: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 18. Oktober 2006

Wucher

Nach 28 Jahren ist von der - Architektur wäre zu viel gesagt - Aussengestaltung des Hauses praktisch nichts mehr zu sehen. Aber vielleicht wäre es doch besser gewesen, gleich von Anfang zu anderen Farben zu greifen als Weiss für die Mauern und Dunkelbraun für das Holz.



Manchmal kommen die Katzen über die Dachflächenfenster in den ersten Stock, wenn sie sich nicht mehr runterklettern trauen. Der grüne Panzer setzt sich in drei Reihen Baum und Strauch im Garten fort, bis zur Mauer, aber die kann man nicht mehr erahnen.

Und wäre es nach ihnen gegangen, würde ich oder meine kleine Schwester jetzt mit Familie da oben wohnen. Platz wäre genug für vier Leute. Vor 28 Jahren waren Themen wie Mobilität, Flexibilität, internationale Arbeitgeber, Patchworkfamilien, Kinderlosigkeit und Wohnen in der Altstadt einfach nicht vorstellbar. Damals baute man noch Flughäfen und verkaufte Werftanlagen an die Polen, grundsolide Sache, und ganz was anderes als Meetings mit Haifischen, die in Korea eine Bauruine verwalten sollen, die sie noch nie in echt gesehen haben und deren Betreiber mitsamt ein paar Millionen verschwinden konnten - nach Stand der Ermittlungen. Sowas versteht hier keiner, und die Katzen wollen sowieso nur gestreichelt werden. Und Futter. Und rein. Und raus. Oder einfach nur, dass man mal die Tür aufmacht.

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Lustig.

Blogger.de hatte gerade einen Ausfall, bei dem alle Referrer verschwunden sind. ich schaue die nie genau an, weil es immer ein paar hundert sind, aber jetzt bauen sie sich langsam wieder auf:

Search request: Katholische Kirche Arbeitsrecht Ehebruch
Soll passieren. Ist kein Spass
Search request: Türkische Swingerclubs
Moi? Äh, also...
Search request: rolex oyster perpetual date just
Kaufen. Werden nicht mehr billiger
Search request: site:rebellmarkt.blogger.de gartenfest
Ah. Ein Kenner
Search request: tattoo texte
Alles nur das nicht, Mädel
Search request: altersvorsorge
Und das bei mir, dem Jungbrunnen
Search request: BLOGS! don alphonso
Hallo Edelman!
Search request: dachziegel nanobeschichtung
Echt jetzt oder was?

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Dienstag, 17. Oktober 2006

Alles, wirklich alles über Wal-Mart und Edelman

ist hier an der Blogbar.

12.000 Zeichen. Soviel habe ich, glaube ich, noch nie im Blog geschrieben. Also bitte, geht rüber und lest es, es ist alles dabei, was man sich wünschen kann.

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Johannes G. und seine Gossenmethoden

Ich habe den andernorts bejubelten Artikel über Lyssa in der TAZ vor einer Weile zur Kenntnis genommen, und seitdem die Sache in mich hineingefressen. Hineingefressen, weil ich Teil der Genese des Artikels bin. Hineingefressen, weil der Artikel eine perverse Nummer eines miesen Journalisten ist, der gezielt versucht, Interviewpartner in Konfrontationen zu zerren und sie zu diesem Zweck anlügt. Hineingefressen, weil er das zuerst mal bei mir versucht hat. Ich möchte hier festhalten, dass ich mit Lyssa gut kann, keine Probleme und offenen Rechnungen mit ihr habe, die ganze Debatte für vorerst erledigt halte, und dieser Beitrag keiner über die WAZ-Online ist, sondern ausschliesslich ein Beitrag über die miesen Tricks von Johannes G..

Nun hat der im Beitrag erwähnte Ralf von Tom´s Diner seine Version gepostet. Und jetzt ist es an der Zeit zu erklären, warum sich Johannes G. so an Lyssa rangewanzt hat. Die Geschichte geht nämlich so: Am 3. August, kurz nach dem Abflauen der Debatten zum Thema Coke-WG, erhielt ich von Johannes G. eine Mail mit folgendem Inhalt:

ich recherchiere gerade für eine taz-reportage zum thema blogs,
neuerungen, versuchte image-transfers - speziell geht es also um die
neue online-chefredakteurin der waz. die würde ich gerne
porträtieren.außerdem würde ich mich gerne mit ihrem "blog-widersacher"
don alphonso unterhalten. darüber, warum sie das für unfug halten, was
dort passiert und so fort.


