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Dienstag, 12. Oktober 2010
2 Jahre Dreck, Undank und Brutalität
Letzthin war ich bei meinem Fotohändler am Tegernsee, und sagte, falls es nochmal eine kleine Ricoh bekäme, sollte er mir Bescheid sagen.
Das würde er ganz sicher nicht tun, denn fast alle Ricohs, die er damals verkauft habe, seien als Garantie zurück gegangen. Immer das gleiche Problem, die hakende Objektivmechanik, nach kürzester Zeit. Er habe sich wie ein Paketversand gefühlt, und das könnte er den Kunden nicht mehr verkaufen.
Aha, sagte ich. Nun, meine Ricoh R8, die ich vor zwei Jahren bei ihm kaufte, hat alles mitgemacht:
Mehrfach vom Rodel, Tisch, aus dem Auto, vom Berg aufs Geröll gefallen. Mal offen, mal geschlossen.
Sicher ein Dutzend Mal eine volle Ladung Schnee oder Matsch abbekommen, von Regen erst gar nicht zu reden.
Weit über 10.000 Bilder gemacht.
Auf jeder Reise dabei gewesen.
Zweimal bin ich beim Bergsteigen draufgefallen.
Praktisch jeden Tag in der Tasche: Den Aufkleber des Ladens kann man nicht mehr entziffern.
Vier mal war sie so zugesaut, dass die Mechanik wirklich nicht mehr ging. Aber nach ein paar Mal Ein- und Ausschalten war alles wieder gut.
Sie hat eine kleine Macke in der maximalen Zoomstellung entwickelt, da kann sie nicht mehr scharf stellen und zieht das Objektiv zurück.
Der Akku hält immer noch 200 Bilder. Es ist eine famose Kamera. Manchmal frage ich mich, ob all die Leben ihrer verfehlten Geschwister nicht in ihr stecken. Zur l'Eroica musste sie trotzdem. Ich habe mit ihr die schlammige 1. Hälfte des Rennens gemacht, 42 Kilometer im sagenhaften Schlamm, der sogar mein Kombiwerkzeug in der gleichen Tasche zugesaut hat - dann schlossen die Lamellen nicht mehr. Nach 80 Bildern in einem Matsch, der auch Fahrradmechanik den Garaus machte.

Ich befürchtete schon... aber dann nahm ich eine Nadel, ruckelte etwas daran herum, und siehe da. Sie geht noch.
Und deshalb möchte ich mich hier bei dieser kleinen, tapferen und starken Ricoh bedanken, von der die meisten Bilder der letzten 2 Jahre hier im Blog kamen.
Das würde er ganz sicher nicht tun, denn fast alle Ricohs, die er damals verkauft habe, seien als Garantie zurück gegangen. Immer das gleiche Problem, die hakende Objektivmechanik, nach kürzester Zeit. Er habe sich wie ein Paketversand gefühlt, und das könnte er den Kunden nicht mehr verkaufen.
Aha, sagte ich. Nun, meine Ricoh R8, die ich vor zwei Jahren bei ihm kaufte, hat alles mitgemacht:
Mehrfach vom Rodel, Tisch, aus dem Auto, vom Berg aufs Geröll gefallen. Mal offen, mal geschlossen.
Sicher ein Dutzend Mal eine volle Ladung Schnee oder Matsch abbekommen, von Regen erst gar nicht zu reden.
Weit über 10.000 Bilder gemacht.
Auf jeder Reise dabei gewesen.
Zweimal bin ich beim Bergsteigen draufgefallen.
Praktisch jeden Tag in der Tasche: Den Aufkleber des Ladens kann man nicht mehr entziffern.
Vier mal war sie so zugesaut, dass die Mechanik wirklich nicht mehr ging. Aber nach ein paar Mal Ein- und Ausschalten war alles wieder gut.
Sie hat eine kleine Macke in der maximalen Zoomstellung entwickelt, da kann sie nicht mehr scharf stellen und zieht das Objektiv zurück.
Der Akku hält immer noch 200 Bilder. Es ist eine famose Kamera. Manchmal frage ich mich, ob all die Leben ihrer verfehlten Geschwister nicht in ihr stecken. Zur l'Eroica musste sie trotzdem. Ich habe mit ihr die schlammige 1. Hälfte des Rennens gemacht, 42 Kilometer im sagenhaften Schlamm, der sogar mein Kombiwerkzeug in der gleichen Tasche zugesaut hat - dann schlossen die Lamellen nicht mehr. Nach 80 Bildern in einem Matsch, der auch Fahrradmechanik den Garaus machte.

