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Samstag, 13. Juni 2009
Aufgeben
Der Wald macht heute so seltsame Geräusche. Er klingt anders, er riecht anders als die Tage davor. Vielleicht, weil ich sehr spät in den Berg gehe, und der Nachtwind anders raunt. Um 21 Uhr, nur ein paar Minuten unter dem Gipfel, lasse ich es sein. Es ist genug, irgendetwas ist heute nicht richtig, weiter gehen wäre falsch, und ein Bild habe ich schon.

Manchmal muss man den Berg in Ruhe lassen. Manchmal will er niemanden sehen. Ich steige in den Wagen ein, lasse ihn an, wundere mich über einen Tropfen, und dann bricht der Regen los.
Es ist gar nicht so dumm, auf den Wald zu hören. Manchmal ist es weise, es sein zu lassen. Dem Berg ist es egal, was aus einem wird. Der Berg übersteht alles. Im Platzregen durch den dunklen Wald zu gehen ist vermutlich weniger amüsant. Immerhin, nach mir war keiner mehr am Berg.

Manchmal muss man den Berg in Ruhe lassen. Manchmal will er niemanden sehen. Ich steige in den Wagen ein, lasse ihn an, wundere mich über einen Tropfen, und dann bricht der Regen los.
Es ist gar nicht so dumm, auf den Wald zu hören. Manchmal ist es weise, es sein zu lassen. Dem Berg ist es egal, was aus einem wird. Der Berg übersteht alles. Im Platzregen durch den dunklen Wald zu gehen ist vermutlich weniger amüsant. Immerhin, nach mir war keiner mehr am Berg.
donalphons, 01:06h
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Reden wir über Millionäre.
Man sagt das ja so oft, Millionär. Als ob es sie wirklich gäbe, als ob da eine Gruppe wäre, ein Block, eine Klasse. Kompletter Blödsinn. Ausser einem Hang zur ausgeprägten Spiessigkeit und Sicherheit kenne ich kaum ein übergreifendes Element, und ich kan mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass aus dieser fraglien Masse mit ihren Konflikten und Begierden irgendwas zu machen ist. Schon gar kein Aufstand gegen den Staat. Mehr als FDP wählen und Gastautoren schmieren werden die nie hinbekommen.
Und ich wähle ohnehin die SPD.
Und ich wähle ohnehin die SPD.
donalphons, 15:21h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 12. Juni 2009
Er war so hässlich
wie ich ihn mir in etwa auch vorgestellt hatte. Nicht, dass ich es darauf angelegt hätte, aber in einem lächerlichen Zusammenhang stolperte ich über das Bild, auf dem er nicht aus konnte. Sehen, verstehen, naja. Es hat nichts zu bedeuten. Digitaler Ballast. Kommen wir zu etwas Erfreulichem:

Erdbeercreme, während draussen der Wind tobt. Sturmhöhe über dem See. Ein amüsantes Buch. Eine gute Tasse Tee. Langsam entschwindende Erinnerungen. Noch ein Tag am See. Ich schiebe sie Abreise seit Dienstag hinaus, packe weder aus noch ein, lebe aus dem Koffer, und morgen soll es schön werden, obwohl ich nach München muss. In Geschäften. Andere hässliche Menschen, die mich auch nicht mögen. Ich sollte sie mit dem hässlichen Kerl aus dem Netz bekannt machen, die würden sich prima verstehen, und ein Thema hätten sie auch, und am Ende könnte der Boss des einen Imagefilme über den Boss der anderen drehen.
So aber: Treffen, Antiquariate, vielleicht auch Museum; die Ausstellung "Kurfürst Johann Wilhelms Bilder" habe ich noch immer nicht gesehen.

