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Sonntag, 5. Dezember 2010
Nettes und weniger nettes Bloggen
Ich habe mein FAZ-Blog verliehen. In den Stützen der Gesellschaft steckt sehr viel Engagement und Arbeit, und so würde ich es nie leichtfertig verleihen - zumal die Erfahrungen mit bloggenden Journalisten nicht wirklich berauschend sind. Bezeichnenderweise war die junge Dame, bei der ich ein gutes Gefühl hatte, eine Seiteneinsteigerin und obendrein noch sehr frisch. Und an die Anforderungen, die ich gestellt habe - der Titel stand fest, und eine Gesellschaftsbeschreibung sollte es sein - hat sie sich prompt auch nur gerade so gehalten, dass es den Buchstaben, nicht aber meiner Absicht entsprach. Das wusste sie auch. Und ich mag es, wenn Leute sich nicht um Regeln kümmern.
Vor ein paar Jahren stand der Verdacht im Raum, hinter den plötzlich allerorten auftauchenden, oft FDP-nahen und hier sogenannten Neoconnards (Blogger am libertär-rechten Rand jener Internetschreiberei, der wir Politically Incorrect und anderes Widerliches verdanken) könnte es eine Art Steuerzentrale in der FDP und/oder der Friedrich-Naumann-Stiftung geben, die sich um Koordination, Logistik und Organisation einer Vorfeldbewegung im Internet kümmert. Das war die Zeit, als ich über Tage und Wochen hinweg massive Suchabfragen mit einschlägigen Suchwörtern hier im Blog hatte, weil es "jemand" systematisch nach verwertbarem Material durchkämmte. An der Blogbar war durch offensichtlich koordinierte Teams von Störern die Hölle los. Das ist insofern kein Problem gewesen, als ich dank der Unfähigkeit der Gegenseite selbst auf einem grossen Konvolut von Material sass und sitze, mit dem man dem einen oder anderen so richtig weh tun könnte, gell, Steckerlfisch? Wie auch immer: Diese Szene war nicht in der Lage, eine einheitliche Front zu bilden, und zerbrach folglich in einige kleinere Fraktionen. Dummerweise waren es ausgerechnet die Radikalsten, die die grössten Erfolge hatten; andere Projekte, die näher an der FDP waren und blieben, wurden bald wieder bedeutungslos. Jedenfalls, aus meinem Material geht klar hervor, dass, wenn es diese zentrale Koordination zumindest informell gegeben hätte, sie bei Helmut Metzner zu vermuten wäre. Und das Profil von Metzner, wie es mir vorlag (ist ja nicht so, dass Maulwürfe nicht ab und an die Wege kreuzen), passte präzise zu dem, was der amerikanische Botschafter schrieb. Deshalb stand hier schon am 28. November ein Hinweis auf Bamberg. Der, wie wir wissen, nicht ganz falsch war.
Falls hier Journalisten mitlesen: Was bei Wikileaks steht, ist das, worauf sehr viele Menschen Zugriff hatten, aber bei weitem nicht alles, was den tatsächlichen Umfang der Informationen des State Departments ausmacht. Bei Wikileaks steht der Müll zur allgemeinen Verwendung. Was darin steht, wurde zähneknirschend irgendwie eingeräumt. Was man uns über Metzner glauben machen will ist, dass er maximal das tat, was nicht bestreitbar ist.
Die grosse Frage ist eigentlich: Was steht nicht bei Wikileaks. Und warum möchte die FDP-Spitze keinesfalls, dass darüber nachgedacht wird. Und welche Möglichkeiten und welches Material der Mann verfügbar hatte.
Übrigens, bei der Achse des Guten (Broder und Konsorten) ist Metzner als Sponsor aufgeführt.
Vor ein paar Jahren stand der Verdacht im Raum, hinter den plötzlich allerorten auftauchenden, oft FDP-nahen und hier sogenannten Neoconnards (Blogger am libertär-rechten Rand jener Internetschreiberei, der wir Politically Incorrect und anderes Widerliches verdanken) könnte es eine Art Steuerzentrale in der FDP und/oder der Friedrich-Naumann-Stiftung geben, die sich um Koordination, Logistik und Organisation einer Vorfeldbewegung im Internet kümmert. Das war die Zeit, als ich über Tage und Wochen hinweg massive Suchabfragen mit einschlägigen Suchwörtern hier im Blog hatte, weil es "jemand" systematisch nach verwertbarem Material durchkämmte. An der Blogbar war durch offensichtlich koordinierte Teams von Störern die Hölle los. Das ist insofern kein Problem gewesen, als ich dank der Unfähigkeit der Gegenseite selbst auf einem grossen Konvolut von Material sass und sitze, mit dem man dem einen oder anderen so richtig weh tun könnte, gell, Steckerlfisch? Wie auch immer: Diese Szene war nicht in der Lage, eine einheitliche Front zu bilden, und zerbrach folglich in einige kleinere Fraktionen. Dummerweise waren es ausgerechnet die Radikalsten, die die grössten Erfolge hatten; andere Projekte, die näher an der FDP waren und blieben, wurden bald wieder bedeutungslos. Jedenfalls, aus meinem Material geht klar hervor, dass, wenn es diese zentrale Koordination zumindest informell gegeben hätte, sie bei Helmut Metzner zu vermuten wäre. Und das Profil von Metzner, wie es mir vorlag (ist ja nicht so, dass Maulwürfe nicht ab und an die Wege kreuzen), passte präzise zu dem, was der amerikanische Botschafter schrieb. Deshalb stand hier schon am 28. November ein Hinweis auf Bamberg. Der, wie wir wissen, nicht ganz falsch war.
Falls hier Journalisten mitlesen: Was bei Wikileaks steht, ist das, worauf sehr viele Menschen Zugriff hatten, aber bei weitem nicht alles, was den tatsächlichen Umfang der Informationen des State Departments ausmacht. Bei Wikileaks steht der Müll zur allgemeinen Verwendung. Was darin steht, wurde zähneknirschend irgendwie eingeräumt. Was man uns über Metzner glauben machen will ist, dass er maximal das tat, was nicht bestreitbar ist.
Die grosse Frage ist eigentlich: Was steht nicht bei Wikileaks. Und warum möchte die FDP-Spitze keinesfalls, dass darüber nachgedacht wird. Und welche Möglichkeiten und welches Material der Mann verfügbar hatte.
Übrigens, bei der Achse des Guten (Broder und Konsorten) ist Metzner als Sponsor aufgeführt.
donalphons, 00:56h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 4. Dezember 2010
Nie!
