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Donnerstag, 28. Oktober 2004
Take five Bloggers
Wie war´s denn, insistiert die Kaltmamsell.
Stressig. Und ganz anders als sonst. Wenn man alleine liest, weiss man immer, was als nächstes passiert. Mit sechs anderen sitzen sechs weitere Risikopotenziale auf der Bühne, es ist eine verdammt grosse Maschine, die man als Moderator steuert, und wäre da nicht schon die Generalprobe bei einer Lesung in Frankfurt gewesen, wäre sicher mehr Adrenalin im Blut aller Beteiligten gewesen. Abber Frankfurt entpuppte sich dann als lockere Geschichte, alles sass nach 2 Stunden Vorbereitung, und in Berlin hatten wir gut 7 Stunden Zeit, um uns einzustimmen, Texte einüben, Atemtipps geben. lang-sam- m e r l e s e n, wird schon gut gehen, sie werden Euch lieben, ein paar kleine Pannen vielleicht, aber sonst...
Sonst rief dann die Technik an. Wirklich 7 Leute auf der Bühne? Äh, das mit dem Beamer würde dann aber nicht gehen, zu wenig Platz. Na denn ohne, Powerpoint ist eh was McKinseys, und das sind wir ja zumindest heute Abend nicht.
Ab einem gewissen Punkt, etwa 2 Stunden davor, schaltet man sowieso auf Autopilot. Zusammengepackt, rein in die Autos, rein nach Mitte und kurz vor dem Alex ab zur Volksbühne. Wir suchen den Eingang, draussen stehen schon ein paar, die leider den falschen Termin im Tip Glauben geschenkt hatten. Rauf in das rote Plüschambiente, und auf dem Podium, über dem Parkett, stehen die Tische und 7 knallorangeStühle. Von da an sind es nur noch - 75 Minuten. Aufbau, Soundcheck Checkbabycheckbaby onetwothree Check, Stühlerutschen, Laptop booten, Elfe und Dekaf kennen lernen und sich einen Moment wünschen, man könnte doch auch einfach im Publikum sitzen, mit Elfe plaudern, aber dann geht der Autopilot wieder los, Ulrike von der Presse schiebt die Radioheads mit den Interviews dazwischen, also rauf in die Gedärme der Volksbühne in eine Garderobe, dann nur noch -20 Minuten, runter, Saal ist schon halb voll. Letzte Gespräche, Oli, der beste aller Verleger macht ein paar Andeutungen, 10 Minuten, es ist ziemlich voll und rauf auf die Bühne mit uns.

