Sonntag, 18. September 2005
18.04 Uhr
Ich rase mit völlig überhöhter Geschwindigkeit die Auenstrasse hinunter, der Motor orgelt wie am Tag des jüngsten Gerichts, ich brülle, ich schreie, ich prügle auf die Wagentür ein. Und ich, Teil des Souveräns dieses Staates, lache. Ich kann gar nicht mehr aufhören zu lachen. Gott ist das geil. Keine rechte Mehrheit, die CDU so aufsteigend wie die Mundwinkel von das Merkel.

Wenn ich jetzt an die Fressen von das Äntschie denke, den Stoiber, den Koch und die Neconablos der Blogschmiererfraktion und ihre Vorbilder bei den Drecksjohurnaillen SPON und Bild, dann platze ich. Einfach nur die Zahlen anhören, schon gut genug, nach diesen Monaten. Ich habe einen Lachkrampf. Mein Bauch tut höllisch weh. A soichane Hund, dea Gerhard und da Fischer Joschka.
An den nächsten roten Ampel halte ich. Ich liebe rot. Neben mir hält der grosse, schwarze BMW, den ich an der letzten Ampel restlos versägt habe. Der Beifahrer lässt das Fenster runter, wie die anderen drei jungen Burschen im Trachtenjanker, wahrscheinlich auf dem Weg von Oktoberfest, und fragt, nicht wirklich glücklich aussehend: Se san ned fia de CSU, oda?
Na, sage ich. I bin a Roada. Und gebe Gas.

Wenn ich jetzt an die Fressen von das Äntschie denke, den Stoiber, den Koch und die Neconablos der Blogschmiererfraktion und ihre Vorbilder bei den Drecksjohurnaillen SPON und Bild, dann platze ich. Einfach nur die Zahlen anhören, schon gut genug, nach diesen Monaten. Ich habe einen Lachkrampf. Mein Bauch tut höllisch weh. A soichane Hund, dea Gerhard und da Fischer Joschka.
An den nächsten roten Ampel halte ich. Ich liebe rot. Neben mir hält der grosse, schwarze BMW, den ich an der letzten Ampel restlos versägt habe. Der Beifahrer lässt das Fenster runter, wie die anderen drei jungen Burschen im Trachtenjanker, wahrscheinlich auf dem Weg von Oktoberfest, und fragt, nicht wirklich glücklich aussehend: Se san ned fia de CSU, oda?
Na, sage ich. I bin a Roada. Und gebe Gas.
donalphons, 22:21h
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Keine Wahlempfehlung VII
Letztlich sind es dann die kleinen Dinge, die Blicke, die Gedanken, die privaten Reaktionen, die alle Zweifel wegwischen. Ich hätte mir die letzten drei Jahre in manchen Bereichen eine Politik gewünscht, die schneller und härter reagiert hätte. Aber dagegen standen Gewerkschaften, Industrieverbände und Opposition gleichermassen. Aus reinem Machtkalkül. Das heutige Ergebnis wird, egal wie wer feiert, mittelfristig für niemanden Anlass zur Freude sein. Ein 360°-Pyrrhussieg. Aber letztlich sind es die kleinen Dinge, die die Wahlentscheidung unausweichlich machen.
Ich bin einigermassen zufrieden, aber nicht restlos begeistert von der Partei, die ich wähle. Und hier in Bayern muss ich akzeptieren, dass die CSU, so wenig ich sie mag, eine Vielzahl von Erfolgen vorzuweisen hat. Trotzdem meide ich diese Partei, ich habe genug von ihr im Landtag erlebt, 5 Jahre lang, und auch eineinhalb Jahre in Berlin. Wegen vieler kleiner Dinge. Und deshalb mache ich immer auch einen Bogen um ihre Stände in der Fussgängerzone, um mich nicht mit dem Flyerpersonal der JU zu streiten.
Gestern nun musste ich vom Wochenmarkt schräg über die Fussgängerzone zu einem Geschäft, um eine Bestellung abzuholen. Einen Netzadapter für ein japanisches Stromkabel. Das Stromkabel gehört zu einem unendlich flachen Notebook, und das wiederum gehört einer Elitesse aus Tokyo, die eine Wohnung im Stadtpalast gemietet hat. Die Elitesse hat mich begleitet, und wir sind praktisch direkt in den Stand hineingelaufen.
Ich habe die Gesichter gesehen, und die Blicke. Ich habe die Filme gesehen, die in ihrem Köpfen abgelaufen sind. Ich weiss, was sie gedacht haben, jedes Detail, alle Optionen. Da tanzt das Kollektiv sofort wieder den Adolf, es kann nicht anders. Das passiert bei denen automatisch, es ist ein Reflex aus dem Rückenmark und der Leistengegend, da muss niemand erst was sagen oder sein Gehirn bemühen, es ist einfach da, gleich unter der Oberfläche. Die sind so, alle Bomben und Granaten des zweiten Weltkriegs haben das nicht ändern können, und die werden immer so sein, trotz CSU-Alibi-Zuwanderin im Stadtrat.
Einer ist immer dabei, K.. K. war der Sohn von Ladenbesitzern, die das Pech hatten, von einer der ersten Konsolidierungswellen nach dem Wirtschaftswunder überrollt zu werden. Die Läden hatten gegen grosse Ketten keine Chance und machten pleite. Die Familie wurde en gros gesellschaftlich nach hinten durchgereicht, nur nicht in ihrem Wohnumfeld, in dem es damals so etwas wie ein intaktes Sozialgefüge gab. K.´s Vater baute die Leuchtreklamen von den Geschäften ab, die den Namen seiner Familie trugen, und lagerte sie unter einem Vordach ein, in der Hoffnung, sie später mal wieder montieren zu können. Es hat nicht geklappt.
Dann ging alles sehr schnell. Die Familie brach auseinander, K. war das erste und einzige Scheidungskind, das ich kannte, während in allen anderen Familien der besseren Gesellschaft je nach Lust und Laune hinter der glatten Fassade karnickelt, geschluckt, gehasst oder Selbstmord begangen wurde. Als Kind bekommt man das nicht so mit, und erst sehr viel später wurde mir bewusst, was damals alles geschehen ist, in den sog. besseren Kreisen der Stadt. K. war im Zentrum eines alles vernichtenden Malstroms, er war das einzige von uns Kindern, das nicht im Gefühl der absoluten Sicherheit aufgewachsen ist. Er suchte Halt, und fand ihn. In der jungen Union.
Sie haben ihn natürlich nie nach oben kommen lassen. Er kam nie auf die sicheren Listenplätze, er wurde nicht bevorzugt, er hat die Drecksarbeit gemacht, für die Söhnchen anderer Clans. Er war nie im Stadtrat, der grosse, bärenstarke, gutmütige Junge, er hat alle Zurücksetzungen hingenommen, vermutlich, weil er an die Moralvorstellungen der Partei geglaubt hat, die er in seiner Familie nicht mehr gefunden hat. Ich war in der Schule wegen 43 Fehltagen (die Windsurferkrankheit, gegen die nur ein Sanatorium am Gardasee half) schlecht, K. wegen der intensiven Parteiarbeit. Aber wir haben uns immer gut verstanden.
