: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Kurz

Bislang sind meine Texte bei der FAZ lang und reich bebildert gewesen, aber jetzt probiere ich es mal kurz und mit nur einem gar nicht mal guten Photo - und bitte um Resonanz, wenn es darum geht, warum es bei uns prima läuft und woanders die Massen auf dem Zahnfleisch in die Altersarmut laufen.

Man kann das selbst ja nie richtig einschätzen.

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Sonntag, 14. Dezember 2014

Was ist eigentlich Homophobie?

Nach meiner Vorstellung ist sie eigentlich der Hass auf Menschen mit von der angeblichen "Norm" abweichender Sexualität. Nun ja. Ich persönlich denke, dass jeder so seine eigenen Vorstellungen von Sex hat. Manches ist halt unhinterfragt akzeptiert und anderes nicht, selbst wenn beides in sich nachgerade pervers sein kann. Ich privat finde einfach,. dass jeder im Bett tun soll, worauf er Lust hat, solange er andere dafür findet, die gern mittun, und da hat ihm auch niemand einzureden. Auch nicht in der Öffentlichkeit. Und daraus sollte sich auch keine Benachteiligung ergeben.

Andererseits bin ich nicht der Meinung, dass die sog. Gendertheorie mit ihrem Glauben an die Prägung des Menschen die ideale Haltung ist, mit der man Menschen zum Glück nach der Facon dieser Gender-Wissenschaftler erziehen sollte. Ich glaube nicht an das Geschlecht als totales Konstrukt und Zwang der Gesellschaft, aber wenn solche Ideologien Einfluss auf den Unterricht nehmen möchten, muss man das nicht wortlos hinnehmen. Das hat mit Homophobie nichts zu tun, nur mit der Ablehnung einer fragwürdigen Theorie. Gut, die führende Figur dieser Theorie ist lesbisch. Die Macher von Politcally Incorret sind hetero. Beide Extremisten will ich nicht auf Kinder losgelassen sehen. Das ist weder homophob noch heterohassend, es ist einfach eine Frage des Umgangs mit Menschen, die in der Schule in einer Zwangslage sind. Ich will da übrigens auch keine Priester sehen, ohne dass ich deshalb gleich Kirchen anzünden würde.

Und über diese Ablehnung einer Theorie, ohne deshalb sich den perfiden Vorwurf der Homophobie anhören zu müssen, habe ich etwas geschrieben, das von den Lesern gut diskutiert wurde.

Edit: bitte beachten Sie auch den Kollegen Novetre mit Bissigkeiten über gewisse Netzpersonen und die Kollegin Roenicke zu den neuen Konflikten im Osten.

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Mittwoch, 10. Dezember 2014

Ich war gestern auf dem Berg

Weil, was soll man sonst tun, wenn man gerade wenig anderes tun kann. Auf dem Berg, bei dessen Besteigung mir die besten Geschichten einfallen und der gerade so hoch ist, dass es dort oben meistens schön ist. Selbst wenn im Tal der Nebel liegt.







Das Grossartige ist: Schlimmer kann es kaum werden. Recht viel kürzer werden die Tage nicht, recht viel tiefer geht es sozial nicht. Das ist schon in etwa das Übelste, was mir so zustossen kann. Das ist und bleibt mein Leben und meine Zukunft, und es ist so absurd viel besser als das meiste, was dieser Planet zu meiner Zeit zu bieten hat. Gut, ich werde nie zum Mond reisen. aber mir reicht auch der Berg.







Und das Gefühl natürlich, dass es geht. Dass die Kondition auch auf einem neuen, ubekannten Rad ausreicht, dass die Balance auf Eis und Schnee stimmt, und dass, wenn man nur hoch genug ist, auf 20 Höhenmetern der Nebel vollkommen weg ist, und der Himmel strahlend blau wird. Am liebsten wäre ich diese Strecke ein paar mal gelaufen, nur damit es öfters blau wird.







Dann bin ich oben und es ist so schön, wie es hier oben nur im Winter sein kann. Bis nach Frankfurt unter dem Nebel kann man nie schauen, da ist die Erdkrümmung dazwischen, und es fühlt sich gut und richtig an, dass es so ist und bleiben wird. So viel wird passieren, man merkt es überall, aber mir, was soll mir schon passieren. Ich bleibe ja hier. Ich komme schon durch. Immer.







