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Freitag, 23. Januar 2015

Was macht einen eigentlich zum vorsichtigen Reformer?

Ich frage mich das wegen des Ablebens des Herrschers der diktatorisch geführten Theokratie Saudi-Arabien, in der Frauen eingesperrt werden, weil sie Auto fahren und Blogger öffentlich ausgepeitscht werden, weil sie nicht ganz auf der Linie der Religion liegen. Und auch, weil dieser Staat genau die Religionsvertreter finanziert, deren Folgen für uns gerade in bürgerrechtlicher, menschlicher und finanzieller Sicht sehr teuer werden. Es gibt nämlich Leute, die bezeichnen den Führer dieses Staates, der jetzt starb, als "vorsichtigen Reformer". Wären Himmler oder Göring vielleicht auch gern vorsichtige Reformer geworden, nachdem sich Hitler erschossen hat? Kann Berija nicht auch als vorsichtiger Reformer des NKWD gelten?

Solche Todesfälle werfen interessante historische Bewertungsfragen auf. Auch im Hinblick auf den Kontext - denn egal ob Morddienstbetreiber, Diktator oder König eines Gottesstaates, sie alle müssen natürlich Rücksicht auf die generellen Begebenheiten nehmen. Man kann das alles ja nicht von heute auf morgen ändern, man muss Rücksicht auf Befindlichkeiten nehmen und Angst vor zu schnellen Schritten haben. Die Presse bedauert natürlich das Bloggerauspeitschen und öffentliche Hinrichtungen, sicher, aber so insgesamt war das ein Freund des Westens und das unterscheidet ihn grundsätzlich von den anderen Verbrechern der Region, die niemals so verständnisvolle Nachrufe bekommen werden.

Aber er war ein Garant für Stabilität, das ist schon was, wie man gerade im Failed State Jemen sieht, wo nach all den Jahren des westlichen Drohnenkriegs gegen sunnitische Terroristen die Schiiten gegen das angeblich prowestliche Regime rebellieren. So relativ gesehen ist die Abstufung des Westens nämlich so:

Gut: formal prowestliche Regierung, sunnitisch, lässt Al Kaida und die Drohnenangriffe gewähren:

Schlecht: Schiiten, weil sie vom Iran finanziert werden

Ganz böse: Al Kaida und IS, sunnitisch und von der saudischen Halbinsel finanziert

Ja, das ist inkonsequent, aber die Welt ist auch zu kompliziert und da wüncht man sich natürlich weiterhin stabile Verhältnisse da unten. Auch wenn weiter Blogger ausgepeitscht werden. Vielleicht hin und wieder eine vorsichtige Reform. Das wäre fein, finden Folter- und Hinrichtungssstaaten wie die USA.

Nur dass wir Schni-Schna-Schnorri zum an Emiren reichen Begräbnis schicken, kann ich nicht einordnen. Ist das ein Affront oder war Gauck mit seinem Restanstand zu riskant?

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Donnerstag, 22. Januar 2015

So halbhoch die Solidarität

Die Geschichte ist alt: Die einen zeichnen ein böses Zerrbild und die anderen argumentieren dagegen - und dann kommt einer daher und bestätigt das Übelste im vollen Umfang. Dass aus den hoffnungsfrohen Anfängen mit Napster ein Verhalten entstehen würde, das allein die privaten Interessen in den Mittelpunkt stellt, ist natürlich nicht so schön und bei allem Respekt für Abmahnopfer, das ist die andere Seite der Abmahneritis der Contentmafia.



Die mischt nun auch wieder beim Thema TTIP mit, vor dem Hintergrund, dass Inhalte ein wichtiges Exportgut der USA sind, und natürlich könnte es schmerzhaft werden, wenn sie sich durchsetzen. Allerdings wollen sie wie alle Antisozialen viel, zu viel und das mag eventuell unsere Rettung sein, schreibe ich in der FAZ - selbst wenn es manchen den Hintern rettet, die es nicht verdient haben.

Weltwirtschaftsgipfelzeit ist nun mal Wirtschaftsthemenzeit.

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Immogration

Das Durchschnittsjahreseinkommen eines Eritreers liegt bei 430 Dollar.

