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Donnerstag, 15. November 2012
Generalstreik
in Italien, in Spanien, in Portugel und Belgien, die Leute haben es satt. Und auch am Tegernsee hat so ziemlich alles und jeder jede Arbeit niedergelegt.



Beinahe hätte ich Grad, Blätter und Wurzeln essen müssen, und mit einem Schluck Seewasser nachspülen. Zum Glück gibt es dann doch noch einen italienischen Streikbrecher. Wobei die das hier schonend nicht Streik nennen, sondern nur Betriebsurlaub und normale Vermögende an einem normalen Werktag.



Im Ernst, wenn man eine Weile am Tegernsee ist und sich vorstellt, wie die Jugend gerade unter dem Nebel schuftet, um die Rente und Rendite zu bezahlen, für jene, die hier sitzen - da könnten einem schon Umsturzgedanken kommen. Aber, das ist das Gute, es sieht ja keiner. So ist das. Das Alter ist im Licht, und die Schönheit eingesperrt unter Neonröhren.



Am See werden ausgenommene Fische geräuchert, was ein sehr hübsches Symbolbild für diese Welt ist - danach kommen dann die Kunden vom Leeberg, für morgen, denn am Freitag isst man Fisch. Ich verstehe schon, warum die in Greichenland streiken. Jeder verweigert sich auf seine Weise, nur die Ausgenommenen, die an der Stange des Berufslebens stecken, können das nicht mehr.



Aber mei. Die Sonne geht für die einen unter, die anderen fahren weiter hoch und bestellen noch einen Apfelstrudel mit vainillesosse und streicheln die Katze. Cafe Bergschwalbe, das sollten Sie sich merken, falls Sie mal etwas Güstiges mit grandiosem Seeblick am See suchen. Man kann ja nicht immer nur streiken.



Beinahe hätte ich Grad, Blätter und Wurzeln essen müssen, und mit einem Schluck Seewasser nachspülen. Zum Glück gibt es dann doch noch einen italienischen Streikbrecher. Wobei die das hier schonend nicht Streik nennen, sondern nur Betriebsurlaub und normale Vermögende an einem normalen Werktag.



Im Ernst, wenn man eine Weile am Tegernsee ist und sich vorstellt, wie die Jugend gerade unter dem Nebel schuftet, um die Rente und Rendite zu bezahlen, für jene, die hier sitzen - da könnten einem schon Umsturzgedanken kommen. Aber, das ist das Gute, es sieht ja keiner. So ist das. Das Alter ist im Licht, und die Schönheit eingesperrt unter Neonröhren.



Am See werden ausgenommene Fische geräuchert, was ein sehr hübsches Symbolbild für diese Welt ist - danach kommen dann die Kunden vom Leeberg, für morgen, denn am Freitag isst man Fisch. Ich verstehe schon, warum die in Greichenland streiken. Jeder verweigert sich auf seine Weise, nur die Ausgenommenen, die an der Stange des Berufslebens stecken, können das nicht mehr.