Ich befürchtete schon... aber dann nahm ich eine Nadel, ruckelte etwas daran herum, und siehe da. Sie geht noch.
Und deshalb möchte ich mich hier bei dieser kleinen, tapferen und starken Ricoh bedanken, von der die meisten Bilder der letzten 2 Jahre hier im Blog kamen.
donalphons, 01:52h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 11. Oktober 2010
Messenendspurt
Letztlich ist es in der Buchmessenzeitung ja eine kleine Serie über E-Books und den Betrieb geworden; eine Art 20.000-Zeichen-Beitrag mit fünf Folgen, und
hier geht es um das Nutzergefühl und
hier um das grössere Fazit.
Ich glaube, dass es einen Unterschied zwischen jenen gibt, die an einen Fortschritt glauben, und jenen, die fortschrittsgläubig sind. Klingt wie Wortklauberei, ist es aber nicht (und ich bitte dabei auch diesen Beitrag von Christian Jakubetz zu lesen). Das Elend am Fortschritt ist, dass er stets eine Menge Marktschreier und Scharlatane begünstigt. Das Elend am Beharren ist, dass es den Dummen, Bornierten und Verbohrten zum Schaden aller in die Hände arbeitet. Das ist nicht neu, jede Entwicklung geht auf einem schmalen Grat und rutscht immer wieder auf eine der beiden Seiten hinab. Die einen argumentieren mit Prognosen, die anderen mit veralteten Daten. Der grosse Schub kommt immer erst im vierten Quartal, die Verluste sind vorbei, jetzt konsolidiert man sich, so wird die Meinungsführerschaft auf beiden Seiten behauptet und Kritik mundtot gemacht. Und beide Seiten nisten sich in ihrer Attitüde ein.
Der Fortschritt, nach meiner Überzeugung zumeist eine Evolution und recht nachdenklich, ist beiden verhasst: Den einen zu langsam und den anderen zu zweifelnd. Und so gibt es Leute, die das Erreichte gleich wieder einplanieren wollen, weil es ihnen nicht gross und toll genug ist: Blogs brachten nichts, lasst uns was ganz FETT anderes machen. Und es gibt Leute, die das Errreichte klein halten wollen, weil es ihrer Bräsigkeit und Sitzfleischhaftigkeit widerspricht: Nur Gefasel, das neue Zeug, das schalten wir gare nicht frei oder machen es absichtlich so mies, dass denen, die es wollen, der Spass vergeht.
Das ist das Elend in den Medien, und resignierend möchte ich - hier, bewusst nicht in der FAZ - sagen: Was Bücher erwarten wird, in den nächsten Jahren, ist die Übertragung dieser die Medien ruinierenden Haltung. Ich glaube nicht, dass das E-Book den Buchmarkt ruinieren wird. Das ist nur ein Format. Menschen, ihre Gewohnheiten und Dummheiten ruinieren Märkte. Kunden, die bei Thalia kaufen, Verlage, die auf Form und Hype statt Inhalt setzen, Agenten, die nach neuen Typen von Autoren suchen und Windbeutel finden, hektische Bewegungen und Trends statt interessiertes Beobachten und Lernen. Vielleicht kommt das EBook, aber der Markt wird dann kein Buchmarkt mehr sein, sondern eingebundener Dreck zwischen SPON und BILD. Haben wir ja heute schon. Nur haben wir dann nicht mehr die Wahl, das abzulehnen.
hier geht es um das Nutzergefühl und
hier um das grössere Fazit.
Ich glaube, dass es einen Unterschied zwischen jenen gibt, die an einen Fortschritt glauben, und jenen, die fortschrittsgläubig sind. Klingt wie Wortklauberei, ist es aber nicht (und ich bitte dabei auch diesen Beitrag von Christian Jakubetz zu lesen). Das Elend am Fortschritt ist, dass er stets eine Menge Marktschreier und Scharlatane begünstigt. Das Elend am Beharren ist, dass es den Dummen, Bornierten und Verbohrten zum Schaden aller in die Hände arbeitet. Das ist nicht neu, jede Entwicklung geht auf einem schmalen Grat und rutscht immer wieder auf eine der beiden Seiten hinab. Die einen argumentieren mit Prognosen, die anderen mit veralteten Daten. Der grosse Schub kommt immer erst im vierten Quartal, die Verluste sind vorbei, jetzt konsolidiert man sich, so wird die Meinungsführerschaft auf beiden Seiten behauptet und Kritik mundtot gemacht. Und beide Seiten nisten sich in ihrer Attitüde ein.
Der Fortschritt, nach meiner Überzeugung zumeist eine Evolution und recht nachdenklich, ist beiden verhasst: Den einen zu langsam und den anderen zu zweifelnd. Und so gibt es Leute, die das Erreichte gleich wieder einplanieren wollen, weil es ihnen nicht gross und toll genug ist: Blogs brachten nichts, lasst uns was ganz FETT anderes machen. Und es gibt Leute, die das Errreichte klein halten wollen, weil es ihrer Bräsigkeit und Sitzfleischhaftigkeit widerspricht: Nur Gefasel, das neue Zeug, das schalten wir gare nicht frei oder machen es absichtlich so mies, dass denen, die es wollen, der Spass vergeht.
Das ist das Elend in den Medien, und resignierend möchte ich - hier, bewusst nicht in der FAZ - sagen: Was Bücher erwarten wird, in den nächsten Jahren, ist die Übertragung dieser die Medien ruinierenden Haltung. Ich glaube nicht, dass das E-Book den Buchmarkt ruinieren wird. Das ist nur ein Format. Menschen, ihre Gewohnheiten und Dummheiten ruinieren Märkte. Kunden, die bei Thalia kaufen, Verlage, die auf Form und Hype statt Inhalt setzen, Agenten, die nach neuen Typen von Autoren suchen und Windbeutel finden, hektische Bewegungen und Trends statt interessiertes Beobachten und Lernen. Vielleicht kommt das EBook, aber der Markt wird dann kein Buchmarkt mehr sein, sondern eingebundener Dreck zwischen SPON und BILD. Haben wir ja heute schon. Nur haben wir dann nicht mehr die Wahl, das abzulehnen.
donalphons, 01:57h
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Ich war eingeladen
Ich war dort. (Und es klingt vielleicht negativer, als es gemeint ist. Meine innere. negative Weltsicht passt sich nur knirschend positiv drehenden Veranstaltungen an)

Manchmal frage ich mich, was mich so verändert hat. Ist es einfach nur das Alter? Die Erfahrung? Die New Economy? Die einsetzende Unbeweglichkeit? Bin ich einfach nur unsozial geworden, ein wenig früh, aber sicher nicht zu spät?
Ich besuche Einladungen, weil ich eingeladen bin, und wenn ich denke, dass es angenehm wird. Aber mir fehlt der Elan, restlos begeistert zu sein. Lustigerweise war auch der Besitzer jenes Hotels in den Bergen da, dem (und der bayerischen Staatsregierung) ich die beiden besten Empfänge der New Economy verdanke: Damals war ich, war es dezidiert anders. Früher gab es Einladungen, zu denen ich gern ging, und andere, zu denen weniger gern ging. Aber ich ging meistens. Heute gehe ich so gut wie nie, wegen Desinteresse. Wenn ich noch auf einer Podiumsdiskussion bin, und dann die Frage gestellt wird, ob wir uns nachher noch zusammensetzen und das tun, was vielen wichtig ist - die Chancen für Weiteres ausloten - habe ich vorher immer schon einen überzeugenden Vorwand, es nicht zu tun.

