Dienstag, 26. April 2005
Ex-Milliardenunternehmen revisited
Ganz unten rechts ist das Schild einer Firma namens I-D Media. Daneben ist, wie man sieht, viel frei in diesem Objekt. Und I-D Media ist auch nur eine unter ein paar Firmen.

Wer 2000 nicht dabei war bei der New Econmomy, dem muss das nichts sagen. Damals war das eine der grössten Internetagenturen des Landes, den Aufsichtsratvorsitz hatte Lothar Späth inne. Manche Aktionäre glaubten, solange der Internet-Visionär Späth bei seinen Verbindungen die Finger im Spiel hatte, könnte nichts schief gehen. die Aktie lag vor dem Crash im Frühjahr 2000 bei über 80 Euro. Der Chef, Gründer und Grossaktionär Bernd Kolb war enorm reich.
Heute sind es keine zwei Euro mehr, selbst die, die beim IPO-Kurs gekauft haben, haben über 90% Wertverlust. Die Marktkapitalisierung der Firma liegt bei 18 Millionen. Bernd Kolb ist auch in den Medien kein besonderes Thema mehr, von Einladungen zu grossen Talkshows über die Zukunft der New Economy ganz zu schweigen.
Irgendwo hinter den roten Stahltüren arbeiten sie - angeblich. Ich sitze mit meiner kleinen Schwester eine Stunde im Cafe Maybach gegenüber, und kein einziger penetranter New Eco Typ rennt uns über den Weg. Da drüben ist es wie ausgestorben.

Wer 2000 nicht dabei war bei der New Econmomy, dem muss das nichts sagen. Damals war das eine der grössten Internetagenturen des Landes, den Aufsichtsratvorsitz hatte Lothar Späth inne. Manche Aktionäre glaubten, solange der Internet-Visionär Späth bei seinen Verbindungen die Finger im Spiel hatte, könnte nichts schief gehen. die Aktie lag vor dem Crash im Frühjahr 2000 bei über 80 Euro. Der Chef, Gründer und Grossaktionär Bernd Kolb war enorm reich.
Heute sind es keine zwei Euro mehr, selbst die, die beim IPO-Kurs gekauft haben, haben über 90% Wertverlust. Die Marktkapitalisierung der Firma liegt bei 18 Millionen. Bernd Kolb ist auch in den Medien kein besonderes Thema mehr, von Einladungen zu grossen Talkshows über die Zukunft der New Economy ganz zu schweigen.
Irgendwo hinter den roten Stahltüren arbeiten sie - angeblich. Ich sitze mit meiner kleinen Schwester eine Stunde im Cafe Maybach gegenüber, und kein einziger penetranter New Eco Typ rennt uns über den Weg. Da drüben ist es wie ausgestorben.
donalphons, 22:51h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 19. April 2005
Der Papst, die Nazis, deren Publikation
und ihre Verlinkung.
donalphons, 22:28h
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Das muss man erst mal schaffen
Einen Laden im sogenannten Szeneviertel der Bergmannstrasse aufmachen, der um 5 Uhr Abends leer und tot ist wie ist wie das Hirn eines CSU-Kreisvorsitzenden - das kann nicht jeder.

Vielleicht liegt es, wenn schon nicht an der Lage, an den etwas unerfahrenen Gründerpersönlichkeiten. Vielleicht mögen die potentiellen Besucher auch die Stühle Design "Barney Geröllheimer" nicht. Oder sie finden einfach obskure Gesund-Säfte ungeniessbar. Oder vielleicht ist es einfach nur sinnlos, Marktlücken zu erfinden, die es nicht gibt, und mit einer Corporate Identity Firmenwerte vorzutäuschen, die jenseits von "Zwei Filmschaffende beim Nebenerwerbsraffen: Ich wär so gern Jane Fonda" zu finden wären.
Am Ort kann es nicht liegen. Denn gegenüber ist ein wirklich gutes Cafe, das immer ziemlich voll ist. Schlechte Zeiten für Deppendancen dummer Einfälle.