Gestern war er auch im Dienst. Und während ich durch all die Blicke, die Filme und Krankheiten im Kopf gelaufen bin, habe ich ihn angeschaut. Und gegrüsst. Er hat mich sofort erkannt. Ein Blick auf mich, meine Begleiterin, die anderen, und er hat sich weggedreht. Kein anderes Zeichen, nichts.
Ich bin einigermassen zufrieden, aber nicht restlos begeistert von der Partei, die ich wähle. Und hier in Bayern muss ich akzeptieren, dass die CSU, so wenig ich sie mag, eine Vielzahl von Erfolgen vorzuweisen hat. Trotzdem meide ich diese Partei, ich habe genug von ihr im Landtag erlebt, 5 Jahre lang, und auch eineinhalb Jahre in Berlin. Wegen vieler kleiner Dinge. Und deshalb mache ich immer auch einen Bogen um ihre Stände in der Fussgängerzone, um mich nicht mit dem Flyerpersonal der JU zu streiten.
Gestern nun musste ich vom Wochenmarkt schräg über die Fussgängerzone zu einem Geschäft, um eine Bestellung abzuholen. Einen Netzadapter für ein japanisches Stromkabel. Das Stromkabel gehört zu einem unendlich flachen Notebook, und das wiederum gehört einer Elitesse aus Tokyo, die eine Wohnung im Stadtpalast gemietet hat. Die Elitesse hat mich begleitet, und wir sind praktisch direkt in den Stand hineingelaufen.
Ich habe die Gesichter gesehen, und die Blicke. Ich habe die Filme gesehen, die in ihrem Köpfen abgelaufen sind. Ich weiss, was sie gedacht haben, jedes Detail, alle Optionen. Da tanzt das Kollektiv sofort wieder den Adolf, es kann nicht anders. Das passiert bei denen automatisch, es ist ein Reflex aus dem Rückenmark und der Leistengegend, da muss niemand erst was sagen oder sein Gehirn bemühen, es ist einfach da, gleich unter der Oberfläche. Die sind so, alle Bomben und Granaten des zweiten Weltkriegs haben das nicht ändern können, und die werden immer so sein, trotz CSU-Alibi-Zuwanderin im Stadtrat.
Einer ist immer dabei, K.. K. war der Sohn von Ladenbesitzern, die das Pech hatten, von einer der ersten Konsolidierungswellen nach dem Wirtschaftswunder überrollt zu werden. Die Läden hatten gegen grosse Ketten keine Chance und machten pleite. Die Familie wurde en gros gesellschaftlich nach hinten durchgereicht, nur nicht in ihrem Wohnumfeld, in dem es damals so etwas wie ein intaktes Sozialgefüge gab. K.´s Vater baute die Leuchtreklamen von den Geschäften ab, die den Namen seiner Familie trugen, und lagerte sie unter einem Vordach ein, in der Hoffnung, sie später mal wieder montieren zu können. Es hat nicht geklappt.
Dann ging alles sehr schnell. Die Familie brach auseinander, K. war das erste und einzige Scheidungskind, das ich kannte, während in allen anderen Familien der besseren Gesellschaft je nach Lust und Laune hinter der glatten Fassade karnickelt, geschluckt, gehasst oder Selbstmord begangen wurde. Als Kind bekommt man das nicht so mit, und erst sehr viel später wurde mir bewusst, was damals alles geschehen ist, in den sog. besseren Kreisen der Stadt. K. war im Zentrum eines alles vernichtenden Malstroms, er war das einzige von uns Kindern, das nicht im Gefühl der absoluten Sicherheit aufgewachsen ist. Er suchte Halt, und fand ihn. In der jungen Union.
Sie haben ihn natürlich nie nach oben kommen lassen. Er kam nie auf die sicheren Listenplätze, er wurde nicht bevorzugt, er hat die Drecksarbeit gemacht, für die Söhnchen anderer Clans. Er war nie im Stadtrat, der grosse, bärenstarke, gutmütige Junge, er hat alle Zurücksetzungen hingenommen, vermutlich, weil er an die Moralvorstellungen der Partei geglaubt hat, die er in seiner Familie nicht mehr gefunden hat. Ich war in der Schule wegen 43 Fehltagen (die Windsurferkrankheit, gegen die nur ein Sanatorium am Gardasee half) schlecht, K. wegen der intensiven Parteiarbeit. Aber wir haben uns immer gut verstanden.
Gestern war er auch im Dienst. Und während ich durch all die Blicke, die Filme und Krankheiten im Kopf gelaufen bin, habe ich ihn angeschaut. Und gegrüsst. Er hat mich sofort erkannt. Ein Blick auf mich, meine Begleiterin, die anderen, und er hat sich weggedreht. Kein anderes Zeichen, nichts.
donalphons, 12:50h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 18. September 2005
Finale con brio
Es ist zu kalt, um noch draussen zu sein. Es ist jedes Jahr so; wenn die Sonne zwischen Kirche und Pfarrhaus untergeht, ist die Terassensaison vorbei. Danach kommen nur noch wenige wirklich schöne Tage. Richtig warm wird es ohnehin nicht mehr. Die Gäste des Herbstes werden ihren Aufenthalt drinnen verbringen müssen, oder sie wickeln sich in Decken ein und trinken heissen Tee. Wenn sie denn kommen.

Was bleibt, sind die Erinnerungen an einen mitunter atemberaubend schönen Sommer. An ein Panorama, an dem ich mich nie satt sehen kann. An Stunden zwischen Tag und Finsternis, an den sanften Wind, der über der Stadt die Hitze erträglich macht, an die splendid isolation weit über den Dingen und die happy few, die Zutritt hatten. Genug, um es in sich zu bewahren, zu verschliessen und davon die nächsten sechs Monate zu zehren. Bis die Sonne wieder genug Feuer entwickelt, um hier oben alles zum Brodeln zu bringen, die Luft, die Gefühle, das Leben, unter dem unendlichen Blau über dem Randgebiet der einzigartigen, traumhaft schönen Munich Area.

Was bleibt, sind die Erinnerungen an einen mitunter atemberaubend schönen Sommer. An ein Panorama, an dem ich mich nie satt sehen kann. An Stunden zwischen Tag und Finsternis, an den sanften Wind, der über der Stadt die Hitze erträglich macht, an die splendid isolation weit über den Dingen und die happy few, die Zutritt hatten. Genug, um es in sich zu bewahren, zu verschliessen und davon die nächsten sechs Monate zu zehren. Bis die Sonne wieder genug Feuer entwickelt, um hier oben alles zum Brodeln zu bringen, die Luft, die Gefühle, das Leben, unter dem unendlichen Blau über dem Randgebiet der einzigartigen, traumhaft schönen Munich Area.
donalphons, 00:39h
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Ach so, und:
Sie würde diesmal Soldaten schicken.
Und ich erwarte, dass sich die bloggenden Neoconazis dann freiwillig melden. Die feigen Schweine will ich da drüben, drunten, wo auch immer mal sehen, mit ihrer grossen Klappe.
