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Sonntag, 16. August 2009
Analoge Freuden und digitales Elend
Einen Euro will die ältere Dame dafür haben, und ich schäme mich ein wenig. Nicht, weil es zu wenig ist; das ist ihre Sache, und die zugehörigen Leicaobjektive sind längst weg, so sind die kleinen Gläser im Ledertäschchen sinnlos geworden. Sondern weil das Mäppchen mit dem Aufdruck "Heliopan" erzählt, wie man mit Kameras umgehen müsste: Wie mit Wertgegenständen, die zu ihrem Schutz eine hochwertige Hülle verdienen; am besten eben aus solchem sorgfältig genähten Leder, und das hinunter bis zu den Aufsatzfilters. Ich trage meine Digitalkamera natürlich einfach so in der Hosentasche. Immerhin lasse ich, damit es keine Kollision gibt, das Mobiltelefon im Auto, und trage den Schlüssel in der anderen Tasche. Trotzdem ist es beschämend, so mit den Dingen umzugehen - selbst wenn sie nicht 50 Jahre alt sein werden.

Nun brauche ich Digitalkameras beruflich, und sie haben tatsächlich vieles erleichtert. Aber mit Filtern, gerade alten KB- und KR-Filtern könnte man den automatischen Weissabgleich austricksen, warme Sepiatöne oder ultraintensives Blau erzeugen, ohne sich durch Menüs zu wühlen und am Ende doch genervt von den Voreinstellungen zu sein. Auch wenn sie mir nicht helfen, habe ich sie natürlich trotzdem genommen, denn sie sind erstklassig und passen zudem auf das Objektiv meines russischen Leica-Nachbaus von Zorki, der, schwieriges und schmerzvolles Thema, hoffentlich bald seinen Weg ins Handschuhfach meines Sunbeams finden wird. Mitsamt den neuen Filtern natürlich.

Was ich mir wirklich wünschen würde, wäre ein digitaler Einbausatz für solche Kameras. Etwas, das man anstelle der Innereien defekter Leicas, Zeiss-Ikons, Zorkis und anderer Schwermetallbrocken einbauen könnte, nur Sensor, Auslöser, Speicher, Verschluss und Batterie. Das wäre dann das beste aus beiden Welten. Kein Zoom, 42mm Festbrennweite, den Rest muss man komponieren. So, wie es jetzt ist, muss man immer wieder nachrüsten und zukaufen; jüngst erwarb ich für den Sunbeam auch noch eine Ricoh R8 als Notknipse. Die ist halbwegs ausreichend, wenn man was im Handschuhfach haben möchte, recht klein, aber mit einem ordentlichen Weitwinkel, und obendrein eine Empfehlung des Fachhändlers meines Vertrauens, Georg Mayer in Gmund am Tegernsee. Der klebt, was ich entzückend finde, immer sein Firmenbapperl unter der Kameras. Damit man weiss, wohin man gehen soll, wenn es einen Garantiefall gibt. So ist das noch. In Gmund. Am Tegernsee. Wo man wohnt, im Gegensatz zu den Werbern und anderen Leuten, die man nicht kennt. Jedenfalls fand ich es nett, dass die Ricoh ein wenig wie die alte Zeiss-Ikon aussieht. Ein klassischer, schwerer Metallkasten, mit eher grossen Linsen. Ungefähr so gross wie bei der Zorki. Der äussere Rand des Objektivs ist sogar fast identisch, oder? Könnte es sein?

Es ist. Man muss zwar etwas aufpassen, wenn man das Objektiv bei der Digiknipse einfährt, aber es geht. Und der Weissabgleich kommt höllisch durcheinander, gerade bei den bräunlichen Filtern. Das Digitale arbeitet sich vergeblich am Analogen ab, damit hat es nicht gerechnet, dass man ihm den Teufel in Gestalt eines Helioplans aufdrückt. Wieder ein kleiner Sieg gegen das Digitale, ein Stück Echtes dem Nostalgischen entgangen, der toten Technik ein Stück unberechenbares Leben aufgezwungen. Das Digitale, das Elektrische darf niemals siegen. Ausser bei den Idioten, die sich Schnittstellen für ihr begrenztes Hirn wünschen.