Erdbeercreme, während draussen der Wind tobt. Sturmhöhe über dem See. Ein amüsantes Buch. Eine gute Tasse Tee. Langsam entschwindende Erinnerungen. Noch ein Tag am See. Ich schiebe sie Abreise seit Dienstag hinaus, packe weder aus noch ein, lebe aus dem Koffer, und morgen soll es schön werden, obwohl ich nach München muss. In Geschäften. Andere hässliche Menschen, die mich auch nicht mögen. Ich sollte sie mit dem hässlichen Kerl aus dem Netz bekannt machen, die würden sich prima verstehen, und ein Thema hätten sie auch, und am Ende könnte der Boss des einen Imagefilme über den Boss der anderen drehen.
So aber: Treffen, Antiquariate, vielleicht auch Museum; die Ausstellung "Kurfürst Johann Wilhelms Bilder" habe ich noch immer nicht gesehen.
donalphons, 01:41h
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Monogrün
donalphons, 17:01h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 10. Juni 2009
Fernsehen finde ich prima!
Wenn die Fernsicht bei 100 Kilometer liegt, beispielsweise.

Ansonsten habe ich zwar ein sehr bequemes Sofa, aber von dort aus sehe ich nicht fern, sondern allenfalls Kühe auf der Alm gegenüber. Fernsehen in der Art gar, wie es von vielen verstanden wird, geht dagegen gar nicht. Was ich auch in der FAZ niederschreibe. Und niederschreibe.

Ansonsten habe ich zwar ein sehr bequemes Sofa, aber von dort aus sehe ich nicht fern, sondern allenfalls Kühe auf der Alm gegenüber. Fernsehen in der Art gar, wie es von vielen verstanden wird, geht dagegen gar nicht. Was ich auch in der FAZ niederschreibe. Und niederschreibe.
donalphons, 15:54h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 10. Juni 2009
3-Berge-Tour zum Schliersee
Oben auf der Gindelalmschneid - dem höchsten Punkt der Bergkette zwischen Tegernsee und Schliersee - steht ein Kreuz.

Die Inschrift lautet: "Friede auf Erden". Darunter die Jahreszahl: 1938. Ich bin Atheist und weiss auch warum.

Von hier oben sieht man den Tegernsee nicht, sehr wohl aber seinen rustikalen Cousin, den Schliersee. Kleiner, nicht badetauglich, mehr Berge aussenrum und auch mehr Schatten, aber wenigstens mit einem tollen Antiquitätengeschäft. Im Hintergrund liegt rechts der Wendelstein. Für den trainiere ich gerade, neben einigen anderen Desideraten der Region. Deshalb heute auch drei Gipfel nacheinander.

Für meinen Geschmack war es einer zu viel. Das Bild ist auf dem zweiten Gipfel aufgenommen. Auf dem dritten sah ich nicht mehr so lässig aus. Und unten war es dann finster.

Die Inschrift lautet: "Friede auf Erden". Darunter die Jahreszahl: 1938. Ich bin Atheist und weiss auch warum.

Von hier oben sieht man den Tegernsee nicht, sehr wohl aber seinen rustikalen Cousin, den Schliersee. Kleiner, nicht badetauglich, mehr Berge aussenrum und auch mehr Schatten, aber wenigstens mit einem tollen Antiquitätengeschäft. Im Hintergrund liegt rechts der Wendelstein. Für den trainiere ich gerade, neben einigen anderen Desideraten der Region. Deshalb heute auch drei Gipfel nacheinander.

Für meinen Geschmack war es einer zu viel. Das Bild ist auf dem zweiten Gipfel aufgenommen. Auf dem dritten sah ich nicht mehr so lässig aus. Und unten war es dann finster.
donalphons, 01:35h
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Etwas andere Wirtschaftsnachrichten
Es gibt so einiges zu hören von den ersten Anzeichen einer Bodenfindung. Nun ja. Ich denke, man kann das nicht sagen.
Nicht, wenn 33,2 Millionen Amerikaner Lebensmittelmarken brauchen, um genug zum Essen zu haben.

Wenn es hier auch mal soweit ist - der Konjunktureinbruch des Tages beim Export deutet ja nicht gerade auf bessere Zeiten hin - werde ich versuchen, als Almhirte anzufangen. Ich stelle mir das da oben ganz nett vor, wo ich jetzt hinaufsteige. Auf die Gindelalmschneid. Ausserdem möchte ich irgendwann auch lernen, wie man Butter macht.
Nicht, wenn 33,2 Millionen Amerikaner Lebensmittelmarken brauchen, um genug zum Essen zu haben.