Und ich erwarte, dass sich die bloggenden Neoconazis dann freiwillig melden. Die feigen Schweine will ich da drüben, drunten, wo auch immer mal sehen, mit ihrer grossen Klappe.
donalphons, 07:26h
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Keine Wahlempfehlung VI
Ich wähle SPD. Das hat viele Gründe. Im Gegensatz zu den meisten Lesern hier kenne ich das Spitzenpersonal der Parteien so lala persönlich; wie man sie halt so kennt, wenn man zur bevorzugten Auslandspresse gehört und lang genug dabei ist. Manche, gerade in Bayern, kenne ich aber auch schon viel länger. Persönlich, privat. Zufällig. Qua Geburt. Ich würde nie CDU oder FDP wählen, weil ich sie kenne.
Ich wähle SPD, weil ich die herrschenden Zustände nicht mag. Ich weiss, dass die SPD nicht viel daran ändern kann, aber sie kann zumindest den Übergang vom rheinischen Kapitalismus in die Oligarchie der McKinseys und ihrer globalen Räuberbanden verzögern, und sie wird das allein schon aus Machterhaltungsgründen auch tun müssen. Das bedeutet, dass ich und übrigens auch mein in die andere Seite engebetteter Clan im vollen Wissen, dass wir gegen unsere theoretischen Interessen handeln, SPD und Grüne wählen werden. Denn mir und meiner Familie wird von der SPD genommen, während uns FDP und CDUCSU geben werden.
Viele Leser hier gehören wahrscheinlich nicht zu den 15, 10 Prozent der Bevölkerung, der es unter einer anderen Regierung besser gehen wird. Ironischerweise geht es diesen 10, 15 Prozent jetzt schon blendend. Krise, Konsumverweigerung? Wo bitte? Noch nie hat der Luxus bessere Geschäfte als heute gemacht. Und das Dreckspack, das jetzt in Berlin auf die Posten drängen wird, sieht da für sich noch Nachholbedarf. Dafür wird man diesen Staat umbauen. Das ist das erste, zweite, dritte, was sie tun werden. Das untere Drittel wird überrascht sein, was man dafür noch wegknapsen kann. Als ich das letzte Mal in San Francisco war und in den Parks noch mehr Obdachlose waren, konnte ich nach drei Wochen in den Flieger steigen, und es war vorbei. Das werde ich diesmal nicht tun können. Hier bei mir wird das noch eine Weile dauern, denn ich lebe in einer rausgeputzten Altstadt einer der reichsten Regionen dieses Landes. Aber es wird kommen. Und es wird mich einholen. Und damit das nicht passiert, wähle ich gegen meine ökonomischen Interessen SPD.
Ich mag den Terror der Ökonomie nicht. Ich war, wie manche vielleicht wissen, eine kurze Zeit meines Lebens im Kern des Systems, das man New Economy nennt. Ich bin freiwillig ausgestiegen, viel zu spät, ohne verhindern zu können, dass es für meine Freunde katastrophal ausging. Ich weiss, was es bedeutet, wenn Leute aus Angst und Panik 12 Stunden auf Tabletten für den halben Lohn schuften. Das ist gut für die Rendite, da kommt keine Gewerkschaft, und es war mir egal, wenn es irgendeine blöde Schlampe oder einen Wichser von der BAW erwischt hat. Dummerweise waren irgendwann auch Leute dran, in die ich viel Arbeit, Vertrauen und Hoffnung reingesteckt habe. Ich will nicht, dass sich dieses System auf den Rest der Gesellschaft ausbreitet. Es ist falsch, es ist nur richtig für die, die völlig irrsinnige private Ausbeutungerwartungen haben. Lasst Euch bei Gelegenheit mal von einem Volkswirtschaftler erklären, was die 3% binnenmarktgestützes Wirtschaftswachstum für unser Konsum- und Arbeitsverhalten in 20 Jahren bedeuten. Das hier ist Deutschland, eine voll entwickelte, fast perfekt ausbalancierte Volkswirtschaft an der Spitze dessen, was momantan auf dem Globus machbar ist. Das bedeutet halt im Umkehrschluss, auf die Wachstumsraten irgendwelcher unterentwickelter Ostblockstaaten zu verzichten.
Vermutlich wird die grosse Mehrheit der Leser dieser kleinen Seite ebenfalls gegen meine und für ihre eigenen, berechtigten ökonomischen Interessen wählen. Für eine linke Mehrheit in diesem Land, gegen die nicht regiert werden kann. Es gibt aber sicher auch ein paar hundert, die das nicht tun werden. Jeder muss das selbst entscheiden, und es besteht natürlich die Gefahr, dass diese Leser am Sonntag den Weg für die grosse Umverteilung von Unten nach Oben frei machen. Manche, weil sie hoffen beteiligt zu werden, andere, weil sie glauben, dass es dann irgendwie besser wird und es ihre Lage dann auch mit nach oben zieht. Weil sie nicht begreifen, dass die Ökonomie kein Interesse an ihnen jenseits der Verwertung hat. Und weil sie vergessen,
dass es um dieses Land als Ganzes geht, und nicht nur um das, was ein paar Lobbyisten als Wirtschaft in den Talkshows darstellen.
Es ist nicht ganz ohne Ironie, dass ich so oder so zu den Gewinnern der Wahl gehören werde. Ich, persönlich, habe nichts zu verlieren, wenn ich mich im politischen Worst Case nur in mein Wohlstandsquartier einsperre. Zur Staatsoper nach München kann ich von meiner Haustür aus fahren, ohne auch nur ein einziges Mal etwas anderes als Reichtum, Landschaft und boomende Industrie zu sehen. Meine Aufträge kommen aus einer der wenigen Regionen der Erde, in denen es noch besser läuft. Daran wird sich nichts ändern. Aber ich habe, wie mancher vielleicht auch weiss, den Osten gesehen. Auf fast jeder Fahrt nach Berlin bin ich irgendwo ausgestiegen. In Berlin habe ich auch die weniger schönen Ecken erlebt. Das würde sich unter der Union massiv ausbreiten, und deshalb wähle ich SPD.
Jetzt gehe ich ins Bett. Und heute früh fahre ich nach Stuttgart, shoppen. Meine kleine Schwester will ein neues Auto, nachdem ihr altes schon 70.000 Kilometer drauf hat. Einen SLK 350. Mit 272 PS. Und alle Extras. Ich wähle SPD. Weil es mein Leben und mein Land verbessert, ohne mich viel zu kosten. Weil Geiz nicht nur in dieser Hinsicht nicht geil, sondern scheisse ist. Weil ich es mir leisten kann. Ich weiss, dass das jetzt alles scheissarrogant klingt, aber es ist einfach nur die Wahrheit. Meine Klasse ist genau so, nur eben dem Rest gegenüber nicht ehrlich. Das ist der einzige Unterschied. Ich leiste mir auch diese Ehrlichkeit und den Luxus, gegen meine Klasse zu wählen.
Aber wer von den anderen, von den unteren, wahrscheinlich von den meisten der Leser hier kann es sich leisten, FDP und Union zu wählen?
Ich wähle SPD, weil ich die herrschenden Zustände nicht mag. Ich weiss, dass die SPD nicht viel daran ändern kann, aber sie kann zumindest den Übergang vom rheinischen Kapitalismus in die Oligarchie der McKinseys und ihrer globalen Räuberbanden verzögern, und sie wird das allein schon aus Machterhaltungsgründen auch tun müssen. Das bedeutet, dass ich und übrigens auch mein in die andere Seite engebetteter Clan im vollen Wissen, dass wir gegen unsere theoretischen Interessen handeln, SPD und Grüne wählen werden. Denn mir und meiner Familie wird von der SPD genommen, während uns FDP und CDUCSU geben werden.