Wen die Götter vernichten wollen. dem erfüllen sie alle Wünsche und ich hätte gern ein dickes Stück Baumkuchen gehabt, aber es war nur noch ein dünnes Exemplar vorhanden. Na dann. Es wird mit diesem kleinen Missvergnügen schon werden. Soweit es halt was werden kann.

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Dienstag, 9. Dezember 2014

Team Schirrmacher


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Ich tu immer nur so zivilisiert

Aber gleich die Strasse runter beginnt die Schleifmühl, und natürlich kann ich bei YallaCSU auch noch ganz anders. Oida.

Voll geniessen kann den eigentlich nur ein Muttersprachler, der die Doppeldeutigkeiten kennt.

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Freitag, 5. Dezember 2014

Knallen. Es muss knallen

Es war irgendwie absehbar, dass dieser Gastbeitrag nicht ganz ohne emotionale Reaktionen bleiben würde. Und ich habe gelernt, dass solche Beiträge wirklich wichtig sind, weil das Denken vieler Menschen nicht unbedingt so kühl ist, wie es sein sollte. Es geht um Sexkauf und zwar nicht um die Form, die ich hier praktiziere.



Formeller Anlass ist die sich bildende Koalition aus Emmas, Femen, Schwedinnen und katholischer Kirche für ein Bündnis zur "Abschaffung" - höhö - von Prostitution, ohne mit den Betroffenen zu reden oder sie auch nur einzulassen - und das mit Steuergeldern. Nun kann ich mich ja bequem aus der Affaire ziehen und sagen, dass mir Sex in meinem Alter eh langsam egal sein kann, ich nicht mehr viel versäume und meinen Spass schon früher und mehr als ausreichend hatte. Und warum sollte ich mir, in meiner privilegierten Situation, den Stress antun, so einen "riskanten" Beitrag bei der FAZ zu bringen.

Es sind ja nicht meine Privilegien, an die dieser von Moralin besoffene Mob will.

Da habe ich zwei Antworten. Die eine ist, dass ich generell nicht will, dass solche Figuren darüber zu befinden haben, wie ich mein Leben zu gestalten habe. Es geht mir nicht darum, ob ich das tun will - es geht mir darum, dass ich und jeder die Freiheit hat. sein Sexualleben nach eigenem Willen und Plaisier zu gestalten. Wenn jemand dafür zahlen will, soll es so sein und wenn Bezahung gewünscht wird, ist das auch in Ordnung. Solange da eben freier Wille dahinter ist. Und wenn diese Tätigkeit gewählt wird, weil es die bessere Alternative zu Unannehlichkeiten dieses Systems ist, nehme ich das auch gern hin, selbst wenn ich auch der Meinung bin, dass die Gehaltsunterschiede in Deutschland generell zu gross sind, und Frauen besonders am unteren Ende mehr verdienen sollten. Was die dann tun, muss mir auch nicht gefallen. Mir gefällt sehr vieles nicht, ich bin eigentlich ein enormer Spiesser. der schon kaum den Anblick von Piercings erträgt. Aber es ist deren Freiheit und die habe ich nicht nur hinzunehmen, sondern auch zu respektieren. So, wie ich auch nicht angepflaumt werden möchte, wenn ich gut gekleidet zuammen mit einer Frau im Abendkleid in die Oper gehe, nur weil jemand das als Verschwendung und kulturelle Arroganz ablehnt.

Generell: Freiheit sind nicht die Grenzen, in denen ich lebe. Freiheit ist die Abwesenheit von Grenzen. Kleines Beispiel: Ich esse nicht in England. Aber ich will die Freiheit haben, in England essen zu können. Das ist das eine.

Das andere ist: Diesen Kriegsschauplatz haben sich die Emmas absichtlich herausgesucht. Bigotte Leute die sie sind, suchen sie sich wie ihre Nichten aus der Netzblase mit Shirtgate das leichteste Opfer. Das, wo sie sich überhöhen und mit Vorbehalten spielen können. Für die Emmas ist die Prostitution, was der Jude für die NPD ist: Projektionsfläche für weit verbreitete Vorurteile. Und wie jeder Jude und jeder Kenner der Geschichte Frankreichs und Englands in der frühen Neuzeit vermutlich weiss - es muss dazu gar keine realen Juden geben, Antisemitismus funktioniert auch in deren Abwesenheit. Es wird immer etwas gegben, das man als jüdisch diffanieren kann. So ist das auch mit dem Sex. Wenn die Prostitution weg ist, wird sich der totalitäre Sexismus, der sich Feminismus nennt, gleich die nächsten Abweichungen ihrer Norm suchen, finden und als Gewalt gegen Frauen und Rape Culture bekämpfen, selbst wenn es das Phänomen auch unter Homosexuellen und für Frauen gibt. Sie werden immer einen Grund finden, Praktiken, Lust und Gedanken verbieten zu wollen. Und dann stehen sie halt irgendwann auch bei mir. Je eher man sie aus dem Felde schlägt, um so besser ist es.