Wenn es hier auch mal soweit ist - der Konjunktureinbruch des Tages beim Export deutet ja nicht gerade auf bessere Zeiten hin - werde ich versuchen, als Almhirte anzufangen. Ich stelle mir das da oben ganz nett vor, wo ich jetzt hinaufsteige. Auf die Gindelalmschneid. Ausserdem möchte ich irgendwann auch lernen, wie man Butter macht.
donalphons, 16:47h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 8. Juni 2009
Freunde der Dystopie
werden, wenn sie gerade Eliten nicht besonders schätzen, ihr Vergnügen mit dem heutigen Beitrag in der FAZ haben. Hoffe ich zumindest.
donalphons, 16:41h
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Man soll ja allen eine Chance geben
Vor ein paar Wochen war auf dem Weg zum Wochenmarkt ein Stand der Piratenpartei. Nun bin ich bekanntlich mit Schmerzen - aber vielleicht wird das besser, wenn die Münte-SPD jetzt endlich abtritt - Sozialdemokrat, höre mir aber alles an. Die Jungs waren strategisch eher schlecht aufgestellt, denn der Weg zum Wochenmarkt ist nicht gerade die Promenade der sog. "Netizens", ein Begriff im Übrigen, den, wäre er ausgedruckt, man den Erfindern wieder in die Gurgel schieben sollte. Sage ich mit einer sicher überdurchschnittlich intensiven Internetpersönlichkeit. Die Parteimitglieder hatten wenig zu tun, und so redete ich etwas mit ihnen und fragte, was sie eigentlich vom Emissionsrechtehandel so hielten.
Es gibt ja manche, die sagen, dass es nichts ausmacht, wenn eine Partei wenig Grundsätze habe, und die Grünen wären auch nicht anders gewesen. Das sehe ich anders; bei den Grünen gab es im Vorfeld eine umfassende gesellschaftspolitische Debatte von Atom über Bürgerrechte und Umwelt bishin zu Familienbetreuung und Strafvollzug. Bei den Grünen hatte man ungefähr eine Ahnung, worauf man sich einliess. Auch die Rosa Liste in München wurde von mir und vielen anderen Heterosexuellen gewählt, weil sie klare Vorstellugen von Politik jenseits der eigenen belange hatten. Der Junge, mit dem ich sprach, wusste nicht mal genau, was das sein soll, Emissionsrechtehandel.
Ich fand diese Leute entsetzlich beschränkt. Eine reine Klientelpartei für Internetfreunde, Gamer, Jugendliche, die sich nicht verstanden fühlen, Downloader und Netzaktivisten. Das meiste von dem war ich nie, und ich kriege auch Krätze, wenn man mir mit Heilsversprechen eines banalen Werkzeugs kommt, und dieser spzifischen Onliner-Denke, dass man im Netz eine neue Gesellschaft wäre. Ich fände vieles von denen unterstützenswert, wenn ich jetzt kein Blog hätte und darauf angewiesen wäre, dass es jemand für mich vertritt. Aber im Kern ist das eine reine Klientelpartei wie die FDP und gleichzeitig eine populistische Lokalveranstaltung wie die CSU - das Schlechteste aus beiden Welten.
Mir wird speiübel bei der Vorstellung, dass ich neben diesem Staat auch im Internet nun eine Gesellschaft mit all dem Dreck bilden müsste, der da rumläuft, und eine Partei hätte, die sich dieser Gesellschaft annimmt, mit Pornofreunden, Twitterern, Forentrollen, anonymen Feiglingen, dem bloggenden Koofmichgeschwader und den Preisvergleichsjunkies. Bayern und Deutschland ist schon übel genug, weitere Bindungen interessieren mich nicht, weder durch Communities noch durch gemeinsame Netzerlebnisse wie das Durchschnattern des neuesten Scheissdrecks bei Spiegel online, den man je nach Aussage hasst oder als Beleg der eigenen Bedeutung nimmt. Ich bin gern anders und ausserhalb, viel lieber als in dieser miserablen Gesellschaft, die politisch ähnlich amorph und glibbrig ist wie das Wissen der Piraten.

