: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Donnerstag, 19. August 2010

Das Leben der ganz anderen

Gestern war das Bild eines schlecht angezogenen deutschen Möchtegern-Hipsters zu sehen, der sich gerade in New Yorek durchschlägt. Naja, er kommt ja auch aus Berlin, da schaut man Google Streetview ja auch nicht als Belästigung an, sondern als Tool für die Suche nach dem nächsten passenden Aufenthaltsort, wenn sich kein Depp mehr findet, der einen zahlt: Hauseingang oder Brücke?



Eine gute Übung für die Ankunft des Kuckuckklebers ist es sicher schon mal, allen Besitz loszuwerden, bis auf die digitalen Reste, die dann als Tor zur Wunderwelt des Internets fungieren, solange es kostenloses WLAN gibt. Ich sage nicht, dass ich dazu diese Leute zwangsweise verdonnern würde, aber wie jede Droge reduziert natürlich auch das Internet das Interesse am realen Leben und seinen Dingen, und wenn man - hier wie dort, analog und digital - den Anschluss verliert, zieht man eben auf der ein oder anderen Seite vielleicht Konsequenzen und macht Schluss. Ich bin mir sicher, dass es irgendwann, wenn es denn soweit ist, das Internet ist, das ich aufgeben werde. Ich merke schliesslich jetzt schon, wie ich aus diversen Diskursebenen rasfalle, Twitter ist da nur ein Beispiel. Ich bin analogsüchtig. Bei anderen ist es eben das Digitale, und ein Beispiel kann man hier sehen. Nur noch Netz. Was natürlich auch eine Lösung ist.

Zwischenzeitlich.

Ich frage mich ja, ob der Nerd von heute über sich selbst in 30 Jahren nachdenkt, ob er überhaupt denkt, oder ob er nicht einfach beim Glotzen auf das Mobildisplay eine zu niedrige Lebenserwartung in der Echtwelt seiner Städte hat, als dass er darüber nachdenken müsste.



Ich dagegen wollte ja schon immer meinen Lebensabend in einer tollen Wohnung in einer langweiligen Heilklimaregion verbringen.

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Ha!

Jetzt also endgültig doch: Alexander Falk muss ins Gefängnis. Ich kenne einige, die jetzt eine Flasche aufmachen werden.

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Mittwoch, 18. August 2010

Aus der kleinen Stadt in die grosse Welt

Persönlich glaube ich ja, dass General Motors nur an die Börse geht, um wieder too interconnected to fail zu werden. Es gibt nach wie vor keinen Anlass zu glauben, warum sich in den USA alles oder auch nur etwas zum Besseren wenden sollte. Allein schon wegen der Regierung. Das Land (und noch jemand) ist immer noch pleite. Und schuld an den Misteimern, die auf den Pässen im Weg rumstehen. Diesmal kein Astra, sondern ein Corsa.



Noch schlimmer: Die Lage in Pakistan. Überhaupt ist die Region ein elender Stimmungseindunkler, angefangen bei unseren sog. Verbündeten über die an Frauenrechten interessierten Afghanen bishin zu den besiegten Taliban oder wie sich die pakistanischen Geheimdienstaussenmitarbeiter sonst nennen. Der einzige Grund, der für Drin bleiben spricht, ist: Man muss dann nicht wieder von Neuem rein.



Man mag es turbulenten Zeiten wie diesen kaum glauben, aber die Italiener sind mehr denn je in Meran. Das Wetter ist mies und kalt, aber das hält offensichtlich niemanden davon ab, weiter durch die Lauben zu spazieren. Alles voll, keine Zimmer frei, und das in des Deutschen ursprünglichsten Reiseregion. Ferragosto eben. In zwei, drei Wochen wird hoffentlich alles ruhiger, und dann dämmert Meran wieder wie eine übermüdete Schönheit nach einer langen Ballnacht.



Und was sonst noch zu Meran zu sagen ist, und zum nächtlichen Treiben und den Folgen mit wohlerzogenen Töchtern - das tue ich in der FAZ.

