: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Dienstag, 28. Februar 2012

Der verständnisvolle Don

Äh - habe ich mich jemals über Postprivacy aufgeregt? Habe ich Leute als Postprifaschisten bezeichnet? Habe ich je laut darüber gelacht, dass sie erzählen, auf 30m² zu hausen und nur Nudeln zu essen? Wie gemein.



Denn am Wochenende habe ich von meiner Gemüsehändlerin ein Pfund Trüffelbutter und 25 Gramm Trüffek geschenkt bekommen. Das ist wirklich hart! Seidem esse ich Tag für Tag frische Nudeln mit Trüffel. und die 30m² des Raumes, in dem ich sie verzehre, riechen schon nach Trüffel, wie bei anderen die Wohnung nach. Also, so weit will ich das glaube ich gar nicht wissen, das reicht schon mit Postprivacy. Aber was ich sagen wollte: Für manche ist es vielleicht auch einfach nur ein Gedankenmodell, um ihre Neigung, alles sofort ohne Nachdenken ins Netz zu tröten, von der Mohrenlampe bis zum Hass auf die Parteikollegen, mit einer philosophischen Erklärung zu bemänteln. Ich mein, jedes AKW hat heute eine Philosophie, jeder Fernsehsender - warum sollten U-Boote der Spackeria sowas nicht auch haben?



Und deshalb habe ich mir mal angeschaut, wie Postprivacy im realen Leben funktioniert, und habe dafür eine hoffnungsfrohe Kandidatin für höchste Parteiämter der Piraten genommen, die sich nach Methode A verkauft und nach Methode PP twittert.

Das ist schon lustig.

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Freitag, 24. Februar 2012

Opportunisten treten

Dieser Blogbareintrag wäre jetzt wirklich nicht nötig gewesen: Fefe ist einer von denen, die sich um gekränkte Seelchen anderer Internetaktivisten keine Gedanken machen müssen, insofern läuft auch jede Verteidigung ins Leere, die sich mit dem Gerede über ihn auseinander setzt. Aber was mich am Versuch der Shitstorms so ärgert ist, dass jene Typen, die sonst das Netz zum besseren Lebenraum besserer Vollchecker erklären, sofort in den CDU-Duktus fallen und meinen, die blöden Nutzer vor dem bösen Fefe retten zu müssen, wenn der den Impact hat, den sie selbst gut brauchen könnten. Dem Nutzer wird dabei nicht der geringste Erkenntnisspielraum zugesprochen.

Nachtrag: Es ist immer noch sehr kalt. Es macht keinen Spass. Das Wetter ist scheusslich, und der Wind eine Qual.



Aber es hilft nichts. Der Bewegungsdrang ist stärker, viel stärker als der Schweinehund, und es ist, so sage ich mir, ja schon wieder viel weniger Eis und Schnee als ketzte Woche.







Und ausserdem möchte ich den Italienerinnen gefallen. Ich alter Lycrasack, ich.

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Dienstag, 21. Februar 2012

Weiteres Lesen

Da ist zuerst mal ein wütender Schnauber, weil es manchen Gossisten jetzt gefällt, das Netz wegen seiner kritischen Haltung zu Gauck vorzuführen. Früher machten sowas die Austronazis bei Kritij an Waldheim und Haider, heute ist das der "gute Ton" von Springepresse bis Grünsponti.

Darauf einen Beitrag in der Blogbar.

Und dann habe ich noch einen grösseren Beitrag über den Grossbäckereienskandal in Bayern geschrieben, wobei ich denke, dass Müller da keine Ausnahme ist - mal abgesehen davon, dass die diversen Ministerien normalerweise schon dafür sorgen, dass keiner zu genau hinschaut. Müller war anders, dabei sind Kakerlaken gar nicht so das Problem.

Das Problem, schreibe ich in der FAZ, ist die Art der Produktion von Lebensmitteln und die Art, wie der Kostendruck aus Essen Müll macht, denn Kakerlaken, zu denen kann ich aus der Familiengeschichte beitragen.

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Montag, 12. Dezember 2011

Leichte Veränderungen bei den Rebellen

Als dieses Blog hier seinen Anfang nahm, waren relativ viele Nutzer noch mit Modem im Internet unterwegs. Folglich war es wichtig, die Datenmengen klein zu halten, und bei den Bildern auf Grösse und Kompression zu achten. Auch heute noch bin ich ein Freund schlanker Entwürfe; über Datenfluten wie beim Handelsblatt, Zeit oder FAZ kann ich mich trefflich aufregen. Trotzdem ist es inzwischen wohl so, dass nur noch die wenigsten nicht an einer dicken Leitung hängen.

