: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Samstag, 28. April 2012

Zu heiss für das Mittagessen

Und alles geht sehr langsam, wenn überhaupt, seiner Wege. Nur keine Hektik. Es wird schon alles gut gehen.












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Staub

Ich habe mich ja oft gefragt, wie man über ein absolutes Nichts im glibbrigen Zustand ein gelungenes Portrait schreiben kann. Also es festnageln und nicht wie die dafür zuständigen Leute wie Meiritz vom SPON, Ippolito von der taz und Beltzer von der SZ einfach nur den Glibber abzapfen und als Artikel ausgeben.

Dank einer Kollegin, die die Schramm zu Staub zerreibt, weiss ich das jetzt.

Das ist Journalismus.

Edit: Malte dazu.

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Freitag, 27. April 2012

Nationalfeiertage

taugen nur was, wenn man etwas zu feiern hat - irgendwelche alte Geschichten helfen nicht weiter, wenn die Gegenwart die alten Siegern zu neuen Verlierern gemacht hat. Selbst wenn die Springer-Gosse sich imnmer wieder daran versucht, alte Schlachten neu zu schlagen.

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Leben und Gefühl statt Inhalte und Content

Ich würde mich ja eher erschiessen lassen, als irgendwas beizutreten, das das Nichtwort "Content" im Namen führt. Content ist nur was kulturfeindliche Idioten. PR und Werbung sind vielleicht Content. Oder das 3468. Blog zu Medien, Hüpfdohlen und Popdiskurs.

Aber ich mache sowas nicht.

Weil aber eine Klitsche mit dieser herabwürdigenden Bezeichnung des Unmenschentums gegen geistige Leistungen auf dem Vormarsch ist, möchte ich die folgenden 20 Bilder, 10 mehr als normalerweise, als Geschenk verstanden wissen. Ich will, dass man sie im Internet kostenlos sehen kann. Ich will, dass man eine Freude daran hat. Ich will, dass man das Leben fühlt, und nicht eine kalte Berechnung. man soll jeden Tag mit Liebe auf den Altar der Contentanbeter spucken. Denn mit Content prügeln wir dem Schaffen den Geist und die Freude aus.

Es ist Markttag in Mantua. Das Leben ist schön.








































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Stand der Piratendinge

Vielleicht hätte ich doch nach Neumünster fahren sollen.

So, wie es aussieht, wird das nämlich ein hübscher Nordost/Südwest-Konflikt. Oder auch: Lautes Pack aus dem Reichshauptslum probiert, ob die Echokammer Berlin auch dem Rest des Landes überstülpbar ist.

Denn man hört ja immer so0 viel aus Berlin. Und ganz wenig aus anderen Regionen, wo die grosse Mehrheit der Piraten sitzt. Und nun hat Christopher Lauer aus Berlin öffentlich zum Sturz von Sebastian Nerz aufgerufen, zugunsten eines seiner Berliner Freunde (und nein, es ist nicht die Schramm).

Mit dem schönen Ergebnis, dass es jetzt drei Personen gibt: Einen Vorsitzenden und zwei Putschisten der Berliner Bande. Damit dürfte auch dem Letzten klar sein, dass es hier um eine Richtungsentscheidung geht. Und warum Berlin so gegen den Bund quergeschossen hat. Ob die Partei als Ganzes Berliner Verhältnisse mit all den Intrigen und Kungeleien will? Oder doch vielleicht keine Fortsetzung dieser Zustände auf Bundesebene?

Es wird spassig sein zu sehen, ob ausgerechnet die Internetpartei mit den innerdeutschen Gegensätzen von Berliner Subnichtwirklichkultur zum oberbayerischen Sysadmin der eher steiferen Sorte zurechtkommt. Hilfreich kann es auch sein zu schauen, wo eigentlich die Parteimitglieder so sitzen. Gefühlt sind es 90% Berliner, realiter, sagt man, sitzen die meisten aber doch eher im Westen.