Die Überfahrt mit einem Schleuser von Libyen nach Lampedusa kostet mindestens 1000, meist aber eher 2000 Dollar. die Verfrachtung weiter nach Deutschland besorgen mitunter die Italiener selbst, die wollen das Problem nicht. Italien ist da mittlerweile knallhart.

Es ist für einen 20-Jährugen aus Eritrea vermutlich nicht ganz einfach, unter normalen Bedingungen diese Summe für die Überfahrt aufzubringen. Das mag fürchtbar sein, diese extremen Unterschiede - die hierzulande am Rande der Unmenschlichkeit beurteilten Kosten für Flüchtlinge liegen im Monat über dem, was man in Eritrea in einem Jahr verdient - aber man sollte diese Verhältnisse vielleicht bedenken und bei allem Versagen der Polizei in Dresden, als die Leiche von Khalid B. gefunden wurde, nicht ganz aus den Augen verlieren.

Ich weiss nicht, ob das, was nun mutmasslich passiert ist - Khaled B. wurde demzufolge bei einem Streit von einem Mitbewohner erstochen - der schlimmste Fall ist. Vermutlich wäre ein Verbrechen seitens der Rechtsextremen für das Klima in Dresden genauso schlimm gewesen - nun stehen halt all die Linken mit ihrer Vorverurteilung und der Randale wirklich schlecht da, und nach dem Rücktritt von Bachmann gestern wegen des Hitlerbildes hat man in Sachen politische Dummheit einen Anschlusstreffer erzielt. Der Umstand, dass das Opfer wohl unter Drogen stand, ist dann nochmal eine gewisse Eskalation der Sache, allein, Eritrea, der Sudan und andere Länder Afrikas sind nun mal Drogenumschlagplätze und Rekrutierungsort für Verteilungshelfer für unseren Drogenkonsum. Es kann also gut sein, dass die ganze Geschichte noch hässlicher wird, je nach Aufklärungsarbeit der Polizei und Darstellung in den Medien.

Manche sind der Meinung, ich wäre da auch it schuldig, schliesslich hätte ich zum erhitzten Klima in Dresden, siehe Bombergate, beigetragen, und deshalb bekam ich Post. Post bekomme ich übrigens seit Ende des letzten Jahres auch von Pegidaanhängern - es sieht irgendwie so aus, als gäbe es so eine Art Querfront mit dem Ziel, mich zum Schweigen zu bringen. Aber das dachte ich mir eh selbst, was bringt es, mit italienischen Erfahrungen aufzuwarten, wenn das hier sowieso unvermeidlich kommen wird. Der Umstand, dass Pegida den Drogenhandel in Berlin völlig aus den Schlagzeilen verdrängt hat, muss man wohl so zur Kenntnis nehmen, und die ganze Medienlandschaft wird im Moment ziemlich zwischen den Extremen rumgebeutelt. Kaum marschieren "besorgte" Rechte in Dresden, sind um ihre Kinder besorgte Eltern in Berlin nicht mehr von Nachrichtenwert. Nachdem sich manche Medien zusätzlich recht vorschnell den Vorverurteilungen anschlossen, sieht das im Moment alles wirklich nicht prickelnd aus.

Ich war, wie gesagt, zu Zeiten von Blauschwarz für die jüdische Ostküste in Österreich. Man legt sich ein dickes Fell zu und man lernt auch, dass man gewisse Geschichten nicht schreiben muss, sie kommen wie ein Phaeton an den Betonpfeiler. Aber diese Geschichte ist halt wirklich unschön. sie hat das Potenzial, einen Ost-West-Konflikt zu schüren. Zumal, es ist ja nicht so, dass es nicht auch die Wehrsportgruppe Hofmann im Westen gegeben hätte, oder das versuchte Attentat auf die Münchner Synagoge - insofern ist ein besonderer Blick der Medien auf den Osten in Sachen Rechtsextremismus vielleicht gar nicht so angebracht.

