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Mittwoch, 30. August 2017

Zu spät gefunden

Der Tweet hier. Der zeigt die Spitzenkandidatin der Grünen beim Besuch der Tafel, und beschwört die soziale Ader der Grünen. Mit dabei aber auch: ein Bild eines weiteren Hybrid-BMW 530e, wie ihn auch Simone Peter fährt.



Diese indolente Einstellung, dass man ein Bild der Tafel eifach neben so einen Alibihybrid packen kann und dann noch so tut, als sei man mit einem 252-PS-Auto auf Sozialbesuch - das erklärt vielleicht, warum die Grünen so wenig überzeugen. Es ist völlig auf einer Linie mit der SUV-zum-Biomarkt-Mutti, die in den Städten vermutlich wirklich grüne Kernwählerin ist. Aber wer mit so einer Einstellung dann anderen den Diesel verbieten und zusätzlich all die anderen Segnungen der eigenen Ideologie finanzieren will - der muss schon länger suchen, um jemand zu finden, der das wählt.

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Dienstag, 29. August 2017

Grün überlegen und überleben

Darf man noch kritisch über die Grünen schreiben?



Auf der einen Seite sind sie schlimmer als die CDU geworden, immer dann, wenn es dogmatisch wird. Und inzwischen stehen sie mir auch offen feindselig gegenüber. Ausserdem finde ich als Italienfreund, dass man jeden Internationalsozialisten für die Folgen der Migrationspolitik und die Schlepperei im Mittelmeer zahlen lassen sollte, bis zur Enteignung und Steineklopfen, wenn es nicht reicht. Mit den Grünen ist das unmöglich.



Auf der anderen Seite glaube ich nicht, dass ein Ausscheiden der Partei aus dem Bundestag etwas bringt. Denn mit der Merkel-CDU gibt es bereits eine neue, grosse, totalitär dogmnatische grüne Partei, die für die Macht alles tun würde. Ob eine grüne Blockpartei in der alten Form im Staatsrat sitzt -. egal. Ausserdem sitzt sie ja in den Zentralorganen der neuen DDR und versuchte, mit Agentin die STASI neu zu formieren.



Ich überlege noch. Vielliecht schreibe ich ja etwas halbwegs Nettes.

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Montag, 28. August 2017

Nicht hoffnungslos

Rennrad-Rahmen-Bonnefond-CBT-Italia-schoene-Muffen



Italienischer Rennradrahmen aus gutem Hause in beklagenswertem Zustand, wohl aus den 70ern. 56 cm Rahmenhöhe Mitte-Ende, Hinterbau 122mm. Größere Fehlstellen im Lack, viele Stellen mit oberflächlichem Rost, aber ich habe keine Dellen oder tiefe Kratzer finden können - siehe Bilder. Tretlager und Steuersatz von Ofmega laufen äußerst rau, es müssen wohl zumindest die Lagerkugeln getauscht werden. Der Rahmen stand daher wohl längere Zeit im Freien.



Die Hauptrohre scheinen aber in gutem Zustand zu sein, nur die Sitzstreben sind an den Wasserauslässen ziemlich rostig, von daher ist die Substanz wohl nicht hoffnungslos, der Rahmen wäre wohl noch zu retten. Und das hätte er verdient, die schönen Muffen und die filigranen Ausfallenden (an denen ein I*iot die Schrauben verbogen hat) würden in neuem Lack sicher eine gute Figur machen. Also mutige vor, wer hat schon einen Bonnefond?



Wegen dem schlechten Zustand ausdrücklich als defekt an Bastler, die sich im Lackieren üben wollen (oder das schon können ;-) und die notfalls auch eine Sitzstrebe ersetzen können. Verkauf als Dekostück.


Für 40€ Sofortkauf. Denn man darf die Hoffnung nie aufgeben.

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Sonntag, 27. August 2017

Diversity is Smallpocks

Das Grossartige an Dotcomtod?

Völlig neu mit neinem Namen anfangen können. Bei absolut Null, ohne Rücksicht auf alles, was vorher war. Bei Dotcomtod entkam ich der Vielfalt, die in mir steckt, und es war eine Befreiung. Die Vielfalt, die ich darstelle, ist prinzipiell gut und ich mag sie. Aber es war schön, sie nicht. wie damals im Journalismus, im Mittelpunkt zu haben.

Das Tolle an der FAZ?