Zudem ist die Sache so, dass ich nach 11 Jahren mit dem Wechsel zu Windows 7 zwangsweise auf eine neue Bildbearbeitungssoftware umgestiegen bin, die das präzise Runterziehen der Bilder auf einen bestimmten Wert (früher zwischen 20 und 35 KB) nicht mehr erlaubt. Gleichzeitig ist aber der Datenmengenunterschied bei erheblicher Vergrösserung der Fläche marginal.

Das hier ist das alte Format mit 450 Pixel Breite und 58 KB (125550 Pixel):



Und das wäre das hier gerade noch passende Format mit 470 Pixel Breite und 61 KB in gleicher Kompression (137420 Pixel):



Edit: Hier noch 480 Pixel und 63 KB:



Der Trend geht klar zu noch grösseren Bildflächen, aber damit müsste ich dann doch einiges an den Spaltenbreiten ändern, was 8 Jahre Layout zerschiessen würde, und zu bildlastig sollte es auch nicht werden. Für wirklich grosse Bilder würde ich weiterhin extra Dateien anlegen.

Wäre das ein vernünftiger Weg einer zarten Auffrischung?

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Montag, 5. Dezember 2011

Liebe Firmen,

wenn Ihr einen Blogger braucht, schaut Euch doch bitte bei der Wirtschaft-PR und diversen Medien aus dem Eck um, da gibt es genug Leute ohne Charakter, die auch für den stillosesten Gen- und Versorgungspanscher schmieren. Ich habe kein Interesse.

Dannke für die Aufmerksamkeit.

(Wenn sie vorher wenigstens mal ein klein wenig recherchiert hätten... aber nein: "Kommen Sie doch nächste Woche mal in Berlin vorbei".)

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Sonntag, 30. Oktober 2011

Ihr könnt aufhören

Ihr, die ihr gerade über Feminismus/Rassismus/Sexismus und sonst was wegen eines Mohren mit Lampe streitet: Ich habe beim Herzog von Croy nachgelesen, der unter Ludwig dem XV. in Versailles war, und dort war das Tragen einer Lampe beim Zubettgehen ein Zeichen ausdrücklicher Beehrung dessen, der dieses Amt vollführen durfte. Also nix Lampenschlepper, sondern Zeichen besonderer Bevorzugung.

Kurz: Es liegt hier einfach eine Fehleinschätzung vor. Kein Kolonialismus, nirgends. Lernt besser Kulturgeschichte, bevor ihr Euch weiter prügelt.

(Andererseits... Popcorn!)

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Mittwoch, 28. September 2011

Chinesische Selbstkritikaster

Was ich mich ja bei Facebook so generell frage: Warum ist man da überhaupt drin. Schon Blogs können ein elender Zeitfresser sein, aber da habe ich wenigstens den Eindruck, etwas Sinnvolles zu betreiben: Plauderei, Amusement, Aufklärung, Kritik an den herrschenden Zuständen, Tagebuch, Erinnerung an das eigene Leben, Verortung in der Zeit. Facebook? Da gibt es keine Substanz. Nur Grundrauschen. Was ich an Facebokk immer ganz grauslig fand: Da gibt sich einfach keiner Mühe. Da hängt man so ab. Und natürlich produziert man da den Müll, den die Werbung braucht.



Ich bin etwas erstaunt über die Gesten einiger erwachsener (!) Männer, die erst jetzt Facebook meinen den Rücken kehren zu wollen. Das trägt nicht wirklich zu meiner Vorstellung des Internets als Ort der Freiheit bei, wenn da irgendwelche peinliche Viertelcharaktere jetzt qualvolle Stunden haben, die Mauern des Facebook-Knastes zu überwinden, weil nett war es schon, Dann, liebe Leute, sucht Euch halt eine andere Beschäftigung. Geht radeln. Oder in ein Cafe. Schaut Eich mal wieder eine Kirche von innen an. Ihr versäumt da in Facebook gar nichts. Wenn Facebook die volle Banalität sinloser Suchtexistenzen wie Eure Person abbilden will, ist Facebook zuerst mal geschmacklos und zudem sinnlos. Schaltet das Ding 2 Wochen aus und nach dieser Zeit wird da nichts anderes sein, als sonst auch ist.