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Neologismusanmeldung

Neonerdzismus, der: Totalitäre, vor allem auf Schlagworten, Billigdöner und Egomanie basierende und wenig durchdachte Ideologie der arbeitslosen, sog. digitalen Unterschicht mit dem Ziel, Andersdenkende in eine angeblich alle glücklich machende Internetgesellschaft unter Aufgabe der Privatheit zwangsweise zu überführen und gleichzuschalten, oder sie bei Gegenwehr als Aussterbende zu umschreiben, die ihre Konzepte, die Unausweichlichkeit ihrer Visionen und ihre geistig-netzbasierte Überlegenheit nicht verstehen, selbst wenn sie zu deren Verdeutlichung nur die 140 Zeichen brauchen, wie sie auch Mao, Stalin und Hitler für die meisten komplexen Themen gereicht haben (Liberty Schtonk! Free Specken Schtonk! Zezick! Zezack!).

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Montag, 16. August 2010

Ein lang gehegter Wunsch.

Zwei Kleinigkeiten zuerst: Mit Google Streerview ist es so. Die einen widersprechen. Und die anderen. Deren Exkrement Extremisten sich von Einsprüchen oder gar Argumenten oder Recht auf Privatheit in ihrer Lust auf Schnüffeln und Arschkriecherei bei Google belästigt sehen (oder generell denken, dass sie im Internet alles dürfen, nur rausschmeissen darf man sie nicht, wenn sie wie die Raben klauen), und denen die Bedenken anderer Leute egal sind, weil die angeblich eh nicht begreifen, worum es dem digitalen Gesocks geht - die flennen rum und quäken faschistoide Sager, damit auch jeder versteht, wieso man diesem Umfeld jede Möglichkeit zur Schnüffelei nehmen muss. Darauf drei Hinweise.

Einmal bei nnier ein guter Beitrag und eine angenehme Debatte.

Dann dazu auch Mark793, Blogger.de scheint ohnehin ein Treffpunkt der Nerdgötzenverächter zu sein.

Und dann noch ein Beitrag von mir im Print.

Man darf Google und dem Berliner Neonerdzismus nicht das Feld überlassen.



Kommen wir zurück zu Meran und zur anderen Kleinigkeit. Dort ist es ja schon historisch so, dass man drei Dinge tun kann: Gut Essen, auf der Promenade wandeln, und unter den Lauben einkaufen. Man muss sich nicht dumm und konsumwillig fühlen, wenn man dort das ein oder andere mitnimmt, und ich gehe jedesmal zu Frasnelli und kaufe ein Speckmesser. Irgendwer braucht das dann immer. Und während ich mich durch das Angebot schiebe, was sehe ich da?



Ein echter, tatsächlicher, unbestreitbarer Nudelschneider, oben gezackt, unten glatt. Ich hatte ja nach meinem Einkauf eines ähnlichen Trumms in St. Gallen und angesichts der Debatte, ob das nun für gefüllte Nudeln oder Schnittmuster ist, meine Zweifel. Auch nachdem ich den alten Übertrager meiner Grossmutter sah, und der Spitzen und keine Zacken hatte. Wir können dank Frasnelli also festhalten: Selbst wenn das gezackte Rädchen für das Schnittmuster taugt, es ist für die Küche da.

Für meine Frustration ist in Brescia immer ein kleiner Laden da, der nur zur Mille Miglia aufmacht. Dort gibt es dann Replikas von Polohemden der 50er Jahre, von Rennfahreroveralls, Helmen und Handschuhen. Nicht das MM-Merchandising, sondern richtig gute Kopien, nach alten Mustern hergestellt, und - gut, vielleicht nicht absolut zu teuer, aber zu teuer, wenn ich es vergleiche. Ich sehe nicht ein, für Serienschuhe das doppelte im Vergleich zu dem zu zahlen, was ich für meine Wunschschuhe bei meinem Schuster bezahle. Allerdings hat der auch keine Kopien alter Rennfahrerschuhe. Und so leide ich jedesmal ein wenig, wenn ich die weichen Schuhe in Brescia anfasse, das perforierte Innenleder berühre, und mir denke, was für ein Elend, dass ich dann doch relativ sparsam bin. Das Material, die Verarbeitung, der Aufbau, diese Form, gleichzeitig ein wenig klassisch und dennoch sportlich...