Viele Leser hier gehören wahrscheinlich nicht zu den 15, 10 Prozent der Bevölkerung, der es unter einer anderen Regierung besser gehen wird. Ironischerweise geht es diesen 10, 15 Prozent jetzt schon blendend. Krise, Konsumverweigerung? Wo bitte? Noch nie hat der Luxus bessere Geschäfte als heute gemacht. Und das Dreckspack, das jetzt in Berlin auf die Posten drängen wird, sieht da für sich noch Nachholbedarf. Dafür wird man diesen Staat umbauen. Das ist das erste, zweite, dritte, was sie tun werden. Das untere Drittel wird überrascht sein, was man dafür noch wegknapsen kann. Als ich das letzte Mal in San Francisco war und in den Parks noch mehr Obdachlose waren, konnte ich nach drei Wochen in den Flieger steigen, und es war vorbei. Das werde ich diesmal nicht tun können. Hier bei mir wird das noch eine Weile dauern, denn ich lebe in einer rausgeputzten Altstadt einer der reichsten Regionen dieses Landes. Aber es wird kommen. Und es wird mich einholen. Und damit das nicht passiert, wähle ich gegen meine ökonomischen Interessen SPD.
Ich mag den Terror der Ökonomie nicht. Ich war, wie manche vielleicht wissen, eine kurze Zeit meines Lebens im Kern des Systems, das man New Economy nennt. Ich bin freiwillig ausgestiegen, viel zu spät, ohne verhindern zu können, dass es für meine Freunde katastrophal ausging. Ich weiss, was es bedeutet, wenn Leute aus Angst und Panik 12 Stunden auf Tabletten für den halben Lohn schuften. Das ist gut für die Rendite, da kommt keine Gewerkschaft, und es war mir egal, wenn es irgendeine blöde Schlampe oder einen Wichser von der BAW erwischt hat. Dummerweise waren irgendwann auch Leute dran, in die ich viel Arbeit, Vertrauen und Hoffnung reingesteckt habe. Ich will nicht, dass sich dieses System auf den Rest der Gesellschaft ausbreitet. Es ist falsch, es ist nur richtig für die, die völlig irrsinnige private Ausbeutungerwartungen haben. Lasst Euch bei Gelegenheit mal von einem Volkswirtschaftler erklären, was die 3% binnenmarktgestützes Wirtschaftswachstum für unser Konsum- und Arbeitsverhalten in 20 Jahren bedeuten. Das hier ist Deutschland, eine voll entwickelte, fast perfekt ausbalancierte Volkswirtschaft an der Spitze dessen, was momantan auf dem Globus machbar ist. Das bedeutet halt im Umkehrschluss, auf die Wachstumsraten irgendwelcher unterentwickelter Ostblockstaaten zu verzichten.
Vermutlich wird die grosse Mehrheit der Leser dieser kleinen Seite ebenfalls gegen meine und für ihre eigenen, berechtigten ökonomischen Interessen wählen. Für eine linke Mehrheit in diesem Land, gegen die nicht regiert werden kann. Es gibt aber sicher auch ein paar hundert, die das nicht tun werden. Jeder muss das selbst entscheiden, und es besteht natürlich die Gefahr, dass diese Leser am Sonntag den Weg für die grosse Umverteilung von Unten nach Oben frei machen. Manche, weil sie hoffen beteiligt zu werden, andere, weil sie glauben, dass es dann irgendwie besser wird und es ihre Lage dann auch mit nach oben zieht. Weil sie nicht begreifen, dass die Ökonomie kein Interesse an ihnen jenseits der Verwertung hat. Und weil sie vergessen,
dass es um dieses Land als Ganzes geht, und nicht nur um das, was ein paar Lobbyisten als Wirtschaft in den Talkshows darstellen.
Es ist nicht ganz ohne Ironie, dass ich so oder so zu den Gewinnern der Wahl gehören werde. Ich, persönlich, habe nichts zu verlieren, wenn ich mich im politischen Worst Case nur in mein Wohlstandsquartier einsperre. Zur Staatsoper nach München kann ich von meiner Haustür aus fahren, ohne auch nur ein einziges Mal etwas anderes als Reichtum, Landschaft und boomende Industrie zu sehen. Meine Aufträge kommen aus einer der wenigen Regionen der Erde, in denen es noch besser läuft. Daran wird sich nichts ändern. Aber ich habe, wie mancher vielleicht auch weiss, den Osten gesehen. Auf fast jeder Fahrt nach Berlin bin ich irgendwo ausgestiegen. In Berlin habe ich auch die weniger schönen Ecken erlebt. Das würde sich unter der Union massiv ausbreiten, und deshalb wähle ich SPD.
Jetzt gehe ich ins Bett. Und heute früh fahre ich nach Stuttgart, shoppen. Meine kleine Schwester will ein neues Auto, nachdem ihr altes schon 70.000 Kilometer drauf hat. Einen SLK 350. Mit 272 PS. Und alle Extras. Ich wähle SPD. Weil es mein Leben und mein Land verbessert, ohne mich viel zu kosten. Weil Geiz nicht nur in dieser Hinsicht nicht geil, sondern scheisse ist. Weil ich es mir leisten kann. Ich weiss, dass das jetzt alles scheissarrogant klingt, aber es ist einfach nur die Wahrheit. Meine Klasse ist genau so, nur eben dem Rest gegenüber nicht ehrlich. Das ist der einzige Unterschied. Ich leiste mir auch diese Ehrlichkeit und den Luxus, gegen meine Klasse zu wählen.
Aber wer von den anderen, von den unteren, wahrscheinlich von den meisten der Leser hier kann es sich leisten, FDP und Union zu wählen?
donalphons, 07:18h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 16. September 2005
Keine Wahlempfehlung V
Keine Ahnung, wer sich hier in wessen Glanz sonnt. Die Jungunternehmer strahlen, weil sie die Bundessieger sind und viel Geld bekommen. Die Veranstalter strahlen, weil alle Medien da sind. Die Ausrichter, unter ihnen der Stern, neben dem SPON bezeichnderweise heute einer der publizistischen CDU-Unterstützer, freuen sich über die Laudatorin: Angela Merkel. Damals Vorsitzende einer Skandalpartei, heute immer noch und zudem auch noch Kanzlerkandidatin. Der Sieger bekommt 100.000 Mark aus ihrer Hand. Es ist Herbst 2000, alles ist vorbei, aber Merkel redet nochmal von der grossen, tollen Zukunft des Internets. Sie weiss es halt nicht besser. Besonders strahlt der Business Angel, der bei der Firma angeblich investiert hat - und wohl auch einigen Einfluss auf die Entscheidung der Jury hatte.
