Donnerstag, 11. August 2005
Neues aus Bayerisch-Kongo
(Niederbayern) und anderen ruckständigen Regionen wie Bayerisch-Somalia (Schwaben), Bayerisch-Sibirien (Unterfranken), Bayerisch-Hessen (Oberfranken), Neiw Apartheidland (Munich Area) und anderen Baumbewohnergegenden, derer es hier so viele gibt:
"Wenn es überall so wäre wie in Bayern, dann gäbe es keine Probleme."
Sagt der Stoiber Ede. Abgesehen davon, dass er selbst ein Problem ist: Das südbayerische Speckröllchen rund um die Munich Area ist nicht mit vielen anderen Regionen zu vergleichen. Ohne Frankfurt könnte die Region um Aschaffenburg einpacken. Die gesamte Grenze zur Tschechei ist unterentwickelt. Im Süden hat auch die jetzige Regierung nicht verhindern können, dass da weiterhin die südpreussischen Schlawacken, vulgo Österreicher sind - ein gewaltiger Standortnachteil, den kein anderes Bundesland hat. Und vor fast genau zehn Jahren brach hier der Streit um die Schulkrizifixe los, der aufzeigte, was für ein durchgeknalltes, stinkendschwarzes Kuttenbrunzerland dieses angeblich problemlose Bayern soch ist: Dummdreist, rückständiug, der geistige Mittelwesten der Bundesrepublik.
Man kann hier gut Essen und leben, wenn man eine Tür hinter sich zum zusperren hat. Und für eventuelle Übergriffe auch noch die alten Gewehre vom Opa. Ich mein, als ich vor 15 Jahren mit dem Rennrad ins Altmühltal gefahren bin, musste ich in Böhmfeld Schleichwege nehmen, weil die Dorfjugend am Hauptplatz mit Steinen nach Radlern warf. So schaut´s aus in Bayern. Keine Probleme, wenn man hier integriert ist und sich mit 2 Liter Bier bis zum frühen Nachmittag volldröhnt.
"Wenn es überall so wäre wie in Bayern, dann gäbe es keine Probleme."
Sagt der Stoiber Ede. Abgesehen davon, dass er selbst ein Problem ist: Das südbayerische Speckröllchen rund um die Munich Area ist nicht mit vielen anderen Regionen zu vergleichen. Ohne Frankfurt könnte die Region um Aschaffenburg einpacken. Die gesamte Grenze zur Tschechei ist unterentwickelt. Im Süden hat auch die jetzige Regierung nicht verhindern können, dass da weiterhin die südpreussischen Schlawacken, vulgo Österreicher sind - ein gewaltiger Standortnachteil, den kein anderes Bundesland hat. Und vor fast genau zehn Jahren brach hier der Streit um die Schulkrizifixe los, der aufzeigte, was für ein durchgeknalltes, stinkendschwarzes Kuttenbrunzerland dieses angeblich problemlose Bayern soch ist: Dummdreist, rückständiug, der geistige Mittelwesten der Bundesrepublik.
Man kann hier gut Essen und leben, wenn man eine Tür hinter sich zum zusperren hat. Und für eventuelle Übergriffe auch noch die alten Gewehre vom Opa. Ich mein, als ich vor 15 Jahren mit dem Rennrad ins Altmühltal gefahren bin, musste ich in Böhmfeld Schleichwege nehmen, weil die Dorfjugend am Hauptplatz mit Steinen nach Radlern warf. So schaut´s aus in Bayern. Keine Probleme, wenn man hier integriert ist und sich mit 2 Liter Bier bis zum frühen Nachmittag volldröhnt.
donalphons, 11:24h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 5. August 2005
Riesenschachtel der Pandora
Frau Mama (gestern bei der Stuckbesichtigung): Das müssen wir auch mal machen...
Don Alphonso: Ja, aber das wird sicher mal toll, wenn es fertig ist.
Frau Mama: Dann mach Du das. Willst Du es geschenkt haben?
Don Alphonso: Äh, klar, immer nur her damit...
Wenn ich sterbe, wäre bislang auf meinem Grabstein "Literat" gestanden. Ab jetzt kann dort auch stehen: "Hausbesitzer". Das war hier früher ein angesehener Beruf. Mein Ururgrossvater zum Beispiel war "Hausbesitzer und Privatier", und hatte damit ein tolles Leben und einen respektablen Grabstein. Zur Hälfte habe ich das jetzt geschafft. Und als ich es danach besichtigt und all die Probleme entdeckt habe, kam ich zum Schluss, dass es mit dem Sterben sicher nicht allzu lang dauert, bei dem Haufen Arbeit. Du lieber Himmel...
Don Alphonso: Ja, aber das wird sicher mal toll, wenn es fertig ist.
Frau Mama: Dann mach Du das. Willst Du es geschenkt haben?
Don Alphonso: Äh, klar, immer nur her damit...
Wenn ich sterbe, wäre bislang auf meinem Grabstein "Literat" gestanden. Ab jetzt kann dort auch stehen: "Hausbesitzer". Das war hier früher ein angesehener Beruf. Mein Ururgrossvater zum Beispiel war "Hausbesitzer und Privatier", und hatte damit ein tolles Leben und einen respektablen Grabstein. Zur Hälfte habe ich das jetzt geschafft. Und als ich es danach besichtigt und all die Probleme entdeckt habe, kam ich zum Schluss, dass es mit dem Sterben sicher nicht allzu lang dauert, bei dem Haufen Arbeit. Du lieber Himmel...
donalphons, 07:39h
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Sonntag, 31. Juli 2005
Geldsäue im Schweinsgalopp
auf der VIP-Bühne unter der gestrengen Peitsche von Rittmeisterin Andrea Diener. Meine vorgestrige Open-Air-Oper bei Wolkenbruch und folgendem S-Klasse-Aufenthalt in einem Arzt-Mercedes mitsamt feuchter Elitesse war nicht halb so spassig.
donalphons, 21:37h
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Freitag, 29. Juli 2005
Wochenausblick
Ausgerechnet in Rosa strahlt das Dach gegenüber in meinen neuen Raum ab. Rosa. Also echt.

