Dienstag, 9. März 2004
Pop ist tot
und am besten pisst man auf den Kadaver, indem man Joachim Bessings neues Buch nicht kauft: "Bessings provokantes Fazit: Wir müssen uns besinnen auf den Wert der klassischen Familie, denn jedes Zugeständnis an die »Umstände« oder die »Gesellschaft« oder die »Zeit« treibt die Zerstörung weiter voran." quasselt die Presseabteilung.
"Eine kluge und längst überfällige Provokation" - was macht der eigentlich einen auf Rebell, nur weil er den Merkels und Stoibers nach dem Mund redet? Vielleicht sollte man dem armen Popliteraturkrepierer mal mitteilen, dass er mit sowas nicht mehr in die Harald Schmidt Show kommen kann.
"Eine kluge und längst überfällige Provokation" - was macht der eigentlich einen auf Rebell, nur weil er den Merkels und Stoibers nach dem Mund redet? Vielleicht sollte man dem armen Popliteraturkrepierer mal mitteilen, dass er mit sowas nicht mehr in die Harald Schmidt Show kommen kann.
donalphons, 00:23h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 6. März 2004
Deathrow
Immer an der Linie entlang. Ein Medienvertreter hat es heute geschafft, sich rettungslos gegen Mittag zu betrinken. In weniger als einer Stunde. Ein Glas mit zweimal schlucken. Er war noch keine 30. Seine Hose hatte schon mal bessere Tage gesehen, sein Hemd war an den Ärmeln ausgefranst, aber der Mantel war früher teuer.

Er wollte ohnehin nichts über die Veranstaltung schreiben, sagte er schon vorher. Auf der ausgelegten Liste schrieb er sich als freier Journalist ein. Ohne Medium.

Er wollte ohnehin nichts über die Veranstaltung schreiben, sagte er schon vorher. Auf der ausgelegten Liste schrieb er sich als freier Journalist ein. Ohne Medium.
donalphons, 01:11h
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Mittwoch, 3. März 2004
Geschäftsmodelle
Es gibt auch in Mitte immer noch Geschäftsmodelle, die Profit versprechen. Passendes marketing vorrausgesetzt. Sogar, wenn es mit Firmen wie der Wall AG Semimonopolisten gibt.

Andere Ideen sind dagegen weniger sinnvoll. Das Vermieten von schicken Imobilien zum Beispiel. Berlin ist voller leerer Ladenlokale, die schön hergerichtet sind, aber noch nicht mal mit Nachlass an noch eine Dönerbude vermietet werden können.
Ganz egal, in welches blau-mystisches Licht die Räume getaucht werden. 6 Monate mietfrei, vermute ich, könnte man in jedem Fall rausschlagen.

Allein schon, weil Miete verschenken für Investoren immer noch billiger ist, als die Wartung der leerstehenden Räume zu bezahlen.

Andere Ideen sind dagegen weniger sinnvoll. Das Vermieten von schicken Imobilien zum Beispiel. Berlin ist voller leerer Ladenlokale, die schön hergerichtet sind, aber noch nicht mal mit Nachlass an noch eine Dönerbude vermietet werden können.
Ganz egal, in welches blau-mystisches Licht die Räume getaucht werden. 6 Monate mietfrei, vermute ich, könnte man in jedem Fall rausschlagen.

Allein schon, weil Miete verschenken für Investoren immer noch billiger ist, als die Wartung der leerstehenden Räume zu bezahlen.
donalphons, 12:01h
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Freitag, 27. Februar 2004
Unself-Marketing
Die Stadt hat Geld. Immer noch. Deshalb geht es ihr sehr gut. In der Mischung von Preisen, Löhnen, Reichtum, vollkommen unbesuchten Museen (mit Ausnahme des Museums für professionelle Menschenmetzeleien), arroganter Zufriedenheit der Bewohner und bierdimpfliger Provinzialität kommt die Stadt bundesweit ganz vorne.
In dieser Stadt braucht man kein flaches, postkonstruktivistisches Stahlgewitter als Headquarter einer Marketingagentur. Es reicht, einen ehemaligen Edeka und spätere Pizzeria rosa anzustreichen. Niemand stört sich an dem spiessigen Dach und dem spezifischen Retro-Design des 3. Reiches. Ist ja Provinz.