Alle waren sie mit dabei, ich weiss. Auch die SPD in NRW, Stichwort GH100. Auch die Grünen in Schloss Elmau, und ein halbes Jahr später waren sie sich nicht zu schade, das Münchner NE-Pack nochmal bei einem Event abzufüttern. Alle sind darauf reingefallen. Kann passieren. Ich habe 1999 ein bitterböses Worst Case Szenario über einen grossen VC-Geber geschrieben, von dem ich annahm, dass es so kommen würde. Ich habe mich auch getäuscht, es kam viel schlimmer. Keiner war ohne Fehler. Aber manche haben es früher gemerkt.
Die Firma hatte nichts von den 100.000. Der Business Angel hat den Laden letztlich vor die Wand gefahren, und dabei viel Geld verdient. Dreieinhalb Jahre später sitze ich bei jemanden, den nur wenige kennen. Jemand, der wirtschaftliche Macht hat. Einer, der seinen Unternehmern rät, sich Gebrauchtmöbel zu kaufen. Und wir reden über diese Firma und den Business Angel. Über den Stern und seinen Beratungspartner. Über die Jury. Über alles, was damals passiert ist. Dieser Mann hat oft genug vor dem Business Angel und seinen Tricks gewarnt. Laut und oft. Schon damals. Es hat niemanden interessiert. Abr schon damals war er jemand, auf den man hätte hören müssen, wegen seiner Erfahrung, wenn man schon nicht wegen seiner Macht auf ihn hört.
Man kann sagen, dass es nur eine kleine Randnotiz der langen, schlimmen Geschichte der New Economy ist. Man kann sagen, dass es lang vorbei ist, aber es stimmt nicht. Die milliardenschweren Fehlinvestitionen der New Economy von Seiten des Staates, sei es nun die Risikoabsicherung für VCs durch staatliche Banken, die die Pleite lukrativ machte, seien es die Beratungshonorare oder die Verschwendung der bayerischen Privatisierungserlöse, all das belastet die Haushalte noch lange Zeit - und jeder, der Steuern zahlt, zahlt daran mit.
Die SPD in Bayern hat zum Zeitpunkt, als Frau Merkel noch den Grüssaugust für Stern, McK und die versammelte Elite machte, gegen die Verschwendung von Staatsgelder an Firmen wie den Preisträger gewarnt. Stoiber hat damals noch mal Gas gegeben, weil die VC-Branche ohne staatliche Beteiligung mit dem Rückzug drohte. Die schlimmsten Fehler wurden gemacht, als es schon zu spät war, deshalb beschäftigt sich heute der bayerische Rechnungshof mit den Vorgängen. Die Bundesregierung, genauer, der Finanzminister hat dann den Stecker für die VCs gezogen. Damals lief Stoiber himself bei der grossen VC-Jahrestagung im Vier Jahreszeiten auf und versprach, man werde das so schnell wie möglich wieder rückgängig machen, bevor die Bande in den Palmengarten von Nymphenburg gekarrt wurde.
Das sind die Leute, die Merkel und Stoiber wählen werden. Weil sie nachweislich absolut keine Ahnung von Wirtschaft haben, und alles tun werden, was ihnen die "Experten" vorkauen. Keine Frage, die Grünen haben auch viel Scheisse gebaut, und Clement und Stolpe waren in der Hinsicht auch Vollpfeifen. Aber es war auch die SPD, die bei dem Irrsinn der Finanzierung den Stecker gezogen und die auf der anderen Seite die Gründung normaler Firmen erleichtert hat. Das ist natürlich nicht gut für VCs, Incubatoren, Berater, markt-, neo- und sonstwie faschistische Assis mit gefälschter Adresse, Anwälte und ihre Vorratsgesellschaften. Aber gut für die Gesellschaft.
Und deshalb wähle ich die SPD. Und nicht die Durchgeknallten von gestern, die von ihren damaligen Helfershelfern heute gross geschrieben werden.
Alle waren sie mit dabei, ich weiss. Auch die SPD in NRW, Stichwort GH100. Auch die Grünen in Schloss Elmau, und ein halbes Jahr später waren sie sich nicht zu schade, das Münchner NE-Pack nochmal bei einem Event abzufüttern. Alle sind darauf reingefallen. Kann passieren. Ich habe 1999 ein bitterböses Worst Case Szenario über einen grossen VC-Geber geschrieben, von dem ich annahm, dass es so kommen würde. Ich habe mich auch getäuscht, es kam viel schlimmer. Keiner war ohne Fehler. Aber manche haben es früher gemerkt.
Die Firma hatte nichts von den 100.000. Der Business Angel hat den Laden letztlich vor die Wand gefahren, und dabei viel Geld verdient. Dreieinhalb Jahre später sitze ich bei jemanden, den nur wenige kennen. Jemand, der wirtschaftliche Macht hat. Einer, der seinen Unternehmern rät, sich Gebrauchtmöbel zu kaufen. Und wir reden über diese Firma und den Business Angel. Über den Stern und seinen Beratungspartner. Über die Jury. Über alles, was damals passiert ist. Dieser Mann hat oft genug vor dem Business Angel und seinen Tricks gewarnt. Laut und oft. Schon damals. Es hat niemanden interessiert. Abr schon damals war er jemand, auf den man hätte hören müssen, wegen seiner Erfahrung, wenn man schon nicht wegen seiner Macht auf ihn hört.
Man kann sagen, dass es nur eine kleine Randnotiz der langen, schlimmen Geschichte der New Economy ist. Man kann sagen, dass es lang vorbei ist, aber es stimmt nicht. Die milliardenschweren Fehlinvestitionen der New Economy von Seiten des Staates, sei es nun die Risikoabsicherung für VCs durch staatliche Banken, die die Pleite lukrativ machte, seien es die Beratungshonorare oder die Verschwendung der bayerischen Privatisierungserlöse, all das belastet die Haushalte noch lange Zeit - und jeder, der Steuern zahlt, zahlt daran mit.
Die SPD in Bayern hat zum Zeitpunkt, als Frau Merkel noch den Grüssaugust für Stern, McK und die versammelte Elite machte, gegen die Verschwendung von Staatsgelder an Firmen wie den Preisträger gewarnt. Stoiber hat damals noch mal Gas gegeben, weil die VC-Branche ohne staatliche Beteiligung mit dem Rückzug drohte. Die schlimmsten Fehler wurden gemacht, als es schon zu spät war, deshalb beschäftigt sich heute der bayerische Rechnungshof mit den Vorgängen. Die Bundesregierung, genauer, der Finanzminister hat dann den Stecker für die VCs gezogen. Damals lief Stoiber himself bei der grossen VC-Jahrestagung im Vier Jahreszeiten auf und versprach, man werde das so schnell wie möglich wieder rückgängig machen, bevor die Bande in den Palmengarten von Nymphenburg gekarrt wurde.
Das sind die Leute, die Merkel und Stoiber wählen werden. Weil sie nachweislich absolut keine Ahnung von Wirtschaft haben, und alles tun werden, was ihnen die "Experten" vorkauen. Keine Frage, die Grünen haben auch viel Scheisse gebaut, und Clement und Stolpe waren in der Hinsicht auch Vollpfeifen. Aber es war auch die SPD, die bei dem Irrsinn der Finanzierung den Stecker gezogen und die auf der anderen Seite die Gründung normaler Firmen erleichtert hat. Das ist natürlich nicht gut für VCs, Incubatoren, Berater, markt-, neo- und sonstwie faschistische Assis mit gefälschter Adresse, Anwälte und ihre Vorratsgesellschaften. Aber gut für die Gesellschaft.