Vielleicht liegt es, wenn schon nicht an der Lage, an den etwas unerfahrenen Gründerpersönlichkeiten. Vielleicht mögen die potentiellen Besucher auch die Stühle Design "Barney Geröllheimer" nicht. Oder sie finden einfach obskure Gesund-Säfte ungeniessbar. Oder vielleicht ist es einfach nur sinnlos, Marktlücken zu erfinden, die es nicht gibt, und mit einer Corporate Identity Firmenwerte vorzutäuschen, die jenseits von "Zwei Filmschaffende beim Nebenerwerbsraffen: Ich wär so gern Jane Fonda" zu finden wären.
Am Ort kann es nicht liegen. Denn gegenüber ist ein wirklich gutes Cafe, das immer ziemlich voll ist. Schlechte Zeiten für Deppendancen dummer Einfälle.
donalphons, 15:04h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 19. April 2005
Pretty dead in Pink
oder das Frühjahr ist immer eine gute Zeit für das Ende der Hoffnungen aus dem 4. Quartal

oder die Girlies auf der Schönhausener haben doch auch kein Geld
oder ja die Telekom wäre mir auch lieber gewesen
oder wer gründet sollte auch Umsatz machen
oder Modefarben allein reichen nicht
oder...

oder die Girlies auf der Schönhausener haben doch auch kein Geld
oder ja die Telekom wäre mir auch lieber gewesen
oder wer gründet sollte auch Umsatz machen
oder Modefarben allein reichen nicht
oder...
donalphons, 00:06h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 17. April 2005
Indonesien 1997
Ich würde gern mal einen Artikel über die Asienkrise von 1997 lesen, in dem die damaligen "Tigerstaaten" und ihre Wachstumsprobleme mit den Boomregionen des jetzigen "Zukunftsmarkts" China verglichen werden.
Bis 1997 wurde von den Medien und den üblichen Verdächtigen in Politik und Wirtschaft die Angst vor den aufsteigenden Wirtschaftsmächten Indonesien, Thailand und Korea gefördert. Dort zu investieren, galt so schick wie später in der New Economy, dort sei das grosse Wachstum der Zukunft, da müsse man hin - und wenn man nicht hierzulande abgehängt werden wollte, müsste man sich anpassen. Die Leistungsbilanz derTigerstaaten mit ihren Arbeitszeiten, ihrer Unterordnung und der Bescheidenheit der Mitarbeiter gegenüber einer kleinen, immens reichen Oberschicht wurde den Menschen in Deutschland als Vorbild verkauft.
Dass die Tigerstaaten so schnell wachsen konnten, lag einerseits an der Unterentwicklung. Südkorea erlebte noch in den 70er Jahren Hungersnöte unter den Armen. Zum anderen beeinflussten sich mehrere Faktoren gegenseitig: Immobilienpreise, Aktien, Währung, Preise, Konsum, Schulden, das alles stieg, getrieben von Geld aus dem Ausland, rapide an. Und dann führte eine Kleinigkeit, Spekulationen gegen die thailändische Währung, zum Platzen der Blase.
