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Freitag, 8. Juli 2005
Führendes Gehynkel*
Es gibt gute Blogger, schöne Blogger, was man will - aber hier schreibt der ins warumsollenimmernurandereverdienen Blogberatungsbizz wechseln wollende Robert Basic was von "führende deutsche Blogger", die den Teilnehmern was erzählen sollen. Regelmässige Leser dieses Blogs werden wissen, dass es "Führende" geben könnte, die ich weniger als Blogger denn vielmehr als wenig erfolgreichen Pay Content Apologeten betrachte. Aber unabhängig davon: Führend? Und wer ist dann bitte nachfolgend? Die selbst eingebildete Linkhuren und Trackbackschleimis der Führenden? Und wohin sollen die Führenden führen? Braucht die, wenn der Begriff schon fällt, "deutsche" Blogosphäre Führer?
Weia - mal ehrlich, Robert: Irgendwo verstehe ich die Grundidee ja, angesichts all der Knalltüten, die mit Blogberatung und Seminaren einen schnellen Euro machen wollen. Vielleicht kannst Du das wirklich besser. Aber der Gedanke, dass irgendjemand oder auch nur ein kleiner Haufen von mehr oder weniger gelesenen Bloggern auch nur ansatzweise sowas wie eine Führungsrolle einnehmen könnte, oder im wirtschaftlichen oder sonst irgendeinem Sinne führend oder sonstwie *hynkelnd ist, führt direkt ins Lächerliche.
Warum kannst Du nicht einfach, sagen wir mal, "erfahrene deutsche Blogger" schreiben? Das hynkelt nicht, das garbitscht kein bisschen, das ehrlicht schon fast und niemand muss Angst haben, als Führer Benzino Napaloni der deutschen Blogosphäre tituliert zu werden. Wobei ich schon sehe, dass so mancher gern ein Lügen-Propaganda-PR-Garbitsch wäre. Oder sonstwie führend (Symbolphoto zweier Bizzblogger).
Weia - mal ehrlich, Robert: Irgendwo verstehe ich die Grundidee ja, angesichts all der Knalltüten, die mit Blogberatung und Seminaren einen schnellen Euro machen wollen. Vielleicht kannst Du das wirklich besser. Aber der Gedanke, dass irgendjemand oder auch nur ein kleiner Haufen von mehr oder weniger gelesenen Bloggern auch nur ansatzweise sowas wie eine Führungsrolle einnehmen könnte, oder im wirtschaftlichen oder sonst irgendeinem Sinne führend oder sonstwie *hynkelnd ist, führt direkt ins Lächerliche.
Warum kannst Du nicht einfach, sagen wir mal, "erfahrene deutsche Blogger" schreiben? Das hynkelt nicht, das garbitscht kein bisschen, das ehrlicht schon fast und niemand muss Angst haben, als Führer Benzino Napaloni der deutschen Blogosphäre tituliert zu werden. Wobei ich schon sehe, dass so mancher gern ein Lügen-Propaganda-PR-Garbitsch wäre. Oder sonstwie führend (Symbolphoto zweier Bizzblogger).
donalphons, 01:21h
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Weites Land
Gerade hier und jetzt.

Morgen Berlin. Dann Dirt Pics, nix Himmel.

Morgen Berlin. Dann Dirt Pics, nix Himmel.
donalphons, 22:46h
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Real Life 06.07.2005 - Antreten im Morgengrauen
In Berlin gab es mal einen Tag, an dem du tatsächlich um 8 Uhr los bist. Der Grund war eine Eröffnung, gut 200 Kilometer nordwestlich. Ausserdem gab es auch mal eine PK um 10, der Thinktank begann um formal um 9, aber zuerst mal mit einem Frühstück. So kennt man das. 8 Uhr steht allenfalls mal bei irgendwelchen Ausschüssen an, aber auch das ist eher selten. Um 8 Uhr eine Präsi, ein Meeting, das ist Jahre her.
Morgen wirst du um 8 Uhr eine Präsi machen, Zielgruppenblabla und vertikale Kommunikationsstrategie, Interaktivität und low entry levels, die ganze Latte Neusprech nochmal. Du wirst im Koma sein, und sie werden hellwach sein. In einem lichten Moment wird dir einfallen, dass das hier Provinz ist, da ist ein Meeting um 8 etwas völlig normales, da denkt sich niemand was dabei, und vielleicht wirst du dir wünschen, dass es wieder so wird wie in der New Economy, als 8 Uhr gar nicht ging, weil man als Lusche galt, wenn man vor 4 ins Bett ging.
Aber das war in der Munich Area, nicht hier. Hier gehen die Uhren anders, und die Leute halten sich daran. Fuck. 8 Uhr. Und wahrscheinlich weiss da kein einziger, was so ein Blog ist, und warum man überhaupt mit den Lesern in Kontakt treten sollte. Von welcher digitalen Revolution sülzen die Trendleute eigentlich, wenn du um 8 Uhr eine Website vorführen sollst, vor Leuten, deren Behörde noch nicht mal eine Intranet hat, in einem Raum, in dem es kein Netz gibt und die Seiten auf deiner Festplatte liegen.
Morgen wirst du um 8 Uhr eine Präsi machen, Zielgruppenblabla und vertikale Kommunikationsstrategie, Interaktivität und low entry levels, die ganze Latte Neusprech nochmal. Du wirst im Koma sein, und sie werden hellwach sein. In einem lichten Moment wird dir einfallen, dass das hier Provinz ist, da ist ein Meeting um 8 etwas völlig normales, da denkt sich niemand was dabei, und vielleicht wirst du dir wünschen, dass es wieder so wird wie in der New Economy, als 8 Uhr gar nicht ging, weil man als Lusche galt, wenn man vor 4 ins Bett ging.
Aber das war in der Munich Area, nicht hier. Hier gehen die Uhren anders, und die Leute halten sich daran. Fuck. 8 Uhr. Und wahrscheinlich weiss da kein einziger, was so ein Blog ist, und warum man überhaupt mit den Lesern in Kontakt treten sollte. Von welcher digitalen Revolution sülzen die Trendleute eigentlich, wenn du um 8 Uhr eine Website vorführen sollst, vor Leuten, deren Behörde noch nicht mal eine Intranet hat, in einem Raum, in dem es kein Netz gibt und die Seiten auf deiner Festplatte liegen.
donalphons, 03:34h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 6. Juli 2005
ICH werde mit denen nichts machen,
sagte der Kanzler. Kann schon sein, dass er keine Lust hat, mit denen links von ihm in ein Koalitionsbett zu steigen. Kann gut sein, dass er es nicht macht. Aber wenn es eine Mehrheit von Rot, Rosa und grünen FDP-Ersatzstoffen gibt, hat die SPD die Wahl, als Juniorpartner von Bad Mama merkel an die Wand gedrückt zu werden, was bei genauer Betrachtung auch für Masochisten kein Vergnügen wird - oder alle beissen in den weniger sauren Apfel, die Linkskoalition kommt (nachdem alle Gespräche über eine grosse Koalition gescheitert wurden), und Schröder tritt ab.
Ich, sagte Schröder. Er, nicht die SPD. Jetzt heisst es abwarten, ob die CDU-Umfragewerte so fallen, wie die Mehrwertsteuer steigen soll. Und wie lange der Möllewelle bei seinem lauwarmen Geschwalle bleibt, bis er dann in den nächsten Fettnapf trampelt.
Nicht, dass ich Lafontaine und Gysi allzu toll finde. Aber ich komme aus einem land und einer Stadt, wo immer nur die CSU geherrscht hat. Ich habe als Bayer ein gottverdammtes Recht darauf, zumindest im Bund von einer linken Koalition verarscht zu werden.
Ich, sagte Schröder. Er, nicht die SPD. Jetzt heisst es abwarten, ob die CDU-Umfragewerte so fallen, wie die Mehrwertsteuer steigen soll. Und wie lange der Möllewelle bei seinem lauwarmen Geschwalle bleibt, bis er dann in den nächsten Fettnapf trampelt.
Nicht, dass ich Lafontaine und Gysi allzu toll finde. Aber ich komme aus einem land und einer Stadt, wo immer nur die CSU geherrscht hat. Ich habe als Bayer ein gottverdammtes Recht darauf, zumindest im Bund von einer linken Koalition verarscht zu werden.
donalphons, 02:30h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 5. Juli 2005
Real Life 04.07.2005 -Sturmfront
Da kommt ein Gewitter, sagst du, und weil sie es vom Fenster aus nicht richtig sehen kann, geht ihr auf die Dachterasse, wo das Licht des Tages schon in einem fahlen Grau erstickt. Aus dem Westen, ausgestreckt über den ganzen Horizont, ist eine Front im Anmarsch, rasend schnell und finster. Du stehst neben ihr, schweigend, obwohl du eigentlich nochmal was zu sagen hast, etwas wie, dass man nie zu alt ist, sein Leben nochmal zu ändern, und dass es das noch lange nicht gewsen sein muss, und eine Scheidung nicht das Schlimmste sein muss, jedenfalls besser als die komische Idee, das alles mit einer Schwangerschaft jetzt noch retten zu wollen. Das, was da kommt, ist auch so schon genug Abbild dessen, was in ihrem Inneren tobt.

