Solidarität? Pah.

Ein freier Journalist missbraucht die Möglichkeiten einer sehr liberalen Arbeitsmöglichkeit, um sich bei den Bildwerken anderer Leute zu bedienen. Nicht nur einmal, sondern mehrfach. Der Mann wird ausdrücklich (wie alle anderen auch, selbst wenn sie ihre Bilder selbst erarbeiten) auf das Problem hingewiesen, mit neuen Instruktionen versehen, und klaut prompt weiter. Die Zeitung bekommt es mit und nimmt den Beitrag gezwungenermassen runter. Der Autor schaltet ihn ohne Bilder und ohne Rücksprache gleich wieder hoch und alarmiert seine Freunde über Twitter. Die Zeitung nimmt seine Publikationsmöglichkeit nach diesem Vorgang offline. Seine Freunde, die teilweise ohnehin einen Hass auf einen Herausgeber der Zeitung haben, wünschen der Zeitung auf seinem Blog mit einer nicht umfassend ehrlichen Darstellung des Vorgangs und der Urheberrechtsproblematik schon mal den Tod und versuchen, das daraufhin ausgeknipste Blog mit einem "Shitstorm" wieder reinzuerpressen.

Ganz ehrlich, Freunde der Blasmusik: Das ist nur die Story eines freien Mitarbeiters mit überzogenem Ego, der beim Beschiss erwischt wurde, sich danach nicht um Abstimmung bemühte und nun den Mob anruft. Mich ärgert das enorm, weil es das Bloggen enorm in Verruf bringt, und Blogger sowas von dumm, aufgeblasen, hohl und geifernd aussehen lassen muss, dass man sich wirklich nur fremdschämen kann. Ich jedenfalls muss nach dem Nachlesen der Ereignisse dieses Tages rund um Michael Seemann sagen: Selber schuld. Keine Träne von mir aus der Schweiz. Wer sowas macht, braucht sich über gar nichts wundern.

Freitag, 25. Juni 2010, 00:00, von donalphons |