Es ist mir auf solchen Empfängen angenehm, einen unscheinbaren Realnamen zu haben, der nicht auffällt - den kann man quasi als Pseudonym nehmen, ohne dass Leute, mit dene man nicht reden möchte, eine Chance haben, einen gleich zuzutexten. Es gab da im Vorfeld eine gewisse Befürchtung, die dann auch prompt auf mich zusteuerte, Typus Kontaktemacher, Witzfigur von Spiegel Onschleim, der mich mit diesem Namen gleich als "keine Ahnung wer das sein soll" einsortierte, und sich weiter drückte, zu anderen, mit denen er mehr anfangen konnte. Und mir den Dialog ersparte:
"Ah, Sie sind Don Alphonso! Ich habe ja schon so viel von Ihrem Blog gehört."
"Nun, ich habe Ihren schleichwerbenden Blogversuch in der Gosse drüben sogar gelesen und würde jetzt gerne duschen gehen."

Immerhin war ich pünktlich am Hotel, trotz 320 Kilometer Anreise und etlichen Staus, 15 Minuten zu früh, und dann wusste ich auch wieder sofort, warum ich die Buchmesse nicht mag: Da war ein Jungautor vor mir. Nichts gegen finanzielle Probleme und abgerissene Hosen, aber wie man, wenn die anderen offensichtlich nur schnell den Schlüssel brauchen, 15 Minuten den Betrieb aufhalten kann, um die Dame am Empfang mit einer Recherche für die billigsten Möglichkeiten in Frankfurt zu blockieren, die man auch hätte selbst im Netz durchführen konnte - Iphone hatte er natürlich, WLAN ist überall vorhanden - das ist mir rätselhaft.
Da stand ich dann und musste mir Fragen anhören wie "Gibt es hier auch Taxis, die Nachts einen Sonderpreis machen" oder "Wenn ich nur schnell was mampfen will, wo gehe ich da hin?" Das passiert halt, wenn Verleger meinen, in Berlin finden sie angesagte Erstlingsautoren, und ihnen das Zimmer, aber sonst nichts stellen.

Tags drauf dann: Wieder daheim, und allein über Wiesen und Felder.

Manchmal frage ich mich, was mich so verändert hat. Ist es einfach nur das Alter? Die Erfahrung? Die New Economy? Die einsetzende Unbeweglichkeit? Bin ich einfach nur unsozial geworden, ein wenig früh, aber sicher nicht zu spät?
Ich besuche Einladungen, weil ich eingeladen bin, und wenn ich denke, dass es angenehm wird. Aber mir fehlt der Elan, restlos begeistert zu sein. Lustigerweise war auch der Besitzer jenes Hotels in den Bergen da, dem (und der bayerischen Staatsregierung) ich die beiden besten Empfänge der New Economy verdanke: Damals war ich, war es dezidiert anders. Früher gab es Einladungen, zu denen ich gern ging, und andere, zu denen weniger gern ging. Aber ich ging meistens. Heute gehe ich so gut wie nie, wegen Desinteresse. Wenn ich noch auf einer Podiumsdiskussion bin, und dann die Frage gestellt wird, ob wir uns nachher noch zusammensetzen und das tun, was vielen wichtig ist - die Chancen für Weiteres ausloten - habe ich vorher immer schon einen überzeugenden Vorwand, es nicht zu tun.

Es ist mir auf solchen Empfängen angenehm, einen unscheinbaren Realnamen zu haben, der nicht auffällt - den kann man quasi als Pseudonym nehmen, ohne dass Leute, mit dene man nicht reden möchte, eine Chance haben, einen gleich zuzutexten. Es gab da im Vorfeld eine gewisse Befürchtung, die dann auch prompt auf mich zusteuerte, Typus Kontaktemacher, Witzfigur von Spiegel Onschleim, der mich mit diesem Namen gleich als "keine Ahnung wer das sein soll" einsortierte, und sich weiter drückte, zu anderen, mit denen er mehr anfangen konnte. Und mir den Dialog ersparte:
"Ah, Sie sind Don Alphonso! Ich habe ja schon so viel von Ihrem Blog gehört."
"Nun, ich habe Ihren schleichwerbenden Blogversuch in der Gosse drüben sogar gelesen und würde jetzt gerne duschen gehen."

Immerhin war ich pünktlich am Hotel, trotz 320 Kilometer Anreise und etlichen Staus, 15 Minuten zu früh, und dann wusste ich auch wieder sofort, warum ich die Buchmesse nicht mag: Da war ein Jungautor vor mir. Nichts gegen finanzielle Probleme und abgerissene Hosen, aber wie man, wenn die anderen offensichtlich nur schnell den Schlüssel brauchen, 15 Minuten den Betrieb aufhalten kann, um die Dame am Empfang mit einer Recherche für die billigsten Möglichkeiten in Frankfurt zu blockieren, die man auch hätte selbst im Netz durchführen konnte - Iphone hatte er natürlich, WLAN ist überall vorhanden - das ist mir rätselhaft.
Da stand ich dann und musste mir Fragen anhören wie "Gibt es hier auch Taxis, die Nachts einen Sonderpreis machen" oder "Wenn ich nur schnell was mampfen will, wo gehe ich da hin?" Das passiert halt, wenn Verleger meinen, in Berlin finden sie angesagte Erstlingsautoren, und ihnen das Zimmer, aber sonst nichts stellen.

