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Dienstag, 8. Juni 2010
Am Strand nach dem Regen
Drüben am Ostufer räumen kleine Männer in Orange gerade die Reste des Wochenendes weg: Ein paar unvermeidliche Flaschen, die verkohlten Stümpfe eines Feuers, das einen Loch in den Kurrasen gebrannt hat. Langschläfer werden gar nicht bemerken, dass sich hier jemand gekümmert hat, so zeitig und schnell wird alles wieder fpr diejenigen bereit gemacht, die hier sind und nach dem Wochenende nicht wieder weg müssen.

Verschwunden wie der Müll ist auch das Unwetter der vergangenen Nacht, in den Blaubergen und auf den Bergesspitzen quellt eher harmloses Gewölk, aber niemand muss mehr einen Regenschirm bei sich tragen. Trotz der Schauer ist der Pegel an der Mangfall nach unten gegangenl, der Uferweg ist wieder ohne längere Wasserstrecken zu begehen.

Und so kommen sie gleich wieder hervor, die Rentner und die anderen, die nicht arbeiten, und dabei recht frisch aussehen. Gut erholt, würde man vielleicht sagen, wenn sie etwas hätten, von dem sie sich erholen müssten. Man will ja keinem Unrecht tun, vielleicht arbeiten sie ab und an auch hart und verwalten irgendwelche Etats und Posten, aber so genau weiss das keiner, es könnte so sein, oder auch anders. Heute jedenfalls ist Strand.

Ein erstes, obszön kitschiges Blau bricht durch die Wolken, und der Sonnenschein durchwirkt die Luft über die Tal, die klarer und reiner kaum sein könnte. Pollen, Abgase, Feinstaub, Tagestouristen, das alles hat der Regen fortgewaschen, und je weiter man geht, desto einsamer wird man. Ab und an kommt ein Hund vorbei und ein Herrchen; ein Airdale Terrier ist so weit vorgelaufen, dass er sich ein paar Minuten lang streicheln lassen kann, bis sein Halter forschen Schritts auftaucht und, sobald er ihn sieht, wieder zu trödeln beginnt.

Am Nordufer ist der See bis jetzt für alle da, und das ist ebenso schön wie gefährlich; schön, weil sich nicht alles auf wenigen Flächen zusammendrängelt, wie unten in Tegernsee, und gefährlich, weil es zum Nucleus der "Aufwertung" des Ortes zu werden droht. Im Dorfzentrum sind immer noch genug hässliche und unverkaufte Investorenprojekte, die mit der kürzeren Fahrzeit nach München hausieren, und eben der relativ unentdeckten Lage am See.

Der Mensch ist mitunter gnadenlos dumm. Auf den Markt kommt hier so gut wie nichts, und ohnehin würde in Zeiten wie diesen niemand etwas verkaufen. Aber trotzdem denken manche, dass mit jedem Anstieg der Preise auch ihre Liegenschaft teurer wird, und mit jedem Luxusobjekt der Wert ihres eigenen Besitzes auch etwas steigt. Niemand hat davon etwas, das Haus ist kein Sparbrief und keiner nimmt darauf Schulden auf. Und dennoch. Man möchte den See behalten, und mehr besitzen. Ich glaube nicht, dass beides gehen wird.

Verschwunden wie der Müll ist auch das Unwetter der vergangenen Nacht, in den Blaubergen und auf den Bergesspitzen quellt eher harmloses Gewölk, aber niemand muss mehr einen Regenschirm bei sich tragen. Trotz der Schauer ist der Pegel an der Mangfall nach unten gegangenl, der Uferweg ist wieder ohne längere Wasserstrecken zu begehen.

Und so kommen sie gleich wieder hervor, die Rentner und die anderen, die nicht arbeiten, und dabei recht frisch aussehen. Gut erholt, würde man vielleicht sagen, wenn sie etwas hätten, von dem sie sich erholen müssten. Man will ja keinem Unrecht tun, vielleicht arbeiten sie ab und an auch hart und verwalten irgendwelche Etats und Posten, aber so genau weiss das keiner, es könnte so sein, oder auch anders. Heute jedenfalls ist Strand.