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Roma ou Radl

Roma ou Morte, rief Garibaldi. In Verona, da steht es auf einer Tafel. In Mantua, auch dort steht es auf einer Tafel. Ich denke, Garibaldi hat das ziemlich oft gerufen, und am Ende war es ja auch so weit, Rom wurde zwangsweise mit Italien vereinigt, unter Auslöschung des Kirchenstaates jenseits des Vatikans. Ich persönlich würde für Rom nicht sterben, und wenn ich offen bin, möchte ich auch sagen: Dort habe ich mich immer ein wenig fremd gefühlt. Es gibt Orte - Mantua, St. Vallier de Thiey, Siena, Avignon, Florenz, Autun, Meran, Lissabon, der Tegernsee, Maastricht - da war es mir, als wäre ich nie woanders gewesen, und die Erinnerung bleibt präsent, egal wie lange ich nicht mehr dort war. Rom dagegen ist gross, laut, anstrengend, und sagen wir mal so, es gäbe Orte, bei denen es schlimmer wäre, wenn man sie nach einer Nacht während der Mille Miglia gleich wieder verlassen müsste.



Ja, die Mille Miglia. In drei Wochen geht es wieder los, Roma ou Panne, und ich brauche einen neuen Aufkleber. Ich weiss gar nicht, wie lange ich jetzt schon darüber schreibe und den Tross begleite, es ist ein Ritual und Rituale definieren sich nicht durch ihre Dauer, die haben das nicht nötig. Gehabt. Und man findet auch jedes Jahr einen neuen Blickwinkel zum Spektakel; die Bilder sind ohnehin grossartig. Das Licht, die Strassen, der Geruch, die Aufregung, der Ausnahmezustand. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich dieses Mal erst gar nicht um einen Platz bemüht habe, und das Angebot eines Spnsors für einen Platz auf dem Beifahrersitz eines Begleitfahrzeuges und bei Wohlverhalten auch noch mehr nicht einmal beantwortet habe. Aus vielen Gründen.



Bitte nicht missverstehen: Ich kenne die Droge, ich weiss genau, wie das ist. Aber man könnte die Mille Migla für alle Autos öffnen, vom 1927er OM über die Barchetta bishin zum neuesten Fiat 500: Sie alle stehen für die gleiche Vergangenheit einer Mobilität ohne Zukunft. Wir alle werden einfach vor der Wahl stehen: Mehr Auto oder mehr Leben, was wollen wir mit dem Geld, das wir haben, erwerben. Und es dreht sich mir der Magen um, wenn ich die Kurzsichtigkeit der Mobilitätskonzepte sehe. Es kann überhaupt nicht mehr darum gehen, wie man zwei Menschen und eine Tonne Konglomerat mit 3 Litern Benzin 100 Kilometer weit bringt. Wir müssen eher die Frage stellen, wie man einen Menschen in einem Gerät, das nicht mehr als 15 Kilo wiegt, ohne einen Tropfen Benzin 500 Kilometer weit bewegt. Wir sind in der Lage, hocheffiziente Tretmaschinen mit 5 Kilo Gewicht zu bauen, und dort sitzen in der Entwicklung nur ein paar Hansel. Wenn es nur noch um die Frage geht, mit wieviel Aufwand man einen Menschen von A nach B bringt, ist jedes Auto dieser Welt sinnlos, egal wie alt oder neu es ist.



Es kann auch nicht der richtige Weg sein, die Materialmassen so zu belassen, wie sie sind, und dann statt des Tanks einen hochgiftigen Akku einzubauen. Man müsste den anderen Weg gehen: Ingenieuren eine kleine, tragbare Batterie geben und verlangen, dass mit der darin gespeicherten Energie eine maximale Reichweite erreicht werden muss. Gerne auch mit Unterstützung des Fahrers und der Sonneneinstrahlung. Oderwas auch sonst immer dafür taugt, die Abhängigkeit von Brennstoffen zu ersetzen. Das sind extrem unangenehme Gedanken gerade für Deutschland, und nichts wischt solche Bedenken schöner und lauter weg als die Mille Miglia. Dann kann man weiter ein falsches Projekt effizienter machen. Wir geben inzwischen schon zu, das all die grossen Motoren eigentlich gar nicht mehr nötig sind. Man könnte jetzt schon sehr viel kleiner, leichter und kompakter bauen. Aber das Geschäftsmodell ist nun mal so laut und emotional aufgeladen wie die Mille Miglia.



Soll man da mitmachen, im Wissen, dass es den falschen Weg fördert?

Und sollte man nicht eher darüber schreiben, dass an den anderen 364 Tagen die Innenstädte Italiens ohne Verkehr sehr viel schöner sind? Weil die Realität nicht ein 1952er Alfa, sondern 1000 hässliche Opels ist?

Und darüber, dass Rom erst durch die Autos so unbewohnbar und scheusslich wird?

Das weiss ich nicht.

Insofern überlasse ich das den Lesern.