Gewisse Dinge, Verhaltensweisen und Tätigkeiten habe ich mir früher nicht vorstellen können. Zum Beispiel, dass ich kein Fleisch esse - keiner hätte das mit 16 von mir geglaubt, 10 Jahre später war ich Vegetarier und bin es bis zum heutigen Tag, wenngleich auch nicht so, dass ich andere überzeugen wollte. Nie hätte ich mir mit 20 vorstellen können, dass das Leben jenseits der 40 angenehme Seiten hat. Von offenen Autos hielt ich wenig, bis ich zunm ersten Mal damit die Gardesana nach Süden fuhr. Und Colnagos waren in meinen Augen zwar schön, aber nichts auf der Welt rechtfertigte die überzogenen Preise, die sie für das Eingravieren eines Kreuzzeichens (eigentlich kein Spielkartensymbol, sondern eine symbolisierte Blüte des Frühlings) in einen ansonsten normalen Rahmen verlangen.
Inzwischen habe ich zwei Colnagos, eines aus Titan und eines aus Stahl. Früher wäre es nie denkbar gewesen. Warum dann heute? Weil die Gelegenheiten günstig waren, weil ich Colnagos natürlich trotzdem mochte, und weil es keinen Sinn macht, etwas liegenzulassen, nur weil es zwar günstig, aber gegen alte Auffassungen ist. Ich habe nichts gegen Colnagos. Grossartige Räder. Das Argument des Preises hat sich mit dem Aufstieg von Carbon verflüchtigt, also, warum nicht. Nie hätte ich das tun gekonnt, aber das Wollen ist eine andere Sache, die das Können in sich trägt.
"Weil ich kann", sagt ein Freund oft, wenn man ihn auf solche Möglichkeiten anspricht. Trotzdem bin ich eigentlich ein sparsamer Mensch, der sehr genau und auch kalt abwägt, was Sinn macht. Und der auch vieles bleiben lassen kann. Ich bin nicht wie andere, sie auch Jahre später entgangenen Gelegenheiten nachweinen. Es ist, wie es ist, es kommen neue Gelegenheiten.
Und manche Sachen kommen ohnehin einfach nicht in Frage. Zur Mille Miglia fahren: In Ordnung. Photographieren, begleiten, hetzen, darüber schreiben, drei Tage Ausnahmezustand an den Auspüffen, in den Abgasen alter Kisten - sicher. Selbst wenn es trotz bezahlter Arbeit ein Verlustgeschäft ist. Aber die Teilnahmegebühren beim Rennen an sich sind vollkommen irrwitzig. Was man mit dem Geld alles machen könnte. Brutal gesagt: Die Mille Miglia kostet so viel wie eine ordentliche, günstige Barockkommode. Plus ein paar Biedermeierkommoden für den Rest. Für 4 Tage Autofahren durch Italien ist das einfach zu teuer.
Allerdings habe ich vor zwei Wochen das Angebot bekommen, als Copilot bei einer Bewerbung um die Startplätze mitzumachen. Das wird einem gesagt. Und in dem Moment ist es, als stünde man in Brescia, und man hörte von hinten das böse Geräusch eines alten Motors, der bald 1000 Meilen durch Italien geprügelt wird. Es kribbelt den Rücken hinunter. Ich sass in meiner Wohung, aber ich hatte den Geruch von schlecht verbranntem Benzin in der Nase. Ich war auf dem Sofa, aber in diesem Moment war ich wieder an der Engelsburg in all dem Lärm und Gestank an der grossen Rampe:
È confusa la mia testa,
Non so più quel ch'io mi faccia,
E un orribile tempesta
Minacciando, o Dio, mi va
Ma non manca in me coraggio,
Non mi perdo o mi confondo,
Se cadesse ancora il mondo,
Nulla mai temer mi fa.
Und dann habe ich sofort ja gesagt. Einfach so. Weil ich kann. Einmal nicht der Zuschauer sein, sondern am Lenkrad, in all dem Lärm der Nacht an der Engelsburg.
Inzwischen habe ich zwei Colnagos, eines aus Titan und eines aus Stahl. Früher wäre es nie denkbar gewesen. Warum dann heute? Weil die Gelegenheiten günstig waren, weil ich Colnagos natürlich trotzdem mochte, und weil es keinen Sinn macht, etwas liegenzulassen, nur weil es zwar günstig, aber gegen alte Auffassungen ist. Ich habe nichts gegen Colnagos. Grossartige Räder. Das Argument des Preises hat sich mit dem Aufstieg von Carbon verflüchtigt, also, warum nicht. Nie hätte ich das tun gekonnt, aber das Wollen ist eine andere Sache, die das Können in sich trägt.
"Weil ich kann", sagt ein Freund oft, wenn man ihn auf solche Möglichkeiten anspricht. Trotzdem bin ich eigentlich ein sparsamer Mensch, der sehr genau und auch kalt abwägt, was Sinn macht. Und der auch vieles bleiben lassen kann. Ich bin nicht wie andere, sie auch Jahre später entgangenen Gelegenheiten nachweinen. Es ist, wie es ist, es kommen neue Gelegenheiten.
Und manche Sachen kommen ohnehin einfach nicht in Frage. Zur Mille Miglia fahren: In Ordnung. Photographieren, begleiten, hetzen, darüber schreiben, drei Tage Ausnahmezustand an den Auspüffen, in den Abgasen alter Kisten - sicher. Selbst wenn es trotz bezahlter Arbeit ein Verlustgeschäft ist. Aber die Teilnahmegebühren beim Rennen an sich sind vollkommen irrwitzig. Was man mit dem Geld alles machen könnte. Brutal gesagt: Die Mille Miglia kostet so viel wie eine ordentliche, günstige Barockkommode. Plus ein paar Biedermeierkommoden für den Rest. Für 4 Tage Autofahren durch Italien ist das einfach zu teuer.
Allerdings habe ich vor zwei Wochen das Angebot bekommen, als Copilot bei einer Bewerbung um die Startplätze mitzumachen. Das wird einem gesagt. Und in dem Moment ist es, als stünde man in Brescia, und man hörte von hinten das böse Geräusch eines alten Motors, der bald 1000 Meilen durch Italien geprügelt wird. Es kribbelt den Rücken hinunter. Ich sass in meiner Wohung, aber ich hatte den Geruch von schlecht verbranntem Benzin in der Nase. Ich war auf dem Sofa, aber in diesem Moment war ich wieder an der Engelsburg in all dem Lärm und Gestank an der grossen Rampe:
È confusa la mia testa,
Non so più quel ch'io mi faccia,
E un orribile tempesta
Minacciando, o Dio, mi va
Ma non manca in me coraggio,
Non mi perdo o mi confondo,
Se cadesse ancora il mondo,
Nulla mai temer mi fa.
Und dann habe ich sofort ja gesagt. Einfach so. Weil ich kann. Einmal nicht der Zuschauer sein, sondern am Lenkrad, in all dem Lärm der Nacht an der Engelsburg.
donalphons, 00:32h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 3. Dezember 2010
Mal so, mal anders
Natürlich ist es schön, wenn es schön ist. Klassisches Wintersportwetter.