Aber mei. Die Sonne geht für die einen unter, die anderen fahren weiter hoch und bestellen noch einen Apfelstrudel mit vainillesosse und streicheln die Katze. Cafe Bergschwalbe, das sollten Sie sich merken, falls Sie mal etwas Güstiges mit grandiosem Seeblick am See suchen. Man kann ja nicht immer nur streiken.
donalphons, 11:28h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 15. November 2012
Bedingungsloser Grundbesitz
Ich halte bekanntlich überhaupt nichts von der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. In der Theorie soll es helfen, Arbeit sinnvoll zu gestalten und Angst zu bekämpfen, in der Praxis wird der Arbeitende eher der Blöde sein.
Wovon ich aber sehr viel halte, ist der bedingungslose Grundbesitz. Ich glaube, die Welt wäre eine bessere, wenn a) jeder Anlass hätte, sich um seinen Besitz zu kümmern und b) was Arbeit angeht nicht bei jedem Streit vor der Frage steht, wie er die Miete weiter bezahlen soll. Die Angst, obdachlos zu werden, treibt viele Menschen um, und sie macht sie zu Stützen von Systemen, die eigentlich Kritik, Unruhe und Störung dringend bräuchten. Für das System mag es im ersten Moment gut sein, weil es gern stabil bleibt, aber langfristig sind die Rahmenbedingungen sehr instabil - da sollte man sich besser anpassen.
Die Frage, um die meine Gedanken weiter kreisen, neben ganz nah liegenden Dingen wie Vertrauen, Leistungsgerechtigkeit und Daseinsfortgang, lautet in etwa: Wie gestaltet man das Leben so, dass es genug Grund für eine gerechte Arbeit gibt, aber wenig Möglichkeiten, das System auszunutzen. Ein BGE, zusammen mit unvermeidlicher Schwarzarbeit, wäre nicht gut. Aber ein Eigenbesitz, der einen nicht voll und ganz und auf immr ausliefert: Der hat schon was. Das ist, zumindest bei mir, die Basis für meine Lebensoptionen. Vieles zu können, aber nicht alles zu müssen. Grenzen zu ziehen. Eventuell einen gewissen Preis zahlen, aber dennoch das meiste behalten zu können. Früher war an der Stelle die Arbeitslosen- und eventuell auch die Rentenversicherung, heute ist da wenig, wenn man es sich nicht selbst beschafft. Aber dieses Wissen - Ihr kriegt mich nicht aus meinen xx0-Quadratmetern, und ich muss auch keinen Vermieter bei Laune halten - das ist gut. Und vielleicht auch ein Grund für den aktuellen Drang zum Beton.
Bei denen, die es sich leisten können. Bei wenig überraschend vielen Internetzlern sieht das anders aus, die neigen eher dazu, alles zu reduzieren. Eine Bibliothek im Mobilgerät, die Plattensammlung in der Cloud, die Daten auf der Festplatte und die Briefe im Internet: Das Um- und Ausziehen verliert viel von seinem Schrecken, wenn man alles in einem Koffer mitnehmen kann. Mit Instantnudeln braucht man keinen Herd und keinen Topf, die Möbel least man von Ikea - auch das reduziert Ängste. Man duckt sich weg. Man macht sich leicht. Man erklärt den Ballast zum Feind, und wenn man heute an Stelle A scheitert, geht man einfach weiter zu Stelle B. Ausfechten, das lohnt sich im Gegensatz zum Mitnehmen nicht. Manche sind illoyal durch Angst und Schweigen, andere durch Gleichgültigkeit und Wechsel.
Im Ergenis entsteht dabei so ein Scheinmut der immer neuen Herausforderungen. So kann man aber kein Land betreiben, keine Firma und keine Zeitung. Wenn die einen nur Angst haben und nichts sagen, und die anderen nichts sagen und morgen wonanders sind, fehlt der innere Zusammenhalt. Es gibt schon gute Gründe, warum die besonders gut kaufende Automarke mit der angeblich so hohen Qualität aus einer Region stammt, in der viele ein Haus wollen. Intern werden Vorschlagssysteme gepflegt, mit Bitte um Anregung und Kritik. Ich glaube nicht, dass man ein Auto bauen kann, wie Medien gemeinhin so gemacht werden. Aber ich glaunbe sehr wohl, dass man durchaus in den Medien so arbeiten und entwickeln könnte, wie man das bei Autos zusammen mit Leuten macht, die wissen, was sie tun, und loyal sind, weil man loyal zu ihnen ist. Die bauen dann ein Haus. Vielleicht sogar ohne jeden Hintergedanken, wenn die Firma gut ist.
Wovon ich aber sehr viel halte, ist der bedingungslose Grundbesitz. Ich glaube, die Welt wäre eine bessere, wenn a) jeder Anlass hätte, sich um seinen Besitz zu kümmern und b) was Arbeit angeht nicht bei jedem Streit vor der Frage steht, wie er die Miete weiter bezahlen soll. Die Angst, obdachlos zu werden, treibt viele Menschen um, und sie macht sie zu Stützen von Systemen, die eigentlich Kritik, Unruhe und Störung dringend bräuchten. Für das System mag es im ersten Moment gut sein, weil es gern stabil bleibt, aber langfristig sind die Rahmenbedingungen sehr instabil - da sollte man sich besser anpassen.
Die Frage, um die meine Gedanken weiter kreisen, neben ganz nah liegenden Dingen wie Vertrauen, Leistungsgerechtigkeit und Daseinsfortgang, lautet in etwa: Wie gestaltet man das Leben so, dass es genug Grund für eine gerechte Arbeit gibt, aber wenig Möglichkeiten, das System auszunutzen. Ein BGE, zusammen mit unvermeidlicher Schwarzarbeit, wäre nicht gut. Aber ein Eigenbesitz, der einen nicht voll und ganz und auf immr ausliefert: Der hat schon was. Das ist, zumindest bei mir, die Basis für meine Lebensoptionen. Vieles zu können, aber nicht alles zu müssen. Grenzen zu ziehen. Eventuell einen gewissen Preis zahlen, aber dennoch das meiste behalten zu können. Früher war an der Stelle die Arbeitslosen- und eventuell auch die Rentenversicherung, heute ist da wenig, wenn man es sich nicht selbst beschafft. Aber dieses Wissen - Ihr kriegt mich nicht aus meinen xx0-Quadratmetern, und ich muss auch keinen Vermieter bei Laune halten - das ist gut. Und vielleicht auch ein Grund für den aktuellen Drang zum Beton.
Bei denen, die es sich leisten können. Bei wenig überraschend vielen Internetzlern sieht das anders aus, die neigen eher dazu, alles zu reduzieren. Eine Bibliothek im Mobilgerät, die Plattensammlung in der Cloud, die Daten auf der Festplatte und die Briefe im Internet: Das Um- und Ausziehen verliert viel von seinem Schrecken, wenn man alles in einem Koffer mitnehmen kann. Mit Instantnudeln braucht man keinen Herd und keinen Topf, die Möbel least man von Ikea - auch das reduziert Ängste. Man duckt sich weg. Man macht sich leicht. Man erklärt den Ballast zum Feind, und wenn man heute an Stelle A scheitert, geht man einfach weiter zu Stelle B. Ausfechten, das lohnt sich im Gegensatz zum Mitnehmen nicht. Manche sind illoyal durch Angst und Schweigen, andere durch Gleichgültigkeit und Wechsel.
Im Ergenis entsteht dabei so ein Scheinmut der immer neuen Herausforderungen. So kann man aber kein Land betreiben, keine Firma und keine Zeitung. Wenn die einen nur Angst haben und nichts sagen, und die anderen nichts sagen und morgen wonanders sind, fehlt der innere Zusammenhalt. Es gibt schon gute Gründe, warum die besonders gut kaufende Automarke mit der angeblich so hohen Qualität aus einer Region stammt, in der viele ein Haus wollen. Intern werden Vorschlagssysteme gepflegt, mit Bitte um Anregung und Kritik. Ich glaube nicht, dass man ein Auto bauen kann, wie Medien gemeinhin so gemacht werden. Aber ich glaunbe sehr wohl, dass man durchaus in den Medien so arbeiten und entwickeln könnte, wie man das bei Autos zusammen mit Leuten macht, die wissen, was sie tun, und loyal sind, weil man loyal zu ihnen ist. Die bauen dann ein Haus. Vielleicht sogar ohne jeden Hintergedanken, wenn die Firma gut ist.
donalphons, 00:47h
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10 Gründe: Die Schramm soll abschicken!
Fefe hat es den Piraten gesagt.
Malte Welding hat es den Piraten gesagt.
Melanie Mühl hat einen langen und grossen Beitrag geschrieben und es den Piraten gesagt.
Und ich habe es auch oft gesagt:
Ihr solltet Julia Schramm kein Parteiamt geben.
Nun ja, sie haben es doch getan, um eine andere Frau zu verhindern, und weil die Berliner Kamarilla es so wollte, und weil es spät war und Julia Schramm auch genug Penetranz hatte, sich wieder und wieder zu bewerben, bis sie eben Beisitzerin wurde, und man dann auch so etwas wie einen Erfolg für den Kegelklub vermelden konnte. Dann kamen ein paar kleine Fails, die angesichts von Johannes Ponader gar nicht aufgefallen sind, ein riesiger Fail mit ihrem Buch auf mehreren Ebenen, die Beschimpfung der eigenen Parteimitglieder als Mob, und dann war keine Rede mehr davon, dass sie genug Geld habe und den Willen, den Job ein Jahr lang zu machen, sondern nur noch von Pause und dann von Rücktritt vom Amt. Kurz, es kam alles ganz anders, und den eigentlichen Schadensanrichter Ponader hatten wir Mahner erst gar nicht auf dem Schirm.
Und jetzt auch noch das:
mein austritssschreiben liegt im Draftordner
Das war die Frau, die vor einem halben Jahr ernsthaft die Vorsitzende der Piratenpartei werden wollte, und einige haben sogar dafür gestimmt. Dabei wusste man doch, wie schnell Frau Schramm mal dies und mal jenes sagt, gestern Urheberrecht bäh und morgen Vorschuss, früher Jungliberale und dann doch Kommunistin, erst Spackeria und dann Datenschutz - und nach dem Amt eben der bislang nur angedrohte Austritt.
Um die Sache zu beschleunigen, hier 10 gute Gründe, Nägel mit Köpfen und Themen zu machen:
1. Wer heute geht, muss sich morgen keine Vorwürfe mehr anhören, die Partei ruiniert zu haben.
2. Ganz im Gegenteil, man kann unbelastet den anderen die Schuld für kommende Wahlergebnisse geben.
3. Da ist immer noch das Risiko, dass man für Spenden angequatscht wird, und das kann teuer werden.
4. Je schneller man beim einen nichts werdenden Fleischtopf hinwirft, kann man sich anderen Fleischtöpfen zuwenden.
5. Irgendeine Talkshow (Berlin Tag und Nacht, taff, Dschungelcamp) wird einen dann sicher einladen, um mal so richtig den Piraten was mitzugeben.
6. Vielleicht hat Bertelsmann ja auch noch Interesse an einem Skandalbuch aus der Vorstandsarbeit a la "Der Untergang".
7. Die Piraten wissen doch gar nicht, was so eine Chaneltasche ist, egal ob echt oder nur so echt wie ein Post edit von Julia Schramm.
8. Es erspart scheussliche Reisen nach Bochum und Neumarkt in der Oberpfalz, wo fiese Bayern wohnen.
9. Endlich wieder ungestört mit Heideggersubbasiswissen lange Texte schreiben und erklären, warum all die Sexisten die Quote brauchen.
10. Endlich Zeit für ein queerfeministisches Projekt mit Nadine Lantzsch zu Abwehr von Mohrenlampen.
Es ist nur ein Knopfdruck. Und dann ist alles gut. Die Piratenpartei wird es als Splittergruppierung, die sie geworden ist, überleben. Spätere Generationen werden sagen: Äh, Piraten, war das nicht diese subversive, aber erfolglose Werbeaktion für so ein Klickbuch, die von diesem Poander eingefädelt wurde?
Malte Welding hat es den Piraten gesagt.
Melanie Mühl hat einen langen und grossen Beitrag geschrieben und es den Piraten gesagt.
Und ich habe es auch oft gesagt:
Ihr solltet Julia Schramm kein Parteiamt geben.
Nun ja, sie haben es doch getan, um eine andere Frau zu verhindern, und weil die Berliner Kamarilla es so wollte, und weil es spät war und Julia Schramm auch genug Penetranz hatte, sich wieder und wieder zu bewerben, bis sie eben Beisitzerin wurde, und man dann auch so etwas wie einen Erfolg für den Kegelklub vermelden konnte. Dann kamen ein paar kleine Fails, die angesichts von Johannes Ponader gar nicht aufgefallen sind, ein riesiger Fail mit ihrem Buch auf mehreren Ebenen, die Beschimpfung der eigenen Parteimitglieder als Mob, und dann war keine Rede mehr davon, dass sie genug Geld habe und den Willen, den Job ein Jahr lang zu machen, sondern nur noch von Pause und dann von Rücktritt vom Amt. Kurz, es kam alles ganz anders, und den eigentlichen Schadensanrichter Ponader hatten wir Mahner erst gar nicht auf dem Schirm.
Und jetzt auch noch das:
mein austritssschreiben liegt im Draftordner
Das war die Frau, die vor einem halben Jahr ernsthaft die Vorsitzende der Piratenpartei werden wollte, und einige haben sogar dafür gestimmt. Dabei wusste man doch, wie schnell Frau Schramm mal dies und mal jenes sagt, gestern Urheberrecht bäh und morgen Vorschuss, früher Jungliberale und dann doch Kommunistin, erst Spackeria und dann Datenschutz - und nach dem Amt eben der bislang nur angedrohte Austritt.
Um die Sache zu beschleunigen, hier 10 gute Gründe, Nägel mit Köpfen und Themen zu machen:
1. Wer heute geht, muss sich morgen keine Vorwürfe mehr anhören, die Partei ruiniert zu haben.
2. Ganz im Gegenteil, man kann unbelastet den anderen die Schuld für kommende Wahlergebnisse geben.
3. Da ist immer noch das Risiko, dass man für Spenden angequatscht wird, und das kann teuer werden.
4. Je schneller man beim einen nichts werdenden Fleischtopf hinwirft, kann man sich anderen Fleischtöpfen zuwenden.
5. Irgendeine Talkshow (Berlin Tag und Nacht, taff, Dschungelcamp) wird einen dann sicher einladen, um mal so richtig den Piraten was mitzugeben.
6. Vielleicht hat Bertelsmann ja auch noch Interesse an einem Skandalbuch aus der Vorstandsarbeit a la "Der Untergang".
7. Die Piraten wissen doch gar nicht, was so eine Chaneltasche ist, egal ob echt oder nur so echt wie ein Post edit von Julia Schramm.
8. Es erspart scheussliche Reisen nach Bochum und Neumarkt in der Oberpfalz, wo fiese Bayern wohnen.
9. Endlich wieder ungestört mit Heideggersubbasiswissen lange Texte schreiben und erklären, warum all die Sexisten die Quote brauchen.
10. Endlich Zeit für ein queerfeministisches Projekt mit Nadine Lantzsch zu Abwehr von Mohrenlampen.
Es ist nur ein Knopfdruck. Und dann ist alles gut. Die Piratenpartei wird es als Splittergruppierung, die sie geworden ist, überleben. Spätere Generationen werden sagen: Äh, Piraten, war das nicht diese subversive, aber erfolglose Werbeaktion für so ein Klickbuch, die von diesem Poander eingefädelt wurde?
donalphons, 19:40h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 14. November 2012
Einschlafen
Stell Dir vor, Du schreibst drei Beiträge. Alle bekommen einen guten Lauf. Alle haben ein brandaktuelles Thema. Und jedes mal setzt Du noch eins drauf und wirst noch besser angeboten. 6600, 9600, 15600 mal werden Deine Beiträge angeklickt. Aufwachen, schreist Du Deine Leser an. Das ist superwichtig, relevant set, Seite eins, ganz gross.



