziele. Vorgaben. Positionen. Gerne hätte man gewusst wie. Wie wäre es gewesen wenn, ja wenn. Gebracht hat es letztlich gar nichts. Alles so sinnlos hier. Und nicht mal hübsch.
Ich bekenne mich klar zum Primat des Angenehmen. Das ist vielleicht nur ein kleines Lebensziel, aber wenn ich mich so unschaue, sind die grösseren Ziele meist mit elender Plackerei verbunden. Gerade wünschen sich gewisse Gruppen, dass ein Buch - eines unter Zilliarden Neuerscheinungen - ihre Sache in den Diskurs bringt. Die sitzen da und warten, dass ich es vielleicht aufgreife, damit der Sturm losgeht und man in der Gesellschaft ankommt mit kruden Thesen. Statt dass sie sich freuen, dass sie noch nicht an ihrem schlechten Essen krepiert sind, statt dass sie irgendwas machen, was taugt: Internet. Soziologengewäsch. Netzzeug. Wichtigkeitsblasen. Alles nur kein Leben. Und angenehm wirken sie auch nicht. Weil sie die Sache nicht vom Ende her denken, weil sie nicht so leben, wie es sein soll, dass man 50 Jahre später über sich selbst sagen kann: Oh, es war alles sehr angenehm.
Der beste Nachruf ist der, der noch lange nicht geschrieben wird, meinem Knie geht es schon wieder sehr viel besser, und alles andere wird sich in Irrelevanz und Erfreulichkeit schon finden. Möchte hier einen kleinen Link setzen für alle, die jetzt zu viel rätseln, und schliessen. Ich muss ja auch noch die Bremsen einstellen.
donalphons, 01:55h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 29. Oktober 2011
Fallen und gefällt werden
So sollte der Herbst sein: Bunt, ein altes Rad und dann schön langsam über blattvergoldete Wege rund um Seen, in denen sich das späte Blau des Jahres spiegelt.

Grossbild
Nun, es kam anders. Weisse Schnüre versinken im trüben Braun einer ganz bestimmten Kanne, die ich extra für solche Anlässe aufbewahre. Es ist Pfefferminztee, und den ertrage ich nur, wenn ich schwer erkältet bin. Das habe ich alles sehr schlau angestellt.

Wenigstens sind zwei dicke Bücher da, eines zur Besprechung und eines zum Spass, und alle 15 Minuten stehe ich auch brav auf und kümmere mich um die Kommentare. Und um die ein oder andere Internetdebatte, die ich jetzut aber nicht verlinken will. Erkältung geht vorbei, aber Trottel und Flamewars bleiben.

Grossbild
Nun, es kam anders. Weisse Schnüre versinken im trüben Braun einer ganz bestimmten Kanne, die ich extra für solche Anlässe aufbewahre. Es ist Pfefferminztee, und den ertrage ich nur, wenn ich schwer erkältet bin. Das habe ich alles sehr schlau angestellt.

Wenigstens sind zwei dicke Bücher da, eines zur Besprechung und eines zum Spass, und alle 15 Minuten stehe ich auch brav auf und kümmere mich um die Kommentare. Und um die ein oder andere Internetdebatte, die ich jetzut aber nicht verlinken will. Erkältung geht vorbei, aber Trottel und Flamewars bleiben.
donalphons, 00:31h
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Kotau
Dass Europa mal bei den Chinesen um Geld betteln wird, um das eigene Geld zhu retten, gehört zu den Dingen, von denen noch nicht mal ich gedacht hätte, dass sie je passieren. Wie eine marode Altindustrie vor der Pleite.
Na, wenigstens werden sich die neuen chinesischen Herrenmörder ganz vorzürlich mit den alten Bankhalsabschneidern und ihrem Allmachtskomplex verstehen. Fehlen nur noch die Saudis. Vielleicht ein paar Panzer für Kredit? Man kann nicht wählerisch sein.
Na, wenigstens werden sich die neuen chinesischen Herrenmörder ganz vorzürlich mit den alten Bankhalsabschneidern und ihrem Allmachtskomplex verstehen. Fehlen nur noch die Saudis. Vielleicht ein paar Panzer für Kredit? Man kann nicht wählerisch sein.
donalphons, 00:27h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 28. Oktober 2011
Die nächste grosse Rettung
in der nächsten schwersten Stunde Europas seit 1945 kommt alternativlos noch vor Weihnachten, und zwas spätestens dann, wenn die Rettungsagentur nicht so toll ankommt, wie man sich das vorgestellt hat, und dann die Flucht aus italienischen Staatsanleihen einsetzt.
donalphons, 01:44h
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Begriffe, die aus der Mode gekommen sind
Blogwerbung.
Linker Neoliberalismus.
Aktion verschollene Häuser.
Internetmanifest.
Twitterseminare.
Nur die Leute hinter den Begriffen wollen immer noch Vordenker sein.
Linker Neoliberalismus.
Aktion verschollene Häuser.
Internetmanifest.
Twitterseminare.
Nur die Leute hinter den Begriffen wollen immer noch Vordenker sein.
donalphons, 18:08h
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Ich mag ja Nadelbäume
Die sind ruhig, machen ihr Ding und denken, dass es ist, wie es ist. Kurz, von nadelbäumen geht eine gesisse Ruhe aus. Laubbäume dagegen:

Das sind die Hysteriker unter den Pflanzen. Immer ist irgendwas. Mal sind sie bunt und dann wieder kahle Gerippe.
Vielleicht sollte ich doch irgendwo hin ziehen, wo Palmen und Kakteen sind.