Und besonders schlimm sind sie an den Füssen anderer Leute. Aber die Mille Miglia war im Mai, und jetzt ist August. In Meran gibt es keine Akzidenzgeschäfte, nur alte Schuhhäuser. Und in einem, gleich hinter dem Bozener Tor, was sehe ich da? Schuhe wie jene in Brescia. Reduziert. In meiner Grösse aber noch vorhanden. Als wären es die gleichen. Die Verkäuferin holt die Verpackung - es ist die gleiche Firma. Es sind die gleichen Schuhe. Und sie passen so, wie ich das erhofft hatte. Sehr dünne Sohlen, für perfektes Gefühl an den Pedalen. Weich gefüttertes Leder für den ganzen Weg nach Rom und wieder zurück. Und mit den britisch angehauchten Kniestrümpfen ein Haus weiter sind sie auch bergweg- und radltauglich.



Immerhin, es hat 24 Stunden gedauert, bis ich nach dem Grenzübertritt bei Müstair Schuhe in Italien gekauft habe. Die Schuhe, die ich wollte. Und wenn ich nächstes Jahr wieder Fahrer in Brescia sehe, lache ich sie aus - denn der Laden dort nahm doppelt so viel, wie der Originalpreis in Meran betragen hat.

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Montag, 16. August 2010

Hinderliches

Manche Hindernisse sind auf dem Weg nach Meran zu überwinden: Überflutete Pässe, Wolkenballungen, Opel Corsas 1.2S (Beweisbild vorhanden) und manchmal auch alles zusammen.



Ähnlich dann vor Ort: Kein WLAN, keine Zeit, keine Lust auf Urlaubsunterbrechung. Ja, ich hätte, wenn ich gemusst hätte, aber sich antreiben lassen gehört nicht zu meinen Lebenszielen. Wie auch manch anderes, das ich persönlich vehemnt ablehne, wie etwa das Ranschmeissen. Mir ist es stets peinlich, andere mit irgendwas anzugehen, ich könnte das gar nicht, was andere als normal bedtrachten. Letztlich habe ich mich dann doch aufgerafft, den Beitrag zu diesem Thema mit dem vielsagenden Titel "Esel beim Geschlechtsverkehr" bei der FAZ einzustellen, und inzwischen habe ich sogar Internet vor Ort. Morgen dann mehr Urlaubsbilder. Vielleicht.

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Meran in Süssspeisen

Frisch ausgebackene Mohnkrapfen in der Goldenen Rose:



Himbeertorte im Cafe Darling an der Winterpromenade:



Und dann noch ein Pflaumenknödel oberhalb der Stadt im Saxifraga:



Inzwischen habe ich sogar Internet, und einiges andere habe ich auch. Barchetta läuft wie geschmiert, der Regen ist gar nicht mehr so schlimm, heute gab es sogar viel Sonne.

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Freitag, 13. August 2010

Et in Arcadia

Ich breche bald hierhin auf:



Die Berufung kommt auch für mich überraschend, aber so ist es nun mal als FAZ-Blogger: Man kriegt den eigentlich vorgesehenen Beitrag nicht mal fertig, schon ist man im Auto und saust über die Berge. Ich will mich nicht beschweren, so ist es, als fliegender Reporter. Aber zum Glück gibt es ja solange ein Zweitblog, das dort in Frankfurt vorzüglich die Stellung hält. Ich wohne an einem Oret, der vermutlich noch nicht mal Internet haben wird, und ohnehin ist das dort alles so umständlich -

ich glaube, ich lasse das einfach bleiben, und man trifft mich ansonsten über Traubenstrudel, im Saxifraga, unter den Lauben und auf ein paar Pässen. Irgendwie muss sich die Reparatur der Barchetta ja auch lohnen.

