: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Sonntag, 23. Mai 2004

E-vent

Früher waren die Events der New Economy zentrumsnah. Es waren Locations wie das Parkcafe, das Lehnbach, das Künsterhaus, der BMW-Pavilion oder das Nachtcafé, manchmal auch eine der banken, die im zentrum Münchens noch ihre Zentralen haben. Nicht zu vergessen der Bayerische Hof, das Vier Jahreszeiten und das Arabella Sheraton.

Dass es manchmal in so abseitige Läden wie den Schlachthof ging, hatte eher was von einer gewissen neigung zur Volkstümelei, wenn man als global Player schon mal in München sass. Wenn es weiter weg ging, dann hatte das seinen Grund im besonderen Reiz des Ortes - Starnberg etwa, Schloss Elmau oder das Pacha. Wenn man tatsächlich mal in eine Schwabinger Halle musste, war das a) schon zu Zeiten des Downturns oder b) immer noch gut gemacht. Aber meistens fand man doch einen wichtigen Sponsor, sei es nun die hanns-Seidel-Stiftung oder Siemens.

Dann ging alles ganz schnell, die Häppchen wurden mies, und qals dann Kirch pleite ging, war das Ende dieser Zeit besiegelt. Inzwischen sind manche Events am ehemaligen Flughafen in Riem angesiedelt. Weit draussen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dort fröhnen sie noch ihrem alten Wahn.

Dass sie es wieder in die Stadt schaffen werden? Unwahrscheinlich.

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Real Life 23.5.04 - Regenschauer in Treptow

Die Sonne kommt nicht. Sie geht.



Die Kräne am Hafen sind so leer und tot wie das Allianzgebäude gegenüber. Eigentlich müsste was passieren, ein Verbrechen, ein Knall, eine Katastrophe, aber der Zustand zwischen Ruhe, Abwesenheit und Verlangen nach der grossen Eruption, die alles aufrüttelt, bleibt aus.

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Sonntag, 23. Mai 2004

Lieber Steffen Irlinger,

Du trittst auf Eckhart "Was ich davon halte" Nickel ein, und ich vermute fast, der Inhalt und die Stossrichtiung Deines Artikels könnte mir gefallen. Nur, ich hätte den gerne auf Deutsch gelesen. Deutsch, das ist die Kanackensprache von so Popliteraten wie mir, aus der durch jahrzehntelanges Begriffsbedeutungshirnficken und Bonsaisinnverstümmeln der Dialekt wurde, den ich aus den Fäuilletons von FAZ bis SZ kenne - aber nicht verstehe.

Tut mir leid.

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Real Life 21.5.04 - Ein bloggerkompatibler Literaturwettbewerb

des Blumenbar Verlags aus München: Dort hat man Zigarettenromane entwickelt; kleine Kartonhülsen für Luftverpesterpackungen, die sonst mit so coolen Sprüchen versehen sind, wie "Rauchen macht Frauen unfruchtbar, fast so billig wie Pille", "Nimm einen Nichtraucher mit ins Grab" oder "Rauchen kann mindestens so tödlich wie Harley- oder Speedbootfahren sein". Nein, ich rauche nicht, btw.

Statt dessen soll jetzt ein Kurzroman auf den Fluppen stehen. 5 Stück gibt´s schon, von Autoren auf dem absteigenden Ast wie Maxim Biller, Doris Dörries und Wladimir Kaminer. Jetzt werden neue Stories gesucht, die dann abgedruckt werden - in der SZ, vermutlich ohne Autorenhonorar, dann bei Blumenbar.

Aber: Die beiden Gründer sind jung und brauchen das Geld, um nicht die Folgen des Kismets der Unternehmer zu spüren. Wohlan, Dichter und solche, die in Leipzig studiert haben, es gibt bei dem ganzen 1 echte ISBN-Nummer neben all dem Ruhm.

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Samstag, 22. Mai 2004

Das Kismet der Selbstständigen

Er hat es versucht.

Er hat es gewagt.

Er hat sich alle Mühe gegeben, hier, am Fuss des lauten S-Bahnhofs Wolkanstrasse in Berlin Treptow. Es war umsonst. 2 Euro für den Döner ist an dieser Location zu teuer. Alles Kismet.



Gegenüber versucht jetzt ein China-Imbiss sein Glück, unter anderem mit Keksen.

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Fucked up

Jeden Blödsinn der Berliner wollen manche Münchner nachmachen. Als ob wir an der Isar nicht schon die CSU, den FC Bayern, das Oktoberfest und andere Untaten am menschlichen Geist hätten.

