: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Sonntag, 21. August 2005

Musikalische Frage

Ich habe gerade einen Knoten im Hirn: Wie heisst die mutmasslich mexikanische Sängerin der 50er und 60er Jahre, die mit ihren grandiosen Koloratursprüngen zu Bigbandmusik in die Musikgeschichte einging?

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Samstag, 20. August 2005

Verfassungsfeinde gnadenlos abschieben!

(Ich habe heute meinen konservativen Tag, Fundamentalisten bitte nicht lesen ;-)) Kann mal bitte jemand vom Verfassungsschutz die Hintermänner des Kölner El-Cathedra-Ausbildungslagers für katholische Fundamentalisten aus der gesamten Welt überprüfen und mit der vollen Härte der deutschen Gesetze in den Vatican abschieben, Aufenthaltsverbot in Deutschland inclusive? Wer so gegen die Meinungsfreiheit vorgeht, sollte in unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung keinen Platz haben.

Und in Zukunft sollte man sich überlegen, ob man weiterhin Hassprediger jeglicher Coleur einfach so mitsamt ihrer Gefolgschaft hierzulande aufnimmt. Es kann ja wohl nicht sein, dass man den afgahnischen Sumpf ausräuchert und dann in den Rheinauen gleich wieder neue Tummelplätze für religiösen Fanatismus schafft.

Spass beiseite: In jüngeren Jahren habe ich Bekannten an der Schule angeboten, die Kosten für den Religionsaustritt, damals 50 Mark, zu übernehmen und damit Enttaufungspate zu werden. Schon damals war ich der Überzeugung, dass man diese Gruppierungen nicht einfach so stehen lassen darf. Manche glauben, der Kampf sei gewonnen und man müsse nur noch ein wenig warten, bis der Laden in den gleichen historischen Misthaufen semmelt, auf dem schon andere Sekten vor sich hinschimmeln. Ich sehe das anders, man muss ihnen, wie jeder Form von totalitärer Ideologie, so schnell wie möglich die vielen Mitläufer entziehen, um sie so in den Extremismus zu treiben, bis sie daran zugrunde gehen. Zumindest in meinem direkten Lebensumfeld, sprich Europa.

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Samstag, 13. August 2005

Oooops - Edi did it again.

Schön langsam wird aus meinem sozialdemokratischen Zweckoptimismus handfestes Vertrauen, dass die Merkel es auch diesmal für die Union nicht schaffen wird. Stoiber ist ein begnadeter Populist und hat das Thema angesprochen, das den Leuten hier in Speckgürtlebavaria runter geht wie ein Obazda mit einer Mass Bier. Wer es nicht glaubt, hätte sich heute die Gespräche auf dem Wochenmarkt anhören sollen. Eine Stimmung, als würde gleich ein Treck von Audis und BMWs mit Spiessern am Steuer zum Plattenbauabfackeln nach Jena fahren.

Stoiber hat aber auch ein Thema angesprochen, das eine Mauer aufbaut - nicht zum Osten, sondern nörlich der Mainlinie. Was Stoiber nicht versteht und wegen seiner Betriebsblindheit auch nie begreifen wird: Der Strausssche Politikstil hat ausgedient, sogar in weiten Teilen von Bayern, ungeachtet des Umstands, dass die Leute hier denken, der Osten und Norden des Landes sei eine inkompetente Zusammenrottung von Grattlern, die dem Bayern als solchem etwas wegnehmen wollen. Strauss ist auf dem Höhepunkt seiner Macht gestorben; drei Jahre später hätte es ihn als Oberamigo derbröselt.

Heute würde einer wie Strauss nicht mal mehr Bürgermeister in Eichstätt werden. An die Stelle der Biertischbomber traten längst die Managertypen. Meist ist es der Wirtschaftsreferent, der den Alt-OB beerbt - und diese Leute sind dann leise, kompromissbereit, holen sich eine Deutsche türkischer Herkunft in die Fraktion, wo die Vorgänger noch allenfalls Ausländer als Städtepartnerschaftsvertreter und manchmal auch gschlampertes Verhältnis akzeptierten.

Biertischqualitäten braucht in Bayern jeder, aber eben nicht mehr a la Strauss. Stoiber macht das sicher auch, um den Schatten loszuwerden, aber was bei Strauss aus ganzer Bosheit und der Zustand seiner Person kam, kommt beim Stiober im Grunde genommen, äh, äh, also nicht wirklich so, meine ich, äh gut.