Mir ist schon bewusst, auch bei Blogs sieht man das deutlich, dass das Leben solcher Leute irgendwie zerfasert. Vielleicht verstärkt das Internet diese ohnehin vorhandene Lebensnichtigkeit, vielleicht fördert das Daueronlinesein die Trennung von der Realität: Es gibt da keine echten Monatsbeschreibungen, Jahreszeiten und Tagesbeschreibungen mehr. Ich kenne nur sehr wenige Blogs, die wirklich vom Jahr und den Entwicklungen erzählen. Das meiste ist Netzbrei, und der findet ja auch bei einigen sein reinschaufelndes Publikum, und andere versuchen es halt, weil sie sonst nichts zu sagen haben. Sagenhaft flache, indolente Charaktere kommen da raus, kein Wunder, dass die Werber scharf darauf sind, das passt sicher super in Berechnungen, und vermutlich klickt das Abziehbild sogar darauf, wo es klicken soll.



Das alles führt mich zu der leicht verbitterten Frage, was Leben im Netz überhapt sein soll und sein kann. Ich lese gern andere Meinungen, ich rede gerne, ich verdiene hier mein Geld, und gerne trage ich viel Leben, viel Selbsterlebtes hier herein. Ich passe aber schon auf, dass darüber mehrer Filter liegen, ein literarischer Filter, ein konsumkritischer Filter, ein ironischer Filter und dann noch einer, von dem ich hoffe, dass er mich nicht allzu sympathisch erscheinen lässt und mit Stalker erspart (Letzteres mache ich bei der FAZ weniger und prompt gab es da Probleme). Ganz offensichtlich ist das aber nur eine Minderheitenposition, der Rest macht das, was alle machen. Oder kapiert erst, wie doof das ist, wenn Facebook konsequent das umsetzt, was sie schon immer gewesen sind. Das Arschgeigenorchester, das jüngst bei den Äusserungen der Verbraucherschutzministerin und der Datenschützer noch aufspielte, sollte bittschön jetzt die eigenen Instrumente auffressen, da sie plötzlich so gar keinen Ton mehr rauskriegen. Frau Aigner hat mehr Ahnung von diesem Internet als die ganze Bande, so schaut's aus.



Dass Facebook so ist: Mei. Man kann das Facebook nicht vorwerfen, denn Facebook konnte genau so werden, gerade weil die "Vordenker" der Netzdeppen laufend sagten: Facebook hat schon recht. Man schleimte diese Typen an, man machte Facebook den Weg frei, man redete Medien ein, dass sie Facebook füttern sollten: Aus Sicht von Facebook gibt es gar keinen Grund, anders zu sein. Hat man nicht Obama die Wahlen gewonnen? Konnten abgefuckte Münchner Medienberater damit in Niederbayern nicht auftrumpfen? Haben nicht Blogger extra ihre Facebookgruppen eingerichtet? Facebook ist mit jedem "Mehr" und mit jedem Feature grösser geworden. Bei uns laufen Idioten der Datenschutzkritik frei rum und predigen die Borghaftigkeit als Erweiterung des Selbst. Der Dreck stand in der FAZ und der Zeit, im Spiegel und bei der Bild. So nutzen Sie Facebook für den persönlichen Erfolg, sagt man den Managern. Facebook nimmt das halt mit. So wie Hitler halt auch nicht bei der Parade in Nürnberg den Massen sagte, aber bitte, das Heilrufen, das wäre doch gar nicht nötig.



Facebook ist so gesehen auch nicht böser oder schlechter als seine Nutzer. Es ist ein Programm, das es ihnen erlaubt, das sinnlose Grundrauschen ihrer Nullexistenz in eine Form zu packen, die mit anderen Nullexistenzen vernetzbar ist. Facebook macht das so gut, dass alles ausserhalb gar nicht mehr so wichtig ist, ja vielleicht sogar auf die eigene Hohlheit hinweisen und die Überhöhung des Vakuums kritisieren könnte. Facebook erfüllt die Wünsche nach Allesreinpacken nur noch ein wenig mehr, und möchte dafür mehr Geld sehen. Und sicher: Die Werbeindustrie kommt ganz zum Schluss und macht diese Nichtse zu bedeutenden Kunden. Das ist dann die Krönung. Für die einen. Und jetzt endlich mal nicht so doll. Für andere.