Nun brauche ich Digitalkameras beruflich, und sie haben tatsächlich vieles erleichtert. Aber mit Filtern, gerade alten KB- und KR-Filtern könnte man den automatischen Weissabgleich austricksen, warme Sepiatöne oder ultraintensives Blau erzeugen, ohne sich durch Menüs zu wühlen und am Ende doch genervt von den Voreinstellungen zu sein. Auch wenn sie mir nicht helfen, habe ich sie natürlich trotzdem genommen, denn sie sind erstklassig und passen zudem auf das Objektiv meines russischen Leica-Nachbaus von Zorki, der, schwieriges und schmerzvolles Thema, hoffentlich bald seinen Weg ins Handschuhfach meines Sunbeams finden wird. Mitsamt den neuen Filtern natürlich.

Was ich mir wirklich wünschen würde, wäre ein digitaler Einbausatz für solche Kameras. Etwas, das man anstelle der Innereien defekter Leicas, Zeiss-Ikons, Zorkis und anderer Schwermetallbrocken einbauen könnte, nur Sensor, Auslöser, Speicher, Verschluss und Batterie. Das wäre dann das beste aus beiden Welten. Kein Zoom, 42mm Festbrennweite, den Rest muss man komponieren. So, wie es jetzt ist, muss man immer wieder nachrüsten und zukaufen; jüngst erwarb ich für den Sunbeam auch noch eine Ricoh R8 als Notknipse. Die ist halbwegs ausreichend, wenn man was im Handschuhfach haben möchte, recht klein, aber mit einem ordentlichen Weitwinkel, und obendrein eine Empfehlung des Fachhändlers meines Vertrauens, Georg Mayer in Gmund am Tegernsee. Der klebt, was ich entzückend finde, immer sein Firmenbapperl unter der Kameras. Damit man weiss, wohin man gehen soll, wenn es einen Garantiefall gibt. So ist das noch. In Gmund. Am Tegernsee. Wo man wohnt, im Gegensatz zu den Werbern und anderen Leuten, die man nicht kennt. Jedenfalls fand ich es nett, dass die Ricoh ein wenig wie die alte Zeiss-Ikon aussieht. Ein klassischer, schwerer Metallkasten, mit eher grossen Linsen. Ungefähr so gross wie bei der Zorki. Der äussere Rand des Objektivs ist sogar fast identisch, oder? Könnte es sein?

Es ist. Man muss zwar etwas aufpassen, wenn man das Objektiv bei der Digiknipse einfährt, aber es geht. Und der Weissabgleich kommt höllisch durcheinander, gerade bei den bräunlichen Filtern. Das Digitale arbeitet sich vergeblich am Analogen ab, damit hat es nicht gerechnet, dass man ihm den Teufel in Gestalt eines Helioplans aufdrückt. Wieder ein kleiner Sieg gegen das Digitale, ein Stück Echtes dem Nostalgischen entgangen, der toten Technik ein Stück unberechenbares Leben aufgezwungen. Das Digitale, das Elektrische darf niemals siegen. Ausser bei den Idioten, die sich Schnittstellen für ihr begrenztes Hirn wünschen.
donalphons, 23:22h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 15. August 2009
Idioten und Phantasten
Gestern Nacht erreichte mich die Spammail eines Neonazis, der seinen Roman mitsamt Werbeblog anpries. Der Idiot sitzt jetzt also vor seinem Rechner und schaut, ob jemand so nett ist, sein Projekt zu verlinken. Und wartet. Und es kommt nichts. Niemand. Er hat einen beschissenen Tag und denkt sich ein paar Verschwörungstheorien zum Misserfolg aus, die allesamt nicht besagen, dass er ein dummes, armes Schwein ist, das nicht schreiben kann, und das allen egal ist. In den kommenden Tagen wird er auf Bestellungen warten. Und sich wundern, warum dieses tolle Werk es nicht an die Spitze schafft und die Welt begeistert ist, dass es endlich mal jemand sagt, über die Juden, den Mossad und die feinen arischen Recken. So viel Arbeit. So wenig Ertrag. Die Welt ist nicht immer nett, zu Leuten wie ihm.

