: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 21. Mai 2010

6 mal 6

Sollte jemand übrigens partout Lust haben, in Italien den Totalitarismus des Netzes - Widerstand ist zwecklos, ihr werdet alle Kontrolle verlieren, alles wird im Internet stehen und Billigdöner umsonst für alle Herrennetzrassen - zu verkünden: In Brescia steht noch eine Tribüne für solche Einlassungen.



Kommen wir zu erfreulicheren Dingen.



Noch einmal zur Mille Miglia nämlich, nach dem Motto "mittelmässig begabter Photograph schnibbelt die Bilder seiner Untermittelklassekamera in etwa quadratisch zurecht und speichert sie in Graustufen in der Hoffnung, dass das obskure Material wie ein altes 6 mal 6 Bild wirkt, und irgendwie alt, authentisch und spannend aussieht, auch wenn es sich zumeist nur um nicht mehr mittelalte Leute in technisch überholten Fahrzeugen handelt."

































Und das ist nur die erste Hälfte.

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Wenn die Medien weg sind

Erinnert sich noch jemand an die vier Bundeswehrsoldaten, die vor drei Wochen in Afghanistan starben? Grosser Auflauf, volles Münster, Minister, Kanzlerin, grosse Worte.

Nun ja.

Die Grossmutter eines der Toten hatte einen Herzinfarkt, als sie die Nachricht hörte, und ist letzte Woche an den Folgen gestorben.

So ist das, wenn Minister vom Krieg sprechen, und dann schon wieder um ihr Amt kämpfen. Die Schlagzeilen wandern mit, die Toten bleiben.

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Fischauge

In Brescia fragte ich mich, wie es wphl aussähe, wenn auch der Sunbeam wieder funkelnde Radkappen hätte; die Originale sind in einem teilweise miserablen, teilweise auch nur schlechten Zustand. Und wie es der Zufall haben will, sind nun wieder neue Radkappen in England verfügbar - wie der Club berichtet, sei das nämlich gar nicht so einfach, zumindest zu akzeptablen Preisen, und vor einem Jahr hatte ich mit jemand zu tun, der 90 Pfund für eine Kappe wollte. Jetzt ging es erheblich billiger, und die Ergebnisse sind nicht schlecht. Gar nicht schlecht.



Dafür warte ich noch auf die neuen Dichtungen für das Thermostatventil, das ein paar Zicken entwickelt hat. Ausserdem fehlen Reifen, und ich denke darüber nach, ob ich das Aussehen lieber in Richtung Luxus verschieben will - also Weisswandreifen - oder in Richtung Rennen - Exzelsoir Racing. Ansonsten sieht alles inzwischen recht gut aus, nur hie und da bleibt noch etwas zu tun, aber es geht voran.

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Mittwoch, 19. Mai 2010

Geschichte, die nie endet

Ich persönlich bin ja ein grosser Freund von Fianzmarktregulierung, Transaktionssteuer und - wenn es sich dabei ergibt - Bankenverkleinerung zusammen mit mehr Verteilungsgerechtigkeit. Es gibt da bauartbedingt gar keinen Schlag, der nicht sitzen würde, und wenn man den Hedge Fonds die Folterwerkzeuge zeigt, ist das auch eine feine Sache.



Ob es Erfolg haben wird? Ich glaube, im Zweifelsfall war sich in Europa immer jeder selbst der nächste. Die Angriffe auf den Euro jedenfalls haben die Besitzenden inzwischen in Rage gebracht, so in Rage, dass die Banken jetzt ziemlich alleine dastehen. Und sie brauchen sich nicht wundern, wenn man bald überall von der Marktideologie, die nun alle zu enteignen droht, nichts mehr wissen wil. So zumindest argumentiere ich aus Westviertelsicht in der FAZ, mit historischem Vergleich.

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Ach, was, Dollar, Pfund...