Stoiber, da bin ich mir sicher, wollte der Merkel und ihren Stammvölkern allenfalls ein klein wenig an die Freizeithose pinkeln. Er hat sich dafür den falchen Zeitpunkt, das falsche Umfeld und die falschen Berater ausgesucht. Als Superminster wirkt er mindestens so gut auf Wähler jenseits von Bayern wie 5% Mehrwertsteuererhöhung. Stoiber ist diesmal gewissermassen der Mister-18%-Möllemann der CDU-CSU. Und das Schrödersche, zum Aufteilen vorgresehene Bärenfell ist erstraunlich gut am Laufen. Aber der hat ja auch keinen Stoiber und keine Merkel in der Partei.

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Donnerstag, 11. August 2005

Entschuldigung*

ned a jeda bei uns dahoam is so a gscheada Hundskrippe, a gsoachada, mia hom a anschtendige Leid mit am Gfui fia an Onschtand, ned woa. Oiso:



*gilt für alle Bewohner der DDR bzw. der folgenden Bundesländer mit Ausnahme der Neonazis, der CDU- und FDP-Blockpfeifen sowie der meisten Bewohner des Reichszentralslums Berlin bei Marzahn ohne den Bezirk Wedding.

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Mittwoch, 10. August 2005

Die messgelattete Merkel

42% bis 45% für CDU/CSU will der Stoiber, 45% gar sein Kettenhund Söder - und dabei wissen beide, dass sie auf Knien nach Altötting rutschen und ein Dutzend Kerzen anziehen dürfen, wenn es beide Parteien zusammen nicht unter 38% bleiben. Denn die Marke Merkel hat sich zur Merkelmacke gewandelt, und mit sowas sind personalisierte Wahlen nicht wirklich ein Vergnügen. Und jetzt also diese Latte, die der Merkel so gar nicht gefallen wird.

Denn ab jetzt wird es bei jeder Umfrage heissen: "Mit den momentan 39% verfehlt die CDU das selbstgesteckte Ziel von 45% deutlich". Die 45% sind eine Fixgrösse und eine Fickgrösse, denn damit lässt sich trefflich ficken, und zwar der innerparteiliche Gegner. Und der heisst für Stoiber und Co. immer noch Merkel. Ganz gleich, wie es ausgeht: Die CSU wird wieder ihre 50%+x einfahren, die CDU im Bundesgebiet ohne die CSU irgendwo bei 33, 34% rumkrebsen, wenn überhaupt. Und dann hat es ganz sicher nicht am Stoiber gelegen, sondern... mit den 45% hat Söder den Nagel eingeschlagen, an dem die dicke Frau die nächsten Wochen zappeln wird, und wenn die Wahlen ihr den Boden unter den Füssen wegzieht, bricht ihr das Genick, zumal dann noch manche heftig an ihren Elefantenstampfern ziehen werden.

Ich mag den Söder auch nicht. Aber heute hat er -wahrscheinlich in Stoibers Auftrag - die Lanze aufgestellt, in die die Merkel stürzen wird. Er hat sie ab sofort zur Verliererin gemacht - und Verlierer haben in der Politik keine lange Lebensdauer. Hund sans scho, da Stoiba und da Söda.

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Freitag, 5. August 2005

Auch auf die Gefahr hin

dass es langweilig wird:



Winter, grau in grau wird noch lange genug sein.

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Freitag, 5. August 2005

50ies-Postkartenbloggen

Liebe Freundinnen und Freunde,



hier in der Provinz lässt es sich leben! Vorne seht Ihr den Blick, der mich jeden Morgen - und speziell heute - beim Aufstehen erfreut. Gestern hat es ein klein wenig geregnet, aber heute lacht wieder die Sonne vom unendlichen Blau des Himmels. Ich war zwei Tage in München, das nur eine Stunde mit dem Automobil von hier ist, aber ich muss sagen, dass es mir hier in meiner Herberge hoch über der Stadt besser gefällt. Morgen früh werde ich den gewohnten Tagesablauf einhalten: Mit dem Fahrrad vorbei an den Häusern alter, längst durch Suizid verstorbener Kameraden durch den Auenwald zu einem kleinen See fahren, um zu baden und den Libellen zuzuschauen, und auf dem Heimweg Feldblumen pflücken. Dann werde ich auf der Terasse sitzen und jungen, hübschen Studentinnen auf dem Weg in die Universität zuschauen, ihnen eine gute Zukunft wünschen, die sie nicht haben werden, ein gutes Buch lesen und essen. Ach, das Essen hier in der Provinz ist herrlich, besonders in der Gaststätte Daniel, oder im Lokal des Hotels Rappensberger.