Unter den 6600 sagt keiner was. Unter den 9600 sagt keiner was. Unter den 15600 sagt keiner was. Niemand. Was immer Du da angebrüllt hast, was immer Du im Klickweg gewesen bist: Es hat Dir nichts zu sagen. Es will nicht mit Dir reden. Es klickt, aber was es dann tut, wer weiss, vielleicht dreht ves nach dem ersten Satz schon wieder ab.



Dein Job ist die Vermittlung zwischen Kulturräumen, als vergleichbar meinem Job. Bei Dir ist es ein fernes Land, die komplexe Wissenschaft, eine seltsame Kunstform, bei mir eine den meisten sehr ferne und unerreichbare Klasse. Unsere Aufgaben ähneln sich, aber ich würde meine Leser nie so anbrüllen. Du bist ganz wichtig bei wichtigen Ereignissen, ich bin unbedeutender Beobachter von Dingen, die auf den ersten Blick bedeutungslos sind. Und wenn meine Beiträge nach 200 Besuchern so aussehen wie Dein Standard, bekomme ich schon die Krise und glaube, meine Leser verloren zu haben.



Und ich habe eine Krise. Gestern Abend habe ich im vollen Bewusstsein, an wer das geht und was das bedeuten kann, geschrieben, was ich möglicherweise bin: Alles andere als ein Heils- und Leserbringer, sondern nur eine Art Lampenputzer auf der Titanic, der dafür sorgt, dass die Kristalle so schön funkeln, wenn das Schiff gegen den Eisberg knallt. Dass mein Tun hübsch aussieht und keinerlei Bedeutung hat. Und in der Folge, dass es sinnlose Verschwendung ist. Solche Gedanken mache ich mir, ich kann sie nicht wegschieben, weder auf dem Rennrad beim Sonnenuntergang noch zwischen Nacht und Morgen. Dass ich mir alle Mühe vielleicht im Falschen gebe. Und dass ich auch noch schade, weil viele denken, so lange die Leuchter nur funkeln, wird schon alles gut - aber die Gefahr draussen in der Dunkelheit sieht man nicht. Ich habe gerade enorme Probleme - nicht durch meinen Job, da meine ich schon erreichen zu können, was mir wichtig erscheint. Aber mit dem Gesamtsystem und meiner Rolle.



Du aber hast keinen einzigen Kommentar. Oder mal einen auf 2000 Leser, wenn Dein Beitrag lang auf der Hauptseite steht. Du scheinst damit gut leben zu können. Du machst das immer wieder so, manchmal seit Monaten, oder auch seit Jahren und von Anfang an. Du füllst ein Blog. Es passiert so gut wie nichts. Und bei mir laufen welche auf und beschweren sich über die Identitäten meiner Autoren von zigtausend Kommentaren.
Ich weiss genau, warum ich die Krise habe. Ich weiss, wie ich sie bekämpfe. Da muss ich durch. Ich würde es mir auch gern mal so leicht machen können und sagen, ach was, ist doch egal. Wir sind sowieso alle auf dem gleichen falschen Dampfer, da spielt das doch keine Rolle, welcher Passagier wo etwas sagt. Vielleicht, das ist meine Hoffnnung, schaut ja jemand mal auf diese vielen, vielen Klicks und die ausbleibenden Reaktionen, und erkennt, dass das sehr viel mehr bedeutet, als all mein Funkeln und Gleissen.



Unter den 6600 sagt keiner was. Unter den 9600 sagt keiner was. Unter den 15600 sagt keiner was. Niemand. Was immer Du da angebrüllt hast, was immer Du im Klickweg gewesen bist: Es hat Dir nichts zu sagen. Es will nicht mit Dir reden. Es klickt, aber was es dann tut, wer weiss, vielleicht dreht ves nach dem ersten Satz schon wieder ab.



Dein Job ist die Vermittlung zwischen Kulturräumen, als vergleichbar meinem Job. Bei Dir ist es ein fernes Land, die komplexe Wissenschaft, eine seltsame Kunstform, bei mir eine den meisten sehr ferne und unerreichbare Klasse. Unsere Aufgaben ähneln sich, aber ich würde meine Leser nie so anbrüllen. Du bist ganz wichtig bei wichtigen Ereignissen, ich bin unbedeutender Beobachter von Dingen, die auf den ersten Blick bedeutungslos sind. Und wenn meine Beiträge nach 200 Besuchern so aussehen wie Dein Standard, bekomme ich schon die Krise und glaube, meine Leser verloren zu haben.



Und ich habe eine Krise. Gestern Abend habe ich im vollen Bewusstsein, an wer das geht und was das bedeuten kann, geschrieben, was ich möglicherweise bin: Alles andere als ein Heils- und Leserbringer, sondern nur eine Art Lampenputzer auf der Titanic, der dafür sorgt, dass die Kristalle so schön funkeln, wenn das Schiff gegen den Eisberg knallt. Dass mein Tun hübsch aussieht und keinerlei Bedeutung hat. Und in der Folge, dass es sinnlose Verschwendung ist. Solche Gedanken mache ich mir, ich kann sie nicht wegschieben, weder auf dem Rennrad beim Sonnenuntergang noch zwischen Nacht und Morgen. Dass ich mir alle Mühe vielleicht im Falschen gebe. Und dass ich auch noch schade, weil viele denken, so lange die Leuchter nur funkeln, wird schon alles gut - aber die Gefahr draussen in der Dunkelheit sieht man nicht. Ich habe gerade enorme Probleme - nicht durch meinen Job, da meine ich schon erreichen zu können, was mir wichtig erscheint. Aber mit dem Gesamtsystem und meiner Rolle.



