Was uns nicht umbringt.

Ich habe 2020 zwei sehr enge Freunde verloren, und bei beiden dachte ich mir: Viel zu früh. Hätte nicht sein sollen und nicht sein dürfen. Beide übrigens nicht durch Corona. Irgendwie ist die Seuche an mir vorbei gelaufen, obwohl sie Ende Januar 2020 in der Emilia Romagna viele Gelegenheiten für einen Angriff gehabt hätte. Niemand ahnte damals, dass die Krankheit aus China dort auch unterwegs war. Geholt habe ich mir nur eine Fetzenerkältung, weil ich im Januar ohne Mantel nach Italien gefahren bin, aber der Geschmackssinn hat mich nie verlassen. Zu der totalen Schludrigkeit im sonstigen Umgang mit meiner Gesundheit stand dann die Sorge für andere wegen der Seuche in einem bemerkenswerten Gegensatz.



Ich will trotz aller Probleme nicht sagen, dass es ein verlorenes Jahr war. Meine Ziele, die Leute zu schützen, habe ich erreicht. Ich habe eine Arbeit, die mir viel Spass macht, und ohnehin liebe ich seit jeher Home Office. Allerdings bin ich in die höchste Wohnung umgezogen, weil ich in den Zeiten der Einsperrung mehr Licht haben wollte. Ich bin viel geradelt, ohne eine Transalp zu schaffen. Und ich war monatelang nicht am Tegernsee - es ist mit Sicherheit das Jahr, in dem ich seit meinen Berliner Tagen am kürzesten im Ausland war, und seit dem Kauf der Wohnung auch die wenigsten Tage am Tegernsee verbracht habe. Und trotzdem möchte ich, dass dieses Bild letztlich in Erinnerung bleibt.



Weil es ein Recht gibt, in einem Gummiring mit Goldflitter im Tegernsee vor Rottach im Sonnenschein zu dümpeln und zu glauben, dass schon alles irgendwie gut gehen wird. Was uns nicht umbringt, macht uns hoffentlich lebensfroh und befähigt, auch die kleinen Dinge zu geniessen. Solange es eben geht. Ich hatte persönlich einiges an Glück in diesem Jahr, ich gehöre weiter zu den happy few, die keine existenziellen Nöte erfahren. Manchen habe ich geholfen, aber immer mit dem Gefühl, dass das auch zu meinem Wohlbefinden beiträgt. Es hätte alles noch viel schlimmer kommen können, und meine Oma hätte gesagt, das sei alles noch kein Schicksalsschlag, wie sie es bei allen Schicksalsschlägen so treffend formulierte. Kognitive Dissonanz hat 2020 geholfen, und mit etwas Schizophrenie wird vielleicht auch 2021 ein erträgliches Jahr.

So hoffe ich wenigstens, für die Meinigen, die Leser, und meine Wenigkeit.

Donnerstag, 31. Dezember 2020, 23:10, von donalphons | |comment

 
Allen ein gutes 2021!
Hier böllerts und raketets wie immer - weiß nicht, wo die Leute das Zeug herhaben, denn Berlin war mW das einzige Bundesland mit komplettem Feuerwerksverkaufsverbot. Man merkt davon nichts.

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Ihnen ein gutes Neues Jahr und danke für das Offenhalten des Grünen Salons.

Bericht vom Dorf: soviel Böllerei war hier noch nie in den fast 15 Jahren, die wie hier wohnen. In der Gegend gibt es auch einen Feuerwerksgrosshandel, aber was die Nachbarn aufgefahren haben, hatte fast Profiqualität. Auch bei denen, die sonst nie böllern.

Würde den Damen und Herrn in Berlin einen historischen Exkurs zu den Dithmarscher Bauernkriegen / Schlacht von Hemmingstedt empfehlen. Es brodelt auf dem Land und nördlich der Elbe fühlen sich viele sowieso Dänemark näher als Berlin oder Düsseldorf, auch kulturell.

