: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Samstag, 24. April 2004

Gleich mal das mit dem TM ausprobieren...



Update: Ahhhhh :-)

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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 23. April 2004

Rückfall

Irgendwann hält man den Druck nicht mehr aus, und zieht die Maschine aus dem schwarzen Abgrund hoch in das unendliche Blau des Himmels, der Motor spuckt die letzten giftigen Schwaden aus der Tiefe in den reinen Äther, und nach ein paar Sekunden gewöhnen sich die Augen wieder an das gleissende Licht, das man so lange nicht ertragen hat. Es ist vorbei.

Bis zu dem Moment zweieinhalb Jahre später, wenn über das Intercom Informationen über den Krieg kommen, den andere da unten weiterführen. Es ist nicht mehr mein Krieg, ich bin da zu lange draussen, denkt man sich. Aber die Bruchstücke, die man hört, lassen das Verlangen aufkommen, dieses irrwitzige Spiel bei voller Geschwindigkeit zwischen den Felsen nochmal zu machen -

und noch während man sich denkt, dass es falsch ist, dass es so verdammt viel Kraft gekostet hat, damals alles zu überleben, wie verdammt knapp es war und wie unfassbar der Schmerz am Ende war, noch während alles auf NEIN gepolt ist, kippt man die Maschine in den Sturzflug ab, jagt hinunter in das grenzenlose Nichts über der New Economy, der Propeller zerfleischt wieder die Schwärze, und man ist wieder dort, wo man nie wieder hin wollte.

Nur ein paar Meter, nur ein kurzes Stück, nur ein paar Sekunden wieder diese geile Paranoia im Abgrund, kreischen die Endorphine im Blut, und sofort ist alles wieder da, die Kontrolle über die Maschine, die Lust am Limit, am Verrat, am Beobachten und am Niederballern, wenn niemand es erwartet. Da unten sind sie wieder, wie damals, die Dummen, die Schnellen und die Toten, alle mit sich selbst und dem Überleben beschäftig, niemand hat damit gerechnet, dass da noch jemand ist, und das Donnern der Explosionen überdeckt das Kreischen des eigenen Motors, der bei maximaler Drehzahl die Kolben zu glühen bringt.

Der Kampf hier unten läuft nach simplen Regeln, die einen haben alle Möglichkeiten und die anderen keine Chance, es ist ungleich, ungerecht und die Rollen sind festgelegt. Bis jetzt. Denn ab jetzt gibt es einen weiteren Spieler, mit dem niemand rechnet, der eigentlich schon lange vergessen ist, den niemand mehr auf der Rechnung hat. Dieser Schatten, der man ist, zieht langsam an das erste Opfer heran, überholt dessen Verfolger, und noch bevor die wissen was passiert, bevor sie nur einen einzigen Schuss abgegeben haben, detoniert der Typ in einer knallgrauen Wolke.

Und noch während die Verfolger nachdenken, was zum Teufel hier eigentlich los ist, wendet man die Maschine, geht auf Kollisionskurs und ballert ihnen eine volle Ladung mitten durch die Kanzeln. Sie sind gekommen, um zu jagen, und plötzlich ist da jemand, der sie jagt. Jemand muss sie verraten haben, irgendwas läuft schief hier unten, der Plan war perfekt, aber irgendjemand kennt den Plan auch und nutzt ihn, um ihnen aufzulauern. Nur noch ein paar Salven, denkt man sich, nur noch dieses Ding hier fertig machen, es ist wichtig, gut und richtig, das hier zu tun, niemand anderes als man selbst kann das machen, denn man ist einer wie sie, oder man war es, vor so langer Zeit, man kennt ihre schräge Denke und das kranke, in sich logische System, das auf diese Denke und all ihre Feuerkraft abgestellt ist. Der Trick ist, ihre Munition platzen zu lassen, bevor sie feuern können. Und wenn sich dann alles in ein Feuermeer verwandelt hat, nichts wie weg hier aus dem Abgrund, zurück ins Licht und vergessen, verdrängen, was man war und was man getan hat.

Aber später dann, wieder im Licht, wird man wahrscheinich begreifen, dass man den Abgrund in Wahrheit nie verlassen hat, dass der Abgrund in einem selbst ist, und dass man ihn nie los wird,

und man wird immer das Verlangen spüren, den Alptraum nochmal zu leben

egal, wie falsch es war, ist, und sein wird,

egal. Nur noch dieses eine mal.

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Montag, 12. April 2004

In drei Stunden muss ich mich entscheiden

ob ich meinen kleinen Minusgefühlen Raum lasse, oder ob ich zurückhaltend die Vergangenheit ruhen lasse.

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Dienstag, 6. April 2004

Damals in der Tempo

habe ich vor allem KGB gelesen - Kopf Glaser Biller. In umgekehrter Reihenfolge. Christian Kracht war ok, seinen Kumpel Eckhart Nickel fand ich in Bezug zu mir bestenfalls epigonenhaft, weil der mein Leben und das meiner Freunde nicht wirklich angemessen beschrieb. Dem fehlte einfach die Arroganz des Reichtums; der hatte es nötig, Karriere zu machen.