Die Wände, die Spiegel, die Kristalle, alles hat diesen Schimmer, als ob ein gigantischer Kaugummi von rosa Licht explodiert wäre. Und es dauert sicher noch 10 Jahre, bis das Dach gegenüber so halbwegs vermoost ist.
Also muss nächste Woche ein Vorhang her. Rosa geht gar nicht, bei dem Zweck des Raumes. Da soll ja keiner Rilke lesen.

Die Wände, die Spiegel, die Kristalle, alles hat diesen Schimmer, als ob ein gigantischer Kaugummi von rosa Licht explodiert wäre. Und es dauert sicher noch 10 Jahre, bis das Dach gegenüber so halbwegs vermoost ist.
Also muss nächste Woche ein Vorhang her. Rosa geht gar nicht, bei dem Zweck des Raumes. Da soll ja keiner Rilke lesen.
donalphons, 20:50h
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Dienstag, 26. Juli 2005
Architektenhaus
Wenn Fenster die Augen einen Hauses sind, dann will ich diesem Neubau in Viertel meiner Eltern nicht begegnen, wenn es dunkel ist:

Keine Frage, Schiessscharten werden wieder modern - falls mal die hungigen Hartz-IV-Horden anrücken sollten, eine gute Entscheidung. Passenderweise verfügen auch Elitessenheime über solche brutalen Schlitze. Harte Zeiten erfordern harte Massnahmen.
Trotzdem, links unten sind ein paar bunte Windräder. Kein Hartz für Kinder.

Keine Frage, Schiessscharten werden wieder modern - falls mal die hungigen Hartz-IV-Horden anrücken sollten, eine gute Entscheidung. Passenderweise verfügen auch Elitessenheime über solche brutalen Schlitze. Harte Zeiten erfordern harte Massnahmen.
Trotzdem, links unten sind ein paar bunte Windräder. Kein Hartz für Kinder.
donalphons, 17:16h
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Sonntag, 24. Juli 2005
Akklimatisation an die Area,
an die berühmte, einzigartige, traumhaft schöne, von Investoren wie Beratern und Gründern gleichermassen bevorzugte Munich Area, ein Grossraum der Superlativen und der Motor der deutschen Konjunktur - man mag es kaum glauben, aber solche Sprüche hört man auch im Jahr 5 nach dem Ende der New Economy immer noch. Wenn man dauernd drin ist in dieser Szene, gewöhnt man sich daran - das alles ist so verinnerlicht wie der Hass der palästinensischen Flüchtlinge auf Israel, on Demand abrufbar, 24/7, always on.
Es ist so wie mit der dampfenden Badewanne im Winter - man schickt erst einmal den grossen Zeh vor, um dann, wie ein Storch stehend und wie Espenlaub schwankend zu überlegen, ob man sich das antun soll. Nicht ganz umsonst habe ich nach dem Ende meiner Berliner Zeit die Tage vor allem in der Provinz zugebracht, aber langsam werden die Tage kürzer, und spätestens im Winter wird die Area wieder mein Zuhause. Vielleicht ist das alles doch nicht mehr ganz so wie damals, also ausprobiert - und ab ins Joe Penas.