Ich plädiere dafür, dass die Sinktanker von BerlinPolis und MuenchenPolis sich auf dem Weg treffen und bei EisenhuettenPolis in der Oder verklappt werden.

Zu diesem Lied hier: http://www.mariachis-ivolotion.de/konsum.html

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Nachdem manche scheinbar wirklich glauben

dass die ganze Suma AG Story mitsamt ihrer 6-monatigen Vorgeschichte nur ein Marketing-Gag ist, stellen sich mir 2 Fragen:

1. Was kann man davon lernen? Könnte man sowas wirklich als Marketing-Gag machen? Und

2. Was für ein blödes Arschgesicht muss man eigentlich sein, wenn man einen anderen im Internet an den Pranger stellen will, und es so macht, dass es nur wie eine verdammt gute Werbemassnahme für den Gegner wirkt?

Was meinen Sie , Herr Klaus Moskob aka Peter Jung?

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Ich frage mich sowieso,

wann sich die erste Jungliteratin mittels plastischer Chirurgie die Basedow-Augen und den fetten Nasenhöcker von Frau Herrmann aus Marketinggründen ins Gesicht schnitzen lässt.

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Donnerstag, 20. Mai 2004

Grosses Leipzig-Bashing

oder Man muss sie töten solange sie klein sind

oder Literatenbeschimpfung in Echtzeit, hier.

Sometimes you kick, sometimes you get kicked.

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Real Life 20.5.2004 - Schlechte Angewohnheit

aus alten Zeiten: Um 4 Uhr immer noch am Rechner sitzen und den Netzwerk-Seilschaften der Gegner hinterherspionieren.



Pleiten nachspüren. Verlierer entdecken. Den Absturz aufzeichnen. Der Niedergang der jungen Literaten setzt ziemlich genau 1 Jahr nach dem Big Bang der New Economy ein - mit theBuch in Folge von Ampool.de und Rebecca Casatis Hey hey hey, um mal die auffälligsten Crashs zu benennen. Gleichzeitig sind damals die ersten Früleinplunder zerplatzt. Brokat Technologies uund Kabel New Media der Literatur, wenn man so will. Ich denke, man kann das auf zwei Arten erklären.

Zum einem brauchte die New Economy und die von ihr geschaffene Kultur etwa ein bis eineinhalb Jahre, um zu begreifen, dass sie nicht nur ein Problem hatte, sondern die Pest. Das war dann aber der Moment, wo sich alles Neue, Netzlastige ins Negative verkehrte.

Zum anderen brauchten die Verlage etwa ein Jahr, um diese Bücher aus der Zeit des Hypes in Druck zu bringen. Sie wurden punktgenau zur grossen Erkenntnis-Katastrophe fertig. Diese Parallelität erzeugte die nötige Sprengkraft, um die einander so ähnlichen Kulturen zu zerstören.

Für die totale Vernichtung reicht nicht nur das eigene komplette Versagen. Auch die Umwelt muss gescheitert sein, und das alles im festen Glauben, dass man das Beste ist und das Beste verdient hat.

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Donnerstag, 20. Mai 2004

Sport im Stadtzentrum

in München und Berlin, im Abstand von 24 Stunden. Rein zufällig gesehen. Das hier ist München.



In der Stadtmitte. Es ist warm. Die Wiese vor den Pinakothek der Moderne müsste mal gemäht werden. Aber im Moment ist sie optimal, um Badmington zu spielen. Zwei junge Frauen kommen aus einem der umliegenden Büros und vertreiben sich so ihre Mittagspause. Durch Bäume und Hecken ist der Strassenlärm sehr gedämpft.

Das hier ist Berlin.



In der Stadtmitte. Die Luft stinkt nach warmen Abgasen. Der Alexanderplatz ist eine platte Betonwüste. Ziemlich gut geeignet für Basketball. Ein einzelner Typ hängt hier rum und wirft mit dem Ball nach dem Korb. Das geht ein paar Stunden so. Gleich nebenan hustet, röchelt, quält sich der Berufsverkehr an der Baustelle vorbei.

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Movable Type: How tu fuck up yourself

and your business in 1 Week:

1. Don´t tell anybody what you´re doing.
2. Charge money for something what has been free
3. Give a damn about others who still offer the same stuff for free.
4. Blame the failure on your customers and their opinion

Wer sagt da, dass die New Economy vorbei ist?