Die Parallelen zum derzeitigen Wachstum Chinas sind frappierend. Inklusive der politischen Probleme, denn was die Tigerstaaten jeweils an eigenen Rebellen in Thailand, Fehlen einer stabilen Mittelschicht in Korea und territorialen Kleinstkriegen in Indonesien hatten, hat China komplett selbst, neben einem Sozialgefälle im Land, das auf Dauer in keiner Gesellschaft gut gehen kann. China hat bestes Potential, uns wie schon die von uns finanzierten Tigerstaaten um die Ohren zu fliegen. Und dazu würe ich gerne mal was von kompetenter Seite lesen, bevor das nächsten WiPo-Geschmeiss in Shanghai potemkinsche Metropolen besichtigt.
Bis 1997 wurde von den Medien und den üblichen Verdächtigen in Politik und Wirtschaft die Angst vor den aufsteigenden Wirtschaftsmächten Indonesien, Thailand und Korea gefördert. Dort zu investieren, galt so schick wie später in der New Economy, dort sei das grosse Wachstum der Zukunft, da müsse man hin - und wenn man nicht hierzulande abgehängt werden wollte, müsste man sich anpassen. Die Leistungsbilanz derTigerstaaten mit ihren Arbeitszeiten, ihrer Unterordnung und der Bescheidenheit der Mitarbeiter gegenüber einer kleinen, immens reichen Oberschicht wurde den Menschen in Deutschland als Vorbild verkauft.
Dass die Tigerstaaten so schnell wachsen konnten, lag einerseits an der Unterentwicklung. Südkorea erlebte noch in den 70er Jahren Hungersnöte unter den Armen. Zum anderen beeinflussten sich mehrere Faktoren gegenseitig: Immobilienpreise, Aktien, Währung, Preise, Konsum, Schulden, das alles stieg, getrieben von Geld aus dem Ausland, rapide an. Und dann führte eine Kleinigkeit, Spekulationen gegen die thailändische Währung, zum Platzen der Blase.
Die Parallelen zum derzeitigen Wachstum Chinas sind frappierend. Inklusive der politischen Probleme, denn was die Tigerstaaten jeweils an eigenen Rebellen in Thailand, Fehlen einer stabilen Mittelschicht in Korea und territorialen Kleinstkriegen in Indonesien hatten, hat China komplett selbst, neben einem Sozialgefälle im Land, das auf Dauer in keiner Gesellschaft gut gehen kann. China hat bestes Potential, uns wie schon die von uns finanzierten Tigerstaaten um die Ohren zu fliegen. Und dazu würe ich gerne mal was von kompetenter Seite lesen, bevor das nächsten WiPo-Geschmeiss in Shanghai potemkinsche Metropolen besichtigt.
donalphons, 22:21h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 16. April 2005
Kontextsensitivität beim dwk2005 punkt de
Es ist einer schlechtere Ecke des ohnehin nicht so tollen Bezirks Kreuzbergs, den die Phantome der Yuppies, wenn es sie je gegeben haben sollte, nie betreten haben. Von der Spree bis hier ist ein sozialproblematischer Block am anderen, dann kommt ein Rondell mit ein paar freigebombten Flächen, ein Flohmarkt der untersten Kategorie, und dann wieder ein Blockviertel nach aufgelassenen Industrieanlagen. Und hier ist dann dieses grosse Plakat, gestaltet und mit viel Gefühl für den richtigen Ort und das erreichbare Zielpublikum gebucht vom Deutschen Werbe Kongress. Der heisst wirklich so, mit Idiotenabstand zwischen Werbe und Kongress, Alleinstellungsmerkmal rules, und hey, wir können texten, da muss man nicht schreiben können.