Ein erstes, obszön kitschiges Blau bricht durch die Wolken, und der Sonnenschein durchwirkt die Luft über die Tal, die klarer und reiner kaum sein könnte. Pollen, Abgase, Feinstaub, Tagestouristen, das alles hat der Regen fortgewaschen, und je weiter man geht, desto einsamer wird man. Ab und an kommt ein Hund vorbei und ein Herrchen; ein Airdale Terrier ist so weit vorgelaufen, dass er sich ein paar Minuten lang streicheln lassen kann, bis sein Halter forschen Schritts auftaucht und, sobald er ihn sieht, wieder zu trödeln beginnt.

Am Nordufer ist der See bis jetzt für alle da, und das ist ebenso schön wie gefährlich; schön, weil sich nicht alles auf wenigen Flächen zusammendrängelt, wie unten in Tegernsee, und gefährlich, weil es zum Nucleus der "Aufwertung" des Ortes zu werden droht. Im Dorfzentrum sind immer noch genug hässliche und unverkaufte Investorenprojekte, die mit der kürzeren Fahrzeit nach München hausieren, und eben der relativ unentdeckten Lage am See.

Der Mensch ist mitunter gnadenlos dumm. Auf den Markt kommt hier so gut wie nichts, und ohnehin würde in Zeiten wie diesen niemand etwas verkaufen. Aber trotzdem denken manche, dass mit jedem Anstieg der Preise auch ihre Liegenschaft teurer wird, und mit jedem Luxusobjekt der Wert ihres eigenen Besitzes auch etwas steigt. Niemand hat davon etwas, das Haus ist kein Sparbrief und keiner nimmt darauf Schulden auf. Und dennoch. Man möchte den See behalten, und mehr besitzen. Ich glaube nicht, dass beides gehen wird.
donalphons, 01:16h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 7. Juni 2010
Blick nach Westen
Heute Nachmittag, gegen 13 Uhr:

Heute Abend, gegen 21 Uhr:

Ich mag es ja, wenn man sieht, was auf einen zukommt, wenn ich mit dem Wetter lebe, und der Wechsel zwischen strahlendem Sonnenschein und Unwetter nicht nur eine obskure Unterbrechung zwischen Büro und Daheim ist. Selbst, wen es, wie heute Nacht, ein schweres Bergunwetter wird.

Heute Abend, gegen 21 Uhr:

Ich mag es ja, wenn man sieht, was auf einen zukommt, wenn ich mit dem Wetter lebe, und der Wechsel zwischen strahlendem Sonnenschein und Unwetter nicht nur eine obskure Unterbrechung zwischen Büro und Daheim ist. Selbst, wen es, wie heute Nacht, ein schweres Bergunwetter wird.
donalphons, 01:48h
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Gedankenfreiheit
Für alle, die sich nicht draussen an der Wiesen Bunt und Blumen erfreuen können, wie das Pferd, das drösig im Sonnenschein rupft -

ein kleiner Beitrag in der FAZ über redende Möbel, versteckte Gedanken und feinsinnige Kommunikation in einer Epoche, die auch nicht ganz dumm war, auch ohne Internet.

ein kleiner Beitrag in der FAZ über redende Möbel, versteckte Gedanken und feinsinnige Kommunikation in einer Epoche, die auch nicht ganz dumm war, auch ohne Internet.
donalphons, 15:20h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 6. Juni 2010
Aufräumarbeiten
Noch immer sprudeln Schläche Nass aus den Kellern in den See, noch immer stehen Schilder mit Warnungen auf den Wegen, und immer noch dürfen meine Norweger aus Verona Ihre Herkunft von wasserdichten Fischerschuhen unter Beweis stellen. Inzwischen beginnen die Aufräumarbeiten nach dieser Flut des Jahres am Tegernsee.




Aber es wäre auch nicht der Tegernsee, würde er trotz dieses Malheurs nicht wie eine Werbung für Bier, die Region oder Bergbauernprodukte aussehen. Als wäre es eben nur etwas mehr See als sonst, als würde man gar nicht merken, dass da eine Handbreit unter den Stegen das Wasser gluckst, und diesmal ist es nicht klar wie sonst, sondern voll mit dem Sand und Erdreich der Alpen. Aber es ist auch schön türkis, und darauf kommt es an.