Und deshalb wähle ich die SPD. Und nicht die Durchgeknallten von gestern, die von ihren damaligen Helfershelfern heute gross geschrieben werden.
donalphons, 02:35h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 14. September 2005
Sensation! Geheime CSU-Pläne enthüllt!
Don, keuchte M.S. am Telefon, Don, ich habe Fehler gemacht, Don, vergib mir, ich habe mich von den Agenturfutzis überreden lassen es tut mir so Leid, bitte, Don, ich ich will allaAAAAAAHHH! Jaja, die Wertarbeit meines kleinen Neffen Don Alfredo. Hat ganz schön was gelernt im sizilianischen Trainingslager. M.S. wird sicher in Zukunft mehr als 30 Schläge fürs Anzapfen brauchen, mit dem ausgekugelten Arm.
Eh Marco, sagte ich, Marco, war ich nicht wie ein Bruder zu Dir? Hab ich nicht Dein Amt finanziert? Hab ich Dich nicht eingeladen auf die Kosten von der Rüstungsfirma? Hab ich nicht die Rechnung bezahlt für die Privatschule, und als Du einen Ferrari wolltest, wer hat ihn in Italien besorgen lassen? Marco, ich liebe Dich, aber das mit der Spamaktion auf die Handies, das war gegen die Regeln der Famiglia.
aaAAAAAAHHHHjjjahhhhh, führte M. mein Wort weiter. Vielleicht ging Alfredo die Sache doch etwas zu gach an. Ich hatte viel Geld in M. investiert, und so einen Generalsekretär neu aufbauen, das kostet - wenn man denn überhaupt so ein Exemplar wie M. findet. Aber er hat nun mal versucht, in unserem eigenen Geschäftsbereich sein Ding zu machen. Seit meine Strohleute die Mehrheit bei der Telekom haben...
Don, Don, schrie M.. Don, ich verrate dir ja alles! Ich habe es nicht gewollt! Ich habe es sogar verhindert, glaub mir! Die hatten noch ganz andere Sachen vor! Die Coolen Election Fighter Kings! Western Wave Musik zum Download! Die bloggende Babyratte von der Jungen Union! Das alles war schon geplant, aber ich habe es gestoppt! Nur die kleine Spamaktion ist übriggeblieben, die konnte ich E. nicht ausreden! Glaub mir, Don!

Beweise? fragte ich. Eine Stunde später auf einer leeren, nächtlichen Strasse kam das, was von M. übrig war, in Alfredos Kofferraum - aber es sah aus, als ob es im Benzinkanister transportiert woren wäre, und es roch auch so. Zitternd gab mir M. eine CD-Rom. Und was soll ich sagen: Er hat Respekt vor mir, er hat mich nicht angelogen. Es gab noch ganz andere Pläne als die kleine Spammerei. Das grosse Ramba-Spamabo, die brutalste Form der Wahlwerbung, so übel, dass sie noch nicht mal in Sizilien benutzt wird.
Von der Staatspartei kann man noch was lernen. Hier ein Beispiel (mp3, 1,53mb) was noch hätte kommen können. Und ich geh jetzt erst mal den Beton wegschütten.
Eh Marco, sagte ich, Marco, war ich nicht wie ein Bruder zu Dir? Hab ich nicht Dein Amt finanziert? Hab ich Dich nicht eingeladen auf die Kosten von der Rüstungsfirma? Hab ich nicht die Rechnung bezahlt für die Privatschule, und als Du einen Ferrari wolltest, wer hat ihn in Italien besorgen lassen? Marco, ich liebe Dich, aber das mit der Spamaktion auf die Handies, das war gegen die Regeln der Famiglia.
aaAAAAAAHHHHjjjahhhhh, führte M. mein Wort weiter. Vielleicht ging Alfredo die Sache doch etwas zu gach an. Ich hatte viel Geld in M. investiert, und so einen Generalsekretär neu aufbauen, das kostet - wenn man denn überhaupt so ein Exemplar wie M. findet. Aber er hat nun mal versucht, in unserem eigenen Geschäftsbereich sein Ding zu machen. Seit meine Strohleute die Mehrheit bei der Telekom haben...
Don, Don, schrie M.. Don, ich verrate dir ja alles! Ich habe es nicht gewollt! Ich habe es sogar verhindert, glaub mir! Die hatten noch ganz andere Sachen vor! Die Coolen Election Fighter Kings! Western Wave Musik zum Download! Die bloggende Babyratte von der Jungen Union! Das alles war schon geplant, aber ich habe es gestoppt! Nur die kleine Spamaktion ist übriggeblieben, die konnte ich E. nicht ausreden! Glaub mir, Don!

Beweise? fragte ich. Eine Stunde später auf einer leeren, nächtlichen Strasse kam das, was von M. übrig war, in Alfredos Kofferraum - aber es sah aus, als ob es im Benzinkanister transportiert woren wäre, und es roch auch so. Zitternd gab mir M. eine CD-Rom. Und was soll ich sagen: Er hat Respekt vor mir, er hat mich nicht angelogen. Es gab noch ganz andere Pläne als die kleine Spammerei. Das grosse Ramba-Spamabo, die brutalste Form der Wahlwerbung, so übel, dass sie noch nicht mal in Sizilien benutzt wird.
Von der Staatspartei kann man noch was lernen. Hier ein Beispiel (mp3, 1,53mb) was noch hätte kommen können. Und ich geh jetzt erst mal den Beton wegschütten.
donalphons, 10:19h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 12. September 2005
Keine Wahlempfehlung III
Ich bin kein Steinewerfer. Ich bin ein wohlerzogener Gymnasiast aus einer besseren Familie, und bald werde ich Abitur machen und wählen. Ich werde ein verantwortungsvoller Teil dieser Gesellschaft sein, wenn ich diesen Tag überlebe. Aber hier im Wald, im Nebel, im Gasangriff mit den Hubschraubern über mir, und irgendwo da hinten die prügelnden grünen Männer mit den Schlagstöcken, gibt es keine Garantie dafür.
Ich bin kein Chaot. Ich habe nur ein Grundrecht in Anspruch genommen. Aber das zählt nicht. Im Moment bin ich panisch, ich habe Angst. So ein Hubschrauber ist verdammt laut, 10 Meter über den Bäumen, und hoffentlich werfen sie das Zeug woanders runter. Ich habe keine Schutzkleidung an, ich kam ja nur, um meine Überzeugung kundzutun. Ich habe schon was von dem Zeug in der Lunge; ein Gefühl, das ich nie vergessen werde. Sie haben so viel davon eingesetzt, es war ihnen völlig egal, wen sie damit erwischen.
