Da wäre ich beinahe vom Rad gefallen

Das ist aber auch eine fiese Falle, wenn man durch Buonconvento hetzt und dann so etwas zu sehen bekommt - an Ostern war dort Antikmarkt, und Händler aus der Toskana haben leerstehende Lokale bezogen. Der hier hatte venezianische Lüster dabei, für die man ein etwas üppigeres Anwesen brauchen könnte.



Als ich vor zwei Wochen in Berlin war - incognito, laut FAZ-Blog war ich damals am Tegernsee und habe über Trachtenmode und Söder geschrieben - bin ich über ein paar Umwege nach Hause gefahren. Es hat alles letztlich nicht sehr lang gedauert, ich hatte noch etwas Zeit, durfte mich aus Gründen nicht zu einem spontanen Barcamp verabreden, und konnte so alte Stätten meines Raffens besichtigen. Nicht die im Wedding, die gab es schon vor ein paar Jahren nicht mehr. aber Schöneberg.

Der Laden, an dem ich meine Pagodenlampe gekauft habe - weg. Das Geschäft in Kreuzberg, aus dessen hinterster Ecke mein Art-Deco-Venezianer stammt - verschwunden. Das Geschäft mit dem Lampenrestaurator in Schöneberg, das mich so beeindruckte, als ich 2001 hier war - ersetzt durch einen Imbiss, vegan natürlich. Und Söhne des Bergmannstrassenclans, die sich noch dunkel an mich erinnerten, hatten einen anderen Lampenladen aufgemacht, nach ihrer Aussage aktuell der grösste in Ganz Berlin: Nicht schlecht, aber teuer. Mehr was für die Politikberaterklasse, die auf Roaring 20ies einrichten will.



Ein Auktionator hatte die Hälfte der - gar nicht so teuren - Bilder noch übrig, eines habe ich aus dem Hochgefühl heraus auch gekauft, und Seidenteppiche hätten auch für 300€ nicht ins Auto gepasst. In Italien geht das Geschäft nicht mehr, weil die Wirtschaft darnieder liegt, in Berlin, nun, man hört, dass der Anteil der Deutschen sinkt und das Wachstum vor allem aus dem Ausland kommt. Da hat man vermutlich weniger Sinn für die zum PPlündern einladende Schatzkammer, die die Stadt einmal gewesen ist. In der Flughafenstrasse wurde aus dem Geschäft für chinesische Lackmöbel eine Beratungsstelle für Lebenskrisen - der Lack ist ab und getrunken. Hier in Buonconvento werden kriselnde Geschäfte zumindest für ein paar Tage wieder Wunderkammern, und irgendwann gehe ich da hinein und sage: Den da und den anderen für das Gesindehaus auch.

Donnerstag, 5. April 2018, 12:17, von donalphons | |comment

 
Schade, hab ich verpasst
Bin heimgefahren, als das Wetter schlecht wurde.

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bin kein Sammler
Eigentlich das Gegenteil davon, aber mein Mann ist Designliebhaber, so dass ich mich mit Ästhetikfragen regelmäßig auseinandersetzen muss.

Ich frage mich allerdings bei solchen Lüstern immer, wer das Zeug putzt ( selbst Putzfrauen machen das mW heutzutage nicht ohne direkte Anweisung).

Ich bin da pragmatisch: sowenig Staubfänger wie möglich.

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