Alles bestens, hier, wie immer, eigentlich.




Aber es wäre auch nicht der Tegernsee, würde er trotz dieses Malheurs nicht wie eine Werbung für Bier, die Region oder Bergbauernprodukte aussehen. Als wäre es eben nur etwas mehr See als sonst, als würde man gar nicht merken, dass da eine Handbreit unter den Stegen das Wasser gluckst, und diesmal ist es nicht klar wie sonst, sondern voll mit dem Sand und Erdreich der Alpen. Aber es ist auch schön türkis, und darauf kommt es an.




Alles bestens, hier, wie immer, eigentlich.
donalphons, 01:53h
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Andere kaufen iPads

donalphons, 22:42h
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Rotschwarzrotgelbe Ringelsocken
Ist eigentlich schon mal jemand aufgefallen, dass gegen die Wahl des ostdeutschen Bürgerrechtlers Gauck zum Bundespräsidenten die PDS/Linke (Im Osten Ex-SED) und die FDP und Union (Im Osten Ex-DDR-Blockparteien) sind, und die Letzteren unter Führung einer ehemaligen FDJ-Sekretärin?
donalphons, 18:33h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 5. Juni 2010
Sommerfrische
Der Uferweg ist teilweise noch knöchelhoch überschwemmt, Bänke, Pavillons und Kurpromenaden in den Fluten verschwunden, die Mangfall ist ein reissender Strom nach all den Regenfällen bis in diese Nacht. Aber wie durch einen Zauber sind die Wolken verschwunden, und der Rest der Landschaft tut, als sei es nie anders gewesen und natürlich Sommer, ja was denn sonst. Die letzten Wolken in den Bergen sind nur aus Dekorationsgrümden dort, und der See gibt sich alle Mühe, als einer der schönsten Flecken der Erde zu erscheinen.

Grossbild
Die Hautkrebsrate, erzählt meine Mutter auf der Anreise, sei übrigens auch nirgendwo so hoch wie in diesem Landkreis; die Bewohner seien viel zu oft draussen und glaubten, sie wären resistent, aber sie sind es nicht, und dann sterben eben manche recht unschön. Heute Abend ist in Bad Wiessee ein Sommerspektakel, an dem teilzunehmen ich verzichte, aber es soll ausverkauft sein, und ganz München, hört man, ist auch ins kleine Tal gekommen. Lautes Gebrumme auf der Strasse, aber ich nutze die Gelegenheit, eine Art Kellerfund zu machen und die verstaubte, aber gut eingeölte Raubkatze mit den zwei Rädern ein wenig über Feldwege zu scheuchen. Hüfthoch stehen Gras und Blumen auf den Wiesen, nach 10 Kilometern habe ich mehr als ein kleines Problem mit dem Heuschnupfen, aber schön ist es. Sehr schön. Euroabsturz? Ungarische Staatspleite? Von mir aus, ich brauche gerade nicht recht viel mehr. Unten ist der Wochenmarkt, da hole ich felsbrockengrosses Quarkgebäck mit Kirschen, oben kühlt ein leichter Wind, denn es ist heiss heute, wirklich Sommer, so wie er sein soll.

Vielleicht packe ich morgen auch das Faltboot aus, nur probeweise natürlich, denn ein Rollwägelchen habe ich nicht dabei, oder ich gehe endlich, endlich mal wieder auf den Berg - zuerst der Heuschnupfen, dann das Wetter, jetzt die Chance, es wieder zu tun. Ich war dieses Frühjahr so oft unterwegs; es ist schon, wieder hier zu sein. Zumindest bis zu den nächsten Regenfluten. Montags soll es soweit sein.