Man weiss nie, was kommt und was geschehen wird. Ausser vielleicht, dass man sich fast immer zweimal trifft, egal wie lange es her ist. Das war verdammt lang her, und der Freund, der sie damals uneingestanden neben seiner eigenen Freundin wollte, ist heute Arzt in Würzburg. Gestern hast du bei den alten Bildern eines von ihr gefunden, auf der Stufe ihrer Schule, heute kam sie dir entgegen, als du die Tür aufgesperrt hast, und sie ging spontan mit hoch. Auf eine Kanne Tee, für eine Stunde, und dann doch für einen Nachmittag, bis jetzt, als der Himmel explodiert, und sie könnte auch so kaum mehr bleiben, weil sie ja noch Verpflichtungen hat, daheim. Aber noch steht sie hier und schaut nach Westen, schweigend und faszieniert vom sinsitren Spiel der schwarzgrauen Wolken.

Dann geht sie, du bringst sie noch bis zur Treppe, und ihren Schritten kannst du entnehmen, dass sie sich beeilt. Dann stellst du dich wieder auf die Terasse und schaust zu, wie sich die Wolken zusammenballen. Langsam kommt der Wind auf, in kurzen Stössen, hier und da biegen sich die Bäume, bis die Böenwalze heranfegt, abgerissene Blätter fegen über die Dächer, und die letzten Schwalben sirren nach Osten, wo der Himmel noch in einem unnatürlichen, gelblichen Blau erstrahlt. Oben, auf dem Kamin, tappselt noch eine etwas nervöse Taube herum, direkt neben dem Blitzableiter, unter dem, sicher unzureichend vom Kamindach geschützt, ihr Nest ist. Aber es hat hier noch nie eingeschlagen. Hier passiert nie etwas.

Der Wind trägt feinen Niesel zu dir, dann die ersten dicken Tropfen, und plötzlich geht alles ganz schnell, ein Windstoss und dazu fast waagrecht das Wasser, nichts wie rein in dem Wissen, dass es sie in wenigen Augenblicken ereilen wird, da oben wandert das Gewitter mit 80, 90 Kilometern pro Stunde, da wird sie es nicht zum Auto geschafft haben. Dann bricht auch schon die Hölle los, von so ein Unwetter hat man hier oben direkt unter dem spitzen Giebel eines Stadtpalastes einen sehr unmittelbaren Eindruck, selbst wenn man nicht Mary Shelleys Beschreibung des Gebäudes kennen würde, in dem Frankenstein sein Monster erschafft und deren Dachkammer in allen Details ganz vorzüglich zu dem Raum passen würde, in dem du bist. Über ein Dutzend Kilometer hinweg, aufgereiht an einer dunklen Wolkenkette, fauchen die Blitze nach unten, du zählst die Sekunden, und dann wird es plötzlich hell wie tausend Sonnen, und es klingt so, als hätte jemand dein Trommelfell zerrissen. 100 Meter vielleicht, höchstens... aber es ist nichts passiert.
Es passiert nie etwas. Das ist alles nur Kulisse, es gibt keine echten Dramen, das Unwetter verzieht sich und die noch nicht gefallenen Töchter der besseren Familien gehen, bevor sie zwei Stunden während des Spektakels da draussen vielleicht etwas tun, hier oben so fern von ihrer Vorstadtwelt, was sie ihrem Nochmann und ihren Freundinnen nicht erzählen dürften. Und du schaust hinaus und überlegst, wie sich so eine Sturmfront wohl fühlen mag, da droben, und warum sie nicht ein einziges Mal die Stadt und das schwarze Pack und die Spiesser und die Kinderquäler und die Dummmacher und all den Lokaldreck in den grossen Fluss fegt, Tabula rasa macht und diesem Ort, an dem die Dummheit geboren wurde, eine neue Chance gibt.

Man weiss nie, was kommt und was geschehen wird. Ausser vielleicht, dass man sich fast immer zweimal trifft, egal wie lange es her ist. Das war verdammt lang her, und der Freund, der sie damals uneingestanden neben seiner eigenen Freundin wollte, ist heute Arzt in Würzburg. Gestern hast du bei den alten Bildern eines von ihr gefunden, auf der Stufe ihrer Schule, heute kam sie dir entgegen, als du die Tür aufgesperrt hast, und sie ging spontan mit hoch. Auf eine Kanne Tee, für eine Stunde, und dann doch für einen Nachmittag, bis jetzt, als der Himmel explodiert, und sie könnte auch so kaum mehr bleiben, weil sie ja noch Verpflichtungen hat, daheim. Aber noch steht sie hier und schaut nach Westen, schweigend und faszieniert vom sinsitren Spiel der schwarzgrauen Wolken.

