: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 11. Februar 2012
Umfrage!
3000 Tage Rebellen ohne Markt gibt es bald zu feiern. Was soll ich in den nächsten 3000 Tagen für die Leserschaft machen?
Ansonsten kaltes Traumwetter heute. Schlittschuhlaufen geht gar nicht so gut, weil zu viel Schnee auf dem Eis ist. Aber darauf wiederum kann man vorzüglich Rad fahren.






Ansonsten kaltes Traumwetter heute. Schlittschuhlaufen geht gar nicht so gut, weil zu viel Schnee auf dem Eis ist. Aber darauf wiederum kann man vorzüglich Rad fahren.






donalphons, 23:16h
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Sollte
letztlich herauskommen, dass ein gewisser Christian W. bei seinem Freund G. ein Vertrag über das Ausleihen eines Telefons im Oktober 2005 geschlossen haben könnte, um unter anderem Telefongespräche mit einer Bekannten zu führen, die nach dem, was in der Bild als nette Story stand, erst auf einer Südafrikareise im Jahr 2006 mit ihm so richtig bekannt wurde, und bei der ganzen Sache mit Scheidung und Neuheirat damals irgendwie unter den Tisch gefallen ist, dass die ganze Geschichte vielleicht doch noch eine zweite, nicht gerade konservative und damit längere Chronologie hat, wie man das in Vorgeschichtskreisen nennt, und sollte das Nachlassen der Telefonnutzung irgendwas damit zu tun haben, dass sich W. nicht mehr verstellen musste -
dann würde ich auch verstehen, warum so ein Christian W. eine Pressekonferenz zusammen mit seiner zweiten Frau gegen die Methoden der Bildzeitung machen wollte. Aber nur, falls es sollte.
dann würde ich auch verstehen, warum so ein Christian W. eine Pressekonferenz zusammen mit seiner zweiten Frau gegen die Methoden der Bildzeitung machen wollte. Aber nur, falls es sollte.
donalphons, 17:10h
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Freitag, 10. Februar 2012
Gerechtigkeit für den Winter
2008 war ein Traumwinter; da bin ich an den Tegernsee gezogen. Warm, schneefrei, eigentlich Frühling. Blitzblauer Himmel, tiefblauer See.

2009 war ein Traumwinter. Unten am See war es frühlingshaft mild, überall war es sonnig, und oben war genug Schnee zum Rodeln. Man konnte es sich aussuchen. Und warm war es! Es gibt Bilder von mir neben einem Termometer, das 20 Grad an einer Hauswand anzeigt. Ganz oben auf dem Berg, im Schnee.

2010 war ein Katastrophenwinter für die, die nicht am See waren. Das Wort "spätrömische Dekadenz" ist gefallen von jemandem, dem man selbst gern beim Schneeschippen zuschauen würde. Und zwar nur mit Hipsterbrille und einem Laken bekleidet. Am See war das Wetter dagegen traumhaft. Sonne, Sonne, Sonne über angenehmem Schnee. Und Inversionswetterlage. Oben warm, unten in München eisig.

2011 war nochmal so ein Jahr, da kamen manche über Wochen mit ihren Autos nicht aus den Schneehaufen heraus. Der Winter dauerte zwar auch am See sehr lang, aber er war sehr schön. Sagenhaft. Nur etwas mehr Schnee hätten wir gebraucht. Richtig erbärmlich kalt war es in all den Jahren selten, man konnte trotzdem immer draussen etwas tun. Keine Frage, ich bin verwöhnt.

2012... man muss auch mal das Silber putzen und Rezepte variieren. Draussen sein und Rodeln ist überbewertet, wenn es auch am Tag minus 20 Grad hat. Und ich muss vermieten und restaurieren und habe auch so genug zu tun. Und vier Jahre lang hatte ich die schönsten Winter, die man sich vorstellen kann, da darf es auch einmal aussetzen. Und dafür hatten wir ja auch einen Traumnovember, das muss man auch sehen.