Ich wähle gern Menschen, die klüger sind als ich. Ich gebe meine Stimme Vertretern, die grob wissen, was gut ist. Ich gebe niemandem meine Stimme, der jenseits seiner Partikularinteressen erst mal bei Wikipedia nachschauen muss, worum es geht. Ich mag den Ton auf deren Webseite nicht, weder von den durchgeknallten Gamern noch von den pressemitteilungsstöpselnden Piraten. Seit wann brauchen Piraten überhaupt sowas?
Mich interessiert noch was anderes als Internet. Es mag hier draussen ketzerisch klingen, aber mir ist eine bessere Kontrolle der Banken erst mal wichtiger als verschärfte Datenschutzrichtlinien. Ich möchte Wahlalternativen und keine Vielversprecher, denen alles andere wurscht ist. Ich will den Eindruck haben, dass meine Vertreter Verantwortung übernehmen, und nicht nur einer kleinen Gruppe dienen. Es war durchaus interessant, mit denen zu reden. Ich habe was gelernt und mein Kreuzerl woanders gemacht.
Es gibt ja manche, die sagen, dass es nichts ausmacht, wenn eine Partei wenig Grundsätze habe, und die Grünen wären auch nicht anders gewesen. Das sehe ich anders; bei den Grünen gab es im Vorfeld eine umfassende gesellschaftspolitische Debatte von Atom über Bürgerrechte und Umwelt bishin zu Familienbetreuung und Strafvollzug. Bei den Grünen hatte man ungefähr eine Ahnung, worauf man sich einliess. Auch die Rosa Liste in München wurde von mir und vielen anderen Heterosexuellen gewählt, weil sie klare Vorstellugen von Politik jenseits der eigenen belange hatten. Der Junge, mit dem ich sprach, wusste nicht mal genau, was das sein soll, Emissionsrechtehandel.
Ich fand diese Leute entsetzlich beschränkt. Eine reine Klientelpartei für Internetfreunde, Gamer, Jugendliche, die sich nicht verstanden fühlen, Downloader und Netzaktivisten. Das meiste von dem war ich nie, und ich kriege auch Krätze, wenn man mir mit Heilsversprechen eines banalen Werkzeugs kommt, und dieser spzifischen Onliner-Denke, dass man im Netz eine neue Gesellschaft wäre. Ich fände vieles von denen unterstützenswert, wenn ich jetzt kein Blog hätte und darauf angewiesen wäre, dass es jemand für mich vertritt. Aber im Kern ist das eine reine Klientelpartei wie die FDP und gleichzeitig eine populistische Lokalveranstaltung wie die CSU - das Schlechteste aus beiden Welten.
Mir wird speiübel bei der Vorstellung, dass ich neben diesem Staat auch im Internet nun eine Gesellschaft mit all dem Dreck bilden müsste, der da rumläuft, und eine Partei hätte, die sich dieser Gesellschaft annimmt, mit Pornofreunden, Twitterern, Forentrollen, anonymen Feiglingen, dem bloggenden Koofmichgeschwader und den Preisvergleichsjunkies. Bayern und Deutschland ist schon übel genug, weitere Bindungen interessieren mich nicht, weder durch Communities noch durch gemeinsame Netzerlebnisse wie das Durchschnattern des neuesten Scheissdrecks bei Spiegel online, den man je nach Aussage hasst oder als Beleg der eigenen Bedeutung nimmt. Ich bin gern anders und ausserhalb, viel lieber als in dieser miserablen Gesellschaft, die politisch ähnlich amorph und glibbrig ist wie das Wissen der Piraten.