Man kennt das, da taucht einer auf und sagt: Komm, machse feddich, ich haltse und Du haust zu. So ein hübsches, lautes Stück mit viel Krawall und Geschrei, da die Lyssa, hier der Don, zwei Wortkönner, die sich kloppen.

Meine Reaktion sah so aus: Ich habe die Mail sofort an Lyssa weitergeschickt und sie gewarnt, dass G. offensichtlich versucht, dem Beitrag mit ihr in eine bestimmte Richtung zu drücken. Von dem Moment an war G. eigentlich erledigt, Lyssa hatte einen Wissensvorsprung, und das Machtverhältnis zwischen einem ertappten Journalisten und einem integren Interviewpartner ist nicht so doll. Denn gegenüber ihr hatte er eine ganz andere Version aufgetischt: Er wolle gar keine Konfrontation, sondern eher einen allgemeinen Beitrag über die Entwicklung der Blogger schreiben, und ich sollte auch nicht als ihr Widersacher aufgebaut werden. Schliesslich hatte ich ihm sofort abgesagt:

ich verstehe durchaus die Lust an Frontstellungen, aber wenn Sie mich
für einen Widersacher halten, haben Sie meine Texte gründlich falsch
verstanden. Wie auch immer, ich kenne Lyssa privat und bin deshalb
alles andere als ein geeigneter Gesprächspartner in diesem Fall. Und
sicher auch kein Kronzeuge durch das, was ich geschrieben habe -
insofern würde ich Sie ersuchen wollen, meine Wenigkeit aus der
Geschichte komplett heraus zu lassen.


Darauf versuchte er in seiner nächsten Mail am 4. August - wohl etwas nervös - auch bei mir, wie zuvor bei Lyssa, die Tour mit der allgemeinen Debatte zu bringen:

"widersacher" ist tatsächlich schwachsinn. und vermutlich habe ich mein
anliegen etwas missverständlich formuliert. die geschichte soll eher
folgende werden: lange schon haben viele blogger eine beträchtliche
leserschaft. jetzt wird eine eingekauft. aus diesem anlass: ein
hausbesuch in der blogosphäre, eine reportage. bei mehreren
protagonisten. wer sind die, was machen die, warum machen die das.
einerseits katharina borchert. andererseits ein weiterer exponierter,
nämlich sie. oder nun eben jemand anderes.


In der Folge hat er es dann genauso gemacht, wie in der ersten Mail behauptet: Mit Ralf gesprochen, ihm eine Menge Zitate aus dem Zusammenhang gerissen und weitere Worte wie "SM-Gaby" reingeschoben, und so eine Frontstellung konstruiert, zugunsten Lyssa. Was einem halt so bleibt, wenn man mit solchen Methoden auffliegt und unangenehm den Druck der hohen Absätze im Gemächt fühlt. Nicht dass Lyssa sowas getan hat, aber was bleibtz so jemandem schon anderes übrig, wenn er aufgeflogen ist. Kleiner Tip für Anfänger des Schmierenjournalismus: Nie Mailen, nie schriftlich, immer nur anrufen. Ach so, und: Wer mich mit kleinem s siezt und was von mir will, hat sowieso keinen Spass am Leben.

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Montag, 16. Oktober 2006

Selber zahlen

Ich habe erziehungsbedingt ein Problem, mich einladen zu lassen. Das hat ursächlich sehr viel mit der in Bayern praktizierten Gastfreundlichkeit zu tun. Zum anderen auch dem Drang meiner Umgebung, niemandem etwas schuldig sein zu wollen, und Frauen zahlen ohnehin nicht. Das sind so die Regeln, die man nie hinterfragt, es ist einfach so, egal was sonst so von Sitten, Emanzipation oder was auch immer gefordert wird.