Dann geht sie, du bringst sie noch bis zur Treppe, und ihren Schritten kannst du entnehmen, dass sie sich beeilt. Dann stellst du dich wieder auf die Terasse und schaust zu, wie sich die Wolken zusammenballen. Langsam kommt der Wind auf, in kurzen Stössen, hier und da biegen sich die Bäume, bis die Böenwalze heranfegt, abgerissene Blätter fegen über die Dächer, und die letzten Schwalben sirren nach Osten, wo der Himmel noch in einem unnatürlichen, gelblichen Blau erstrahlt. Oben, auf dem Kamin, tappselt noch eine etwas nervöse Taube herum, direkt neben dem Blitzableiter, unter dem, sicher unzureichend vom Kamindach geschützt, ihr Nest ist. Aber es hat hier noch nie eingeschlagen. Hier passiert nie etwas.

Der Wind trägt feinen Niesel zu dir, dann die ersten dicken Tropfen, und plötzlich geht alles ganz schnell, ein Windstoss und dazu fast waagrecht das Wasser, nichts wie rein in dem Wissen, dass es sie in wenigen Augenblicken ereilen wird, da oben wandert das Gewitter mit 80, 90 Kilometern pro Stunde, da wird sie es nicht zum Auto geschafft haben. Dann bricht auch schon die Hölle los, von so ein Unwetter hat man hier oben direkt unter dem spitzen Giebel eines Stadtpalastes einen sehr unmittelbaren Eindruck, selbst wenn man nicht Mary Shelleys Beschreibung des Gebäudes kennen würde, in dem Frankenstein sein Monster erschafft und deren Dachkammer in allen Details ganz vorzüglich zu dem Raum passen würde, in dem du bist. Über ein Dutzend Kilometer hinweg, aufgereiht an einer dunklen Wolkenkette, fauchen die Blitze nach unten, du zählst die Sekunden, und dann wird es plötzlich hell wie tausend Sonnen, und es klingt so, als hätte jemand dein Trommelfell zerrissen. 100 Meter vielleicht, höchstens... aber es ist nichts passiert.
Es passiert nie etwas. Das ist alles nur Kulisse, es gibt keine echten Dramen, das Unwetter verzieht sich und die noch nicht gefallenen Töchter der besseren Familien gehen, bevor sie zwei Stunden während des Spektakels da draussen vielleicht etwas tun, hier oben so fern von ihrer Vorstadtwelt, was sie ihrem Nochmann und ihren Freundinnen nicht erzählen dürften. Und du schaust hinaus und überlegst, wie sich so eine Sturmfront wohl fühlen mag, da droben, und warum sie nicht ein einziges Mal die Stadt und das schwarze Pack und die Spiesser und die Kinderquäler und die Dummmacher und all den Lokaldreck in den grossen Fluss fegt, Tabula rasa macht und diesem Ort, an dem die Dummheit geboren wurde, eine neue Chance gibt.
donalphons, 17:59h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 4. Juli 2005
Ein Sommer wie bei Eric Rohmer
Die Kaltmamsell erzählt vom Sommer vor vielen Jahren, und darüber, dass ihre Mutter in einer Firma gearbeitet hat, die wiederum in unserem Stammhaus in der Zeit ihr Geschäft hatte. Was für uns ein gemeinsamer Spielplatz wurde, schliesslich wohnte ich in diesem Haus, wobei damals natürlich niemand wissen konnte, auf welchen verschlungenen Wegen das wieder zusammenführen würde.
Von dem Geschäft blieb nichts übrig ausser einem hässlichen Vordach, unter dem früher die Teppichbodenrollen gelagert waren - in den typischen Farben der 70er jahre, die sich bei uns bleiern bis in die Mitte der 80er Jahre hinzogen. Heute würde man das vielleicht schon wieder schick finden; es kann gut sein, dass manches der damaligen Kitschdesigns in Buddhismus-Orange und Signalgrün heute wieder für kurzlebige Designeinrichter in Berlin Mitte produziert wird. Aber schon Ende der 70er Jahre waren die besseren Familien der Stadt zu glatt verputzten Wänden und Terrakottafliessen gewechselt, und die Firma, der die Fläche bei uns zu klein wurde, zog in die Vorstadt, wo sie irgendwann verschwand.

Geblieben ist also wenig - bei mir im Dachstuhl steht aber noch diese Kiste hier, mit sauber verpackten, groben Tapeten aus dem späten 70ern, grüngrauweisslich und fasrig, keine Ahnung, warum die hier vergessen wurden. Aber so ist das nun mal in grossen alten Häusern - man denkt, vielleicht braucht man es nochmal, man hat da oben ja auch den nötigen Platz, also wird es dort eingelagert und vergessen, bis jemand dazu eine Geschichte erzählt und man sich wieder daran erinnert. Und wer weiss, vielleicht in 70 Jahren, wenn ich schon lange tot bin, vielleicht wird die verstaubte Kiste von jemandem gefunden, der sein Glück nicht fassen kann, originale Tapeten aus der Zeit der Revolte, und sein Zimmer damit tapezieren wird, und alle Frauen werden zu ihm kommen und ihn für seine Stilsicherheit bewundern.
Von dem Geschäft blieb nichts übrig ausser einem hässlichen Vordach, unter dem früher die Teppichbodenrollen gelagert waren - in den typischen Farben der 70er jahre, die sich bei uns bleiern bis in die Mitte der 80er Jahre hinzogen. Heute würde man das vielleicht schon wieder schick finden; es kann gut sein, dass manches der damaligen Kitschdesigns in Buddhismus-Orange und Signalgrün heute wieder für kurzlebige Designeinrichter in Berlin Mitte produziert wird. Aber schon Ende der 70er Jahre waren die besseren Familien der Stadt zu glatt verputzten Wänden und Terrakottafliessen gewechselt, und die Firma, der die Fläche bei uns zu klein wurde, zog in die Vorstadt, wo sie irgendwann verschwand.