Ich bin mit Freunden und einer Lehrerin da, normale Leute aus einem normalen Gymnasium, nicht weit weg von hier. Keine Ahnung, wo die jetzt sind, verhaftet, niedergeprügelt, irgendwo am Boden und sich die Lunge raushustend. Ich weiss nicht, wie ich zurückkommen soll, ich stehe irgendwo in diesem hässlichen, jungen Fichtenwald in der Oberpfalz, hier und da ein paar andere Leute, und ich weiss nicht, ob ich weit genug weg bin oder sie mich holen. Ich trage einen braunen Anzug und ein weisses Hemd, ich bin kein verbrecher, aber die Staatspartei hat meine Grundrechte ausser Kraft gesetzt, an diesem Pfingsten des Jahres 1986 in einem Waldstück der Gemeinde Wackersdorf in der Oberpfalz.
Ich habe in einer halben Stunde in meinem lächerlichen braunen Anzug und den Budapestern bei der Jagd über die Wurzeln alles gelernt, was man an Staatsbürgerkunde wissen muss. Jeder Mensch hat seine eigenen Erfahrungen, seine eigenen Gründe und seine Vorteile, wenn er die Partei seines Vertrauens wählt. Mancher mag sich von Hartz IV oder der doppelten Staatsbürgerschaft oder der Homoehe oder dem Spitzensteuersatz bedroht fühlen. Das sind dann die Leute, die bei der Ausübung ihrer verfassungsmässigen Rechte noch nie durch einen Wald voller CS-Gas gejagt wurden, auf Befehl der CSU.
Ich wähle die Leute, die damals an meiner Seite gerannt sind.
Ich bin kein Chaot. Ich habe nur ein Grundrecht in Anspruch genommen. Aber das zählt nicht. Im Moment bin ich panisch, ich habe Angst. So ein Hubschrauber ist verdammt laut, 10 Meter über den Bäumen, und hoffentlich werfen sie das Zeug woanders runter. Ich habe keine Schutzkleidung an, ich kam ja nur, um meine Überzeugung kundzutun. Ich habe schon was von dem Zeug in der Lunge; ein Gefühl, das ich nie vergessen werde. Sie haben so viel davon eingesetzt, es war ihnen völlig egal, wen sie damit erwischen.
Ich bin mit Freunden und einer Lehrerin da, normale Leute aus einem normalen Gymnasium, nicht weit weg von hier. Keine Ahnung, wo die jetzt sind, verhaftet, niedergeprügelt, irgendwo am Boden und sich die Lunge raushustend. Ich weiss nicht, wie ich zurückkommen soll, ich stehe irgendwo in diesem hässlichen, jungen Fichtenwald in der Oberpfalz, hier und da ein paar andere Leute, und ich weiss nicht, ob ich weit genug weg bin oder sie mich holen. Ich trage einen braunen Anzug und ein weisses Hemd, ich bin kein verbrecher, aber die Staatspartei hat meine Grundrechte ausser Kraft gesetzt, an diesem Pfingsten des Jahres 1986 in einem Waldstück der Gemeinde Wackersdorf in der Oberpfalz.
Ich habe in einer halben Stunde in meinem lächerlichen braunen Anzug und den Budapestern bei der Jagd über die Wurzeln alles gelernt, was man an Staatsbürgerkunde wissen muss. Jeder Mensch hat seine eigenen Erfahrungen, seine eigenen Gründe und seine Vorteile, wenn er die Partei seines Vertrauens wählt. Mancher mag sich von Hartz IV oder der doppelten Staatsbürgerschaft oder der Homoehe oder dem Spitzensteuersatz bedroht fühlen. Das sind dann die Leute, die bei der Ausübung ihrer verfassungsmässigen Rechte noch nie durch einen Wald voller CS-Gas gejagt wurden, auf Befehl der CSU.
Ich wähle die Leute, die damals an meiner Seite gerannt sind.
donalphons, 23:01h
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Soll ich
Nöling Dirty Daisy rausschmeissen? (Beitrag wird nach einer Stunde wieder gelöscht bleibt aus Respekt gegenüber Philosophen erhalten, Eure Meinung bitte)
donalphons, 15:18h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 11. September 2005
Keine Wahlempfehlung II
Statt einem theoretischen Text: ich war heute in Regensburg. Wer noch nicht dort war, setze sich in den Zug und fahre hin; Regensburg ist das deutsche Siena und das Beste, was die ansonsten wenig erbauliche Oberpfalz zu bieten hat. Ich verstehe so ziemlich jeden bayerischen Dialekt, aber beim Oberpfälzer bin ich oft überfordert, selbst wenn die extrem langsam sprechen. Regensburg ist zum Glück anders. Oft. Aber nicht immer.
Regensburg hat eine phantastisch erhaltene Altstadt und Unmengen an historischer Bausubstanz des hohen und späten Mittelalters, als es ein Zentrum des Orienthandels war. Bis ins 14. Jahrhundert hatte die hiesige Kaufmannschaft quasi ein Monopol für den Handel mit byzantinischen und asiatischen Seidenstoffen, und die Nachfrage der Kirchen und Fürsten war immer grösser als das Angebot. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts entstand hier ein Dom, der den Weltruhm der Stadt dokumentieren sollte. Im späten Mittelalter ging es dann wirtschaftlich bergab, die Türme des Doms wurden erst im 19. Jahrhundert vollendet.
Um auf dem zur Donau abfallenden Gelände eine vernünftige Basis zu haben, wurde der Dom auf einem Sockel errichtet. Aus diesem Sockel wachsen die Streben empor, die das Kirchenschiff tragen, und so bildet die Basis Vor- und Rücksprünge. Hier, zwei Meter über dem engen Domplatz, ist auch am späten Nachmittag noch Sonne, und der helle Kalkstein gibt seine Wärme ab. Seit Jahrhunderten, das belegen alte Stiche, sassen Menschen auf dem Sockel, um zu rasten, dem Trubel zuzuschauen oder miteinander zu reden. Die Kirche als sakrosanktes Monument ist eine Erfindung der Gegenreformation, davor war sie eine Art Mehrzweckhalle, in der auch Tanz, Markt oder Strassenstrich häufige Erscheinungen waren.
Es ist also nichts dabei, wenn sich zwei junge Menschen, im leichten Grufti-Look auf so einen Vorsprung in das späte Sonnenlicht des Tages setzen, etwas trinken, reden, und im goldenen Schimmer ein wenig küssen. Sie machen keinen Dreck, sie sind nicht laut, sie sind einfach da und geniessen ihr Leben, und ich stehe ein paar Meter weiter an einem Tor und mache eine Aufnahme eines Türdrachens der frühen Gotik. Das Leben ist schön, im Spätsommer.

Bis dann ein mittelaltes Paar aufkreuzt, das erkennbar seit Jahrzehnten keinen Sex mehr hatte - wünscht man zumindest beiden Partnern, die etwas aus den Fugen sind. Korrekt und bieder angezogen, sicher nicht billig, aber auch nicht schick. Passt zu Eiche rustikal, Rundbogen mit Butzenscheibenimitat und Kachelofen. Der Inbegriff des bayerischen Vollspiessers, CSU-Wähler par Excellence. Sie könnten einfach weitergehen, sie hätten mehrere Möglichkeiten, sich über auf dem Sockel befindliche Leute zu beschweren, aber SIE bleibt zielsicher unter den Grufties stehen, stemmt die Fäuste in die ausgelaufenen Hüftenregion und schüttelt heftig den Kopf. ER bleibt auch stehen, schaut hoch und sagt sehr laut: Oiso na. Und sie: De hom koa Benehma, de Leid. Bleiben stehen, gaffen hoch, und das Mädchen wendet sich verlegen ab.