Das Joe Penas ist ein weithin bekannter Texmexikaner, noch aus den grossen Zeiten des Parkcafes Anfang der 90er Jahre. Begonnen hatte das alles mit dem Hooters an der Rosenheimer Strasse, das bald wieder dicht machte, und dann zog die Crowd um ins Joe Penas mit seinem grauenvoll schlecht imitierten Texasstil, mitten ins Gärtnerplatzviertel. Irgendwie hat es der Laden geschafft, zu überleben und ganze Generationen von Dienstleistungsjobanfängern aus dem Umkreis anzuziehen.
Und nein, geändert hat sich gar nichts. Angefangen von den Mädchenkolonnen, die schon mal einmarschieren, während der Typ keinen Parkplatz findet, über die Telefonate, die Themen, die Geschichten. Es ist wie eine Zeitschleife, immer noch die Tequilaexzesse, die Versuche, es etwas auf Dirty Dancing und Latinoenthemmung zu machen, da kann das Sausalitos immer noch was lernen. Man kann 5 Stunden zuhören und alles sofort wieder vergessen, Inhalt und Bedeutung kleiner gleich Null, Dünkel und die totale Abwesenheit von Reflektion, und dann fragen auch noch die unvermeidlichen Pro7-Vertriebler, ob sie sich dazusetzen können und machen aus dem Tisch ihren verlängerten Conference Table. Ihre Mädchen zicken rum und pullen später die Erbsen aus den Enchilladas, während sie über Haartönungen sprechen. Und darüber, dass nach der Wahl alles besser wird.
Angeekelt von dem Gefühl, mit fünf CSUlern am Tisch zu sitzen, breche ich mit meiner Bekannten den Versuch ab. Und suche nach ein paar Insolvenzen aus der Munich Area.
Es ist so wie mit der dampfenden Badewanne im Winter - man schickt erst einmal den grossen Zeh vor, um dann, wie ein Storch stehend und wie Espenlaub schwankend zu überlegen, ob man sich das antun soll. Nicht ganz umsonst habe ich nach dem Ende meiner Berliner Zeit die Tage vor allem in der Provinz zugebracht, aber langsam werden die Tage kürzer, und spätestens im Winter wird die Area wieder mein Zuhause. Vielleicht ist das alles doch nicht mehr ganz so wie damals, also ausprobiert - und ab ins Joe Penas.

Das Joe Penas ist ein weithin bekannter Texmexikaner, noch aus den grossen Zeiten des Parkcafes Anfang der 90er Jahre. Begonnen hatte das alles mit dem Hooters an der Rosenheimer Strasse, das bald wieder dicht machte, und dann zog die Crowd um ins Joe Penas mit seinem grauenvoll schlecht imitierten Texasstil, mitten ins Gärtnerplatzviertel. Irgendwie hat es der Laden geschafft, zu überleben und ganze Generationen von Dienstleistungsjobanfängern aus dem Umkreis anzuziehen.
Und nein, geändert hat sich gar nichts. Angefangen von den Mädchenkolonnen, die schon mal einmarschieren, während der Typ keinen Parkplatz findet, über die Telefonate, die Themen, die Geschichten. Es ist wie eine Zeitschleife, immer noch die Tequilaexzesse, die Versuche, es etwas auf Dirty Dancing und Latinoenthemmung zu machen, da kann das Sausalitos immer noch was lernen. Man kann 5 Stunden zuhören und alles sofort wieder vergessen, Inhalt und Bedeutung kleiner gleich Null, Dünkel und die totale Abwesenheit von Reflektion, und dann fragen auch noch die unvermeidlichen Pro7-Vertriebler, ob sie sich dazusetzen können und machen aus dem Tisch ihren verlängerten Conference Table. Ihre Mädchen zicken rum und pullen später die Erbsen aus den Enchilladas, während sie über Haartönungen sprechen. Und darüber, dass nach der Wahl alles besser wird.
Angeekelt von dem Gefühl, mit fünf CSUlern am Tisch zu sitzen, breche ich mit meiner Bekannten den Versuch ab. Und suche nach ein paar Insolvenzen aus der Munich Area.
donalphons, 01:27h
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Donnerstag, 21. Juli 2005
Dramatischer Himmel
zu lahmen Reden alter, tattriger Männer voller bedeutungsloser Schwafeleien, bei denen sie sich ganz toll fühlen.

