: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 23. Oktober 2009

Im Nebel

Oder auch im Regen, je nach Bedarf.



Zu allem Unglück haben wir auch noch einen Heizungsausfall im Haus, mit einem böse pfeifenden Brenner. Handwerker kommen und gehen, Termine stehen an, und zum Kiefermachen müsste ich auch noch.

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Empfehlung heute - Versenker

Das Jakblog versenkt den Westen.

Und der durch Ermittlungen in Misskredit geratene hedge Fonds Galleon versenkt sich selbst, während pikante Details bekannt werden, wie über die angeblichen Informanten, die selbst in ihren Luxuswohnungen andere übelst bei schlechter Bezahlung schuften lassen. Baut mehr Knaste für Bankster.

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Mittwoch, 21. Oktober 2009

Was ist heute noch konservativ?

Ich weiss es auch nicht, überhaupt nin ich mit dem ganzen ideologiefreien Politikbrei reichlich überfordert, wenn man mal davon absieht, dass die Typen in Berlin, die ich mitsamt ihren Wählern nicht schätze, gerade dabei sind, mich und meinesgleichen zu bereichern. Das erkenne ich.



Ansonsten bin ich natürlich froh zu sehen, dass ich nicht der einzige bin, der orientierungslos durch die Finsternis hatscht. Die SPD hat zwar ihre Zukunft, von den Springerschen Cretins getrieben, schon hinter sich, aber das heisst auch nur, dass die andere Seite noch manch unschöne Erkenntnis vor sich hat. Die Union etwa verliert gerade meine Klasse. Warum, erkläre ich ausschweifend in der FAZ.

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Dienstag, 20. Oktober 2009

Eine schlechte Geschichte

Es gibt von Raymond Chandler eine relativ frühe Kriminalgeschichte, in ein ein paar Männer in einer Bar stehen. Dann kommt einer herein, einer grüsst ihn und erschiesst ihn sofort. Dann verlässt er das Lokal. Im weiteren Verlauf bleiben Motive und Anlässe lange unklar, Chandler müht sich an der Spannung ab, bis es letzlich zu einem eher unbefriedigenden Ende kommt: Das Opfer hatte den Täter vor ein paar Jahren verraten, und nun liefen sie sich zufällig über den Weg, was der Täter schnell und ohne Zögern nutzte, um reinen Tisch zu machen in der Hoffmung, dass man ihm angesichts des Zufalls des Treffens nicht darauf kommen würde. Die Geschichte ist schlecht, keine Frage.

Aber was ich mich durchaus frage ist, ob in ein paar Jahren nicht der ein oder andere Jurist, oder der ein oder andere Unternehmer nicht mal das Pech hat, in einem ungünstigen Moment dem Falschen den Rücken zuzudrehen, an den er sich schon lange nicht mehr erinnert. Vermutlich ist der Umstand die Rettung, dass "Firmen" und "Kanzleien" längst keine menschlich repäsentierten Gebilde sind, sondern Marken und Mitarbeiter, die an weitgehend anonyme Strukturen geklebt werden.

Wenn man sich heute etwas über Jack Wolskin und deren elende Abmahnerei beschwert - wer ist das? Die Firma in Idstein? Deren Besitzer, die Quadriga Capital, die wiederum Eigenkapital für Leute verwaltet, deren Namen sie nicht preisgibt? Angeblich stecken auch Pensionsfonds ihr Geld in Quadriga, Banken, Versicherungen und Privatpersonen. Die Verantwortung liegt irgendwo zwischen den Konsumenten, die diese Marke nicht boykottieren, den Geldgebern, die den Besitzer ausmachen, der Firmenleitung und den Juristen, fein verstreut und atomisiert. Da hatte man es zu Zeiten von Emile Zola oder dem Manchesterkapitalismus noch leichter.

Bei Chandler kommt am Ende raus, wer es war und warum. Bei der Abmahnschweinerei von Jack Wolfskin dagegen muss man sagen: Irgendwer, irgendwo in diesem Konglomerat hat am Ende eines Entscheidungsprozesses gesagt, das machen wir. Aber letztlich waren es doch Alle und Keiner. Und das erst macht den Hass aus - dass eine Firma unter Ausnutzung des Markenrechts und des Abmahnirrsinns so etwas tun kann, und man noch nicht mal sagen kann:

Das ist der Schuldige, hier, Name, Adresse, das Internet vergisst nichts. Insofern hilft nur: Vorher schauen, bei wem man nachher einkauft.

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Dienstag, 20. Oktober 2009

Nonverbale Kommunikation

Mir ist kalt. Meine Füsse sind bitterkalt, mein Pelz ist noch nicht warm genug, ich habe genug gefroren, und warum ist hier die Fussbodenheizung nicht an?



Mach gefälligst den Kachelofen warm. Und dann bring bitte meine Decke.