2009 war ein Traumwinter. Unten am See war es frühlingshaft mild, überall war es sonnig, und oben war genug Schnee zum Rodeln. Man konnte es sich aussuchen. Und warm war es! Es gibt Bilder von mir neben einem Termometer, das 20 Grad an einer Hauswand anzeigt. Ganz oben auf dem Berg, im Schnee.

2010 war ein Katastrophenwinter für die, die nicht am See waren. Das Wort "spätrömische Dekadenz" ist gefallen von jemandem, dem man selbst gern beim Schneeschippen zuschauen würde. Und zwar nur mit Hipsterbrille und einem Laken bekleidet. Am See war das Wetter dagegen traumhaft. Sonne, Sonne, Sonne über angenehmem Schnee. Und Inversionswetterlage. Oben warm, unten in München eisig.

2011 war nochmal so ein Jahr, da kamen manche über Wochen mit ihren Autos nicht aus den Schneehaufen heraus. Der Winter dauerte zwar auch am See sehr lang, aber er war sehr schön. Sagenhaft. Nur etwas mehr Schnee hätten wir gebraucht. Richtig erbärmlich kalt war es in all den Jahren selten, man konnte trotzdem immer draussen etwas tun. Keine Frage, ich bin verwöhnt.

2012... man muss auch mal das Silber putzen und Rezepte variieren. Draussen sein und Rodeln ist überbewertet, wenn es auch am Tag minus 20 Grad hat. Und ich muss vermieten und restaurieren und habe auch so genug zu tun. Und vier Jahre lang hatte ich die schönsten Winter, die man sich vorstellen kann, da darf es auch einmal aussetzen. Und dafür hatten wir ja auch einen Traumnovember, das muss man auch sehen.
donalphons, 23:42h
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Donnerstag, 9. Februar 2012
Pardon
Ich arbeite gerade zeitgleich an zwei grösseren Geschichten; eine ist schon länger angefordert und die andere geht mir seit der Lektüre eines Buches nicht aus dem Kopf. Beide Geschichten hängen irgendwo zusammen; in der einen geht es um gewisse Wohlstandselenderscheinungen in München und in der anderen um die Frage, warum Berin mit schwarzrot und Spiesserpiraten so unsexy ist. Irgendwie hänge die beiden Themen zusammen.
Als ich Ende 2003 nach Berlin ging, hatte das Ende der New Economy eine Tabula Rasa hinterlassen, und alle fragten sich damals, was jetzt wohl kommen würde. Was man machen, entwickeln, aufbauen könnte. Visionen, Pläne, grosse Konzepte. Die Ergebnisse? Klingeltöne von Jamba und Forderungen nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Meine These ist, dass angesichts der Möglichkeiten auf dem Spielplatz Berlim das BGE nach diesem Jahrzehnt ein Eingeständnis des Scheiterns ist. Immerhin kommt da heute keiner mehr auf die Idee, redesign Deutschland zu brüllen. Ich sehe eigentlich keinen ernsthaften Ansatz mehr, etwas jenseits von Berlin zu bewegen. Die sind mit dem Abbau von Clubs und Galerien und der Verhottentottierung für die Touris voll ausgelastet. Und ich sage mal: Das ist die Agonie vor dem Tod.
Gut, mit einer grossen Koalition ist das kein Wunder. Umgekehrt, im Süden, scheinen diese Probleme weit entfernt zu sein, aber da sind auch so Fälle wie ganz erstaunliche Privatinsolvenzen. Es gibt irre Formen von Gentrifizierung unter Reichen, und mehr Geld mündet fast zwangsläufig in mehr Leistungsdruck. Die einen brennen aus, die anderen haben eine zu hohe burn rate, gesund ist beides nicht. Natürlich kommt München wieder, die Clubs, die in Berlin schliessen, machen am Rindermarkt und beim Schlachthof wieder auf, und es ist gar nicht mal so spiessig: Die Spiesser nämlich leben alle in Berin. Trotzdem ist der Druck in München brutal. Und alle Mieter wollen Wohnungen kaufen, auch wenn sie sich bis zum Ende ihrer Tage verschulden müssen.
