Ein lang gehegter Wunsch.

Zwei Kleinigkeiten zuerst: Mit Google Streerview ist es so. Die einen widersprechen. Und die anderen. Deren Exkrement Extremisten sich von Einsprüchen oder gar Argumenten oder Recht auf Privatheit in ihrer Lust auf Schnüffeln und Arschkriecherei bei Google belästigt sehen (oder generell denken, dass sie im Internet alles dürfen, nur rausschmeissen darf man sie nicht, wenn sie wie die Raben klauen), und denen die Bedenken anderer Leute egal sind, weil die angeblich eh nicht begreifen, worum es dem digitalen Gesocks geht - die flennen rum und quäken faschistoide Sager, damit auch jeder versteht, wieso man diesem Umfeld jede Möglichkeit zur Schnüffelei nehmen muss. Darauf drei Hinweise.

Einmal bei nnier ein guter Beitrag und eine angenehme Debatte.

Dann dazu auch Mark793, Blogger.de scheint ohnehin ein Treffpunkt der Nerdgötzenverächter zu sein.

Und dann noch ein Beitrag von mir im Print.

Man darf Google und dem Berliner Neonerdzismus nicht das Feld überlassen.



Kommen wir zurück zu Meran und zur anderen Kleinigkeit. Dort ist es ja schon historisch so, dass man drei Dinge tun kann: Gut Essen, auf der Promenade wandeln, und unter den Lauben einkaufen. Man muss sich nicht dumm und konsumwillig fühlen, wenn man dort das ein oder andere mitnimmt, und ich gehe jedesmal zu Frasnelli und kaufe ein Speckmesser. Irgendwer braucht das dann immer. Und während ich mich durch das Angebot schiebe, was sehe ich da?



Ein echter, tatsächlicher, unbestreitbarer Nudelschneider, oben gezackt, unten glatt. Ich hatte ja nach meinem Einkauf eines ähnlichen Trumms in St. Gallen und angesichts der Debatte, ob das nun für gefüllte Nudeln oder Schnittmuster ist, meine Zweifel. Auch nachdem ich den alten Übertrager meiner Grossmutter sah, und der Spitzen und keine Zacken hatte. Wir können dank Frasnelli also festhalten: Selbst wenn das gezackte Rädchen für das Schnittmuster taugt, es ist für die Küche da.

Für meine Frustration ist in Brescia immer ein kleiner Laden da, der nur zur Mille Miglia aufmacht. Dort gibt es dann Replikas von Polohemden der 50er Jahre, von Rennfahreroveralls, Helmen und Handschuhen. Nicht das MM-Merchandising, sondern richtig gute Kopien, nach alten Mustern hergestellt, und - gut, vielleicht nicht absolut zu teuer, aber zu teuer, wenn ich es vergleiche. Ich sehe nicht ein, für Serienschuhe das doppelte im Vergleich zu dem zu zahlen, was ich für meine Wunschschuhe bei meinem Schuster bezahle. Allerdings hat der auch keine Kopien alter Rennfahrerschuhe. Und so leide ich jedesmal ein wenig, wenn ich die weichen Schuhe in Brescia anfasse, das perforierte Innenleder berühre, und mir denke, was für ein Elend, dass ich dann doch relativ sparsam bin. Das Material, die Verarbeitung, der Aufbau, diese Form, gleichzeitig ein wenig klassisch und dennoch sportlich...



Und besonders schlimm sind sie an den Füssen anderer Leute. Aber die Mille Miglia war im Mai, und jetzt ist August. In Meran gibt es keine Akzidenzgeschäfte, nur alte Schuhhäuser. Und in einem, gleich hinter dem Bozener Tor, was sehe ich da? Schuhe wie jene in Brescia. Reduziert. In meiner Grösse aber noch vorhanden. Als wären es die gleichen. Die Verkäuferin holt die Verpackung - es ist die gleiche Firma. Es sind die gleichen Schuhe. Und sie passen so, wie ich das erhofft hatte. Sehr dünne Sohlen, für perfektes Gefühl an den Pedalen. Weich gefüttertes Leder für den ganzen Weg nach Rom und wieder zurück. Und mit den britisch angehauchten Kniestrümpfen ein Haus weiter sind sie auch bergweg- und radltauglich.