So sieht es also aus. Jetzt habe ich noch etwas über eine Woche hier, zwischendrin werde ich auch Nürnberg besuchen und in München Freunde treffen, bevor es dann wieder nach Berlin geht, zu einer Podiumsdiskussion bei der Böll-Stiftung. Ich hoffe, es geht Euch auch gut!

Es grüsst Euch ganz herzlich aus tiefster Provinz und Seele

Euer

(Riesenschnörkel) Don Alphonso Porcamadonna

P.S.: Lieber Marc, könntest Du bitte unter Eurem Ehebett nachschauen, ob da meine Gruen Curvex ist? Ich finde sie nicht mehr, seit dem Abend, als Du auf Geschäftsreise warst und ich Deinem Wunsche entsprechend Constanze mit Gesellschaftsspielen unterhalten habe. Küsse sie ganz inniglich von mir!

P.P.S.: Liebste Constanze, wenn sich Mark unter dem Ehebett zu schaffen macht und dann wieder seinen fetten, puterroten Kopf hervorstreckt: Der Eispickel hängt an der Garderobe.

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Samstag, 30. Juli 2005

Die Taube

Früher, vor drei Tagen, als das Wetter noch schön war und sich das Geflügel des Abends vom Nachmittagssex ausruhte:



Aus der Serie: Ich will auch so knipsen können wie das Sickgirl.

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Montag, 25. Juli 2005

Urheberrechtsanmeldung

Ich habe soeben den Begriff Orkfick" geprägt, nachdem ich schon das Textferkel erschaffen habe.

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Stille Tage in der Bibliothek

Frau Modeste hat Ratschläge zum Bibliotheksbeischlafen gegeben, nebst einigen Warnungen, welche literarischen Vorlieben einer erfüllten Abendgestaltung hinderlich sein könnten. Manches kann man auch bei Umkehrung der Geschlechter ohne Bedenken unterschreiben - so etwa die Feststellung, dass Menschen ohne grosse Bibliothek, sagen wir mal 700 Bände bei einer Zwanzigjährigen, sicher nicht die geistige und sittliche Reife haben, uns mehr als die schlechte Adaption von La Boum Teil 2 zu gewähren. Irgendwo zwischen Musikvideo und Blümchensex gelandet, würde man sich wünschen, doch besser eine belesen Frau bestiegengehrt zu haben. Aber auch da ist Vorsicht geboten.

Man muss meist erst gar nicht ans Bücherregal treten, um die schlimmsten Varianten der Belesenen kennenzulernen. Übler als jeder Harry P. unter 100 Management-Büchern, geschmackloser als das Uschi-Prinzip und Barbara Cartland und zugleich durchgeknallter als Lucia di Lammermoor ist ein Typ Frau, der einen erst gar nicht so weit kommen lässt. Weil es nämlich nur ein einziges literarisches Werk gibt, das der Beachtung wert ist: Ihr eigenes (ich darf an dieser Stelle darauf verweisen, dass meine eigenen Bücher in einem Regal versteckt sind, das man kaum sieht, wenn man nicht gerade auf meinem Bett liegt - und wer dort liegt, hat hoffentlich Besseres mit mir zu tun als über meine Werke zu reden).

Wobei ich damit nicht normale Autoren mit normalen Verlagen meine. Ich meine zuerst diejenigen Damen, die den Bestseller schon geschrieben haben und nun einen Verlag suchen. Man gerät recht leicht an diesen Typus, besonders auf Buchmessen und Lesungen, zumal wenn man schon einen Verlag hat. Der Entree in die Wohnung dieser Geschöpfe ist leicht zu bewerkstelligen, doch dann kommt der Haken; lange Debatten, Vorlesen aus dem Manuskript, bange Fragen, der Wunsch nach Bestätigung und am besten der sofortige Anruf beim Verleger, dass man die Entdeckung schlechthin gemacht habe.