Geblieben ist also wenig - bei mir im Dachstuhl steht aber noch diese Kiste hier, mit sauber verpackten, groben Tapeten aus dem späten 70ern, grüngrauweisslich und fasrig, keine Ahnung, warum die hier vergessen wurden. Aber so ist das nun mal in grossen alten Häusern - man denkt, vielleicht braucht man es nochmal, man hat da oben ja auch den nötigen Platz, also wird es dort eingelagert und vergessen, bis jemand dazu eine Geschichte erzählt und man sich wieder daran erinnert. Und wer weiss, vielleicht in 70 Jahren, wenn ich schon lange tot bin, vielleicht wird die verstaubte Kiste von jemandem gefunden, der sein Glück nicht fassen kann, originale Tapeten aus der Zeit der Revolte, und sein Zimmer damit tapezieren wird, und alle Frauen werden zu ihm kommen und ihn für seine Stilsicherheit bewundern.
donalphons, 15:25h
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Den Gerhard hassen
oder nicht hassen, das ist hier (und auch bei mir ab und zu) die Frage. In der Regel reicht ein Blick in den Merkelschen Gesichtsersatzhautsack, um die Frage per Vergleich zu beantworten.
donalphons, 03:44h
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Sonntag, 3. Juli 2005
Und führe mich in Versuchung
Wer glaubt, das Internet sei ein Hort des Wissens oder der Bildung, sollte sich mal mit einem Thema wie dem Manierismus der zweiten Schule von Fontainebleau auseinandersetzen. Oder ganz generell mit dem Einfluss der französischen Hofkunst auf die Flamen des 17. Jahrhunderts. Ein grosses, wichtiges Thema. Das Netz weiss nicht mehr, als ein x-beliebiges Kunstlexikon vom Ramsch. Die Suchfunktionen bringen nichts, Null, Nada, und Wikipedia ist ein schales Infobröckchen.
Und trotzdem hänge ich seit Wochen in jedem freien Moment im Netz über dieser Frage, suche nach Vergleichen, die ich nicht kenne, denn nichts anderes findet in meinem Kopf Platz. Schon seit Monaten. Seit Monaten denke ich an ein Paar aus dieser glanzvollen, grausamen und niederträchtigen Epoche, an einen Moment das Ruhe, der Zuneigung und der Liebe, eingefangen vor 400 Jahren und auf ein Stück Holz gebannt. Dann wohl lange vergessen, irgendwo im Dunkeln aufgehängt und jetzt bei einem Kunsthändler gelandet.
Da hängt es jetzt schon seit einem halben Jahr. Ich bin zufällig drübergestolpert, als noch nicht mal sicher war, dass es zu verkaufen ist. Dann stand ein Preis im Raum, der meine für Hofkunst etwas bescheidenen Mittel sprengen würde wie eine Kanonenkugel der Bartolomäusnacht einen Haufen Hugenotten. Dann kamen da viele vorbei, von denen ich sicher war, dass sie es kaufen würden; es gibt nicht oft die Gelegenheit, in Deutschland so etwas zu erwerben. Vielleicht haben die ihr Wissen nur aus dem Netz; jedenfalls blieb es zu meiner grossen Überraschung liegen. Und jetzt ist der Preis in Regionen, die es mir tatsächlich gestatten, darauf ein Gebot abzugeben. Ob es angenommen wird, weiss ich nicht.
Vielleicht liegt es am Sujet. Wer sich auskennt, weiss um die lockeren Sitten der Zeit, in der die Ehe dynastischen Überlegungen und der Sex einer für heutige Vorstellungen unfassbaren Promiskuität geschuldet war. Die Körperlichkeit der Kleidung, ihr Reichtum und die Offenheit der Gesten verraten alles, und das passt schlecht zur toitschen Vorliebe für kernseifesaubere Riemenschneider-Madonnen und die verklemmte Sexualität der Rokoko-Putti. Die Geisteshaltung der Dargestellten, für die ein fronverweigernder Bauer nur ein Stück Vieh war, das man zwischen amurösen Abenteuern abschlachtete, möchte ich mir keinesfalls zu eigen machen. Das Bild ist nur im Geschlechtlichen aufgeklärt und offen, aber allein die vibrierende Erotik kurz vor der Annahme des Liebessymbols macht es begehrenswert. Man beachte die Haltung der Finger und der Körper, die Lage der Hände, die Berührung, das sanfte Streicheln, die Blicke, diesen immer gleichen Moment zwischen Hoffnung und Erfüllung, der uns über die stinkenden Kleingötter und ihre Veführung von Fron, Ausgezehr und Entsagung erhebt.
Und trotzdem hänge ich seit Wochen in jedem freien Moment im Netz über dieser Frage, suche nach Vergleichen, die ich nicht kenne, denn nichts anderes findet in meinem Kopf Platz. Schon seit Monaten. Seit Monaten denke ich an ein Paar aus dieser glanzvollen, grausamen und niederträchtigen Epoche, an einen Moment das Ruhe, der Zuneigung und der Liebe, eingefangen vor 400 Jahren und auf ein Stück Holz gebannt. Dann wohl lange vergessen, irgendwo im Dunkeln aufgehängt und jetzt bei einem Kunsthändler gelandet.
Da hängt es jetzt schon seit einem halben Jahr. Ich bin zufällig drübergestolpert, als noch nicht mal sicher war, dass es zu verkaufen ist. Dann stand ein Preis im Raum, der meine für Hofkunst etwas bescheidenen Mittel sprengen würde wie eine Kanonenkugel der Bartolomäusnacht einen Haufen Hugenotten. Dann kamen da viele vorbei, von denen ich sicher war, dass sie es kaufen würden; es gibt nicht oft die Gelegenheit, in Deutschland so etwas zu erwerben. Vielleicht haben die ihr Wissen nur aus dem Netz; jedenfalls blieb es zu meiner grossen Überraschung liegen. Und jetzt ist der Preis in Regionen, die es mir tatsächlich gestatten, darauf ein Gebot abzugeben. Ob es angenommen wird, weiss ich nicht.Vielleicht liegt es am Sujet. Wer sich auskennt, weiss um die lockeren Sitten der Zeit, in der die Ehe dynastischen Überlegungen und der Sex einer für heutige Vorstellungen unfassbaren Promiskuität geschuldet war. Die Körperlichkeit der Kleidung, ihr Reichtum und die Offenheit der Gesten verraten alles, und das passt schlecht zur toitschen Vorliebe für kernseifesaubere Riemenschneider-Madonnen und die verklemmte Sexualität der Rokoko-Putti. Die Geisteshaltung der Dargestellten, für die ein fronverweigernder Bauer nur ein Stück Vieh war, das man zwischen amurösen Abenteuern abschlachtete, möchte ich mir keinesfalls zu eigen machen. Das Bild ist nur im Geschlechtlichen aufgeklärt und offen, aber allein die vibrierende Erotik kurz vor der Annahme des Liebessymbols macht es begehrenswert. Man beachte die Haltung der Finger und der Körper, die Lage der Hände, die Berührung, das sanfte Streicheln, die Blicke, diesen immer gleichen Moment zwischen Hoffnung und Erfüllung, der uns über die stinkenden Kleingötter und ihre Veführung von Fron, Ausgezehr und Entsagung erhebt.
donalphons, 16:45h
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Dirt Picture Contest - Nicht für die Schule,
sondern für das Leben verschmutzen wir: Die Kombination aus alter Ost-Architektur und neuer West-Malerei, in Verbindung mit gesamtberlinslummischer Finanzkatastrophe gibt dem nachwuchs schon mal eine gute Vorstellung der Realität, die sie erwarten wird.

Davor wird ein Kindergarten rückgebaut. Das Bild ist schon ein paar Monate alt - vermutlich ist da inzwischen noch mehr gebröckelt. Irgendwann wrd das Grafitti den kaputten Putz festigen. Wenn es dann noch steht - bald bin ich leider in der Lage, persönlich vorbeizuschauen.