Grossbild
Die Hautkrebsrate, erzählt meine Mutter auf der Anreise, sei übrigens auch nirgendwo so hoch wie in diesem Landkreis; die Bewohner seien viel zu oft draussen und glaubten, sie wären resistent, aber sie sind es nicht, und dann sterben eben manche recht unschön. Heute Abend ist in Bad Wiessee ein Sommerspektakel, an dem teilzunehmen ich verzichte, aber es soll ausverkauft sein, und ganz München, hört man, ist auch ins kleine Tal gekommen. Lautes Gebrumme auf der Strasse, aber ich nutze die Gelegenheit, eine Art Kellerfund zu machen und die verstaubte, aber gut eingeölte Raubkatze mit den zwei Rädern ein wenig über Feldwege zu scheuchen. Hüfthoch stehen Gras und Blumen auf den Wiesen, nach 10 Kilometern habe ich mehr als ein kleines Problem mit dem Heuschnupfen, aber schön ist es. Sehr schön. Euroabsturz? Ungarische Staatspleite? Von mir aus, ich brauche gerade nicht recht viel mehr. Unten ist der Wochenmarkt, da hole ich felsbrockengrosses Quarkgebäck mit Kirschen, oben kühlt ein leichter Wind, denn es ist heiss heute, wirklich Sommer, so wie er sein soll.

Vielleicht packe ich morgen auch das Faltboot aus, nur probeweise natürlich, denn ein Rollwägelchen habe ich nicht dabei, oder ich gehe endlich, endlich mal wieder auf den Berg - zuerst der Heuschnupfen, dann das Wetter, jetzt die Chance, es wieder zu tun. Ich war dieses Frühjahr so oft unterwegs; es ist schon, wieder hier zu sein. Zumindest bis zu den nächsten Regenfluten. Montags soll es soweit sein.
donalphons, 00:49h
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Noch schnell Teekannen und Roadster kaufen
Es macht den Anschein, als gingen die guten Tage des britischen Einkaufs bald zu Ende: Auch wenn die Briten immer noch in einer einzigartig beschissenen Lage sind, rechtfertigt nur noch wenig Kurse von mehr als 90 Pence für den Euro.
Da haben wir einmal die fette Bombe Ungarns, wo man wohl ein paar Dinge versteckt hatte, die Einfluss auf Carry Trades in Euro und Forint mit dem Schweizer Franken haben dürften - und damit auch keine guten Zeiten mehr für Brockenhauseinkäufe. Wenn die schon über Staatspleite und Umschuldung reden, wird das bitter für österreichische, italienische und deutsche Banken.
Und dann haben wir da noch eine hübsche Aufarbeitung der deutschen Banken und ihrer Besitztümer in anderer Pleiteherren Länder. Ein Blick, und man weiss, warum die spanische Krise auch eine deutsche Krise ist. Dito Portugal, Italien und Irland.
Ich denke, es ist in den USA und bei den Briten nochmal schlimmer, aber der Euro ist ganz klar überbewertet, und bevor er nicht auf 1,05 Dollar ist, würde ich mir keinen Gedanken machen, aber solange dennoch die Schweiz meiden, die sich was zur unmöglichen Abwertung ihrer Währung wird einfallen lassen müssen, wenn die Ungarn jetzt wie blöd Franken kaufen und jeder raus aus dem Euro will.
Da haben wir einmal die fette Bombe Ungarns, wo man wohl ein paar Dinge versteckt hatte, die Einfluss auf Carry Trades in Euro und Forint mit dem Schweizer Franken haben dürften - und damit auch keine guten Zeiten mehr für Brockenhauseinkäufe. Wenn die schon über Staatspleite und Umschuldung reden, wird das bitter für österreichische, italienische und deutsche Banken.
Und dann haben wir da noch eine hübsche Aufarbeitung der deutschen Banken und ihrer Besitztümer in anderer Pleiteherren Länder. Ein Blick, und man weiss, warum die spanische Krise auch eine deutsche Krise ist. Dito Portugal, Italien und Irland.
Ich denke, es ist in den USA und bei den Briten nochmal schlimmer, aber der Euro ist ganz klar überbewertet, und bevor er nicht auf 1,05 Dollar ist, würde ich mir keinen Gedanken machen, aber solange dennoch die Schweiz meiden, die sich was zur unmöglichen Abwertung ihrer Währung wird einfallen lassen müssen, wenn die Ungarn jetzt wie blöd Franken kaufen und jeder raus aus dem Euro will.
donalphons, 16:01h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 4. Juni 2010
Ihr seid keine Fussballfans
und ich habe euch was mitgebracht: Feine Manieren, mit denen ich nicht in Verlegenheit komme, mich mit sowas abzugeben, wenn es betrunken vor meinem Haus liegen bleibt. In der FAZ
donalphons, 01:23h
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Das Glück des Untüchtigen
Es sieht nicht gut aus für meine Pläne, die mich heute am Tegernsee sagen, idealerweise im Sonnenschein und mit dem Aufbau meines Faltbootes beschäftigt: Der Tegernsee und der Himmel nähern sich bedrohlich an, es gibt niedrige Regenwolken und Hochwasser bei unter 10 Grad. Plus, aber das kann sich auch noch ändern. Also habe ich nach einer turbulenten Nacht mit Polizei etc, zur Beruhigung meiner Nerven altes Silber geputzt. Das beste, was man an solchen Tagen im Regen tun kann