Immerhin, es hat 24 Stunden gedauert, bis ich nach dem Grenzübertritt bei Müstair Schuhe in Italien gekauft habe. Die Schuhe, die ich wollte. Und wenn ich nächstes Jahr wieder Fahrer in Brescia sehe, lache ich sie aus - denn der Laden dort nahm doppelt so viel, wie der Originalpreis in Meran betragen hat.

Montag, 16. August 2010, 23:33, von donalphons | |comment

 
Südtirol ist so italienisch wie der deutsche Sommer
Irgendwie ist der Textfluß geprägt von Verbitterung und dem deutschen Fingerzeig. Wo bleibt die Freude für mehr Transparenz und neue Möglichkeiten (ich lebe in einem Land mit aktivem Googleview und es ist toll !).

Die Preise in Meran werden speziell für Leute aus Oberbayern gemacht ;-) die sich nicht ins wirkliche Italien trauen. Und das begnnt erst beim nächsten Pass Richtung Süden ;-)

In diesem Sinne: man lernt nie aus ;-) auch als Ingolstädter !

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Wie schon gesagt: brescia war teurer, Rom sicher auch.

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Haben Sie nun den Nudelschneider gekauft?
Wenn ja, dann können Sie ja im Herbst in die Kürbis-Tortelli Produktion einsteigen.

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Nein, ich habe ja schon einen alten Schneider. Der sollte reichen. Und bis zum Herbst sind es hoffentlich noch ein paar Wochen.

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In Valleggio sicherlich, in Obb. ist seit dem Wochenende schon Herbst !

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Ja, ich denke, es wird Zeit für dickere Kleidung. Brrrrr. Oder den nächsten Arbeitseinsatz im Süden - dummerweise muss ich übernächste Woche nach Bonn.

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hans eisele
dem noch heute lebenden Rennfotografen der 50er und 60er Jahre verdanken wir ein Detail, was das Schuhwerk der Rennfahrer angeht: viele trugen kaum modifizierte schwarze Mokassins/ Loafer. In sehr gebrauchtem Zustand übrigens.

Dennoch ist das hier präsentierte Modell ein durchaus sehenswerter Kompromiß. Bilder der Rennpolos wären aber auch gern gesehen.
Was bedeutet in diesem Zusammenhang zu teuer?

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Über 400 Euro. Sie sehen jetzt nicht zu sehr nach Turnschuh aus. Sportlich, ohne deshalb gleich angestrengt zu wirken,

Im Laden war natürlich auch photographieren verboten, aber sie waren in typischen 50er Jahren gestreift und hatten richtige Krägen, die man auch mit Krawatten tragen konnte.

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So, nun ist auch unser bescheidenes Heim von der Straße radiert. Dank an Herrn Meyer und seine Mitstreiter für die Teufelsaustreibung.

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Wenn sagen wir mal 5 Millionen Leute einen Widerspruch einlegen würden, hätten ein paar 400-Euro-Jobber in den nebligen Sümpfen vor Berlin ordentlich was zu tun. Erst einmal 5 Mio. Briefe mit "Verifikationscodes" eintüten. Und dann jede Fassadenbeschreibung mit den Bildern abgleichen. Bei einer Minute pro Eintütung und Fassade macht das gut 10.000 Arbeitstage oder 50 Personenjahre.

Ich hatte ein ganz warmes Gefühl ums Herz, als ich den Antrag abgeschickt habe.

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HAR HAR!!!

