: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Dienstag, 15. Mai 2012

Zona Pedonale

Die Mille Miglia soll jetzt dauerhaft Mitte Mai stattfinden, und nicht mehr wie früher Anfangs des Monats. Angeblich wegen des Wetters in der Monatsmitte. Offensichtlich haben die Initiatoren das Wort "Eisheilige" noch nicht gekannt, als sie die Entscheidung getroffen haben. Nun, sie werden es kennenlernen. Die Wetteraussichten jedenfalls sind grauwolkig durchwachsen. Ich werde mir was einfallen lassen müssen. Ausserdem habe ich zu wenig warme Kleidung dabei. Frieren an der Engelsburg, schnattern in Umbrien, das wird es sein.







Und ansonsten geht es mit Italien langsam dem Ende entgegen. Daheim gibt es viel zu tun, es ist so einiges passiert, man kann nicht immer hier unten sein, also werden die Bilder weniger, und überhaupt. Ich weiss ehrlich gesagt nicht genau, was die nächsten Monate bringen werden, vieles ist unklarer als noch vor ein paar Wochen, und es war auch eine gute Zeit, um etwas gewitzter zu werden. Vielleicht auch etwas weniger altruistisch. Im Nachhinein ärgert man sich, wenn man gegen alle gleich grosszügig ist, das entwertet das Verhalten und bevorzugt die Falschen.







Ich habe mir hier für besondere Anlässe zwei Füller gekauft und damit doch nichts unterschrieben, einfach, weil es sich nicht ergeben hat. Ich habe einigees geschrieben und weiss nicht, ob das so eine gute Idee war. Ich habe auch viel Zeit gehabt, generell ein wenig nachzudenken, und auch zu vergleichen, und bin zum Entschluss gekommen, dass es schon gut so ist, wie es ist, und dass ich keine besondere Karriere im Rest meines Irdendaseins machen möchte: Die Aufwendungen, Investitionen und Ärgernisse sind es einfach nicht wert. Zwischendrin hatte ich ein paar Leute an der Leitung, mit tollen, grossen Ideen: Das alles könnte überzeugender klingen, wenn es in einer derartigen Atmosphäre unterbreitet werden würde. Nicht von Hektikern am Rande des Nervenzusammenbruchs, die ihre Socken verdreht tragen, und deren Hemden zu kurz sind.







Dagegen freue ich mich schon auf die MM und den Benzingeruch, auf das Brüllen der Motoren und prall gefüllte Speicherkarten von den schönsten Tagen des Jahres. Es ist ja immer schön. Das hat mit dem Wetter nichts zu tun, nur mit dem Adrenalin.Immerhin, dieses Jahr geht es früher los, schon um 18,45 fahren sie in Brescia los, und erreichen noch bei Tageslicht Verona. Ich denke, das werden tolle Bilder dieses Jahr von der ersten Nacht des Ausnahmezustandes.




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Manche werden das schon kennen

Aber angesichts des hasses auf Frau Merkel in Europa (und der teilweisen Schizophrenie zu sagen "So eine wie die Merkel bräcuhten wir auch") hier nochmal ein paar Bilder und Worte aus Cerea in der FAZ. Das sind schliesslich so die Sachen, die immer irgendwie untergehen, wenn man über den Euro und die Auswirkungen auf die Krise spricht.

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Sonntag, 13. Mai 2012

Gratuliere

Heute hat man mal wieder gesehen, was man braucht, um mit den Piraten fertig zu werden: Eine komplett diskreditierte Partei der Günstlingswirtschaft und ein mässig aussehender Pleitenmitwirker der New Economy ohne Profil an ihrer Spitze. Das reicht.

"Fünfte politische Kraft hinter der FDP". Was für ein Ergebnis. Wahrscheinlich ärgert sich das FDP-Uboot bei den Piraten schon, auf die falsche Partei gesetzt zu haben.

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Er ist auch Urheber

Schliesslich meldet sich auch noch der prominenteste der FAZ-Blogger in einem Posting dort zu Wort.



(Ausserdem möchte ich hier noch einmal sagen, dass das Unterschreiben von Manifesten, offenen Briefen, Kampagnen und Aufrufen in Zeiten des Netzes eine ziemlich lächerliche Angelegenheit ist. Und mich eine gewisse extreme Haltung, in etwa auf der Achse Schramm-Seeliger, die beide gern Geld für das Schreiben nehmen, aber ansonsten gern Hetzreden schwingen, doch etwas annervt.)