Als ich in der Schweiz war, war ich natürlich auch in einem Brockenhaus, so heissen dort die Trödler, und fand eine von den das 18. Jahrhundert zitierenden Lampen, die ich so gerne mag, und für die ich keinen Platz mehr habe. Mit puffrotem, verstellbaren Schirm. Es gibt im Klenzeviertel einen Laden, der sie als sehr begehrenswert führt und sehr viel dafür verlangt, und wenn ich sehe, was die dort kosten und mit dem Brockenhaus vergleiche... und bekanntlich findet sich schon eine Gelegenheit, sie zu stellen.
Oder auch nicht. Tatsächlich stand sie tagelang nur in der Wohnung herum, und weil ich gestern Besuch bekam, räumte ich sie schnell hinaus in das Vorzimmer, wo ein kleiner Marmortisch vor meinem roten Plüschlesesessel steht. Und dachte mir heute morgen: Also eigentlich...

Jetzt darf ich aber wirklich nichts mehr kaufen. Ausser Büsten natürlich, und ein paar Gemälden. Und im Speicher wäre noch Platz für einen Reservekronleuchter. Man weiss ja nie

Als ich in der Schweiz war, war ich natürlich auch in einem Brockenhaus, so heissen dort die Trödler, und fand eine von den das 18. Jahrhundert zitierenden Lampen, die ich so gerne mag, und für die ich keinen Platz mehr habe. Mit puffrotem, verstellbaren Schirm. Es gibt im Klenzeviertel einen Laden, der sie als sehr begehrenswert führt und sehr viel dafür verlangt, und wenn ich sehe, was die dort kosten und mit dem Brockenhaus vergleiche... und bekanntlich findet sich schon eine Gelegenheit, sie zu stellen.
Oder auch nicht. Tatsächlich stand sie tagelang nur in der Wohnung herum, und weil ich gestern Besuch bekam, räumte ich sie schnell hinaus in das Vorzimmer, wo ein kleiner Marmortisch vor meinem roten Plüschlesesessel steht. Und dachte mir heute morgen: Also eigentlich...

Jetzt darf ich aber wirklich nichts mehr kaufen. Ausser Büsten natürlich, und ein paar Gemälden. Und im Speicher wäre noch Platz für einen Reservekronleuchter. Man weiss ja nie
donalphons, 23:39h
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Mittwoch, 2. Juni 2010
Von der Lügen der Zensursula
Und diese Frau mit der Mittelumdeklarierung für ihre PR aus dem Forschungsetat ihres Hauses will Bundespräsidentin werden? Und diese Frau will bei den Sozialausgaben sparen? Wie man es dreht und wendet: Diese Frau sollte dem Beispiel von Köhler, Koch und Mixa folgen und gehen.
donalphons, 15:45h
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Zum ersten Mal
empfinde ich für zu Guttenberg so etwas wie Respekt - bis mir die elende Show zu den Toten in Afghanistan in meiner Heimat wieder einfällt. Der reaktionäre Flügel der Union wird ihn dafür umbringen, sicher, aber wenn ich daran denke, was der Wehrdienst aus einigen meiner Freunde gemacht hat, und was bei der Wiederbewaffnung in meiner eigenen Familie los war, bin ich doch ganz froh, dass man endlich über eine Abschaffung dieses Zwangs spricht.
donalphons, 13:00h
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Dienstag, 1. Juni 2010
Dann hau doch ab.
Ich weiss beim besten Willen nicht, wo die diversen Kommentatoren das Volk hernehmen, das de Köhler so geschätzt haben soll. Ich kann keine Gefühlsregung positiver Orientierung erkennen, und den meisten dürfte es ziemlich egal sein, nur eben den Berufsborderlinern nicht. Die brauchen Emotion.