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Selbst wenn man streetview nicht mag
Die Löschattacken sind völlig sinnlos. Schon jetzt gibt es Panoramio, dieses wird vermutlich nun von Heerscharen Beschäftigungsloser einfach nur aus Spaß an der Freud mit allen gepixelten Häusern gefüllt. Selbst wenn diese nicht mit streetview verknüpft werden: jeder weiß, wo er suchen muß. Gerade bei Promihäusern wird hier die " Ergänzung" schon nach wenigen Tagen erfolgt sein. Und als Ergänzung werden sicher noch einige Webseiten entstehen, die regional noch den letzten Grashalm präsentieren werden. Ich wundere mich, daß Don Alphonso diese detektivistische Neigung der Netzbürger nicht auf seiner Rechnung hat.

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Es liegt nun mal in der Natur der Sache, dass die Existenz von Schweinen das Interesse jener weckt, die sie schlachten möchten. Übertragen gesagt: Manche werden sicher durchkommen, aber andere werden am Anwaltsmesser enden. Und da habe ich absolut kein Problem, wenn es einen erwischt, der zufällig ein Blog führt.

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Mit dem Anwaltsmesser
wird man aber nicht weit kommen, wenn das Haus von der Straße aus ganz normal abfotografiert wird. Und in gewissem Maße trifft der Ludwig-Hillesheim-Effekt jetzt schon auf Sie zu. Denn ich las bisher immer nur vom " Stadtpalast" , habe aber nie das detektivische Bedürfnis gespürt, das Objekt genau zu orten. In ihrem Artikel wird das Objekt nun enthüllt, also weiß die Öffentlichkeit wieder mehr über Sie als vorher. Mit der Digitalisierung der Medien sind wir alle in eine neue kulturelle Phase eingetreten. Das sollten wir realisieren, alle Windmühlenkämpfe dagegen enden im zumindest privaten Desaster.

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Ach, man mache sich um mich keine Sorge, ich habe andere Wohnsitze. Und es geht mir nicht um meine Person, sondern um den normalen Bürger. Der muss sich anders schützen. Mit den Extremisten der Szene werde ich schon selbst fertig - ich glaube nicht, dass da einer nochmal "in deep" lesen will, was er sonst nicht so laut von sich gibt.

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Anders gesagt: Die wollen als Vordenker auffallen, nicht als Vorfaller ins offene Messer.

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Noch ein praktischer Hinweis: Es genügt aus meiner Sicht, wenn der im Google-Formular zum Versenden des "Verifikationscodes" anzugebende Name dem tatsächlichen Namen hinreichend ähnlich ist, so dass der Briefträger den richtigen Einwurfschlitz findet.

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Ich glaube auch nicht,
daß Sie, Don Alphonso, ein wirkliches Problem mit der Öffentlichkeit haben. Nur: die völlig unbekannten Löscher, allen voran die nun zu Berühmtheit gelangten Rentner, wären nie in die Öffentlichkeit gekommen. Was mich an der anti-streetview-Stimmung stört, ist, daß sie ablenkt von den wirklichen Problemen mit der Digitalisierung des Lebens. Seit vielen Jahren schon haben private Dienstleister die finanzielle Leistungsfähigkeit aller Wohnorte in ihren Dateien, was ganz konkrete Auswirkungen auf z.B. Kredit-und Arbeitsplatzvergabe haben kann. Regt sich keiner drüber auf, schon garnicht die Rentner, die sich jetzt von streetview beobachtet fühlen. Mit der jetzt von Politikern gefordehttp://www.fr-online.de/politik/suche-nach-sicherheit/-/1472596/4564402/-/index.htmlrten Videoüberwachung von Straftätern wird ein ganz neues Experimentierfeld beschritten, stört auch keinen der streetview-Gegner. Und dieselben Politiker, die mit
streetviewskepsis ihre Wähler an sich binden wollen, befürworten solche Forderungen.
Sehr oft bin ich auch ein Gegner der bekannten Berliner " Werber-und Internetszene", aber im Fall streetview hat sie meines Erachtens recht. Ausnahmen bestätigen halt die Regel.
Als kleiner Gag am Schluß, meinethalben gerne löschen:
http://www.google.de/images?um=1&hl=de&tbs=isch%3A1&sa=1&q=tillyhaus+ingolstadt&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai=
Da haben die Anwälte aber jetzt schon viel zu tun...