Ich wähle gern Menschen, die klüger sind als ich. Ich gebe meine Stimme Vertretern, die grob wissen, was gut ist. Ich gebe niemandem meine Stimme, der jenseits seiner Partikularinteressen erst mal bei Wikipedia nachschauen muss, worum es geht. Ich mag den Ton auf deren Webseite nicht, weder von den durchgeknallten Gamern noch von den pressemitteilungsstöpselnden Piraten. Seit wann brauchen Piraten überhaupt sowas?
Mich interessiert noch was anderes als Internet. Es mag hier draussen ketzerisch klingen, aber mir ist eine bessere Kontrolle der Banken erst mal wichtiger als verschärfte Datenschutzrichtlinien. Ich möchte Wahlalternativen und keine Vielversprecher, denen alles andere wurscht ist. Ich will den Eindruck haben, dass meine Vertreter Verantwortung übernehmen, und nicht nur einer kleinen Gruppe dienen. Es war durchaus interessant, mit denen zu reden. Ich habe was gelernt und mein Kreuzerl woanders gemacht.
donalphons, 05:31h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 8. Juni 2009
Noch mehr Freude machen.
Manchmal finde ich es seltsam, dass jene, die hier wohnen, in Urlaub fahren. Ich mein, mitten im Urlaubsgebiet, wo alle hin wollen, und dann fahren sie weg.

Heute jedoch habe ich es ihnen gleichgetan; ich erleichterte mein Konto um eine nicht kleine Summe und fuhr gen Norden, wo das Wetter besser, noch besser und der Antikhändler beim Verkaufen war. Sonntag ist Flohmarkttag, und ich werde wepsig beim Gedanken an die Schätze, die mir entgehen könnten. Irgendwo ist immer etwas, das ich brauchen könnte. Und die Inflation kommt bestimmt. Nicht aber bei jenem jungen Mann, der ein paar unbenützte Reste des grossväterlichen Ledergeschäfts verschleuderte:

Das sind Handschuhe aus Peccaryleder; eine bestimmte südamerikanische Wildschweinsorte, die das beste aller Leder für diesen Zweck liefert. Peccary ist weich, warm, elastisch und fast so unzerstörbar wie Tropenholz. Ich habe schon Peccaryhandschuhe. Auch nach 50 Jahren sind sie noch erstklassig, weich und wunderbar gealtert. Die hier sind mir zu klein; 7 1/4, aber einerseits waren sie lachhaft günstig, viel billiger als der alte, darauf vermerkte Preis von 51 D-Mark in einer Zeit, da man nicht nur goldene Anhänger hatte, sondern auch Topmodelle von Mercedes, die keine 50.000 Mark kosteten. Andererseits habe ich oft Beifahrerinnen, und für die Heizung im Sunbeam würde ich nicht garantieren.

Heute sind Peccaryhandschuhe nicht nur furchtbar teuer und ungewöhnlich, sie haben auch keine derartig netten Anhänger mit der altmodischen Schrift mehr. Innen - und das ist eigentlich ein Grund, der gegen ihre Verwendung spricht - sind dann noch Ratschläge zur Pflege. Für jene, was man damals vielleicht als "Gute Hausfrau" bezeichnete. Sollten sie doch benutzt werden, kann ich vielleicht das Schild wieder dran machen. Ein Schild, das viel sinnvoller als die Werbung mit all den tollen Namen ist, die man heute sonst an Bekleidung findet.

Ebenfalls in der Preisklasse der Kuchenstücke war das Jahrbuch der Alpenvereine von 1914 mit spannenden Neuigkeiten der Pamir-Expedition, Wanderrouten und dem ein oder anderen Bergsteigerlied. Man kann sich nicht vorstellen, dass die Leser ein paar Wochen später in den 1. Weltkrieg zogen, so warm, freundlich und lebensfroh sind diese Texte. Und dann war da noch eine Siegerplakette der VIII. Heidelberger Mitternachtsfahrt von 1964. Mitternacht in Heidelberg. Seit vier Stunden ward niemand mehr auf der Strasse gesehen, da kann man es krachen lassen. Autoplaketten sind übrigens auch so ein verschwundenes Kulturgut, seitdem jeder Depp mit Navi überall auch wirklich ankommt. Ausserdem, wozu noch Sternfahrten von Automobilisten, wenn ohnehin jeder ein Auto hat? Warum an den Besuch von Orten wie Garmisch oder Meran erinnern, wenn die Entfernung nichts mehr bedeutet? Abgesehen davon: Richtige Kühler haben Autos heute auch nicht mehr.