Dankenswerterweise zeigt das Plakat den Bettlern, den Alkis, den arbeitslosen Müttern, den orientalischen und russischen gebrauchtwarenhänlern und natürlich auch mir als ihrem besten Kunden in Sachen Tafelsilber, Seidenteppichen, KPM-Porzellan und ähnlichen in Berlin nicht mehr gewünschten Zivilisationsabfällen, wie diese Köpfe der Werbung, die sich am 12. Mai treffen, aussehen. Genau so, wie ich sie kenne. Idealtypisch von links nach rechts:
1. Die fette Glatze. Der Agenturgründer, der seine Inspiration beim Warten im 911er vor einem Gymnasium holt, wenn er auf die 17-jährige wartet, die so aussieht, wie die Dinger auf seinem Powerbook. Seine letzte zündende Idee ist 20 Jahre her, aber er ist für die anderen immer noch der, der damals vor zwanzig Jahren diese Idee hatte. OK, eigentlich war die Idee geklaut, aber das hat ja keiner gemerkt. Die Pitches versucht er, schon im Vorfeld durch Bestechung bei den Vergabestellen klar zu machen. Wieviel Geld für sowas in der Kriegskasse ist, hängt vom Kokskurs ab.
2. Der Kreative mit dem eingefärbten V in en künstlichen blonden Haaren. Er versteht einfach nicht, dass seine bei japanischen Mangas geklauten Klischees dem Schraubenfabrikanten nicht passen. Dumme, alte Sau das. Zum Glück gibt´s ja noch E und Pillen und Praktis zum Ficken, wenn er nicht gerade selbst den Allerwertesten für einen Unitleiter hinhält, den er "Papa" nennt. Versucht immer, seinen Provinzdialekt zu unterdrücken. Der garantiert ihm, dass die anderen Mastdarmakrobaten seine Entwürfe auch weiterhin toll finden. In drei Jahren ist er dann auch in der Mittelebene der Agentur angelangt.
3. Die blonde, attraktive, etwas dumme Kundenbetreuerin, Senior Creativ Consultant und so weiter. Hat sich nach vier Jahren Praktikum dann doch noch die feste Stelle ergattert, nachdem alle schon mal auf ihr rumgeturnt sind. Inzwischen aber in halbwegs festen Händen bei einem Entscheidungsträger beim Kunden, seitdem lässt man sie in Ruhe. Glaubt, dass von ihr das Überleben der Firma abhängt, und lässt es alle spüren. Krankhaft eitel, geistig aber schon von einer Brigitte-Kolumne überfordert, schaut sich deshalb immer nur die Bilder in der amerikanischen Vogue an. Findet dort laufend Anregungen. Kritzelt beim Telefonieren, nimmt immer das Handy.
4. Die nicht mehr attraktive Pseudochefin mit der Wischmob-Frisur. Hat letztlich das Sagen und das Keifen. Ist total inkompetent, aber leider schon immer dabei und hat 10 jahre Erfahrung im Rausekeln von besseren Leuten. Säuft wie ein Loch, damit die anderen Drogen nicht so auffallen. Hat immer panische Angst, dass jemand mal mitkriegt, dass sie eigentlich nur eine Ex-Sekretärin mit grosser Klappe ist. Kommt entweder aus Berlin oder Düsseldorf. Hasst sich selbst jeden Morgen, weil sie einen Moment begreift, dass sie tatsächlich diesen scheusslichen Mund und die Falten hat, und greift zur Flasche. Wenn sie auf dem Kongress hackedicht ist, wird sie vergebens versuchen, einen Schwulen dazu zu bringen, sie zu ficken.
5. Der junge, proppere Berater, der von der Beratungsfirma oder der PR-Agentur kam. Hat BWL mehr schlecht als recht studiert, und dann bei seinem Kumpel angeheuert, der gerade die tolle neue deutsche Dependance eines Global Players aufgezogen hat, aus der er dann geflogen ist, um bei der Agentur anzuheuern. Hat sich zwei Jahre die Potemkinschen Dörfer von innen angeschaut, gedacht, dass er das auch kann, und beherrscht inzischen Powerpoint aus dem FF. Seine Bibel heisst Brand1, sein aktiver Buzzwordschatz wäre beim IPO ein paar Milliarden wert, wenn es denn nur ab und zu mit den Ideen klappen würde.
Und das alles kommt nach München. Arme Stadt.