Das sind die Hysteriker unter den Pflanzen. Immer ist irgendwas. Mal sind sie bunt und dann wieder kahle Gerippe.
Vielleicht sollte ich doch irgendwo hin ziehen, wo Palmen und Kakteen sind.
donalphons, 16:23h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 27. Oktober 2011
Eine ganz einfache Gleichung
In der Süddeutschen Zeitung steht ein Kommentar, der die Schulden Europas klein und den Rettungsfondshebel gut redet, weil es ja nicht um die Zahlen gehe, sondern um Psychologie, um Glaube, um die Einbildung der Marktteilnehmer.
Nun, meines Erachtesn geht es um ein verficktes Pyramidensystem, das nicht mehr funktioniert hat, und jetzt durch ein neues Pyramidenspiel in Form eines Rettungsschirms abgelöst wird, an dessen Basis wir alle stehen. Ich mein - es ist doch vollkommen klar, dass wir im Fall eines Kreditausfalls für den Hebel genauso wie für alles andere zahlen werden. Ausser uns gibt es keinen mehr, Und für wen?
Für Berlusconi und 2 Billionen Schulden. Und damit das auch geistig Minderbemittelte, Kleidermotten, Amöben und, ja, sogar SZ-Schmierfinken kapieren, habe ich in der FAZ die Sache mit einem Gleichnis umschrieben.
Gut, es hat mit Kultur zu tun, und das ist natürlich schlecht, wenn es irgendwelche Journalisten kapieren sollen - aber vielleicht hat die Leserschaft hier ja ihren Spass daran.
Nun, meines Erachtesn geht es um ein verficktes Pyramidensystem, das nicht mehr funktioniert hat, und jetzt durch ein neues Pyramidenspiel in Form eines Rettungsschirms abgelöst wird, an dessen Basis wir alle stehen. Ich mein - es ist doch vollkommen klar, dass wir im Fall eines Kreditausfalls für den Hebel genauso wie für alles andere zahlen werden. Ausser uns gibt es keinen mehr, Und für wen?
Für Berlusconi und 2 Billionen Schulden. Und damit das auch geistig Minderbemittelte, Kleidermotten, Amöben und, ja, sogar SZ-Schmierfinken kapieren, habe ich in der FAZ die Sache mit einem Gleichnis umschrieben.
Gut, es hat mit Kultur zu tun, und das ist natürlich schlecht, wenn es irgendwelche Journalisten kapieren sollen - aber vielleicht hat die Leserschaft hier ja ihren Spass daran.
donalphons, 01:26h
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Nichtsaison
ist eigentlich auch ganz nett. Erben versuchen überrhastet, rustikale Doppelwohnungen zu verkaufen, deren Nebenkosten sie nicht zahlen können. Eine Metzgerei hat geschlossen, weil sie kein Personal findet. Die Floristinnen sitzen draussen und trinken Kaffee, bevor in den kommenden Tagen der Ansturm auf die Kränze einsetzt. Das Wetter ist zu schlecht für die Auswärtigen und ausreichend für die Hierbleiber. Es ist plötzlich sehr familiär, und wenn erst die Herbstferien vorbei sind, wird es wieder ruhig. Bis Weihnachten. Da hängen schon überall die Plakate, für Konzerte, Schauspiele, Märkte.
In einem Laden hängt eine Rokokodame, die mir sehr gefallen würde, allein, sie ist bei der letzten Versteigerung verschmäht worden, was auf einen hohen Preis hindeutet. Demnächst versuchen sie es mit moderner Kunst; vielleicht gehe ich auf die Vorbesichtugung und frage dann unauffällig. Voll ist es da drinnen, aber gestorben und geerbt wird hier immer, und bevor man es nach Hause schleppt und in einen Schrank pfercht... es ist, das muss man zugeben, nicht die Zeit, um hier etwas unbedingt zu behalten. Es doadelt, wie man in Bayern so schön sagt. Es sind die Wochen, da man vielleicht doch besser in der Stadt aufgehoben ist, bis dann der Schnee kommt und alles einweisst, während die Städte im grauen Schlamm versinken. Dann wiederum sollte man hier sein, und eine Rokokoschönheit an der Wand haben. Oder auch woanders, je nachdem.
Man muss das mögen, wenn es so ist wie jetzt. Aber ich war ja gerade in Frankfurt, da hat es schon seinen Reiz.
In einem Laden hängt eine Rokokodame, die mir sehr gefallen würde, allein, sie ist bei der letzten Versteigerung verschmäht worden, was auf einen hohen Preis hindeutet. Demnächst versuchen sie es mit moderner Kunst; vielleicht gehe ich auf die Vorbesichtugung und frage dann unauffällig. Voll ist es da drinnen, aber gestorben und geerbt wird hier immer, und bevor man es nach Hause schleppt und in einen Schrank pfercht... es ist, das muss man zugeben, nicht die Zeit, um hier etwas unbedingt zu behalten. Es doadelt, wie man in Bayern so schön sagt. Es sind die Wochen, da man vielleicht doch besser in der Stadt aufgehoben ist, bis dann der Schnee kommt und alles einweisst, während die Städte im grauen Schlamm versinken. Dann wiederum sollte man hier sein, und eine Rokokoschönheit an der Wand haben. Oder auch woanders, je nachdem.
Man muss das mögen, wenn es so ist wie jetzt. Aber ich war ja gerade in Frankfurt, da hat es schon seinen Reiz.
donalphons, 01:21h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Ja, warum.
Das weiss ich auch nicht so genau. Vielleicht, weil sie Föhn vorhergesagt haben.