Aber ehrlich gesagt: Ist es mir egal. Das mit dem Wetter ist so ein wenig wie mit Wikileaks: Es stört mich nicht, ob die USA als lausige Schnüffler dastehen, die Deutschen als Tölpel und die meisten sowieso als Kriminelle. Hauptsache, man sieht, wie es ist. Man muss nehmen, was man kriegen kann. Auch wenn das Ergebnis nicht wirklich angenehm ist. Wem soll man vertrauen? Vielleicht noch Assange. Der Rest: Muss erst mal erklären, warum sie besser als Assange sein wollen. Überhaupt gibt es wohl ein krasses Missverständnis zwischen dem, was Politiker und viele Medien in Wikileaks sehen, und dem, was normale Menschen davon denken. Fluch für die einen, Bestätoigung für die anderen. Das ist wie mit dem Berg: Manche werden sich bei der Vorstellung von darüber jagenden Nebelschwaden schütteln, ich mag das.

Morgen ist hier übrigens Winter Opening, direkt zu meinem Füssen am nächsten Berg. Mit einem Programm so bescheuert, dass als Realsatire dutrchginge. Voll Eventcharakter. Tegernsee lernt von Achensee das prollig sein. Bis Sonntag lassen sie es hier krachen, und wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich die Flutlichtanlage, links hinten. Das heisst,ich würde sie sehen, wenn ich noch da wäre. Aber ich komme erst am Montag wieder, und fahre morgen heim. Es war angenehm kalt und scheusslich, ein grosser Spass. Solange die anderen nicht da sind.