Bis Mitte der 90er Jahre war es nicht mehr als ein Spleen, eine Marotte, manche werden auch sagen, eine schlechte Angewohnheit, die abzulegen auch nach einigen Ausnahmen mir nicht gelungen ist. Zum Glück. Dass diese Haltung eine gute Sache ist, begriff ich dann mit dem Eintritt in die Berater- und Journalistenszene. Denn mit Essenseinladungen aus Branchen wie PR und Werbung fängt gewöhnlich etwas an, was nicht im moralischen Bankrott enden muss, aber durchaus in diese Richtung gehen kann. Natürlich habe ich eine Weile den Sport Buffetplündern betrieben auf Events und bei Firmen, mit denen ich nichts zu tun hatte und nie darüber schrieb. Ausser ab und zu über das Buffet, wenn es schlecht war, natürlich. Aber Massenabspeisen sind immer noch was anderes als die Geschäftstermine im Lokal.

Ich musste die Erfahrung machen, dass es bei PRlern sehr oft den Moment gibt, wo man sich dafür schämen würde, etwas angenommen zu haben. Momente, da käme einem die Galle hoch an ein Essen, das man bekommen hat, weil der andere letztlich irgendwas will, Monate oder Jahre später. Selber zahlen ist so eine Art Schussfeld freiräumen. Wenn man selber gezahlt hat, erspart man sich und dem anderen den Disclaimer, wenn man dann auf der anderen Seite steht. Und ich schwöre, wenn man es sich leisten kann, dann kommt der Zeitpunkt immer und jedes Mal.

Heute ist es so weit, dass ich auch die Events so weit wie möglich meide. Und dort nichts mehr anfasse, sondern lieber daheim esse. Zur nächste Woche stattfindenden langen Nacht der Medien wollte mich jemand mitschleifen, eine Vorstellung, bei der mir schlecht wird. Es gab zwei Poduimsdiskussionen, wo ich noch mein Honorar abholen und die Fahrtkosten abrechnen müsste. Die Rechnungen liegen seit Monaten rum. Aber irgendwie ist es mir lieber, diese Leute, die sich im Anschluss als nicht gerade, sagen wir mal, koscher herausgestellt haben, verjuxen das Geld irgendwo beim Essen mit Ihren PR-Nutten und Strichern, als dass ich mich dazu herablasse, bei denen um Begleichung von irgendwas nachzufragen. Ich packe das nicht, selbst wenn sie dann das Budget haben, bei der nächsten Runde ein bsonders mieses Dreckschwein der Szene, in der ich mich bewege, einzuladen.

Wenn ich dann von Leuten wie dem E. oder dem W. (Disclaimer: Damit meine ich definitiv nicht Beteiligte jüngerer Ereignisse) höre, was sie so trocken für Auftritte verlangen und gleichzeitig weiss, was letztlich die Street Prices sind, die sie aushandeln, dann bin ich froh um meine Erziehung und die Haltung zum selber zahlen. Selbst, wenn ich dann mal wieder tomatenrot auf einem Cafehausstuhl herumrutsche und mir einen Notizzettel im Kopf schreibe, der zahlenden Frau demnächst den Gegenwert meines Tees mal vier in Pralinen zu schicken.

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Sonntag, 15. Oktober 2006

Sehr zu empfehlen - Urlaub abarbeiten

Das Schlimme, aber auch Schöne an Reisen ist, dass man so vieles sieht, was man auch gern hätte. Oder hätte machen können. Oberitalienische Innenstädte mit ihren Stadtpalästen sind eine unerschöpfliche Inspirationsquelle, in einer Strasse gibt es in den Hausdurchgängen mehr Malerei und Stuck als in den kläglichen historischen Resten, die bei uns die Stadtzentren ausmachen. Und während bei uns munter entkernt wird, wird in Italien in aller Regel restauriert.



Und wenn man durch die Fenster schaut und sieht, wie die dort mit Farben und Formen umgehen, begreift man schlagartig, was man daheim eigentlich noch alles hätte machen können, an den Decken etwa, die viel zu weiss und nüchtern sind - ausser vielleicht im versehentlich kirschjogurthfarben geratenen Gang, der es natürlich in sich hat; wie bei einem schwulen Pariser Modedesigner, sagte eine Besucherin, aus Erfahrung wohl wissend um meine banal heterosexuelle Einstellung.