Vielleicht auch, weil ich wissen wollte, was jetzt wieder geht. Ausserdem war ich lange nicht mehr auf einem Berg.

Das sieht jetzt alles ganz hübsch und sonniog aus, aber der Föhn kam anders, als man es vielleicht erwarten würde. Er brachte Wolken.

Und Sturm. Nirgendwo im Land war es wärmer als hier oben, 17 Grad plus. Aber davon merkt man nichts, wenn man versucht, auf den Beinen zu bleiben.

Hier oben hat der Winter schon begonnen. Grossglockner, hohe Tauern, Rofan, soweit das Auge reicht, ist der Frost in den Bergen angekommen. Mag sein, dass man unten glaubt, es sei noch Herbst: Das Eis ist schon da und wartet darauf, in die Ebene zu marschieren.
Warum ist man hier, wo sich das Leben festkrallen und ducken muss, an einem Ort, an dem der Mensch nicht dauerhaft sein kann, könnte man fragen - aber irgendwie, nach drei Wochen Relaunchniedergang und Datenbankstress ist das hier eigentlich ein recht angenehmer Ort: Kein Netz und Frankfurt ist weit weg. In den Böen vergisst man alles, was einen sonst so ärgert.

Wildromantisch sieht es aus, aber nur wild ist es, und wenn man vor Ort ist, weiss man auch den Unterschied: Hier bekommt man, was man sieht. Nicht mehr, nicht weniger. Dem Berg ist es egal, der hat schon alles kommen und gehen sehen, Meere, Gletscher, viele dumme Tiere und dumme Menschen, deren Tod an ihm auf Iaferln vermerkt ist.

Dabei ist er harmlos gegen das, was sich vor ihm ausbreitet, weiter hinten ist der Grossvenediger und der Hochfeiler, und man kann hier bequem mit Blick auf diese Titanen bestellen und essen, gar nicht schlecht übrigens, hinter Glas im Warmen. Kuschelschauder, wenn man so will.

Und dann wieder runter. Den angenehmeren Weg, nicht die Abgründe, von denen der Berg viele hat.

Unten sind die 18 Grad dann tetsächlich wieder 18 Grad. Warum also? Keine Ahnung. Manche gehen auf den berg, andere ins Büro, wieder andere bleiben daheim.

Vielleicht auch, weil ich wissen wollte, was jetzt wieder geht. Ausserdem war ich lange nicht mehr auf einem Berg.

Das sieht jetzt alles ganz hübsch und sonniog aus, aber der Föhn kam anders, als man es vielleicht erwarten würde. Er brachte Wolken.

Und Sturm. Nirgendwo im Land war es wärmer als hier oben, 17 Grad plus. Aber davon merkt man nichts, wenn man versucht, auf den Beinen zu bleiben.

Hier oben hat der Winter schon begonnen. Grossglockner, hohe Tauern, Rofan, soweit das Auge reicht, ist der Frost in den Bergen angekommen. Mag sein, dass man unten glaubt, es sei noch Herbst: Das Eis ist schon da und wartet darauf, in die Ebene zu marschieren.
Warum ist man hier, wo sich das Leben festkrallen und ducken muss, an einem Ort, an dem der Mensch nicht dauerhaft sein kann, könnte man fragen - aber irgendwie, nach drei Wochen Relaunchniedergang und Datenbankstress ist das hier eigentlich ein recht angenehmer Ort: Kein Netz und Frankfurt ist weit weg. In den Böen vergisst man alles, was einen sonst so ärgert.