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Wie gesagt: Das Haus wird seit über 200 Jahren abgebildet und verbreitet, das ist kein Problem, zuerst in Stichen, jetzt in Bildern. Jeden Tag stehen hier Dutzende von Touristen. Es wird erst dann ein Problem, wenn es vergleichbar mit allen Bildern vieler Häuser wird: Strassen rauf und runter, etc. pp.. Das gute An Streetview ist, dass dcas Problem nun allgemein auffällt. Und nicht nur ein paar Spezialisten.

Und für Fragen wie das Scoring habe ich deus ex Machina ins Leben gerufen:

http://faz-community.faz.net/blogs/72183.aspx

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stimmviech, einfach gar nichts machen und alles so hinnehmen, wie sich das irgendwelche fleissigen Kaufleute aus Kalifornien ausdenken, erscheint mir jedoch auch nicht als die bessere Option.
Bei der schufa und anderen großen Datensammelstellen z.B. hat sich in den letzten Jahren, nach Erhöhung des Drucks von Seiten der Verbraucherverbände, ebenfalls einiges getan.

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" Was machen"
ist, wie schon geschildert, reiner Aktionismus, da streetview Vorbild für viele private " Streetviews" ist und deren Befüllung durch Hobbydetektive noch anfeuert. Außerdem sehe ich auch bei geschlossener Fassadenabbildung ganzer Straßenzüge keine Nachteile für die Bewohner. Nur wenn die Daten mit Eigenschaften der Bewohner verknüpft werden, dann wirds gefährlich. Und wie schon ausgeführt: diese Verknüpfungsdatenbanken existieren schon und werden von den " Gefährdern" reichlich genutzt. Unsere ganze Kultur ändert sich gerade radikal, und ich empfehle einen postiven Umgang damit dann, wenn es nicht gefährlich ist und sowieso unveränderbar. Also müßte der Protest sich gegen Schufa und C. richten, da passiert aber nicht, denn getan hat sich da höchstens, daß fehlerhafte Einträge heute etwas schneller gelöscht werden als früher.

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Es müßte bekannt sein, dennoch zur Verdeutlichung: für jedes frei definierbare Gebiet (Ortschaft, Ortsteil usw.) kann man Daten kaufen, wieviele Diabetiker, Krebskranke, Alkoholkranke etc. es gibt. Verknüpft mit ein paar anderen Datensätzen hat man mit großer Treffergenauigkeit schnell heraus, wer die sind.

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Aktionismus ja, denn das "visuelle" Datamining lässt sich durchs herauspixeln einzelner Häuser nicht verhindern. Ein paar faule Datensätze versauen noch nicht die Statistik wenn die stichprobe nur groß genug ist, der Median wirds schon richten.

... und Herr Stimmviech, sie haben Recht, der Abgleich voon Bewerberdaten o.ä. mit irgendwelchem Statistikmaterial ist schon lange bittere Realität.
Sie liegen jedoch falsch, wenn sie meinen man müsste die SV-Daten erst mit den oben genannten verknüpfen um daraus entsprechende Schlüsse ziehen zukönnen. SV ist kein weiterer Baustein des Datamining sondern dessen Visualisierung und Egalisierung.
Anhand weniger SV-Bilder ists nun möglich ein grobes Bild des Bewerbers zu zeichnen: Platte oder Speckgürtel, Einzel- oder Doppelgarage, Auto (welches, wieviele), gepflegter Vorgarten oder Müllkippe? Sollte das Objekt des Interesses verpixelt sein, die unverpixelten Nachbarhäuser taugen auch für die ad-hoc Milieustudie.
jetzt kommt noch hinzu... jeder kann es nutzen. Eine Schufaauskunft stellt noch eine Hürde dar (monetär, administrativ) SV's just a click away ...