Es gibt einige Anzeichen, dass viele in Berlin trotz der Agonie bleiben, weil sie fürchten, im Süden beruflich abgehängt zu werden, wie man in Berlin menschlich abgehängt wird. Und ich denke, dass Zettl keiner anschaut, nicht weil der Film schlecht ist, sondern der Film eine Stadt als Thema hat, die niemanden mehr interessiert. All diese Ansätze müssen unter twei Hüte. Ich habe einiges zu tun.
Davor aber erst mal der obligatorische Beitrag zur Schande in Bellevue und wie man sie endlagern kann.
Als ich Ende 2003 nach Berlin ging, hatte das Ende der New Economy eine Tabula Rasa hinterlassen, und alle fragten sich damals, was jetzt wohl kommen würde. Was man machen, entwickeln, aufbauen könnte. Visionen, Pläne, grosse Konzepte. Die Ergebnisse? Klingeltöne von Jamba und Forderungen nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Meine These ist, dass angesichts der Möglichkeiten auf dem Spielplatz Berlim das BGE nach diesem Jahrzehnt ein Eingeständnis des Scheiterns ist. Immerhin kommt da heute keiner mehr auf die Idee, redesign Deutschland zu brüllen. Ich sehe eigentlich keinen ernsthaften Ansatz mehr, etwas jenseits von Berlin zu bewegen. Die sind mit dem Abbau von Clubs und Galerien und der Verhottentottierung für die Touris voll ausgelastet. Und ich sage mal: Das ist die Agonie vor dem Tod.
Gut, mit einer grossen Koalition ist das kein Wunder. Umgekehrt, im Süden, scheinen diese Probleme weit entfernt zu sein, aber da sind auch so Fälle wie ganz erstaunliche Privatinsolvenzen. Es gibt irre Formen von Gentrifizierung unter Reichen, und mehr Geld mündet fast zwangsläufig in mehr Leistungsdruck. Die einen brennen aus, die anderen haben eine zu hohe burn rate, gesund ist beides nicht. Natürlich kommt München wieder, die Clubs, die in Berlin schliessen, machen am Rindermarkt und beim Schlachthof wieder auf, und es ist gar nicht mal so spiessig: Die Spiesser nämlich leben alle in Berin. Trotzdem ist der Druck in München brutal. Und alle Mieter wollen Wohnungen kaufen, auch wenn sie sich bis zum Ende ihrer Tage verschulden müssen.
Es gibt einige Anzeichen, dass viele in Berlin trotz der Agonie bleiben, weil sie fürchten, im Süden beruflich abgehängt zu werden, wie man in Berlin menschlich abgehängt wird. Und ich denke, dass Zettl keiner anschaut, nicht weil der Film schlecht ist, sondern der Film eine Stadt als Thema hat, die niemanden mehr interessiert. All diese Ansätze müssen unter twei Hüte. Ich habe einiges zu tun.
Davor aber erst mal der obligatorische Beitrag zur Schande in Bellevue und wie man sie endlagern kann.
donalphons, 23:47h
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Mittwoch, 8. Februar 2012
Der Aufkleber
Die wussten schon, warum sie solche Aufkleber auf die Koffer getan haben.

Der nächste Wintershausputz würde kommen, und dann auch bald per Telegramm:
+++2 Zimmer + Mai bis Juli + meerblick + Honorarkunsul Grünanger u. Gattin +++
Ja, so ist das, und dann mit dem Landaulet versuchen, die Berge zu überqueren. Abenteuer. Schicksal. Luxus.

Der nächste Wintershausputz würde kommen, und dann auch bald per Telegramm:
+++2 Zimmer + Mai bis Juli + meerblick + Honorarkunsul Grünanger u. Gattin +++
Ja, so ist das, und dann mit dem Landaulet versuchen, die Berge zu überqueren. Abenteuer. Schicksal. Luxus.
donalphons, 23:13h
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Guten Morgen
Das Schönste an diesem Ensemble sind zwei Umstände:

Grossbild
1. Kein Filmfondsmensch hat es auf Sylt für mich mit Hotelsilber anrichten lassen.
2. Ich kenne einige Leute, die sich so etwas vermutlich auch recht lange nicht mehr zu Gemüte führen werden.