Wildromantisch sieht es aus, aber nur wild ist es, und wenn man vor Ort ist, weiss man auch den Unterschied: Hier bekommt man, was man sieht. Nicht mehr, nicht weniger. Dem Berg ist es egal, der hat schon alles kommen und gehen sehen, Meere, Gletscher, viele dumme Tiere und dumme Menschen, deren Tod an ihm auf Iaferln vermerkt ist.

Dabei ist er harmlos gegen das, was sich vor ihm ausbreitet, weiter hinten ist der Grossvenediger und der Hochfeiler, und man kann hier bequem mit Blick auf diese Titanen bestellen und essen, gar nicht schlecht übrigens, hinter Glas im Warmen. Kuschelschauder, wenn man so will.

Und dann wieder runter. Den angenehmeren Weg, nicht die Abgründe, von denen der Berg viele hat.

Unten sind die 18 Grad dann tetsächlich wieder 18 Grad. Warum also? Keine Ahnung. Manche gehen auf den berg, andere ins Büro, wieder andere bleiben daheim.
donalphons, 01:54h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 25. Oktober 2011
Kleine Runde bis um 6
Solange es eben noch geht, ausserdem ist morgen ohnehin Sport angesagt: Bergsteigen. Ein wenig Bewegung ist gut.











Daheim dann genug Bastelmaterial für den Winter. Und gute Geschäfte im Frühling, wenn alle das suchen, was heute jeder verschleudert.











Daheim dann genug Bastelmaterial für den Winter. Und gute Geschäfte im Frühling, wenn alle das suchen, was heute jeder verschleudert.
donalphons, 01:35h
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Liebe Piraten
nicht weinen. Dass der Spiegel die letzte Dreckhaltestelle vor der Höllenausfahrt zur Bild ist, versteht man irgendwann und greift das Pack nur noch mit der Kneifzange an.
donalphons, 17:57h
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Wein! Alkohol! Umdrehungen!
Ich persönlich finde es ja eine Sünde, so etwas Schönes wie eine Weintraubenrebe zu entstielen und zu zerquetschen. Wenig in der Natur ist so hübsch, und mit einem Stück Pecorino - unvergleichlich.
Grossbild
Aber die Leser fordern oft, zu oft Alkohol, und weil ich davin nichts verstehe, habe ich Christoph Raffelt gebeten, bei der FAZ einen Gastbeitrag zum Thema zu schreiben. Da habt Ihr Euren Willen.
Grossbild
Aber die Leser fordern oft, zu oft Alkohol, und weil ich davin nichts verstehe, habe ich Christoph Raffelt gebeten, bei der FAZ einen Gastbeitrag zum Thema zu schreiben. Da habt Ihr Euren Willen.
donalphons, 17:46h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 24. Oktober 2011
Herbstgeschwindigkeit
Das ist so die Jahreszeit, in der man es nicht übertreiben sollte, denn im Winter will man nicht zwangsläufig gerne auch noch Probleme mit der Gesundheit haben. Eher mal einen Gang runterschalten. Ein langsameres Rad fahren und eine kleinere Runde drehen. Einkaufen für das Daheimbleiben. Glücklich im Alter wird man nur, wenn man nicht dumm jung stirbt - auch das ist so eine Lektion aus dem Sommer dieses Jahres.


donalphons, 01:43h
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Der tote Markt
Themen kommen, Themen gehen.
Eines der Themen, die momentan keine Rolle mehr spielen, ist der Kauf von Silber. Naja, werden manche vielleicht sagen, da wurde doch schon in den letzten 10 Jahren so viel angeschafft. Das verbraucht sich nicht. Das muss nicht mehr sein. Man kann nicht aus acht Kannen gleichzeitig trinken.
Das Problem ist ein anderes: Es ist einfach zu teuer geworden. Nicht nur für mich, sondern allgemein. Silberbesteck ist eine Form des Überflusses und keine Notwendigkeit. Man kauft es, wenn man gern Geld ausgibt und es halbwegs günstig bekommt. Aber momentan wird gespart, und Silberhändler kennen den immer noch hohen Materialwert., Mit dem Ergebnis, dass allein der Materialwert zu hoch ist, um noch Käufer anzusprechen.