Aber ich war vor ein paar Wochen in Gossensass. Man muss den Ort nicht kennen; er ist nur noch ein Schatten seiner einstigen Grösse. Vor dem ersten Weltkrieg war das ein mondäner Badeort, und dort hat sich auch ein Grandhotel erhalten, das 2008 feierlich eröffnet und , mangels Erfolg, nach einem Jahr wieder geschlossen wurde.
Mich schmerzen solche Geschichten. Nicht wegen der verbrannten Investorengelder, sondern wegen jenen guten Seiten des alten Europas, die hier hoffnungslos zugrunde gehen, während darüber der Schwerlastverkehr über die Alpen dröhnt. Und ich würde zumindest gerne etwas darüber schreiben: Was sich verändert hat, was den Untergang bedingt, was man vielleicht erhalten sollte und was falsch gelaufen ist: Grand Tour, Grand Hotel, bessere Gesellschaft - das alles wirkt antiquiert, aber das, wogegen man es eingetauscht hat, ist jetzt auch nicht so arg toll.
Bitte, das ist kein Soft Launch und kein Wink mit dem Zaunpfahl, ich habe kein Exposee und keinen Verlag, der den berühmten FAZ-Blogger kaufen will; es ist einfach das Gefühl, dass es mal wieder an der Zeit ist, etwas zu machen, das nicht im Internet oder in einem Medium steht. Für mich selbst, in erster Linie. Und für eine Kultur, die es eigentlich nicht verdient hat, einfach so wegzukrümeln.

Aber ich war vor ein paar Wochen in Gossensass. Man muss den Ort nicht kennen; er ist nur noch ein Schatten seiner einstigen Grösse. Vor dem ersten Weltkrieg war das ein mondäner Badeort, und dort hat sich auch ein Grandhotel erhalten, das 2008 feierlich eröffnet und , mangels Erfolg, nach einem Jahr wieder geschlossen wurde.
Mich schmerzen solche Geschichten. Nicht wegen der verbrannten Investorengelder, sondern wegen jenen guten Seiten des alten Europas, die hier hoffnungslos zugrunde gehen, während darüber der Schwerlastverkehr über die Alpen dröhnt. Und ich würde zumindest gerne etwas darüber schreiben: Was sich verändert hat, was den Untergang bedingt, was man vielleicht erhalten sollte und was falsch gelaufen ist: Grand Tour, Grand Hotel, bessere Gesellschaft - das alles wirkt antiquiert, aber das, wogegen man es eingetauscht hat, ist jetzt auch nicht so arg toll.
Bitte, das ist kein Soft Launch und kein Wink mit dem Zaunpfahl, ich habe kein Exposee und keinen Verlag, der den berühmten FAZ-Blogger kaufen will; es ist einfach das Gefühl, dass es mal wieder an der Zeit ist, etwas zu machen, das nicht im Internet oder in einem Medium steht. Für mich selbst, in erster Linie. Und für eine Kultur, die es eigentlich nicht verdient hat, einfach so wegzukrümeln.
donalphons, 01:43h
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Überwindung
Nicht alles.
Nicht so schnell.
Lass wenigstens ein Stück übrig und tu es auf einen Teller.
Das ist das Letzte, jetzt mach aber das Bild, nachher kannt Du immer noch.

Und denk gefälligst an den Beitrag in der FAZ zum Auseinanderbrechen der Gesellschaft.
Nicht so schnell.
Lass wenigstens ein Stück übrig und tu es auf einen Teller.
Das ist das Letzte, jetzt mach aber das Bild, nachher kannt Du immer noch.