Grossbild
1. Kein Filmfondsmensch hat es auf Sylt für mich mit Hotelsilber anrichten lassen.
2. Ich kenne einige Leute, die sich so etwas vermutlich auch recht lange nicht mehr zu Gemüte führen werden.
donalphons, 12:00h
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Dienstag, 7. Februar 2012
Sichwasleistungsgesellschaft
Die Seite mit dem Hotel in Catania ist immer noch offen, und auch die andere mit der Empfehlung meiner Eltern, die ich mir aber beim besten Willen nicht leisten kann, und auch nicht leisten würde: Taormina Bestlage, direkt am Meer, historisches Gemäuer, hübsch, wirklich. Obwohl meine Eltern Catania enorm scheusslich finden und gar keinen Vergeich zu Taormina.
Dummerweise kostet dort eine Nacht inzwischen - es ist 10 Jahe her, dass meine Eltern das letzte Mal dort waren - in einer geupgradeten Parvenüschnorrikategorie so viel wie 7 Tage in Catania. Und 7 Tage so viel wie ein Monat Catania plus vermutlich noch ein Barockalter und drei Sklaven, die ihn nach Hause tragen. Ich würde einiges gerade gern tun wollen, und fast alles lieber als dieses Trainingsprogramm für das nächste Stalingrad, aber das wäre es mir einfach nicht wert. Selbst wenn ich es mir leisten könnte. Vermutlich muss ich nochmal 30 Jahre älter werden, um diese Bestimmtheit zu erreichen, die besagt: Das leiste ich mir einfach.

Dafür leiste ich mir ein paar andere Dinge: Fast eue Felgen und Reifen für die Barchetta und den Sommer, ein paar bösartige Bemerkungen über Reichshauptschnorri morgen, man glaubt gar nicht, was einem da so einfällt, wenn man bei -17 Grad durch das Schneetreiben 10 Kilometer fährt und in die harten Eisbrocken knallt. Und zum Abend dann eine Sauerei mit Mascarpone, allein, denn momentan geht Nachts keiner aus dem Haus, der nicht muss. Und nachdem hier langsam die ersten Rohre bersten, könnte ich ohnehin nicht weg.
Also: Keep ice cold and carry on.
Dummerweise kostet dort eine Nacht inzwischen - es ist 10 Jahe her, dass meine Eltern das letzte Mal dort waren - in einer geupgradeten Parvenüschnorrikategorie so viel wie 7 Tage in Catania. Und 7 Tage so viel wie ein Monat Catania plus vermutlich noch ein Barockalter und drei Sklaven, die ihn nach Hause tragen. Ich würde einiges gerade gern tun wollen, und fast alles lieber als dieses Trainingsprogramm für das nächste Stalingrad, aber das wäre es mir einfach nicht wert. Selbst wenn ich es mir leisten könnte. Vermutlich muss ich nochmal 30 Jahre älter werden, um diese Bestimmtheit zu erreichen, die besagt: Das leiste ich mir einfach.

Dafür leiste ich mir ein paar andere Dinge: Fast eue Felgen und Reifen für die Barchetta und den Sommer, ein paar bösartige Bemerkungen über Reichshauptschnorri morgen, man glaubt gar nicht, was einem da so einfällt, wenn man bei -17 Grad durch das Schneetreiben 10 Kilometer fährt und in die harten Eisbrocken knallt. Und zum Abend dann eine Sauerei mit Mascarpone, allein, denn momentan geht Nachts keiner aus dem Haus, der nicht muss. Und nachdem hier langsam die ersten Rohre bersten, könnte ich ohnehin nicht weg.
Also: Keep ice cold and carry on.
donalphons, 23:39h
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Vita Nova
Ich schreibe gern über die negativen Folgen des Internets und der asozialen Netzwerke. Nicht, weil ich das Netz nicht mag, sondern weil sich die Berichterstattung über weite Strecken in den Klauen von zwei unausrottbaren Gattungen befindet: Korrupten Wirtschaftsjournalisten und egogeilen Netzcheckern. Irgendjemand muss sich auch mal hinstellen und breit erklären, was am Targeting bei Facebook besser als bei Google ist, und warum Facebook dennoch schlechter als kommende Alternativen sein wird.