Letzte Worte bei -5 Minuten, hinten sind schon keine Pätze mehr, ein paar Stühle werden gebracht, -3, -2, -1, und dann sagt Oli, ich hätte ihm als Sachbuchverleger schon zum zweiten Mal Literatur untergejubelt und insgeheim denke ich böse, ach Oli, wenn Du wüsstest, was ich plane, und dann bin ich auch schon dran, und mache bei der Vorstellung gleich den ersten Schnitzer. Wie heisst Franks Blog nochmal? Ach so, Argh, bei + 7 Minuten. Egal, wir sind on Air, und das Publikum verschwindet in der Dunkelheit.
Wie es zum Buch kam, was unsere Vorstellung war, erzähle ich, wie es wurde, ist dann Kais Teil. Im Hinterkopf immer die Frage: Wer da unten versteht, was wir da eigentlich reden? Wissen die, was Blogs sind? Und langweilen sich die Blogger, weil wir erzählen, was sie schon seit dem Zeitpunkt wissen, als sie Blogs in einem kleinen finnischen Club erlebt haben? Aber dann ist es auch schon +20 Minuten, und wir kommen zu den Texten. take one, take two, take three, take four, take five, wir moderieren sie wie Musikstücke im Radio, kleine Anekdoten, was wir an ihnen mögen, unten im Parkett wird gegluckst und gegrinst, soweit man das durch den Lichtschleier erkennen kann. Kurzzeitig meldet der Autopilot: Rappelvolles Haus, alles ok, das ist ein feiner Abend, die verdammt grosse Maschine läuft, sie ist gut in der Zeit, und wir im Cockpit haben alles unter Kontrolle. Dann bei +45 Minuten die zweite Runde von Texten. Jeweils mit Fragen gespickt, und man merkt bei ihrem Atmen, dass sie längst nicht mehr aufgeregt sind. Eine folgenschwere Frage zur Popliteratur, Marco als Rausschmeisser, fertig, die Publikumsrunde bei + 75 Minuten, erst traut sich keiner, aber dann geht´s los, freundlich, weniger freundlich, dann ein blöder Zwischenruf, den Typen stellen und es ihm ganz klar sagen, pass auf Don sagt die Stimme im Kopf, das hier ist Real Life, das ist kein Flamewar (fuckwarumeigentlichnicht, wo ist die Bordkanone ;-)?), hinten stehen die ersten auf und es gibt eine gewisse Unruhe - was? Noch eine Frage? Pech gehabt, das hätte Dir gleich am Anfang einfallen sollen, alles weitere hinten an der Bar, danke für die Aufmerksamkeit, bei +95 Minuten. Aufstehen, umarmen, glücklich sein. Blogs gelesen.
Klar, was sonst. Und genau zu wissen bei + 103 Minuten, wenn auch das letzte Interview gelaufen ist, dass es erst der Anfang war. Und dass alle 7 lieber heute als morgen wieder fliegen möchten. Weil es etwas ist, was man nicht erklären kann, sondern erlebt haben muss. Irre.
Stressig. Und ganz anders als sonst. Wenn man alleine liest, weiss man immer, was als nächstes passiert. Mit sechs anderen sitzen sechs weitere Risikopotenziale auf der Bühne, es ist eine verdammt grosse Maschine, die man als Moderator steuert, und wäre da nicht schon die Generalprobe bei einer Lesung in Frankfurt gewesen, wäre sicher mehr Adrenalin im Blut aller Beteiligten gewesen. Abber Frankfurt entpuppte sich dann als lockere Geschichte, alles sass nach 2 Stunden Vorbereitung, und in Berlin hatten wir gut 7 Stunden Zeit, um uns einzustimmen, Texte einüben, Atemtipps geben. lang-sam- m e r l e s e n, wird schon gut gehen, sie werden Euch lieben, ein paar kleine Pannen vielleicht, aber sonst...
Sonst rief dann die Technik an. Wirklich 7 Leute auf der Bühne? Äh, das mit dem Beamer würde dann aber nicht gehen, zu wenig Platz. Na denn ohne, Powerpoint ist eh was McKinseys, und das sind wir ja zumindest heute Abend nicht.
Ab einem gewissen Punkt, etwa 2 Stunden davor, schaltet man sowieso auf Autopilot. Zusammengepackt, rein in die Autos, rein nach Mitte und kurz vor dem Alex ab zur Volksbühne. Wir suchen den Eingang, draussen stehen schon ein paar, die leider den falschen Termin im Tip Glauben geschenkt hatten. Rauf in das rote Plüschambiente, und auf dem Podium, über dem Parkett, stehen die Tische und 7 knallorangeStühle. Von da an sind es nur noch - 75 Minuten. Aufbau, Soundcheck Checkbabycheckbaby onetwothree Check, Stühlerutschen, Laptop booten, Elfe und Dekaf kennen lernen und sich einen Moment wünschen, man könnte doch auch einfach im Publikum sitzen, mit Elfe plaudern, aber dann geht der Autopilot wieder los, Ulrike von der Presse schiebt die Radioheads mit den Interviews dazwischen, also rauf in die Gedärme der Volksbühne in eine Garderobe, dann nur noch -20 Minuten, runter, Saal ist schon halb voll. Letzte Gespräche, Oli, der beste aller Verleger macht ein paar Andeutungen, 10 Minuten, es ist ziemlich voll und rauf auf die Bühne mit uns.