Du aber hast keinen einzigen Kommentar. Oder mal einen auf 2000 Leser, wenn Dein Beitrag lang auf der Hauptseite steht. Du scheinst damit gut leben zu können. Du machst das immer wieder so, manchmal seit Monaten, oder auch seit Jahren und von Anfang an. Du füllst ein Blog. Es passiert so gut wie nichts. Und bei mir laufen welche auf und beschweren sich über die Identitäten meiner Autoren von zigtausend Kommentaren.
Ich weiss genau, warum ich die Krise habe. Ich weiss, wie ich sie bekämpfe. Da muss ich durch. Ich würde es mir auch gern mal so leicht machen können und sagen, ach was, ist doch egal. Wir sind sowieso alle auf dem gleichen falschen Dampfer, da spielt das doch keine Rolle, welcher Passagier wo etwas sagt. Vielleicht, das ist meine Hoffnnung, schaut ja jemand mal auf diese vielen, vielen Klicks und die ausbleibenden Reaktionen, und erkennt, dass das sehr viel mehr bedeutet, als all mein Funkeln und Gleissen.
donalphons, 00:07h
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Verloren im Datenraum
Zwei Nachrichten: Die Frankfurt Rundschau ist pleite. Die Financial Times Deutschland wird eventuell bald eingestellt.
Und: Twitter ist mal wieder um 50% in Deutschland gewachsen, in einem Jahr, auf über 800.000 Accounts.
Da könnte man natürlich ins Grübeln kommen.
Andererseits muss man natürlich auch sehen: jetzt sollen es über 800.000 aktive Twitteraccounts aus Deutschland sein; vor drei Jahren, als ich zu dem Thema einen Vortrag bei den Medientagen hielt, zweifelte ich an der von anderen hinausposanten Zahl von 1,8 Millionen deutschen Twitternutzern. Ich denke, der Fehler der Überschätzung ist deutlich erkennbar, und nichts garantiert uns, dass all diese hübschen Accounts überhaupt echt sind.
Der Rundschau hilft das auch nicht weiter. Es hat sich halt vieles vom Leben ins Netz verlagert, man kann das bekritteln oder begrüssen, aber es ist eine Tatsache, der man sich stellen muss. Und weil dieser Prozess seit gut 10 Jahren an der Substanz der Medien nagt - 2002, während der New Economy, verdiente man ja erst nch blendend und schmiss das Geld mit vollen Händen raus - haben sich die mesten einfach zu viel Zeit gelassen, sich etwas einfallen zu lassen. Und jetzt haben sie drei Ideen:
- Sparen (idealerweise aber nicht in der Redaktion, wo die ganzen Versager sitzen, die in diesen zehn Jahren nicht mal versucht haben, ob so ein Twitteraccount oder ein beantworteter Kommentar etwas bringen könnte)
- Leistungsschutzrecht (Ich glaube nicht, dass Google zahlt, die werden eher die Medien rauskicken und lachen)
- Zahlschranken (für die Leser, um die sie sich bislang einen Dreck gekümmert haben)
Und leider sitzen in den Verlagen auch viel zu wenig Leute, die solche Veränderungen voran treiben - wer das macht, ist sowieso meistens in der PR. Ich höre Klagen über zurückgehende Werbebuchungen der Autokonzerne - nun, die haben sich ihr eigenes Bloggernetzwerk aufgebaut, das kostet wenig und macht viel Wind. In den zeitungen schaut man da nicht mal nach, sondern macht einfach weiter. Dabei ist es nun mal nicht gleichgültig, ob man einen Printtext im Blatt oder in einem Blog hat: Wer einen Beitrag auf 20.000 Page Impressions treibt, weil er tagelang auf der Website zu sehen ist, aber nur 3 Kommentare hat, zwei davon Spam, und vielleicht noch den Umstand bejubelt, dass er selbst auf einen Toplisten-Linkbait hereinfällt, macht nicht nur etwas falsch, sondern alles.
Die unfassbare Arroganz und Verachtung, mit der in vielen Häusern den Kunden entgegengetreten wird, sieht man auf der anderen Seite, wenn es um das Bezahlen geht: Dafür bräuchte man nämlich so etwas für Sympathieträger. Niemand zahlt an einer Stelle, wo man ihn schlecht behandelt, und daneben jede Menge Alternativen sind. Und das Gerede vom Qualitätsjournalismus verdeckt nur das Problem, dass es keine
QUALITÄTSKUNDENBEZIEHUNG
gibt. Man muss sich nur mal den Onlineauftritt der FR anschauen, um zu verstehen, was da passiert ist: Das ist kein Anknüpfungspunkt. Dafür bekommt man keine Fans. Da sagt kein Mensch, wow, her damit. Oder: da will ich mitreden und dabei sein. Damit möchte ich mich irgendwie identifizieren, dafür komme ich morgen wieder. Ohne solche Kunden kann man in Deutschland das gerede von Bezahlschranken komplett vergessen. Und für solche Kunden braucht man Spezialisten. Leute, die so etwas wie das hier schreiben, das Menschen wirklich berührt. Nicht Autoren oder Edelfedern, sondern Malocher in den Goldminen der Kundschaft. Menschen mit Hingabe. Leute, die auch noch nachts um drei Kommentare beantworten. Fährtensucher, die ein Gefühl für das Medium haben, in dem jetzt alle sind, um dann einen Teil dieser Alle dorthin zu ziehen, wo sie nicht mehr sind - eben bei den Medien. Die Leute sind nicht einfach nur gegangen, man hat sie oft genug auch vergrault. Und man muss sie dann wieder für Print zu begeistern. Das dann aber anders sein muss. Man kann nicht mit Rezepten, die online klar gescheitert sind und nicht ziehen, weiter eine gedruckte Zeitung machen - zumindest nicht, wenn man überleben will. Man kann übrigens auch mit guter Leistung krepieren, wie man in den USA laufend sieht, wo die Kosten einfach zu hoch sind.
Jede normale Firma würde in dier aktuellen Lage sagen: OK. Was ist das neue Geschäftsmodell, wo sind die Kunden, wie sprechen wir sie an. Wer von uns hat das jetzt schon im Kreuz, den stellen wir vorne hin. Wer von uns kann das lernen - den packen wir in die zweite Reihe und bilden den aus. Der Rest macht halt Füllzeugs oder gar nichts mehr.
Spassigerweise läuft es eher andersrum. Klar, das Arbeitsrecht. Und die Redaktionspolitik, und die eine sorgt noch schnell dafür, dass ihr Haschipopperl trotz allem ein ungelesenes Blog schreiben darf, weil das Thema ja so wichtig ist. die FR hat gezeigt, wie man das macht, der Westen auch und der Focus: Gebracht hat es nichts. Die einen sterben an der Labbrigkeit und die anderen an ihrer Politik, man muss das nicht bedauern. Mir kann es egal sein. Leute wie mich wird man immer irgendwo brauchen. Und ich würde, wenn mich ein Brausehersteller direkt bezahlen würde, und nicht über die Anzeigenabteilung, auch nicht anders arbeiten. Ich bin ein Rebell mit Markt.
Es ist 2012. Ich muss leider sagen, dass die PR-Anjatanjas in den letzten 10 Jahren sehr viel besser wurden. Die haben gelernt, die haben begriffen, und wenn sie mal wieder an meiner Tür kratzen, bin ich deshalb auch sehr freundlich in meinen Absagen. Die Anjatanjas haben kein Problem, die Schwäche der Zeitungen auszunutzen. Aber der Journalismus liebt weiterhin grosse Worte und bigotte Selbstsichten, auch noch am Grab der Kollegen, bevor es zurück zur Redaktionstaktik und die wichtige Ausstellung eines von der Öffentlichkeit viel zu wenig beachteten Künstlers mit besten Beziehungen zu einer Freundin geht. Da geht es dann weiter wie gehabt. "Hummer vernichtet" las ich kürzlich von jemandem auf einer Journalistenreise.
So weit wird dort gedacht. Und kein Stückerl weiter. Man sollte sich die Tränen besser sparen.
Und: Twitter ist mal wieder um 50% in Deutschland gewachsen, in einem Jahr, auf über 800.000 Accounts.
Da könnte man natürlich ins Grübeln kommen.
Andererseits muss man natürlich auch sehen: jetzt sollen es über 800.000 aktive Twitteraccounts aus Deutschland sein; vor drei Jahren, als ich zu dem Thema einen Vortrag bei den Medientagen hielt, zweifelte ich an der von anderen hinausposanten Zahl von 1,8 Millionen deutschen Twitternutzern. Ich denke, der Fehler der Überschätzung ist deutlich erkennbar, und nichts garantiert uns, dass all diese hübschen Accounts überhaupt echt sind.
Der Rundschau hilft das auch nicht weiter. Es hat sich halt vieles vom Leben ins Netz verlagert, man kann das bekritteln oder begrüssen, aber es ist eine Tatsache, der man sich stellen muss. Und weil dieser Prozess seit gut 10 Jahren an der Substanz der Medien nagt - 2002, während der New Economy, verdiente man ja erst nch blendend und schmiss das Geld mit vollen Händen raus - haben sich die mesten einfach zu viel Zeit gelassen, sich etwas einfallen zu lassen. Und jetzt haben sie drei Ideen:
- Sparen (idealerweise aber nicht in der Redaktion, wo die ganzen Versager sitzen, die in diesen zehn Jahren nicht mal versucht haben, ob so ein Twitteraccount oder ein beantworteter Kommentar etwas bringen könnte)
- Leistungsschutzrecht (Ich glaube nicht, dass Google zahlt, die werden eher die Medien rauskicken und lachen)
- Zahlschranken (für die Leser, um die sie sich bislang einen Dreck gekümmert haben)
Und leider sitzen in den Verlagen auch viel zu wenig Leute, die solche Veränderungen voran treiben - wer das macht, ist sowieso meistens in der PR. Ich höre Klagen über zurückgehende Werbebuchungen der Autokonzerne - nun, die haben sich ihr eigenes Bloggernetzwerk aufgebaut, das kostet wenig und macht viel Wind. In den zeitungen schaut man da nicht mal nach, sondern macht einfach weiter. Dabei ist es nun mal nicht gleichgültig, ob man einen Printtext im Blatt oder in einem Blog hat: Wer einen Beitrag auf 20.000 Page Impressions treibt, weil er tagelang auf der Website zu sehen ist, aber nur 3 Kommentare hat, zwei davon Spam, und vielleicht noch den Umstand bejubelt, dass er selbst auf einen Toplisten-Linkbait hereinfällt, macht nicht nur etwas falsch, sondern alles.
Die unfassbare Arroganz und Verachtung, mit der in vielen Häusern den Kunden entgegengetreten wird, sieht man auf der anderen Seite, wenn es um das Bezahlen geht: Dafür bräuchte man nämlich so etwas für Sympathieträger. Niemand zahlt an einer Stelle, wo man ihn schlecht behandelt, und daneben jede Menge Alternativen sind. Und das Gerede vom Qualitätsjournalismus verdeckt nur das Problem, dass es keine
QUALITÄTSKUNDENBEZIEHUNG
gibt. Man muss sich nur mal den Onlineauftritt der FR anschauen, um zu verstehen, was da passiert ist: Das ist kein Anknüpfungspunkt. Dafür bekommt man keine Fans. Da sagt kein Mensch, wow, her damit. Oder: da will ich mitreden und dabei sein. Damit möchte ich mich irgendwie identifizieren, dafür komme ich morgen wieder. Ohne solche Kunden kann man in Deutschland das gerede von Bezahlschranken komplett vergessen. Und für solche Kunden braucht man Spezialisten. Leute, die so etwas wie das hier schreiben, das Menschen wirklich berührt. Nicht Autoren oder Edelfedern, sondern Malocher in den Goldminen der Kundschaft. Menschen mit Hingabe. Leute, die auch noch nachts um drei Kommentare beantworten. Fährtensucher, die ein Gefühl für das Medium haben, in dem jetzt alle sind, um dann einen Teil dieser Alle dorthin zu ziehen, wo sie nicht mehr sind - eben bei den Medien. Die Leute sind nicht einfach nur gegangen, man hat sie oft genug auch vergrault. Und man muss sie dann wieder für Print zu begeistern. Das dann aber anders sein muss. Man kann nicht mit Rezepten, die online klar gescheitert sind und nicht ziehen, weiter eine gedruckte Zeitung machen - zumindest nicht, wenn man überleben will. Man kann übrigens auch mit guter Leistung krepieren, wie man in den USA laufend sieht, wo die Kosten einfach zu hoch sind.
Jede normale Firma würde in dier aktuellen Lage sagen: OK. Was ist das neue Geschäftsmodell, wo sind die Kunden, wie sprechen wir sie an. Wer von uns hat das jetzt schon im Kreuz, den stellen wir vorne hin. Wer von uns kann das lernen - den packen wir in die zweite Reihe und bilden den aus. Der Rest macht halt Füllzeugs oder gar nichts mehr.
Spassigerweise läuft es eher andersrum. Klar, das Arbeitsrecht. Und die Redaktionspolitik, und die eine sorgt noch schnell dafür, dass ihr Haschipopperl trotz allem ein ungelesenes Blog schreiben darf, weil das Thema ja so wichtig ist. die FR hat gezeigt, wie man das macht, der Westen auch und der Focus: Gebracht hat es nichts. Die einen sterben an der Labbrigkeit und die anderen an ihrer Politik, man muss das nicht bedauern. Mir kann es egal sein. Leute wie mich wird man immer irgendwo brauchen. Und ich würde, wenn mich ein Brausehersteller direkt bezahlen würde, und nicht über die Anzeigenabteilung, auch nicht anders arbeiten. Ich bin ein Rebell mit Markt.
Es ist 2012. Ich muss leider sagen, dass die PR-Anjatanjas in den letzten 10 Jahren sehr viel besser wurden. Die haben gelernt, die haben begriffen, und wenn sie mal wieder an meiner Tür kratzen, bin ich deshalb auch sehr freundlich in meinen Absagen. Die Anjatanjas haben kein Problem, die Schwäche der Zeitungen auszunutzen. Aber der Journalismus liebt weiterhin grosse Worte und bigotte Selbstsichten, auch noch am Grab der Kollegen, bevor es zurück zur Redaktionstaktik und die wichtige Ausstellung eines von der Öffentlichkeit viel zu wenig beachteten Künstlers mit besten Beziehungen zu einer Freundin geht. Da geht es dann weiter wie gehabt. "Hummer vernichtet" las ich kürzlich von jemandem auf einer Journalistenreise.
So weit wird dort gedacht. Und kein Stückerl weiter. Man sollte sich die Tränen besser sparen.
donalphons, 12:56h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 12. November 2012
Klassenkampf mit Oben
Hier ist der neueste Beitrag der Stützen der Gesellschaft. Es sind ein paar Dinge, die ich unbedingt nochmal erzählen wollte, daher geht der Text auch so durcheinander, hat keinen richtigen Kern. Er ist in meiner Intention nur schwer verständlich und, wenn man zu wenig über mich weiss, auch nicht zu entschlüsseln. Ich weiss schon, warum ich gerne die Fähigkeiten des Kastaniensammelns kultiviere.
Es gibt diesen schönen Spruch als Lampedusas Leopard, der besagt, es müsse sich alles ändern, damit alles gleich bleiben kann. In einer Abwandlung würde ich nach den letzten Tagen sagen, dass sehr viel geschehen muss, damit nichts geschieht. Und es kann sehr viel geschehen, weil mir auf einer anderen, sehr wichtigen Ebene nichts geschehen kann.
Der Beitrag, den ich wirklich hätte schreiben müssen, hätte sich mit Privilegien auseinandergesetzt, und der Frage, wie man sie einsetzt. Das seltsame ist, dass unsereins immer panisch darauf bedacht ist, die Privilegien abzustreiten und zu leugnen, bis der Moment da ist, da man sie wirklich braucht. Da gleitet man nicht hinein, es ist wirklich ein Entweder-Oder. Entweder man kommt ohne sie aus, oder man nutzt sie, dann aber ohne jede Rücksicht. Und das ist es, was uns, von Aussen betrachtet, so unkontrollierbar macht. Wir sind keine Soziopathen, wir sind einfach nur gefangen in Konventionen, von denen uns zu berfreien eigentlich keinem geraten werden kann. Zumal wir es auch nie gelernt haben. dann das richtige Mass zu finden. Es ist bei uns wie mit Karl Moor, die Beritschaft, das Gefüge der Welt ins Wanken zu briungen, ist nach dem Ende der onventionen immer da. Wir wissen, dass es nicht richtig ist, aber hinter diesem Punkt ist uns das vollkommen egal. Wir ordnen uns bereitwillig Zwängen unter, bis das nicht mehr geht, und danach gibt es kein Halten mehr.