Völlig neu anfangen zu können. Mit einem wohlbekannten, etwas überzeichneten Standpunkt, der zwar auch im Vergleich zur Normalität auch eine Vielfalt darstellt, aber eben eine Vielfalt, die im Vergleich zur anderen Vielfalt nicht gut angesehen ist. Das Leben in der reichen Provinz ist nun mal das, was die in die Städte geflohenen und bei Medien untergekommenen Grattler irgendwie so gar nicht mögen.

Mein Bücherschrank ist natürlich voller Vielfalt, mein Kunst- und Kulturverständnis ist offen für so gut wie alles, ich habe viele Lebensrealitäten gesehen und würde nicht behaupten, dass mich das Studium mehr als der Umgang mit ABM-Leuten auf der Grabung im eisigen Februar geprägt hat. Ich gehe lieber, viel lieber in die Caritaswerkstätte, die Menschen auffangen, als in die Tempel des Neuradkonsums. Das ist meine individuelle Entscheidung. Man darf, man sollte auch darüber schreiben.

Was man nicht tun sollte: Es anderen aufzwingen.

Ich muss mir inzwischen wirklich Mühe geben, beim Thema Trans innerlich ausgewogen zu bleiben. Nicht, weil ich ein Problem mit sexueller Orientierung habe. sondern wegen der penetranten Art, wie Journaille bei SZ und SPON und Zeit versucht, mit dem Thema der Mehrheit ein schlechtes Gewissen zu machen, und so zu tun, als hätte die Gesellschaft alles zu tuin, damit da kein Funken "Benachteiligung" entsteht. Auch nicht für Eltern, die ihren Kindern das einreden, weil Femimama lieber ein Mädchen hätte, und trans die neue Hochbegabung ist. Der Anführerin Butler ein Kind schenken, Sie verstehen.

Die Gesellschaft hat allein dafür zu sorgen, dass es ihren Angehörigen in der Gesamtheit so gut wie möglich geht und alle miteinander auskommen, und zu helfen, wenn nicht alle mitkommen. Was die Gesellschaft überhaupt nicht zu tun hat ist, jede Minderheit ohne jede Vorbedingung mit aller Kraft gleichzustellen. Wenn es teuer wird, Trans in die Armee zu integrieren, muss der Zweck der Armee über allem stehen. Mir liegt meine verringerte Abgabenlast mehr am Herzen als 2, 3 Hansel, die da rein wollen, um Ärger zu machen. Wem es nicht passt, der kann seine eigene Söldnerfirma gründen. Das ist ein freies Land, jeder kann selbst aktiv werden. Wenn es eine Veranstaltung gibt, egal ob auf dem Rennrad oder für Stricken, Kochen oder Coden: Dann geht es darum. Leute, die denken, sie müssten da ihren Geschlechterkrieg reinbringen: Rauskicken. Und zwar so, dass es ihnen weh tut.

Bevor sie in Positionen sind, in denen sie anderen weh tun, Das, was Hadmut Danisch beschreibt, konnte ich mir in den letzten Wochen am lebenden Beispiel anschauen. Bei einer FAZ-Konkurrenz hat man eine Diversityperson eingestellt, die, höflich formuliert, und obendrein durchaus nachvollziehbar, an ihrer Vielfalt gelitten hat. Das ist nun mal so, Vielfalt ist im normalen Leben oft auch eine Belastung, zumal, wenn man damit offen auftritt. Jedenfalls ist diese Person, nichtweiss, nichtmännlich, nichtchristlich, jetzt in der Zensorenposition und löscht Kommentare. Man hat einer Person, die viele Erfahrungen der Mehrheitsgesellschaft nicht hat, den Löschknopf gegen diese Gesellschaft in die Hand gegeben. Und sie findet das super. Jetzt hat sie die Macht zu entscheiden, was gesagt werden darf. Man fand das bei dieser Redaktion witzig, und inzwischen verbreitet sie auch Boykottaufrufe, wenn Werbung sarkastisch ist. Wieder eine, die an der passenden Stelle tut, was sie kann. Bei bislang, höflich gesagt. mässiger Eigentleistung. Leistungsträger machen keine Diversity, sie machen Leistung.