Der Händler kann also den Buchwert dieser 120 Gramm Silber nicht durch den Verkauf von Messern erzielen. Aber wenn er es zum Silberschmelzen bringt, verliert er ebenfalls einen Teil dieses Buchwerts. Die Folge ist, dass momentan Silber ziemlich genau zum Materialwert angeboten wird. Das lohnt sich nicht für die Einschmelzer, und für die normale Kundschaft ist es immer noch zu teuer. Und so bleibt es liegen, bis einer kommt, der jemanden kennt, deren Initialen genau passen. Dann - Weihnachten naht - sieht das schon etwas anders aus. Dann sind es in vier Wochen die ersten Silberstücke, die an einen Kunden gehen.
Man sagt gemeinhin, dass Märkte effektiv seien, aber das muss im Kleinen nicht stimmen. Die Suche nach Sicherheiten sorgt nicht für einen Markt, sondern für das Austrocknen desselben. Und der Frage des Händlerrs, ob man die Messer einzuschmelzen gedenke. Das nämlich machen jene, die es billig genug bekommen und auf weitere Wertsteigerungen setzen. Obwohl sie wissen müssten, dass man Buchwerte erst mal realisieren muss.

Ich will lieber gar nicht wissen, was momentan alles so in die Schmelze geht, was Erben bei den Ankäufern abliefern. Es dürfte die nächste grosse Runde der Vernichtung nach den 70er Jahren sein, und dafür gibt es: Geld. Das Zeug, das sie jetzt alle zwei, drei Wochen gerettet haben. Das Zeug, das sie zum Löschen der Griechenkrise brauchen, die plötzlich auch mehr als 400 Milliarden kosten kann. Das Zeug, das im Rettungsschirm steckt und dann weg ist, noch bevor man es hebeln kann. Das Zeug, das sie dann drucken werden. Das Zeug, das bei Banken in den Büchern steht, die man auch diesmal nicht verstaatlichen wird.
Aber wenn es so kommt, sind wenigstens schöne Frühstücksmesser vorhanden. Und vielleicjht auch ein gutes Buch zum Ablegen auf dem Beistelltischchen. Auch die Wohnung am Tegernsee bekommt schliesslich etwas geschenkt.
Eines der Themen, die momentan keine Rolle mehr spielen, ist der Kauf von Silber. Naja, werden manche vielleicht sagen, da wurde doch schon in den letzten 10 Jahren so viel angeschafft. Das verbraucht sich nicht. Das muss nicht mehr sein. Man kann nicht aus acht Kannen gleichzeitig trinken.
Das Problem ist ein anderes: Es ist einfach zu teuer geworden. Nicht nur für mich, sondern allgemein. Silberbesteck ist eine Form des Überflusses und keine Notwendigkeit. Man kauft es, wenn man gern Geld ausgibt und es halbwegs günstig bekommt. Aber momentan wird gespart, und Silberhändler kennen den immer noch hohen Materialwert., Mit dem Ergebnis, dass allein der Materialwert zu hoch ist, um noch Käufer anzusprechen.

Der Händler kann also den Buchwert dieser 120 Gramm Silber nicht durch den Verkauf von Messern erzielen. Aber wenn er es zum Silberschmelzen bringt, verliert er ebenfalls einen Teil dieses Buchwerts. Die Folge ist, dass momentan Silber ziemlich genau zum Materialwert angeboten wird. Das lohnt sich nicht für die Einschmelzer, und für die normale Kundschaft ist es immer noch zu teuer. Und so bleibt es liegen, bis einer kommt, der jemanden kennt, deren Initialen genau passen. Dann - Weihnachten naht - sieht das schon etwas anders aus. Dann sind es in vier Wochen die ersten Silberstücke, die an einen Kunden gehen.
Man sagt gemeinhin, dass Märkte effektiv seien, aber das muss im Kleinen nicht stimmen. Die Suche nach Sicherheiten sorgt nicht für einen Markt, sondern für das Austrocknen desselben. Und der Frage des Händlerrs, ob man die Messer einzuschmelzen gedenke. Das nämlich machen jene, die es billig genug bekommen und auf weitere Wertsteigerungen setzen. Obwohl sie wissen müssten, dass man Buchwerte erst mal realisieren muss.