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Mittwoch, 19. Mai 2004

Es muss nicht immer das Neueste sein

Inzwischen gibt es in München überbordende Halden von Restmöbeln aus der untergegangenen New Economy. Es sind die Leitfunde einer vergangenen Epoche. Sehr viel Starck aus dem Hause Kartell ist dabei, manches von Jakobsen, und sogar ein Eames-Chair, aber der nur mit Netzbespannung in Schwarz. Und natürlich simple Bürostühle für die weniger wichtigen Account- und Office Manager, die es auch erwischt hat.



Vielleicht haben sich aber auch manche die besten Stücke von Vitra einfach unter den Nagel gerissen, als es zu Ende ging. Macht nichts. Wer heute eine Firma aufzieht, muss sowieso sparen. Falls er wirklich in diesem Nobelgebrauchtladen in der Maxvorstadt einkauft, statt sich das Zeug bei Ikea zu beschaffen.

Zumal man ja inzwischen schon mit Arad-Regalen als verschwenderischer Spinner angesehen wird. Regal Billy ist das, was Investoren heute sehen wollen.

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Real Life 18.5.2004 - Nichts hat sich geändert

Die tuxedoblauen TTs leisten sich immer noch Rennen mit schweren BMWs auf dem Altstadtring, auf dem Weg ins Nichts, und das Nichts hat einen Namen: Pacha.



Denn andere schicke Locations sind auf der anderen Seite der Isar kaum zu finden. Da drin stemmt man sich gegen den Niedergang. Es gibt immer noch genug Landeier oder Neumünchner, die glauben, dass dort immer noch das pralle New-Economy-Leben ist. Da kann man es dann verschmerzen, dass man mittlerweile auf aufwendige Werbung verzichtet.

Einer der zur Zeit angesagtesten Clubs in München, beschreiben sie sich auf der Homepage. Zur Zeit kann viel heissen - auch, dass die zeit bald Vergangenheit ist. Inzwischen gibt es auch ein Pacha in Dresden, bald auch eines in Hamburg. Wenn das hier die Runde macht, werden die blonden TT-Besitzerinnen doch wieder ins P1 gehen.

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Dienstag, 18. Mai 2004

Real Life 17.5.2004 - Munich Area Report

Nothing will ever change. München ist im Kern immer noch so, wie man es aus den 80er Jahre Gazetten kennt. Besonders in der billigen Touristenmeile Leopoldstrasse.



Wenn man nicht zufällig die angepassten-Deutsch-LK-Abiturienten-Sendung des Bayerischen Staatsfunks im Radio hat, die peinlicherweise Berliner Pop von Winston spielen und einen beitrag über hirnlose Attacler in Berlin bringen, dann könnte man glatt vergessen, dass es auch noch weniger schöne Krisenregionen in Deutschland gibt.

Doch. Auch die Munich Area ist in der Krise. Seit Anfang der 80er kennt diese Region nur eine Richtung: Nach oben. Und was immer dahin führte, hatte mit Technologie oder Kommunikation zu tun. Die New Economy Krise traf München in den Lebensnerv. Es erwischte genau die, die als gesichert galten. Und dann hatten sich die anderen die Methoden der new Economy abgeschaut; erst im Guten, und jetzt seit ziemlich genau vier Jahren, im Schlechten.

Aber äusserlich ist davon wenig zu sehen. Die Autos, Strassen und Menschen sind sauber. Die Preise sind üppig und per se schon ein Distinktionsmerkmal. Es kann in München keine Krise geben. Wenn es eine gäbe, würden viele leute durch den Rost fallen und schlichtweg verhungern, wenn sie ihre Miete weiterhin bezahlen wollten.

Es ist kein Ort, in dem man ohne Geld überleben kann. Wahrscheinlich würde man hier eher Gebäude einreissen, als günstige Mieten zu erlauben. Der Makler ist mit allen seinen Eigenschaften die Idealverkörperung der Leopoldstrasse, und er trägt Schuhe, die ebenso teuer wie rahmengenäht wie modisch-geschmacklos sind.

Ich werde mir morgen Budapester kaufen gehen.

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Montag, 17. Mai 2004

Real Life 16.5.2004 - Hardcore Students

Sonntag, 20.30 Uhr, unter einem wolkenlos blauen Himmel. Biergartenwetter. Es ist noch warm - und endlich, endlich Frühling.



Aber was so ein Elite-Student ist, negiert das natürlich. Wer in diesen Momenten arbeitet, ohne Rücksicht auf die Lebensqualität, kommt weiter.

Ausspannen kann man ja noch, wenn man die Villa hat, den Porsche, oder schon eher, bem Get Together von Le Diner curant oder bei der Hochschulmarketing-Teamsitzung.

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