Ja, und deshalb bin ich der Meinung, dass der schmutzige Schützengraben im Streit um die Prostitution ein phantastischer Ort für mich, meine an sich makellose Identität mitsamt nichtarischer Moralwumme und meine Überzeugungen ist. Denn es ist nicht so, dass ich meine Ruhe habe, wenn sich diese Koaltion dort ihren bigotten Hass verbreitet. Die Prostitution ist nur ein schwacher Punkt in der Front der Freiheit gegen die totalitären Bemühungen, und natürlich meinen die auch nicht nur meine Gastautorin. Die meinen mich, mein Gelächter und meine persönliche Freiheit, zu denken und zu lieben, was und wen immer ich will.

Ausserdem habe ich eine wirklich tolle Gastautorin nicht nur gefunden. sondern auch rumgekriegt, das zu machen. Natürlich sind solche Beiträge nicht ohne Risiko, aber publizistisch ist das für mich - befriedigend.

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Donnerstag, 4. Dezember 2014

Meine gute Tat des Tages

ist es, den Lesern einen Fehlkauf zu ersparen, indem ich die Fragen, die die Zeit aufwirft, bei der FAZ beantworte - nämlich, wie es wirklich auf dem überfüllten Heiratsmarkt der besseren Kreise zugeht und warum junge Aufsteigerinnen da mehr Risiko denn Verlockung sein können.

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Dienstag, 2. Dezember 2014

Redeverbote durchsetzen. Kritik verhindern

Es gibt Menschen, die Grosses tun, aber ihre Werke werden nach ihrem Tod vollstänsig vernichtet. Bertha Pappenheim ist da nur ein Frankfurter Beispiel, andere werden sich leider auch finden lassen. Und dann gibt es Menschen, deren Tod für viele keinen Schaden darstellt. Über das Ableben von Jörg Haider, den ich in der schlimmsten Zeit selbst erlebt habe, habe ich nicht geweint. Und man denkt sich, jetzt könnte man das alles nach seinem Tod aufräumen. Besser machen. Das schlimme Erbe zuschütten und darüber einen hübschen Park anlegen.

Man weiss natürlich, dass das in Österreich nur sehr begrenzt gelungen ist, und nur ganz langsam, mit dem Aufkommen von NEOS, kann man Hoffnung schöpfen. Aber vieles, was ich von der Beschäftigung mit Haider nur zu gut kenne, sehe ich heute an anderen Stellen erneut. Totalitäre Ideologien haben halt nur sehr wenige, afür aber immer gleiche Ziele, und ihre Mitel unterscheiden sich kaum. Und das Wahnwitzige ist, wenn es solchen Leuten gelengt, ihre Denk- und Redeverbote ausgerechnet unter dem Deckmantel der Toleranz durchzusetzen, und dabei jede ehrliche Debatte, die nun mal nicht ohne Standpunkte möglich ist, zu verhindern. Wie das mit Fat.Shaming geht, habe ich bei der FAZ aufgeschrieben. Gleichzeitig ist das ein Test des neuen Blogsystems mit den Kommentaren. Um Feedback bin ich dankbar.

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Sonntag, 30. November 2014

Ab wann darf man eigentlich Leute zusammenstauchen

Ich darf eigentlich nicht Böses sagen. Die ganze Geschichte ist lang mit Höhen und Tiefen, manches war unter der Gürtellinie und doch irgendwie verständlich - nicht jeder hat es immer leicht und wenn man das mit einbezieht, ist manche schlechte Laune vollkommen nachvollziehbar. Auf der anderen Seite ist diese Person unabsichtlich und indirekt der Grund für zwei sehr angenehme Nachmittage in München gewesen, selbst wenn sie das ziemlich sicher nicht sein wollte, Der Anlass kam zu einem lange vergangenen Zeitpunkt, gut zwei Jahre her, da war die Welt noch anders und das, was damals verkündet wurde, würde heute nicht mehr so vertreten werden. aber man neigt ja dazu, Menschen eher in angenehmer Erinnerung halten zu wollen und wie gesagt - über all die Jahre muss man auch mit persönlichen Krisen rechnen. Geht mir ja auch nicht anders, auch bei mir gibt es Tage, da bin ich unausstehlich. Tage wie heute mit dem bitterkalten Ostwind gehören dazu, wenn ich weiss, dass oben in den Bergen die Sonne scheint.