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Selbstpreisgabe von Daten und Verknüpfung
Verehrte Don,
ich teile durchaus manche Ihrer Vorbehalte gegen Streetview und das autoritäre Gehabe der Firma Google. Nur: Es gibt auch Microsoft Bing, auf dem aus der Vogelperspektive sowieso schon alles gut zu sehen ist. Sie selbst verraten mit Ihrem Link auf den Artikel im Donaukurier den Realnamen Ihres Erfinders und indirekt dessen genaue Adresse, so dass man sich bei Bing Ihr durch Detailaufnahmen in diesem Blog bekanntes Haus von allen Seiten auch aus der Vogelperspektive anschauen kann, samt Elitessenwohnheim dahinter. Ich weiß nicht, ob ich es in diesem Leben einmal nach Ingolstadt schaffe, insofern ist diese Information für mich praktisch bedeutungslos. Das Problem ist also vor allem die leichte Verknüpfbarkeit von allgemein zugänglichen Daten.

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Das eine hat mit dem anderen schlicht nichts zu tun - also die persönliche Entscheidung im konkreten Fall mit dem allgemeinen Problem. Ich kann mich im Internet komplett ausziehen und trotzdem dafür sein, dass das niemals von jemandem erwartet werden darf - oder gar ungefragt von anderen schon in die Tat umgesetzt wird.

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@donalphons, Dienstag, 17. August 2010, 18:04
Unser Haus bei Grasse ist auf Streetview zu sehn, bis zum kleinsten Detail.
In MC haben wir kein Streetview, wird soweit ich weiss, auch nicht kommen.
Was mich nur wundert bei diesen ganzen Verpixelbeantraegern, die geben an Google ihren Namen, ihre Adresse, ihre eMail etc, um zu verhindern, das man ein Bild vom Haus im Internet sieht....
Irgendwie seltsam, die geben die intimen Daten an Google, damit sie ihre Huette oder Festung verpixeln, von der bis dahin niemand wusste, wer dort wohnte!
Jetz ist das Haus verpixelt und Google weiss alles...
Toll!
"And the winner is!?!"

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Nun, es gibt auch dafür Datenschutzrichtlinien, und ich denke, wenn Google da fehler macht, werden sie mehr juristischen Ärger bekommen, als sie sich wünschen können.

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ich befürchte, der "juristische Ärger" wird in Kauf genommen!

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Wer jetzt schon Gesamtansichten
möchte, geht auf Bing Vogelperspektive. Scheint den Rentnern der Republik unbekannt zu sein, weshalb es dagegen keine Proteste gibt.

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Bing wird mit neuen Features irgendwann das nächste Problem. Aber die Auflösung ist aktuell bei Streetview unvergleichlich grösser und detailreicher (hat sich das eigentlich schon mal jemand genauer angeschaut und verglichen?).

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ich kannte bing bislang nicht. Aber SV ist wirklich frappierend. Habe mir schon in Verona einen Schuhladen angesehen !

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Ich bin mit fast fünzig
sicher kein Kind des Internets, stehe mit der Computertechnik öfters auf Kriegsfuß( gerade jetzt " druckt" mein Drucker nur weiße Blätter) und glaube als Trödler mit Spezialgebiet Fotos und Postkarten sicher an den Wert der analogen Welt. Ich weiß auch, daß jede neue Kulturtechnik neue Risiken gebiert. Nur bei streetview und Co. sehe ich diese Risiken nicht.
Und was wir alle realisieren müssen: jahrhundertelange gepflegte Wahrheiten gelten unter Umständen nicht mehr. Früher war es sicher weise, Privates vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Kam etwas in der Öffentlichkeit, ging es maximal mittels Gerüchten durch die Welt. Heute ist es unweise, etwas verbergen zu wollen. Denn die Gerüchte werden schnell durch Fakten untermauert, Herr Sauerland kann ein Lied davon singen dank unfähiger Imageberater. Heute kann man bestenfalls positive Wahrheiten über sich hervorheben, sollte aber zu den negativen stehen und keinesfalls versuchen, sie vor der Öffentlichkeit= dem Netz zu verbergen.
Und ich glaube sogar, daß das der Zivilgesellschaft langfristig nutzen kann. Wenn jeder von jedem alles weiß, wird das sich erheben über andere, seien es Personen oder Gruppen, schwerer.

