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Freitag, 5. Juni 2009
Schafskälte
Mittagessen am See. Für Juni sehr dick eingepackt. Windig, sehr windig, aber das merkt man erst, wenn man eine Weile sitzt. Man sitzt lang, denn die Portionen sind gross. Trotzdem ist viel los, Urlaubszeit, man lässt sich den Spass nicht verbieten, ausserdem steht halb München auf dem Parkplatz, und leider auch Erding.

Gegenüber lernen Jugendliche das Segeln, das Aufriggen und das Verstecken, denn nicht alle haben Lust, ein paar Töchter sind den Kommandos entwischt und sitzen hinter der Bootshütte, das zu besprechen, was man in dem Alter und in diesen Kreisen so bespricht. Eine kenne ich, sie ist die Besitzerin eines Pferdes auf der Koppel hinter meinem Haus. Man muss eben alles mal probiert haben, auch wenn es keinen Spass macht. Am Abend reitet sie wieder.

Gegenüber lernen Jugendliche das Segeln, das Aufriggen und das Verstecken, denn nicht alle haben Lust, ein paar Töchter sind den Kommandos entwischt und sitzen hinter der Bootshütte, das zu besprechen, was man in dem Alter und in diesen Kreisen so bespricht. Eine kenne ich, sie ist die Besitzerin eines Pferdes auf der Koppel hinter meinem Haus. Man muss eben alles mal probiert haben, auch wenn es keinen Spass macht. Am Abend reitet sie wieder.
donalphons, 01:45h
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Vorbildliche Nutzung von Synergien
Pseudolinker Blogger und Betreiber einer PR-Agentur in Berliner Flussnähe? Nicht schlecht.
EU-Abgeordnete und gleichzeitig Botschafterin eines Lobbynetzwerkes? Auch nicht übel.
Aber das alles ist nichts gegen die Kombination stimmiger Geschäftszweige eines Fleischereifachbetriebs im Oberland nahe Rosenheim:

Was man halt so tut, wenn immer mehr Leute Vegetarier werden.
EU-Abgeordnete und gleichzeitig Botschafterin eines Lobbynetzwerkes? Auch nicht übel.
Aber das alles ist nichts gegen die Kombination stimmiger Geschäftszweige eines Fleischereifachbetriebs im Oberland nahe Rosenheim:

Was man halt so tut, wenn immer mehr Leute Vegetarier werden.
donalphons, 01:02h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 4. Juni 2009
Grossereignisse
Zwei Dinge sind heute geschehen, die erstaunlich wenig - oder die falsche - Resonanz fanden. Das eine Ding ist der Versuch von Porsche, sich über einen Kredit von der kfw 1,75 Milliarden Euro zu beschaffen. Den meisten erscheint das nur als ungezogenes Verhalten, wenn der Millionärsclan nach Jahren der Gewinne jetzt den Staat anpumpt, um seine Übernahmeabenteuer zu finanzieren. Als ob das eine grosse Sache wäre.
Der eigentliche Punkt ist die Botschaft dieses Antrags: Porsche ist bei anderen Banken mutmasslich nicht mehr gern gesehen, aus welchen Gründen auch immer. Die Banken haben mit Porsche, das nicht müde wird, vom weiterverhandeln zu sprechen, abgeschlossen, sei es nun, weil sie keine Lust haben, sich auf neue Spekulationsabenteuer einzulassen, sei es wegen der Kreditklemme oder einfach nur aus politischen Gründen, weil es mit Porsche unter dem VW-Dach bessere Aussichten gibt. Es geht hier nicht um 1,75 Milliarden, sondern um die Frage, wo noch der grosse Unterschied zwischen Porsche und Opel ist. Man hätte sich in Zuffenhausen nicht dermassen entblösst, stünde man nicht direkt am Abgrund. Trotzdem wird weiter gezockt, als gäbe es kein Morgen. Das ist die eigentlich schlimme Botschaft: da sind Leute an den Schaltstellen der Wirtschaftspolitik, die auf volles Risiko zugunsten ihrer Privatinteressen gehen. Ich hoffe, der Staat belohnt das nicht auch noch.