Wir werden hierzulande eine richtig scheussliche Debatte um Asyl und Zuwanderung bekommen. Scheusslich, mit Statistiken und Herkunftsländern von organisierter Kriminalität, aber vermutlich auch notwendig, selbst wenn es mir den Magen umdreht bei der Hetze der Rechten und Verharmlosung der Linken. Wenn nicht, wenn wir das wegdrücken, wenn nochmal aber drei oder vier solche Schleusersommer kommen, dann kommt das eben später. Aber es wird kommen, so wie es auch in Italien kam. Ich wünschte, ich könnte sagen, man könnte aus den italienischen Erfahrungen mit den Flüchtlingen etwas lernen, aber ich sehe da immer nur das Kopfschütteln von S., wenn ich ein Rad über Nacht draussen habe stehen lassen. Oder weil das Auto nicht mehr abzusperren war. Wie kann man nur so leichtsinnig sein. Immer schön absperren, wegschliessen und die eigene Erfahrung gleich mit, draussen im Netz warten die PIler und die Antifas mit den einzig wahren Wahrheiten, die sie verbreiten können, weil es in der Mitte in diesem Fall keine schönen, sauberen Wahrheiten gibt, sondern nur globale Entwicklungen, die mit den Werkzeugen Frontex und Asylrecht nicht zu lösen sind.

Wir können ja noch nicht mal Pegida und Russia Today lösen. Und ich kann natürlich auch meinen Mund halten und warten, bis es vorbei ist. Pulverfässer brennen bekanntlich nicht besonders lang.

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Freitag, 9. Januar 2015

Tue nichts Gutes, wenn andere reden.

In meiner klitzekleinen Rolle kann ich das ein oder andere machen. Ich habe etwas Spielraum, ich kann reden und empfehlen, denn andere hören auf mich.

Ich mag gute Texte. Auch, wenn sie trautig sind, und das sind sie nicht selten. Es ist nicht angenehm zuzuschauen, wie alleinerziehende Mütter wegen eines einzigen, aber sehr grossen Fehlers in die Altersarmut rauschem, und schon auf dem Weg dorthin die Schattenseiten dessen erleben, was sich als Vollbeschäftigung langsam über das Land ausbreitet. Denn Vollbeschäftigung heisst weder volle Gerechtigkeit noch volle Optionen. es entstehen dabei nur schlecht bezahlte Möglichkeiten, weil andere bessere Optionen haben.



Natürlich könnte man da lamentieren und fordern, dass wir die grosse, staatliche Veränderung brauchen. Die grosse Umwältung, Feminismus, Förderung, Quote und Gehaltsanpassungen. Das fordern viele und werden bei diesem Fordern nach vorne gebracht, dürfen das aufschreiben und Sexismus anprangern. Aber deshalb ändert sich für die wirklich Betroffenen erst mal nichts, es gibt nur neue Klägerinnen gegen alte Probleme, die nicht wegen dem Geschrei besser werden, sondern bessere Lösungen sich langsam als sinnvoll und praktikabel erweisen. Aber so lang kann niemand warten, wenn das Konto gerade ebenso leer wie der Kühlschrank ist.

Es ist nicht so, dass ich Leute irgendwie kaufe. Ich gebe häufig mal Hinweise. Es kostet mich nichts, man fragt mich oft, ob ich nicht dies und das machen könnte, aber so viel Zeit habe ich auch nicht und manchmal kann ich eben jemanden vermitteln. Oder auch mehr, je nach Dringlichkeit. Das machen in diesem Beruf gerade recht viele Leute, denn der Journalismus, sonst als Haifischbecken verschrien, kommt mir inzwischen recht solidarisch vor. Aus der Notlage heraus, das Lernen war grausam, aber man hat das verstanden. Und mal etwas schreiben und dafür Geld und eine formale Qualifikation zu bekommen - seht her, da hab e ich schon veröffentlicht - geht nun mal schneller als ein Studium der Informatik. Meine geschätzte Gastautorin findet übrigens, auch deshalb sei der Beruf Prostitution nicht unähnlich, und da hat sie wohl recht.