Letzte Worte bei -5 Minuten, hinten sind schon keine Pätze mehr, ein paar Stühle werden gebracht, -3, -2, -1, und dann sagt Oli, ich hätte ihm als Sachbuchverleger schon zum zweiten Mal Literatur untergejubelt und insgeheim denke ich böse, ach Oli, wenn Du wüsstest, was ich plane, und dann bin ich auch schon dran, und mache bei der Vorstellung gleich den ersten Schnitzer. Wie heisst Franks Blog nochmal? Ach so, Argh, bei + 7 Minuten. Egal, wir sind on Air, und das Publikum verschwindet in der Dunkelheit.
Wie es zum Buch kam, was unsere Vorstellung war, erzähle ich, wie es wurde, ist dann Kais Teil. Im Hinterkopf immer die Frage: Wer da unten versteht, was wir da eigentlich reden? Wissen die, was Blogs sind? Und langweilen sich die Blogger, weil wir erzählen, was sie schon seit dem Zeitpunkt wissen, als sie Blogs in einem kleinen finnischen Club erlebt haben? Aber dann ist es auch schon +20 Minuten, und wir kommen zu den Texten. take one, take two, take three, take four, take five, wir moderieren sie wie Musikstücke im Radio, kleine Anekdoten, was wir an ihnen mögen, unten im Parkett wird gegluckst und gegrinst, soweit man das durch den Lichtschleier erkennen kann. Kurzzeitig meldet der Autopilot: Rappelvolles Haus, alles ok, das ist ein feiner Abend, die verdammt grosse Maschine läuft, sie ist gut in der Zeit, und wir im Cockpit haben alles unter Kontrolle. Dann bei +45 Minuten die zweite Runde von Texten. Jeweils mit Fragen gespickt, und man merkt bei ihrem Atmen, dass sie längst nicht mehr aufgeregt sind. Eine folgenschwere Frage zur Popliteratur, Marco als Rausschmeisser, fertig, die Publikumsrunde bei + 75 Minuten, erst traut sich keiner, aber dann geht´s los, freundlich, weniger freundlich, dann ein blöder Zwischenruf, den Typen stellen und es ihm ganz klar sagen, pass auf Don sagt die Stimme im Kopf, das hier ist Real Life, das ist kein Flamewar (fuckwarumeigentlichnicht, wo ist die Bordkanone ;-)?), hinten stehen die ersten auf und es gibt eine gewisse Unruhe - was? Noch eine Frage? Pech gehabt, das hätte Dir gleich am Anfang einfallen sollen, alles weitere hinten an der Bar, danke für die Aufmerksamkeit, bei +95 Minuten. Aufstehen, umarmen, glücklich sein. Blogs gelesen.
Klar, was sonst. Und genau zu wissen bei + 103 Minuten, wenn auch das letzte Interview gelaufen ist, dass es erst der Anfang war. Und dass alle 7 lieber heute als morgen wieder fliegen möchten. Weil es etwas ist, was man nicht erklären kann, sondern erlebt haben muss. Irre.
donalphons, 20:59h
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Aus gegebenem Anlass
möchte ich dennoch nicht, dass sich eine bestimmte Person von diesem Aufruf angesprochen fühlt.

Ich weiss nicht, ob diese Tätigkeit strafrechtlich relevant wäre; vielleicht Tierquälerei, mag sein, wie gesagt, ich sage nur, dass es solche Aufrufe und Tätigkeiten wohl auch gibt, nur gibt es keinerlei persönlichen Bezug.
Aber was ich ganz sicher weiss ist, dass ich dem nächsten, der meint, mir in meiner Herausgebertätigkeit wegen solcher nicht vorhandenen Bezüge zu sich selbst irgendwas von wegen Gesetzen und Staatsanwalt zu brabbeln, einen Brief per Einschreiben schicke, in dem was von "unsere Prüfung hat leider ergeben ... hiermit erlauben wir uns, von Ihnen die Summe von..." zu lesen sein könnte. Die Adresse hab ich ja.