Kurzum, wir sind nicht wirklich das, was man als kompromisstauglich bezeichnet. Das kommt noch aus einer Epoche weng ausgeprägter staatlicher Strukturen, als die Klasse und die Familie weite Teile des Verhaltens vorschrieben. So eine geschlossene Gesellschaft kann vermutlich wirklich nur existieren, wenn sie klare Regeln hat, und dahinter kommen dann eben keine Regeln mehr. Es gibt immer noch einen aberwitzigen Ehrbegriff, über den ich mich selbst dauernd lustig mache, bis ich merke, wohin ich selbst davon getrieben werde. Ich stelle das über alles. Mir sind mein Beruf, meine Beziehungen, jahrelang gepflegte Kontakte egal, wenn es um die Ehre geht. Ich habe überhaupt kein Interesse, etwas zu tun, wenn meine Loyalität als irrelevant betrachtet wird. Und das kann man sich nur leisten, wenn man aus meiner Welt kommt. In allen anderen Welten sieht das total irre und bescheuert aus, aber, wir sind ja im entgrenzten Stadium, da kann man das auch sagen, das ist ja auch der Grund, warum wir immer noch eine Klassengesellschaft haben: Echte Partner mit unseren Ehrbegriffen finden wir nun mal am besten bei uns selbst. Wölfe zu Wölfen, Pudel zu Pudeln.