Das andere Ding ist Lettland. Dort wollte der Staat heute lumpige 100 Millioen Dollar Kredite aufnehmen. Eine kleine Summe für ein kleines Land in der Wirtschaftskrise, aber wohl immer noch zu gross: Keiner wollte lettische Staatsanleihen. Lettland konnte nichts, Null, nada an die Investoren bringen. Ein echtes Porscheproblem. Anders gesagt: Lettland gilt nicht mehr als kreditwürdig. Man könnte auch sagen: Es ist gerade dabei, das neue Island zu werden. Mit bösen Folgen für schwedische, britische und österreichische Banken.
Es muss nicht viel heissen, ein Dominoeffekt aus den baltischen Staaten ist deshalb noch lange nicht sicher. Aber es gibt einen Vorgeschmack auf jenen Tag, da Investoren anderen Staaten das Vertrauen ebtziehen. Amerika ist da ein zentraler Kandidat. Vielleicht davor noch England. Gold und Silber sind wieder begehrt, der Franken steigt, der Dollar fällt. Lettland ist klein, aber es könnte eine Fallstudio für grössere Komplexe werden. Früher gab es nichts langweiligeres als den Verkauf von Staatsanleihen. In Zukunft muss man genau schauen, was auf diesem Sektor passiert.
Der eigentliche Punkt ist die Botschaft dieses Antrags: Porsche ist bei anderen Banken mutmasslich nicht mehr gern gesehen, aus welchen Gründen auch immer. Die Banken haben mit Porsche, das nicht müde wird, vom weiterverhandeln zu sprechen, abgeschlossen, sei es nun, weil sie keine Lust haben, sich auf neue Spekulationsabenteuer einzulassen, sei es wegen der Kreditklemme oder einfach nur aus politischen Gründen, weil es mit Porsche unter dem VW-Dach bessere Aussichten gibt. Es geht hier nicht um 1,75 Milliarden, sondern um die Frage, wo noch der grosse Unterschied zwischen Porsche und Opel ist. Man hätte sich in Zuffenhausen nicht dermassen entblösst, stünde man nicht direkt am Abgrund. Trotzdem wird weiter gezockt, als gäbe es kein Morgen. Das ist die eigentlich schlimme Botschaft: da sind Leute an den Schaltstellen der Wirtschaftspolitik, die auf volles Risiko zugunsten ihrer Privatinteressen gehen. Ich hoffe, der Staat belohnt das nicht auch noch.

Das andere Ding ist Lettland. Dort wollte der Staat heute lumpige 100 Millioen Dollar Kredite aufnehmen. Eine kleine Summe für ein kleines Land in der Wirtschaftskrise, aber wohl immer noch zu gross: Keiner wollte lettische Staatsanleihen. Lettland konnte nichts, Null, nada an die Investoren bringen. Ein echtes Porscheproblem. Anders gesagt: Lettland gilt nicht mehr als kreditwürdig. Man könnte auch sagen: Es ist gerade dabei, das neue Island zu werden. Mit bösen Folgen für schwedische, britische und österreichische Banken.
Es muss nicht viel heissen, ein Dominoeffekt aus den baltischen Staaten ist deshalb noch lange nicht sicher. Aber es gibt einen Vorgeschmack auf jenen Tag, da Investoren anderen Staaten das Vertrauen ebtziehen. Amerika ist da ein zentraler Kandidat. Vielleicht davor noch England. Gold und Silber sind wieder begehrt, der Franken steigt, der Dollar fällt. Lettland ist klein, aber es könnte eine Fallstudio für grössere Komplexe werden. Früher gab es nichts langweiligeres als den Verkauf von Staatsanleihen. In Zukunft muss man genau schauen, was auf diesem Sektor passiert.
donalphons, 01:47h
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Was vom Konservativen übrig ist
Jetzt bin ich aber mal gespannt, ob die Freunde Bochums, die meinen vorletzten Beitrag nicht mochten, nun so freundlich sind, ob meiner Härte gegenüber meiner Heimat einzuspringen und das schöne bayernland nebst seiner Bewohner zu verteidigen. Besonders jene, die ihre Kinder an die Wand klatschen möchten. In der FAZ.
donalphons, 15:12h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 3. Juni 2009
1 Jahr auf dem blauen Raben
Vorbei an windgefurchten Wiesen und Gräsern, entlang des Auwaldes, über enge Feldwege und durch stille Strassen führt mein Weg. Die Schafskälte, heisst es, soll kommen, der übliche Kälteeinbruch zum Juníauftakt, eine letzte Reminszenz an nicht ganz so schöne Tage, mit schweren Wolken und - hallo!