Die E. nun habe ich sehr dringend empfohlen. Denn E. schreibt sehr, wirklich sehr gut und mit einer Authentizität, die nicht oft anzutreffen ist. Sie macht das recht verborgen, aber eben auch sehr gut - und wie so oft kann sie zwar schreiben, aber sich überhaupt nicht verkaufen. Aber man sollte denken, das Schicksal gleicht aus und dann kommt eben jemand und stupst andere an: "Da schau mal. Du brauchst nicht mich, was Du willst, kann die E. mindestens genauso gut. Frag sie einfach. Sie macht das sicher gern. Nein, ich kenne sie nicht persönlich, aber die Texte sind wirklich gut." Ich finde übrigens auch, dass diese Kaste der Schreibenen durchlässiger werden sollte, denn die Abgeschkossenheit entfremdet uns von den Menschen. Ruhig mal was ausprobieren. Das geht oft gut und so richtig daneben gelangt habe ich eigenrlich nur ganz selten. Gut, ich würde sicher kein Blogs-Buch mehr machen, das ist auf die lange Sicht doch bisweilen eine unschöne Erfahrung, wenn eine damals Beteiligte heute Leute anfiest, die meine Texte lesen. Aber mal so einen Beitrag...

Und dann kommt die Antwort von denen, denen man sie empfohlen hat. Man möchte doch mal diese Links anklicken. Zu dem Shitstorm hat sie beigetragen und da hat sie die Presse mit Anlauf geschmäht und hier fordert sie die Entlassung von Kollegen G. und dass er auf der Strasse verhungert und über einen selbst hat sich auch bei Facebook... ob das wirklich die ist und da keine Verwechslung vorliegt?



Soziale Medien, die ich nicht nutze, runden dann as Bild nach unten ab, in Richtung Netzwerkeffekte und lauten Tönen. Mitläuferin, würde ich sagen, aber das ist nun mal weniger das, was in meinem Umfeld gefragt wird, oder vermittelbar ist. Das hat vielleicht auch etwas mit der internen Solidarität des Journalismus zu tun, der solche Sachen satt, gründlich satt hat. Und eine elegante Lösung findet, denn es gibt dann immer welche, die gerne mitmachen und einen eben nicht öffentlich ausrichten, sondern Probleme, so sie auftauchen, direkt und diskret klären.

Das meiste läuft in diesem Beruf ohne öffentliche Spuren, und dafür gibt es gute Gründe. Es werden keine schwarzen Listen geführt, aber es gibt bei den hochwertigen Medien nur eine begrenzte Zahl von Plätzen, dann ein wenig Verschiebemasse, und unendlich viele, die davon profitieren wollen. Da nimmt man, schlechte Erfahrung mit Julia Schramm, Michael Seemann, Julia Seeliger und anderen lassen grüssen, erst mal niemanden, der offensichtlich aus einer Laune heraus heftige Dinge ohne echten Anlass fordert. Mamhe bekommen dann doch vielleicht mal eine Chance, irgendwo einen Beitrag zu schreiben, aber die völlig unbekannte E. bekommt das nicht, und das merkt sie noch nicht mal.

Ich schaue dann auf das Datum und sehe, dass die übelsten Ausrutscher wahrscheinlich den Tagen anzulasten sind, an denen Periode und leeren Konto mit allgemeinem Frust beim miserabel bezahlten Job zusammen kamen.

Aber es wird einfach zu schnell entschieden und es gibt immer eine, die williger und netter und unkomplizierter ist, und nicht so nach Problemen aussieht. Das ist auch ein Grund, warum ich heute gegen die Wind angekämpft habe. Frust loswerden. Mal wieder so einen Fall erlebt. Es ist so sinnlos, all die guten Gedanken im blig und das alles durch ein paar Rülpser versaut. Dabei wirkt Kritik doch besser, wenn sie zeigt, dass die Person auch fundiert schreiben kann. Ich weiss nicht, ob ich das kann, aber ich versuche es wenigstens, und mein Schicksal ist anders und gut, obwohl ich das in der form gar nicht bräuchte.