Ich weiss nicht, ob diese Tätigkeit strafrechtlich relevant wäre; vielleicht Tierquälerei, mag sein, wie gesagt, ich sage nur, dass es solche Aufrufe und Tätigkeiten wohl auch gibt, nur gibt es keinerlei persönlichen Bezug.
Aber was ich ganz sicher weiss ist, dass ich dem nächsten, der meint, mir in meiner Herausgebertätigkeit wegen solcher nicht vorhandenen Bezüge zu sich selbst irgendwas von wegen Gesetzen und Staatsanwalt zu brabbeln, einen Brief per Einschreiben schicke, in dem was von "unsere Prüfung hat leider ergeben ... hiermit erlauben wir uns, von Ihnen die Summe von..." zu lesen sein könnte. Die Adresse hab ich ja.
donalphons, 13:14h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 27. Oktober 2004
Real Life 27.10.04 - Heroes just for one day
Dass da ein AOL-Internet-Terminal in der Ecke steht, realisiere ich erst, als der Typ an der Fenstertheke aufsteht, und seinen lahmen, vom vielen Rumsitzen unförmigen Körper hinschleppt. Es ist ein Coffee-Shop. Klar, da geht das irgendwie noch eher als in einem Old-Europe-Cafe, aber hier ist der Savignyplatz, der Altersschnitt im Laden ist so, dass ich mich noch jung fühlen kann, und dieses Glotzen auf den Bildschirm in der Öffentlichkeit hat was verzweifelt. Er surft kurz AOL an, dann, ein Runterscrollen lang den Spiegel, seine Web.de-Email, und dann setzt er sich wieder auf seinen Barhocker und schaut raus auf die Strasse, wo niemand kommt, zumindest niemand, der oder die ihn abholt, mit ihm spricht oder irgendwas mit ihm unternimmt.

Wir sitzen ganz hinten, wo es ruhig ist, und reden über das, was viele nicht haben: Zukunft und Chancen, es nochmal und andere Dinge auch noch zu tun, es auszubauen, es zum Anfang von etwas Grösserem werden zu lassen. Wenn ich irgendwas inm letzten Jahr gelernt habe, ist es, keine Chance auszulassen. Was sie gelernt hat, ist zu wissen, dass es irgendwann einfach passieren wird. Die Zeiten sind schlecht, aber für uns immer noch weitaus besser als für die meisten anderen, und irgendwann wird etwas Neues in den Trümmern der Populärkultur wachsen; Pionierpflanzen, hart und gierig, überlebensfähig in jedem Umfeld, Buch, Medien, Gestaltung, Marketing, Internet, und eben nicht nur für den einen grossen Tag, sondern länger, vielleicht nicht mehr so schnell, aber dafür dauerhaft.
Wir gehen, ich zahle bei der als Bedienung verkleideten Germanistikstudentin mit der rasend intelligenten Brille und dem himmelblauen T-Shirt. Nächste Woche ist sie vielleicht irgendwo Hostesse, in drei Monaten hat sie vielleicht Abgabe für die Magisterarbeit, aber das würde sie dann schieben, um hier, in diesem halbleeren Coffee Shop noch was dazu zu verdienen. Im Winter ist der Frust allgegenwärtig, und will mit Fluppen, Schokolade und ein klein wenig Luxus, oder was eben für so eine Studentin Luxus ist, bekämpft werden.
Wir treten durch dien Tür nach draussen in die verseuchte Berliner Luft, und machen uns auf den Weg zurück zum Auto, mit dem ich sie zum Zug bringe. Im Coffee Shop schleppt sich der Typ am Fenster schon wieder an die Surf Station.