Dankenswerterweise zeigt das Plakat den Bettlern, den Alkis, den arbeitslosen Müttern, den orientalischen und russischen gebrauchtwarenhänlern und natürlich auch mir als ihrem besten Kunden in Sachen Tafelsilber, Seidenteppichen, KPM-Porzellan und ähnlichen in Berlin nicht mehr gewünschten Zivilisationsabfällen, wie diese Köpfe der Werbung, die sich am 12. Mai treffen, aussehen. Genau so, wie ich sie kenne. Idealtypisch von links nach rechts:
1. Die fette Glatze. Der Agenturgründer, der seine Inspiration beim Warten im 911er vor einem Gymnasium holt, wenn er auf die 17-jährige wartet, die so aussieht, wie die Dinger auf seinem Powerbook. Seine letzte zündende Idee ist 20 Jahre her, aber er ist für die anderen immer noch der, der damals vor zwanzig Jahren diese Idee hatte. OK, eigentlich war die Idee geklaut, aber das hat ja keiner gemerkt. Die Pitches versucht er, schon im Vorfeld durch Bestechung bei den Vergabestellen klar zu machen. Wieviel Geld für sowas in der Kriegskasse ist, hängt vom Kokskurs ab.
2. Der Kreative mit dem eingefärbten V in en künstlichen blonden Haaren. Er versteht einfach nicht, dass seine bei japanischen Mangas geklauten Klischees dem Schraubenfabrikanten nicht passen. Dumme, alte Sau das. Zum Glück gibt´s ja noch E und Pillen und Praktis zum Ficken, wenn er nicht gerade selbst den Allerwertesten für einen Unitleiter hinhält, den er "Papa" nennt. Versucht immer, seinen Provinzdialekt zu unterdrücken. Der garantiert ihm, dass die anderen Mastdarmakrobaten seine Entwürfe auch weiterhin toll finden. In drei Jahren ist er dann auch in der Mittelebene der Agentur angelangt.
3. Die blonde, attraktive, etwas dumme Kundenbetreuerin, Senior Creativ Consultant und so weiter. Hat sich nach vier Jahren Praktikum dann doch noch die feste Stelle ergattert, nachdem alle schon mal auf ihr rumgeturnt sind. Inzwischen aber in halbwegs festen Händen bei einem Entscheidungsträger beim Kunden, seitdem lässt man sie in Ruhe. Glaubt, dass von ihr das Überleben der Firma abhängt, und lässt es alle spüren. Krankhaft eitel, geistig aber schon von einer Brigitte-Kolumne überfordert, schaut sich deshalb immer nur die Bilder in der amerikanischen Vogue an. Findet dort laufend Anregungen. Kritzelt beim Telefonieren, nimmt immer das Handy.
4. Die nicht mehr attraktive Pseudochefin mit der Wischmob-Frisur. Hat letztlich das Sagen und das Keifen. Ist total inkompetent, aber leider schon immer dabei und hat 10 jahre Erfahrung im Rausekeln von besseren Leuten. Säuft wie ein Loch, damit die anderen Drogen nicht so auffallen. Hat immer panische Angst, dass jemand mal mitkriegt, dass sie eigentlich nur eine Ex-Sekretärin mit grosser Klappe ist. Kommt entweder aus Berlin oder Düsseldorf. Hasst sich selbst jeden Morgen, weil sie einen Moment begreift, dass sie tatsächlich diesen scheusslichen Mund und die Falten hat, und greift zur Flasche. Wenn sie auf dem Kongress hackedicht ist, wird sie vergebens versuchen, einen Schwulen dazu zu bringen, sie zu ficken.
5. Der junge, proppere Berater, der von der Beratungsfirma oder der PR-Agentur kam. Hat BWL mehr schlecht als recht studiert, und dann bei seinem Kumpel angeheuert, der gerade die tolle neue deutsche Dependance eines Global Players aufgezogen hat, aus der er dann geflogen ist, um bei der Agentur anzuheuern. Hat sich zwei Jahre die Potemkinschen Dörfer von innen angeschaut, gedacht, dass er das auch kann, und beherrscht inzischen Powerpoint aus dem FF. Seine Bibel heisst Brand1, sein aktiver Buzzwordschatz wäre beim IPO ein paar Milliarden wert, wenn es denn nur ab und zu mit den Ideen klappen würde.
Und das alles kommt nach München. Arme Stadt.
donalphons, 21:06h
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Freitag, 15. April 2005
Anstelle eigenen Contents
anlässlich des 4. Münchner Agenturgipfels ein Beispiel für den professional approach der bedeutenden Lobbygruppe FIWM, einer Organisation, der die Munich Area ihren exzellenten Ruf als Heimat des nachhaltigen Erfolges der New Economy mitverdankt:
Dieses Spannungsfeld zwischen der schleppenden Entwicklung der Gesamtwirtschaft und den positiven Nachrichten aus der Werbewirtschaft signalisiert den großen Bedarf in der Wirtschaft an verkaufsfördernden Maßnahmen."
Sprachakrobatik am Rande des Genickbruchs, von hier - und es bleibt so gut. Da werden Phrasen aus Wörtern gemörtelt, bis der Sinn knirscht. Wenig überraschend, dass einer der Vorstände des FIWM e.V. im Internet als PR-Blogger auftritt.
Dieses Spannungsfeld zwischen der schleppenden Entwicklung der Gesamtwirtschaft und den positiven Nachrichten aus der Werbewirtschaft signalisiert den großen Bedarf in der Wirtschaft an verkaufsfördernden Maßnahmen."
Sprachakrobatik am Rande des Genickbruchs, von hier - und es bleibt so gut. Da werden Phrasen aus Wörtern gemörtelt, bis der Sinn knirscht. Wenig überraschend, dass einer der Vorstände des FIWM e.V. im Internet als PR-Blogger auftritt.
donalphons, 04:14h
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Donnerstag, 14. April 2005
Club der polnischen Gewinner
Polnische Lebensmittel - die Alternative zu Hartz IV.