Aber ehrlich gesagt: Ist es mir egal. Das mit dem Wetter ist so ein wenig wie mit Wikileaks: Es stört mich nicht, ob die USA als lausige Schnüffler dastehen, die Deutschen als Tölpel und die meisten sowieso als Kriminelle. Hauptsache, man sieht, wie es ist. Man muss nehmen, was man kriegen kann. Auch wenn das Ergebnis nicht wirklich angenehm ist. Wem soll man vertrauen? Vielleicht noch Assange. Der Rest: Muss erst mal erklären, warum sie besser als Assange sein wollen. Überhaupt gibt es wohl ein krasses Missverständnis zwischen dem, was Politiker und viele Medien in Wikileaks sehen, und dem, was normale Menschen davon denken. Fluch für die einen, Bestätoigung für die anderen. Das ist wie mit dem Berg: Manche werden sich bei der Vorstellung von darüber jagenden Nebelschwaden schütteln, ich mag das.

Morgen ist hier übrigens Winter Opening, direkt zu meinem Füssen am nächsten Berg. Mit einem Programm so bescheuert, dass als Realsatire dutrchginge. Voll Eventcharakter. Tegernsee lernt von Achensee das prollig sein. Bis Sonntag lassen sie es hier krachen, und wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich die Flutlichtanlage, links hinten. Das heisst,ich würde sie sehen, wenn ich noch da wäre. Aber ich komme erst am Montag wieder, und fahre morgen heim. Es war angenehm kalt und scheusslich, ein grosser Spass. Solange die anderen nicht da sind.
donalphons, 00:55h
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Liebe Frau Clinton
von mir aus dürfen Sie die Beziehungen zwischen Putin (lupenreiner Demokrat) und Berlusconi (aufrechter Kämpfer gegen die Mafia) jederzeit erheben - aber mit der Veröffentlichung nicht warten, bis es Wikileaks und der Guardian tun.
Es sind historische Zeiten, in denen wir leben, aber ich befürchte, wir werden auch bald erfahren, dass es nicht historische Zeiten der Freiheit sind.
Es sind historische Zeiten, in denen wir leben, aber ich befürchte, wir werden auch bald erfahren, dass es nicht historische Zeiten der Freiheit sind.
donalphons, 16:43h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 2. Dezember 2010
Auf dem Sofa
Ich liege auf dem Sofa und schaue hinaus in die Nacht. Gestern war es noch sternenklar, und die Milchstrasse zog sich als funkelndes Band über das Firmament. Heute treibt der Schnee vorbei. Endlich, möchte man fast sagen, nachdem der Tag praktisch ohne Niederschläge war. Ein Zentimeter Neuschnee, höchstens. Das allseits verschrieene Chaos hat hier einfach nicht stattgefunden. Wenn man von uns aus nach Gmund hinunter geht, versteht man auch, warum.

Das schlimme Wetter des Flachlandes kommt nur mit Mühe hier hoch, um gleich wieder auf den See hinunter zu fallen. Wir sind zu weit oben, gefangen zwischen zwei Wolkenschichten, aber das Elend entspringt der tieferen Lage, bis dann in der Nacht andere Wolken in grosser Höhe kommen. Hier ist es noch nicht mal richtig kalt, sehr erstaunlich. Ich nehme noch einen Tee und finde es angenehm, noch eine Nacht bleiben zu können. Auf dem Heimweg, lese ich zu meiner Überraschung - ich lese sonst nie Wetterzeug - bleiben die Leute auf der Autobahn stecken. Würde ich morgen rodeln gehen, so wäre ich sicher durch den Neuschnee auch langsamer. Das wäre es aber auch schon.