Davor wird ein Kindergarten rückgebaut. Das Bild ist schon ein paar Monate alt - vermutlich ist da inzwischen noch mehr gebröckelt. Irgendwann wrd das Grafitti den kaputten Putz festigen. Wenn es dann noch steht - bald bin ich leider in der Lage, persönlich vorbeizuschauen.
donalphons, 13:49h
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Samstag, 2. Juli 2005
Leserversuch
Am Anfang stand das Wort "Grossraumdisco" von Mark793. Er meinte damit dieses Blog hier, und es hat eigentlich nur etwas bestätigt, was mir schon länger im Kopf herumging: Dass in diesem kleinen Punkrockclub viel anders geworden ist. Zumindest war es mal als kleiner Punkrockclub gedacht, und es hat auch eine Weile ganz prächtig so funktioniert. Das war in der Zeit vor dem Winter, bevor hier die grossen Sprünge bei den Nutzerzahlen kamen. Ich hatte beim Lesen mancher Kommentare und vom Hörensagen her den Eindruck, dass eine gewisse verzcihtbare Klientel hier täglich reinschaute. Leute, mit denen ich noch nicht mal auf dem gleichen Friedhof begraben sein möchte. Sickos, die das hier als Feindbeobachtung lesen - hey, wenn ich Euch für ein Arschloch halte, lese ich Eure Blogs nicht, so einfach ist das, Ihr Pfeifen.
Die Begründung für den hohen Traffic muss nicht monokausal sein, gab auch andere Erklärungen - etwa der aggressive Tonfall, das ständige Herumhacken auf Berlin, jede Woche ein Eklat, all das könnte Leser anziehen, meinten verschiedene Leute. Als ich Berlin dann verlassen habe, war es Zeit für ein Experiment, Codewort "Leservergraulung". Im Kern steht die Frage: Was passiert in so einer Grossraumdisco, in die Leute über Monate wegen der immer gleichen Musik kommen, wenn der DJ ein anderes Programm fährt? Was geschieht, wenn statt dem Dreck auf den Strassen Empiremöbel ins Zentrum rücken, wenn der Hass einer gewissen Zufriedenheit weicht, wenn der Autor seine Lebenswirklichkeit radikal umstellt, vom Beobachter des riesigen Slums Berlin, das jeder kennt, hin zum Rückkehrer in eine kleine Stadt und zu ihren oberen 10.000, einer Klasse, die keine Ahnung von Blogs hat? Und was passiert, wenn die Leser nicht dreimal täglich gross und dazwischen mit Kommentaren gefüttert werden, sondern nur einmal am Abend mit einem längeren Text, wenn der klassische Cyberslacker längst vor der Glotze hängt?
Was also machen Leser, wenn sie statt einer fiesen TAZ plötzlich eine mitunter gemeine Version der World of Interior erhalten? Wie reagieren Zuhörer, wenn die massenkompatible Morningshow ausfällt und statt dessen am Abend die wüstesten Szenen der italienischen Opera Buffa gesendet werden? Nach der klassischen Medientheorie müssten die allermeisten wohl abspringen, und die Cyberslacker mit den RSS-Feeds, die jeden Morgen hier ihr Bröckchen holen, müssten verschwinden.
Nach fünf Wochen habe ich tatsächlich etwa ein Viertel des Traffics unter der Woche verloren; am Wochenende ist weniger als 20%. Was definitiv eingebrochen ist, ist der morgendliche und frühnachmittägliche Besuch, den man relativ leicht mit Postings steuern kann. Das dürften vor allem die RSS-Cyberslacker gewesen sein, die nur kommen , wenn etwas los ist. Um die tut es mir, offen gesagt, nicht wirklich leid, genausowenig wie um die 50 oder mehr Leute, die dann weniger über die Blogger.de Startseite kommen. Ein Teil des Rückgangs ist sicher auch dem Wetter geschuldet - es wäre ein bedenkliches Zeichen des Geisteszustands der Leserschaft, wenn ihnen bei diesem Bombenwetter nicht manchmal was Besseres als Blogs lesen einfallen würde. Es gibt etwas weniger Kommentare, aber im Schnitt etwas gehaltvollere Debatten. Die Verlinkung hat nachgelassen - wohl eine Folge davon, dass vielen Bloggern zu den neuen Themen nichts einfällt. Kein Problem, im Gegensatz zu manch anderen schätze ich die Bedeutung der Verlinkung in der Blogosphäre ohnehin nicht als besonders wichtig ein. Echte Relevanz entsteht meines Erachtens durch die schwer analysierbare qualifizierte Leserschaft. Die Leute, die so oder so kommen, und nicht, weil es gerade modern oder Hype oder Skandal oder die durch Kleinbloggersdorf getriebene Sau oder verlinkt ist - btw, einen Link beim Neuköllner Schrottquellenverbreiter zu bekommen ist ähnlich relevant wie ein gekritzelter Name an der Wand eines Autobahnklos.
Qualifizierte Leserschaft: Etwa drei Viertel der Leser lassen sich aber weder durch längere Texte noch durch geänderte Zeiten oder neue Themen oder meine Abwesenheit oder das Fehlen von Krawall davon abhalten, das hier zu lesen. Sie kommen einfach so, egal wann und wie ich schreibe, auch, wenn es mal komplex ist oder einfach nur arroganter Scheiss - und das entspricht schon wieder eher meiner Vorstellung von einem Punkrock-Schuppen. Und wenn das so ist, kann ich auch mit dem immer noch recht hohen Traffic leben.
Die Begründung für den hohen Traffic muss nicht monokausal sein, gab auch andere Erklärungen - etwa der aggressive Tonfall, das ständige Herumhacken auf Berlin, jede Woche ein Eklat, all das könnte Leser anziehen, meinten verschiedene Leute. Als ich Berlin dann verlassen habe, war es Zeit für ein Experiment, Codewort "Leservergraulung". Im Kern steht die Frage: Was passiert in so einer Grossraumdisco, in die Leute über Monate wegen der immer gleichen Musik kommen, wenn der DJ ein anderes Programm fährt? Was geschieht, wenn statt dem Dreck auf den Strassen Empiremöbel ins Zentrum rücken, wenn der Hass einer gewissen Zufriedenheit weicht, wenn der Autor seine Lebenswirklichkeit radikal umstellt, vom Beobachter des riesigen Slums Berlin, das jeder kennt, hin zum Rückkehrer in eine kleine Stadt und zu ihren oberen 10.000, einer Klasse, die keine Ahnung von Blogs hat? Und was passiert, wenn die Leser nicht dreimal täglich gross und dazwischen mit Kommentaren gefüttert werden, sondern nur einmal am Abend mit einem längeren Text, wenn der klassische Cyberslacker längst vor der Glotze hängt?
Was also machen Leser, wenn sie statt einer fiesen TAZ plötzlich eine mitunter gemeine Version der World of Interior erhalten? Wie reagieren Zuhörer, wenn die massenkompatible Morningshow ausfällt und statt dessen am Abend die wüstesten Szenen der italienischen Opera Buffa gesendet werden? Nach der klassischen Medientheorie müssten die allermeisten wohl abspringen, und die Cyberslacker mit den RSS-Feeds, die jeden Morgen hier ihr Bröckchen holen, müssten verschwinden.
Nach fünf Wochen habe ich tatsächlich etwa ein Viertel des Traffics unter der Woche verloren; am Wochenende ist weniger als 20%. Was definitiv eingebrochen ist, ist der morgendliche und frühnachmittägliche Besuch, den man relativ leicht mit Postings steuern kann. Das dürften vor allem die RSS-Cyberslacker gewesen sein, die nur kommen , wenn etwas los ist. Um die tut es mir, offen gesagt, nicht wirklich leid, genausowenig wie um die 50 oder mehr Leute, die dann weniger über die Blogger.de Startseite kommen. Ein Teil des Rückgangs ist sicher auch dem Wetter geschuldet - es wäre ein bedenkliches Zeichen des Geisteszustands der Leserschaft, wenn ihnen bei diesem Bombenwetter nicht manchmal was Besseres als Blogs lesen einfallen würde. Es gibt etwas weniger Kommentare, aber im Schnitt etwas gehaltvollere Debatten. Die Verlinkung hat nachgelassen - wohl eine Folge davon, dass vielen Bloggern zu den neuen Themen nichts einfällt. Kein Problem, im Gegensatz zu manch anderen schätze ich die Bedeutung der Verlinkung in der Blogosphäre ohnehin nicht als besonders wichtig ein. Echte Relevanz entsteht meines Erachtens durch die schwer analysierbare qualifizierte Leserschaft. Die Leute, die so oder so kommen, und nicht, weil es gerade modern oder Hype oder Skandal oder die durch Kleinbloggersdorf getriebene Sau oder verlinkt ist - btw, einen Link beim Neuköllner Schrottquellenverbreiter zu bekommen ist ähnlich relevant wie ein gekritzelter Name an der Wand eines Autobahnklos.
Qualifizierte Leserschaft: Etwa drei Viertel der Leser lassen sich aber weder durch längere Texte noch durch geänderte Zeiten oder neue Themen oder meine Abwesenheit oder das Fehlen von Krawall davon abhalten, das hier zu lesen. Sie kommen einfach so, egal wann und wie ich schreibe, auch, wenn es mal komplex ist oder einfach nur arroganter Scheiss - und das entspricht schon wieder eher meiner Vorstellung von einem Punkrock-Schuppen. Und wenn das so ist, kann ich auch mit dem immer noch recht hohen Traffic leben.
donalphons, 19:33h
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Freitag, 1. Juli 2005
Sehr zu empfehlen - Jan Graf Potockis Sierra Morena
Die Zeit um das Ende der napoleonischen Herrschaft scheint eine grosse Zeit für Autoren gewesen zu sein, die eine Verpflichtung empfanden, mit einer Kugel in den Kopf ihrem Dasein ein Ende setzen zu müssen. Nachdem Modeste schon auf das traurige Schicksal Kleists hingewiesen hat, möchte ich nicht darauf verzichten, einen anderen Selbstmörder dieser Epoche vorzustellen: 1815 erschoss sich in seinem letzten kleinen Hause der dem Wahnsinn verfallene Jan Graf Potocki, der Legende nach mit einer silbernen, geweihten Kugel, denn er hatte Angst, ein Werwolf zu sein.
Ein wahrhaft erstaunliches Ende für einen grossen Aufklärer. Potocki war ein polnischer Adliger, der seine Bildung, seinen Stil und seine literarischen Vorbilder vor allem im Frankreich der Diderots, der Voltaires, der Le Sages und der Mirabeaus suchte. Er war Diplomat, Forscher, Universalgelehrter, Reisender, und nebenbei auch noch Verfasser eines Buches, das neben den Gefährlichen Liebschaften und der Philosophie im Boudoir in den Zeiten der französischen Revolution die Epoche der Aufklärung noch einmal in allen Facetten zusammenfasst: Die Abenteuer in der Sierra Morena, ein Buch, das in keiner neu zu errichtenden Bibliothek fehlen darf.