Tags drauf dann: Wieder daheim, und allein über Wiesen und Felder.
donalphons, 01:56h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 9. Oktober 2010
New Economy für Bücher
Gewaltige Summen im Netz versenken!
Kaum Umsätze machen!
Am Bedarf vorbei entwickeln!
Grosskotzige Revolutionssprüche ablassen!
Nichts dazu lernen!
Und am Ende auch das Versagen nicht zugeben, sondern neu für neue Verluste umdisponieren!
Dazu braucht man kein durchgeknallter Gründer sein, keine koksbetriebene Marketingkleiderstange, kein Psychopath mit falscher Bilanz - nein, so etwas passiert auch im allerkonservativsten Börsenverein des deutschen Buchhandels.
De facto Final für as E-Book-Portal Libreka als B2C Anbieter. 100 Punkte bitte.
Kaum Umsätze machen!
Am Bedarf vorbei entwickeln!
Grosskotzige Revolutionssprüche ablassen!
Nichts dazu lernen!
Und am Ende auch das Versagen nicht zugeben, sondern neu für neue Verluste umdisponieren!
Dazu braucht man kein durchgeknallter Gründer sein, keine koksbetriebene Marketingkleiderstange, kein Psychopath mit falscher Bilanz - nein, so etwas passiert auch im allerkonservativsten Börsenverein des deutschen Buchhandels.
De facto Final für as E-Book-Portal Libreka als B2C Anbieter. 100 Punkte bitte.
donalphons, 03:31h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 8. Oktober 2010
Weit weg von Gaiole liegt Frankfurt
Eigentlich ist es ja ganz gut, dass ich mit Frankfurt nie warm wurde. Da ist es auch nicht so schlimm, wenn meine Aversionen in den letzten 24 Stunden nicht unbedingt kleiner wurden. Ich war ja enorm dreckig im Chianti - aber wirklich so, dass ich mich am liebsten unter einen Brunnen gelegt hätte, fühlte ich mich erst, als ich wieder aus Frankfurt daheim war.

Zu Buchmessezeiten wird in Frankfurt eben besonders viel gelogen, aber es ist eine seltsame Sache; man steht auf, fährt hin, und kaum kommt man an, geht es gleich los mit Dingen, für die kein normaler Mensch aufstehen würde. Der Betrieb lässt eben nichts unversucht, einen in Reih und Glied zurückzuscheuchen. Sei nett, dann sind wir auch nett. Leider klingt das für mich nach: Finde Dich mit dem Morast ab, dann macht Dir der Morast nichts mehr aus.
Dafür scheint heute in Bayern wieder die Sonne, es ist warm und eine der letzten Gelegenheiten, das Rennrad in die Hügel zu bemühen, bevor es Zeit wird, die Bergradl auszupacken. Es gab da einen spassigen Dialog zwischen zwei Menschen, die mich (und das Blog hier) kennen; einer sieht mich selten und der andere oft. Derjenige, der mich selten sieht, sagte zum anderen ob meines Radlbildes, ich würde da den Bauch einziehen. Dabei stimmt es: Man kann einfach nicht dick werden, wenn man täglich 30, 40 Kilometer oder mehr radelt. Oder schiebt, je nachdem.

Man muss es so sehen: Je mehr ich radle, desto mehr Torte kann ich ungestraft essen. Einerseits war die l'Eroica ein Erfolg, weil ich gemerkt habe, was unter schlechten Voraussetzungen - angeknackste Rippen, Stechen beim Atmen und die Folgen der Asthmaanfälle in den letzten Jahren durch Heuschnupfen - noch geht, und, etwas mehr Training vorausgesetzt, auch noch mehr gehen könnte. Andererseits wird rückblickend auch klar, dass es schon jetzt Dinge gibt, die nie mehr so wie früher möglich sein werden. Gaiole hat mich sehr brutal auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Sie sind nicht schlimm, aber nachhaltig: Ich muss etwas tun, um nicht gegen das Altern zu verlieren. Und ich bin zu alt geworden, um mich mit der Leichtigkeit der Jugend mit Unakzeptablem abzufinden und andere Wege zu suchen.
Aber keine Sorge, das hier wird kein Rennsportblog: Für weitere Anstrengungen wird das Hinterhaus sorgen, wo ich heute schon mal etwas überlegt habe. Man muss etwas tun, man kann es nicht so einfach verkommen lassen, selbst wenn es viel Arbeit ist: Die enormen Immobilienpreise in dieser Region und gerade in der Altstadt zwingen dazu. Es gab auch ein paar positive Überraschungen; die Treppe etwa ist in einem erheblich besseren Zustand als gedacht, und ich denke, man kann auch die Türen retten. Die Hauptprobleme werden das Dach, das Sanitärproblem und die Heizung, und die langen Debatten, wie man das machen kann. Das wird ein heisser Winter, nehme ich an. Bevor es dann wieder nach Italien geht, zu Mille Miglia und anderen Vergnügungen. In Gaiole waren übrigens auch diese Herren:

Abgesandte des Tweed Run aus London, der 2011 erheblich grösser und besser werden soll. Das könnte ein schönes Aufwärmen nach dem Rodeln und vor der Mille Miglia werden. Und in jeder Hinsicht besser als die Leipziger Buchmesse. Denn das Leben, das ist ausserhalb der Messehallen. Darin sind nur klägliche Versuche kläglicher Verlage, eine Zukunft zu gestalten, die keine Gegenwart hat.

Zu Buchmessezeiten wird in Frankfurt eben besonders viel gelogen, aber es ist eine seltsame Sache; man steht auf, fährt hin, und kaum kommt man an, geht es gleich los mit Dingen, für die kein normaler Mensch aufstehen würde. Der Betrieb lässt eben nichts unversucht, einen in Reih und Glied zurückzuscheuchen. Sei nett, dann sind wir auch nett. Leider klingt das für mich nach: Finde Dich mit dem Morast ab, dann macht Dir der Morast nichts mehr aus.
Dafür scheint heute in Bayern wieder die Sonne, es ist warm und eine der letzten Gelegenheiten, das Rennrad in die Hügel zu bemühen, bevor es Zeit wird, die Bergradl auszupacken. Es gab da einen spassigen Dialog zwischen zwei Menschen, die mich (und das Blog hier) kennen; einer sieht mich selten und der andere oft. Derjenige, der mich selten sieht, sagte zum anderen ob meines Radlbildes, ich würde da den Bauch einziehen. Dabei stimmt es: Man kann einfach nicht dick werden, wenn man täglich 30, 40 Kilometer oder mehr radelt. Oder schiebt, je nachdem.