"Können wir um 5 telefonieren?"
"Gerne, dann gehe ich jetzt auf den Berg."
So klingen die Gespräche zwischen mir und den Bewohnern des Flachlandes, die das Haus nur verlassen, wenn es gar nicht anders geht. Vielleicht würden sie es hier ebenso halten, vielleicht wäre ihnen die Vorstellung unerträglich, als einziges menschliches Wesen dieses Massiv hochzustapfen, die Vorstellung, wie das aus ein paar Kilometer Höhe wirken muss, ein langsamer, brauner Punkt inmitten eines entfärbten, weissgrauen Waldmeeres, einsam dem Takt des Schneeknirschens folgend, mag nicht behagen, wenn man nur den Arm ausstrecken müsste, um seinen Nächsten zu berühren. Aber genau das tun sie ja auch nicht, und mich umarmen dort oben das Nichts, die Einsamkeit und die Kälte. Die Wärme des Blutes und die Hitze der Anstrengung halten dagegen. Schritt für Schritt. Allein mit meinen Gedanken. Fast allein. Auf dem Weg nach oben flatterte ein Rotkehlchen neben mir von Ast zu Ast bis zum Steinsturz, und in den schnellen Kurven des Mittelstücks rannte mir ein Hase voraus.

Ich liege auf dem Sofa, schaue hinaus und komme langsam wieder in diese gefährliche, für mich ganz untypische Haltung des fehlenden Interesses an was auch immer. Zwei Wochen, sehe ich beim Blick in den Kühlschrank, könnte ich hier aushalten, ohne das Haus verlassen zun müssen, und bis dahin sind die Strassen nach Italien und zu den Feinkostgeschäften in Sterzing sicher wieder frei. Unten im Dorf haben wir einen Dorfladen, der vielleicht noch etwas besser werden muss, um da mithalten zu können, aber alles in allem lässt es sich hier bestens den Winter überleben. Ich nehme noch einen Tee, verfolge den Flug der Flocken von der Strassenlaterne zum Baum mit den Lichtern. In der Tiefgarage, sicher vor Sturm und Kälte, schläft das Auto, um mich morgen zurück zu den anderen Menschen da unten zu bringen. Oder auch wieder nur zum Berg. Ich weiss es nicht. Ich liege auf dem Sofa und denke darüber nach, was ich kochen soll. Käsknödel, in Butter und mit Parmesan golden glänzend. Farbe am Ende eines Tages in Weiss und Grau. Das wäre fein. Und dann früh ins Bett, wie meistens hier in den Bergen.

Das schlimme Wetter des Flachlandes kommt nur mit Mühe hier hoch, um gleich wieder auf den See hinunter zu fallen. Wir sind zu weit oben, gefangen zwischen zwei Wolkenschichten, aber das Elend entspringt der tieferen Lage, bis dann in der Nacht andere Wolken in grosser Höhe kommen. Hier ist es noch nicht mal richtig kalt, sehr erstaunlich. Ich nehme noch einen Tee und finde es angenehm, noch eine Nacht bleiben zu können. Auf dem Heimweg, lese ich zu meiner Überraschung - ich lese sonst nie Wetterzeug - bleiben die Leute auf der Autobahn stecken. Würde ich morgen rodeln gehen, so wäre ich sicher durch den Neuschnee auch langsamer. Das wäre es aber auch schon.

"Können wir um 5 telefonieren?"
"Gerne, dann gehe ich jetzt auf den Berg."
So klingen die Gespräche zwischen mir und den Bewohnern des Flachlandes, die das Haus nur verlassen, wenn es gar nicht anders geht. Vielleicht würden sie es hier ebenso halten, vielleicht wäre ihnen die Vorstellung unerträglich, als einziges menschliches Wesen dieses Massiv hochzustapfen, die Vorstellung, wie das aus ein paar Kilometer Höhe wirken muss, ein langsamer, brauner Punkt inmitten eines entfärbten, weissgrauen Waldmeeres, einsam dem Takt des Schneeknirschens folgend, mag nicht behagen, wenn man nur den Arm ausstrecken müsste, um seinen Nächsten zu berühren. Aber genau das tun sie ja auch nicht, und mich umarmen dort oben das Nichts, die Einsamkeit und die Kälte. Die Wärme des Blutes und die Hitze der Anstrengung halten dagegen. Schritt für Schritt. Allein mit meinen Gedanken. Fast allein. Auf dem Weg nach oben flatterte ein Rotkehlchen neben mir von Ast zu Ast bis zum Steinsturz, und in den schnellen Kurven des Mittelstücks rannte mir ein Hase voraus.