Das Problem ist nur, dass in dieser Provinz Entscheider sitzen, die das Wort "Marketing" nicht kennen. Die hiesigen Stahlbaubarone zum Beispiel begannen als Kids Anno 45, als sie mit dem Leiterwagerl vor die Tore der Stadt zum Fliegerhorst gingen, Flugzeuge zersägten und das Metall verkauften. Neue Märkte braucht hier niemand, denn die Märkte sind verteilt, und das ist gut so. Und die Werbung macht immer noch der Cousin der Sekretärin. Für einen Sonderpreis.
Rosa allein genügt hier nicht. Und es darf auch bezweifelt werden, dass das Schild im Munich Area Style hier besonders gut kommt.
Zumal das Viertel eines ist, in das man heute nicht mehr ziehen würde. Auch wenn man dort vielleicht noch ein Haus hat, das seit 20 Jahren an ein und dieselbe Person vermietet ist. Aber man würde sich dort keinen Geschäftspartner suchen.
In dieser Stadt braucht man kein flaches, postkonstruktivistisches Stahlgewitter als Headquarter einer Marketingagentur. Es reicht, einen ehemaligen Edeka und spätere Pizzeria rosa anzustreichen. Niemand stört sich an dem spiessigen Dach und dem spezifischen Retro-Design des 3. Reiches. Ist ja Provinz.

Das Problem ist nur, dass in dieser Provinz Entscheider sitzen, die das Wort "Marketing" nicht kennen. Die hiesigen Stahlbaubarone zum Beispiel begannen als Kids Anno 45, als sie mit dem Leiterwagerl vor die Tore der Stadt zum Fliegerhorst gingen, Flugzeuge zersägten und das Metall verkauften. Neue Märkte braucht hier niemand, denn die Märkte sind verteilt, und das ist gut so. Und die Werbung macht immer noch der Cousin der Sekretärin. Für einen Sonderpreis.
Rosa allein genügt hier nicht. Und es darf auch bezweifelt werden, dass das Schild im Munich Area Style hier besonders gut kommt.
Zumal das Viertel eines ist, in das man heute nicht mehr ziehen würde. Auch wenn man dort vielleicht noch ein Haus hat, das seit 20 Jahren an ein und dieselbe Person vermietet ist. Aber man würde sich dort keinen Geschäftspartner suchen.
donalphons, 11:43h
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Accenture
ist einer der Läden, bei dem man sich fragt, wie schamlos man eigentlich sein muss, um jetzt nach Enron und Co. nicht wenigstens an der Arbeitsagentur vor Scham zu verenden.
Sehr, vermutlich. Das Weitervegetieren im Beratungssumpf kann man sich auch nur leisten, wenn Politiker das sagen, was auch jeder Verzweifelte sagt, wenn er von der Brücke vor den Zug springt:
"Im Kern ist dieses Projekt auf einer guten Schiene."
Und wer immer noch nicht glaubt, dass Blogger *etwas* bessere Menschen sind, zumindest manchmal, lese die Elfe:
http://www.elfengleich.de/index.php?log_id=493
http://www.elfengleich.de/index.php?log_id=511
Sehr, vermutlich. Das Weitervegetieren im Beratungssumpf kann man sich auch nur leisten, wenn Politiker das sagen, was auch jeder Verzweifelte sagt, wenn er von der Brücke vor den Zug springt:
"Im Kern ist dieses Projekt auf einer guten Schiene."
Und wer immer noch nicht glaubt, dass Blogger *etwas* bessere Menschen sind, zumindest manchmal, lese die Elfe:
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http://www.elfengleich.de/index.php?log_id=511
donalphons, 04:01h
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Dienstag, 10. Februar 2004
Ich, mein Haus, meine Putze
Wahrscheinlich begann es in Frankfurt. Auf den Bürotürmen der Banken sollte alles designed sein, auch die letzte Schraube am hintersten Aufzugträger. Und natürlich auch die Utilities des Bürobetriebs; Installationen wie die Kräne wurden zu durchkonstruierten Details, in denen die Fensterputzer arbeiten und durch ihr Baumeln an der Aussenseite den Mitarbeitern drinnen gleich klarmachen, dass sie eigentlich auch nicht sicherer sind.
Schliesslich ging man bei den Bauherren so weit, dass die Kräne überdeutlich auf dem Dach platziert wurden; von unten wie ein putziges Stück applied arts, eigentlich viel zu schön, um da solche dreckigen Reinigungskräfte rein zu lassen. Das Bespiel machte Schule, mehr oder weniger.