Man kennt mich hier. Die einen, weil sie mich schon immer kennen; die anderen, weil das Rabeneick eine so auffällige Erscheinung ist. Mittlerweile gehört es zum Inventar dieser Stadt; steht es irgendwo rum, und eine Bekannte kommt vorbei, finde ich später einen vergeblichen Anruf auf dem nicht mitgenommenen Mobiltelefon. Oder sie suchen. So viele Orte, an denen sich sein könnte, gibt es in der Stadt nun auch nicht: Bäcker, Schuster, das ein oder andere Cafe, ein Buchladen, das Erdbeerfeld, der Wochenmarkt. Es ist ein freundlicher Begleiter in der Stadt, und manchmal fragen sie mich, ob ich es verkaufe. Natürlich nicht! Wo kämen sie denn da hin!

Denn das könnte ich nicht verantworten. Inzwischen bin ich fest überzeugt, dass das Rabeneick verflucht ist. Gekauft habe ich es nach etlichen vergeblichen Besichtigungen rostiger Schrotthaufen und meiner massiven Entgeldung durch eine Wohnung am Tegernsee, um mich endlich auf andere Gedanken zu bringen. Wenn schon schrauben, dann an so einem freundlichen Rad, das ist auch alt und aufsehenerregend, man gibt eine gute Figur ab und hat immer wieder mal was zu tun. So ein Rabeneick ist eine gute Ablenkung vom alten Automobil, das ich nicht brauche. Dachte ich damals.
Und schraubte. Kaufte Weisswandreifen. Fand einen wunderbaren Sportsattel mit bestem Leder. Entdeckte im Keller eine passende Chrompumpe. Glitt über Wiesen und Wege, war mit der Technik des Jahres 1952 vollauf zufrieden, und bereicherte die Stadt mit dem hübschen Bild, das ich abgab: In der rechten Hand der Lenker, in der linken Hand das Baguette. Ein Bild vollster Zufriedenheit. Sollte man meinen. War aber nicht so. Ganz im Gegenteil. Wer einen Raben retten kann, schafft das auch mit anderen rostigen Blecheimern, dachte ich mir. Da ginge noch was. Das darf so allein nicht stehen bleiben. Und die Technik der 50er Jahre reicht wirklich aus. Was auf dem Rad geht, sollte auch mit Motor möglich sein. Nichts, nichts auf der Welt hat den Entschluss, mir einen Sunbeam zuzulegen, so bekräftigt wie dieses billige, schrottreife Rad vom Flohmarkt.
Und blöderweise ist mein sonstiges Leben gerade so gestaltet, dass ich nicht mal eine Mittlebenskrise als Ausrede anbringen kann. Morgen ist der Sunbeam dann beim TÜV. Man wird sehen, wo das endet. Mittelfristig, hoffe ich, an der Riviera. Gestern habe ich noch einen alten Gepäckträger gekauft. Schliesslich möchte ich in Menton mit dem Raben Baguette holen fahren.
und in exakt diesem Blau möchte ich auch einen Triumph TR2 oder einen MG A