Der wichtige Indikator, auf den man jetzt (mal wieder) achten sollte, ist der Schweizer Franken. Ich sehe offen gesagt nur noch wenig Spielraum für eine Aufwertung, insofern ist das jetzt sicher kein Aufruf mehr, noch schnell Euro zu verkaufen und in Graubünden ein Konto anzulegen, aber man weiss ja nie: Es gibt zwei meines Erachtens plausible Erklärungen für das Verbot von nackten Leerverkäufen, die eine ist das Ärgern der Spekulanten und das Vorzeigen der Foltermittel, die andere, dass man EU-intern mit der Möglichkeit eines Staatsbankrotts immer noch rechnet, Stichwort Spanien. Ich tendiere zur ersten Erklärung, aber falls ich nicht recht haben sollte, wird es eine massive Flucht in den Schweizer Franken geben, der jetzt schon auf Höhen ist, die der Schweiz nicht mehr gut tun. Vor zwei Jahren galt 1,45 CHF für den Euro noch als undenkbar, inzwischen sind wir bei 1,40, und das trotz Interventionen der Schweizer Nationalbank.

Was das für all die Carry Trades in Osteuropa bedeutet, ist eines der vegessenen Themen der aktuellen Bankenkrise; besonders Österreich steht da im Feuer, aber auch der ganze restliche Balkan und einige deutsche Banken. Es kann eigentlich niemanden geben, der einen noch stärkeren Franken haben will, und wenn der Euro doch weiter fallen sollte - dauerhaft auf Kurse von unter 1,35 Franken für den Euro - ist eine Kraft am Markt, die dort stärker reindrängt, als es eigentlich allen anderen recht sein kann. Und das sind dann sicher nicht nur die Deutschen, die panikartig in der Schweiz die letzten Goldvreneli kaufen gehen.

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Mittwoch, 19. Mai 2010

Verloren in Afrika

Einmal mit Damenwahl im Kongo.

Dann mit einem anderen FAZ-Blogger in der Sahara.

Und, Bonus, mit Modeste in Berlin und zwischen Zombies.

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Unter vollem Einsatz

Meine Meinung über Journaille ist ohnehin mies, aber schon ein paar kleine Zusatzversagen, die im Job noch nicht mal als solche gelten, machen, dass ich Lust bekomme, körperliche Gewalt anzuwenden. Wenn etwa solche Leute nicht photograpieren können. Ich will nicht sagen, dass es für Lichtbilder nicht auch tolle Spezialisten gibt, die es besser können - aber generell muss ein Journalist auch in der Lage sein, seine Geschichte selbst mit Bildern zu versorgen. In manchen Bereichen mag es egal sein, aber nicht, wenn es um selbst Erlebtes geht.

Das ist auch der Grund, warum es hier von Anfang an nur selbstgemachte Bilder gibt. Ich verachte übrigens Blogcretins, die sich alles aus dem Netz zusammenklauen, nicht weniger, und das widerlichste Pack ist die Verbindung von bildfauler Journaille mit Bloggerklau: Wenn sich Medien oder Autoren in Profimedien bei ander Leuten Bilder bedienen. Ich dagegen bekomme einen Schreikrampf, wenn mir jemand in meinen Beitrag mieses Bildmaterial gegen meinen Willen klatscht, wie vor Kurzem bei der FAZ passiert, mitsamt Bildern von 2009 und falschen Bildunterschriften, wie es manchen (danke für die Hinweise) ja auch aufgefallen ist.



Gearbeitet, selbst gearbeitet habe ich aber mit der Olympus E-P1, und es gibt hier einen Ordner mit besonders guten Bildern, mit denen ich auch 10 Beiträge im Print hätte bestücken können. Manches Mal war es grandios, wie an der Engelsburg. Ich bin kein Fan von Blitzaufnahmen, aber eines der Bilder, die ich als "Das" Bild der Mille bezeichnen würde, zumindest für meine Arbeit, entstand dort mit künstlicher Belichtung, aus zwei Meter Abstand, Blende 9.0 und 1/400 Belichtungszeit - eine für mich eher ungewöhnliche Arbeit: Man beachte neben den Gesichtern die Reflektionen des Kühlergrills im Rahmen des Maserati-Abzeichens.



Grossbild

Ich denke, man kann festhalten: Die Kamera macht gute Bilder. Bilder, die für hohe Ansprüche genügen. Sie machte sogar noch gute Bilder, als ich versehentlich die ISO-Zahl auf 1250 hochgesetzt hatte.