Sodann diejenigen Frauen, die schon einen Verlag haben - einen bestimmten Verlag namens BOD, Book on Demand. Das sind gewissermassen die gefrusteten Vertreterinnen der ersten Gattung in einer zweiten Entwicklungsstufe in Richtung Unausstehlich, bei denen die Dreistigkeit und Arroganz die Einsicht, dass die Verleger vielleicht doch recht haben, wenn sie es nicht wollen, bei weitem überflügelt. Die vorherige Depression har sich gewandelt zum Hass auf die literarische Welt, wenn nur 5 Stück an die Freunde verkauft wurden und weder Spiegel noch FAZ das epochemachende Werk "Mein Leben als unbeschlafene Semmelassel" besprechen wollen. Natürlich bleibt auch die Einladung nach Klagenfurt aus, und dann muss die Bestätigung der eigenen literarischen Genialität woanders her kommen. Wie erbärmlich diese Autorinnen nicht immer, aber doch sehr oft sind, kann man auf den Buchmessen beobachten: Der BOD-Stand ist immer umlagert von seltsam aussehenden Freaks, die Bücher aus den Ständern zerren, begeistert blättern und irgendwo hinstellen, wo man sie besonders gut sehen könnte, wenn man denn Interesse hätte. Noch nicht mal der Bachmann-Wettbewerb und seine vertrockneten Juroren wollen diese Leute - weshalb man immer die Finger davon lassen sollte. Wenn Schriftstellerinnen, dann bitte die Originale - die meisten sind wirklich nett, wenn sie es nicht mit einem Konkurrenten zu tun bekommen.

Glubschaugen kann man sich auch sparen bei den Leserinnen von Judith Herrmann und ähnlichem Mädchenplunder, das seine Awareness vor allem den uneingestandenen päderastischen Neigungten gewisser Fäuletonisten verdankt. Es sei denn, man will problemficken mit einer Frau, die am Ende nach Rotz, Tränen und einer Packung Fluppen schmeckt.

Was manches Fräulein dazu bringt, sich mit den Werken von Tanja Kinkel zu desavouieren, ist mir nicht bekannt, auch nicht, was sie zum Kauf von Frau Bradley bewogen haben mag - Hauptsache, man schaltet auf Rückwärtsgang. Das erspart einem eine Nacht in Duftöl mit mitternächtlichem Mondelfentanz oder ähnlichem Esoschmarrn, bei dem man sich irgendwann wünscht, einen ganz normalen Orkfick mit Schreien und Röcheln haben. Es gibt viel von dem Zeug, ich kenne es nicht, nur die Leserinnen, und empfehle deshalb den Rückzug.

Gleiches gilt für die blassblauen Fräuleins, bei denen R. M. Rilke, Wagners Wesendonkschmachtereien oder C. F. Meyer auf dem Schreibtisch einen Stammplatz haben. Ihr Vater ist sicher Chef einer Deutschen Bank in einer kleinen Stadt, und ihre Mutter hat ihr ein Himmelbett in Rosa gekauft und sie wohlweisslich von allem abgeschottet, was mit Sex zu tun hat, um sie so für den Sohn des Möbelhausbesitzers aufzusparen. Irgendwie mag sie entfleucht sein, aber das Böse ihrer Abstammung ist in ihr, und so wird sie es am Ende nicht so weit kommen lassen, weswegen man sich dann um drei Uhr Nachts nochmal auf die Suche nach einem Restfick machen kann.

Goethes Werther, aber auch der grüne Heinrich und überhaupt das ganze toitsche 19. Jahrhundert sind immer schlechte Vorzeichen - Ausnahmen wie Börne und Heine signalisieren dagegen einen aufgeschlossenen Geist und unkomplizierte Sinnlichkeit auf kurzen Distanzen. Frankreich ist da besser gesegnet - Gefahr droht allenfalls von Leserinnen von Flaubert; Merimee, Maupassant und Balzac dagegen weisen auf viel Verständnis für männliche Bedürfnisse hin, Baudelaire verspricht delikate Verwirrungen. Besser noch ist das 18. Jahrhundert, Voltaire, Lauzun, Mirabeau, die philosophische Therese, all das sind Verheissungen nicht nur im Bücherschrank.

Und sollte man eine Frau finden, die Tucholskys Gripsholm, die Contessa Maria von Palazzeschi und Les bijoux indiscrets von Diderot besitzt, vielleicht auch noch die Stadt der Frauen von Pizan, die Kurtisanengespräche von Aretino und einen Photoband von Lee Miller - zugreifen, meine Herren und eventuell auch entsprechend interessierte Damen , zugreifen.

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