Das alles kostete so viel wie die drei Stück Kuchen vor dem Gewitter und dem abschliesenden Regenbogen, an dessen Ende zu wohnen ich netterweise das Vergnügen habe, um dort Dr. Karl Blodigs Bericht aus der Silvrettagruppe zu lesen. Da will ich hin. Und die Siegerplakette von der Heidelberger Mitternachtsfahrt wird am Kühler sein. Denn ich habe noch einen Kühler. Mit Messingverschluss und 80 PS dahinter.

Heute jedoch habe ich es ihnen gleichgetan; ich erleichterte mein Konto um eine nicht kleine Summe und fuhr gen Norden, wo das Wetter besser, noch besser und der Antikhändler beim Verkaufen war. Sonntag ist Flohmarkttag, und ich werde wepsig beim Gedanken an die Schätze, die mir entgehen könnten. Irgendwo ist immer etwas, das ich brauchen könnte. Und die Inflation kommt bestimmt. Nicht aber bei jenem jungen Mann, der ein paar unbenützte Reste des grossväterlichen Ledergeschäfts verschleuderte:

Das sind Handschuhe aus Peccaryleder; eine bestimmte südamerikanische Wildschweinsorte, die das beste aller Leder für diesen Zweck liefert. Peccary ist weich, warm, elastisch und fast so unzerstörbar wie Tropenholz. Ich habe schon Peccaryhandschuhe. Auch nach 50 Jahren sind sie noch erstklassig, weich und wunderbar gealtert. Die hier sind mir zu klein; 7 1/4, aber einerseits waren sie lachhaft günstig, viel billiger als der alte, darauf vermerkte Preis von 51 D-Mark in einer Zeit, da man nicht nur goldene Anhänger hatte, sondern auch Topmodelle von Mercedes, die keine 50.000 Mark kosteten. Andererseits habe ich oft Beifahrerinnen, und für die Heizung im Sunbeam würde ich nicht garantieren.

Heute sind Peccaryhandschuhe nicht nur furchtbar teuer und ungewöhnlich, sie haben auch keine derartig netten Anhänger mit der altmodischen Schrift mehr. Innen - und das ist eigentlich ein Grund, der gegen ihre Verwendung spricht - sind dann noch Ratschläge zur Pflege. Für jene, was man damals vielleicht als "Gute Hausfrau" bezeichnete. Sollten sie doch benutzt werden, kann ich vielleicht das Schild wieder dran machen. Ein Schild, das viel sinnvoller als die Werbung mit all den tollen Namen ist, die man heute sonst an Bekleidung findet.

Ebenfalls in der Preisklasse der Kuchenstücke war das Jahrbuch der Alpenvereine von 1914 mit spannenden Neuigkeiten der Pamir-Expedition, Wanderrouten und dem ein oder anderen Bergsteigerlied. Man kann sich nicht vorstellen, dass die Leser ein paar Wochen später in den 1. Weltkrieg zogen, so warm, freundlich und lebensfroh sind diese Texte. Und dann war da noch eine Siegerplakette der VIII. Heidelberger Mitternachtsfahrt von 1964. Mitternacht in Heidelberg. Seit vier Stunden ward niemand mehr auf der Strasse gesehen, da kann man es krachen lassen. Autoplaketten sind übrigens auch so ein verschwundenes Kulturgut, seitdem jeder Depp mit Navi überall auch wirklich ankommt. Ausserdem, wozu noch Sternfahrten von Automobilisten, wenn ohnehin jeder ein Auto hat? Warum an den Besuch von Orten wie Garmisch oder Meran erinnern, wenn die Entfernung nichts mehr bedeutet? Abgesehen davon: Richtige Kühler haben Autos heute auch nicht mehr.