Man kennt mich hier. Die einen, weil sie mich schon immer kennen; die anderen, weil das Rabeneick eine so auffällige Erscheinung ist. Mittlerweile gehört es zum Inventar dieser Stadt; steht es irgendwo rum, und eine Bekannte kommt vorbei, finde ich später einen vergeblichen Anruf auf dem nicht mitgenommenen Mobiltelefon. Oder sie suchen. So viele Orte, an denen sich sein könnte, gibt es in der Stadt nun auch nicht: Bäcker, Schuster, das ein oder andere Cafe, ein Buchladen, das Erdbeerfeld, der Wochenmarkt. Es ist ein freundlicher Begleiter in der Stadt, und manchmal fragen sie mich, ob ich es verkaufe. Natürlich nicht! Wo kämen sie denn da hin!

Denn das könnte ich nicht verantworten. Inzwischen bin ich fest überzeugt, dass das Rabeneick verflucht ist. Gekauft habe ich es nach etlichen vergeblichen Besichtigungen rostiger Schrotthaufen und meiner massiven Entgeldung durch eine Wohnung am Tegernsee, um mich endlich auf andere Gedanken zu bringen. Wenn schon schrauben, dann an so einem freundlichen Rad, das ist auch alt und aufsehenerregend, man gibt eine gute Figur ab und hat immer wieder mal was zu tun. So ein Rabeneick ist eine gute Ablenkung vom alten Automobil, das ich nicht brauche. Dachte ich damals.
Und schraubte. Kaufte Weisswandreifen. Fand einen wunderbaren Sportsattel mit bestem Leder. Entdeckte im Keller eine passende Chrompumpe. Glitt über Wiesen und Wege, war mit der Technik des Jahres 1952 vollauf zufrieden, und bereicherte die Stadt mit dem hübschen Bild, das ich abgab: In der rechten Hand der Lenker, in der linken Hand das Baguette. Ein Bild vollster Zufriedenheit. Sollte man meinen. War aber nicht so. Ganz im Gegenteil. Wer einen Raben retten kann, schafft das auch mit anderen rostigen Blecheimern, dachte ich mir. Da ginge noch was. Das darf so allein nicht stehen bleiben. Und die Technik der 50er Jahre reicht wirklich aus. Was auf dem Rad geht, sollte auch mit Motor möglich sein. Nichts, nichts auf der Welt hat den Entschluss, mir einen Sunbeam zuzulegen, so bekräftigt wie dieses billige, schrottreife Rad vom Flohmarkt.
Und blöderweise ist mein sonstiges Leben gerade so gestaltet, dass ich nicht mal eine Mittlebenskrise als Ausrede anbringen kann. Morgen ist der Sunbeam dann beim TÜV. Man wird sehen, wo das endet. Mittelfristig, hoffe ich, an der Riviera. Gestern habe ich noch einen alten Gepäckträger gekauft. Schliesslich möchte ich in Menton mit dem Raben Baguette holen fahren.
donalphons, 00:35h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 1. Juni 2009
Ich bin kein Freund des Katholizismus
Ich bin aber auch kein Freund der Abschaffung von Feiertagen. Irgendwann muss man ja ab und zu auch etwas gemeinsam tun, wenn die Gesellschaft ansonsten schon auseinanderbricht. Und wenn die Kirche es an Pfingsten nicht mehr tut, so behaupte ich in der FAZ, tut es auch ein Erdbeerfeld.
donalphons, 18:08h
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Ekliges von der FDP
Sieh an, sieh an, da wurde die FDP doch glatt dabei erwischt, dass sich ihre Schergen in Sachen der fragwürdigen Anwesenheitsberichte der FDP-Kandidatin und Ex-Lobbyistin Silvana Koch-Mehrin bei den Ruhrbaronen austobten. Man wird den Eindruck nicht los, dass hier ein grosser, übel nach Angst riechender Haufen unter den Teppich gekehrt werden soll. Astroturfing. Trolle. Bundesgeschäftsstelle. Anwälte. Drohungen.
Ein gelebtes Beispiel von Demokratie im Netz. Die Liberalen. Damit sich Lobbyarbeit auch weiterhin lohnt.
Ein gelebtes Beispiel von Demokratie im Netz. Die Liberalen. Damit sich Lobbyarbeit auch weiterhin lohnt.
donalphons, 15:17h
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900.000 PIs in einem Monat?
Klingt viel für ein Blog? Ist es auch. Für 900.000 PIs müsste ich ziemlich lang schreiben. Ist aber ganz leicht. Man nehme eine Modebloggerin, eine, sagen wir mal unerfahrene Schreiberin, eine ostpreussische Vertriebenenpostille, und dann probiere man mal wieder jene dummdreisten Angaben zum Clickerfolg, die deutsche Blogger immer wieder gern bemühen - und heissa, schon schreibt ein Qualitätsmedium, dass man 900.000 PIs im Monat hat! Und die Blogbar gratuliert auch noch!
donalphons, 12:05h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 31. Mai 2009
Pflücken
Das Erdbeerfeld hat wieder eröffnet, und zu Beginn sind die Früchte immer ganz besonders gross.