In Berlin sind die Kräne wieder des Designs beraubt, sie sind nackt wie ein Galgen und hässlich wie eines dieser möchtegern Anorexie-Models, die in Mitte kellnern oder Frisuren verhunzen. Man könnte die Teile verstecken, aus der Perspektive des Betrachters drehen, aber man lässt sie. Denn auf ihre Art sind sie ein uneingelöstes versprechen der New Economy: Wer hier arbeitet, bekommt an seinem Arbeitsplatz die Gratisputze, die er auch zuhause haben möchte, wie es ihm Stuckrad-Barre und Illies vorgemacht haben. Hier kann man sich die Putze noch leisten. Das Goldene Zeitalter geht hinter diesen Glasfassaden weiter.
Behaupten sie. Dass es die Linien der Fassade brutal zertrümmert, war beim Bau des Gebäudes kein Thema. Und dass man jetzt, nachdem die Berliner Immobilienfonds zusammengebrochen sind, nicht mehr das Geld hat, um das Grafitti wegzuputzen, ist eine andere Geschichte. Die nichts mehr mit dem Traum von der Putze für alle, die es sich leisten können, zu tun hat.
Schliesslich ging man bei den Bauherren so weit, dass die Kräne überdeutlich auf dem Dach platziert wurden; von unten wie ein putziges Stück applied arts, eigentlich viel zu schön, um da solche dreckigen Reinigungskräfte rein zu lassen. Das Bespiel machte Schule, mehr oder weniger.

In Berlin sind die Kräne wieder des Designs beraubt, sie sind nackt wie ein Galgen und hässlich wie eines dieser möchtegern Anorexie-Models, die in Mitte kellnern oder Frisuren verhunzen. Man könnte die Teile verstecken, aus der Perspektive des Betrachters drehen, aber man lässt sie. Denn auf ihre Art sind sie ein uneingelöstes versprechen der New Economy: Wer hier arbeitet, bekommt an seinem Arbeitsplatz die Gratisputze, die er auch zuhause haben möchte, wie es ihm Stuckrad-Barre und Illies vorgemacht haben. Hier kann man sich die Putze noch leisten. Das Goldene Zeitalter geht hinter diesen Glasfassaden weiter.
Behaupten sie. Dass es die Linien der Fassade brutal zertrümmert, war beim Bau des Gebäudes kein Thema. Und dass man jetzt, nachdem die Berliner Immobilienfonds zusammengebrochen sind, nicht mehr das Geld hat, um das Grafitti wegzuputzen, ist eine andere Geschichte. Die nichts mehr mit dem Traum von der Putze für alle, die es sich leisten können, zu tun hat.
donalphons, 00:52h
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Sonntag, 18. Januar 2004
Damals, 2000, Gründertreffen München
a, Absolventin der bayerischen Akademie für Marketing, macht Consulting für Seedphasen, und b, Agenturmensch vom Prenzlauer Berg, auf Besuch in der Munich Area fürs Networking.
a: Hier gibt es nicht mehr mal eine Besenkammer. Der Immobilienmarkt ist platt. Grausam, Maklerin hätte ich werden sollen.
b: In Berlin wird es auch langsam schwierig. Inzwischen werden schon Lofts im alten Stil nachgebaut.
a: Schon etwas degoutant, oder?
b: Mein Ding wär´s nicht, und viele andere weichen von Mitte inzwischen auch nach Norden aus, in den Wedding. Dort gibt es noch echte Art Deco Lofts.
a: Wow, Art Deco, das kommt sicher toll, wenn man da so Bauhausmöbel reinstellt, von dem Marcel Breker oder wie der heisst, so Stahlrohrmöbel halt, alles ganz klassich und gediegen.
b: Da muss man sich aber echt beeilen, weil sonst ist da alles bald weg. Ist aber auch gut für das Viertel weil da gibt es so viel türkisches Zeug und wenn wir da erst mal voll aufbauen, dann müssen die allein schon wegen der Mietpreise weg, cheers.
a: Cheers!