Wer MM haben will, bis zum bitteren Ende in Rom und das ganze Spektakel vier Tage lang, sage bittschön Bescheid, dann stelle ich die nötigen Anträge.

So oder so habe ich auch schon ein Alternativprogramm. Mit Beiradlerin!

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Donnerstag, 26. April 2012

Nationalfeiertag

Dieses Land ist manchmal so augenscheinlich am Ende, dass man sich fragt, warum sie nicht den Mut verlieren.



Aber dann haben sie immer wieder diesen blauen Himmel.



Dieses Land hat einen elenden Hang zum Billigen und Minderwertigen, vom Spielzeug bis zu den Führungspersonen.



Und dann auch wieder diesen blauen Himmel in all seiner Pracht.



Dieses Land kann an seinen schönsten Orten gnadenlos und unvermittelt in die banalste Gegend der Welt umschlagen, und keinen scheint es zu stören.



Und ein paar Meter weiter scheint unter dem blauen Himmel alles erleuchtet zu sein.



Es kann einem in diesem Land körperlich elend werden, wenn man sieht, wie es geschunden, getreten und achtlos ruiniert wird.



Als ob man glauben würde, man könnte sich das unter diesem blauen Himmel schon leisten.



Ich kenne hier eigentlich niemanden, der nicht hart arbeitet, sogar die Bettler rackern sich hier ab, und das alles oft genug für Löhne, bei denen in Deutschland die Revolution ausbrechen würde, und bei sozialen Leistungen, die alles andere als sozial sind (Fragen Sie mal eine gute Freundin in Italien, ob sie sich mit 5 Wochen Vorlauf einen halben Tag frei nehmen kann. Oder was wäre, wenn sie keine Familie hätte.).



Aber auch ich vergesse das unter dem blauen Himmel enorm schnell, Hauptsache die Wolken sind weg.



Also, was tun? Ich sitze wie die Amsel auf der scheusslichen Antenne im Weltkulturerbe und pfeife ein hübsches Lied.



Nur manchmal, wenn ich schlecht geschlafen habe, fällt mir wieder auf, wie brüchig das alles hier ist.

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...

Mehr sage ich nicht.


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He Schramm:

"Ich kann im Internet alles sein: Mafiaboss, Barbie, Hitler, Hotelbesitzer und ein kleines grünes Krokodil. "

Ganz ehrlich: "Ich kann im Internet alles sein: Ladendiebin, Ghettoschickherzeigerin, Goebbels' kleine Hilfslektorin, Reinigungskraft und ein kleine grüne Schlammbazille." hätte locker gereicht.

Egal. Hauptsache nicht Amts- oder Mandatsträger der Piraten.

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HartzIV wird nicht genug sein, wenn sie endlich weg ist

Es gab mal eine Zeit, da bekrochen einige deutsche Topblogger eine junge Politikerin mit Twitteraccount, sprachen sie an, retweeteten sie, und dass sie von der CDU war, war nicht so wichtig, denn sie war jung, twitterte und war obendreinh aussichtsreich. Und als sie dann Ministerin wurde, mag sich der ein oder andere Annäherer vielleicht auch Gedanken gemacht haben, ob man sie nicht vielleicht beraten könnte, gegen Geld vielleicht, oder so...

Die junge Politikerin erwies sich dann aber als Gezücht aus des Herrn der jüdischen Vermächtnisse Garten, weit rechts, sehr konservativ und obendrein nicht gerade effektiv, und so wurde das alles nichts; statt dessen wurde das Ministeriumn ein feiner Platz für linientreue Parteifreunde und Anlass höhnischer Bemerkungen der Medien. Auch, weil die Ministerin beim Kampf gegen Nazis auf dem rechten Auge zu Halbblindheit tendierte und eher links die Probleme sah.

Und dann kam die NSU. Eigentlich hätte man damals diese Person vor die Tür setzen sollen, denn auch die Existenz einer rechtsextremen Terrorzelle liess diese Frau nicht an ihrer Haltung zweifeln.

Und jetzt bekommt sie auch noch von den Richtern des Verwaltungsgerichts Dresden gesagt, dass ihr Versuch, die Mittelvergabe ihres Hauses an Gesinnungsklauseln zu binden, die kaum einzuhalten sind, nicht mit dem Gesetz vereinbar ist.

Ich fand ja schon immer, dass Twitter etwas für diejenigen ist, die zum bloggen zu blöd sind.