Aber der Raum wird doch eher den anderen gegeben. So wie die Denkmalabreisser in den USA, die keinerlei Mehrheit hinter sich haben. So wie die Genderrassistinnen, die weisse Männer ablehnen und die Hamas toll finden. So wie die Ökofussel um die Grünen, die der Mehrheit ihre Lügen zur Elektromobilität aufzwingen wollen. Oder ihre Stiftungen, die während wöchentlicher Anschläge in Europa gehaupten, man hätte sich um die Leute zu wenig gekümmert und müsste versuchen, eine im Kern nun wirklich nicht moderne Religion zu integrieren, in eine Gesellschaft, die selbst erst in einem schmerzhaften Kampf ihre eigenen, ähnlich beschissenen Religionen zurückdrängen musste - nur damit der Antisemitismus heute im Gewand von feministischem, islamischem und blacklifesmatter-Extremismus zurück kommt. Und deutsche Medien sehen über diese Aspekte zusammen mit ihren eingekauftgen Okronerfestlügnerinnen hinweg. Die ein oder andere Gruppe kann man schon mal auf dem Altar der Diversity opfern.

Das erschafft erst Erscheinungen wie die AfD, so dumm das Gerede von Gauland auch sein mag. Denn tatscählich ist die Özoguz'sche Erwartung, dass sich die Mehrheit an - im Übrigen widerstreitende und intern oft alles andere als liberale und tolerante - Minderheiten anpasst, sehr fragwürdig. Frau Özoguz sollte in der Frage mal mit polnischen oder serbischen Gruppen reden, oder mit jemand, der von seinem Chef verdonnert wurde, Ausbildungsplätze im Nichtautomobilbau zuerst Flüchtlingen anzubieten. Es bringt nichts, wenn Gesellschaften anfangen, sich nach unten und zum kleinsten, gemeinsamen Nenner zu orientieren. Die westlichen Industriegesellschaften entstanden durch kollektive Orientierung nach oben, mit Bildung, Büchereien, Hauskauf, Leistung und Disziplin. Mein Käsehändler kam als Flüchtling aus Bosnien, hat sich hier abgerackert, seine Tochter studiert und er kann stundenlang darüber schimpfen, dass die Bosnier zu wenig deutsche Tugenden haben. Das ist Diversity.

Der Rest muss sich halt überlegen, ob er für seine Klageweiberei und Verhaltenszwänge Kundschaft findet. Nach meiner bescheidenen Meinung macht das aber nur die AfD gross, und die Auflagen klein. Man kann nicht dauernd der Kundschaft sagen, dass sie im Staub knien muss, nur weil andere mit ihr nicht zurecht kommen und auch wenig Bereitschaft zeigen, sich anzupassen.

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Samstag, 26. August 2017

Ich habe bei der FAZ noch nie

einen Nachruf geschrieben.

Denn ich mag keine Nachrufe und ich lese sie auch nicht.

Aber diesmal, weil er mir so überlegen und ein Vorbild war, habe ich doch einen Nachruf verfasst.



Oh, und es ist eine der ganz seltenen Geschichten, die wirklich ehrlich sind.

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Dienstag, 16. Mai 2017

Schweiger

Es gibt eine Menge Leute, die sich früher ganz klar gegen Zensursula positioniert haben. Weil ihnen völlig klar war, dass die Infrastruktur gegen angeblich kaum verfolgbare Kinderpornographie im Netz bei Belieben ausgeweitet werden kann. So wie man die Vorratsdatenspeicherung ja auch nach Möglichkeit ausweitet und die Funkzellenabfrage heute Usus ist. Sie sind also weder dumm noch ahnungslos. Und es ist ihnen vermutlich auch bewusst, dass die Einführung der Zensur in Deutschland durch Heiko Maas und sein Anschlag auf das Grundgesetz ähnlich weitergehend benutzt werden kann. Ich mein, da steht Adressenherausgabe ohne Richtervorbehalt drin. Wir haben es mit einem Eingriff zu tun, der eher aus Ankara denn aus Berlin kommen könnte. Also, Berlin nach 1945 (West).

Trotzdem schweigen diese Leute, Es sind ein paar wirklich harte Enttäuschungen dabei, von SPD-Mitgliedern, die offensichtlich dem Justizabschaffungsminister nicht in den Rücken fallen wollen.