b: Und der erste Coffee Shop ist auch schon in Planung. Das Zeug was es da im Wedding gibt kann man ja nicht essen, noch nicht mal anständige Bagels.
a: Naja, aber ein paar Türken dürften schon bleiben, sonst verliert das Viertel doch seinen Flair.
b: Von mir aus können die alle nach Marzahn, denn wenn es dort erst mal voll abgeht, haben die dort nichts mehr verloren. Wirkt auch nicht gut auf die Kunden. Hier ist jetzt etwas die Luft raus, oder? gehen wir noch wohin?
a: Da gibt´s nur eins: Das Pacha im Media Works Munich. Das sind unsere Lofts aus den 60ies und 70ies, die sind auch nicht schlecht.
a: Hier gibt es nicht mehr mal eine Besenkammer. Der Immobilienmarkt ist platt. Grausam, Maklerin hätte ich werden sollen.
b: In Berlin wird es auch langsam schwierig. Inzwischen werden schon Lofts im alten Stil nachgebaut.
a: Schon etwas degoutant, oder?
b: Mein Ding wär´s nicht, und viele andere weichen von Mitte inzwischen auch nach Norden aus, in den Wedding. Dort gibt es noch echte Art Deco Lofts.
a: Wow, Art Deco, das kommt sicher toll, wenn man da so Bauhausmöbel reinstellt, von dem Marcel Breker oder wie der heisst, so Stahlrohrmöbel halt, alles ganz klassich und gediegen.
b: Da muss man sich aber echt beeilen, weil sonst ist da alles bald weg. Ist aber auch gut für das Viertel weil da gibt es so viel türkisches Zeug und wenn wir da erst mal voll aufbauen, dann müssen die allein schon wegen der Mietpreise weg, cheers.
a: Cheers!

b: Und der erste Coffee Shop ist auch schon in Planung. Das Zeug was es da im Wedding gibt kann man ja nicht essen, noch nicht mal anständige Bagels.
a: Naja, aber ein paar Türken dürften schon bleiben, sonst verliert das Viertel doch seinen Flair.
b: Von mir aus können die alle nach Marzahn, denn wenn es dort erst mal voll abgeht, haben die dort nichts mehr verloren. Wirkt auch nicht gut auf die Kunden. Hier ist jetzt etwas die Luft raus, oder? gehen wir noch wohin?
a: Da gibt´s nur eins: Das Pacha im Media Works Munich. Das sind unsere Lofts aus den 60ies und 70ies, die sind auch nicht schlecht.
donalphons, 22:53h
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Sonntag, 18. Januar 2004
Mitte,
mitten in der Nacht. Dieses Neubau-Loft orientiert sich an der Neuen Sachlichkeit, an den Entwürfen von Erich Mendelsohn, Ende der 20er Jahre. Die sinnlosen Sprossen in den Fenstern sind reine Showeffekte, wie auch die Beleuchtung. Niemand arbeitet hier.

Die, die hier laut Business Plan arbeiten sollten, nahe der Hackeschen Höfe, gibt es nicht mehr.
Die New Economy war nicht die Hoffnung für Berlin, es war die einzige Hoffnung. Die Lücken soll jetzt das widerstrebende BKA aus Wiesbaden füllen. Kriminalbeamte statt Jungunternehmer. Berlin wird wieder so, wie es schon immer war: Ein Kasernenhof mit einem Wasserkopf aus Beamten.