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Mittwoch, 25. April 2012

Globalisierung am Beispiel

Ich denke, die wenigsten werden Cerea kennen. Cerea liegt 25 Kilometer südlich von Verona. Wenn man in Bayern gut gemachte Fälschungen alter Möbel angeboten bekommt, dürften die meisten in dieser Region entstanden sein, denn Cerea war das Zentrum der italienischen Möbelindustrie. Ich habe eine Kommode aus Cerea für eine Freundin beschafft, ein Stilmöbel, aber beste Qualität. In der gesamten Region soll es über 1000 mittelständische Firmen geben, die sich ganz dem Möbelbau für den italienischen Geschmack verschrieben haben, und das durchaus mit Intarsien und Anleihen bei den grossen Epochen der Geschichte. Das Geschäft blühte hier in den Jahren nach dem Krieg bis zu jenen Tagen, da die Möbelherstellung Bestandteil der Globalisierung wurde. Möbel, auch sogenannte Designermöbel, werden in Osteuropa und in China gefertigt, und weniger in Cerea. Und die Italiener fahren auch nicht mehr nach Cerea, wo sich ein Showroom an den anderen drängelt, und ein grosser Teil inzwischen dicht und vernagelt ist. Die Produktion ist zu teuer, die alten Stücke werden nicht mehr nachgefragt, also stirbt die ganze Region. Etwas anderes als Möbel und Landwirtschaft gibt es hier nicht.

Und so sieht das eben aus, wenn man von La Crisi spricht. Nicht so wie in Deutschland, wo man zu den wenigen Gewinnern gehört. Eine ganze Region steht am Abgrund. Das ist hier so mit Möbeln, aber auch mit Textilien, Schuhen, Rädern, Schirmen, Küchengeräte... überall, wo die Personalkosten relativ hoch sind. Manche schaffen es, sich als teure Marken zu behaupten. Aber die Mitte geht unter, zusammen mit den Menschen der Mitte. Cereas Probleme sind die Probleme Europas. Ein paar Mittelständler wird man vielleicht noch brauchen. Aber die meisten werden nicht durchkommen. Jeder hat schon Möbel. Was fehlt, ist das Geld. Manche waren grössenwahnsinng. Die meisten wurden einfach überrollt. Die Paläste stehen so leer wie die kleinen Handeslhäuser.

Und wer mir sagen kann, wo man hier etwas mit "Sparen" erreichen kann, dem werde ich aufmerksam zuhören. Das sollte dann schon ein Genie sein. Es ist eine alles umfassende Strukturkrise, und es ist nicht der Mezzogiorno, es ist Kerneuropa. Unsere nächsten Nachbarn gehen zugrunde. Ikea lässt hier jedenfalls nicht produzieren. Das ist halt die Globalisierung. Sicher, die Italiener sind auch nicht unschuldig daran. Das ist halt die Entwicklung.








































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Dienstag, 24. April 2012

Schrammeln mit Lobo: Piratenideale und ihr Verkauf mit den Sozen

Liebe Piraten.

Am Wochenende wählt ihr einen neuen Vorstand.

Darunter auch etliche schräge Gestalten.

So etwa Julia Schramm.

Stellt Euch vor, sie wird Parteichefin.

Und wenn dann ihr Buch kommt, was seht Ihr davon - und natürlich auch von Eurer Partei - als allererstes?

Eine Buchpremiere.

Zusammen mit dem SPD-Strategieberater, Lobbyisten und gezielten Piratenbasher Sascha Lobo.

http://www.randomhouse.de/Buch/Klick-mich-Bekenntnisse-einer-Internet-Exhibitionistin/Julia-Schramm/e408990.rhd

Ach so, und: Will man als Datenschutzpartei eine Chefin, die mit "Bekenntnissen einer Internet-Exhibitionistin" durch die Talkshows tingelt, und sich am Ende damit rausredet, dass es keine Schuld gibt?

Na dann mal viel Spass bei den Wahlen. *hust*

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Dann halt Obst und Violinen

Wenn ich schon nichts auf die Saiten bekomme, macht es eben eine Gastautorin bei der FAZ.











In Italien hat übrigens schon die Erntezeit begonnen: Spargel und Broccoli sind schon reif, und Orangen und Zitronen sind jetzt erst geerntet wordem, denn das dauet auch in Italien etwas länger. Gegenüber des gemüsehandels ist ein Supermarkt, da schaut das alles weniger hübsch aus.Mehr nach EU-Verordnung und Import.

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Montag, 23. April 2012

Prophet Isaia

Italien ist immer noch ein kreuzkatholisches Land.