Und das ist auch der Grund, warum man genau so ist: Die eigene Klasse versteht es, wenn man es so macht, und dabei am anderen System scheitert. Das gehört dazu, man kann nicht jeden Kampf gewinnen, und es gibt genug andere Mögiichkeiten. Man kann nach unseren Regeln ehrenhaft verlieren, und dann anderweitig weitermachen. Andere Systeme sind gegenüber Versagern weitaus anfälliger, da sind dann genug Mittelenthemmte da, die jede Chance nutzen, um sich selbst nach vorne zu bringen. Eine Klasse hat überhaupt kein Interesse daran, die eigenen Mitglieder beim ehrenhaften Scheitern den Ratten vorzuwerfen, und es muss schon viel passieren, bis man sich auch von weniger sauber agierenden Mitgliedern wirklich trennt. Man will das eigene System aus Rücksichten und Vorteilen nicht gefährden. Das alles spielt in Kreisen, in denen kein Raum für Rücksichten da ist, keine Rolle. Überhaupt keine, wie ich festgestellt habe.

Das grossbürgerliche Zeitalter, das lerne ich jeden Tag auf's Neue, die Welt, für die ich in der bayerischen Provinz erzogen wurde, gibt es nicht mehr. Was es noch gibt, ist die Klasse, und je älter ich werde, desto besser verstehe ich, warum es sie gibt, und warum sie so ist. Warum, denkt man sich immer wieder, verbeissen die sich in die Sachen so rein. Warum all diese unerbittlichen Kämpfe um vollkommen unbedeutende Anlässe, warum immer prinzipiell und ohne Bereitschaft in Zwischenlösugen zu denken. Warum sehen sie nicht, dass man anders vielleicht weiter kommen würde.
Weil sie so sind, und weil sie das können. Und weil sie gelernt haben, dass der Rest alles andere erheblich besser kann. Nur die totale Hingabe ohne Rücksicht auf eigene Verluste, das können sie nicht.
Wir haben Reserven und Alternativen. Die nicht.
Es gibt diesen schönen Spruch als Lampedusas Leopard, der besagt, es müsse sich alles ändern, damit alles gleich bleiben kann. In einer Abwandlung würde ich nach den letzten Tagen sagen, dass sehr viel geschehen muss, damit nichts geschieht. Und es kann sehr viel geschehen, weil mir auf einer anderen, sehr wichtigen Ebene nichts geschehen kann.
Der Beitrag, den ich wirklich hätte schreiben müssen, hätte sich mit Privilegien auseinandergesetzt, und der Frage, wie man sie einsetzt. Das seltsame ist, dass unsereins immer panisch darauf bedacht ist, die Privilegien abzustreiten und zu leugnen, bis der Moment da ist, da man sie wirklich braucht. Da gleitet man nicht hinein, es ist wirklich ein Entweder-Oder. Entweder man kommt ohne sie aus, oder man nutzt sie, dann aber ohne jede Rücksicht. Und das ist es, was uns, von Aussen betrachtet, so unkontrollierbar macht. Wir sind keine Soziopathen, wir sind einfach nur gefangen in Konventionen, von denen uns zu berfreien eigentlich keinem geraten werden kann. Zumal wir es auch nie gelernt haben. dann das richtige Mass zu finden. Es ist bei uns wie mit Karl Moor, die Beritschaft, das Gefüge der Welt ins Wanken zu briungen, ist nach dem Ende der onventionen immer da. Wir wissen, dass es nicht richtig ist, aber hinter diesem Punkt ist uns das vollkommen egal. Wir ordnen uns bereitwillig Zwängen unter, bis das nicht mehr geht, und danach gibt es kein Halten mehr.

Kurzum, wir sind nicht wirklich das, was man als kompromisstauglich bezeichnet. Das kommt noch aus einer Epoche weng ausgeprägter staatlicher Strukturen, als die Klasse und die Familie weite Teile des Verhaltens vorschrieben. So eine geschlossene Gesellschaft kann vermutlich wirklich nur existieren, wenn sie klare Regeln hat, und dahinter kommen dann eben keine Regeln mehr. Es gibt immer noch einen aberwitzigen Ehrbegriff, über den ich mich selbst dauernd lustig mache, bis ich merke, wohin ich selbst davon getrieben werde. Ich stelle das über alles. Mir sind mein Beruf, meine Beziehungen, jahrelang gepflegte Kontakte egal, wenn es um die Ehre geht. Ich habe überhaupt kein Interesse, etwas zu tun, wenn meine Loyalität als irrelevant betrachtet wird. Und das kann man sich nur leisten, wenn man aus meiner Welt kommt. In allen anderen Welten sieht das total irre und bescheuert aus, aber, wir sind ja im entgrenzten Stadium, da kann man das auch sagen, das ist ja auch der Grund, warum wir immer noch eine Klassengesellschaft haben: Echte Partner mit unseren Ehrbegriffen finden wir nun mal am besten bei uns selbst. Wölfe zu Wölfen, Pudel zu Pudeln.

Und das ist auch der Grund, warum man genau so ist: Die eigene Klasse versteht es, wenn man es so macht, und dabei am anderen System scheitert. Das gehört dazu, man kann nicht jeden Kampf gewinnen, und es gibt genug andere Mögiichkeiten. Man kann nach unseren Regeln ehrenhaft verlieren, und dann anderweitig weitermachen. Andere Systeme sind gegenüber Versagern weitaus anfälliger, da sind dann genug Mittelenthemmte da, die jede Chance nutzen, um sich selbst nach vorne zu bringen. Eine Klasse hat überhaupt kein Interesse daran, die eigenen Mitglieder beim ehrenhaften Scheitern den Ratten vorzuwerfen, und es muss schon viel passieren, bis man sich auch von weniger sauber agierenden Mitgliedern wirklich trennt. Man will das eigene System aus Rücksichten und Vorteilen nicht gefährden. Das alles spielt in Kreisen, in denen kein Raum für Rücksichten da ist, keine Rolle. Überhaupt keine, wie ich festgestellt habe.