Ich liege auf dem Sofa, schaue hinaus und komme langsam wieder in diese gefährliche, für mich ganz untypische Haltung des fehlenden Interesses an was auch immer. Zwei Wochen, sehe ich beim Blick in den Kühlschrank, könnte ich hier aushalten, ohne das Haus verlassen zun müssen, und bis dahin sind die Strassen nach Italien und zu den Feinkostgeschäften in Sterzing sicher wieder frei. Unten im Dorf haben wir einen Dorfladen, der vielleicht noch etwas besser werden muss, um da mithalten zu können, aber alles in allem lässt es sich hier bestens den Winter überleben. Ich nehme noch einen Tee, verfolge den Flug der Flocken von der Strassenlaterne zum Baum mit den Lichtern. In der Tiefgarage, sicher vor Sturm und Kälte, schläft das Auto, um mich morgen zurück zu den anderen Menschen da unten zu bringen. Oder auch wieder nur zum Berg. Ich weiss es nicht. Ich liege auf dem Sofa und denke darüber nach, was ich kochen soll. Käsknödel, in Butter und mit Parmesan golden glänzend. Farbe am Ende eines Tages in Weiss und Grau. Das wäre fein. Und dann früh ins Bett, wie meistens hier in den Bergen.
donalphons, 00:55h
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Für Tegernseer und andere:
Schenken und sauber einschenken mit dem Don Alphonso und der FAZ.
donalphons, 15:09h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 30. November 2010
Die Rodelsaison
ist eröffnet!

Nach einem Jahr, das nicht gerade als "optimal" in die Geschichte eingehen wird, liegt wieder Schnee.

Durchgehend von oben bis unten. Puder. Feinster, eiskalter Puder auf hartem Boden.

Die Fernsicht: Grandios. Fast Föhn, Wetterwechsel, alles ist ganz nah und weiss.

Für das Familienalbum oder einfach nur für später: Damals. Erstaunlicherweise waren wir dieses Jahr schneller oben, als letzten Jahr mitten in der Saison, radeln sei dank.

Und dann gibt es nur noch einen Weg: Den nach unten. Es geht noch nicht schnell, es ist noch zu viel Neuschnee auf dem Weg, aber man muss sich erst wieder an das Gerät gewöhnen. Man kann sich daran besser gewöhnen, als an vieles andere. Das Leben geht weiter, und der Berg bleibt.

Nach einem Jahr, das nicht gerade als "optimal" in die Geschichte eingehen wird, liegt wieder Schnee.

Durchgehend von oben bis unten. Puder. Feinster, eiskalter Puder auf hartem Boden.

Die Fernsicht: Grandios. Fast Föhn, Wetterwechsel, alles ist ganz nah und weiss.

Für das Familienalbum oder einfach nur für später: Damals. Erstaunlicherweise waren wir dieses Jahr schneller oben, als letzten Jahr mitten in der Saison, radeln sei dank.

Und dann gibt es nur noch einen Weg: Den nach unten. Es geht noch nicht schnell, es ist noch zu viel Neuschnee auf dem Weg, aber man muss sich erst wieder an das Gerät gewöhnen. Man kann sich daran besser gewöhnen, als an vieles andere. Das Leben geht weiter, und der Berg bleibt.
donalphons, 17:27h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 30. November 2010
Und immer werde ich mich wundern
Die Schuhschachtel kommt von einem Billigladen, wobei: 59 Euro für ein paar Billigschuhe finde ich jetzt auch nicht gerade "billig". Aber ich habe sie ja nicht gekauft, sondern nur das, was in der Kiste war - und aus praktischen Erwägungen die Kiste gleich mit.

Beides kam übrigens aus dem gleichen Haushalt, das versiberte Starterset für 6 Personen und 3 Gänge mit allem drum und dran, Vorlegegabeln, Schöpfkellen, und so weiter, und der Schuhkarton. In Situ, würden Archäologen sagen. Anteilig am Einkommen war Versilbertes in jener Zeit - 30er Jahre - nicht billiger als heute. Jede Gabel kostete mehr als ein paar Billigschuhe. Nur auf dem Flohmarkt nicht, da war es erheblich billiger, und noch weniger dürfte der Händler mitsamt Schachtel bezahlt haben.

Es war kalt in Pfaffenhofen und wenig los, und nachdem in letzter Zeit doch das ein oder andere Besteck einen beglückten Abnehmer fand, kaufte ich etwas zum polieren und wundern, über die Menschen. Ich werde mich immer wundern und nie aufhören.

Beides kam übrigens aus dem gleichen Haushalt, das versiberte Starterset für 6 Personen und 3 Gänge mit allem drum und dran, Vorlegegabeln, Schöpfkellen, und so weiter, und der Schuhkarton. In Situ, würden Archäologen sagen. Anteilig am Einkommen war Versilbertes in jener Zeit - 30er Jahre - nicht billiger als heute. Jede Gabel kostete mehr als ein paar Billigschuhe. Nur auf dem Flohmarkt nicht, da war es erheblich billiger, und noch weniger dürfte der Händler mitsamt Schachtel bezahlt haben.