Das bekomme ich im Bad so nicht hin, aber ein wenig, zumindest. Nachdem ich Duschfanatiker bin und Wannen wie in der neuen Wohnung hasse, wird es ohnehin nur ein Schaubad ohne Regelbetrieb, unterbrochen von einzelnen Gastspielen mit Schaum und weiblicher Hauptrollenbesetzung, während ich dann hoffentlich auf einem passend bezogenen Hocker verweile - mehr oder weniger lang. Denn, sagen wir es so: Am besten kann man so eine Decke doch in trauter Zweisamkeit von unten betrachten - selbst wenn man dafür in eine Wanne muss.

den kleinen cousin dieses leuchters habe ich übrigens in der küche - pah!

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Spanner sind Scheisse. Immer.

Disclaimer: Ich habe das Bildblog stets für notwendig erachtet, das auch desöfteren öffentlich gegenüber Kritik kundgetan, bin aber bei seinem Autor Stefan Niggemeier nach einigen privaten Erlebnissen wenig erfreulicher Natur der hier höflich formulierten Auffassung, dass die Gestalter der von mir zutiefst verachteten Bildzeitung in ihm einen passenden Gegner gefunden haben.

Ich finde diese Aktion (http://www.bildblog.de/?p=1725) mit dem Ziel, Kai Diekmann heimlich abzuknipsen, daneben. Wenn es ein Witz ist, ist es müde und banal. Wenn es - was man vermuten muss - ernst gemeint ist, ist es ein Appell an die Bildmentalität der Bildblogleser, und obendrein nicht viel weniger widerlich als das, was die Bild so treibt. Die Personen an den Redaktionstischen und an den Auslösern dürften sich in beiden Fällen ähnlich fühlen.

In den letzten Monaten hat das Bildblog inhaltlich spürbar nachgelassen, vermutlich, weil die Bild und Bild.T-Online ihren Sexismus, ihre Lügen, schwarzbraune Sager und Parteilichkeit inzwischen etwas besser und vorsichtiger verkaufen. Das ist ein Problem für das Bildblog. Aber diese Aktion ist alles andere als eine Lösung. Überrascht - bin ich nicht.

Nachtrag: Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis, statt Eure Leser aufzuhetzen, warum stellt Ihr Euch nicht selbst bei Diekmann vor die Hautür und lauert ihm auf? Seid Ihr zu feige?

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Testeintrag

für das Technorati Radar.

Du lernst ihn in einer Gesellschaft kennen.
Er plaudert. Er ist zu dir nett.
Er kann dir alle Tenniscracks nennen.
Er sieht gut aus. Ohne Fett.
Er tanzt ausgezeichnet. Du siehst ihn dir an...
Dann tritt zu euch beiden dein Mann.

Und du vergleichst sie in deinem Gemüte.
Dein Mann kommt nicht gut dabei weg.
Wie er schon dasteht - du liebe Güte!
Und hinten am Hals der Speck!
Und du denks bei dir so: "eigentlich ...
Der da wäre ein Mann für mich ! "

Zusatz als Spidertest. Check Baby Check Baby 1 2 3 Check.

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Freitag, 13. Oktober 2006

Wir müssen reden.

Mal wieder über Vertrauen, Glaubwürdigkeit, wie man sie im Internet ruiniert und warum das wichtiger ist als irgendwelche Links. An der Blogbar.

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Freitag, 13. Oktober 2006

Bestiarium

Es gibt immer etwas, das man neu entdeckt. Selbst in St. Zeno vor den Toren des mittelalterlichen Verona, einem der Höhepunkte der lombardischen Romanik, in der ich sicher schon ein halbes Dutzend mal war. Jedes Kapitel erzählt einen Roman, in allen Ecken wuchern Geschichten, Erlogenes und Erfundenes, und plötzlich springt einen die Bestie an.