Die, die hier laut Business Plan arbeiten sollten, nahe der Hackeschen Höfe, gibt es nicht mehr.
Die New Economy war nicht die Hoffnung für Berlin, es war die einzige Hoffnung. Die Lücken soll jetzt das widerstrebende BKA aus Wiesbaden füllen. Kriminalbeamte statt Jungunternehmer. Berlin wird wieder so, wie es schon immer war: Ein Kasernenhof mit einem Wasserkopf aus Beamten.
donalphons, 00:43h
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Freitag, 16. Januar 2004
1.500.000 Quadratmeter
sind so viel wie 50.000 grosszügige Studentenwohnungen. Könnten es zumindest sein.

Tatsächlich ist es die Fläche der leer stehenden Büros in München. Gerade eben, heute. Aber es wird witerhin kräftig dazugebaut. Laut Plan, damals im Boom erstelllt.

Tatsächlich ist es die Fläche der leer stehenden Büros in München. Gerade eben, heute. Aber es wird witerhin kräftig dazugebaut. Laut Plan, damals im Boom erstelllt.
donalphons, 04:44h
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Mittwoch, 14. Januar 2004
Oh Lord won´t you buy me
Der Smart läuft nicht schlecht. Aber als dieses Haus geplant wurde, dachten alle, er würde viel besser laufen.

Denn der Smart ist das Auto für Startups. Klein, billig, flippig, macht optisch was her. Ist für jeden Parkplatz kurz genug. Praktikantinnen mit roten Haaren lieben Smarts. Besonders, wenn man das Verdeck aufmachen kann.
Allerdings sind Startup-Smarts selten geworden. So günstig war das Leasing denn doch nicht. Für die drei überlebenden Mitarbeiter tut´s auch Muttis Volvo. Und die Praktikantin ist auch keine Studentin mehr, sondern eine chancenlose Mittdreissigerin, die mal Head of Business Development war. Man hat sie genommen, weil sie saubillig zu kriegen war. Und ihren inzwischen leicht verbeulten Boxter selbst mitbringt. Der macht mehr her, wenn die damit zu den letzten 3 Kunden fährt.
Der Smart ist für die Krise nicht clever genug. Deshalb wird dieses Haus mehr zum Wohnzimmer für Smarts, denn zum Auslass. Ist aber trotzdem nicht schlecht für die Kleinen. Hell, trocken, der Lärm der Züge von nebenan dringt kaum durch die dicken, frisch geputzten Scheiben.
Die Penner unter der Brücke können von solchen Zuständen nur träumen.

Denn der Smart ist das Auto für Startups. Klein, billig, flippig, macht optisch was her. Ist für jeden Parkplatz kurz genug. Praktikantinnen mit roten Haaren lieben Smarts. Besonders, wenn man das Verdeck aufmachen kann.
Allerdings sind Startup-Smarts selten geworden. So günstig war das Leasing denn doch nicht. Für die drei überlebenden Mitarbeiter tut´s auch Muttis Volvo. Und die Praktikantin ist auch keine Studentin mehr, sondern eine chancenlose Mittdreissigerin, die mal Head of Business Development war. Man hat sie genommen, weil sie saubillig zu kriegen war. Und ihren inzwischen leicht verbeulten Boxter selbst mitbringt. Der macht mehr her, wenn die damit zu den letzten 3 Kunden fährt.
Der Smart ist für die Krise nicht clever genug. Deshalb wird dieses Haus mehr zum Wohnzimmer für Smarts, denn zum Auslass. Ist aber trotzdem nicht schlecht für die Kleinen. Hell, trocken, der Lärm der Züge von nebenan dringt kaum durch die dicken, frisch geputzten Scheiben.
Die Penner unter der Brücke können von solchen Zuständen nur träumen.
donalphons, 03:22h
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