Terrormarketing: Offene und direkte Ansprache der Ängste, die den Kaufreiz stimulieren. Da können Aldi und Lidl noch was lernen.

Terrormarketing: Offene und direkte Ansprache der Ängste, die den Kaufreiz stimulieren. Da können Aldi und Lidl noch was lernen.
donalphons, 15:28h
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Sieh an...
Was für ein hübsches Projekt:
Niemand & keine Partner.
Ich prophezeie denen eine grosse Zukunft, bei unseren fähigen und kompetenten Werbe- und Kommunikationsagenturen.
Niemand & keine Partner.
Ich prophezeie denen eine grosse Zukunft, bei unseren fähigen und kompetenten Werbe- und Kommunikationsagenturen.
donalphons, 14:46h
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Dienstag, 12. April 2005
Verwaltungsgebäude in Wittenberg II
Das Gebäude war früher, in den 70er Jahren, sicher nicht schlecht. Im Osten und im Westen sind grosszügige, verglaste Treppenaufgänge. Es muss früher sehr elegant und freundlich ausgesehen haben, beeinflust vom Bauhaus, das nicht weit von hier in Dessau war.

Das sieht man auch den Möbeln an. Dieser Schreibtisch hier könnte durchaus auch Art Deco sein. Ein echtes Qualitätsmöbel, das seinen Dienst noch Jahrzehnte tun könnte.

Von oben hat man eine schöne, weite Aussicht über die Flusslandschaft der Elbe. Wenige Kilometer weiter westlich beginnt das grösste Biosphärenreservat Deutschlands.

Hier oben war die Geschäftsführung, zu erkennen an der gehobenen Ausstattung, wie etwa der Holzvertäfelung der Wände. Sie ist sehr solide gemacht, wie man an den Bruchstellen erkennen kann. Aber selbst die Mauern wurden nach der Aufgabe durchschlagen.

Hier sind Betriebsrat und Geschäftsführung noch einmal vereint auf einer Tafel - so vereint, wie sie zusammen wahrscheinlich untergegangen sind, als der Betrieb nach der Wiedervereinigung offensichtlich keine Chance mehr hatte.

Zwei Zimmer weiter ist dann der Raum für die Geschäftsführung. Als er noch intakt war, muss er ziemlich ansprechend gewirkt haben. Nicht im mindesten so, wie man sich vielleicht die DDR vorgestellt hat.

Einbauschränke, eine Kommandozentrale, selbst der Teppich ist jetzt noch gut. Man hat hier auf Qualität geachtet, bis dann die Vandalen gekommen sind. In manchen Fächern sind inzwischen Vogelnester.

"Eine Gewerkschaft, die stark macht" - auf dem Gang vor dem Büro des Betriebsleiters sind die Trümmer der Arbeitnehmervertretung zu sehen. Westimporte, in guter Hoffnung hierher gebracht, und wahrscheinlich von den Mitarbeitern auch erst mal begeistert aufgenommen. neue Freiheiten eben.

Für die Finanzen hatte man bereits das neue Wort "Controlling" eingeführt. Es muss zu Beginn also eine Art Hoffnung gegeben haben; einen Versuch, die Firma zu halten und rentabel zu machen.

Typisch DDR sind dagegen die Fundstücke, die auf eine Arbeiterbildung hinweisen, wie dieser Rest eines dicken Blocks, mit dem die Ausleihe von Büchern organisiert wurde.

Offensichtlich hat man sie nicht mehr gebraucht. Was an Akten noch wichtig war, wurde inzwischen weitgehend entfernt. Zurück bleiben nur leere Rollschränke und weisse Resopalmöbel, die Fremdkörper des Westens sind.

In den oberen Stockwerken haben die Plünderer nicht ganz so schlimm gehaust. Manche Zimmer sind kaum angetastet, bis auf die Elektrik, die wohl überall entfernt wurde - Schrotthändler geben dafür gutes Geld.

Auch im Treppenhaus sind die Lampen nur noch Drahtgerüste. Vieles wurd von hier oben einfach nach unten geworfen. Im Erdgeschoss liegt kniehoch der Müll zwischen den Aufgängen.

Dennoch hat man die Hoffnung nicht aufgegeben, Investoren zu finden. Die entsprechenden Lockwörter wurden gross an die Fenster der Treppenaufgänge geschrieben. Man kann es zumindest mal versuchen.

Auf dem Weg nach unten kommt man nochmal am Eingangsbereich vorbei. Für Besucher gab es hier auch ein breites, angenehmes Sofa, auf dem sie eine Weile warten konnten. Inzwischen ist es aufgeschlitzt, als ob jemand darin einen Sparstrumpf vermutet hätte.