Es war kalt in Pfaffenhofen und wenig los, und nachdem in letzter Zeit doch das ein oder andere Besteck einen beglückten Abnehmer fand, kaufte ich etwas zum polieren und wundern, über die Menschen. Ich werde mich immer wundern und nie aufhören.
donalphons, 00:51h
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Ups
Trotz Wikileaks sollte man stets auf Spanien schauen. Ups.
Langsam bekomme ich den Eindruck, dass ich mit vier Quellen gut informiert bin: weissgarnix.de, blog.fefe.de, faz.net und FT-Alphaville.
Langsam bekomme ich den Eindruck, dass ich mit vier Quellen gut informiert bin: weissgarnix.de, blog.fefe.de, faz.net und FT-Alphaville.
donalphons, 17:56h
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Verstehe ich das richtig?
Der beliebteste Politiker dieses Landes ist ein Minister, der für das Leben und den Tod der Soldaten dieses Landes verantwortlich ist, und der deren Gefährdung in Afghanistan laut seiner Anbiederung bei einem Repräsentanten eines anderen Landes gerne ausbauen möchte, es aber nicht kann, weil der Kollege, den er anschwärzt, etwas dagegen hat, weil er ihm einfach persönlich eins auswischen will? Und seine Frau ist Moderatorin in einem Gossensender, wo sie für ihre Organsiation wirbt, die kein Spendensiegel hat, ihre Bilanzen nicht veröffentlicht und kaum mit konkreter Arbeit am Problem in Erscheinung tritt? Das sind die Leute, die nicht in Schimpf und Schande nach Franken zurückgekickt werden, sondern auf dem Weg ins Kanzleramt sein wollen?
Ich glaube, ich muss mehr für die FAZ schreiben, damit ich auswandern kann, bevor dieses Land den Hohlköpfen anheimfällt.

Über die Unterschiede zwischen echten Auktionen und Ebay - hier und dort werde ich Teile meines Besitzes veräussern müssen, denn wenn die an die Macht kommen, werden die Preise im nahen Ausland sicher nicht kleiner, und dann kann ich mir kein grosses Haus leisten.
Ich glaube, ich muss mehr für die FAZ schreiben, damit ich auswandern kann, bevor dieses Land den Hohlköpfen anheimfällt.

Über die Unterschiede zwischen echten Auktionen und Ebay - hier und dort werde ich Teile meines Besitzes veräussern müssen, denn wenn die an die Macht kommen, werden die Preise im nahen Ausland sicher nicht kleiner, und dann kann ich mir kein grosses Haus leisten.
donalphons, 17:05h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 28. November 2010
Es geht los
Der Guardian hat einen ersten Überblick über das Wikileaks-Material, und es ist nicht ohne, Stichwort Spionage. Ich denke, die Amerikaner brauchen ein paar neue Aussenamtsmitarbeiter. (Und Westerwelle einen Informanten in den eigenen Reihen weniger - wer ihn wohl an die Amerikaner verraten haben mag?)
donalphons, 20:31h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 28. November 2010
Bank Run!
Den Letzten lachen die Bankster aus! Aber wer schnell ist, hat das Geld daheim, wenn es wertlos wird!
Und weil das auch keine tolle Sache ist, habe ichbei der FAZ noch ein paar andere, familiengeprüfte Vorschläge für schlimme Zeiten niedergeschrieben.
Und weil das auch keine tolle Sache ist, habe ichbei der FAZ noch ein paar andere, familiengeprüfte Vorschläge für schlimme Zeiten niedergeschrieben.
donalphons, 00:47h
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Beste Nichtwünsche
Das wird jetzt nicht leicht, es höflich zu formulieren.
Wirklich nicht. Vielleicht lasse ich die Höflichkeit einfach weg.
Ich wünsche keinem der versifften Drecksschmierer, die gerade den Deutschen einzureden versuchen, dass mit 4 de facto insolventen EU-Staaten doch alles ganz supi ist und es keine Alternative zum supitollen Euro gibt, und dass sich die Leute gar nicht um den echten Scheissdreck kümmern müssen, der hinter dem anderen, von ihnen in Buchstaben gelogenen PR-Scheissdreck von Wachstum und Gewinnen herumgluckst - ich wünsche diesen Verharmlosern keine heftige Währungskrise an die Backe. Weil sich die nämlich nicht auf diesen schleimigen Bodensatz dieses sogenannten Berufes begrenzen liesse. Wäre es doch möglich - fände ich das prima. Und ich hoffe inständig, dass sie, wenn es denn kommt, an ihren eigenen Lügendreck so sehr glauben, dass sie die volle Ladung um die Ohrwaschl kriegen.
Wenn Spanien demnächst wackelt, liebe Leserinnen und Leser, habt ein Auge auf die Zeit zwischen dem 23 Dezember und 3 Januar. Würde man etwas Besonderes vorhaben, ohne wütende Massen oder kriminelle Märkte im Nacken zu haben, würde sich diese Zeit bestens anbieten.