Aber wenn das Gesetz kommen sollte, wüsste ich genau, wen ich zuerst aus den sozialen Netzweken entfernen lassen würde und könnte. Material hätte ich genug für etliche Feministinnen und diverse frühere Piraten, und ich frage mich schon: Vertrauen die darauf, dass ihre politische Ausrichtung sie schützt, oder verstehen sie nicht, dass sie selbst ganz oben auf der Abschussliste stehen? Mir kann nichts passieren, meinen Account bei Twitter hat Twitter von sich aus verifiziert, aus guten Gründen, aber andere - ich habe wirklich nicht den Eindruck, dass es da nur Neonazis erwischen kann. Es ist völlig klar, dass alle, die ein Problem mit anderer Meinung haben, das Mittel nutzen werden, denn diejenigen, die davon zu profitieren glauben, haben es schon früher mehrfach - auch bei mir - versucht.

Was im Ergebnis auf eine Schlammschlacht über Löschmeldungen hinauslaufen kann. Das nutzt letztlich nur SPD und CDU/CSU, weil sich dann alle Abweichenden erst mal bemüssigt sehen werden, die Methoden zum Ausschalten der Gegner zu bemühen. Schon jetzt sorgt das NetzDG dafür, dass es eben keine gemeinsame Front gibt, sondern allenfalls seltsame Meinungsnichtunterschiede von Leuten, die nicht zusammen gehören.. Und es gibt eben Schweigen von sehr vielen, die sich möglicherweise denken, das wird schon die richtigen treffen. Bei vielen hätte man das so auch nicht erwartet, und damit meine ich nicht Leute aus Berlin, die auf die eine oder andere Art vom Wohlwollen vom Staat, Parteien, Förderung oder Staatsmedien abhängig sind. Es schweigen sehr viele, uind mein Eindruck ist, das Schweigen ist wohlwollend. Soll doch Maas die Drecksarbeit machen, die werden von der Aufräumerei profitieren.

So wie es 1933 die Kommunisten und 1948 im Osten die Reaktionäre und Trotzkisten traf. Nurw ird es ihrer Auffassung zufolge vermutlich nicht so schlimm, weil das totalitöre Gesetz diesmal aus der Mitte kommt. Wie früher Noske.

Ich mache momentan schon eine Liste, aber nicht wegen Denunziantentum. Sondern mit dem Titel "Leute, die zwar für das Internet zu sein vorgeben, aber wenn es hart kommt, sollte man sich besser nicht auf sie verlassen". Man hat schliesslich Correctiv und ARD schon Antifaleute einstellen sehen, als Fact Checker.

Da sollte man mit Vertrauen geizig haushalten.

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Montag, 15. Mai 2017

Grüne hätten gelangweilt

Deshalb habe ich in der FAZ darüber geschrieben, wie in Zeiten der politischen Aufgeregtheit Nachrichten gemacht werden. Mein Beispiel umfasst alles vom rechten US-Rand bis zur Gesellschaftsdame, aber es kann natürlich auch als Beispiel für alle anderen herhalten.

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Sonntag, 14. Mai 2017

Zu Correctiv

Aus beruflichen Gründen habe ich den ein oder anderen Einblick in Szenen, die manche vielleicht als kinky oder hübschlerisch bezeichnen würden - tatsächlich fällt mir auch manchmal auf, dass es enorme Ähnlichkeiten zwischen Journalismus, Kulturbetrieb und anderen Formen käuflicher Annäherung gibt. Journalisten, Autoren, Callgirls, Poletänzerinnen - wir alle spielen mit den Gefühlen und Erwartungshaltungen von Menschen, und wer das System einmal durchschaut hat, erkennt die Grundprinzipien auch in anderen Bereichen wieder. Die Gleichzeitigkeit von Nähe und Distanz, das Gefühl, in gewisser Weise zum Objekt gemacht zu werden und gleichzeitig Subjekt zu sein, die Entgrenzung in begrenzten Systemen, die Widersprüchlichkeit von Fremde und Intimität - damit arbeiten wir. Das füllt uns mehr oder weniger das Konto.

Ich habe privat mit kunstsinnigen Menschen zu tun, die ein Gemälde oder einen Konzertabend wie eine Frau begehren, und die bereit sind, ein Vermögen für Dienstleistungen auszugeben, von denen manche gesellschaftlich voll akzeptiert und andere noch in der Diskussion moralischer Zumutbarkeit sind. Es sind jedenfalls alles Märkte, und manche müssen sich verschleudern und andere, wie ich, werden gut bezahlt und bezahlen dann auch für ihre eigenen Manien gut. Wenn ich nicht so feige wäre, wäre ich längst auch Kunsträuber geworden. Sie ahnen ja nicht, wie das in einem Museum für mich ist... wir sind eben sehr emotional. Und trotzdem auch wieder extrem beherrscht, pedantisch, korrekt.