Ich will lieber gar nicht wissen, was momentan alles so in die Schmelze geht, was Erben bei den Ankäufern abliefern. Es dürfte die nächste grosse Runde der Vernichtung nach den 70er Jahren sein, und dafür gibt es: Geld. Das Zeug, das sie jetzt alle zwei, drei Wochen gerettet haben. Das Zeug, das sie zum Löschen der Griechenkrise brauchen, die plötzlich auch mehr als 400 Milliarden kosten kann. Das Zeug, das im Rettungsschirm steckt und dann weg ist, noch bevor man es hebeln kann. Das Zeug, das sie dann drucken werden. Das Zeug, das bei Banken in den Büchern steht, die man auch diesmal nicht verstaatlichen wird.
Aber wenn es so kommt, sind wenigstens schöne Frühstücksmesser vorhanden. Und vielleicjht auch ein gutes Buch zum Ablegen auf dem Beistelltischchen. Auch die Wohnung am Tegernsee bekommt schliesslich etwas geschenkt.
donalphons, 01:43h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 23. Oktober 2011
Assi-Union halt die dreckige Fresse
zum Thema Urheberrecht, verstanden?
donalphons, 01:42h
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Wos es gebrocht hod.
Was macht man eigentlich mit den Computern und Festplatten von Verstorbenen? Schaut man da nochmal rein? Hebt man das auf? In den Monaten und Jahren nach dem Tod als Netzperson werden die online verfügbaren Dateien verschwinden, nach und nach, und nach 10 Jahren sollte das meiste vergessen und verschwunden sein. Aber die Daten auf den Speichermedien. Was macht man damit?
Ich hatte ungefähr 5 Jahre das, was man als Stalker bezeichnen kann. Nicht wirklich obsessiv, aber da war immer jemand, der alles gelesen hat. Das ist in meinem Fall eine Menge und vermutlich wirklich ätzend, wenn man das entweder doof findet, oder gleich hassenswert. Ich lese mein Zeug ja nur durch, wenn es für die FAZ ist, und vergesse es nach ein paar Tagen wieder. Der Stalker dagegen hat es nicht nur gelesen, sondern auch aufgehoben. Er durchsuchte es, er erinnerte sich besser als ich, und weil ich die Kunstfigur auch nicht perfekt gestalten kann, sind ihm auch kleine, bedeutungslose Fehler aufgefallen.
Unabhängig davon war er auch über mein reales Leben erstaunlich gut informiert. Sicher, ab und zu bekam ich es mit, wenn er Informationen sammelte. So bedeutend, dass alle immer über mich reden, bin ich auch nicht, man muss schon bohren, zumal auch viele Kontakte in den letzten Jahren abgerissen sind - man sollte zum Beispiel in gewissen Kreisen nicht sagen, dass man mit mir zu tun hat. Das ist gut für das Feindbild, aber schlecht für die Informationsgewinnung. Wenn ich es wieder einmal bemerkt habe, dass da wer in meinem Umfeld schnüffelte, schrieb ich hier Dinge, von denen ich wusste, dass er sie hassen würde. Oder ich liess etwas einfliessen, um ihm zu zeigen: Ich weiss, was Du tust.

Solche Dinge gab es in den letzten 10 Jahren öfters. Bei Dotcomtod sowieso, bei den Rechten rund um PI natürlich auch und bei diversen Gruppen der deutschen Bloggerei. Es wurden Watchblogs und Fakeaccounts angelegt, man kommentierte als ich und beschaffte sich Nicks wie Don AIphonso mit einem grossen i statt kleinem L. Man gewöhnt sich nicht nur an die Öffentlichkeit, sondern auch an die Beobachtung. Man legt vergiftete Köder aus. Man sagt: Wenn der Dich was fragt, sag ihm doch. Oder erzählt etwas und vertraut darauf, dass es dann dort ankommt. Und freut sich narrisch, wenn bald darauf passende Suchanfragen reinkommen. Und man noch was drauf setzen kann. Er hatte ein Bild und suchte nach Möglichkeiten, es zu erweitern. Das war nicht klug, aber ich habe es ihm erlaubt. Es ist sehr schwer, auch für mich, hier zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden. Dieses Blog hat manchmal mehr als nur einen Boden. Manches habe ich aber lieber erst mal weggelassen. Einmal, ein einziges Mal kam er mir wirklich nahe, aber dann auch wieder so nahe, dass hier der Beitrag schon fertig war, um ihn zu outen.
Das ist jetzt nicht mehr nötig. Der Stalker ist weg. Ich kann ihn auch nicht mehr fragen, was ihn denn eigentlich getrieben hat: Man kann mich persönlich schlecht vorführen oder belangen, mein Leben ist eher ereignislos, und meine Vergnügungen sind höchst banal. Mein Umfeld ist vergleichsweise spiessig, da hätte man bei ihm weitaus lustigere Sachen vortragen können. Ich bin nicht käuflich, ich habe klare Präferenzen für klug aussehende Frauen mit Perlenketten, die andere vielleicht als "Sekretärinnentypus" beleidigen würden, ich habe ein paar Spleens, aber nichts, was man als "Abgrund" bezeichnen könnte. Ich bin in ein paar Punkten sehr empfindlich, aber bei Themen wie "Hintergangen werden" ist das normal. Ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich esse kein Fleisch und keine Drogen, ich trenne den Müll und blinke beim Abbiegen. Was zur Hölle erhofft sich jemand, bei mir letztlich zu finden? Staubfusseln? Dass ich öfter abwaschen könnte? Nackte Frauen auf dem Rechner. kann sein, bei Lot-issimo schaue ich nir jede Leichtbekleidete des 18. Jahrhunderts an. In meiner Küche hängt sogar ein Bacchanal mit Kindern, die abgfefüllt werden, aus dem 19. Jahrhundert. Und meine Katze heisst nach einer Frau, die mich nicht wollte. Schrecklich.