Und denk gefälligst an den Beitrag in der FAZ zum Auseinanderbrechen der Gesellschaft.
donalphons, 18:30h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 14. August 2009
Die Freuden der Stadtplaner
Neue grössere Sparkasse mit Westwallanmutung? Schon fertig.
Neues Studentenwohnheim mit Schiessscharten anstelle des Klostergartens? Fertig.
Postkonstruktivistische Turnhalle im Bauensemble der Revolutionearchitektur? Vollendet.
Abmauerung des Stadtgebiets mit weiteren 10000 m² Kommerzfläche im Shopping Parc? Abgenickt.
Aber was macht man, wenn man wegen der Denkmalschützer grade nicht die alte Brauerei zugunsten eines weiteren Einkaufsmonsters abreissen lassen kann? Hm. Aber hey:

Wie wäre es, den Schulgarten abzuholzen, das Jugendstilgitter abzureissen und neben das Patrizierhaus von 1890 einen Betonerweiterungsklotz in die Altstadt zu setzen? Na? Super, was. So wird es was mit dem Weltmarktanspruch.
Und welche historische Bausubstanz verscheuern wir morgen, dass sie ein Investor entkernen kann?
Neues Studentenwohnheim mit Schiessscharten anstelle des Klostergartens? Fertig.
Postkonstruktivistische Turnhalle im Bauensemble der Revolutionearchitektur? Vollendet.
Abmauerung des Stadtgebiets mit weiteren 10000 m² Kommerzfläche im Shopping Parc? Abgenickt.
Aber was macht man, wenn man wegen der Denkmalschützer grade nicht die alte Brauerei zugunsten eines weiteren Einkaufsmonsters abreissen lassen kann? Hm. Aber hey:

Wie wäre es, den Schulgarten abzuholzen, das Jugendstilgitter abzureissen und neben das Patrizierhaus von 1890 einen Betonerweiterungsklotz in die Altstadt zu setzen? Na? Super, was. So wird es was mit dem Weltmarktanspruch.
Und welche historische Bausubstanz verscheuern wir morgen, dass sie ein Investor entkernen kann?
donalphons, 01:51h
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Ab und zu den Baum der Freiheit
mit Bankergalle giessen ist keine allzu schlechte Idee, dann gibt es vielleicht weniger Fälle wie diesen Herrn der praktisch insolventen und vom Staat geretteten Citigroup, dem seine Bank bis zu 100 Millionen Dollar an Bonuszahlungen zukommen lassen möchte. Seine blendend laufenden Geschäfte hat er als Zocker an den Energiemärkten - das Zeug, das die Verbraucher dann wieder teuer zahlen - gemacht.
Zumindest einmal die Nationalgarde einmarschieren lassen hätte sicher schon etwas gegen die Irrsinn geholfen.
Zumindest einmal die Nationalgarde einmarschieren lassen hätte sicher schon etwas gegen die Irrsinn geholfen.
donalphons, 22:38h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 12. August 2009
Der Tod der 80er in München
Ich hätte mir für Escada ja auch so ein typisch Münchner Bussibussi Steuerhinterzieherende wie bei MCM gewünscht, aber leider sind es am Ende nur die Erbsenzähler gewesen, die die Firma zu Fall brachten. Na dann eben so. Und eigentlich ist es ja auch nur einAbgesang auf das Westviertel. In der FAZ.

Aber ansonsten ist es wirklich, wirklich schön hier.

