: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 16. April 2004

Berliner Seiten

Anfnag der 90er Jahre beschlossen die grossen Zeitungen, dass überregional nicht mehr genug war. Man musste überall in Deutschland gleich präsent sein. Natürlich auch in Berlin. Die Zeitungen machten mit ihren Büros, Aussenstellen und Redaktionen vor, was die Startups ein paar Jahre später nachmachen sollten: Expansion um jeden Preis, hohe Anlaufverluste, gigantische Chancen auf Märkten, von denen sie glaubten, man habe nur auf sie gewartet.

Manche lieferten gute journalistische Qualität. Die FAZ lieferte Illies und die Berliner Seiten. Dass Tom Kummer dort gefälschte Interviews unterbrachte, war angesichts des redaktionellen Umfelds kaum zu merken.

Allerdings bemerkte es dann ausser ein paar Feuilletonisten auch kaum jemand, als die FAZ bei den Berliner Seiten den Stecker zog.



Was bleibt, ist ein veralteter Aufkleber an einem kleinen Laden bei mir um die Ecke. Die falsche Aussage "Mit Berlin-Teil" stört in diesem Laden niemand mehr. Er hat schon dicht gemacht, als bei der FAZ noch alles gut aussah - und die Krise erst mal nur die Händler traf.

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New Economy live and kicking

besonders head-in-kicking:

http://www.contentschmiede.de/weblog.php?itemid=679

Ich habe sowas seit 2001 ziemlich vermisst - solche Debatten liefen damals über Snacker.de und ebucks. Jetzt habe ich es wiedergefunden, und die Sehnsucht ist weg.

Nichts gelernt, die Leute. Echt nichts.

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Retro und erfolglos

Eine "Provokation" wollte Bessings Buch gegen die Patchworkfamilie sein. Ich hatte vor ein paar Wochen eine Verlagsangestellte am Telefon, die mir das Buch allerwärmstens empfahl; sie sprach von einem gi-gan-tischen Medieninteresse. Mindestens so gut wie bei Tristesse Royal. Was beim Angriff auf das Etablierte lief, würde auch beim Rückgriff auf die Tugenden der 50er, 40er und späten 30er klappen.

Sagte sie so nicht, aber irgendwie klang sie, als ob ihr das Ganze selbst nicht geheuer war. Sie war eher jung.

Vielleicht hat sie jetzt die Tristesse familiaire - Bessings Buch darf man jetzt schon getrost als geflopt bezeichnen. Optional hätte man ihn im Literaturbetrieb auch gekreuzigt, wenn er den perfekten Roman geschrieben hätte.

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