Das ist das Val Müstair in der Schweiz, vom Ofenpass in Richtung Italien gesehen, und ich würde ein Dutzend Bundespräsidenten in die Sklaverei verkaufen, würde ich mir dafür dort ein Haus leisten können. Ich bin kein durchgehender Bewunderer der Schweiz, aber ich liebe das Val Müstair, ich mag den rätoromanischen Dialekt in den Stimmen und die Unaufgeregtkeit der Menschen. Würde ich in Meran wohnen, ioh würde oft dorthin fahren. Und wäre ich nur Bundespräsident, würde ich wenigstens das lesen, was ich als gute Lehre aus den Handelswegen im Val Müstair in der FAZ geschrieben habe.

Das ist das Val Müstair in der Schweiz, vom Ofenpass in Richtung Italien gesehen, und ich würde ein Dutzend Bundespräsidenten in die Sklaverei verkaufen, würde ich mir dafür dort ein Haus leisten können. Ich bin kein durchgehender Bewunderer der Schweiz, aber ich liebe das Val Müstair, ich mag den rätoromanischen Dialekt in den Stimmen und die Unaufgeregtkeit der Menschen. Würde ich in Meran wohnen, ioh würde oft dorthin fahren. Und wäre ich nur Bundespräsident, würde ich wenigstens das lesen, was ich als gute Lehre aus den Handelswegen im Val Müstair in der FAZ geschrieben habe.
donalphons, 18:21h
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Dienstag, 1. Juni 2010
Bilder und Spielzeuge
Mein Weg führte mich heute zur Bank, hatte ich doch aus der Ferne schriftlich für ein Gemälde und ein Aquarell geboten und war - zu meiner grossen Überraschung - weder von einem Zahnarzt in den Boden geboten noch von einem Berater ans Limit gehetzt worden. Gut, Ruinen sind nicht jedermanns Sache, aber bei dem Stillleben hätte ich nicht gedacht, dass ich es wirklich bekomme. Vielleicht gelang es, weil der Umgang mit Digitalkamera und CMS bei diesem und vielen anderen Auktionshäusern noch immer nicht beherrscht wird. Auf dem winzigen Bild sah es jedenfalls schrecklich aus, und hätte ich es nicht in der hand gehabt, hätte ich auch verzichtet. So aber warf ich frohgemut die Überweisung ein und harre nun des Pakets.
Gleich neben meiner Bank ist der hiesige Spielzeugladen. Er ist nicht ohne Erfolg, seit er aufgemacht hat, massenhaft infaltiles Volk ist da drinnen, grabscht das Zeug an und lächelt blöde. Wie es nun mal so ist, kommt das Zeug aus chinesischer Billigproduktion und kostet ein heidengeld, aber es wird trotzdem gekauft, und geglaubt, man habe keinen Tüddelkram erworben, der alle zwei Jahre auf dem Müll landet, sondern ernsthafte Arbeitsgeräte. In diesem Laden nun war das neuste Spielzeug, und ich ging hinein und schaute es mir an, weil man mir davon schon so einiges erzählt hatte. Es nennt sich iPad und ist scheisse.
Ich will nicht sagen, dass das nie etwas wird. Es kann sein, dass sie sowas irgendwann wirklich marktreif machen, dass es auch für Menschen taugt, die wirklich damit arbeiten wollen. Aber das Ding ist ein Spielzeug, und all die Hoffnungen, das werde die neue Zeitung und der neue Zeitungskiosk, kann man knicken. Das Ding ist die Hummelfigurengruppe des frühen 21. Jahrhunderts, und für alles, was man wirklich braucht, um zu arbeiten, sollte man bloss nicht diesen Müll schicker Natur kaufen. Ich wohne ja in einer dummen, kleinen Stadt an der Donau, wo man mit Arbeit und nicht mit asozialem Netzwerkgelaber zu seinem Geld kommt - da ist es nicht der Renner. Hier liegen massenweise diese Dinger rum. Ich war auch der einzige, der gerade im Laden war.
Und wie wenig es die Zukunft ist, kann man beim Fontblog nachlesen. Das heisst nicht, dass ich an die Unsterblichkeit der gedruckten Zeitung glaube, aber das macht immer noch mehr Sinn als dieses Ding, so wie es jetzt ist. Ich will niemanden abhalten, sich sowas zu kaufen, denn ich freue mich durchaus über gute, gebrauchte Subnotebooks. Ich wage aber zu behaupten: Alles, was schon im normalen Internet nicht geht, wird auch auf dem iPad kein Geld bringen. Von mir nach der Auktion schon gleich gar nicht.