Kann man das Ganze nicht irgendwie staatsoberenthaupten?

Kann man das Ganze nicht irgendwie staatsoberenthaupten?
donalphons, 23:08h
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Mittwoch, 20. Juli 2005
Wie soll das bitte gehen?
Die Merkel sol jetzt ihre ostdeutsche Identität im Osten mehr in den Vordergrund stellen? Ich habe ja so einige Touren in den Osten hinter mir, und zwar genau dort, wo der Osten so richtig hart ist, mit 15 kaputten Betrieben nebeneinander, 50% Einwohnerverlust, und wer jung ist und nicht wegzieht, fährt in denm Wald und macht dort komische Spielchen in selbstgefertigter schwarzbrauner Uniform, bevor es am Abend in die Stadt geht, um jemanden fertig zu machen.
Natürlich sieht die Merkel so hübsch aus wie ein einstürzender Plattenbau in Rostock, natürlich ist sie noch immer nicht in der Lage, ihren Dialekt so abzustellen, als dass nicht ein paar gequält kieksenden Ostrestgeräusche in ihrem Singsang bleiben würde. Aber ich habe da drüben kaum jemand getroffen, der etwas von der Merkel gehalten hat, mit Ausnahme ihrer Parteikollegen, die sogar versprachen, dass die Merkel die Sache mit den Nazis in den Griff kriegen würde, weil dann weniger Ausländer da wären.

Die Merkel ist nichts anderes als ein wenig attraktives PinUp an einer Partei, die im Osten wahlweise als Blockpartei und damit auch nicht anders als die PDSSEDLinke wahrgenommen wird, oder die Gallionsfigur eines Seeräuberschiffs, das ihnen nochmal was weg nimmt, nachdem ihnen laut Bauchgefühl schon so viel weggenommen wurde. Die Merkel ist schon lang keine mehr von denen, ganz im Gegensatz zu den PDS-Zellen. In Wittenberg, in Greifswald, in der Provinz muss man nur mal an die Zeitungsstände schauen: Oben ist ziemlich oft das Neue Deutschland.
Aber die CDU-Blockflöten und andere Pfeifen wollen auf keinen Fall ihren Plan der klaren Botschaften aufgeben, und deshalb werden sie auf das Gesicht von Merkel setzen, egal wie unschön und verzweifelt diese Idee sein muss. Und wenn es dann nicht geklappt hat, müssen sie doch mal anfangen, in die unklaren Details zu gehen - Mehrwertsteuer, Pendlerpauschale, Abschaffung von ABM-Massnahmen. Das sollen die da drüben mal vermitteln gegen eine PDS, die der Osten ist und das will, was dem Bauchgefühl des Ostens entspricht.
Natürlich sieht die Merkel so hübsch aus wie ein einstürzender Plattenbau in Rostock, natürlich ist sie noch immer nicht in der Lage, ihren Dialekt so abzustellen, als dass nicht ein paar gequält kieksenden Ostrestgeräusche in ihrem Singsang bleiben würde. Aber ich habe da drüben kaum jemand getroffen, der etwas von der Merkel gehalten hat, mit Ausnahme ihrer Parteikollegen, die sogar versprachen, dass die Merkel die Sache mit den Nazis in den Griff kriegen würde, weil dann weniger Ausländer da wären.