Einer der Vorteile des relativen Landlebens, wenn man schon keine Clubs hat, die nach 6 Monaten Presseberühmtheit schon wieder verschwinden. Ohnehin ideales Wetter, um in den Tag zu leben. ich habe keine Ahnung, was ich nächste Woche tun werde. ich habe natürlich eine Ahnung von dem, was ich tun sollte, aber im Moment sind die Vermeidungsstrategien besser als die Aufgaben. Sowas gibt es. Im Sommer.

Einer der Vorteile des relativen Landlebens, wenn man schon keine Clubs hat, die nach 6 Monaten Presseberühmtheit schon wieder verschwinden. Ohnehin ideales Wetter, um in den Tag zu leben. ich habe keine Ahnung, was ich nächste Woche tun werde. ich habe natürlich eine Ahnung von dem, was ich tun sollte, aber im Moment sind die Vermeidungsstrategien besser als die Aufgaben. Sowas gibt es. Im Sommer.
donalphons, 21:51h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 31. Mai 2009
Apokalypsenreiter
Also, da haben wir eine Firma, die jeden Tag 3 Millionen Euro Verlust schreibt. Sie hat kein Eigenkapital, sie hat keine markttauglichen Produkte, aber dafür Werke in vier Ländern, von denen einige ziemlich veraltet sind. Der Ruf der Produkte ist mies, und der Umstand, dass die weitere Existenz nicht gesichtert ist, trägt ein Übriges zur Verunsicherung der Konsumenten bei. Zu allem Überfluss heisst die Firma auch noch Opel. Und der Markt ist gerade übersättigt und bleibt es auch noch eine Weile: Es gibt zu viele Autos.
Nach allem, was betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre, müsste man das Ding dichtmachen.