Das Geheimnis seines Antriebs hat er nicht mitgenommen, es ist vermutlich irgendwo abgespeichert. Hat er eine Versionsabfolge besessen? Bis vor vier Jahren stand dort, ich wäre ein armer Schlucker, ein Borderliner und würde vieles einfach erfinden. Irgendwann war das nicht mehr aufrecht zu erhalten. Er fragte in meinem Umfeld, ob das denn wirklich stimme mit dem Tegernsee. Das mit dem "Borderline" bekam eine andere Ausrichtung, hörte ich hin und wieder. Man kennt ja immer jemanden, der einen kennt. Informationen fliessen in beide Richtungen. Und man kann sich an so etwas leichter gewöhnen als an den Irrsinn, den ich hier ab und zu in der Post finde. Man weiss, mit wem man es zu tun hat. Und es ist auch nicht so, dass jemand, der in meinen Augen ein Stalker ist, bei anderen nicht einfach nur gut informiert sein kann. Wobei es schon ein, offen gesagt, kaputter Zeitvertreib ist. Rennradschrauben ist besser für die Welt.
Ob er davon träumte, irgendwann etwas zu finden, was er öffentlich verwenden konnte? Vermutlich, es gibt so Hinweise. Dabei ist vieles, was früher relevant war, inzwischen weg. Adnation ist verkauft, Blogwerbung ist gescheitert, Konferenzblogger sind Vergangenheit, mutmassliche Stars erwiesen sich im realen Leben als Versager, Projekte zerbrachen, Digitale Gesellschaft kann nach der ausbleibenden rot-grünen Regierung in Berlin einpacken, und was bleibt, ist nicht so, dass man es seinen Kindern oder Freunden empfehlen möchte. In meinen Augen war die deutsche Wired der Grabstein auf dem Unwesen, das für einen Opel Astra und ein paar Tage in einer schlecht organisierten Brause-WG plötzlich alles zu tun bereit war. Der Rest findet ohne sie statt, die Leitmedien heissen längst fefe und feynsinn, es gibt die Piraten und den CCC, und eine Hoffnung bei manchen, dass man das Internetmanifest, das man als zentraler Eckpfeiler unterschrieb, doch bitte vergessen möchte.

Es gibt den Begriff vom "Gnädigen Vergessen", aber im Tod, der die Speicher löscht, ist keine Gnade und keine Nachsicht. Es gibt daraus keine Lehre, als vielleicht die, das Leben in Schönheit zu nehmen und in Nichtgefallen beiseite zu lassen; nachträglich bedaure ich jeden Moment, den ich mit der Sache vertan habe, denn wie man sieht, muss man am Ende alle, ihn, sein Umfeld und mich fragen:
Und, wos hod es Eich gebrocht?
Nix hod es gebrocht.
Ich hatte ungefähr 5 Jahre das, was man als Stalker bezeichnen kann. Nicht wirklich obsessiv, aber da war immer jemand, der alles gelesen hat. Das ist in meinem Fall eine Menge und vermutlich wirklich ätzend, wenn man das entweder doof findet, oder gleich hassenswert. Ich lese mein Zeug ja nur durch, wenn es für die FAZ ist, und vergesse es nach ein paar Tagen wieder. Der Stalker dagegen hat es nicht nur gelesen, sondern auch aufgehoben. Er durchsuchte es, er erinnerte sich besser als ich, und weil ich die Kunstfigur auch nicht perfekt gestalten kann, sind ihm auch kleine, bedeutungslose Fehler aufgefallen.
Unabhängig davon war er auch über mein reales Leben erstaunlich gut informiert. Sicher, ab und zu bekam ich es mit, wenn er Informationen sammelte. So bedeutend, dass alle immer über mich reden, bin ich auch nicht, man muss schon bohren, zumal auch viele Kontakte in den letzten Jahren abgerissen sind - man sollte zum Beispiel in gewissen Kreisen nicht sagen, dass man mit mir zu tun hat. Das ist gut für das Feindbild, aber schlecht für die Informationsgewinnung. Wenn ich es wieder einmal bemerkt habe, dass da wer in meinem Umfeld schnüffelte, schrieb ich hier Dinge, von denen ich wusste, dass er sie hassen würde. Oder ich liess etwas einfliessen, um ihm zu zeigen: Ich weiss, was Du tust.