Das grossbürgerliche Zeitalter, das lerne ich jeden Tag auf's Neue, die Welt, für die ich in der bayerischen Provinz erzogen wurde, gibt es nicht mehr. Was es noch gibt, ist die Klasse, und je älter ich werde, desto besser verstehe ich, warum es sie gibt, und warum sie so ist. Warum, denkt man sich immer wieder, verbeissen die sich in die Sachen so rein. Warum all diese unerbittlichen Kämpfe um vollkommen unbedeutende Anlässe, warum immer prinzipiell und ohne Bereitschaft in Zwischenlösugen zu denken. Warum sehen sie nicht, dass man anders vielleicht weiter kommen würde.
Weil sie so sind, und weil sie das können. Und weil sie gelernt haben, dass der Rest alles andere erheblich besser kann. Nur die totale Hingabe ohne Rücksicht auf eigene Verluste, das können sie nicht.
Wir haben Reserven und Alternativen. Die nicht.
donalphons, 23:50h
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Sonntag, 11. November 2012
Danke, David
Früher fielen Generäle auf dem Schlachtfeld, heute fallen sie durch Emails von wütenden Frauen. Ein Hoch auf das Internet, unblutig, brutal und herzlos.
Das sollte einem eine Lehre sein. Problematisches am besten nur mündlich, und auch nicht am Telefon. Der Forwardbutton heisst auch Todesknopf.
Hätte nicht gedacht, dass so ein alter Schlächter mir doch noch für den Erkenntnisgewinn in bewegten Zeiten nützlich sein kann.
Das sollte einem eine Lehre sein. Problematisches am besten nur mündlich, und auch nicht am Telefon. Der Forwardbutton heisst auch Todesknopf.
Hätte nicht gedacht, dass so ein alter Schlächter mir doch noch für den Erkenntnisgewinn in bewegten Zeiten nützlich sein kann.
donalphons, 16:16h
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Sonntag, 11. November 2012
Besuch aus dem Süden
Kaum zu glauben, aber das ist gerade mal zwei Wochen her.

Da oberhalb des Sees, auf en Bergen, kommt bald das Asiago, die sieben Gemeinden, und von dort kommt auch cder Käse des gleichen Namens. Und dann war da noch einer, der sagte, da lege ich Feigen vom Gardasee drauf.

Und dann war da ein anderer, der ihn über die Berge brachte, und an diesem kalten, nassen Samstag angeboten hat. Man muss beim Essen die Augen schliessen und sich erinnern, und nicht an das denken, was draussen und woanders gerade ist.

Da oberhalb des Sees, auf en Bergen, kommt bald das Asiago, die sieben Gemeinden, und von dort kommt auch cder Käse des gleichen Namens. Und dann war da noch einer, der sagte, da lege ich Feigen vom Gardasee drauf.

Und dann war da ein anderer, der ihn über die Berge brachte, und an diesem kalten, nassen Samstag angeboten hat. Man muss beim Essen die Augen schliessen und sich erinnern, und nicht an das denken, was draussen und woanders gerade ist.
donalphons, 00:52h
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Wahlnachwehen
Es gab da übrigens eine lustige Sache nach den Wahlen: Ein den deutschen Medienschaffenden bis dato vollkommen unbekanntes Blog der New York Times wurde in den USA so oft verlinkt und gut platziert, dass es viel gelesen und Gegenstand amerikanischer Berichte wurde. Und die wiederum wurden dann von deutschen Medien breit und unkundig abgeschrieben. Zahlen und Statistiken, das lieben Medien, das gibt ihnen wieder den Anschein, echte wahrheiten zu verkünden, und nicht nur Spin und schräge Meinung.
Lustigerweise gibt es aber auch noch andere Erklärungsmöglichkeiten für Wahlergebnisse, die auch wissenschaftlich sein wollen, und sicher nicht schräger als Statistik sind. In der FAZ.
Lustigerweise gibt es aber auch noch andere Erklärungsmöglichkeiten für Wahlergebnisse, die auch wissenschaftlich sein wollen, und sicher nicht schräger als Statistik sind. In der FAZ.
donalphons, 16:20h
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Samstag, 10. November 2012
In die Nacht
Manche werden denken, es ist Zeit, die rennräder einzumotten, und auf das Frühjahr zu warten. Aber es ist ganz anders. Ich brauche das. Es nimmt die Spitze meiner negativen Gefühle, und ausserdem passt das Wetter bestens zu meiner Laune. Ich könnte mir etwas Schöneres vorstellen, aber es ist stimmig. Dass es früh finster wird, stört mich nicht, denn in meinem Leben wird es auch wieder hell. Bei anderen bleibt es schwarz, für immer.














donalphons, 00:44h
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Willkommen in der Oberpfalz
Haha, gleich fahre ich nach Neumarkt in der Oberpfalz, den Ort des ersten Piratenbundesparteitags für 2013, und mache ein paar wunderschöne Bilder.
FÜR ALL DIE DUMMEN BERLINER WINSLER AN IHREN RECHNERN, DIE WIRKLICH GLAUBEN, ES GÄBE DA NUR ZWEI HOTELS UND ES SEI TOTALE PAMPA.
Ihr widerliches Twittergeschwür am Piratenhintern, das ist eine Stadt mit 40000 Einwohnern am Rande der Grossregion Nürnberg, durchaus eingerichtet für Gäste und prima erreichbar. Google Maps und Holidaycheck sind nicht die reale Welt, und nur, weil es dort kein Foursquare gibt, ist die Zivilisation nicht vorbei - ganz im Gegenteil, da gibt es auch noch ganz normal arbeitende und konsumierende Menschen mit einem für den deutschen Durchschnitt akzeptablen Umfeld. Und eine schöne Landschaft. Und Sehenswürdigkeiten, vor die keine Horde Australier gekozt hat.
Also einfach die Normalität in diesem Land, ein verkehrstechnisch günstig gelegener, keinesfalls zu teurer Ort in einer Region, die auch Macgeschäfte kennt, und gegen die Berlin ein Slum im sibirischen Nichts ist.
OK, das ist Berlin auch sonst, aber vielleicht tut es den Asis auch mal gut zu sehen, dass die Mehrheit der Deutschen in mittelgrossen, funktionierenden Städten lebt und selbst die Kreativen vor Ort jetzt nicht so absolut das Publikum für queerfeminsitischen Extremismus, Gesellschaftskunst und Durchwurschteln auf Kosten anderer sind. Und Lauers miese Mobbertruppe aus sem Senat kann dort sicher auch noch von der CSU was lernen. Also, herzlich willkommen im schönen Bayern, Ihr Berliner. Setzt Euch, nehmt eine Keks und schaut Euch um in der Realität des Landes.
Dann wisst Ihr schon am Anfang des Jahres, warum Euch bundesweit so wenige Menschen gewählt haben werden: Weil ihr auch nur so ein Prozent seid, das die 99% nicht finanzieren wollen.
FÜR ALL DIE DUMMEN BERLINER WINSLER AN IHREN RECHNERN, DIE WIRKLICH GLAUBEN, ES GÄBE DA NUR ZWEI HOTELS UND ES SEI TOTALE PAMPA.
Ihr widerliches Twittergeschwür am Piratenhintern, das ist eine Stadt mit 40000 Einwohnern am Rande der Grossregion Nürnberg, durchaus eingerichtet für Gäste und prima erreichbar. Google Maps und Holidaycheck sind nicht die reale Welt, und nur, weil es dort kein Foursquare gibt, ist die Zivilisation nicht vorbei - ganz im Gegenteil, da gibt es auch noch ganz normal arbeitende und konsumierende Menschen mit einem für den deutschen Durchschnitt akzeptablen Umfeld. Und eine schöne Landschaft. Und Sehenswürdigkeiten, vor die keine Horde Australier gekozt hat.
Also einfach die Normalität in diesem Land, ein verkehrstechnisch günstig gelegener, keinesfalls zu teurer Ort in einer Region, die auch Macgeschäfte kennt, und gegen die Berlin ein Slum im sibirischen Nichts ist.
OK, das ist Berlin auch sonst, aber vielleicht tut es den Asis auch mal gut zu sehen, dass die Mehrheit der Deutschen in mittelgrossen, funktionierenden Städten lebt und selbst die Kreativen vor Ort jetzt nicht so absolut das Publikum für queerfeminsitischen Extremismus, Gesellschaftskunst und Durchwurschteln auf Kosten anderer sind. Und Lauers miese Mobbertruppe aus sem Senat kann dort sicher auch noch von der CSU was lernen. Also, herzlich willkommen im schönen Bayern, Ihr Berliner. Setzt Euch, nehmt eine Keks und schaut Euch um in der Realität des Landes.
Dann wisst Ihr schon am Anfang des Jahres, warum Euch bundesweit so wenige Menschen gewählt haben werden: Weil ihr auch nur so ein Prozent seid, das die 99% nicht finanzieren wollen.
donalphons, 14:00h
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Freitag, 9. November 2012
Mehr Charme und Geschenke
Ich habe übrigens meine ganz eigene Theorie zum Medienwandel. Ich glaube, dass der Absturz der Zeitungen weniger etwas damit zu tun hat, dass die Informationen im Netz auch so zu haben sind. Der wirklich bedeutsame Faktor könnten auch die Onlineauftritte der Zeitungen selbst sein. Die Leser sagen sich dann nicht "Ah, ich habe das doch schon online gelesen, warum soll ich es kaufen", sondern "Also für das, was die da abliefern, zahle ich nicht". Ich glaube wirklich, dass Spiegel Online dem Spiegel massiv schadet. Und bei der Zeit stehen immer wieder sagenhaft bornierte Stücke im Netz, ganz gross aufgemacht, dass ich mir sage: Das braucht es einfach nicht. Und auch in der gedruckten FAZ gehen manche Beiträge einfach unter, die im Internet voll durchschlagen. Dabei geht es noch nicht mal um die Meinung, die darin transportiert wird, sondern einfach um Rechthaberei, Ignoranz und das völlige Fehlen von Charme. Und das kann in einem Land, die nun mal in den letzten 20 Jahren doch sehr charmant geworden ist, und, was zumindest das Zielpublikum solcher Produkte angeht, auch charmant unterhalten werden möchte, nicht gut gehen. Seit fast vier Jahren zeige ich, wie man reich, verwöhnt, ein wenig dumm und borniert sein kann, auch ein wenig rassistisch und obendrein mitunter sagenhaft ungebildet - aber es funktioniert. Weil es charmant ist, und die Leser das merken. Genauso merken sie es, wenn sie es mit uncharmanten, falschen und bigotten Leuten zu tun haben. Die welt wurde charmanter. Der Journalismus nicht. Damit kann man, wie die Welt, zum Sammelbecken der rechten Spinner werden. Aber das ist keine Garantie für das Überleben.