Das alles kostete so viel wie die drei Stück Kuchen vor dem Gewitter und dem abschliesenden Regenbogen, an dessen Ende zu wohnen ich netterweise das Vergnügen habe, um dort Dr. Karl Blodigs Bericht aus der Silvrettagruppe zu lesen. Da will ich hin. Und die Siegerplakette von der Heidelberger Mitternachtsfahrt wird am Kühler sein. Denn ich habe noch einen Kühler. Mit Messingverschluss und 80 PS dahinter.
donalphons, 01:36h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 7. Juni 2009
Das Finden des Fressens
Man kann im Strandrestaurant inzwischen auch etwas für Spezifisches den (in diesem fall klar besserverdienenden) Hund bekommen.

Da sage noch einer, es gäbe keine Servicementalität in diesem Land.

Da sage noch einer, es gäbe keine Servicementalität in diesem Land.
donalphons, 01:16h
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Recht haben Sie!
Ich bin vollkommen der Meinung der Ballerspiellobby vom geschmierten Billigblogpunk bis zum Spielehersteller, dass man den Waffenbesitz massivst erschweren und Jugendliche von den Schusswaffen abbringen sollte!
Und ich bin vollkommen der Meinung der Schiessprügellobby vom besoffenen Sonntagsjäger bis zum Waffenfabrikanten, dass man die Ballerspiele und ihr Agressionspotenzial am besten reduziert, indem man das gespielte Töten ächtet und verbietet!
Ich denke, damit ist beiden Seiten gleichermassen - zumal ähnlich in Einstellung, Argumenten und Hassparolen gegen Andersdenkende - bestens geholfen.
Und ich bin vollkommen der Meinung der Schiessprügellobby vom besoffenen Sonntagsjäger bis zum Waffenfabrikanten, dass man die Ballerspiele und ihr Agressionspotenzial am besten reduziert, indem man das gespielte Töten ächtet und verbietet!
Ich denke, damit ist beiden Seiten gleichermassen - zumal ähnlich in Einstellung, Argumenten und Hassparolen gegen Andersdenkende - bestens geholfen.
donalphons, 18:45h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 5. Juni 2009
Weniger heimisch
Man hat meinen Baum am Tegernsee zurückgeschnitten. Ich hatte nicht allzu viel dagegen, er war sehr gross, und etwas Stutzen konnte nicht schaden. Was man letztlich getan hat, ist kaum weniger als Mord. Zum Kotzen. Ich bin heute übelst gelaunt, und das ist immer schlecht, wenn man gerade kein Thema hat ausser jenen, bei denen man sich immer denkt:

Super, aber das wirst Du leider nie schreiben können. Jetzt eben doch. In der FAZ.

Super, aber das wirst Du leider nie schreiben können. Jetzt eben doch. In der FAZ.
donalphons, 15:28h
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Liebe Bundesregierung,
man hat Euch verarscht. Denn die Sberbank, Euer Partner bei der Opelrettung, denkt gar nicht daran, Euer Partner zu bleiben. Die sind nur so lange dabei, bis sie einen strategischen Investor haben, an den sie ihr Paket verkaufen können. Alle Zusagen und Verpflichtungen der Jungs sind damit so viel wert wie die russische Rubel bei fairer Bewertung. Zukunftsperspektiven? Langfristiges Engagement?
Vielleicht wäre es doch nicht so blöd, Opel, wenn man es schon halten will, in Eigenregie zu machen oder an VW zu verticken, statt sich auf solche unsicheren Kantonisten zu verlasssen. Bei VW wissen sie wenigstens, wie man eine Autofirma führt. Alle anderen sind meines Erachtens nur Zocker, die das Geld aus Deutschland für ihre Spekulationsgeschäfte wollen.
Vielleicht wäre es doch nicht so blöd, Opel, wenn man es schon halten will, in Eigenregie zu machen oder an VW zu verticken, statt sich auf solche unsicheren Kantonisten zu verlasssen. Bei VW wissen sie wenigstens, wie man eine Autofirma führt. Alle anderen sind meines Erachtens nur Zocker, die das Geld aus Deutschland für ihre Spekulationsgeschäfte wollen.
donalphons, 11:55h
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