Was Potocki über de Sade und Laclos erhebt, ist der Verzicht auf die allzu starke Konzentration auf Sex; vielmehr vermengt er die unterschiedlichen Methoden der Aufklärungsliteratur zu einem stimmigen, auf über 800 Seiten höchst charmanten und unterhaltsamen Roman. Gespräche, ineinander verschachtelte Rahmenhandlungen, kurze Exempla und gelehrte Disputation wechseln einander ab, verwoben in eine Mischung aus Schelmenroman, Abenteuergeschichte und Novellenzyklus. Ganz nebenbei vermittelt er Philosophie und Freidenkertum, erklärt die Sinnlosigkeit und das Versagen von Religionen und Moral, und entwirft eine leichte, delikate Ethik der Freude, irgendwo zwischen Epikur, Aristipp von Cyrene und einem lebensbejahenden Hedonismus.
Vor dem Leser wird eine Schatzkammer an schillernden Personen ausgebreitet, das Helden und Schurken umfasst, leichtsinnige Frauen und schwerdumme Betschwestern, stolze Herzoginnen und verdammte Giftmörderinnen, Räuber und Bischöfe, Meuchelmörder und Ordensritter, Geister und Kabbalisten, Liebende und Heuchelnde, Vizekönige, Scheichs, Juden, Christen, Schiiten, Sunniten und Atheisten, den ewigen Juden und zwischen all den Schichten ein unendliches Gestrüpp von Hass, Gier, Liebe, Treue, Verrat, Freundschaft und niedrigster Heimtücke. Nichts ist diesem vorgeblichen Bericht über 66 Tage in der Sierra Morena aus der Feder eines gewissen Alphonso van Worden fremd.
Potocki hat die Aufklärung nicht so konsequent und radikal auf die Spitze argumentiert wie de Sades Boudoirphilosophie, und seine verschachtelten Geschichten sind bei weitem nicht so raffiniert wie Laclos Liebschaften. Er ist nicht radikal neu und besinnt sich aller von ihm geachteten Vorgänger. Dennoch, trotz der vielen Zitate, für die man sich bestens in der Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts auskennen sollte, ist das Buch jedermann leicht verständlich. Es hinterfragt den abendländisch-christlichen Unwertekanon, umtänzelt mit feinem Florett die staubigen Lügen und Vorurteile der Kultur des Hasses und der Lügen, und versetzt dem Moloch - gegen den zu kämpfen auch heute in Zeiten von Volksbibel und geistlosem Papismus, von Merkel und Stoiber jedem aufgklärtem Menschen ein Anliegen sein sollte - viele kleine, tödliche Stiche in den stinkenden Eingeweide, so dass am Ende nichts zurückbleibt als ein helles Rokokolachen der Ethik über dem faulenden Kadaver der Dummheit.
Ich denke, wer in den Urlaub fährt, vielleicht sogar auf den Spuren einer Grand Tour in den Süden wandelt, sollte sich die drei Bücher besorgen und auf dem Weg lesen. Laclos erklärt vorbildhaft, wie einfach man sich den ewigen Mysterien der Frauen und Männer gewinnbringend nähern kann, de Sade gibt das nötige Wissen für eine Nacht der Freuden, und Potocki kann das ethische Rüstzeug für ein aufgeklärtes Gespräch am nächsten Morgen liefern.
Ich wage zu behaupten, dass Kenner dieser drei Werke eigentlich keine schlechten Menschen sein können. Und ja, natürlich ist es kein Zufall, dass mein Roman so viele Kapitel hat, wie Potockis Roman Tage.
Ein wahrhaft erstaunliches Ende für einen grossen Aufklärer. Potocki war ein polnischer Adliger, der seine Bildung, seinen Stil und seine literarischen Vorbilder vor allem im Frankreich der Diderots, der Voltaires, der Le Sages und der Mirabeaus suchte. Er war Diplomat, Forscher, Universalgelehrter, Reisender, und nebenbei auch noch Verfasser eines Buches, das neben den Gefährlichen Liebschaften und der Philosophie im Boudoir in den Zeiten der französischen Revolution die Epoche der Aufklärung noch einmal in allen Facetten zusammenfasst: Die Abenteuer in der Sierra Morena, ein Buch, das in keiner neu zu errichtenden Bibliothek fehlen darf.