Letzte Woche war ich zu Gast bei einer Nachfolgeorganisation der KPI, einer Milchwirtschaftskolchose, kann man fast sagen, die immer noch Hammer und Sichel im Stall hat. Knallrote Lombardei halt. Erklärte der Führerin, was es mit meinem Namen auf sich hat, und was der Nachname ist - P****madonna. Ergebnis: Panisches Umherblicken, ein SchhhhHhhhHhhh und der Hinweis, dass man das nie sagen kann. Wie gesagt: Hammer und Sichel.

Da darf es auch nicht wundern, wenn die Italiener auch andere Sachen mit liturgischem Ernst anpacken. Zum Beispiel ihre Kinder Isaia nennen. Die werden dann keine Priester, aber Rahmenbauer. Die Firma heisst dann nicht Isaia, sonder Isaia da Propheta Isaia. Wenn schon, denn schon, Und auch das Rad ist ein Prophet.: Es wirft Schatten: Dann ist es sonnig.



Grossbild auf Wunsch.

Es läuft wie von selbst: Dann geht es mit Rückenwind bergab.



Es möchte getreten werden, wie die in braunen Belangen eine einzige Peinlichkeit darstellende Schramm aus dem Parteivorstand: Dann geht es bergauf.



Es nähert sich sturmumtosten Gipfeln, an denen sich das Eis festklammert: Dann wird es kalt.



Er erblickt eine Regenfront über dem See: Dann wird es nass.



Es wird auf 20 Kilometer sehr nass, windgeschüttelt und angeblasen: Dann ist der Blogger am nächsten Tag im Bett mit einer Dame namens Influenzia.



Immerhin wieder was auf Italienisch gerlernt. Ein Hoch auf dem Propheten Isaia, dessen Vorhersagen alle eingetroffen sind.jetzt bitte noch das Schrammelend abservieren. Danke.

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Samstag, 21. April 2012

Italien jetzt auch online

Die kleine Serie ist mit zusätzlichen Bildern im Netz zu finden. Trotzdem kann ich den Kauf einer gedruckten FAZ nur wirklich empfehlen.

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Samstag, 21. April 2012

Drinnen und Draussen

Ich habe es oft versucht, in den Palazzo Ducale zu kommen. Stets war eine Schulklasse im Weg, stets verlor ich angesichts der plärrenden Blagen sofort die Lust. So eine Klasse geht mit Konzentration nicht zusammen, wo Blagen sind, verschwindet die Muse der Kulturbetrachtung. Das zieht sich nun schon Wochen so hin, und heute dachte ich mir, vielleicht ja am frühen Nachmittag? Von Osten her näherte sich ohnehin eine schwarze Gewitterfront. Da radelt man nicht gern hinein. Und es ist Freitag, vielleicht haben Schüler und Lehrer langsam auch keine Lust mehr auf Kultur.













Es ging so halbwegs. Die glühende Nationalistin vor den Mantegnagemälden hätte es vielleicht nicht gebraucht; ich weiss, dass junge Italiener gerne mal die Postimmernchfaschisten wählen und hätte gern auf dieses Musterbeispiel italienischer Geschichtsklitterung verzichtet, das da den Schülern eingetrichtert wird. Man muss den historischen Tatsachen ins Auge sehen: Die Geschichte der Gonzaga ist nur so mittelfamos, um nicht zu sagen, sie hatten einfach die richtigen Künstler, die richtige Protektion und waren letztlich auch zu unbedeutend, als dass man sie zwingend hätte zerquetschen müssen. Trotzdem ist Mantegna immer wieder eindrucksvoll, und alles, was im Palast danach kommt, leidet etwas unter dem grossen Eindruck. Mit Ausnahme der Damenportraits der Schule von Fontainebleau, die dort seit jeher als "flämisch" bezeichnet werden und ihr Dasein in einem Abstellraum fristen. Einmal im Jahr besuche und bewundere ich sie. Ausserdem war heute das erste Mal der Giardino Segreto geöffnet.











Und durch alle Fenster gleissender Sonnenschein. Der Frühling ist zurück, ich hätte auch etwas draussen unternehmen können, aber ich habe ja noch etwas Zeit für alles andere. Und dass ich gestern bei Regen in Cerea war, wo die nationalistischen Möbelträume der Italiener aus der guten, alten Renaissance nachgebaut werden, hatte auch seine Richtigkeit. Sicher, es war nass. Aber auch sehr spannend.

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