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Nur, was spricht gegen eine Evolution, die sich bemüht, allen die Vorteile klarzumachen und Risiken minimiert? Man könnte ein AKW billiger auch ohne Hülle bauen, und das ist es, was mich so nervt: Nicht, dass sich etwas ändert. Sondern die totalitären Socken, die das durchpeitschen wollen, gerade weil es andere nicht wollen, weil deren Nachteil zu ihrem kleinen Vorteil gereicht. Weil sie damit endlich mal aus ihren kleinen Löchern ganz nach vorne an die Spitze der Entwicklung kommen. Und solche SAler des eingebildeten Fortschritts sind nicht digtal oder neu. Das ist die Überhebung, die ich sehe: Der Zwang und die Macht derjenigen, die ihn ausüben wollen. Es geht nicht um Freiwilligkeit und Überzeugung, um Demokratie und Persönlichkeitsrechte. Es geht um einen Konzern und seine Mitläufer. den Konzern muss die Politik zu Klump schiessen. Die Mitläufer muss man im Internet rundmachen.

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Ulf Poschardt

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Das Komische ist doch: Die Kritik kommt nicht von Angsthasen und Kleingeistern und Internetausdruckern, sondern durchaus von Leuten, die sehr genau wissen, wie man im Internet präsent ist, und die Probleme beherrschen. Im Gegensatz zu Seemann bin ich nicht wegen Bilderklau bei der FAZ rausgeflogen, und meine Referenzen sind nicht wie bei Jens Best schale Behauptungen. Ich muss auch nicht a la Sixtus schleichwerben. Ich verdiene mein Geld mit dem Internet, ich bin einer von 10 Bloggern in diesem Land, die davon leben können, und einer von vielleicht 3 oder 4, die damit sogar auf einem Niveau leben, das nicht nur in Berlin denkbar ist. Ich finde das Internet toll! Aber nicht Datenmissbrauch auf Zwang, weil es im Internet geht.

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Gegen Datenmißbrauch
bin ich sicherlich auch, ich sehe ihn nur bei streetview nicht. Ganz im Gegensatz zu den Adreßverlagen, bei denen sich keiner über deren Gebaren aufregt, weil es unsichtbar ist. Natürlich kann man streetview und Co. verbieten, aber ich sage mal provokant: wir befänden uns dann in " guter Gesellschaft" mit Staaten wie z.B. Nordkorea. Oder Kuba.
Eine freie Gesellschaft sollte die Bilddarstellung des öffentlichen Raums- und dazu gehören Fassaden und auch Vorgärten- begrüßen und dem Individuum einräumen, seinen Vorgarten auszunehmen. Was ja auch seitens google geschieht. Alles andere führt uns auf die Rutsche in Richtung Unfreiheit.

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Oh, nichts gegen Darstellung. Aber sehr wohl was gegen Verknüpfung, Lokalisiserung, Kontrolle, Überwachung. Oder anders. Bei Google Streetview sähe man bei mir ein sauber restauriertes Baudenkmal erster Güte und bei vielen Befürwortern einen abgefuckten Block in Berlin. Nehmen wir mal an, wir hätten die gleiche Qualifikation, oder würden uns um eine neue Wohnung in Stuttgart bewerben, und man sähe das: Wen würde man als Vermieter oder Mitarbeiter nehmen? Bei wem würde man einen Einkommensnachweis verlangen?

Natürlich wäre das nicht gerecht, und natürlich kann man die Welt beklagen, wegen ihres Zustandes. Aber so ist es, und es wird sich nie ändern.

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"...und würde den öffentlichen Raum verdienstvoll ins Reich der Träume ausweiten."
Street View als Initialzündung für eine geschmackvolle architektonische (was war das noch mal gleich?) Erneuerung der Republik? Äh...
stimmviech, bitte argumentieren Sie doch lieber selbst weiter.