Zum Glück gibt es auch noch Menschen wie meine Marmeladenherstellerin, die heute zum letzten Mal in diesem Jahr auf dem Wochenmarkt war. Das ist eine von denen, denen das Auf und Ab der Wirtschaft egal sein wird, schon ihre Grosseltern waren Selbstversorger, und sie wird es genauso halten, wenn es schlimm kommt. Solange macht sie Marmelade, die beste Marmelade, die ich kenne, und nun auch Weihnachtsgestecke. Schön sind sie, sage ich.
Alle Zutaten sind aus ihrem eigenen Garten, sagt sie. Bis auf die Christbaumkugel natürlich. Und die Glocke, aber vorhin hat jemand das Gesteck heruntergeworfen, da ging die Glocke kaputt. Tatsächlich liegen blutrote Glasscherben auf dem Boden.
Ich hätte ja noch welche daheim, sage ich, die ich nicht brauchen werde. In pink. Drei Stück. Schöne, alte Glocken, aber vollkommen sinnlos. Soll ich sie bringen?
Aber nein, meine Marmeladenmacherin lehnt ab und schenkt mir statt dessen das Gesteck, erklärt mir, wo die Kerze hinein kommt, und so ergiesst sich ein grotesk grosser Nadelwald auf meinem Sofatisch, Vorweihnachtsglückseligkeit vortäuschend, und die drei pinkfarbenen Glocken haben jetzt auch einen Platz gefunden, wo die andere zerbrochen ist.
Irgendwie renkt sich eben alles wieder ein. Nur manchen geschmierten Schreiberlingen und ihren Auftraggebern, denen wünsche ich, dass sie schiefe Krüppel bleiben.
Wirklich nicht. Vielleicht lasse ich die Höflichkeit einfach weg.
Ich wünsche keinem der versifften Drecksschmierer, die gerade den Deutschen einzureden versuchen, dass mit 4 de facto insolventen EU-Staaten doch alles ganz supi ist und es keine Alternative zum supitollen Euro gibt, und dass sich die Leute gar nicht um den echten Scheissdreck kümmern müssen, der hinter dem anderen, von ihnen in Buchstaben gelogenen PR-Scheissdreck von Wachstum und Gewinnen herumgluckst - ich wünsche diesen Verharmlosern keine heftige Währungskrise an die Backe. Weil sich die nämlich nicht auf diesen schleimigen Bodensatz dieses sogenannten Berufes begrenzen liesse. Wäre es doch möglich - fände ich das prima. Und ich hoffe inständig, dass sie, wenn es denn kommt, an ihren eigenen Lügendreck so sehr glauben, dass sie die volle Ladung um die Ohrwaschl kriegen.
Wenn Spanien demnächst wackelt, liebe Leserinnen und Leser, habt ein Auge auf die Zeit zwischen dem 23 Dezember und 3 Januar. Würde man etwas Besonderes vorhaben, ohne wütende Massen oder kriminelle Märkte im Nacken zu haben, würde sich diese Zeit bestens anbieten.

Zum Glück gibt es auch noch Menschen wie meine Marmeladenherstellerin, die heute zum letzten Mal in diesem Jahr auf dem Wochenmarkt war. Das ist eine von denen, denen das Auf und Ab der Wirtschaft egal sein wird, schon ihre Grosseltern waren Selbstversorger, und sie wird es genauso halten, wenn es schlimm kommt. Solange macht sie Marmelade, die beste Marmelade, die ich kenne, und nun auch Weihnachtsgestecke. Schön sind sie, sage ich.
Alle Zutaten sind aus ihrem eigenen Garten, sagt sie. Bis auf die Christbaumkugel natürlich. Und die Glocke, aber vorhin hat jemand das Gesteck heruntergeworfen, da ging die Glocke kaputt. Tatsächlich liegen blutrote Glasscherben auf dem Boden.
Ich hätte ja noch welche daheim, sage ich, die ich nicht brauchen werde. In pink. Drei Stück. Schöne, alte Glocken, aber vollkommen sinnlos. Soll ich sie bringen?
Aber nein, meine Marmeladenmacherin lehnt ab und schenkt mir statt dessen das Gesteck, erklärt mir, wo die Kerze hinein kommt, und so ergiesst sich ein grotesk grosser Nadelwald auf meinem Sofatisch, Vorweihnachtsglückseligkeit vortäuschend, und die drei pinkfarbenen Glocken haben jetzt auch einen Platz gefunden, wo die andere zerbrochen ist.
Irgendwie renkt sich eben alles wieder ein. Nur manchen geschmierten Schreiberlingen und ihren Auftraggebern, denen wünsche ich, dass sie schiefe Krüppel bleiben.
donalphons, 00:47h
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