Nun gab es den Versuch der von Lobbies bezahlten Schreiber von Correctiv, einer AfD-Kandidatin ihr mehrere Jahre vergangenes Interesse an verschiedenen Webangeboten rund um Sexualität zu skandalisieren. Der Chef empörte sich darüber und versuchte, einen Gegensatz zwischen dem angeblich offiziellen Familienbild der AfD und diesen Interessen herzustellen. Darf ich vielleicht noch etwas anderes ausser meiner Ablehnung der journalistischen Methoden von David Schraven, egal ob mit oder ohne Islamistenbart zum Ausdruck bringen.

Es geht hier nicht nur um eine AfD-Kandidatin, sondern uim uns alle, deren Leidenschaften und Handlungen der Masse unverständlich sind. Ich habe nur das grosse Glück, dass meine Perversionen fast immer deckungsgleich mit den höchsten Anforderungen meiner Klasse sind: Ich bevorzuge Kunst, Literatur und Gesellschaftsideale, die bei uns dem Ansehen nicht abträglich sind. Ich liebe exaltierte, italienische Barockarien, gerade weil sie exaltiert sind. Meine Wohnungen sind im erlaubten Luxus eingerichtet, mein Beuteschema entspricht exakt der höheren Tochter, gern auch etwas nutzlos und lebensunfähig, wie sich das gehört. Nur ist mir auch bewusst, dass ich nur wenig anders gepolt sein müsste, um ans dem Kanon herauszufallen. Andere tun das. Sie suchen es sich nicht heraus, es ist eben ihre Entwicklung und ihre Art und ihre Lust. Eine absurde und vom Zeitgeist abhängige Moral entscheidet, ob wir offen über unsere Leidenschaften reden können, oder Angst haben müssen, alles zu verlieren. Möglicherweise fände sich manches davon auch bei den Pornoseitenaufrufen des ein oder anderen "investigativen Journalisten", vielleicht lädt manche Social Justice Kämpferin nur rein weisse Geschlechtsakte herunter, wer kann das schon sagen.

Correctiv aber gefährdet alle. Correctiv hat das Netz abgeschnorchelt und ist dabei offensichtlich in mehr als nur ein Projekt eingedrungen. Sie sagen indirekt mehreren zehntausend Frauen, Männern und Transpersonen, viele davon Migranten, dass das, was sie hier machen, gegen sie verwendet werden kann.

Wenn das bei einer geht, geht es bei allen, und wenn sie das Material bei einer haben, können sie es auch bei jeder anderen haben. Auch bei denen, die nur mal reinschnuppern wollen, ob ihnen die ein oder andere Richtung behagt. Oder jene, deren Drecksäcke von Bekannten die Bilder aus Rache hochladen, mit den Telefonnummern. Es ist ganz einfach, und es ist einfach zu finden. Mir ist es da weniger um Politiker, bei denen mich Bordellgänge weniger stören würden als der zynische und offen zur Schau gestellte Verschleiss an Ehefrauen dieser Spezies. Mir ist es um die vielen, vielen Menschen, die in ihren Neigungen und Tätigkeiten durch so ein Vorgehen verunsichert, beschämt, verängstigt und unter Druck gesetzt werden. Weil sie nicht wissen können. wieviele von diesen Dreckschleudern es gibt, und was sie speichern.

Ich habe Schwierigkeiten, einen Unterschied zwische "Revenge Porn" und dem zu sehen, was Correctiv getan hat. Und ich bin froh um die Reaktionen, die das zurückgewiesen haben. Die Freiräume für nicht den angeblichen Normen entsprechende Verhaltensweisen sind ein Grund, dieses Netz unbedingt zu erhalten. Es wird für jeden, auch für den Liberalsten, Sexualpraktiken geben, die zwar legal sind, aber die er für sich auf gar keinen Fall haben will. So ist das eben. Nur wenn der Freiraum dieser anderen garantiert wird, kann er für alle garantiert werden. Zerstört man das, weil es um die AfD geht, wird der nächste es für gerechtfertigt halten, weil ihm eine andere Einstellung nicht passt - wir sind da ganz schnell wieder auf dem Weg zum Schmutz- und Schundgesetz, undemokratisch reaktiviert durch Skandalschmierfinken und ihre Shitstormabsichten.