Trotzdem wäre ich beinahe daran verzweifelt. Am Abend in Brescia sah es nach einem enormen Debakel aus: Alle Bilder mit fahrenden Fahrzeugen, ohne Blitz, mit Blitz, ganz egal, gingen daneben. Die Ergebnisse wurden besser, als ich den Verwacklungsschutz ausschaltete, der mit dem am Abend nötigen Mitziehen vollkommen überfordert war. Was aber blieb und auch nicht zu beheben ist, ist das Fokussieren bei schlechten Lichtverhältnissen: Die Kamera braucht ewig. Und liefert trotzdem selten akzeptable Resultate. Und das wiederum erkennt man am Display eher nur schlecht. Man kann mitziehen, das Bild im Mittelpunkt halten - und am Ende ist es doch wieder komplett unscharf. Das Problem tritt, zugegeben, nur bei wirklich schlechten Verhältnissen wie schlecht beleuchteten Strassenabschnitten auf, aber wenn man gute Bilder braucht, und die ersten 100 Bilder sind komplett unbrauchbar, ist das schon etwas nervend. In Castel d'Ario ohne Blitz wurde es schon besser, und in Rom hatte ich trotz Nacht und Drängelei*den* Platz und *die* Einstellung, mit der es richtig Spass machte. Siena war dann auch ganz nett, wie immer bei guten Lichtverhältnissen.

Die meisten negativen Eindrücke bekommt man wohl mit Training an sich selbst unter Kontrolle, und ich habe nicht erwartet, dass die Kamera einfach so tolle Bilder ausspuckt. Genau genommen treten die Probleme nur in einem kleinen Bereich auf, der für die meisten ohnehin irrelevant sein dürfte. Trotzdem waren es ärgerliche Stunden in Brescia. Dass dann noch die brandneue und angeblich wirklich gute SD-Karte - man will sich ja nicht lumpen lassen - versagte und im normalen Lesegerät nicht lesbar war, war zuhause dann nochmal ein unschöner Moment.

Das klingt alles vielleicht negativer, als es in Wirklichkeit gewesen ist, zumal mit man der Kamera im Dunkeln dank der möglichen ISO-Zahlen auch noch einiges an Reserven hat. Tolle Kamera. Fast immer. Mit einem Objektiv, das man eventuell auch manuell scharfstellen kann, und mit etwas grösserem Zoombereich nach oben und unten wäre sie grandios. Ich würde sie nicht mehr hergeben, aber an jenem Abend in Bressia hätte ich sie am liebsten behandelt wie Journaille.

Ich denke momentan für Nachaufnahmen über den Zukauf eines Adapters und eines lichtstärkeren, alten Objektivs mit Festbrennweite nach, vielleicht 28mm und Blende 1.4. Zumal das Objektiv, das mit der Kamera kam, nicht wirklich mit der Qualitätsanmutung des Corpus mithalten kann.

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Montag, 17. Mai 2010

SPEEEEEEEEEEEEEED!!!!!!

ist auch



nicht mehr



das was



es mal



gewesen ist.



Eigentlich ist es mit seinen Zwängen nur noch was für die Unterschicht und ein paar Echtzeitnetzdeppen, schreibe ich in der FAZ.

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Montag, 17. Mai 2010

Steinobst

Es gibt zwei gute Gründe, gerade jetzt im Urlaub immer etwas mehr Geld auszugeben:

1. wegen solcher meines Erachtens gar nicht so unwahrscheinlichen Vorstellungen von Politik in Zeiten der Staatspleiten, die, wenn ich mich sehr ungeschickt anstelle sich tatsächlich anschicken könnten, mich zu entreichen.

2. Um jetzt das zu haben, was andere bald nicht mehr haben werden, oder vielleicht nie haben werden: Ein angenehmes Leben. Ich sage nicht, dass Pech un Schwefel vom Himmel fallen werden, aber Koch ist nun mal schon Ministerpräsident, und das prekariat ist ja zufrieden, solange es nur kostenloses WLAN und Streetview-Bilder für alle Natztotalistaristen gibt. Und nichts garantiert uns, dass die sich nicht doch irgenwie vermehren.