Zwischen den unerfreulichen Terminen dieses Tages habe ich mir übrigens ein paar warme Pullover gekauft. Die Luft riecht nach Rodeln, und in den Bergen liegt bis 800 Meter immer noch Schnee.

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Montag, 19. Oktober 2009

Vorbei

Die Buchmesse, auf der ich nicht gewesen bin, ist vorbei, und deshalb schreibe ich auch ein Fazit, das keines ist. Schwache Vorstellungen verlangen nach schwachen Abschlüssen. Kein Wunder, wenn ich die Frankfurter Messehallen mit einer anderen überschätzten Wüstenregion vergleiche.

Meinen Spass für dieses Wochenende habe ich mehr aus den Festnahmen rund um den Hedge Fonds Galleon gezogen. Die bisher hübscheste Zusammenfassung mit Ausblick - da kommt wohl noch was nach - findet man bei Bloomberg. Dort gibt es übrigens das Gerücht, die gerade billig zugekaufte Mannschaft der Businessweek werde die alten Mitarbeiter teilweise verdrängen, weil man Synergien nutzen wolle. Ich fände das schade, Bloomberg war und ist in der Krise eine wirklich gute und saubere Quelle, ganz im Gegensatz zum WSJ, marketwatch und alle deutsche Wortschaftsmedien.

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Weiche Essensziele

Essen Sie bloss nichts Hartes, meinte der Metzger. Ganz langsam. Kein hartes Brot, keinen Apfel, am besten..
- intravenös, jaja.

Aber das hier ist vermutlich auch in Ordnung, weil so weich, wie sich mein Kopf, von Überdosis auf Vollentzug umgestellt, gerade anfühlt:



Nur die Pistaziensplitter oben und die Mandelsplitter hinten drauf, die sind etwas härter.

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Sonntag, 18. Oktober 2009

Es geht schon wieder besser

Al dente sollte die Pasta nicht sein, und den ersten Versuch mache ich mit 7 Minuten gekochte Gnocchi di patate und einer sehr schlichten Tomatenweinsauce. Es geht. Was noch nicht geht, ist ein banales Stückerl Brot. Es wäre so schön, eines zu haben, es gehört einfach dazu - aber es geht nicht. Noch nicht. Anderes entwickelt sich dagegen zurück zur Normalität; der Tee wandelt sich von der Kamillenkanaille zu einem Bastard mit Schwarztee, und ab nächster Woche sehe ich mich wieder auf den gewohnten Teein-Niveau. Was dagegen absolut noch nicht geht, sind längere Reisen. Aber nach einer Woche daheim gibt es einen guten Grund, nach München zu fahren.



In München ist einiges zu tun; eine Heizung etwa möchte mit Wasser gefüllt werden, und dann ist da noch ein Geschenk zu besorgen für eine Bekannte, die ebenfalls dort lebt und in etwa so aussieht wie die Statuten an der Isarbrücke - und die ich, wie es der Zufall haben will, der Beschäftigung mit ebensolchen Dingen verdanke. Eine Erinnerung an etwas, das noch zu tun ist, und nach Möglichkeit eher bald als später - Meran im Januar jedenfalls ist nicht ganz so schön, und offen fahren kann man da auch nicht mehr. Eine Kur würde uns beiden übrigens auch nicht schlecht bekommen. Und deshalb kaufe ich Handschuhe, die ich dezent in ihre Hände fallen lassen kann.



Ansonsten ist in München alles wie immer. Gut, Laura Ashley hat die deutsche Operation beendet und den Laden in der Brienner Strasse geschlossen, und auch andernorts findet man verdächtig viele Sale-Schilder für den mittelherbstlichen Vorwinterschlussverkauf. Es sind keine allzu guten Zeiten für jene, die allzu teuer sind. Aber die kleinen, feinen Dinge leistet man sich in München immer noch. Man will nicht darben, man will geniessen, und ein anderer, neuer Laden ist entsprechend voll.



Diese Neuerfindung des Kramladens auf gehobenem Niveau mit internationalen Zeitungen, erstklassigen Schreibwaren, ein paar Süssigkeiten der Oberklasse und einer Kühltheke mit allem, was man so braucht - gefüllte Pasta, Gänseleberpastete, Kaviar, Trüffel - erfreut sich in der ehemals proletarischen Nachbarschaft des Glockenbachviertels grösster Beliebtheit. Dafür ist immer noch genug Geld da, auch wenn Burda keucht und der Süddeutschen Zeitung gerade die Puste ausgeht und, wie Gerüchte besagen, Lokalteil und Bayernteil stärker kooperieren sollen. Vermutlich bekommt man im Hochhaus vor der Stadt und in Stuttgart das Grollen in der Stadt gar nicht so mit, und die veränderten Kaufgewohnheiten: Monocle ist jenseits des Regionalen besser als die SZ. Ansonsten ist alles wie immer, der kommende Studienbeginn bringt Studenten in die Stadt und treibt mal wieder die Mieten nach oben, Geld ist genug da, und in einer Tüte stehen Kleider am Strassenrand, die in Berlin noch drei Generationen von Casting-Allee-Besucherinnen tragen könnten.