Man muss es so sehen: Je mehr ich radle, desto mehr Torte kann ich ungestraft essen. Einerseits war die l'Eroica ein Erfolg, weil ich gemerkt habe, was unter schlechten Voraussetzungen - angeknackste Rippen, Stechen beim Atmen und die Folgen der Asthmaanfälle in den letzten Jahren durch Heuschnupfen - noch geht, und, etwas mehr Training vorausgesetzt, auch noch mehr gehen könnte. Andererseits wird rückblickend auch klar, dass es schon jetzt Dinge gibt, die nie mehr so wie früher möglich sein werden. Gaiole hat mich sehr brutal auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Sie sind nicht schlimm, aber nachhaltig: Ich muss etwas tun, um nicht gegen das Altern zu verlieren. Und ich bin zu alt geworden, um mich mit der Leichtigkeit der Jugend mit Unakzeptablem abzufinden und andere Wege zu suchen.
Aber keine Sorge, das hier wird kein Rennsportblog: Für weitere Anstrengungen wird das Hinterhaus sorgen, wo ich heute schon mal etwas überlegt habe. Man muss etwas tun, man kann es nicht so einfach verkommen lassen, selbst wenn es viel Arbeit ist: Die enormen Immobilienpreise in dieser Region und gerade in der Altstadt zwingen dazu. Es gab auch ein paar positive Überraschungen; die Treppe etwa ist in einem erheblich besseren Zustand als gedacht, und ich denke, man kann auch die Türen retten. Die Hauptprobleme werden das Dach, das Sanitärproblem und die Heizung, und die langen Debatten, wie man das machen kann. Das wird ein heisser Winter, nehme ich an. Bevor es dann wieder nach Italien geht, zu Mille Miglia und anderen Vergnügungen. In Gaiole waren übrigens auch diese Herren:

Abgesandte des Tweed Run aus London, der 2011 erheblich grösser und besser werden soll. Das könnte ein schönes Aufwärmen nach dem Rodeln und vor der Mille Miglia werden. Und in jeder Hinsicht besser als die Leipziger Buchmesse. Denn das Leben, das ist ausserhalb der Messehallen. Darin sind nur klägliche Versuche kläglicher Verlage, eine Zukunft zu gestalten, die keine Gegenwart hat.
donalphons, 17:28h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 6. Oktober 2010
Härter als die l'Eroica
Daheim wartete eine Nachricht auf mich. Nicht wirklich extrem überraschend, aber doch so, dass ich sagte: Endlich klare Verhältnisse. Das Hinterhaus steht ab Januar für die Restaurierung zur Verfügung.

Auf den ersten Blick sieht man, dass hier in den letzten 45 Jahren keine Sanierung mehr stattgefunden hat, weil: Aufgrund von Gründen unmöglich. Und der Ausbau davor war auch nicht gerade das, was man heute als stilsicher bezeichnen würde. Immerhin aber entstand damals Raum, für den man heute kaum mehr Baugenehmigungen bekommen würde. Es ist eine grössere Aufgabe, aus diesem Problem - und es ist eines, aufgrund vieler kleiner Einzelheiten - wieder ein Schmuckstück zu machen, aber die Alternative wäre ein Abriss, und der würde nur Geld kosten und eine Freifläche hinterlassen, von der niemand etwas hätte.
Da wird einiges zu tun sein. Man beachte nur den oberen Balkon: da ist Rost, aber ich habe vor ein paar Jahren mal einen Kostenvoranschlag miterlebt, bei dem so ein Geländer neu gemacht werden sollte: Es lohnt sich, da selbst zu schleifen, die Zwischenräume mit Streben zu füllen und selbst zu streichen. Neu kostet der Spass schnell 5000 Euro. Da kommt eine Menge Arbeit auf mich zu. KLassische Don Alphonso Arbeit, richtige Arbeit, nicht nur so ein paar Zeilen für das Buchmesseblog runterschreiben, über Hegemänner und andere, die ich da hinten gern zu schlecht bezahlter, harter Arbeit abkommandiert sehen würde.

Auf den ersten Blick sieht man, dass hier in den letzten 45 Jahren keine Sanierung mehr stattgefunden hat, weil: Aufgrund von Gründen unmöglich. Und der Ausbau davor war auch nicht gerade das, was man heute als stilsicher bezeichnen würde. Immerhin aber entstand damals Raum, für den man heute kaum mehr Baugenehmigungen bekommen würde. Es ist eine grössere Aufgabe, aus diesem Problem - und es ist eines, aufgrund vieler kleiner Einzelheiten - wieder ein Schmuckstück zu machen, aber die Alternative wäre ein Abriss, und der würde nur Geld kosten und eine Freifläche hinterlassen, von der niemand etwas hätte.
Da wird einiges zu tun sein. Man beachte nur den oberen Balkon: da ist Rost, aber ich habe vor ein paar Jahren mal einen Kostenvoranschlag miterlebt, bei dem so ein Geländer neu gemacht werden sollte: Es lohnt sich, da selbst zu schleifen, die Zwischenräume mit Streben zu füllen und selbst zu streichen. Neu kostet der Spass schnell 5000 Euro. Da kommt eine Menge Arbeit auf mich zu. KLassische Don Alphonso Arbeit, richtige Arbeit, nicht nur so ein paar Zeilen für das Buchmesseblog runterschreiben, über Hegemänner und andere, die ich da hinten gern zu schlecht bezahlter, harter Arbeit abkommandiert sehen würde.
donalphons, 23:18h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 5. Oktober 2010
Das ganze Rennen
mit 20000 Zeichen und 25 Bildern ist hier bei der FAZ.
(Eigentlich hatte ich etwas anderes vor, aber manchmal ist es besser, das, was einem wichtig ist, an einem Ort zu tun, wo es niemand unwichtig nehmen kann)
(Eigentlich hatte ich etwas anderes vor, aber manchmal ist es besser, das, was einem wichtig ist, an einem Ort zu tun, wo es niemand unwichtig nehmen kann)
donalphons, 17:56h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 5. Oktober 2010
Mit den Touristen kaufen
Das ist Monteriggione.