Wie auch immer, die Zeiten sind schlecht, und der kluge Mann baut vor. Ich zum Beispiel möchte auch in schlechtesten Zeiten volle Fresskörbe haben, was gar nicht so leicht sein wird, wenn das Geld sich als die Utopie erweist, die es schon immer war. Aber ich war in San Gimignano, und dort fand ich zu meiner Freude etwas, das wie Essen aussieht.



Aber kein Essen ist. Bei der Banane erkennt man leicht, dass es bemalter Alabaster ist, der Pfirsich dagegen ist nicht als Stein zu erkennen, solange man ihn nicht berührt. Es sind diese Dinge, die es erstaunlicherweise in Deutschland nicht gibt, und die deshalb noch als echte Mitbringsel gelten dürfen. beliebt sind sie dagegen in Amerika, und ich muss sagen: Da haben unsere Freunde wirklich mal Geschmack.

Für mich, der ich ohnehin allergisch auf so manche Frucht reagiere, sind dieses Steinobst ein Segen: ich kann immer eine volle Fruchtschale haben, die nie fault und nie gegessen werden muss. Es ist im Übrigen, Touristenfalle hin, Amerikaner her, gar nicht so arg teuer in San Gimignano: Als eine italienische Bank in München vor 15 Jahren solche Dinge als Nebengeschäft im Angebot hatte, waren die Früchte sehr, sehr viel teurer. Und auf lange Sicht sind sie Kosten zu vernachlässigen, solange sie keine Wurfgeschosse im Ehekrieg werden.



Es ist ökonomisch, und es ist natürlich auch ökologisch. Kein Dünger und Insektizid, kein Transport über die halbe Welt, und kein Abfall. Dick wird man damit auch nicht. Bleibt nur die Frage, die ich mir daheim stellte: Warum zum Teufel habe ich nicht gleich mehr gekauft?

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Sonntag, 16. Mai 2010

Tobliner See

Man sollte es kaum glauben, aber auch das ist Italien an einem Frühlingstag.



Danach gibt es Richtung Norden kaum mehr Photogenes, das ist auf fast jeder Reise so.

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Ausgeschiedenes

Die Exkremente und ihre unmittelbare Herkunft in Berlin, geschrieben von Burnster und Spalanzani.

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Samstag, 15. Mai 2010

Wieder daheim

und vertraute Klänge auf der Strasse.



Suche: Neuen Auftrag in Italien, Alpenraum oder sogar Österreich. Dringend.

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Nummer 304

Brescia, vor dem Start.



Nächster Tag, Rom, bei der Ankunft an der Engelsburg.



Am nächsten Morgen, kurz hinter Rom, wieder Richtung Norden.



Nicht alle können es schaffen.

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Donnerstag, 13. Mai 2010

Museale Missachtung

Die ganze Lächerlichkeit von Revolution und Überheblichkeit, von Übermenschentum und Aktivismus, sei es für den totalitären Faschismus oder das totalitäre Internet, hat einen Vorteil: Sie macht Spiessigkeit und Normalität mit all ihren Macken und Nachteilen fast schon wieder liebenswert. Auf jedes Tausend von Deppen solcher eingebildetne Entwicklungen, die bei der gewollten Kulturzertrümmerung als Billigdönerfresser vierhartzen, kommt am Ende vielleicht einer, der seine Scheusslichkeit zum Beruf macht und so lala von Dauermedienprostitution leben kann. Und auf 10000 dieser Idioten kommt vielleicht einer, der damit zu einer Villa kommt, die dann in ihrer Geschmacklosigkeit zeigt, wie bescheuert das ganze Treiben ist.



Womit wir bei der Villa Vittoriale des Versegrobschmieds Gabriele d'Annunzio wären. In der FAZ.

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Im Detail

Es sind zwar nur Autos, aber manchmal bin ich froh, alte Bekannte wiederzusehen. Wie etwa diesen Maserati Birdcage.



Vor zwei Jahren hatte ich den schon mal vor der Kamera. Zuerst in Modena so, wie er ist. Und dann nochmal in Brescia. Dort war die rechte Frontpartie übelst eingedrückt. Kein schöner Anblick im Regen, keine schöne Sache für diesen Typ. Aber jetzt ist er wieder dabei gewesen. Und ich hoffe, er kam an - auch wenn ich ihn in Siena nicht mehr gesehen habe.

Weiter mit Details:





























Und morgen mehr davon.

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