Was Potocki über de Sade und Laclos erhebt, ist der Verzicht auf die allzu starke Konzentration auf Sex; vielmehr vermengt er die unterschiedlichen Methoden der Aufklärungsliteratur zu einem stimmigen, auf über 800 Seiten höchst charmanten und unterhaltsamen Roman. Gespräche, ineinander verschachtelte Rahmenhandlungen, kurze Exempla und gelehrte Disputation wechseln einander ab, verwoben in eine Mischung aus Schelmenroman, Abenteuergeschichte und Novellenzyklus. Ganz nebenbei vermittelt er Philosophie und Freidenkertum, erklärt die Sinnlosigkeit und das Versagen von Religionen und Moral, und entwirft eine leichte, delikate Ethik der Freude, irgendwo zwischen Epikur, Aristipp von Cyrene und einem lebensbejahenden Hedonismus.
Vor dem Leser wird eine Schatzkammer an schillernden Personen ausgebreitet, das Helden und Schurken umfasst, leichtsinnige Frauen und schwerdumme Betschwestern, stolze Herzoginnen und verdammte Giftmörderinnen, Räuber und Bischöfe, Meuchelmörder und Ordensritter, Geister und Kabbalisten, Liebende und Heuchelnde, Vizekönige, Scheichs, Juden, Christen, Schiiten, Sunniten und Atheisten, den ewigen Juden und zwischen all den Schichten ein unendliches Gestrüpp von Hass, Gier, Liebe, Treue, Verrat, Freundschaft und niedrigster Heimtücke. Nichts ist diesem vorgeblichen Bericht über 66 Tage in der Sierra Morena aus der Feder eines gewissen Alphonso van Worden fremd.
Potocki hat die Aufklärung nicht so konsequent und radikal auf die Spitze argumentiert wie de Sades Boudoirphilosophie, und seine verschachtelten Geschichten sind bei weitem nicht so raffiniert wie Laclos Liebschaften. Er ist nicht radikal neu und besinnt sich aller von ihm geachteten Vorgänger. Dennoch, trotz der vielen Zitate, für die man sich bestens in der Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts auskennen sollte, ist das Buch jedermann leicht verständlich. Es hinterfragt den abendländisch-christlichen Unwertekanon, umtänzelt mit feinem Florett die staubigen Lügen und Vorurteile der Kultur des Hasses und der Lügen, und versetzt dem Moloch - gegen den zu kämpfen auch heute in Zeiten von Volksbibel und geistlosem Papismus, von Merkel und Stoiber jedem aufgklärtem Menschen ein Anliegen sein sollte - viele kleine, tödliche Stiche in den stinkenden Eingeweide, so dass am Ende nichts zurückbleibt als ein helles Rokokolachen der Ethik über dem faulenden Kadaver der Dummheit.
Ich denke, wer in den Urlaub fährt, vielleicht sogar auf den Spuren einer Grand Tour in den Süden wandelt, sollte sich die drei Bücher besorgen und auf dem Weg lesen. Laclos erklärt vorbildhaft, wie einfach man sich den ewigen Mysterien der Frauen und Männer gewinnbringend nähern kann, de Sade gibt das nötige Wissen für eine Nacht der Freuden, und Potocki kann das ethische Rüstzeug für ein aufgeklärtes Gespräch am nächsten Morgen liefern.
Ich wage zu behaupten, dass Kenner dieser drei Werke eigentlich keine schlechten Menschen sein können. Und ja, natürlich ist es kein Zufall, dass mein Roman so viele Kapitel hat, wie Potockis Roman Tage.
donalphons, 19:17h
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VW-Skandal? Find ich super!
Na da schau an: Möglicherweise Schmiergelder bei den Zulieferern von VW. Ausgerechnet. Ein Stück fast normale Wirtschaft, von der ich ja privat eine gar nicht so schlechte Meinung habe. Kartelle, Preis- und Regionalabsprachen sowie relativ feste Preise sind die nicht immer schlechten Folgen - wer mal erlebt hat, wie superbilliger Stahlbau mit italienischem Eisen und drei billigen Subunternehmern mit 2 Euro Jobbern aus dem Balkan nach 10 Jahren aussieht, versteht vielleicht, was ich meine.
Nun also VW. Hehe. Ausgerechnet. Wo die doch 2001/2 mit ihren tollen Geschichten über ihren internen b2B-Marktplatz die sterbenden Dotcom-Gazetten beliefert haben. Das sei alles so grossartig transparent, das helfe, die Kosten zu minimieren, wenn sich die Zulieferer eine virtuelle, unpersönliche Preisschlecht um jeden Auftrag liefern müssen. Wie fanden das die Hypeschreiber nicht toll, endlich mal ein funktionierender Marktplatz, wie haben sie gejubelt...
Und jetzt scheint das zumindest teilweise nur Humbug gewesen zu sein. Ich sag´s ja immer: Transparenz und vollkommen freie Märkte sind Gift für den Standort Deutschland. Es ging lange Zeit ohne den virtuellen Krempel, und men hat ihn auch nicht wirklich gebraucht. Die spannende Frage ist nur, wie Bestechung eigentlich an diesem angeblich bombensicheren System vorbei passieren kann... und warum man das überhaupt angeschafft hat, wenn es noch immer über das klassische Famiglia-System abgewickelt wurde.
Nun also VW. Hehe. Ausgerechnet. Wo die doch 2001/2 mit ihren tollen Geschichten über ihren internen b2B-Marktplatz die sterbenden Dotcom-Gazetten beliefert haben. Das sei alles so grossartig transparent, das helfe, die Kosten zu minimieren, wenn sich die Zulieferer eine virtuelle, unpersönliche Preisschlecht um jeden Auftrag liefern müssen. Wie fanden das die Hypeschreiber nicht toll, endlich mal ein funktionierender Marktplatz, wie haben sie gejubelt...
Und jetzt scheint das zumindest teilweise nur Humbug gewesen zu sein. Ich sag´s ja immer: Transparenz und vollkommen freie Märkte sind Gift für den Standort Deutschland. Es ging lange Zeit ohne den virtuellen Krempel, und men hat ihn auch nicht wirklich gebraucht. Die spannende Frage ist nur, wie Bestechung eigentlich an diesem angeblich bombensicheren System vorbei passieren kann... und warum man das überhaupt angeschafft hat, wenn es noch immer über das klassische Famiglia-System abgewickelt wurde.
donalphons, 06:31h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 1. Juli 2005
Niemand hat es ihnen erzählt.
Was das ist, New Journalism. Maxim Biller kennen sie auch nicht, und Tempo ist ihnen kein Begriff. Vielleicht sowas wie MAD? Hunter S. Thompson sagt manchen vage etwas, und erst, als ich hier Fear and Loathung in Las Vegas erwähne, schnackelt es bei manchen. Das ist hart.
Irgendwas läuft in diesem Studium falsch. Diesem Studium, aus dem die Leute hervorgehen sollen, die ich später mal bewerten muss, deren Artikel bei mir landen. Natürlich ist Kommunikationswissenschaft eine Wissenschaft, in der es um Dinge wie Leserverhalten und Rezeptionsgewohnheiten geht. Und noch ein paar anderes Sachen, die aus keinen einen vernünftigen Schreiber macht. Aber so ein klein wenig Ahnung von der Revolution, die die 100 Zeilen Hass bedeutet haben, wäre den Leuten hier schon angemessen.