Ich sage etwas. Von der Basis herunter sage ich etwas Deutliches auf bayerisch, und von meiner kleinen Seifenkiste im Netz sage ich: Ich wähle SPD. Ich wähle eine Partei, die mir als Garant einer offenen Bürgergesellschaft gilt. Ich bin in Bayern aufgewachsen und kenne den Stil-Totalitarismus, den rechte Lehrer und Beamte hier durchsetzen wollen, ich kenne das Menschenbild dieses Packs, dem ich äusserlich vielleicht mehr als entspreche, aber nicht weil die es so wollen, sondern weil es meine freie Entscheidung ist. Ich wähle eine Partei, die den alten Säcken unten und den jungen Grufties oben es überlässt, was für sie der richtige Weg ist, und die es keinem verbieten wird, in der Sonne auf einem Baudenkmal zu sitzen, nur weil es jemand anderem nicht gefällt.
Ich weiss noch, wie die CSU-Hirnverhehrer bei uns an der Schule versucht haben, politische Symbole zu verbieten und Leute auszugrenzen, die anders waren. Es war für den Punk genauso hart wie für den Anzugträger; alles, was anders war, wurde kleingemacht. Wir haben uns gewehrt, wir haben das aufgebrochen. Ich bin längst ein alter Sack und Grufties sind mir als Jugendkultur ziemlich fern, aber ich will verdammt sein, wenn ich jemals eine Partei wähle, die den pöbelnden Spiessern Recht gibt.
In dem Moment, in dem jemand wegen seinem Äusseren und wegen seiner Kultur nicht mehr in der Sonne sitzen darf, in dem Moment, in dem man so etwas erlaubt oder sich nicht wehrt oder für den anderen eintritt, beginnt die Unfreiheit und die Unterdrückung. Es ist verdammt wenig kulturelle Kruste da, und sich dafür zu ehtscheiden ist wichtiger als irgendwelche angebliche Wirtschaftskompetenz, die ich eigentlich mit dem hier vorgesehenen Beitrag heute shitcannen wollte. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.
Regensburg hat eine phantastisch erhaltene Altstadt und Unmengen an historischer Bausubstanz des hohen und späten Mittelalters, als es ein Zentrum des Orienthandels war. Bis ins 14. Jahrhundert hatte die hiesige Kaufmannschaft quasi ein Monopol für den Handel mit byzantinischen und asiatischen Seidenstoffen, und die Nachfrage der Kirchen und Fürsten war immer grösser als das Angebot. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts entstand hier ein Dom, der den Weltruhm der Stadt dokumentieren sollte. Im späten Mittelalter ging es dann wirtschaftlich bergab, die Türme des Doms wurden erst im 19. Jahrhundert vollendet.
Um auf dem zur Donau abfallenden Gelände eine vernünftige Basis zu haben, wurde der Dom auf einem Sockel errichtet. Aus diesem Sockel wachsen die Streben empor, die das Kirchenschiff tragen, und so bildet die Basis Vor- und Rücksprünge. Hier, zwei Meter über dem engen Domplatz, ist auch am späten Nachmittag noch Sonne, und der helle Kalkstein gibt seine Wärme ab. Seit Jahrhunderten, das belegen alte Stiche, sassen Menschen auf dem Sockel, um zu rasten, dem Trubel zuzuschauen oder miteinander zu reden. Die Kirche als sakrosanktes Monument ist eine Erfindung der Gegenreformation, davor war sie eine Art Mehrzweckhalle, in der auch Tanz, Markt oder Strassenstrich häufige Erscheinungen waren.
Es ist also nichts dabei, wenn sich zwei junge Menschen, im leichten Grufti-Look auf so einen Vorsprung in das späte Sonnenlicht des Tages setzen, etwas trinken, reden, und im goldenen Schimmer ein wenig küssen. Sie machen keinen Dreck, sie sind nicht laut, sie sind einfach da und geniessen ihr Leben, und ich stehe ein paar Meter weiter an einem Tor und mache eine Aufnahme eines Türdrachens der frühen Gotik. Das Leben ist schön, im Spätsommer.

Bis dann ein mittelaltes Paar aufkreuzt, das erkennbar seit Jahrzehnten keinen Sex mehr hatte - wünscht man zumindest beiden Partnern, die etwas aus den Fugen sind. Korrekt und bieder angezogen, sicher nicht billig, aber auch nicht schick. Passt zu Eiche rustikal, Rundbogen mit Butzenscheibenimitat und Kachelofen. Der Inbegriff des bayerischen Vollspiessers, CSU-Wähler par Excellence. Sie könnten einfach weitergehen, sie hätten mehrere Möglichkeiten, sich über auf dem Sockel befindliche Leute zu beschweren, aber SIE bleibt zielsicher unter den Grufties stehen, stemmt die Fäuste in die ausgelaufenen Hüftenregion und schüttelt heftig den Kopf. ER bleibt auch stehen, schaut hoch und sagt sehr laut: Oiso na. Und sie: De hom koa Benehma, de Leid. Bleiben stehen, gaffen hoch, und das Mädchen wendet sich verlegen ab.
Ich sage etwas. Von der Basis herunter sage ich etwas Deutliches auf bayerisch, und von meiner kleinen Seifenkiste im Netz sage ich: Ich wähle SPD. Ich wähle eine Partei, die mir als Garant einer offenen Bürgergesellschaft gilt. Ich bin in Bayern aufgewachsen und kenne den Stil-Totalitarismus, den rechte Lehrer und Beamte hier durchsetzen wollen, ich kenne das Menschenbild dieses Packs, dem ich äusserlich vielleicht mehr als entspreche, aber nicht weil die es so wollen, sondern weil es meine freie Entscheidung ist. Ich wähle eine Partei, die den alten Säcken unten und den jungen Grufties oben es überlässt, was für sie der richtige Weg ist, und die es keinem verbieten wird, in der Sonne auf einem Baudenkmal zu sitzen, nur weil es jemand anderem nicht gefällt.
Ich weiss noch, wie die CSU-Hirnverhehrer bei uns an der Schule versucht haben, politische Symbole zu verbieten und Leute auszugrenzen, die anders waren. Es war für den Punk genauso hart wie für den Anzugträger; alles, was anders war, wurde kleingemacht. Wir haben uns gewehrt, wir haben das aufgebrochen. Ich bin längst ein alter Sack und Grufties sind mir als Jugendkultur ziemlich fern, aber ich will verdammt sein, wenn ich jemals eine Partei wähle, die den pöbelnden Spiessern Recht gibt.
In dem Moment, in dem jemand wegen seinem Äusseren und wegen seiner Kultur nicht mehr in der Sonne sitzen darf, in dem Moment, in dem man so etwas erlaubt oder sich nicht wehrt oder für den anderen eintritt, beginnt die Unfreiheit und die Unterdrückung. Es ist verdammt wenig kulturelle Kruste da, und sich dafür zu ehtscheiden ist wichtiger als irgendwelche angebliche Wirtschaftskompetenz, die ich eigentlich mit dem hier vorgesehenen Beitrag heute shitcannen wollte. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.
donalphons, 01:55h
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