Aber: Ohne Internet hätte ich heute zwangsweise in diesen frühen Morgen gehen müssen, und zwar nicht nur da draussen, was schon schlimm genug wäre, sondern auch noch in einer anderen Stadt. Eine, die ich nicht besonders schätze, und für die ich dennoch viel Geld ausgeben müsste. Ich hätte höhere Belastungen und Kosten bei erheblich schlechterer Lebensqualität. Allein das Wetter zu sehen und zu wissen, dass ich nicht eine halbe Stunde durch dieses Trübsal stapfen werde, ist - unbezahlbar.

Statt dessen gehe ich durch vier warme Räume über Perserteppiche und Parkett in die Küche, bereite die nächste Tarte nebenbei vor, während das Wasser kocht, summe ein wenig vor mich hin und habe viel Lebenszeit gespart. Mehr noch: Lebenszeit angenehm verbracht, die andere unangenehm verbringen. Manchmal glaube ich, dass man die unsägliche Freudlosigkeit von Zeitungen auch ein wenig damit erklären kann, dass sie oft genug von Menschen in mobilen Blechbüchsen konsumiert werden, in denen die Druckerzeugnisse, relativ gesehen, angenehmer als der Rest sind. Zeitungen können sich das noch leisten, aber wenn ich dann in Mantua im Cafe sitze... da bräuchte es Zauber. Aber davon ist nichts da. Ich habe auch hier keine Zeitung, selbst wenn mitunter Verlage versuchen, mir ein Angebot zu machen: Danke, aber ich suche mit das Bezaubernde lieber selbst raus, bevor ich zu viel Grau bestelle, das mit meinem Leben nichts zu tun hat. Wieso Verlage glaubem, dass Nutzer zu dem gleichen Grau greifen, wenn sie auf dem iPad auch noch ganz andere Dinge finden - keine Ahnung.

Meine Informationswelt ist so unfassbar, so unglaublich viel besser als alles, was davor möglich war. Wenn ich lese, dass Zeitungen für sich auch im Netz eine Führungsrolle beanspruchen: Ach was. Die Leute wissen schon, warum sie zu facebook und G+ gehen, da sind die Menschen angenehmer. Niemand ist gezwungen, sich die Welt von diesen Systemen erklären zu lassen, und schon gar nicht, wenn es so unfreundlich daherkommt. Und wo man sich letztlich all die ähnlichen Informationen abholt, die man so braucht, ist ungefähr so wichtig wie die Frage, aus welchen Reservoir das Wasser für die Klospülung kommt. Die Leute sind - leider - bei Facebook, weil sie dort bekommen, was es nur dort gibt, und was Medien zu liefern nur begrenzt in der Lage sind. SPON versucht es mit gebitchslappten Plärrdreck, andere haben sich darüber noch nicht mal Gedanken gemacht, und ich frage mich, ob die begreifen, dass mit Pinterest jetzt auch ein soziales Netzwerk da ist, mit dem jeder Werbetreibende den ganzen Werbeclickbannermüll bei Zeitungen streichen kann - dort ist übrigens die Zielgruppe, die man möchte.
Zeug bei Facebook und Twitter raushauen kann jeder. Ich glaube, mit textfern getriebenen Systemen wie Pinterest wird es richtig spannend. Einerseits, weil es da auch Texte brauchen wird, andererseits, weil es ein ganz anderes, kundenorientiertes Denken verlangt, das nicht weit verbreitet ist. Medien sind nun mal am Tropf der Anzeigenschaltung. Das kann sie eigentlich nicht unberührt lassen. Wie gesagt, ich finde diese Veränderungen nicht durchgehend gut, und was da mit Daten geschieht, sogar abscheulich. Aber man kann es nicht ignorieren. Man muss mitmachen und die Vorteile nutzen, wenn die Nachteile schon unausweichlich sind.