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Was für ein Hurenbock von Jahr, wo kann man die abbestellen? Jedes Drehbuch würde man auslachen, das sowas auf der Pfanne hat. Normale Leute fühlen sich am Limit, am Arsch, und man braucht nicht besonders spitzfindig zu sein, dass der Ruin u.a. kleiner Geschäftsleute im neuen Jahr reinhauen wird wie 40 Jahre DDR.

Ich habe mich 20-20 wie der Don so gut es ging um Angehörige gekümmert, bin als Herzlahmer so gut es ging Fahrradkilometer gefahren, immerhin vierstellige Kilometer. Auf bestimmten Strecken nehme ich E-Bike, seit 6 Jahren dasselbe Gerät, hoffentlich hält es noch lange durch, die Fahrradfirma und die meisten Ersatzteile gibt's nicht mehr.

Nach Ankunft der Seuchenbotschaft noch nie so oft wie dieses Jahr auf dem Balkon gefrühstückt, geabendbrotet und gegrillt wie diesen Sommer. "Man muss nehmen, was man kriegt", wer hat das gleich noch mal gesagt? Freunde und Familie kamen öfter vorbei als je in einem gewöhnlichen Jahr Merkelblei - immer nach den Regeln der Kunst, wie sich versteht.

Das - aus meiner Hausfrauensicht - erstaunliche weitere Absacken der journalistischen Selbstachtung in Runkfunk und nord-, süd-, mitteldeutscher Berliner Weltpresse habe ich zur Kenntnis genommen. Es war einmal. Deckel drauf, Decke drüber.

Entschuldigen Sie mich kurz, angeblich ist der Riesling alle. Ich fand ihn zu süß, egal, ich geh in den Keller und wenn ich schon mal da bin, probier ich im Keller zu lachen.

Gesundes neues, Damenundherrn!

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Frohes neues Jahr allerseits!
Die hier versammelte Rasselbande ist unbedingt älter, nicht unbedingt weiser und ganz sicher pessimistischer geworden.

Auf dass 2021 besser wird :-).

(Ausnahmsweise herzlichen) Gruss,
Thorsten Haupts

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Dem werten Hausherrn und ebenso den Damen und Herren des Kommentariats die besten Wünsche für das Jahr 2021.

Da für jeden nicht völlig von wirrem Optimismus verdarbten Menschen absehbar ist, daß auch dies neue Jahr sich eher wenig erbaulich entwickeln wird pflege ich weiter meinen Hang zur Misanthropie und genieße mein angenehmes Eremitinnendasein beim Tee aus dem Silberkännlein mit herrlichem Blick auf den See in steter, stiller Zuversicht auf fortdauernd interessante Zeiten.

Sagen wir mal so: Schlimmer geht immer, da gibt es historisch ja mehr als genug Beispiel – also erfreut man sich an dem, was man hat, ist dankbar dafür und erträgt auch fürderhin geduldig und diszipliniert den nächsten und auch übernächsten Auswuchs bekloppten Irrsinns, den das Weltgeschehen aktuell so überaus reichlich und farbenfroh darbietet. Und hofft derweil auf besseres Wetter, den heiligen Geist und Gottes Gnade mit der geplagten Welt in Form z.B. eines entsprechend großen Meteors.

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Na das wäre noch nal was. Die Hysterie möchte ich nicht erleben, wenn irgend ein Meteor die Idee hätte, sich der Erde zu nahe zu nähern.
Mit dem Alter kommt aber auch eine gewisse Gelassenheit.

Darf da Fettes Brot zitieren:
„ Mudder secht: "Politiker, die kommen und die gehen.
Wichtiger, mien Jung, merk' das Dir ohne Flachs:
Die im Süden essen Stäbchen und wir essen Lachs!"“

Auch die anstehende Schwarz-Grüne Regierung geht vorüber, zumindest gibt es dann andere Gesichter. Sollte es doch ein RRG geben, wird es die drei in den Bundesländern so zerlegen wie vorher nur die FDP und in unserem Staat geht fast alles nur mit Zustimmung des Bundesrats.