Hier muss ich etwas über den Wirtschaftsminister dieses Landes sagen, der dem Vernehmen nach diese Vorstellung vertreten haben soll. Diese Haltung wäre glaubwürdiger, wenn die Rettung von Opel seinem Stammland Bayern und den dortigen Herstellern nicht gar so wenig bringen würde. Und seine Vordrängelei bei der Rettung auf dem Amerikatrip hat ihn selbst in die Schusslinie gebracht. Mein Mitleid mit dem Selbstdarsteller hält sich also in Grenzen, selbst wenn er recht hat.
Schauen wir uns doch mal die Beteiligten der neuen Firma an:
Deutschland zahlt anderthalb Milliarden. Es gehört keine Weisheit dazu zu sehen, dass man mit dem Geld etwas besseres machen könnte, als Autos zu bauen, die keiner braucht. Dafür bekommt Deutschland als Sicherheit nichts ausser der Erlaubnis, Opel zu übernehmen, wenn der Laden doch pleite geht.
35% hält General Motors, eine Firma, die an noch schlimmeren Opelplänen leidet und nach Milliardenzahlungen des US-Staates, die der nie wieder sehen wird, am Montag pleite geht. Super Gesellschafter.
20% hält der Autozulieferer Magna, dessen Boss zu den Förderern von Jörg Haider zählte. "Schillernd" wäre da noch eine milde Umschreibung. Ein Teil seiner Firma gehörte erst dem russischen (Schulden-)Milliardär Derispaka, der seinen Anteil an die Sberbank übertrug, als sein Imperium am Zusammenbruch stand.
Mit 35% ist die Sberbank dann auch an Opel beteiligt. Die Sberbank ist quasi die staatliche Privatbank des russischen Staates, der gerade eine Wirtschafts- und Währungskrise durchmacht, einen grossen Teil seiner Dollarreserven letztes Jahr zur Rettung von oligarchen und der Stützung des Rubels verplempert hat und momentan sicher auch keinen Spass an den niedrigen Rohstoffpreisen hat. Die Sperbank kontrolliert auch beim Autohersteller GAZ mit, der noch kaputter als Opel ist.
10% gehören den Mitarbeitern oder was davon übrig bleibt.
Den Medien wird nun erzählt, dass der Hersteller, dessen Autos keiner will, in Ländern mit hohen Löhnen und starker Währung Autos für den russischen Markt bauen soll, wo sich gerade keiner was leisten kann, und auch niemand eine Abwrackprämie anbietet. Und jene, die sich etwas leisten können, vermutlich nicht gerade zu einer Marke greifen, die am Rande des Abgrunds steht und schon morgen vielleicht keine Ersatzteile mehr liefert.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Lösung Erfolg hat. Und ich frage mich, wie beschissen es wirklich aussehen muss, wenn sich ansonsten eher vernünftige Leute auf sowas einlassen.
Nach allem, was betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre, müsste man das Ding dichtmachen.