Solche Dinge gab es in den letzten 10 Jahren öfters. Bei Dotcomtod sowieso, bei den Rechten rund um PI natürlich auch und bei diversen Gruppen der deutschen Bloggerei. Es wurden Watchblogs und Fakeaccounts angelegt, man kommentierte als ich und beschaffte sich Nicks wie Don AIphonso mit einem grossen i statt kleinem L. Man gewöhnt sich nicht nur an die Öffentlichkeit, sondern auch an die Beobachtung. Man legt vergiftete Köder aus. Man sagt: Wenn der Dich was fragt, sag ihm doch. Oder erzählt etwas und vertraut darauf, dass es dann dort ankommt. Und freut sich narrisch, wenn bald darauf passende Suchanfragen reinkommen. Und man noch was drauf setzen kann. Er hatte ein Bild und suchte nach Möglichkeiten, es zu erweitern. Das war nicht klug, aber ich habe es ihm erlaubt. Es ist sehr schwer, auch für mich, hier zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden. Dieses Blog hat manchmal mehr als nur einen Boden. Manches habe ich aber lieber erst mal weggelassen. Einmal, ein einziges Mal kam er mir wirklich nahe, aber dann auch wieder so nahe, dass hier der Beitrag schon fertig war, um ihn zu outen.
Das ist jetzt nicht mehr nötig. Der Stalker ist weg. Ich kann ihn auch nicht mehr fragen, was ihn denn eigentlich getrieben hat: Man kann mich persönlich schlecht vorführen oder belangen, mein Leben ist eher ereignislos, und meine Vergnügungen sind höchst banal. Mein Umfeld ist vergleichsweise spiessig, da hätte man bei ihm weitaus lustigere Sachen vortragen können. Ich bin nicht käuflich, ich habe klare Präferenzen für klug aussehende Frauen mit Perlenketten, die andere vielleicht als "Sekretärinnentypus" beleidigen würden, ich habe ein paar Spleens, aber nichts, was man als "Abgrund" bezeichnen könnte. Ich bin in ein paar Punkten sehr empfindlich, aber bei Themen wie "Hintergangen werden" ist das normal. Ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich esse kein Fleisch und keine Drogen, ich trenne den Müll und blinke beim Abbiegen. Was zur Hölle erhofft sich jemand, bei mir letztlich zu finden? Staubfusseln? Dass ich öfter abwaschen könnte? Nackte Frauen auf dem Rechner. kann sein, bei Lot-issimo schaue ich nir jede Leichtbekleidete des 18. Jahrhunderts an. In meiner Küche hängt sogar ein Bacchanal mit Kindern, die abgfefüllt werden, aus dem 19. Jahrhundert. Und meine Katze heisst nach einer Frau, die mich nicht wollte. Schrecklich.

Das Geheimnis seines Antriebs hat er nicht mitgenommen, es ist vermutlich irgendwo abgespeichert. Hat er eine Versionsabfolge besessen? Bis vor vier Jahren stand dort, ich wäre ein armer Schlucker, ein Borderliner und würde vieles einfach erfinden. Irgendwann war das nicht mehr aufrecht zu erhalten. Er fragte in meinem Umfeld, ob das denn wirklich stimme mit dem Tegernsee. Das mit dem "Borderline" bekam eine andere Ausrichtung, hörte ich hin und wieder. Man kennt ja immer jemanden, der einen kennt. Informationen fliessen in beide Richtungen. Und man kann sich an so etwas leichter gewöhnen als an den Irrsinn, den ich hier ab und zu in der Post finde. Man weiss, mit wem man es zu tun hat. Und es ist auch nicht so, dass jemand, der in meinen Augen ein Stalker ist, bei anderen nicht einfach nur gut informiert sein kann. Wobei es schon ein, offen gesagt, kaputter Zeitvertreib ist. Rennradschrauben ist besser für die Welt.
Ob er davon träumte, irgendwann etwas zu finden, was er öffentlich verwenden konnte? Vermutlich, es gibt so Hinweise. Dabei ist vieles, was früher relevant war, inzwischen weg. Adnation ist verkauft, Blogwerbung ist gescheitert, Konferenzblogger sind Vergangenheit, mutmassliche Stars erwiesen sich im realen Leben als Versager, Projekte zerbrachen, Digitale Gesellschaft kann nach der ausbleibenden rot-grünen Regierung in Berlin einpacken, und was bleibt, ist nicht so, dass man es seinen Kindern oder Freunden empfehlen möchte. In meinen Augen war die deutsche Wired der Grabstein auf dem Unwesen, das für einen Opel Astra und ein paar Tage in einer schlecht organisierten Brause-WG plötzlich alles zu tun bereit war. Der Rest findet ohne sie statt, die Leitmedien heissen längst fefe und feynsinn, es gibt die Piraten und den CCC, und eine Hoffnung bei manchen, dass man das Internetmanifest, das man als zentraler Eckpfeiler unterschrieb, doch bitte vergessen möchte.

Es gibt den Begriff vom "Gnädigen Vergessen", aber im Tod, der die Speicher löscht, ist keine Gnade und keine Nachsicht. Es gibt daraus keine Lehre, als vielleicht die, das Leben in Schönheit zu nehmen und in Nichtgefallen beiseite zu lassen; nachträglich bedaure ich jeden Moment, den ich mit der Sache vertan habe, denn wie man sieht, muss man am Ende alle, ihn, sein Umfeld und mich fragen:
Und, wos hod es Eich gebrocht?
Nix hod es gebrocht.
donalphons, 01:37h
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