: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Dienstag, 22. November 2011

Statt Totensonntag

Im Prinzip ist das mit dem Tod einfach zu erklären. Tod ist alles, was nicht Berg ist. Der Berg bleibt. Das Leben vergeht.



Der Berg da vorne ist der Hirschberg. Um den geht es. Um den Berg und den Tod und das Schicksal.



Und um den Weg dahin auf einem Rad, das schon einmal tot war und wieder im Leben ist. es geht also auch um das Wiederkommen und das Ändern des Schicksals.



Und die Leidenschaft der liebentbrannten Herzen dazwischen. Man sollte davon viel haben, denn das Ende ist schnell da, schneller als man glaubt.



Der Weg aber zieht sich hin, es heisst erst, den ersten Buckel zu überwinden. Danach erst kommen die Almen. Manche sind jetzt noch sonnig, aber die hier starrt schon im Frost.



Und andere sind auch schon starr, auch wenn man sie hier noch im Leben zeigt. So, wie sie waren und nicht das, was sie jetzt sind. Man zieht seinen Hut vor ihnen und ihren Freunden, die sie hier noch einmal hoch gebracht haben. Dann geht es weiter. Wege, Kreuze, Eis, Sonne. Erst mit dem Rad.









Und dann der Winterweg. Steil, verblockt und immer im Schatten. Erste Ausblicke aufs Kreuther Tal und zum Tegernsee. Und im Winter lawinengeschützt. Es stehen genug Kreuze hier oben.











Dann das grosse Felsentheater. Der Hirschberg ist oben eine natürliche Zuschauertribüne, mit bester Sicht für Zigtausende. Jetzt, am Abend, bin ich der Letzte hier oben. Es beginnt der letzte Teil des Wettlaufes mit der Sonne, bevor alles in Eis erstarrt.









Dort unten ist die Sonnbergalm, darüber Ross- und Buchstein. Nächstes Jahr packe ich die. Dieses Jahr sind es nur noch 50 Höhenmeter, vorbei an Latschen, Silberdisteln und Ausblicken, immer mehr Panoramen, bis ganz oben.









Da ist man dann. Klein, vergänglich, auf einem Berg, der schon immer da war. Als einziger. Niemand sonst sieht das. Keiner kann einem das noch nehmen, ausser der Tod natürlich, aber der wird einen noch eine Weile nicht behelligen, und das Leben ist gross. Hier zumindest. Ich weiss, dass manche das hier durchschnüffeln - das ist dann eher klein, eine mickrige Existenz, aber mei, jeder wie er mag.









Das da hinten ist die Zugspitze. Und es ist Zeit, nach unten zu kommen. zweieinhalb Stunden sollte es dauern, aber ich bin schnell, sehr schnell, denn da unten ist mein Radl, und so entgehe ich der Bergnacht, die hier oben alles und jeden tötet. Der Tod ist hier immer nah, aber das Leben auch.





Andere holen sich vielleicht Blutvergiftung beim Bleistiftspitzen oder rutschen aus oder haben gar kein Leben. Ich habe den Berg. Das ist schon was.



Nächstes Jahr wieder.

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Frommer Wunsch.

An Tagen wie heute - Immobilienpreise im letzten Jahr wie die Mieten stark gestiegen und Aktien im Sturzflug - kann man den terrestrischen Ferengis der Börsenunkultur nur wünschen, dass sie sich an ihre eigenen Ratschläge gehalten haben. Und all ihre jämmerrlichen Kröten in den Börsen versenkt haben. und zur Miete hausen. Vermutlich kommt dann bald der Jammerbeitrag "Warum die Deutschen raus aus den Immobilien und jetzt rein in die Aktienmärkte sollen, um reich zu werden".

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