Dann fahre ich heim, langsam natürlich, und weil ich so milde gestimmt bin, schreibe ich einen gar nicht so entsetzlich negativen Beitrag über Pressedamen - so heisst die PR-Frau, oder, um die New Economy zu zitieren, die auf der Buchmesse.

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Samstag, 17. Oktober 2009

Auf 6000 runter

Ich habe das Schreiben beim Radio gelernt. Grob gesagt: Für 4000 Zeichen brauche ich eine Stunde. Und es gab Tage, da habe ich an einem Abend eine ganze Sendung geschrieben, mit 20.000 Zeichen. Geht alles. Normalerweise.

Nur im Moment geht reden so gut wie gar nicht, denn es klingt sehr nach Daffy Duck (thiithhh meanthh waor...), und lesen, etwas wirklich Kluges lesen, mit Anspruch lesen, das geht auch nicht.



Schreiben geht immer noch. Langsamer, schlechter, aber weil ich durch die Radioerfahrung beim Schreiben nicht nachdenken muss - was immer mich schreibt, es ist nicht der Kopf - aber auch da bin ich auf 6, 7000 Zeichen am Tag runter.Nebenbei verpasse ich auch die Buchmesse, die Parties, ich sitze in diesem elenden kalten Kaff und werde eingeschneit. Alles höchst, höchst unbefriedigend. Mit dem Sunbeam kann ich natürlich auch nicht heimfahren. Was kann ich eigentlich überhaupt?



Katzencontent geht natürlich immer. Und 6000 Zeichen schreiben. Das ist alles, was geht an solchen Tagen. Über Bücher, die ich gerade kaum lesen kann. In der FAZ.

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Freitag, 16. Oktober 2009

Zustand

Innen: Langsames Erkalten. Es dauert noch ein paar Tage. Aber es ist schon sehr viel besser.



Aussen tobt der Wirtschaftsmob in einem Pool überbordender Liquidität, während ansonsten alle anderen draufzahlen. Es ist die alte Geschichte, und deshalb würde ich wirklich empfehlen, diesen Beitrag bei Nakedcapitalism zu lesen:

http://www.nakedcapitalism.com/2009/10/greed-is-not-good.html

Denn es sind keine guten Zeiten.

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Weise Ratschläge, gerne befolgt

Und bleiben Sie bloss drinnen, meinte er, als er sich mein Blut von den Händen wusch. Also, ich vermute mal, dass da Blut war, ich konnte gar nicht hinschauen. Nein, keine Sorge, lallte ich, mit dem festen Vorsatz, mir nicht gross was einreden zu lassen, schliesslich endet meine Akzeptanz ärztlicher Ratschläge stets mit dem Verlassen der Praxis, und ich hatte ihn immerhin mit Hinweis auf ärztliche Verwandtschaft so weit gebracht, die Idee vom Krankenhausbett nicht zu verfolgen. Dann fuhr ich heim, mit vielleicht noch einem Drittel der Ausgangsschmerzen, die allein die Entzündung ausmacht - und dann das:



Drinnen warm, draussen Schnee. Also sitze ich jetzt hier, mit diesem etwas komisch taubem Gefühl im Mund, beisse mir beim Lallen auf die Zunge und warte, bis der Tee ungefähr 20 Grad hat. Alles, was darunter ist, verursacht stechende Schmerzen, und wenn es erheblich wärmer ist, ist es schlecht für die Schwellung. Immerhin: Es ist erheblich besser. Ich habe wieder Interesse an englischen Silberkannen.

Und es macht mir auch wieder Spass, in bester DCT-Tradition Insiderinformationen über Startups zu verbreiten. In der FAZ. Der ich an dieser Stelle wirklich ein Kompliment machen muss, denn das, was die Süddeutsche rund um das Oktoberfest veranstaltet, tut die FAZ bei der ungleich respektableren Buchmesse (Könnte man sich meine Wenigkeit als Wiesnreporter vorstellen?).

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Lebt wohl ihr Pässe.

Letzte Woche war am tegernsee noch Spätsommer bis Herbst, bunte Blätter und blauer Himmel. Ideales Bergsteigerwetter.



Heute sind es nach Erzählung eines Hausbewohners schon 10 Zentimeter Neuschnee, und es wird noch mehr kommen. Damit sind die Berge dicht, die Bergstrassen und in gewisser Weise auch der Weg nach Süden. Vielleicht ganz gut, dass ich gerade jetzt mein Kieferproblem auskuriere. Dann hin ich nächste Woche rechtzeitig zum Beginn der Rodelsaison wieder gesund.

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