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Sonntag, 13. Mai 2012

Landpartie mit Manu

Cu la tellllllo, sagt Manu. Irgendwie können Italiener das L lellen, wie sie das R rollen können. Ich probiere es, und inwendig lacht Manu. Man sieht es in ihren Augen. Dann sagt sie es noch einmal vor, ich probiere es erneut und ahne: Das wird nichts mehr. Es wird immer nach deutscher Tourist im Schlamm klingen, dessen Italianita nicht ausreicht, vor einer Italienerin, einer echten, im echten Schlamm der Poebene.



Aber immerhin habe ich ihn jetzt gesehen, den legendären Culatello, und zwar nicht nur in dünnen Scheiben, sondern im Gegenwert eines Mittelklassewagens, an Stangen im Stall an der offenen Luft schimmelnd. Cu la telllo. Ich werde es nie schaffen. ich hoffe aber, dass sie es schaffen, das zu bewahren. Es ist nicht ganz leicht mit diesem Schinken, denn er widerspricht mit seinem Pilzbefall vermutlich vielen EU-Verordnungen. Es muss aber so sein, denn der Pilz gibt den richtigen Geschmack. Und er schimmelt dort monatelang. Unter anderen bedingungen wäre das ein Problem. Schwierig. Hier die Tradition, da die EU. Allerdings gibt es auch einen Bestandsschutz für jene, die ihn schon immer gemacht haben. Es ist gar nicht so leicht, das alles zu retten und so zu betreiben, dass man davon leben kann. Selbst wenn der echte, daheim gemachte Cu la telllo weltweit gesucht wird. Ich war jetzt einmal drin. Und ich denke, es gibt Gründe, warum ich die Adresse nicht verraten werde. Ich will nicht wie bei meinem Schuster Follow Ups lesen. Weder zum Schinken, noch zu den Erdbeeren, oder auch zu Manu.
























Meins. Meine Geschichte. Ihr widerlichen Abschreiber von RP und Neon - fahrt selbst nach Italien und sucht Euch eigene Themen, wenn Ihr könnt.

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Freitag, 11. Mai 2012

La C

Italiener wissen, was nach dem C kommt: risi.

La Crisi muss man in Italien nicht erklären. Italien ist das schönste Land der Welt, und so sehen sogar die Krisen üppig, wuchernd, lebendig und lebensfroh aus. Ich habe ja ein wenig den Überblick vom Markt: Die Preise stagnieren oder fallen. Letztes Jahr zum Beispiel kosteten hoer die Schuhe einer Luxusmarke 90 Euro. Jetzt ist das Angebot besser bei 80 Euro. Und diese Polohemden, die angeblich jeder will, wie es mit die Imagebroschüre aus Monte carlo nahelegt, will wohl doch nicht jeder: Anders wären diese Berge hier auf dem Markt nicht zu erklären.

Zu erklären ist allerdings der Vertriebsweg. Diese feinen Läden haben hier ihre 2nd Units am Start, teilweise sogar mit den Firmenlastern. Irgendwie muss man weiterkommen, aber wie es so ist, versteht man erst, wenn man rechnet: 80% Rabatt und am Ende des Marktes ist nur wenig verkauft - irgendwas stimmt da grundlegend nicht mehr. Auch der Umstand, dass die eigenen Läden mit reduzierter Ware inzwischen nicht unhübscher als die ersten Häuser sind, gibt zu denken. Irgendwie löst sich da gerade die Realität es Einkaufs von den alten Markenvorstellungen. Der Fluch der Herstellung in Bangladesch, hier auf dem Markt kann man ihn spüren, globalisiert durch die Krise in Italien. Niemand zahlt mehr für Marken. Die Unterschiede werden untergepflügt. Angebot und Nachfrage.

Leer ist es in den Nobelläden, wenn die Russen und Araber noch nicht da sind.





















Aber schön schaut es aus.

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Donnerstag, 10. Mai 2012

Ich bin Urheber

Und meine Leser klauen, kopieren, verbreiten und zahlen dafür nicht.