Die Merkel ist nichts anderes als ein wenig attraktives PinUp an einer Partei, die im Osten wahlweise als Blockpartei und damit auch nicht anders als die PDSSEDLinke wahrgenommen wird, oder die Gallionsfigur eines Seeräuberschiffs, das ihnen nochmal was weg nimmt, nachdem ihnen laut Bauchgefühl schon so viel weggenommen wurde. Die Merkel ist schon lang keine mehr von denen, ganz im Gegensatz zu den PDS-Zellen. In Wittenberg, in Greifswald, in der Provinz muss man nur mal an die Zeitungsstände schauen: Oben ist ziemlich oft das Neue Deutschland.
Aber die CDU-Blockflöten und andere Pfeifen wollen auf keinen Fall ihren Plan der klaren Botschaften aufgeben, und deshalb werden sie auf das Gesicht von Merkel setzen, egal wie unschön und verzweifelt diese Idee sein muss. Und wenn es dann nicht geklappt hat, müssen sie doch mal anfangen, in die unklaren Details zu gehen - Mehrwertsteuer, Pendlerpauschale, Abschaffung von ABM-Massnahmen. Das sollen die da drüben mal vermitteln gegen eine PDS, die der Osten ist und das will, was dem Bauchgefühl des Ostens entspricht.
donalphons, 21:56h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 14. Juli 2005
Wie kann es unter so einem Himmel
solche Parteien geben? Die allen Ernstes einen Mann aus Wettstetten zum Schulminister und Hohlmeierersatz machen?

Nördlich von diesem schönen Abendhimmel wird es noch schlimmer, als es 15 Meter weiter unten ohnehin schon ist. Nördlich kommen Käffer, die beweisen, dass der Bayer als ein solcher so intelligent und schriftbefähigt ist, wie nun mal Leute sind, die es mit dem Stift allenfalls auf ein Kreuz alle 4-5 Jahre bringen, und das auch noch an der immer gleichen Stelle machen. Ich bin überzeugt, dass die CSU an der 5%-Hürde scheitern würde, wenn ihre Wähler "Ich stimme für die CSU" auf den Zettel schreiben müssten - meist würde man dort "Mia san de Mearan" oder "Des bleibt ois wias is" finden.
Das Kernland dieses geistigen Einbahnstrassenbajuwarentums ist der Ort Wettstetten, gelegen im ohnehin schon ultraschwarzen Bistumslandkreis Eichstätt. Und ich sage Euch: Wettstetten hat die Website, die es verdient. Wettstetten ist Fett triefender Speckgürtel der selbstzufriedensten Sorte, mit riesigen Arealen an toskanagelben Turmwalmdachburgen und Kachelöfen und Butzenscheibenimitat und Jodlerbalkonen, zu deren Gunsten man die ortstypischen Bautraditionen des Jura auf den Müll gekippt hat. Wettstetten ist die Hölle, Wettstetten ist neureich, und die Sozialkontrolle arbeitet effektiv wie in Nordkorea. Das ist Wettstetten. Dort gibt es den Krieger- und Soldatenverein Wettstetten-Echenzell e.V., und zwar nicht als Satire, sondern wirklich, mit Fahnenweihe, und weil das noch nicht reicht, eine Reservisten-Kammeradschaft und zwei Schützenvereine. Und vermutlich einen Schrank voller Schiessprügel in jedem zweiten Haus.
Und wenn man dann auf der Dachterasse sitzt und Wettstetten kennt und dann im Radio einen Bewohner dieses Ortes hört, der hierzulande nun mal Minister für Unterricht ist, und der redet davon, dass Bayern beim Pisa-Test "in der Champions League" mitspiele, weil was anderes der Bayer als ein solcher nicht kapiert - Champions League macht neben Beer und Laptop 50% seines englischen Aktivwortschatzes aus - dann fasst man es nicht. Das kann nicht sein.
Und in Wettstetten grinsen sie sich in den Zirbelholzstuben und vor dem Rauhputz und der Bildtapete und dem Schwämmchenorange einen ab. Die Welt ist nicht gerecht.