Und dann ist da noch etwas. David Schraven, Du wirst das hier lesen, und ich sage Dir: Du bist feige, weil Du davon ausgehen kannst, dass Du Deine Vorstellungswelt über die sexuellen Freiheiten und deren eventuelle Käuflichkeit unwidersprochen verbreiten kannst. Du gehst davon aus, dass nicht 20 Mitarbeiterinnen dieser Branche Dir mal erklären, dass Sexarbeit und ihre Familie sich nicht ausschliessen. Ich habe da nun mal nachgefragt, was ich zum Glück tun kann, und der Konsens ist:

Der Anteil alleinerziehender Mütter unter Sexarbeiterinnen ist sehr hoch. Viele, sehr viele, kommen aus sogennanten sozialen Berufen, die enorm schlecht bezahlt sind. Meine Vermutung ist. dass man Prostitution in Deutschland deutlich reduzieren könnrte, wenn die Lage der Alleinerziehenden und Krankenschwestern und Altenpflegerinnen in Deutschland besser wäre. Die klassische Argumentation, die ich bei meinen Fragen höre, lautet: Es ist angenehmer, kürzer und viel besser mit einem zufriedenen Kunden, als mit einem Patienten in der Geriatrie mit Kostendruck und Nachtschicht. Vielleicht wäre es alles ganz anders, wenn es viele andere flexible, gut bezahlte Nebenerwerbsmöglichkeiten für Alleinerziehende gäbe, aber dem ist halt mal leider nicht so.

Ich mein, ich bin extrem privilegiert, ich gehöre zur Spitze der Gesellschaft, aber ich habe auch gesehen, wie es in Altersheimen teilweise zugeht: Es gibt nun mal Jobs im Gesundheitsbereich, die mieser, perverser und schlechter bezahlt als alles sind, was sich Klein-David meint in Sachen Sex zusammen recherchieren zu können. Oh, übrigens, Lehrerinnen auf dem Balkan sind so schlecht bezahlt. dass sie in den Ferien in Deutschland als Putzfrauen, Erdbeerpflückerinnen oder mit anderen Dienstleistungen arbeiten. Welche davon ist mehr verurteilenswert, die billigen Erdbeeren bei Aldi oder ein Profil bei einer Website?

Und das Geld, das bei der Alternative für Drecksjobs reinkommt? Kinder sind nun mal teuer, heutzutage. Und wer weiss, wie hart das Geld erarbeitet werden muss, wenn man nicht im Umfeld schwerreicher Sponsoren eine gGmbH gründet und sich ein 6-stelliges Gehalt spendiert, weil es ja "gemeinnützig" wie Correctiv ist - der hat, so höre ich, auch klare Vorstellungen von der Erziehung der Kinder, und wie sie ablaufen soll. Ich weiss beim besten Willen nicht, warum sich Sexarbeit und generell das, was andere als Ausschweifungen verstehen, einer traditionellen Vorstellung von Erziehung und Partnerschaft entgegen stehen sollte. Nur weil ein Aspekt des Lebens nicht der moralischen Norm entspricht, heisst das noch lange nicht, dass nicht die anderen Aspekte voll auf Linie sein können.

Kinder und Familien norden Menschen nun mal ein, und sie reagieren darauf mit Methoden wie alle anderen auch. Und Menschen, die beruflich mit menschlicher Interaktion zu tun haben, können das möglicherweise viel besser als solche, die sich nur durch Pornoseiten auf der Suche nach Schmutz graben. Genau, ich meine Euch. Wenn ich wählen könnte, wüsste ich genau, wer hoffentlich NICHT mein Erziehungsberechtiger wäre.

Mir ist es nicht wegen der AfD. die ist mir egal, ich halte nichts von Parteien. Mir ist es wegen all derer, die Correctiv mit in den Dreck gezogen hat, denen Correctiv und David Schraven ihre Verwundbarkeit ins Gesicht geschlagen haben. Menschen, die zum Erhalt ihres Lebens und ihrer Familien nichts anderes tun, als einer legalen und gesellschaftlich fraglos nachgefragten und begehrten Tätigkeit nachzugehen, und Begierden und Wünsche erfüllen, die für den ein oder anderen Islamistenbartträger vielleicht etwas fremd sind.

Aber nicht grundverdorben wie das, was Correctiv sich da geleistet hat.

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Als Kadaver

nach der letzten Bundestagswahl hat mir die FDP deutlich besser gefallen als heute.

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