Wenn man von Florenz nach Siena fährt, sieht man den Ort mit seiner imposanten, fast schon idealtypisch runden Ringmauer zu spät, um noch schnell den Beschluss zu fassen, dort anzuhalten. Das ist nicht weiter schlimm, denn der Touristenparkplatz ist grösser als der historische Ortskern. Das Kastell wurde von den Sienesen angelegt, um eine Strasse zu bewachen und einen Rückzugsort nach Schlachten mit Florenz zu haben. Entsprechend karg und wenig relevant ist die Bebauung, ganz im Gegensatz zum ungleich bedeutenderen und heute kaum bekannten Kloster Isola in ein paar Kilometer Entfernung. In Monteriggione kann man anhalten, wenn man sich für Befestigungskunde der frühen Gotik interessiert, als aus kleinen, kompakten Burgen geplante Festungen wurden. Ansonsten ist es eine Touristenfalle.

Davor wird ja allgemein gewarnt. Irgendwann in den 90ern wurde es unfein, zu kaufen, wo die Touristen kauften. Das war nur was für Gläsermitbuntennudelnmitbringer, die den doppelten Preis für die halbe Qualität zahlten. Italien wurde zum Land für Kenner, hier ein Delikatessenladen und dort ein Weingut, in jenem Dorf gäbe es noch ein Genie, das Rahmen baute, und in jener Strasse einen Seidenwirker, dessen Tücher gut und billig wären. Weit ab vom Strom der Touristen arbeitet noch ein Schuster, und erst nach sieben Strassen findet man den besten Besenmacher und seine kleine Werkstatt...
Das war mitunter tatsächlich so. In einem höhlenartigen Gewölbe bei Malcesine gab es einen alten Mann, der jedes Rad fast umsonst reparierte und alle Lager sauber schmierte - heute ist dort ein Kleidungsgeschäft. Wie auch an Stelle der Bäckerei in einem Gässchen von Verona, die Zwiebelbrot machten, das richtig nach Zwiebeln schmeckte. Ich kenne noch einen Schuster, und ein paar unscheinbare Geschäfte mit gutem Essen, ein Haushaltswarengeschäft in Brixen und Meran. Der Rest in den kleinen Gassen und vergessenen Dörfern ist weg. Aber heute war ich in Monteriggione, und da ist obiges Schuhgeschäft.

Die Schuhe aus der zugehörigen Werkstatt sind dort nicht so perfekt verarbeitet, wie die Mantelassi-Monks, über die ich danach in Parma gestolpert bin. Handarbeit, Gebrauchsschuhe, wie Leder halt aussieht und riecht, wenn es gegerbt, von Hand geschnitten und nicht allzu sehr nachbearbeitet wird. Ich habe mich bemüht, kritisch zu sein, aber es gab daran nichts auszusetzen. Es ist nicht die beste Qualität, nicht im Mindesten so gut wie das, was ich morgen in Verona bekomme, aber um Klassen besser als der normale deutsche Fabrikschuh gleicher Preisklasse. Und zweifarbige Schuhe muss man nehmen, solange man sie kriegen kann.
Das ist jetzt nicht das erste Mal, dass es mir passiert, aber da ist auch etwas anderes: Italienische Männer tragen, wenn sie nicht gerade alt und vermögend sind, fast durchgehend miserable Schuhe, die sie in Ketten und Hallen mit Sconto-Aktionen erwerben. In Siena kaufen in den Geschäften der Altstadt nur die Touristen, und die Italiener unten in den langen Reihen der Industriegebiete, wo es billiger ist. Nicht billig, aber erheblich billiger. Made in Itlay ist das nur noch begrenzt. Was - jenseits von Louis-Vuiton-Taschen für die Frauen - handgemacht, teuer und hochwertig ist, sammelt sich an den Stellen, wo vor allem die Touristen sind. Womöglich, weil es andernorts nicht überleben kann. Das ist bitter. Aber besser so als anders.

Wenn man von Florenz nach Siena fährt, sieht man den Ort mit seiner imposanten, fast schon idealtypisch runden Ringmauer zu spät, um noch schnell den Beschluss zu fassen, dort anzuhalten. Das ist nicht weiter schlimm, denn der Touristenparkplatz ist grösser als der historische Ortskern. Das Kastell wurde von den Sienesen angelegt, um eine Strasse zu bewachen und einen Rückzugsort nach Schlachten mit Florenz zu haben. Entsprechend karg und wenig relevant ist die Bebauung, ganz im Gegensatz zum ungleich bedeutenderen und heute kaum bekannten Kloster Isola in ein paar Kilometer Entfernung. In Monteriggione kann man anhalten, wenn man sich für Befestigungskunde der frühen Gotik interessiert, als aus kleinen, kompakten Burgen geplante Festungen wurden. Ansonsten ist es eine Touristenfalle.