Manchmal kann ich nicht anders. Rauchen ist so ein Thema, es ist mir ziemlich egal, wenn es Leute tun, die ich nicht kenne. Wenn ich anfange, einen Raucher zu bearbeiten, ist das immer ein Zeichen dafür. dass er mir viel bedeutet. Ich bin nun mal in dem Alter, da Gleichaltrige tot umfallen, und es sind ausschliesslich Herzprobleme und immer Raucher. meist in Verbindung mit Alkohol. Aber der letzte Fall war nur Raucher, anderthalb Schachteln am Tag, angeblich. Raucher von der Sorte, die einem immer von denen erzählen, die mit 22 beim Marathon tot umfallen und deren Opas steinalt wurden, trotz Zigaretten - das ist halt der Fluch der Statistik.

Statistisch könnte mich auch ein Auto über den Haufen fahren. Damit ich kein Opfer der Statistik werde, fahre ich ausserhalb der Städte und zumeist auf Strassen ohne Autoverkehr. es wird hier und am Tegernsee sehr schnell sehr leer, wenn man die richiigen Wege benutzt. Und selbst, wenn manche Räder 40 Jahre oder älter sind, sind sie technisch in einem perfekten Zustand. Das ist keine Garantie, aber bei den doch recht langen Strecken, die ich jedes Jahr zurücklege, nicht ohne Bedeutung. Wenn mir etwas zu gefährlich ist, habe ich die Kraft, es auch bleiben zu lassen.



In den grossen Städten, in denen ich gelebt habe, wäre ich besonders vorsichtig. Und keine Komponente wäre mir da wichtiger als die Vorderradbremse, die fast ausschliesslich darüber entscheidet, wann man in der Ebene zum Stehen kommt. Ich bin diesen Sommer einmal komplett durch München gefahren, und ich war nach drei Beinaheunfällen dankbar um meine extrem teure, aber auch bissige Campagnolo Record Bremse - schuld waren zweimal übrigens Radler, eine Mama mit Jastenrad und ein Ipod-Depp auf der falschen Seite. Wie man ohne eine gute Bremse auskommt, weiss ich nicht. aber wenn ich dann höre, wie jemand zum Radgeschäft fährt, um sich die vordere Bremse reparieren zu lassen, weil da ein Seil gerissen istdann stellt sich für mich schon die Frage, ob man sich auch bei Nichtwirklichfreunden aufregen darf.

Ich mein, was geben wir nicht alles an Geld aus, um schlau, gesund und hübsch zu sein. Das alles hängt an diesem gerissenen Seil, da muss man aktuell selbst gar keine Schuld haben, es kann einem immer mal jemand die Vorfahrt nehmen - und dann ist das alles dahin. Einfach, weil nicht die Bereitschaft da ist zu sagen: Das hat oberste Priorität. Das mache ich entweder selbst oder ich schiebe. Das Risiko mag klein wirken, aber die Folgen können so übel sein, dass man das einfach nicht tun darf. Oder wenigstens jemand haben sollte, der einen dafür zur Minna macht. Wirklich. Nur im Guten. An diesem Seil hängt alles.



Mir ist einmal ein Bremsbelag bei einer Scheibenbremse aus der Halterung gebrochen. Das kann immer mal passieren, das war minderwitzig, aber ich war allein am Berg, und es hat nur mich gefährdet. Ich hatte einen Öldruckverlust bei einer anderen Scheibenbremse und weiss schon, warum ich traditionelle Mechanik, die wenig Wartung braucht und mit geringen Kräften auskommt, lieber mag. Gegen die Statistik kommt man nicht an, die Wahrscheinlichkeit, die wir Unglück nennen, findet immer einen Weg, und nur, wenn einer fällt, heisst es nicht, dass andere stehen.

Gesundheit ist das Wichtigste, hat meine Grossmutter immer gesagt, und natürlich wie immer recht gehabt. Es passiert eh zu viel. Man sollte das nicht noch zusätzlich befördern. Und im Zweifelsfall lieber einmal zu oft den Mund aufmachen. Das habe ich jetzt indirekt getan und vielleicht macht es ja die Runde zu der Stelle, wo es hin soll.

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