Ich bin Urheber, und ich mache mir darüber wenig Gedanken, solange jemand damit nicht versucht, an Geld zu kommen.



Ich bin Urheber, und alles, was ich bin, habe ich dadurch erreicht, dass ich nicht gefragt habe, wie sich das jetzt total verwerten lässt. Sondern weil ich geschrieben habe. Mit Lust und Liebe und Wut und Leben. Gibt es darauf ein Urheberrecht?



Ich bin Urheber und glaube daran, dass meine Leser, wenn ich sie darum bitten würde, durchaus helfen würden. Sie tun es ja jetzt schon. Ohne Verbreitung im Netz durch Räuber und Raubleser und Verlinker und Ideenübernehmer wäre ich nicht da, wo ich bin.



Ich bin Urheber, aber ich würde lügen, wenn ich nicht zugäbe, dass ich mich in meiner FAZ-Kolumne nicht von Italo Calvino leiten lassen würde, den ich damit verehre. Ich finde das legitim, auch Dante lässt sich von Vergil leiten. Sollte sich jemand von mir leiten lassen, wäre ich glücklich.



Ich bin Urheber. Meine Leser klauen auch manchmal bei meinem Vertrieb, und ich glaube, dass man da auf allen Seiten ein paar Dinge lernen muss. Vor allem: Dass man sich eigentlich mag, auch wenn das Netz uns transformiert und uns fremd scheinen lässt.



Ich bin Urheber, und wenn jemand fragt, ob er etwas haben kann, sage ich fast nie nein. Das meiste, was ich habe, habe ich ja auch irgendwo her. Meine Leistung, das Schreiben, das ist ein Geschenk, eine Gabe. Man sollte, wenn man schon das Glück hat, es nicht zu sehr versuchen.



Die CD mit den Italohits, mit der ich am Gardasee in den Sonnenuntergang gefahren bin, habe ich gekauft, aber Don Camillo und Peppone habe ich auf Youtube gesehen, wie auch, als Vorbereitung für den neuen Beitrag in der FAZ, Über den Dächern von Nizza. Es ging nicht anders.



Ich glaube, die ganze Sache wäre für alle Beteiligten besser, wenn wir netter miteinander wären. Ich glaube, kaum einer will wirklich etwas Böses, und darauf kann man aufbauen.



Es gibt Urheberrechte. Und, wie meine Oma gesagt hätte, wos hod es uns gebrochd? Nixn hod es uns gebrochd!



Ich glaube, man sollte reden. Und lernen. Und verstehen.



Der einzigen echten Profidiebe von FAZ-Texten sassen übrigens in grossen, deutschen Zeitungshäusern. Keiner hat sich je entschuldigt.

(Und so habe ich auch noch die Bilder von der Heimfahrt an der italienischen Riviera untergebracht. Ich habe einfach zu viele Bilder).

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Europa, gesehen in Ventimiglia

Es gibt keine Villenviertel mehr.



Nur noch die Frage, wie gut eigentlich so die Fundamente sind. Die damals Leute gebaut haben, die man heute nicht mehr fragen kann, und deren Berechnungen auch anders waren.

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Mittwoch, 9. Mai 2012

Zenata Beach Club

Hätte ich ein Hotel am Meer, dann würde es so heissen. Ich würde jeden Morgen ein Unwetter haben wollen, und Angestellte, die wie Kid37 sind. Alle Zimmermädchen würden schwarze Brillen und Staubwedel tragen. Alle Baduntensilien wären rot wie Blut. Ich würde auf jedem Zimmer eine dadaistische Bibliothek einrichten, und an die Wände Bilder von Robert Capa hängen. Ich würde einen Saal einbauen, in dem jeden Abend Nick Cave auftritt, und Geschäfte, in denen alles bis hin zu den Menschen käuflich ist. Würde ein venezianischer Leuchter herabstürzen und jemanden erschlagen, würde ich es genau so belassen. In den Casinos könnte man kein Geld gewinnen, sondern Gespräche ohne finanzielle Hintergedanken. Und dann über die Jahre zuschauen, wie alles ganz langsam zerfällt. Für Dauergäste gäbe es nach dem Tod natürlich auch einen Friedhof. Oder den Fleischwolf, wenn ihnen das lieber ist, in der Küche für die anderen Gäste.