Davor wird ja allgemein gewarnt. Irgendwann in den 90ern wurde es unfein, zu kaufen, wo die Touristen kauften. Das war nur was für Gläsermitbuntennudelnmitbringer, die den doppelten Preis für die halbe Qualität zahlten. Italien wurde zum Land für Kenner, hier ein Delikatessenladen und dort ein Weingut, in jenem Dorf gäbe es noch ein Genie, das Rahmen baute, und in jener Strasse einen Seidenwirker, dessen Tücher gut und billig wären. Weit ab vom Strom der Touristen arbeitet noch ein Schuster, und erst nach sieben Strassen findet man den besten Besenmacher und seine kleine Werkstatt...
Das war mitunter tatsächlich so. In einem höhlenartigen Gewölbe bei Malcesine gab es einen alten Mann, der jedes Rad fast umsonst reparierte und alle Lager sauber schmierte - heute ist dort ein Kleidungsgeschäft. Wie auch an Stelle der Bäckerei in einem Gässchen von Verona, die Zwiebelbrot machten, das richtig nach Zwiebeln schmeckte. Ich kenne noch einen Schuster, und ein paar unscheinbare Geschäfte mit gutem Essen, ein Haushaltswarengeschäft in Brixen und Meran. Der Rest in den kleinen Gassen und vergessenen Dörfern ist weg. Aber heute war ich in Monteriggione, und da ist obiges Schuhgeschäft.

Die Schuhe aus der zugehörigen Werkstatt sind dort nicht so perfekt verarbeitet, wie die Mantelassi-Monks, über die ich danach in Parma gestolpert bin. Handarbeit, Gebrauchsschuhe, wie Leder halt aussieht und riecht, wenn es gegerbt, von Hand geschnitten und nicht allzu sehr nachbearbeitet wird. Ich habe mich bemüht, kritisch zu sein, aber es gab daran nichts auszusetzen. Es ist nicht die beste Qualität, nicht im Mindesten so gut wie das, was ich morgen in Verona bekomme, aber um Klassen besser als der normale deutsche Fabrikschuh gleicher Preisklasse. Und zweifarbige Schuhe muss man nehmen, solange man sie kriegen kann.
Das ist jetzt nicht das erste Mal, dass es mir passiert, aber da ist auch etwas anderes: Italienische Männer tragen, wenn sie nicht gerade alt und vermögend sind, fast durchgehend miserable Schuhe, die sie in Ketten und Hallen mit Sconto-Aktionen erwerben. In Siena kaufen in den Geschäften der Altstadt nur die Touristen, und die Italiener unten in den langen Reihen der Industriegebiete, wo es billiger ist. Nicht billig, aber erheblich billiger. Made in Itlay ist das nur noch begrenzt. Was - jenseits von Louis-Vuiton-Taschen für die Frauen - handgemacht, teuer und hochwertig ist, sammelt sich an den Stellen, wo vor allem die Touristen sind. Womöglich, weil es andernorts nicht überleben kann. Das ist bitter. Aber besser so als anders.
donalphons, 01:15h
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Brumm
Ich wusste ja schon immer, warum ich die Bahn nicht leiden kann. Unhoefliche, aufgeblasene, spiessige Langweilerbehoerde, die meint, Menschen das Demonstrieren verbieten zu koennen, weil, wer braucht schon Grundrechte. Geht doch nach Schwaben, wuerde man ihnen zurufen wollen. Aber da sind sie ja schon, mit den passenden Politikern.
Ich fahre jetzt mit dem Auto nach Mantua. Sehr fein, das.
Ich fahre jetzt mit dem Auto nach Mantua. Sehr fein, das.
donalphons, 11:51h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 3. Oktober 2010
Rückmeldung
Nachdem das Internet heute das ist, was Tante Imelda früher war - die Person, die immer wissen musste, ob man heil angekommen ist - hier das Bild von Kilometer 57, auf dem zu sehen sind der Kontrolleur, ein Schwein und eine arme Sau.

Letztere nämlich dachte sich, dass der elende Berg ja wohl vorbei sein muss, wenn Kontrolle und Verpflegung dort oben nach vielen ekelhaften Anstiegen angesiedelt sind. Die Dame, die das Bild machte, erklärte nachher, dass es noch 3 Kilometer bergauf ginge. Dann war es auch mit dem Lächeln vorbei, und bis Gaiole keuchte ich nur noch. Aber ich bin gesund, munter und habe es in der verlangten Zeit minus eine Stunde und mit einem Haufen Überholvorgängen, die Mehrheit zu meinen Gunsten geschafft. Gar nicht so schlecht für einen Mann in diesem schwierigen Alter.
Ansonsten hat es heftig geregnet, und entsprechend schlammig war die Angelegenheit, Das Schwein im Hintergrund war sicher sauberer als ich und die meisten, die mit mir unterwegs waren.

Letztere nämlich dachte sich, dass der elende Berg ja wohl vorbei sein muss, wenn Kontrolle und Verpflegung dort oben nach vielen ekelhaften Anstiegen angesiedelt sind. Die Dame, die das Bild machte, erklärte nachher, dass es noch 3 Kilometer bergauf ginge. Dann war es auch mit dem Lächeln vorbei, und bis Gaiole keuchte ich nur noch. Aber ich bin gesund, munter und habe es in der verlangten Zeit minus eine Stunde und mit einem Haufen Überholvorgängen, die Mehrheit zu meinen Gunsten geschafft. Gar nicht so schlecht für einen Mann in diesem schwierigen Alter.
Ansonsten hat es heftig geregnet, und entsprechend schlammig war die Angelegenheit, Das Schwein im Hintergrund war sicher sauberer als ich und die meisten, die mit mir unterwegs waren.
donalphons, 22:17h
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Wie sagte nicht die heilige Theresa so schön?
Bete nicht um eine kleinere Last, sondern um einen stärkeren Rücken.

Acht Stunden habe ich Zeit, um anzukommen. Wenn ich um 9 Uhr losfahre, bin ich um 17 Uhr spätestens wieder in Gaiole.

Werde ich es schaffen? Wird das Rad halten? Und die wichtigste aller Fragen: Radhose aus Lycra oder doch die Knickerbocker aus Cordsamt?
Man wird sehen. Aber solange kann man hier schon mal etwas lesen, das natürlich rein feuilletonistisch ist und fast gar nichts mit Stuttgart21 zu tun hat. Niemals!