Uncharmant auch, aber unvermeidlich, dass ich auch mal wieder zurück muss. Ich war jetzt lange genug unterwegs, ich habe die Heimreise oft genug verzögert, aber so ein Haus hat die neigung, zickig zu werden, wenn man sich nicht darum kümmert. Ausserdem müssen Hausabrechnungen geschrieben werden, ich muss mit den Mieter plaudern, ob alles passt, und ganz ehrlich: Für wenig schöne Novembertage ist die eigene, grosse Wohnung mit vielen Möglichkeiten ideal. Nirgendwo ist regen trübsinniger als in Bergen, die man im Sonnenschein kennt.

Daheim ist alles wie immer, man ist so satt und zufrieden, wie man in Griechenland arm und kratzig ist. Im Hausgang ist alles voller Kartons, und eigentlich wäre das ein Anlass, mal mit den Mieterrn über Sauberkeit zu sprechen; leider sind es all die Dinge, die in den letzten Wochen von mir selbst bestellt wurden, und in meiner Abwesenheit ankamen. Die übliche Mischung aus Gemälden, Rennrädern, Stoffen, Glühbirnen (400 Stück, es ist ein grosses Haus, und wir produzieren zu viel Ökostrom, habe ich gehört). Kein Tablet, kein Rechner, keine Elektronik; man kommt sich im Internet ja irgendwie komisch vor, wenn man gar nicht weiss, wie gross diese Dinger sind, und wozu man sie brauchen könnte. Dafür kann ich Nägel in die Wand hauen, Glühbirnen wechseln und Räder herrichten.

Ich brauche das. Ich merke, ich gehe schon wieder ein wenig in Richtung drall, und es reicht, wenn es bei mir die Damen in Öl sind. Und so nehme ich, weil die Mieter ausgeflogen sind und ich nicht an die Daten komme, noch schnell ein paar Kilometer Landstrasse unter die Reifen echt deutscher Wertarbeit, wie man das früher nannte. Das war so ein typischer fall mit schlechten Bildern und untauglicher Beschreibung, und deshalb blieb es günstig: So günstig, dass es beim nächsten Besitzerwechsel sicher wieder sehr viel teurer sein wird. Und es ist auch eine kleine Belohnung. Wofür? Nun... das behalte ich für mich.

Und da stehe ich dann an der Grenze zwischen Tag und Nacht. Um 17 Uhr. Es ist nicht warm, es ist nicht schön, aber es ist das, was gerade möglich ist. Anderes wird sich vermutlich auch noch finden. Das Jahr wird noch etwas kürzer, aber es geht bei mir langsam, in kleinen, charmanten Schritten voran. Am Abend feile ich an einer halben Sexszene mit Blick über Meran. Man sollte immer so schreiben, als blickte man über das sonnige Südtirol, und nicht in die nächste Unwetterfront. Die Leser haben ein Recht darauf.

Uncharmant auch, aber unvermeidlich, dass ich auch mal wieder zurück muss. Ich war jetzt lange genug unterwegs, ich habe die Heimreise oft genug verzögert, aber so ein Haus hat die neigung, zickig zu werden, wenn man sich nicht darum kümmert. Ausserdem müssen Hausabrechnungen geschrieben werden, ich muss mit den Mieter plaudern, ob alles passt, und ganz ehrlich: Für wenig schöne Novembertage ist die eigene, grosse Wohnung mit vielen Möglichkeiten ideal. Nirgendwo ist regen trübsinniger als in Bergen, die man im Sonnenschein kennt.

Daheim ist alles wie immer, man ist so satt und zufrieden, wie man in Griechenland arm und kratzig ist. Im Hausgang ist alles voller Kartons, und eigentlich wäre das ein Anlass, mal mit den Mieterrn über Sauberkeit zu sprechen; leider sind es all die Dinge, die in den letzten Wochen von mir selbst bestellt wurden, und in meiner Abwesenheit ankamen. Die übliche Mischung aus Gemälden, Rennrädern, Stoffen, Glühbirnen (400 Stück, es ist ein grosses Haus, und wir produzieren zu viel Ökostrom, habe ich gehört). Kein Tablet, kein Rechner, keine Elektronik; man kommt sich im Internet ja irgendwie komisch vor, wenn man gar nicht weiss, wie gross diese Dinger sind, und wozu man sie brauchen könnte. Dafür kann ich Nägel in die Wand hauen, Glühbirnen wechseln und Räder herrichten.

Ich brauche das. Ich merke, ich gehe schon wieder ein wenig in Richtung drall, und es reicht, wenn es bei mir die Damen in Öl sind. Und so nehme ich, weil die Mieter ausgeflogen sind und ich nicht an die Daten komme, noch schnell ein paar Kilometer Landstrasse unter die Reifen echt deutscher Wertarbeit, wie man das früher nannte. Das war so ein typischer fall mit schlechten Bildern und untauglicher Beschreibung, und deshalb blieb es günstig: So günstig, dass es beim nächsten Besitzerwechsel sicher wieder sehr viel teurer sein wird. Und es ist auch eine kleine Belohnung. Wofür? Nun... das behalte ich für mich.

Und da stehe ich dann an der Grenze zwischen Tag und Nacht. Um 17 Uhr. Es ist nicht warm, es ist nicht schön, aber es ist das, was gerade möglich ist. Anderes wird sich vermutlich auch noch finden. Das Jahr wird noch etwas kürzer, aber es geht bei mir langsam, in kleinen, charmanten Schritten voran. Am Abend feile ich an einer halben Sexszene mit Blick über Meran. Man sollte immer so schreiben, als blickte man über das sonnige Südtirol, und nicht in die nächste Unwetterfront. Die Leser haben ein Recht darauf.
donalphons, 00:20h
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Der Urlaub von der Bösartigkeit ist vorbei
10 Tage war ich fast nur nett und freundlich.
Das konnte natürlich nicht auf Dauer gut gehen, und so habe ich inzwischen in der FAZ darüber geschrieben, dass die infantile Nettigkeit konservativer Kreise keine Verdummung ist, sondern eine kluge Strategie des Überlebens. Schliesslich wollen wir ja nicht als vertrottelte Tea Party enden.
Das konnte natürlich nicht auf Dauer gut gehen, und so habe ich inzwischen in der FAZ darüber geschrieben, dass die infantile Nettigkeit konservativer Kreise keine Verdummung ist, sondern eine kluge Strategie des Überlebens. Schliesslich wollen wir ja nicht als vertrottelte Tea Party enden.
donalphons, 11:13h
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