Im Übrigen bin ich, wenn ich ehrlich bin, masslos sauer auf Google wegen der grosskotzigen Art, wie es alle Bedenken wegen Streetview wegschiebt und Unwissende mit Werbung zuscheisst. Die Firma braucht dringend was aufs Maul, so schnell und so hart wie möglich, dass ihr diese Haltung gründlichst vergeht. Gerne auch mit Gesetz. Man kennt doch dieses Pack: Lässt man sie einmal durchkommen, machen sie immer weiter. Ausserdem, was soll der Scheiss: Einmal "widersprechen" dürfen und ansonsten den Rest des Daseins bei denen als Datensatz Informationen liefern? Also, erhebt Widerspruch, verklagt die widerlichen Spacken, die fehlende Häuser ablichten wollen, immer nur rein damit, es trifft keine Falschen.

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Freitag, 13. August 2010

Zurück zun Fett

Genug des entsagungsvollen Rennradfahrens, der leidvollen Anstiege, der Regenwände bei Dörfern, deren Namen keiner kennt, hin zu etwas, das ich wirklich kann:



Die Reste im Kühlschrank zu einer nicht nach Reste aussehenden Tarte als Gastgeschenk zusammenbacken.

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Wofür das Netz noch weniger als nichts kann

Wenn es zum Beispiel Wetterradarkarten bringt, auf denen man bestens sieht, dass von Südwesten schwere Regenfälle kommen, und zwar schnell, und der Nutzer verbringt seine Zeit lieber damit, sein Colnago auf Hochglanz zu polieren. Besonders die Felgen und Reifen.



Auf dem Weg zurück ist dann auch noch die Baustelle mit den 100 schmutzig-sandigen Metern.

Für was das Netz sonst nichts kann, steht in der FAZ. Ich gehe jetzt duschen. Nochmal.

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Donnerstag, 12. August 2010

Schneller

Üblicherweise sorgen knappe Termine für schnellere Arbeit - aber nur begrenzt bei mir. Es muss schin etwas wirklich wichtiges Sein, das mich zur Eile treibt.



Beispielsweise die etwas zu späte Entschlussfassung, doch noch schnell die kleine Runde mit 27 Kilometern abzuspulen. Klingt nach wenig, aber eine Stunde bis zur Finsternis ist auch nicht viel, wenn noch Ampeln und Phototermine auf dem Weg liegen. Und es wird schnell dunkel, wenn die Unwetter am Horizont finster dräunen.



In den Alpen hört es gar nicht mehr auf zu schütten, am Ammersee, hört man, soll schon geschöpft und gepumpt werden, und hier sieht es auch nicht gut aus, also muss man nehmen, was man kriegen kann. Auch, wenn man am Ende gezwungen ist, sich mehr als üblich abzuplagen. Mit einer gemütlichen Radltour jedenfalls hat das alles nichts mehr zu tun, wenn die Nacht von Osten her aufzieht.



Exakt eine Stunde dauerte es dann. Na schön, dann kann ich jetzt die nächsten Tage wieder essen und schlafen und vor dem Rechner sitzen.

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Andere sind in Arkadien

und damit vermutlich sehr glücklich, was schön für sie ist.

Ich selbst, der ich an ihnen und ihren neuen Landsitzen vorbei fahre, was weiss ich schon vom Glück. Nichts. Nur von Architekturgeschichte. In der FAZ

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Deutscher Nerd-Hipster, der:

Berliner Arbeitsloser mit Vorliebe für billigen Döner, der sich von Google bereitwillig in der nicht so wichtigen Sache der Netzneutralität postprivaziös rektal ficken lässt, solange er dafür nette Bilder von Strassenzügen bei Streetview anschauen darf, für deren Bereisung er weder Geld noch Interesse hat.

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Mittwoch, 11. August 2010

Die leere Strasse

Das sind ja mal nette Nachrichten: Fiat hat sich entschlossen, eine Reihe von Ersatzteilen für die Barchetta in Deutschland aus dem Programm zu nehmen. Beispielsweise das obere Federlager der Vorderradaufhängung. Das Teil, das bei mir alle Gummieinsätze verloren hat, und durchgerostet ist. In Deutschland: Nicht zu bekommen. Aus Italien: Kam statt dessen das Domlager selbst, mitsamt anderen, nicht benötigten Trümmern. Ledtztlich hatte dann noch ein Händler das passende Teil rumliegen. Zu horrenden Preisen. Na dann, Mahlzeit.