Hier muss ich etwas über den Wirtschaftsminister dieses Landes sagen, der dem Vernehmen nach diese Vorstellung vertreten haben soll. Diese Haltung wäre glaubwürdiger, wenn die Rettung von Opel seinem Stammland Bayern und den dortigen Herstellern nicht gar so wenig bringen würde. Und seine Vordrängelei bei der Rettung auf dem Amerikatrip hat ihn selbst in die Schusslinie gebracht. Mein Mitleid mit dem Selbstdarsteller hält sich also in Grenzen, selbst wenn er recht hat.
Schauen wir uns doch mal die Beteiligten der neuen Firma an:
Deutschland zahlt anderthalb Milliarden. Es gehört keine Weisheit dazu zu sehen, dass man mit dem Geld etwas besseres machen könnte, als Autos zu bauen, die keiner braucht. Dafür bekommt Deutschland als Sicherheit nichts ausser der Erlaubnis, Opel zu übernehmen, wenn der Laden doch pleite geht.
35% hält General Motors, eine Firma, die an noch schlimmeren Opelplänen leidet und nach Milliardenzahlungen des US-Staates, die der nie wieder sehen wird, am Montag pleite geht. Super Gesellschafter.
20% hält der Autozulieferer Magna, dessen Boss zu den Förderern von Jörg Haider zählte. "Schillernd" wäre da noch eine milde Umschreibung. Ein Teil seiner Firma gehörte erst dem russischen (Schulden-)Milliardär Derispaka, der seinen Anteil an die Sberbank übertrug, als sein Imperium am Zusammenbruch stand.
Mit 35% ist die Sberbank dann auch an Opel beteiligt. Die Sberbank ist quasi die staatliche Privatbank des russischen Staates, der gerade eine Wirtschafts- und Währungskrise durchmacht, einen grossen Teil seiner Dollarreserven letztes Jahr zur Rettung von oligarchen und der Stützung des Rubels verplempert hat und momentan sicher auch keinen Spass an den niedrigen Rohstoffpreisen hat. Die Sperbank kontrolliert auch beim Autohersteller GAZ mit, der noch kaputter als Opel ist.
10% gehören den Mitarbeitern oder was davon übrig bleibt.
Den Medien wird nun erzählt, dass der Hersteller, dessen Autos keiner will, in Ländern mit hohen Löhnen und starker Währung Autos für den russischen Markt bauen soll, wo sich gerade keiner was leisten kann, und auch niemand eine Abwrackprämie anbietet. Und jene, die sich etwas leisten können, vermutlich nicht gerade zu einer Marke greifen, die am Rande des Abgrunds steht und schon morgen vielleicht keine Ersatzteile mehr liefert.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Lösung Erfolg hat. Und ich frage mich, wie beschissen es wirklich aussehen muss, wenn sich ansonsten eher vernünftige Leute auf sowas einlassen.
donalphons, 01:53h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 29. Mai 2009
Link und Disclosures
http://www.ruhrbarone.de/hat-fpd-europaspitzenkdandidatin-koch-mehrin-falschen-eid-geleistet/
CHRCHRCHrchrhihihihgnnchhcchcHAHAHAHA!
Disclosure 1: Ich blogge bei der FAZ.
Disclosure 2: Ich fand die Frau mit dem ausgeprägten INSM-Hintergrund schon immer ausgesprochen unerfreulich.
CHRCHRCHrchrhihihihgnnchhcchcHAHAHAHA!
Disclosure 1: Ich blogge bei der FAZ.
Disclosure 2: Ich fand die Frau mit dem ausgeprägten INSM-Hintergrund schon immer ausgesprochen unerfreulich.
donalphons, 22:47h
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Bochum liegt neben Gelsenkirchen
und das kennt man, wenn man Georg Kreisler kennt. Allerdings war ich an einem tristen Tag - es war der 2. Oktober 1988, denn am Tag darauf starb mit Franz Josef Strauss ein, wenn nicht der Grund, Bayern zu hassen - in Bochum. Es hat mir nicht gefallen. Am Hübschesten fand ich Bochum unter Tage, da sah man nicht so viel davon. Drei Tage später verliebte ich mich bei der Wewelsburg in ein schönes Mädchen, und vielleicht ist das ja der Grund, warum ich heute über Bochum einen doch recht ausgewogenen Beitrag schreibe, ohne der Stadt zu wünschen, in den Gruben zu versinken. Denn Bochum hat mir nichts getan, und ausserdem kann man sowas in der FAZ kaum schreiben.
donalphons, 16:25h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 29. Mai 2009
Es ist ganz einfach
Ich habe diverse Plaketten von Rennen und Sternfahrten der 50er Jahre für den Kühler. Ausserdem kam heute mit der Post die Auspufftatze. Ich wollte unbedingt eine Auspufftatze haben, nicht einfach nur so ein Rohr, sondern etwas, das dem Auto einen hübschen Abschluss verleiht.

Im Prinzip muss ich jetzt nur noch das Auto zwischen Tatze und Plaketten schrauben. Das kann nicht so schwer sein. Mit etwas Glück ist es nächste Woche so weit, und das kommende Pfingstfest sieht ohnehin nicht so aus, als ob es schön würde. Oder gar wie der Gardasee.

Der vielleicht schmerzlichste Moment der letzten Reise war die Fahrt über die Gardesana hinunter nach Mantua. Wie an einer Perlenkette aufgereiht, kamen diverse Triumph TR2 und TR3 entgegen, in rot, english white, british racing green und einer in hellnlau. Besonders der Wagen in hellblau war in jeder Hinsicht perfekt, die Stelle war traumhaft schön, das Geräusch, dunkel und satt, genau rictig, er hatte kleine Brooklands-Windabweiser anstelle einer Windschutzscheibe, und das Wetter war perfekt, nicht zu warm und nicht zu kalt. Die Gardesana war frei, als hätte man sie extra dafür gesperrt. Nun ja.

Um hier nicht als einziger zu leiden: Das habe ich noch zu berichten vergessen; wir waren natürlich auch im Bue d'Oro in Valeggio und bestellten das, was man dort immer bestellen sollte. Das gute Leben. Wer weiss schon, wie lange es noch gehen wird.