Bleibt mal lieber dort. Da passt ihr gut rein, da seid ihr aufgeräumt, da gehört ihr hin, das ist schon eure Peergroup.

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Dienstag, 12. Juli 2011

Faceplus

Nach einem auf Recherche vertrödelten Halbtag denke ich sagen zu können, dass facebook in einem Jahr massive Probleme haben wird, sich gegen Google+ zu behaupten. Der Herausforderer fühlt sich einfach besser an, es ist nicht so müllig, es ist nach meinem Eindruck ein klein wenig effektiver, man hat nicht ganz so den "Oh Gott schon wieder drei Stunden vertrödelt"-Eindruck. Facebook und StudiVZ wirken dagegen irgendwie unreif. Vermutlich könnte ich das auch erklären, aber Nutzer gehen nun mal nicht nach Überlegungen vor, sondern nach Empfinden, und das ist bei Google besser. Dazu der Reiz des unbelasteten Anfangs (wenn man von dem Arschgeigenorchester einmal absieht, das einem zu Beginn aus irgendwelchen Gründen präsentiert wird).

Mein Gefühl sagt mir, dass Google das Rennen über seine Erfahrung im Umgang mit Spam, Filtern, Sortieren und Blocken machen wird. Facebook wird ums Verrecken gezwungen sein, die Nutzer zu fluten, um da Werbung reinzupacken, Google wird dagegen versuchen, das Onlinedasein gefühlt zu erleichtern und aus dieser Erleichterung das Targeting abzuleiten. Facebook ist degeneriert, blöd und gemein, Google ist zynisch, gerissen und hinterfotzig.

Und ich werde hier weiter bloggen. Ich habe keine Lust auf Auslagerung, wohin auch immer.

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Sonntag, 1. Mai 2011

Wie

bekomme ich Geschichten, die ich mache, und vor allem eine Serie von Bildern und kleinen Texten (nicht Pr0n, zumindest kein echter) in so eine App für Iphone und Ipad? Idealerweise so, dass ich es nur einmal einpflege, und es überall auftaucht. Es soll nichts mitz Kostenpflicht und Abrechnung werden, einfach so ein bildlastiges Appdingens.

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Samstag, 30. April 2011

Liebe Julia,

ich mein, ich verstehe ja, was Du mit dem Leben im Nettz meinst, und ich mache das ja auch nicht erst seit gestern. Nur nenne ich es halt Bloggen oder Plaudern und mache da nicht eine Postprivacyideologie draus. Mit dem schönen Wort Plaudern nämlich steht alles, was ich so tue, in einer sauberen Tradition, und irgendwekche Metaebenen kann ich mir schenken. Nebenbei, was mir bei Euch immer etwas zu kurz kommt, ist die erstaunliche Vorstellung, dass sich wahnsinnig viele Leute einfach nicht besonders für das interessieren, was jemand im Internet sagt, darstellt und vermittelt. Mein Rat an Dich wäre: mach mal Urlaub. Drei Wochen am Stück. Entspann Dich. Mach Dich locker. Begrenze die Onlinezeit auf drei Stunden. Du wirst vielleicht merken, welche Bedeutung "Irrelevanz" bei der ganzen Geschichte hat. Echt jetzt. Das fängt schon damit an, dass ausserhalb Eures komischen Kreises so viele Leute daran Interesse haben, wie heute noch für Jens Bests Spielzeuggestapo Schnüffelknipsschwein sein wollen. So ziemlich niemand. Klar gibt es heute mehr und einfachere Öffentlichkeit.



Aber wenn darüber nur so langweiliges Zeug wie das banale Leben irgendwelcher Dönerfresser oder lächerliche Profile bei der Sklavenzentrale kommt, gibt es keine Bereitschaft, sich damit zu beschäftigen. Daten sind nichts, wenn sich keiner dafür begeistert. Daten sind weniger als nichts, wenn irgendwelche PR-Heinis falsche Studien anfertigen. Daten werden erst durch menschliches Interesse Bestandteil des Lebens. Wenn Du wirklich sowas wie Postprivacy willst, geh mal raus, fahr an einen See, und mach ein paar nette Bilder. Das hat mehr Wirkung als Revolutionsblabla.

Beste postprivatöse Grüsse aus Italien

Don Alphonso.

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