Es geht noch nicht mal um Blog oder Journalismus. Es geht nicht um Online-Werbung, Traffic und Marktpenetration. Es geht um die Freiheit, unmittelbar das zu tun und zu schreiben, was man will, im Gegensatz zu den zurchtgestutzten, kastrierten, Halbwirklichkeiten erlügenden Medien, diesem Drecksmoloch, dieser stinkenden Jauche der 4. Vergewaltigung, in der es nur noch wenig Raum gibt zwischen den Hirnficks der Zeit- und FAZ-Fäuletons und dem Infotainment-Rülpsern der RTLII-News, wo die Radischs und Schirmachers dieser inzestuös egoschwanzlutschenden Welt jeden Spass, jede Freude, jede Nichtsinnüberladenheit die Existenzberechtigung absprechen und auf der anderen Seite nur das gebracht wird, was Quote und Product Placement Fees bringt.
Dazwischen muss etwas neues entstehen, schnell, echt, subjektiv ehrlich, impulsiv und auf Augenhöhe mit den Lesern. Man kann es Blogs nennen, man kann über eine Renaissance des New Journalism debattieren, solange nur dem Infoabschaum und seinen obszönen Bizzrülpsern und PR-Stinkern etwas entgegengesetzt wird. Dass sie auch längst auf der anderen Seite versuchen, ihren Dreck zu verbreiten, liegt in der kranken Natur ihrer verkommenen Ekelbranche, aber ich denke nicht, dass sie ausser ihresgleichen Publikum dafür finden werden.
Im Limbo, in der Entwicklung noch darunter sind die Nachwachsenden, und sie haben die Freiheit, sich neben der Verwertung noch was anderes aufzubauen. Den vorgekauten Müll in ihrer privaten Publizistik beiseite zu lassen, über sich selbst zu schreiben oder was immer ihnen gefällt. Die Gargantua-Dimensionen der freien Form ausprobieren, ihre eigene Sache zu schaffen. Sie haben auch die Freiheit, es bleiben zu lassen, klar. Nur weil der eine will, muss der andere noch lange nicht. Und kann weitermachen mit dem Dienst nach Vorschrift, gerne auch mit 20 unbezahlten Überstunden.
Zu dumm nur, dass sich die Leser keine Vorschriften machen lassen. Da helfen auch keine Überstunden. Vielleicht hilft ihnen irgendwann auch einfach der Leidensdruck bei der Entscheidung. Früher musste man den als Journalist ertragen; heute kann man sich wehren. Blogs haben nichts zu verlieren – die Medien dagegen alles, ihr Monopol, damit ihre einzige Existenzberechtigung, ganz gleich, welche beknackte Jury der Bildergänzung Spiegel Online welche Preise verpasst.
Irgendwas läuft in diesem Studium falsch. Diesem Studium, aus dem die Leute hervorgehen sollen, die ich später mal bewerten muss, deren Artikel bei mir landen. Natürlich ist Kommunikationswissenschaft eine Wissenschaft, in der es um Dinge wie Leserverhalten und Rezeptionsgewohnheiten geht. Und noch ein paar anderes Sachen, die aus keinen einen vernünftigen Schreiber macht. Aber so ein klein wenig Ahnung von der Revolution, die die 100 Zeilen Hass bedeutet haben, wäre den Leuten hier schon angemessen.

Es geht noch nicht mal um Blog oder Journalismus. Es geht nicht um Online-Werbung, Traffic und Marktpenetration. Es geht um die Freiheit, unmittelbar das zu tun und zu schreiben, was man will, im Gegensatz zu den zurchtgestutzten, kastrierten, Halbwirklichkeiten erlügenden Medien, diesem Drecksmoloch, dieser stinkenden Jauche der 4. Vergewaltigung, in der es nur noch wenig Raum gibt zwischen den Hirnficks der Zeit- und FAZ-Fäuletons und dem Infotainment-Rülpsern der RTLII-News, wo die Radischs und Schirmachers dieser inzestuös egoschwanzlutschenden Welt jeden Spass, jede Freude, jede Nichtsinnüberladenheit die Existenzberechtigung absprechen und auf der anderen Seite nur das gebracht wird, was Quote und Product Placement Fees bringt.
Dazwischen muss etwas neues entstehen, schnell, echt, subjektiv ehrlich, impulsiv und auf Augenhöhe mit den Lesern. Man kann es Blogs nennen, man kann über eine Renaissance des New Journalism debattieren, solange nur dem Infoabschaum und seinen obszönen Bizzrülpsern und PR-Stinkern etwas entgegengesetzt wird. Dass sie auch längst auf der anderen Seite versuchen, ihren Dreck zu verbreiten, liegt in der kranken Natur ihrer verkommenen Ekelbranche, aber ich denke nicht, dass sie ausser ihresgleichen Publikum dafür finden werden.
Im Limbo, in der Entwicklung noch darunter sind die Nachwachsenden, und sie haben die Freiheit, sich neben der Verwertung noch was anderes aufzubauen. Den vorgekauten Müll in ihrer privaten Publizistik beiseite zu lassen, über sich selbst zu schreiben oder was immer ihnen gefällt. Die Gargantua-Dimensionen der freien Form ausprobieren, ihre eigene Sache zu schaffen. Sie haben auch die Freiheit, es bleiben zu lassen, klar. Nur weil der eine will, muss der andere noch lange nicht. Und kann weitermachen mit dem Dienst nach Vorschrift, gerne auch mit 20 unbezahlten Überstunden.
Zu dumm nur, dass sich die Leser keine Vorschriften machen lassen. Da helfen auch keine Überstunden. Vielleicht hilft ihnen irgendwann auch einfach der Leidensdruck bei der Entscheidung. Früher musste man den als Journalist ertragen; heute kann man sich wehren. Blogs haben nichts zu verlieren – die Medien dagegen alles, ihr Monopol, damit ihre einzige Existenzberechtigung, ganz gleich, welche beknackte Jury der Bildergänzung Spiegel Online welche Preise verpasst.
donalphons, 01:19h
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