Im Prinzip muss ich jetzt nur noch das Auto zwischen Tatze und Plaketten schrauben. Das kann nicht so schwer sein. Mit etwas Glück ist es nächste Woche so weit, und das kommende Pfingstfest sieht ohnehin nicht so aus, als ob es schön würde. Oder gar wie der Gardasee.

Der vielleicht schmerzlichste Moment der letzten Reise war die Fahrt über die Gardesana hinunter nach Mantua. Wie an einer Perlenkette aufgereiht, kamen diverse Triumph TR2 und TR3 entgegen, in rot, english white, british racing green und einer in hellnlau. Besonders der Wagen in hellblau war in jeder Hinsicht perfekt, die Stelle war traumhaft schön, das Geräusch, dunkel und satt, genau rictig, er hatte kleine Brooklands-Windabweiser anstelle einer Windschutzscheibe, und das Wetter war perfekt, nicht zu warm und nicht zu kalt. Die Gardesana war frei, als hätte man sie extra dafür gesperrt. Nun ja.

Um hier nicht als einziger zu leiden: Das habe ich noch zu berichten vergessen; wir waren natürlich auch im Bue d'Oro in Valeggio und bestellten das, was man dort immer bestellen sollte. Das gute Leben. Wer weiss schon, wie lange es noch gehen wird.
donalphons, 00:25h
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Daniel Dettling, jetzt haben sie Dich!
Nach einer Spammerei der Münchner Freunde von Berlinpolis fand ich ja den Laden schon immer scheisse. Widerliche Schleimer. Mitsamt Ihrem Kontrolettiboss. Und jetzt das: Berlinpolis wurde von der Bahn mutmasslich freundlich mit Geld bedacht.
Dettling durfte seine Haltung zur Bahn schließlich auch in Gastbeiträgen publizieren, etwa in der Financial Times Deutschland oder in Capital. Die genauen Hintergründe bleiben unklar.
"Hier wurde offensichtlich versucht, die Öffentlichkeit und die politische Debatte dadurch zu beeinflussen, dass vermeintlich unabhängige Dritte in die Debatte eingreifen", kritisiert Ulrich Müller, geschäftsführender Vorstand von LobbyControl. "Diese Methoden sind absolut inakzeptabel."
Mancher Parlamentarier sieht sich dagegen in seinen Mutmaßungen bestätigt. "Das ist noch schlimmer als das, was wir vermutet haben", sagte der FDP-Abgeordnete Horst Friedrich.
Ach ne, die FDP überrascht sowas? Sobald ich mit dem Sunbeam in Berlin bin, stelle ich den vor deren Butze ab und lasse den Wagen eine Stunde warm laufen. Ich weiss schon, warum ich nicht gerne Bahn fahre. Und die Jungs von der FTD sollten sich mal hinstellen und eine Erklärung abgeben.
Dettling durfte seine Haltung zur Bahn schließlich auch in Gastbeiträgen publizieren, etwa in der Financial Times Deutschland oder in Capital. Die genauen Hintergründe bleiben unklar.
"Hier wurde offensichtlich versucht, die Öffentlichkeit und die politische Debatte dadurch zu beeinflussen, dass vermeintlich unabhängige Dritte in die Debatte eingreifen", kritisiert Ulrich Müller, geschäftsführender Vorstand von LobbyControl. "Diese Methoden sind absolut inakzeptabel."
Mancher Parlamentarier sieht sich dagegen in seinen Mutmaßungen bestätigt. "Das ist noch schlimmer als das, was wir vermutet haben", sagte der FDP-Abgeordnete Horst Friedrich.
Ach ne, die FDP überrascht sowas? Sobald ich mit dem Sunbeam in Berlin bin, stelle ich den vor deren Butze ab und lasse den Wagen eine Stunde warm laufen. Ich weiss schon, warum ich nicht gerne Bahn fahre. Und die Jungs von der FTD sollten sich mal hinstellen und eine Erklärung abgeben.
donalphons, 23:10h
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