Acht Stunden habe ich Zeit, um anzukommen. Wenn ich um 9 Uhr losfahre, bin ich um 17 Uhr spätestens wieder in Gaiole.

Werde ich es schaffen? Wird das Rad halten? Und die wichtigste aller Fragen: Radhose aus Lycra oder doch die Knickerbocker aus Cordsamt?
Man wird sehen. Aber solange kann man hier schon mal etwas lesen, das natürlich rein feuilletonistisch ist und fast gar nichts mit Stuttgart21 zu tun hat. Niemals!
donalphons, 07:05h
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Alteisen, zu schade für die Tonne
Das ist das Elend an solchen beruflichen Aufträgen:

1. kann man es sich nicht nochmals anders überlegen. Ich habe viel zu wenig Ausdauer und würde die Sache am liebsten abblasen.
2. gehöre ich ja zu jenen, die nie eine Gebrauchsanweisung lesen. Deshalb habe ich das mit den 1200 Höhenmetern erst bestätigt bekommen, als ich mich schon für die mittellange Strecke eingetragen habe. Davor dachte ich: 1200 Höhenmeter auf 75 Kilometer, das kann gar nicht sein, das ist nur ein Gerücht.
3. Gibt es dort einen Flohmarkt mit alten Radteilen, der sehr pittoresk ist. Anschauen kostet nichts. Alles andere ist sehr teuer. Mit Ausnahme der von mir lange gesuchten Knickerbocker, von denen ich gleich 2 Paar fand. Und die waren so billig, dass das dazu erstandene Trikot eines französischen Radrennens gar nicht mehr so teuer war (siehe vorletztes Bild, l'Historique, das musste einfach sein)

4. Der Verkaufer kam aus Frankreich und war ein Franzose vor dem Herrn. 80 Euro kostete der originalgetreue Spass aus kratzender Merinowolle und mit zwei Täschchen vorne, 100 gab ich ihm, aber die Kollegen waren weg und er konnte nur mit 15 herausgeben. Also gab es eine Flasche Wein zusätzlich mit - ein finanzieller Verlust für die Franzosen und ein Verlust für mich Antialkoholiker, gerecht geteilt.

5. Ich kann von diesem Tag höchstens 3 Bilder bringen. Zwei Raddetails, ein Bild einer Kontrolle mit Rad und Mensch. Morgen ist dann am Morgen das Schaulaufen mit Radlern aller Art vom Renner über die Feuerwehr bis zu den Bäckerrädern, und dann noch 2 Bilder vom Rennen, und eines von meinem Arbeitsgerät wollte ich auch noch... und schon ist es eines zu viel.

Sprich, die allermeisten Bilder des Tages sind für die Müllkippe auf meiner Festplatte. Gut, aber es gibt einfach zu viel. Und deshalb sind jetzt eben ein paar Eindrücke hier.

Ich werde bei der FAZ anfragen, ob ich vielleicht morgen eine kleine Fotostrecke basteln darf, als Vorgeschmack auf den eigentlichen Beitrag, aber selbst dabei würden die meisten Bilder auf dem Müll landen.





Hätte ich mich als Presse explizit angemeldet, hätte ich übrigens mit dem Auto mitfahren können. Und ob die Passagen über mein Leid so gut kommen, weiss ich ohnehin nicht.
Nun - man wird sehen.

1. kann man es sich nicht nochmals anders überlegen. Ich habe viel zu wenig Ausdauer und würde die Sache am liebsten abblasen.
2. gehöre ich ja zu jenen, die nie eine Gebrauchsanweisung lesen. Deshalb habe ich das mit den 1200 Höhenmetern erst bestätigt bekommen, als ich mich schon für die mittellange Strecke eingetragen habe. Davor dachte ich: 1200 Höhenmeter auf 75 Kilometer, das kann gar nicht sein, das ist nur ein Gerücht.
3. Gibt es dort einen Flohmarkt mit alten Radteilen, der sehr pittoresk ist. Anschauen kostet nichts. Alles andere ist sehr teuer. Mit Ausnahme der von mir lange gesuchten Knickerbocker, von denen ich gleich 2 Paar fand. Und die waren so billig, dass das dazu erstandene Trikot eines französischen Radrennens gar nicht mehr so teuer war (siehe vorletztes Bild, l'Historique, das musste einfach sein)

4. Der Verkaufer kam aus Frankreich und war ein Franzose vor dem Herrn. 80 Euro kostete der originalgetreue Spass aus kratzender Merinowolle und mit zwei Täschchen vorne, 100 gab ich ihm, aber die Kollegen waren weg und er konnte nur mit 15 herausgeben. Also gab es eine Flasche Wein zusätzlich mit - ein finanzieller Verlust für die Franzosen und ein Verlust für mich Antialkoholiker, gerecht geteilt.

5. Ich kann von diesem Tag höchstens 3 Bilder bringen. Zwei Raddetails, ein Bild einer Kontrolle mit Rad und Mensch. Morgen ist dann am Morgen das Schaulaufen mit Radlern aller Art vom Renner über die Feuerwehr bis zu den Bäckerrädern, und dann noch 2 Bilder vom Rennen, und eines von meinem Arbeitsgerät wollte ich auch noch... und schon ist es eines zu viel.

Sprich, die allermeisten Bilder des Tages sind für die Müllkippe auf meiner Festplatte. Gut, aber es gibt einfach zu viel. Und deshalb sind jetzt eben ein paar Eindrücke hier.

Ich werde bei der FAZ anfragen, ob ich vielleicht morgen eine kleine Fotostrecke basteln darf, als Vorgeschmack auf den eigentlichen Beitrag, aber selbst dabei würden die meisten Bilder auf dem Müll landen.





Hätte ich mich als Presse explizit angemeldet, hätte ich übrigens mit dem Auto mitfahren können. Und ob die Passagen über mein Leid so gut kommen, weiss ich ohnehin nicht.
Nun - man wird sehen.
donalphons, 03:26h
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