: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Samstag, 13. März 2004

Ausblick

Irgendwo da oben ist vielleicht Leben, sagte man den Besuchern der Starnwarte. Ansonsten sagte man ihnen, dass sie die Schnauze zu halten hatten, wie in der DDR üblich.



Und irgendwann in der Zukunft wird es wieder wie 1999. Aber bis dahin werden noch viele kommen und verlangen, dass wir uns unterordnen sollen, Praktika für lau machen und auf die hören, die mit ihren fetten Ärschen und ihrem Sicherheitsdenken alles Neue zerstören. Wie im Kapitalismus üblich.

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Dienstag, 9. März 2004

Aus Marketing-Gründen,

weil mich grad jemand zum Messias erkoren hat, sollte ich vielleicht anmerken, dass Journalisten attackieren ähnlich sinnvoll ist wie das Fischeabknallen im Fass. Deshalb haben wir das Buch erweitert und noch 15 Seiten Rechtsbelehrung reingetan, zur Frage, was man tut, wenn der Anwalt kommt.

Journalisten - hey, es gibt kaum eine Berufsgruppe mit mehr Arbeitslosen. Das Netz macht aus den Medien, was die Elektrizität mit den Kerzenziehern gemacht hat.

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Donnerstag, 4. März 2004

Window of Oportunity

Suhrkamp geht es dreckig. Suhrkamp liegt im Sterben.

Wenn man Suhrkamp umbringen will, muss man sich also beeilen. Es ist nicht ruhmreich, einem komatösen Röchler im Krankenbett den Dolch ins Herz zu jagen.

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Dienstag, 2. März 2004

How to become underfucked

Indem man sich so ankündigt - am besten mit leicht quäkendem Tonfall: "Ich komme vorbei, wir trinken einen Tee und ich geh dann wieder, oder so."

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Donnerstag, 26. Februar 2004

b2m

Man merkt es mit geschlossenen Augen, beim Fahren. Die Strassen sind glatt. Wenn man die Augen aufmacht: Die "Zu Vermieten"-Schilder sind nicht so obszön. Die Leute sind 2, 3 Klassen besser angezogen. Die Stadt ist sauber.

Und die Studis haben inzwischen auch die letzten Protestplakate eingerollt, und sitzen in den Cafes und träumen vom Sommer und den Tagen im Englischen Garten. Eine halbverhungerte Frau mit Mikro macht eine Umfrage für ein Privatradio, das an der Pleite entlangschrammt. München eben.

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Samstag, 21. Februar 2004

Sie hassen den Kapitalismus

obwohl, oder weil sie ihn nicht verstehen. Er macht sie hilflos, er gibt ihnen nur Ramsch für 99 cent, und dafür müssen sie noch 10 Minuten an der Kasse anstehen. Sie hassen den Stillstand, sie werden agressiv und würden die Kassiererin mit ihren lahmen Bewegungen gern stiefeln.

Es geht nicht, und sie wissen es. Der Kapitalismus ist ihnen mit seinen Überwachungskameras und der Privatarmee im Nacken und passt auf, dass sie sich ordentlich aufführen. Dann gehen sie raus zur S-Bahn, die sie in die trostlosen Mietskasernen bringt.



Auf dem Weg dorthin, in der roten Klinkermauer, sind weiche Ziele. Niemand sieht hier, was sie tun. Sie schlagen das Plexiglas ein und zertrümmern die Neonröhren. Es wird dunkel im engen Gang vor dem Einkaufstentrum, das jertzt allein die Nacht über der Stadt bestrahlt.

Der Kapitalismus bleibt unbefleckt. Und morgen werden sie wieder kommen und neuen Ramsch für 99 Cent kaufen.

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Mittwoch, 18. Februar 2004

Illegal

ist es, zu Straftaten aufzurufen. Legal ist es dagegen, eine Doppelmoral zu haben. Man kann nicht dazu auffordern, Bild-Redakteure in das reale Gegenstück der Kloake zu stecken, die in ihrem Kopf ist.

Schliesslich ist das ein zivilisiertes Land. Hier herrscht Pressefreiheit. Gut, und natürlich der Zwang, aktuelle Geschichten für die Auflage zu haben.

Für den Dieckmann darf man deshalb, wie für alle anderen Promis, natürlich auch schon zu Lebzeiten einen Nachruf in der Schublade haben, gleich neben dem von Leni Riefenstahl. Das meinen wir Journalisten nicht persönlich, ist doch klar.

Nicht mehr als eine Notwendigkeit des Journalistenalltags in einem zivilisierten Land. Nicht immer schön, das. Aber auch logisch, irgendwo. Man kann Pornos verkaufen, durch Pornos verkaufen und mit dem Skandal der Pornos verkaufen. Das heisst dann Value Chain. Man kann Value Chains nicht verurteilen - auch Nachrufe sind letztlich nur Teil der Verwertungskette.

Es gibt kein Gut und kein Böse, es gibt nur die Lebenden, die Toten, und die tot gemacht werdenden.

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Sonntag, 8. Februar 2004

Ach so, ja,

und begrabt mein Herz an der Biegung des Abflusses.

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Sonntag, 1. Februar 2004

Verrat der Ideale

Eine Revolution für eine Frau zu verraten, ist immer gerechtfertigt.

Rainer Langhans, Kommune 1 1971


Die digitale Revolution hat zweifelsohne stattgefunden und mit ihr sind neue Wirtschaftsfelder entstanden, in denen kreative Menschen, potentielle Künstler unheimlich begehrt sind und plötzlich erfolgreich sein können.... Es gibt die reale Option, nicht mehr als Kellner jobben zu müssen, sondern in einem wesentlich naheliegenderen Bereich wie Design oder Gameentwicklung arbeiten zu können.

Gerfried Stocker, Ars Electronica 2001

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Sonntag, 18. Januar 2004

Alles für die Jugend!

Die modernen Technologien stärken unser wirtschaftliches Potential und bieten zugleich für viele Werktätige ein interessantes Feld schöpferischer Arbeit und persönlicher Entfaltung. Das gilt insbesondere für die junge Generation.

Erich Honecker, 7.10.1989


Jeder soll Zugang zu den Neuen Medien haben, jeder soll ihren Nutzen und ihre Grenzen kennen. Deshalb meinen wir es wörtlich, wenn wir dazu auffordern, unsere Kinder den Umgang mit Computern zu lehren: nicht nur die Technik, sondern mehr noch die Kultur dieser Form der Kommunikation.

Gerhard Schröder, 10.11.1998

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