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Donnerstag, 8. Januar 2015

Grad mit Fleiss

Nur Idioten kommen heute noch mit Koran und Blasphemie daher. Kluge Menschen sprechen von Kinderschutz, sozialem Ausgleich und Schutz vor Diskriminierung. Ich habe mir deshalb ein Buch mit einer nach meinem Geschmack etwas zu schlanken Frau gekauft, aber Hauptsache, sie ist natürlich, leicht bekleidet und sieht nicht aus wie Alice Schwarzer oder eine andere weisse Privilegienfrau mit sexistisch-totalitäten Ansichten.



Man sollte wieder mehr beleidigen. Jede Rücksichtsnahme führt nur dazu, dass die Leute sehen, wie sie mit ihrem Gewinsel durchkommen. Man solle deshalb ganz offen gerade dann darauf herumtreten, wenn sie drohen, ihre Twitteraccounts zu schliessen oder anderweitig den Rückzug ankündigen - es ist nicht ihre Absicht, sie sind nicht wirklich empfindlich, sie wenden sich damit nur an die Umstehenden, die sie für eine Art Vergewaltigte halten sollen. Ein Opfer halt. Man kann doch nicht jemanden verfolgen, der ein Opfer ist und in Situationen wie dieser aufhört, von weissen Cis-Männern zu sprechen, sondern nur noch Cis-Mäünner sagt, Hauptsache sie sind alle Breivik.

Das zieht mittlerweile Kreise. Man wird doch als Privilegierter Rücksicht haben müssen mit dem armen Drogenhändler, der in Berlin Haschisch an Minderjähriuge verkauft - stand letzthin auch in der taz. Und dass wirklich schlimm doch der überall auftretende Sexismus ist, da soll man sich doch wegen so ein wenig illegaler Aktivitäten nicht so haben - ebenso dort. Sei nett zu jeder Randgruppe vom Angler über den Dartspieler bis zum Trekkiefan und pass auf, dass sie sich nicht beleidigt fühlt - nur Du selbst, der du zur Mehrheit gehörst, die sie definieren, Du bist schuld daran und musst schon damit leben, dass Du gerade mal kein Unterdrücker der Freiheit, Vergewaltiger oder Mörder bist. Toleranz ist in diesen Machtverhältnissen natürlich eine Einbahnstrasse, der eine hat zu liefern und die Unterdrückten wollen bitte hier noch eine Förderung und da noch eine Erleichterung - und wenn es Pegida ist, die gern gemeinnützig wären.

Da haben sie ein Recht darauf, das zu bezeifeln, ist auch wieder Unterdrückung. Deshalb darf so eine ja auch bei Spiegel online schreiben, ein freigesprochener Student sei immer noch ein "mutmasslicher Vergewaltiger", nachdem sie über Monate den falschen Anschulfigungen breiten Raum gegeben hat. Das ist öfters so. Schleuser sind momentan sehr unschuldig, geschleuste Flüchtlinge sind arme Menschen, Frontex ist Terror und die EU ein Mörder - so geht das. Bloss nichts dagegen sagen. Sie könnten sich ja beleidigt fühlen.



Der letzte Unsinn kommt übrigens sinngemäss von Anne Roth, die ihre Schrippen von der Linken bekommt. Ganz viel Aktivismus, bester Aktivismus auf einem Haufen. Immer auf der Seite der unterdrückten. Darf man nichts gegen sagen, die wurde nämlich mal überwacht und gibt seitdem die Heilige Johanna des Reichshauptslums. weil Opfer der Behörden.

Komischerweise bleiben sie aber immer da und beklagen es nur, wenn andere kein Asyl bekommen. Müssen sie nicht, es kommen schon Neue und dann geht es weiter mit dem Anteilnehmen am Opfer, und in ein paar wochen schreibt man auch wieder das Wort "weiss" dazu und fordert Martensteins Kopf. Ist gerade nicht so ganz opportun, aber es kommt wieder. Der Mann hat schliesslich Humor. Das darf nicht sein für jene, die bei der taz wenig verdienen und deshalb gern bei anderen, besser zahlenden Medien rektalturnen. aber "Ihr Leben als Buttplug" darf man natürlich auch nicht sagen.

Ja, und deshalb empfehle ich den respektlosen Andrea Camillieri und eine nächtliche Runde auf dem Rad, um die gröbsten Aggressionen los zu werden und dem Verein deutlich und amüsiert nach Hause in ihren Slum zu leuchten, in dem sie hoffentlich noch lange Spreewasser saufen.