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@sephor
Stimmt, manches an Pochardts Artikel würde ich so nicht sehen.
@donalphons: Jeder neue Mieter muß doch heute eine Schufaauskunft beibringen. Und einen Einkommensnachweis. Die Datensammlungen, die wirklich in die Privatsphäre eindringen, sind also schon vorhanden. Kredite werden schon heute nach Wohngegend vergeben, für die Arbeitsplatzvergabe zählen wohl eine Mischung aus Vitamin B und formeller Ausbildung mehr als das Wohnhaus. Ich bleibe dabei: gerade die Aufregung über streetview zeigt, daß die Deutschen in ihrer Mehrheit rückständig und hintlerwäldlerisch sind. Sonst gäbe es mehr Proteste gegen Videoüberwachung und Co. Idee: vielleicht sollte google sein Angebot streetsurvaillance nennen und einen Sicherheitsalarmknopf beifügen. Auch wenn das völlig sinnfrei wäre, die Deutschen fänden es vermutlich gut.

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Nö. Bei uns nicht. Bei mir zählt nur das Bauchgefühl.

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Nun haben
Sie eine lange Vermietererfahrung. Ich vermiete nur eine Wohnung zum Selbstkostenpreis an den Sohn eines Bekannten, ehemals Drogenabhängig. Natürlich habe ich da keine Schufaauskunft eingeholt, ich habe mich auf mein Bauchgefühl verlassen und es hat mich im Wesentlichen nicht getrogen über jetzt 3 Jahre hinweg. An sich aber ist das riskant, da geübte Mietnomaden sehr fähig im Täuschen sind.

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Das ist mir durchaus klar, aber ich weigere mich, Leute zu demütigen, wenn sie mir nichts getan haben. Die Mieterin in München vor dem jetzigen Mieter etwa hatte so einige Probleme, und dabei war sie eher der übliche Fall einer jungen Frau, die das Studium beendet hatte.

Unabhängig davon: Ich denke, dass Streetview endlich eine gute Gelegenheit ist, etliche Probleme nicht nur anzugehen, sondern dafür auch ein Bewusstsein zu schaffen. Wenn es dabei gelingt, weitere Schritte einzuleiten und das Internet schöner zu machen - prima. Ich befürchte aber, dass es zumindest auf der anderen Seite zu einer reinen ABM-Massnahme für Micheal Seemann, sascha Lobo, Mario Sixtus und anderen wird, denen schon länger nicht mehr viel gelungen ist. Gerade Seemann wird in den letzten Tagen gefühlt haben, wie es ist, wenn man nicht mehnr für Bilderklau grosszügig bezahlt wird.

Aber immer noch besser so, als wenn der seinen kranken Scheiss immer noch bei der FAZ abladen könnte.

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Sie haben sicher recht:
Geld verdienen als Apologet der reinen Internetlehre ist einmal schwierig und dann ermutigt es zu Aktionen, die man ohne Gelddurst nie getätigt hätte.
Ich fürchte, daß uns die Repräsentanten des rückständigen Deutschlands nun einen Sonderweg verordnen, der google nicht weiter stört, wohl aber alle, die Spaß an den neuen Möglichkeiten des Internet haben und vielleicht auch damit Geld verdienen, beispielsweise im Tourismus. Unsere Nachbarländer freut es sicher, wenn die Touristen in Orte und Hotels fahren , die sie sich schon vorher mal ansehen konnten.

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Das wird vermutlich wirklich der Treppenwitz bei der ganzen Sache sein. Weder auf die eine, noch auf die andere Weise wird irgendjemand in der Bundesrepublik profitieren. Ausser natürlich die Firmen, die uns sowieso schon in ihren Datenbanken haben.

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Datenbanken
Und die STASI nicht vergessen!!!
Die gibt es noch immer!
Im Jahre 1989 ist niemand an die Wand gestellt worden.
Man ist fast geneigt "leider" zu sagen/

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Und nochmals STREETVIEW:

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