Aber ansonsten ist es wirklich, wirklich schön hier.
donalphons, 21:36h
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Ich will noch nicht sterben
Aber wenn ich weiter recherchiere, sollte ich vielleicht doch an das Verfertigen eines Testaments denken. Gerade arbeite ich an einem mit Zufriedenheit erfüllten Beitrag über den Untergang von Escada und suche nach Texten, die klären, ob Escada überhaupt noch gefälscht wird.
Nun weiss ich, seitdem ich mal LesFakes, die Produktplatzierungsbrigarde von Burda und Hebig unter den Blogs, gelesen habe, wie unerträglich die Auseinandersetzungen mit Frauenäusserungen sein kann, bei denen kein Kontrollorgan zwischen flauschig weichem Rückgrat und mietmäuliger Zunge liegt. Seitdem ich ab und an in Modeblogs reinschaue, finde ich Frauenzeitschriften wie die Vougue gar nicht mehr so schlimm. Und seitdem sich diese billigen Damen mit ihrem, sagen wir mal, begrenzten Sinn für die Freuden der Betrachtung auch noch in ihrem Plunder ablichten, bin ich nicht mehr der Meinung, dass Zeug wie Carta.info nur von Männern ins Internet geschaufelt wird. Heute jedoch hatte ich erst mal Schnappatmung beim von Google geleiteten Besuch von gofeminin, der Frauenseite von Springer (enteignen, bitte!). Da findet sich von einer Nutzerin namens "Richbeast 1" folgender Eintrag zur Frage, ob Vuitton-Fälschungen erkennbar sind [http://forum.gofeminin.de/forum/mode/
__f863_mode-Gefalschte-Louis-Vuitton-Taschen.html#46988, smileys nicht dargestellt]:
ja es gibt glaub ich echt unterschiede in den fälschungen bei manchen fehlt echt das made in france oder die nummer oder sie sind aus plastik. bei andern is alles original da musste schon auf die nähte und das leder achten und so. naja aber du kannst ja nich sagen "hey bleib mal stehen will mal deine vuitton checken"....
aber ich find immer du erkennst die fälschung eher mal an dem was jemand sonst anhat und das ist meist mal eindeutig. c&a-look mit vuitton handbag is halt suspicious. oder andersrum wieso sollt ich in escada und gucci rumrennen und dann bei ner handtasche ne fälschung kaufen. man kann auch einfach gucken was so drin is in den handtaschen: wenn eine n drospa lippstick n tschibo handy und sparkassenschlüsselanhänger rausholt und sagt sie hätt ihre creditcard vergessen sollten die alarmglocken gehn.
wenn ich kein geld hätte würd ich mir auch fälschungen holn. aber ich hab aber simply mehr fun die sachen bei LV zu kaufen als irgendwie im internet oder auf irgendwelchen märkten. und: als richtige fashionista hast du eh immer die neusten modelle und sondereditions zb im moment die impanema und die gibts dann auch noch nich als copy.
Wenn ich bei Louis Vuitton arbeiten würde, hätte ich vermutlich weniger Sorgen wegen der Fälscherringe, als wegen solcher Markenfreunde, die nach drei Absätzen plastischer werden, als es jedes misogyne Buch vermag. Das sind vermutlich die Leute, die Anregungen schreiben, die Firma sollte doch bitte ein Extrafach für den Kaugummivorrat (Hubba Bubba XXL) einbauen.
Ich glaube, man erträgt im Leben nur eine gewisse Menge von solchem Müll. Und das ist wirklich ein schwerer Schlag.