Mehr beleidigen. Man kann das gar nicht genug tun.

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Mittwoch, 7. Januar 2015

Vielleicht

sollte ich mal, nur so zum Spass, zusammenstellen, was hier im Briefkasten, bei der FAZ und Twitter so alles reinkam, im letzten Jahr. Manche wissen ja vielleicht, ich habe früher für jüdische Medien gearbeitet und die Attacken von einem Monat heute gab damals in all den Jahren nicht - obwohl ich das ganze Spektrum von Intifada bis Haider hatte. Man könnte daran sehen, dass es nicht mit Schüssen beginnt, sondern nur damit endet. Die Welt ist nämlich voll von Berufsbeleidigten, die jede andere Ansicht opportuistisch exterminieren wollen. Das Problem sind nicht Nazis, Islamisten, Pegida, Pirincci, Antifa, Kreuznets, Radfems - das Problem sind unterfickte, intolerante Berufsbeleidigte jeder Art, und ihre reinen Filterbubbles.

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Donnerstag, 1. Januar 2015

Bläm.

Zum Jahresabschluss war ich nochmal bei der Bank und habe überwiesen, was zu überweisen war. Das ist so ein Fall von "Lieber ganz schnell bezahlen, bevor der Verkäufer merkt, was er da verramscht hat" gewesen, und ein schöner abschluss eines ansonsten mittelmässigen bis verhängnosvollen Jahres. Denn das Original des Gemäldes kostete ein Vermögen und weil man den Maler und seine Schule und das Motiv zuweisen kann - sofern man sich eben auskennt - ist sogar eine schwache Kopie dieser Zeit nicht gerade wertlos.



Als Knaller durfte ich mir dann die Menschen, die ich an diesem Tag sonst nur von oben beim Aufpassen sehe , auch einmal horizontal anschauen und weil vielleicht noch ein anderes Bild des Weges kommen mag und bezahlt werden möchte, habe ich das zu einem Beitrag umgebaut.

Es wurde wenig geballlert, ich hatte also Ruhe und Zeit, das zu tun.

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Mittwoch, 31. Dezember 2014

Ich will nicht viel vom nächsten Jahr

Nur anderthalb totale Katastrophen weniger. Das ist auch schon alles, was kommendes Jahr besser werden soll. Ansonsten war nämlich alles gut.



Was man halt so gut nennen kann, unter den gegeben Voraussetzungen. Ein paar Rechnungen sind noh offen, aber nächstes Jahr sind andere mit dem Leiden dran und was ich dazu beitragen kann, werde ich machen.

Und Spass haben. Jede Menge. Die Leserschaft hoffentlich auch. Alles Gute.

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Dienstag, 30. Dezember 2014

Post Privacy und Extremfeminismus treffen auf die Realität

Nehmen wir einmal an, jemand ist daheim nicht mehr zufrieden. Zu spiessig sind dort die Leute, ausserdem versteht da niemand den Feminismus, den man im Netz mit anderen aufschreiend auslebt. Zum Glück sind da die Allys, die einem helfen, wenn andere Freunde irgendwie so gar nichts mit solchen Sprüchen wie "All men must die" und "Männertränen sind mein Gummibärensaft" anfangen können. Das passt nicht ins alte Umfeld, und die Mission ist doch so wichtig. Also Zelte abgebrochen und ab nach Berlin.



Da ist die Tür zum Ruhm, das Tor zur Freiheit, zum Licht der Erleuchtung durch radikalste Forderungen, dort sind alle anderen, die mit lauten Tönen Netzberühmtheiten werden. Und hat man nicht den Grimmepreis für den Aufschrei bekommen? So etwas hat die Heimat doch gar nicht verdient. Und weil man auch bekannt ist, lässt man sich auch gleich zur Chefin der Jungen Piraten machen und gendert sie so lange, bis sie die Internationale zugunsten der Antifafreunde, die leider mit dem Piraten ins AGH kamen, diskriminierungsfrei und vergan vorsingen können. Da lacht dann der Genosse und NS-Geschichtsprofi Delius. Super Frau, und bittschön immer allen Piraten, die das nicht so sehen, die Naziunterstellungen reindrücken. Auf Twitter, schön öffentlich. So geht Politik, selbst wenn die Jungen Piraten daran auf ein paar Pöbler zusammenschmelzen.