Die hätte ich gern mitgenommen. Am Besten den Körper noch aus dem roten Marmor des Thrones gemeisselt, aus dem sie herausschaut. Und dann mit über die Alpen genommen. Ich könnte schwören, dass sie sich Nachts in Fleisch und kochend giftiges Blut verwandelt, und dann durch die Finsternis jagt. Ich würde sie mit Anjatanjaschinken füttern und ihr eine Monstystation bauen, aus der sie Salpetersäure lecken kann. Und wenn das Schwarz der Nacht durchschnitten wird vom eisigen Grau der Nebelschwaden, würde ich sie in meine Barchetta setzen, das Dach wegklappen und dann durch die Feuchtigkeit brausen, um bezechte Passanten zu erschrecken. Sie würde mit den Katzen spielen, und sich auf die Gröler und Vandalen auf der Strasse stürzen, wenn ich mit den Fingern schnippste, und sich keine Gewissensbisse machen, denn Cangrande della Scala, den sie gut kannte, war ja auch nicht zimperlich. Tagsüber würde sie mordsdekorativ aussehen, und ich würde ihr über den glatten Marmorkopf streicheln und Besuchern erzählen, dass sie sich wegen der Gerüchte in diesem Viertel keine Sorgen machen brauchte, die abgenagten Knochen im Hof jedenfalls kämen nicht von Menschen.

Da bin ich mir eigentlich recht sicher.

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Ich bin wieder da

und flösse an der Blogbar einem gewissen PR-Chef einen Schwedentrunk ein.

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Drei welke Blätter

sind in nur 4 Stunden auf dem Kofferraum liegen geblieben, trotz unfassbar italienischblauem Himmel und gefühltem Sommer. Aber das Gefühl ist nicht die Realität des Absterbens und Vergehens.



Es ist das letzte Bild, das der Akku hergab, vor dem letzten Einladen, Wein, Öl, Essig, Kaffee, was man so mitbringt, wenn neben den neuen Schuhen im neuen Koffer noch Platz ist. Danach kommen 600 Kilometer nach Norden, zwei Pässe in der Nacht und ein Bilderrauschen, die einen nicht schlafen lässt, während draussen der Nebel nördlich der Alpen die plötzliche Tristesse in Verona zur einer Gewissheit werden lässt, die drei Tage zuvor fern aller Möglichkeit erschien.



Man sollte solche Reisen öfters machen. Und länger bleiben. Irgendwann heute oder morgen gibt es mehr davon, wenn der Gast wieder auf Reisen nach Norden, noch weiter Norden ist.

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Sonntag, 8. Oktober 2006

Reise ins Unbekannte

In den nächsten Tagen geht es hier weiter, ab hier. Dank Strappato und seiner UMTS-Karte bisweilen wohl auch tagsüber, solang der Akku hält. Der Gardasee wird die Basis sein, aber alles andere ist unklar. Der Begleiter will mit Blick auf den See lesen, dem Manne kann geholfen werden. Ich aber würde sterben, wenn ich den ganzen Tag dasitzen würde, obwohl Mantua und Verona nicht weit entfernt sind, und die Barchetta darauf wartet, ihr Temperament auszuleben.

Solange es noch geht. Irgendwann kommt das Ende, schneller als man denkt. Ich stumpfe gegen sowas ab, denn wer neben einer Heiratskirche lebt, denkt darüber irgendwann wie einer über Tiere, wenn er neben dem Schlachthof wohnt. Aber gestern war es extrem, Heiraten im Halbstundentakt, und der Himmel weinte über die versammelten Provinzler, die endlich mal ihre geschmacklosen Hüte ausführen konnte.



Beständig soll es sein, das gemeinsame Reisen durch das Leben, aber was heisst das schon, wenn die erste Karre geborgt oder mit Überführungskennzeichen ausgestattet ist. Die zertretenen Blumen halten nicht so lang, das ist sicher, mehr aber auch nicht, wenn die Beteiligten überhaupt darüber nachdenken - nicht wenige, die den Weg antraten, betranken sich vorher. Heute beginnen dann die Verpflichtungen, während ich nur eine Aufgabe habe, den Gast wohlbehalten über die Alpen zu den guten Cafes in Sterzing zu bringen. Nicht ganz wenig, aber auch keinesfalls zu viel. Scheitern unwahrscheinlich. Wenn ich dagegen so an die Scheidungsquote denke, na, dann freue ich mich fast auf die möglichen Schneetreiben auf dem Penser Joch.

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Samstag, 7. Oktober 2006

Extreme Klowanding

an der Blogbar.

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