Nun weiss ich, seitdem ich mal LesFakes, die Produktplatzierungsbrigarde von Burda und Hebig unter den Blogs, gelesen habe, wie unerträglich die Auseinandersetzungen mit Frauenäusserungen sein kann, bei denen kein Kontrollorgan zwischen flauschig weichem Rückgrat und mietmäuliger Zunge liegt. Seitdem ich ab und an in Modeblogs reinschaue, finde ich Frauenzeitschriften wie die Vougue gar nicht mehr so schlimm. Und seitdem sich diese billigen Damen mit ihrem, sagen wir mal, begrenzten Sinn für die Freuden der Betrachtung auch noch in ihrem Plunder ablichten, bin ich nicht mehr der Meinung, dass Zeug wie Carta.info nur von Männern ins Internet geschaufelt wird. Heute jedoch hatte ich erst mal Schnappatmung beim von Google geleiteten Besuch von gofeminin, der Frauenseite von Springer (enteignen, bitte!). Da findet sich von einer Nutzerin namens "Richbeast 1" folgender Eintrag zur Frage, ob Vuitton-Fälschungen erkennbar sind [http://forum.gofeminin.de/forum/mode/
__f863_mode-Gefalschte-Louis-Vuitton-Taschen.html#46988, smileys nicht dargestellt]:
ja es gibt glaub ich echt unterschiede in den fälschungen bei manchen fehlt echt das made in france oder die nummer oder sie sind aus plastik. bei andern is alles original da musste schon auf die nähte und das leder achten und so. naja aber du kannst ja nich sagen "hey bleib mal stehen will mal deine vuitton checken"....
aber ich find immer du erkennst die fälschung eher mal an dem was jemand sonst anhat und das ist meist mal eindeutig. c&a-look mit vuitton handbag is halt suspicious. oder andersrum wieso sollt ich in escada und gucci rumrennen und dann bei ner handtasche ne fälschung kaufen. man kann auch einfach gucken was so drin is in den handtaschen: wenn eine n drospa lippstick n tschibo handy und sparkassenschlüsselanhänger rausholt und sagt sie hätt ihre creditcard vergessen sollten die alarmglocken gehn.
wenn ich kein geld hätte würd ich mir auch fälschungen holn. aber ich hab aber simply mehr fun die sachen bei LV zu kaufen als irgendwie im internet oder auf irgendwelchen märkten. und: als richtige fashionista hast du eh immer die neusten modelle und sondereditions zb im moment die impanema und die gibts dann auch noch nich als copy.
Wenn ich bei Louis Vuitton arbeiten würde, hätte ich vermutlich weniger Sorgen wegen der Fälscherringe, als wegen solcher Markenfreunde, die nach drei Absätzen plastischer werden, als es jedes misogyne Buch vermag. Das sind vermutlich die Leute, die Anregungen schreiben, die Firma sollte doch bitte ein Extrafach für den Kaugummivorrat (Hubba Bubba XXL) einbauen.
Ich glaube, man erträgt im Leben nur eine gewisse Menge von solchem Müll. Und das ist wirklich ein schwerer Schlag.
donalphons, 12:06h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 11. August 2009
Poliltikergeschlechtsmerkmale
Liebe Politiker, bitte: Ich will keine Brüste, Hoden, Phalli, Hinterteile, Beine oder was auch immer sonst noch an erogenen Abschrecklichkeiten an Euch dran ist sehen. Nichts. Null. Nada. Ihr seid auch so schon hässlich wie die Tage, an denen das Bundeskabinett gezeugt wurde. Bitte tragt etwas bis zum Hals geschlossenes, und - habt Ihr schon mal Mülltüten auf dem Kopf probiert?
donalphons, 19:58h
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Man hat mich gefragt,
ob ich etwas über die neuen Reichenenklaven in Montenegro schreiben will. Schliesslich will man die dort erbauten Klötze am Meer auch an Deutsche verkaufen. Na gut, dachte ich mir, ich kenne das Thema ohnehin, und nachdem die Fragenden so viele nette Beiträge erhalten haben, werden sie sich garantiert auch mal über eine andere Meinung zu ihrem Steueroptimierungsparadies freuen. Gerade in der FAZ.
donalphons, 14:59h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 10. August 2009
Tatwerkzeuge
Hier sollte der erste Beitrag über das alljährliche, weithin bekannte Zwetschgendatschimassaker stehen.