Und so sieht es von aussen aus. Es war vielleicht nicht wirklich schön, aber zumindest rationale Industriearchitektur. Arbeit und Brot für viele Menschen, die jetzt wahrscheinlich arbeitslos sind.

Nebenan wird gebaut, aber es sieht nicht so aus, als ob dort viele Arbeiter gebraucht werden. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Zum 1. Teil geht es hier.

Das sieht man auch den Möbeln an. Dieser Schreibtisch hier könnte durchaus auch Art Deco sein. Ein echtes Qualitätsmöbel, das seinen Dienst noch Jahrzehnte tun könnte.

Von oben hat man eine schöne, weite Aussicht über die Flusslandschaft der Elbe. Wenige Kilometer weiter westlich beginnt das grösste Biosphärenreservat Deutschlands.

Hier oben war die Geschäftsführung, zu erkennen an der gehobenen Ausstattung, wie etwa der Holzvertäfelung der Wände. Sie ist sehr solide gemacht, wie man an den Bruchstellen erkennen kann. Aber selbst die Mauern wurden nach der Aufgabe durchschlagen.

Hier sind Betriebsrat und Geschäftsführung noch einmal vereint auf einer Tafel - so vereint, wie sie zusammen wahrscheinlich untergegangen sind, als der Betrieb nach der Wiedervereinigung offensichtlich keine Chance mehr hatte.

Zwei Zimmer weiter ist dann der Raum für die Geschäftsführung. Als er noch intakt war, muss er ziemlich ansprechend gewirkt haben. Nicht im mindesten so, wie man sich vielleicht die DDR vorgestellt hat.

Einbauschränke, eine Kommandozentrale, selbst der Teppich ist jetzt noch gut. Man hat hier auf Qualität geachtet, bis dann die Vandalen gekommen sind. In manchen Fächern sind inzwischen Vogelnester.

"Eine Gewerkschaft, die stark macht" - auf dem Gang vor dem Büro des Betriebsleiters sind die Trümmer der Arbeitnehmervertretung zu sehen. Westimporte, in guter Hoffnung hierher gebracht, und wahrscheinlich von den Mitarbeitern auch erst mal begeistert aufgenommen. neue Freiheiten eben.

Für die Finanzen hatte man bereits das neue Wort "Controlling" eingeführt. Es muss zu Beginn also eine Art Hoffnung gegeben haben; einen Versuch, die Firma zu halten und rentabel zu machen.

Typisch DDR sind dagegen die Fundstücke, die auf eine Arbeiterbildung hinweisen, wie dieser Rest eines dicken Blocks, mit dem die Ausleihe von Büchern organisiert wurde.

Offensichtlich hat man sie nicht mehr gebraucht. Was an Akten noch wichtig war, wurde inzwischen weitgehend entfernt. Zurück bleiben nur leere Rollschränke und weisse Resopalmöbel, die Fremdkörper des Westens sind.

In den oberen Stockwerken haben die Plünderer nicht ganz so schlimm gehaust. Manche Zimmer sind kaum angetastet, bis auf die Elektrik, die wohl überall entfernt wurde - Schrotthändler geben dafür gutes Geld.

Auch im Treppenhaus sind die Lampen nur noch Drahtgerüste. Vieles wurd von hier oben einfach nach unten geworfen. Im Erdgeschoss liegt kniehoch der Müll zwischen den Aufgängen.

Dennoch hat man die Hoffnung nicht aufgegeben, Investoren zu finden. Die entsprechenden Lockwörter wurden gross an die Fenster der Treppenaufgänge geschrieben. Man kann es zumindest mal versuchen.

Auf dem Weg nach unten kommt man nochmal am Eingangsbereich vorbei. Für Besucher gab es hier auch ein breites, angenehmes Sofa, auf dem sie eine Weile warten konnten. Inzwischen ist es aufgeschlitzt, als ob jemand darin einen Sparstrumpf vermutet hätte.

Und so sieht es von aussen aus. Es war vielleicht nicht wirklich schön, aber zumindest rationale Industriearchitektur. Arbeit und Brot für viele Menschen, die jetzt wahrscheinlich arbeitslos sind.

Nebenan wird gebaut, aber es sieht nicht so aus, als ob dort viele Arbeiter gebraucht werden. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Zum 1. Teil geht es hier.
donalphons, 17:02h
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