Bei Claudius Seidl hatte ich eher ein zwiespältiges Gefühl, und Lorenz Lorenz fing erst dann zu schreiben an, als die Tempo schon den langen Weg ins Nichts begonnen hatte. So richtig gut war Tempo eigentlich nur bis Anfang der 90er.

Das , liebe Studenten der FH Darmstadt, solltet Ihr wissen, wenn ihr Euch mit diesem Blog beschäftigt. Das Blog ist kein Blog im eigentlichen Sinne, sondern eine fortgeschriebene Abrechnung mit meiner eigenen Vergangenheit, deren Spolie Euer Lehrbeauftragter ist.

Viele von uns, ob Tempoleser oder Temposchreiber, die damals in den späten 80er Jahren am Grandl vorbei ins Parkcafe schlenderten, wenn Prince sein Konzert hatte, im Nachtcafe Gaultier trugen und auf diejenigen herabsahen, die ihr Versace-Jäckchen so legten, dass man das Firmenschild sah und gerne die feinen, nackten Schultern von Frauen in Alaia-Kleidern streichelten - wir dachten damals, dass wir die Avantgarde waren. Wir haben eine Revolte angezettelt, wir haben uns an die Macht geputscht, wir waren das personifizierte Anything goes.

Wir machten den Weg vom Langzeitstudenten zum Medienreinschnupperer, hatten nach 6 Monaten als NoBrainer Preise, gingen in die New Economy und vernichteten das, was wir geschaffen hatten, sobald uns jemand mehr Geld für diese Gewaltorgie gab. Die meisten von uns sind auf die Fresse geflogen, und geben jetzt das popkulturelle Spiessbürgertum der Republik, weil sie es nicht in die Klapse oder in den Suizid geschafft haben. Manche schreiben Bücher ohne Hass und Wut. Manche sind Lehrbeauftragte an der FH.

Kommt. Fragt uns. Wir sind die Letzten. Wir haben es nicht geschafft, das System zu vernichten. Lernt aus unseren Fehlern und macht es besser.

Don´t believe the Hype.

Mehr Debatten hier: http://convers.antville.org/stories/747148/

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Sonntag, 28. März 2004

Äh, also, ja...

und dann war es spät in der Kneipe, und dann haben wir mal so gesprochen und dann hat einer natürlich auch gleich gesagt, das machen wir.



(no ruin was painted for this picture)

Und mir haben sie natürlich die E-Card aufgedrückt, ich sag den Eingeweihten auch wo das ganze stattfindet, Modalitäten und all so´n Zeug.

Wird aber ganz nett. Ein paar Sentinels haben ihr Kommen schon zugesagt.

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Samstag, 20. März 2004

Ausserdem bemerkte meine kleine Schwester,

ohne zu wissen, dass manche solche Aussagen wenig schätzen:

Wenn ich in München mal Geld verprasse, ist das eine wenig ruhmreiche Normalität, auf die ich nicht stolz sein kann. Hier in diesem runtergekommenen Berlin ist es die letzte Chance, anständig zu bleiben.

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Samstag, 20. März 2004

Und dann sprach meine kleine Schwester

beim Warten auf das Essen in einem sehr guten indischen Restaurant:

Da hinten hat gerade einer die Pfanne ausgeleckt Sowas gibt´s aber auch nur hier in Berlin. Degoutant.

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Donnerstag, 18. März 2004

Das Stelldichein

der gescheiterten Popautorinnen auf der Suche nach literarischem Nachruhm: Sybille Berg macht ein "polyphones Sprachkunstwerk".

Muss ein beschissenes Gefühl sein, jahrelang den immer gleichen Stil zu pflegen, immer die gleichen Klischhes zu bedienen, und dann gezwungen sein, sich vom Lektor eine veränderte Schreibe eintrichtern zu lassen, damit man das Buchprodukt in der Postpopära noch verkaufen kann. Schliesslich sind die Leser solcher Prosa auch älter geworden, und das muss berücksichtigt werden, wenn schon keine neuen Leser nachkommen.

Ein Lesepublikum, das man liften kann wie die eigenen Falten, das wär was für die Popabfälle im Busch heuer.

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Mittwoch, 17. März 2004

Wenn ich ein paar Tage netter zu Berlin bin

liegt das nicht am Wetter, am Sex, an schönen neuen Möbeln oder beruflichem Erfolg, sondern:

An der Anwesenheit meiner kleinen Schwester.

Dann wird Berlin 24 Stunden lang niedergemacht, wie beim Einmarsch der Russen 45. Da kann ich dann nicht auch noch. Die besten Quotes gibt es hier trotzdem.

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Montag, 15. März 2004

5000 Zeichen

Auftragsarbeit. Ich stelle einen Bezug zwischen der Vermüllung der Stadt und dem Niedergang der Immobilienfonds her. These: Es entsteht ein Abwärtssog. Vermüllung auf Freiflächen senkt die Mieten, zieht schlechte Kunden an, die wirtschaften frisch restaurierte Häuser runter, den Fonds fehlt das Geld, Häuser werden baufällig, Projekte werden nicht beendet, statt dessen mit Müll gefüllt, weiterer Niedergang der Investoren, Rückbau wegen Einsturzgefahr, neue Freiflächen für neuen Müll.

Schliesslich muss das Zeug von Ikea irgendwo hin.

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