Aber: Ohne Internet hätte ich heute zwangsweise in diesen frühen Morgen gehen müssen, und zwar nicht nur da draussen, was schon schlimm genug wäre, sondern auch noch in einer anderen Stadt. Eine, die ich nicht besonders schätze, und für die ich dennoch viel Geld ausgeben müsste. Ich hätte höhere Belastungen und Kosten bei erheblich schlechterer Lebensqualität. Allein das Wetter zu sehen und zu wissen, dass ich nicht eine halbe Stunde durch dieses Trübsal stapfen werde, ist - unbezahlbar.

Statt dessen gehe ich durch vier warme Räume über Perserteppiche und Parkett in die Küche, bereite die nächste Tarte nebenbei vor, während das Wasser kocht, summe ein wenig vor mich hin und habe viel Lebenszeit gespart. Mehr noch: Lebenszeit angenehm verbracht, die andere unangenehm verbringen. Manchmal glaube ich, dass man die unsägliche Freudlosigkeit von Zeitungen auch ein wenig damit erklären kann, dass sie oft genug von Menschen in mobilen Blechbüchsen konsumiert werden, in denen die Druckerzeugnisse, relativ gesehen, angenehmer als der Rest sind. Zeitungen können sich das noch leisten, aber wenn ich dann in Mantua im Cafe sitze... da bräuchte es Zauber. Aber davon ist nichts da. Ich habe auch hier keine Zeitung, selbst wenn mitunter Verlage versuchen, mir ein Angebot zu machen: Danke, aber ich suche mit das Bezaubernde lieber selbst raus, bevor ich zu viel Grau bestelle, das mit meinem Leben nichts zu tun hat. Wieso Verlage glaubem, dass Nutzer zu dem gleichen Grau greifen, wenn sie auf dem iPad auch noch ganz andere Dinge finden - keine Ahnung.

Meine Informationswelt ist so unfassbar, so unglaublich viel besser als alles, was davor möglich war. Wenn ich lese, dass Zeitungen für sich auch im Netz eine Führungsrolle beanspruchen: Ach was. Die Leute wissen schon, warum sie zu facebook und G+ gehen, da sind die Menschen angenehmer. Niemand ist gezwungen, sich die Welt von diesen Systemen erklären zu lassen, und schon gar nicht, wenn es so unfreundlich daherkommt. Und wo man sich letztlich all die ähnlichen Informationen abholt, die man so braucht, ist ungefähr so wichtig wie die Frage, aus welchen Reservoir das Wasser für die Klospülung kommt. Die Leute sind - leider - bei Facebook, weil sie dort bekommen, was es nur dort gibt, und was Medien zu liefern nur begrenzt in der Lage sind. SPON versucht es mit gebitchslappten Plärrdreck, andere haben sich darüber noch nicht mal Gedanken gemacht, und ich frage mich, ob die begreifen, dass mit Pinterest jetzt auch ein soziales Netzwerk da ist, mit dem jeder Werbetreibende den ganzen Werbeclickbannermüll bei Zeitungen streichen kann - dort ist übrigens die Zielgruppe, die man möchte.
Zeug bei Facebook und Twitter raushauen kann jeder. Ich glaube, mit textfern getriebenen Systemen wie Pinterest wird es richtig spannend. Einerseits, weil es da auch Texte brauchen wird, andererseits, weil es ein ganz anderes, kundenorientiertes Denken verlangt, das nicht weit verbreitet ist. Medien sind nun mal am Tropf der Anzeigenschaltung. Das kann sie eigentlich nicht unberührt lassen. Wie gesagt, ich finde diese Veränderungen nicht durchgehend gut, und was da mit Daten geschieht, sogar abscheulich. Aber man kann es nicht ignorieren. Man muss mitmachen und die Vorteile nutzen, wenn die Nachteile schon unausweichlich sind.
donalphons, 11:34h
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