Ich glaube, so könnte ich in einem Hotel am Meer leben.














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Mittwoch, 9. Mai 2012

An der Grenze

Nicht meins. Einfach nicht meins. Ich glaube, das letzte Mal habe ich mich auf Schwanenwerder so seltsam gefühlt. Das war im November, alles war grau, die Stadt war, im Vergleich dazu, sogar richtig lebendig. Das muss ungefähr 1998 gewesen sein, das Internet war damals noch recht jung, und Blog hatte ich keines, sonst könnte man das viellicht nebeneinander stellen. Aber keine Frage, Monaco und die Küste ist schöner. Ich glaube, diese besondere Art der Fremdheit entsteht, wenn etwas eigentlich nicht weit weg ist, wenn man eigentlich passen müsste, und sich vieles fügt, die Yachtmaster, die Schuhe von Gold Brothers, das Navigarehemd, der scheinbar mühelose Wechsel zwischen Franzosen, Deutschen, Briten und Italienern, vom Abenteurer über die aufs Protokoll achtende Dame des Yachtclubs bis zum Honorarkonsul, die Freundlichkeiten, die erwartet und geliefert werden, die ganzen Äusserlichkeiten eben. Dort sein durchaus, anpassen stets, sich darin bewegen auch, teilweise einschmelzen für den Betrachter, aber dann auch über die Grenze und Luft holen und wissen, das Leben ist anders und wird zumindest für mich so nie sein, egal was da noch kommen mag. Freiheit ist, etwas tun zu können. Oder auch nicht. Ich hatte den Eindruck, dass dort zu viele müssen.















Immerhin hat mich Monaco zum Nachdenken gebracht. So, wie mich Mantua zum Vergessen bringt.

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Nach dem Trubel

Am öffentlichen Strand von Monte Carlo entlang zum Hotel gelaufen, kaum jemanden gesehen, und einsam eine halbe Stunde auf einem Wellebbrecher gesessen. Erst nach einer Weile gesehen, wie wenig Lichter an sind. Wenig los, fast wie Rottach an einem Dienstag. Das hier ist weniger Stadt als vielmehr Kulisse mit Erinnerung. Die vielen Tafeln mit Hinweisen auf vergangene Zeiten, als die Russen noch Russen waren und nicht die Herren, wirken erstaunlich bemüht. Ansonsten, ich mag ja die Einsamkeit, es passt also schon, und geredet habe ich an diesem Abend eigentlich genug.





























Ich möchte es vielleicht so sagen: Wer Frankfurt mag, aber nicht die Frankfurter, wer das Meer mag und das Gefühl, zu Fuss jederzeit in ein anderes Land gehen zu können, für den ist Monaco toll. Aber es berührt mich nicht. Es ist einfach keine Herzenssache.

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Montag, 7. Mai 2012

Kunstmalerisch vollkommen unbegabt

So, jetzt habe ich auch den Auftritt der Ersatzmarina der Piraten bei dieser Talkshow gesehen, über den so viele reden.

Mein lieber Schwan. Wenn da früher eine Marina war, ist da jetzt allenfalls noch ein sumpfiger Ententümpel übrig.

Ich wäre gar nicht weiter überrascht, wenn dieser Herr in Nullkommanichts alle Sympathien verspielt, die Marina Weisband aufgebaut hat. Zusammen mit seiner Onlinekommunikation war das nun wirklich nichts, was einen dazu bringen könnte, die Piraten zu wählen. Die Verschiebung des Schwerpunktes weg von einer Bürgerrechtspartei des digitalen Zeitalters hin zu einer "Alles jetzt sofort und zwar Gratis"-Zusammenrottung kann man kaum schöner verkörpern. Und natürlich spielen auch Äusserlichkeiten eine Rolle: Vielleicht fühlt sich dieser Herrr Ponader wie ein Bürgerschreck. Es kommt aber nur reichlich ignorant und ungehobelt bei mir an. Es gibt Leute, mit denen man über ein Grundeinkommen reden kann. Ponader ist niemand, mit dem ich darüber reden wollen würde. Ich habe zu lange in Studentenvertretungen zugebracht, als dass ich mir bei solchen Leuten noch irgendwelche Illusionen machen würde.