Überhaupt frage ich mich, ob der iPad nicht auch wieder nur so ein Ding für die "Interpassivität" im Sinne Robert Pfallers ist - ein Rumliegerli, das gestressten Daueronlinern das Gefühl vermittelt, wirklich immer und überall dabei zu sein, weil es eben als Stellvertreter da und für ihre Zwecke geeignet ist. Die wichtige Frage aber ist, nachdem ich einen Platz für mein neues Teesieb gefunden habe: o hänge ich das Gemälde hin?
Gleich neben meiner Bank ist der hiesige Spielzeugladen. Er ist nicht ohne Erfolg, seit er aufgemacht hat, massenhaft infaltiles Volk ist da drinnen, grabscht das Zeug an und lächelt blöde. Wie es nun mal so ist, kommt das Zeug aus chinesischer Billigproduktion und kostet ein heidengeld, aber es wird trotzdem gekauft, und geglaubt, man habe keinen Tüddelkram erworben, der alle zwei Jahre auf dem Müll landet, sondern ernsthafte Arbeitsgeräte. In diesem Laden nun war das neuste Spielzeug, und ich ging hinein und schaute es mir an, weil man mir davon schon so einiges erzählt hatte. Es nennt sich iPad und ist scheisse.
Ich will nicht sagen, dass das nie etwas wird. Es kann sein, dass sie sowas irgendwann wirklich marktreif machen, dass es auch für Menschen taugt, die wirklich damit arbeiten wollen. Aber das Ding ist ein Spielzeug, und all die Hoffnungen, das werde die neue Zeitung und der neue Zeitungskiosk, kann man knicken. Das Ding ist die Hummelfigurengruppe des frühen 21. Jahrhunderts, und für alles, was man wirklich braucht, um zu arbeiten, sollte man bloss nicht diesen Müll schicker Natur kaufen. Ich wohne ja in einer dummen, kleinen Stadt an der Donau, wo man mit Arbeit und nicht mit asozialem Netzwerkgelaber zu seinem Geld kommt - da ist es nicht der Renner. Hier liegen massenweise diese Dinger rum. Ich war auch der einzige, der gerade im Laden war.
Und wie wenig es die Zukunft ist, kann man beim Fontblog nachlesen. Das heisst nicht, dass ich an die Unsterblichkeit der gedruckten Zeitung glaube, aber das macht immer noch mehr Sinn als dieses Ding, so wie es jetzt ist. Ich will niemanden abhalten, sich sowas zu kaufen, denn ich freue mich durchaus über gute, gebrauchte Subnotebooks. Ich wage aber zu behaupten: Alles, was schon im normalen Internet nicht geht, wird auch auf dem iPad kein Geld bringen. Von mir nach der Auktion schon gleich gar nicht.

Überhaupt frage ich mich, ob der iPad nicht auch wieder nur so ein Ding für die "Interpassivität" im Sinne Robert Pfallers ist - ein Rumliegerli, das gestressten Daueronlinern das Gefühl vermittelt, wirklich immer und überall dabei zu sein, weil es eben als Stellvertreter da und für ihre Zwecke geeignet ist. Die wichtige Frage aber ist, nachdem ich einen Platz für mein neues Teesieb gefunden habe: o hänge ich das Gemälde hin?
donalphons, 01:05h
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Staatsenthauptet
donalphons, 16:38h
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