Nördlich von diesem schönen Abendhimmel wird es noch schlimmer, als es 15 Meter weiter unten ohnehin schon ist. Nördlich kommen Käffer, die beweisen, dass der Bayer als ein solcher so intelligent und schriftbefähigt ist, wie nun mal Leute sind, die es mit dem Stift allenfalls auf ein Kreuz alle 4-5 Jahre bringen, und das auch noch an der immer gleichen Stelle machen. Ich bin überzeugt, dass die CSU an der 5%-Hürde scheitern würde, wenn ihre Wähler "Ich stimme für die CSU" auf den Zettel schreiben müssten - meist würde man dort "Mia san de Mearan" oder "Des bleibt ois wias is" finden.
Das Kernland dieses geistigen Einbahnstrassenbajuwarentums ist der Ort Wettstetten, gelegen im ohnehin schon ultraschwarzen Bistumslandkreis Eichstätt. Und ich sage Euch: Wettstetten hat die Website, die es verdient. Wettstetten ist Fett triefender Speckgürtel der selbstzufriedensten Sorte, mit riesigen Arealen an toskanagelben Turmwalmdachburgen und Kachelöfen und Butzenscheibenimitat und Jodlerbalkonen, zu deren Gunsten man die ortstypischen Bautraditionen des Jura auf den Müll gekippt hat. Wettstetten ist die Hölle, Wettstetten ist neureich, und die Sozialkontrolle arbeitet effektiv wie in Nordkorea. Das ist Wettstetten. Dort gibt es den Krieger- und Soldatenverein Wettstetten-Echenzell e.V., und zwar nicht als Satire, sondern wirklich, mit Fahnenweihe, und weil das noch nicht reicht, eine Reservisten-Kammeradschaft und zwei Schützenvereine. Und vermutlich einen Schrank voller Schiessprügel in jedem zweiten Haus.
Und wenn man dann auf der Dachterasse sitzt und Wettstetten kennt und dann im Radio einen Bewohner dieses Ortes hört, der hierzulande nun mal Minister für Unterricht ist, und der redet davon, dass Bayern beim Pisa-Test "in der Champions League" mitspiele, weil was anderes der Bayer als ein solcher nicht kapiert - Champions League macht neben Beer und Laptop 50% seines englischen Aktivwortschatzes aus - dann fasst man es nicht. Das kann nicht sein.
Und in Wettstetten grinsen sie sich in den Zirbelholzstuben und vor dem Rauhputz und der Bildtapete und dem Schwämmchenorange einen ab. Die Welt ist nicht gerecht.
donalphons, 22:11h
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Dienstag, 12. Juli 2005
Extreme Vorortsposhing
Es ist so: In den wirklich teueren Vororten, wo der Quadratmeter Boden so viel kostet wie der Quadratmeter Wohnung in einer mittleren Berliner Lage, ist alles dicht - weiter vorne etwa gibt es einen Chefarzt, der ein Grundstück neben seinem gekauft hat und verwildern lässt, damit er keinen nervtötenden Nachbarn hat. Andere, die ihren Reichtum erst später in eine architektonische Demonstration ihrer selbst umsetzen konnten, müssen also in die billigeren Vororte, wo man für das Grundstück auch ein halbes thüringer Dorf bekommen würde - aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls bleibt dadurch Geld übrig, das dann in die aufgehende Substanz gehen kann.

Nicht nur toskanaorange, wie das heute nun mal so sein muss. Nein, auch zwei achteckige, zweigeschossige Türme mit eigenem Dach. Dazu Fensterfronten Modell Stackenblochen (danke Holgi), gerade und mit 90° -Winkeln ausgerichtet. Weil Symetrie ist gerade ein Must Have. Und statt der Schiessscharten ein postmodernes Dreiecksfenster unter dem Dach. Und Jalousien auch im zweiten Stock, die eigentlich die Nachbarn besser brauchen könnten.
Burgkathedralenbauernhaus. Interessante Kombination. Ob die da drinnen Acrylmöbel mit Goldkanten haben werden?

Nicht nur toskanaorange, wie das heute nun mal so sein muss. Nein, auch zwei achteckige, zweigeschossige Türme mit eigenem Dach. Dazu Fensterfronten Modell Stackenblochen (danke Holgi), gerade und mit 90° -Winkeln ausgerichtet. Weil Symetrie ist gerade ein Must Have. Und statt der Schiessscharten ein postmodernes Dreiecksfenster unter dem Dach. Und Jalousien auch im zweiten Stock, die eigentlich die Nachbarn besser brauchen könnten.
Burgkathedralenbauernhaus. Interessante Kombination. Ob die da drinnen Acrylmöbel mit Goldkanten haben werden?
donalphons, 13:55h
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