Dort, wo das Teil schliesslich ankommt ("wollen Sie das Domlager nicht doch ganz austauschen? Alles zusammen 780 Euro.") stehen etliche wenig fahrbereit wirkende Maseratis herum. Zu meinem Ärger über das Land passt dann auch mein neuer Fiziksattel, der nach einem ersten Versuch mit dieser Marke die nächste schwere Enttäuschung ist. Fizik ist gerade eine Modemarke, aber ich verstehe absoilut nicht, wie man darauf sitzen kan. Schon das erste Exemplar sorgte für Schmerzen bei allen, die hier darauf fuhren, und färbte bei Regen ab. Der neue Sattel nun kostet die Kleinigkeit von 100 Euro in den Geschäften, und ist schon wieder so ein überhartes Stück Lederfolter. Man muss Sättel erst mal etwas einfahren, aber ich habe meine Zweifel, ob wir mehr Freunde werden, als ich und die Pollen.



Davon gab es heute reichlich, denn allenthalben wurde geerntet, und graue Nebelschwaden lagen über den Feldern. Nach all dem Stress des Tages mit Ersatzteilen, Beiträgen, Fragen und Autotransfer kam ich reichlich spät los, um dann zur Belohnung eingestaubt zu werden. Husten, Atemnot, brennende Augen, als wäre es wieder Mai. Schlecht für den Schnitt, noch schlechter für das Lüngerl. Als ob ich nicht schon das Alter merken würde, wenn ich ohne Helm losfahre und umkehre, um ihn zu holen: Das hätte ich früher nie gemacht, aber man hört einfach zu viele schlechte Geschichten.



Dann geht es weiter über die ersten Jurahöhen, der knackige Anstieg zu Beginn ist überhaupt kein Anlass zum Keuchen mehr, aber trotzdem: Für die grosse Runde ist es zu spät. Zusammen mit den 10 Kilometern auf dem Mountainbike am Morgen ist der Plan, jede Woche 200 Kilometer zu fahren, nicht weiter gefährdet, aber die Sonne geht schon unter, und es wird merklich früher dunkel. Es naht der Spätsommer, keine Frage.



Der Weg zurück führt über eine makellose, frisch gebaute Strasse, breit und glatt, ein Paradies für den schnellen Sprint nach Hause, denn diese Strasse ist noch für den Verkehr gesperrt, zu neu ist der Belag. Es hat sich hier am Abend ein kleiner Mikrokosmos gebildet: Ein paar Rennradfahrer, ein paar Mountainbiker auf dem Heimweg vom Reisberg, Familien und Rollerbladefahrer. Meistens die gleichen Leute, die den Abend und vier autofreie Kilometer nutzen. Plötzlich ist alles anders, man denkt gar nicht mehr an Autos, an Gefahren, an die Vorsicht, die Strasse ist breit und leer, wie man es sich wünscht. Kein Motor, kein Dorfdepp, Ruhe, nur der Fahrtwind und das Knattern des Freilaufes. Man kennt sich inzwischen, und grüsst.



Es kommen einem seltsame Gedanken, etwa, obn man nicht doch ab und zu einen autofreien Tag einführen sollte, damit auch der letzte Raucher begreift, dass er es mit dem Radl noch zum Bäcker schafft. Man könnte sich auch überlegen, Fahrradfahren steuerlich zu fördern, oder mal all die Zeitungen anzuregen, einmal nur Räder anstelle von Autos zu testen. Es muss ja kein Colnago sein; E-Räder und Pedelecs scheinen, auch wenn ich sie für überflüssig halte, ihre Berechtigung und Käufer zu finden. Gerade, wenn das Auto nicht dauernd Druck und Unsicherheit verbreitet. Ein Wochenende für das Rad, das wäre schon fein.



Aber dann bitte ohne Fizik-Sattel.

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