Leider kam die Kamera erst zum Einsatz, als es bis auf die letzten roten Spritzer, die am Messer trockneten, schon vorbei war.

Leider kam die Kamera erst zum Einsatz, als es bis auf die letzten roten Spritzer, die am Messer trockneten, schon vorbei war.
donalphons, 19:42h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 9. August 2009
100
100 Beitäge sind nun in meinem Blog bei der FAZ, und wie bei einem Hundertjährigen wird nun unzusammenhängend irgendwas gefaselt, vergessen, ausgelassen und wieder zusammengestückelt, kurz, der Beitrag hat weder Hand noch Fuss und mit "Zeit" auch nur ein begrenzt spannendes Thema.
donalphons, 13:53h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 9. August 2009
Sommerentfrischen
Gerade machen alle Urlaub. Fahren an den See, fahren um de See und in andere Autos. Deshalb hat der Karosseriebauer auch alle Hände voll zu tun. Bis in zwei Wochen. Dann macht er, übersättigt mit dem Geld der Touristen, seinen Laden zu. Wie auch der andere Karosseriebauer bei Bad Tölz. Für drei Wochen. Davor geht am See absolut nichts, aber so lange kann ich nicht warten. Und damit geht die Sommerfrische gewaltsam und unerwünscht früh zu Ende.

Andererseits - ich war sehr lang nicht mehr daheim, von ein paar Stunden zwischendrin mal abgesehen. Ich weiss, dass sich bei den Mietern die Pakete stapeln, und der Briefkasten wird überquellen von Dingen, die die Welt von mir will.
Ausserdem könnte man auf die Idee kommen, hier einfach den Realitäten des Lebens davon zu laufen. Heute Nacht etwa ist das Waldfest in Ostin, da kommt die Münchner Stadtjugend und tut alpenländisch; für hier Wohnende wären all die besoffenen Kebsweiber ohne Rückfahrgelegenheit eine leichte Beute. Ohnehin ist es gerade schick, jemanden zu kennen, der an einem See wohnt und nicht in der Stadt, in der alle wohnen. Man bekommt hier allenfalls die Schokoladenseite des Lebens mit. Der Rest kommt hier gedämpft und leise an, lässt sich bei Bedarf aber stets ignorieren.
Das kleine Problem ist nur: Im Kaff an der Donau ist es genauso. Der Weltmarktführer weiss nicht, wo hier eine Krise sein soll. Der Laden macht Sonderschichten. Mein Musikalienhändler berichtet, dass es bei der Vorführung von Röhrenkomponenten der Preisklasse über 10.000 Euro gesteckt voll war. Am Horizont dräunt allerdings ein Aufenthalt in Berlin in den kommenden Wochen, vielleicht kann ich mich dort ja wieder etwas auf die Härten des Daseins einstellen - noch dazu, wenn ich verflucht bin, dort die S-Bahn zu nehmen.

Andererseits - ich war sehr lang nicht mehr daheim, von ein paar Stunden zwischendrin mal abgesehen. Ich weiss, dass sich bei den Mietern die Pakete stapeln, und der Briefkasten wird überquellen von Dingen, die die Welt von mir will.
Ausserdem könnte man auf die Idee kommen, hier einfach den Realitäten des Lebens davon zu laufen. Heute Nacht etwa ist das Waldfest in Ostin, da kommt die Münchner Stadtjugend und tut alpenländisch; für hier Wohnende wären all die besoffenen Kebsweiber ohne Rückfahrgelegenheit eine leichte Beute. Ohnehin ist es gerade schick, jemanden zu kennen, der an einem See wohnt und nicht in der Stadt, in der alle wohnen. Man bekommt hier allenfalls die Schokoladenseite des Lebens mit. Der Rest kommt hier gedämpft und leise an, lässt sich bei Bedarf aber stets ignorieren.
Das kleine Problem ist nur: Im Kaff an der Donau ist es genauso. Der Weltmarktführer weiss nicht, wo hier eine Krise sein soll. Der Laden macht Sonderschichten. Mein Musikalienhändler berichtet, dass es bei der Vorführung von Röhrenkomponenten der Preisklasse über 10.000 Euro gesteckt voll war. Am Horizont dräunt allerdings ein Aufenthalt in Berlin in den kommenden Wochen, vielleicht kann ich mich dort ja wieder etwas auf die Härten des Daseins einstellen - noch dazu, wenn ich verflucht bin, dort die S-Bahn zu nehmen.
donalphons, 01:22h
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