Aber so ist das in der Politik, da muss man sich engagieren und ranhalten, da darf man keine falschen Rücksichten nehmen und muss immer datauf verweisen, dass man bei jeder noch so dreckigen Aktion letztlich immer das Opfer der Rape Culture ist, die einen benachteiligt. Das ist die einzige Wahrheit. Schuld sind immer die anderen. JEDER SOLL DAS WISSEN.

Nun. Natürlich bekommt das auch jeder mit und hätten Delius und Höfinghoff bis dahin eine Weltrevolution gemacht, wäre diese Person sicher ganz oben mit dabei im Politbüro. Aber das ist nicht passiert und die gut dotierten Arbeitsplätze beim Vertrieb des dogmatisch-ausgrenzenden Sexismus mitteljunger weisser Privilegienfrauen - vulgo Feminismus - sind leider schon von Margate Stokowski, Anne Roth, Antje Schrupp und Hannah Beitzer und wie sie alle heissen besetzt. Na sieh mal einer an. Wer hätte gedacht, dass es irgendwann mal vorbei sein könnte mit dem Hofiertwerden als wertvolle Kraft im Krieg gegen die böse Männlichkeit. Und dass da so viele andere sind, die damit auch an die Fleischtöpfe wollen.

Ja, und dann muss man halt Alternativen suchen, was vielleicht gar nicht so leicht ist, wenn man bedenkt, was Personaler alles im Netz finden und nicht wirklich genderneutral und flauschfreudig in ihre Überlegungen mit einbeziehen könnten.



Man hätte das vielleicht ahnen können. Bei der Betrachtung von Leuten, die auch gern erst twittern. bevor sie überlegen. Michael Seemann zum Beispiel, der noch immer nicht seine wütenden Mails an Schirrmacher veröffentlicht hat, um aller Welt zu zeigen, wie er damals agierte, hatte es nach seinem Shitstorm ja auch nicht gerade leicht, einen Wirt für seine neuen Thesen zu finden. Was macht eigentlich Wolfgang Michal?

Das mag etwas damit zu tun haben, dass sich manche auf ihre von derartigen Aktionen verstörten Fragen Antworten geben, die nicht wirklich zum Selbstbild dieser Leute passen. Für manche mag es Nischen geben. aber für viele bleibt es bei der Stagnation auf einem wenig erfreulichen Niveau, denn das Netz vergisst weitaus langsamer, als die Barschaft zusammenschmilzt. Jüngst las ich gar, dass einer seine Nebenkostennachzahlung nicht leisten kann. Bei Twitter. Das ist sicher gut bei der Beurteilung.

Aber aber, mag man sich dann denken, der böse Don ist doch auch nicht nett und ich werde sicher auch sowas finden -

Nein, mein Hascherl, der Umstand, dass es mich gibt, bedingt geradezu, dass es für solche wie Dich einen Platz weniger gibt, und einen Vergleich mehr, bei dem Du aussiehst wie eine ausgeflippte Tugendfurie, die garantiert in jedem Job die Schuld immer bei anderen suchen wird, nichts ausser Unfrieden stiftet und obendrein denkt, sie hätte da auch ein Recht darauf, und das alles äusserst uncharmant und ohne jeden Funken Selbstironie.

Das ist zusammen mit den sichtbaren Spuren im Netz das Problem. Natürlich erzählen Postprivaschisten auch was anderes, wenn sie am CCC herumstänkern. Aber es hilft nicht beim Bewerben in der Welt jenseits von Gendertröten, Linksbizarren und Krautreportagenschmierern.

Nichts. Null. Nada. Nur das Vergessen wird irgendwann vielleicht gnädig sein. aber wer mit so einer Leistung öffentlich auffallen wird, wird damit auch auffallen.

So einfach ist das mit Post Privacy. Nicht schön, aber einfach.

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