Ein Sonderopfer für die „Reichen“ wird so oder so kommen und reich ist dann jeder mit Eigentum (man schaue auf Griechenland, wurde dort von fast jedem erhoben). Dort gab es aber auch Rentenkürzungen in zweistelligen Prozentgrössenordnungen und Gehaltskürzungen für Staatsbedienstete in gleicher Dimension, teilweise 30%. Das war dort wegen der „Gerechtigkeit“, sprich zu Vermeidung eines Volksaufstandes, angesagt.

Ich erwarte auch sonst grössere Verwerfungen, spannend wird sein, ob der Weg zur dann versagenden Staatswirtschaft oder zurück zu „Innovation ist der bessere Problemlöser“ gehen wird. Nach dem offensichtlichen Versagen der Verwaltung und der Leistung der Pharmaindustrie kann ich mir das Erstere kaum vorstellen, aber Menschen sind gerne irrational und als Masse schon sowieso. Da es sich nicht beeinflussen lässt sehen wir zu.

Ausweichmöglichkeiten in Immobilien im Ausland sehe ich, anders als DA, nicht als Option an. Was hilft mir eine Immobilie in Italien, zu der ich nicht reisen kann und die auch mit einer Steuer belegt wird.

Wir entschulden, renovieren und verschönern und nehmen generell Risiken raus. Das neue Ledersofa oder der Gasgrill wird genauso wenig einer Sondersteuer unterliegen wie das Silberbesteck. Das alte Auto ist frisch durch den TÜV und gut in Schuss, Heizung gewartet. Der Kleiderschrank gut gefüllt, die Kühlgefrierkombi erneuert, Weinschrankinhalt reicht auch ein Weilchen, alle Immobilien sind gut vermietet.

Wir werden uns noch mehr auf uns selbst besinnen, haben gestern das Brot selbst gebacken und nutzen den Garten intensiver. Die Kinder profitieren von der Situation in vielerlei Hinsicht. Am Frühstückstisch: „Harry Potter, Geschichtenepos im 20ten Jahrhundert nur vergleichbar mit Herr der Ringe““Papa, was ist ein Epos“, Papa muss erstmal Kugeln, also profitiert gleich mit.

In diesem Sinne: Ihnen allen einen guten Start, bleiben Sie gelassen.

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Herzlichen Dank sehr geschätzter, ach, lieber Don
Bitte machen Sie so weiter wie bisher.

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Alles Gute im Neuen Jahr!
Dem Hausherrn und seinem Leserpublikum wünsche ich vor allem Gesundheit im Neuen Jahr!

Wenn ich die Seuchenmeldungen verfolge und das reale Seuchengeschehen um mich herum, dann weiß ich nur, dass ich nix weiß! Und das ist frustrierend und auch gefährlich. Darum sollten wir alle sehr vorsichtig sein und auf uns und unsere Nächsten acht geben.
Unser Land ist im Rutschen. Die meisten merken das noch nicht. Und man glaubt leider immer noch der halbstaatlichen Propaganda. Aber wie lange wird es noch dauern und die Bruchstellen in der Gesellschaft können nicht mehr zugekleistert werden? Neuerdings erwische ich mich immer öfters, dass ich das erzähle, was meine Großmutter uns Kindern über die Inflation 1923 und die Weltwirtschaftskrise 1929 erzählt hat.
Man sollte sich mindestens mental auf einen Zeitenwandel einstellen. Aber bitte nicht nur demütig erdulden, sondern aktiv gestalten, zum Wohle derer, die uns nahe stehen!

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Auch von mir Alles Gute im Neuen Jahr
Hoffen wir mal, dass 2021 besser wird als die meisten befürchten!

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genium.

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???????

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