Solche Maschen, das sagt die Erfahrung mit anderen Gruppen ähnlicher extremer Ausrichtung, gehen nicht dauerhaft gut. Das mag der ein oder andere erfrischend finden, in Zeiten der Euphorie - aber die Piraten haben gerade bei einer Wahl erleben müssen, dass ihr eigenes Gerede von den Nachfolgern der toten FDP doch etwas zu viel war. Nächste Woche wird es ein davongelaufener New-Economy-Scheiterer sein, der ihnen in NRW eine ähnliche Lektion erteilen wird. Irgendwann werden sie auch mal erklären müssen, wie das alles refinanziert werden soll, wie immer in einem demokratischen System. Dann wäre es vielleicht gut, auch mal wieder Wähler anzusprechen, denen es nicht um die Egotrips der diversen, bei den Piraten untergekommenen Auslegerfiguren geht, sondern um na wie heisst das noch mal genau Inhalte.

Ich werde den Eindruck nicht los, dass man mir hier eine Lösung für alle Probleme anbietet, hinter der sich Permanent Beta versteckt. Ein Politikentwurf anhand des Ponaderlebensstiles. Man muss diese meine Haltung übrigens nicht mögen, aber wenn ich schon sauer reagiere, weil da jemand von einer Datenschutzpartei mit einem Schwerpunkt auf Finanzierung aus Gemeinschaftseigentum als Ausweis des prekären Lebens ausgerechnet ein iPhone in die Kameras hält, wird das auch anderen so gehen. Kann sein, dass das alles im Moment noch an den Piraten abprallt. Aber ihre Gegner haben ja auch noch genug Zeit bis zur Bundestagswahl.

Und die Linke war im Westen ja auch eine Weile durchaus erfolgreich.

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Das Haben des Salates

Erinnert sich noch jemand an die Idee von Papandreu, die Griechen demokratisch über die Reformpläne abstimmen zu lassen? Das war Ende Oktober 2011. Damals putschte ihn die EU, allen voran Merkel und Sarkozy aus dem Amt. Das wäre ja noch schöner, wenn die Griechen bei der Rettung unserer Banken mitreden könnten. Die Folge war eine "Einheitsregierung" mit Technokraten", eine schöne Kombination aus Bankmenschen, Privilegierten und sogar Nazis, die das Land fit für den Aufschwung machen sollte.



Es kam anders, der von der EU verordnete Kurs trieb Griechenland noch tiefer in die Misere, mit dem Ergebnis, dass die Wirtschaft dort überhaupt nicht besser läuft, aber nun alle dafür haften. Besonders die Bundesbank hat da ein paar ganz böse Brocken in der Bilanz, und nur die Banken sind glimpflich aus der Sache raus gekommen. Die Griechen als normale Menschen hatten davon gar nichts. Oder besser, weniger als nichts.



Naja, und jetzt, ein halbes Jahr später, dürfen die Griechen auch mal was zu Besatzung und Kolonialpolitik sagen, und dann wählen sie halt die Nazis und die Kommunisten, und schicken die Volksparteien aufs Abstellgleis. Was für eine Überraschung, kaum behandelt man Menschen antidemokratisch, schon fühlen sie sich nicht mehr an die sog. demokratischen Parteien gebunden. Das haben Merkel und Sarkozy prima eingefädelt. Kurzfristig die Demokratie eingedämmt, und langfristige Folgen übersehen. Und weil dazu auch noch Sarkozy von den Franzosen abserviert wird, die auch keine Lust auf Bankbestimmung mehr haben, darf die Merkel jetzt alleine ran. Oh, ich habe ja ein Bild mit alten, ausrangierten Schachteln!



Gäbe es nicht Südfrankreich, müsste man fast fragen, on so eine Apparatschikkarriere in der DDR und später in der CDU vielleicht nicht doch eine suboptimale Vorbereitung auf ein Dasein als demokratische Politikerin ist. Denn mitten im Debakel - seien wir ehrlich, Europa hat gestern Merkel abgewählt - gibt es wenigstens noch einen Flecken, wo alles scheinbar in Ordnung ist: Südfrankreich. Da wählen Arm und Reich quasi geschlossen den Sarkozy. Und warum das dort so ist, erkläre ich in der FAZ. Auch nicht recht viel anders als bei den Griechen und ihren Nazis nämlich.

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