Wir sitzen ganz hinten, wo es ruhig ist, und reden über das, was viele nicht haben: Zukunft und Chancen, es nochmal und andere Dinge auch noch zu tun, es auszubauen, es zum Anfang von etwas Grösserem werden zu lassen. Wenn ich irgendwas inm letzten Jahr gelernt habe, ist es, keine Chance auszulassen. Was sie gelernt hat, ist zu wissen, dass es irgendwann einfach passieren wird. Die Zeiten sind schlecht, aber für uns immer noch weitaus besser als für die meisten anderen, und irgendwann wird etwas Neues in den Trümmern der Populärkultur wachsen; Pionierpflanzen, hart und gierig, überlebensfähig in jedem Umfeld, Buch, Medien, Gestaltung, Marketing, Internet, und eben nicht nur für den einen grossen Tag, sondern länger, vielleicht nicht mehr so schnell, aber dafür dauerhaft.
Wir gehen, ich zahle bei der als Bedienung verkleideten Germanistikstudentin mit der rasend intelligenten Brille und dem himmelblauen T-Shirt. Nächste Woche ist sie vielleicht irgendwo Hostesse, in drei Monaten hat sie vielleicht Abgabe für die Magisterarbeit, aber das würde sie dann schieben, um hier, in diesem halbleeren Coffee Shop noch was dazu zu verdienen. Im Winter ist der Frust allgegenwärtig, und will mit Fluppen, Schokolade und ein klein wenig Luxus, oder was eben für so eine Studentin Luxus ist, bekämpft werden.
Wir treten durch dien Tür nach draussen in die verseuchte Berliner Luft, und machen uns auf den Weg zurück zum Auto, mit dem ich sie zum Zug bringe. Im Coffee Shop schleppt sich der Typ am Fenster schon wieder an die Surf Station.
donalphons, 23:38h
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Danach,
wenn es vorbei ist, bleibt nicht mehr als eine vage Hoffnung.

Es gibt genug Publikum, um die Räume zu füllen, es gibt Medien, die es bekannt machen, es gibt genug gute Texte und Autoren und auch viele, die sagen oder auch nur insgeheim denken, man sollte doch mal eine Lesung machen.
Es geht. Man muss nur irgendwann selbst damit anfangen, man muss laut sagen, das machen wir jetzt, und sich nicht um das Gequäke der Sowiesodaheimbleiber und Ungefickragten kümmern. Dann komme ich gerne als Zuschauer.

Es gibt genug Publikum, um die Räume zu füllen, es gibt Medien, die es bekannt machen, es gibt genug gute Texte und Autoren und auch viele, die sagen oder auch nur insgeheim denken, man sollte doch mal eine Lesung machen.
Es geht. Man muss nur irgendwann selbst damit anfangen, man muss laut sagen, das machen wir jetzt, und sich nicht um das Gequäke der Sowiesodaheimbleiber und Ungef
donalphons, 04:25h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 26. Oktober 2004
Weisheiten
Ist doch sowieso nur Internet.
Man kann Blogs nicht einfach so abdrucken.
Und schon gar nicht zwischen zwei Pappendeckel tun.
Warum soll man ein Buch kaufen, wenn die Texte auch im Netz stehen?
Eine Plemplem-Aktion von Möchtegern-A-List-Bloggern.
Die haben doch sicher was dafür zahlen müssen, um da rein zu kommen.
Also wenn die mich gefragt hätten, dann hätte ich ihnen aber sowas von abgesagt, echt jetzt.
Lesen aus Blogs finde ich voll Scheisse, besonders wenn die dann noch auf der Bühne sitzen und Geld dafür nehmen.
Aus Blogs kann man nicht vorlesen, schon gar nicht heute im Roten Salon um 20 Uhr.

Wehret den Anfängen! Deshalb: Grosses Buchkritikertreffen heute um 20 Uhr in Potsdam beim "Starstecher", am Stammtisch incl. Verbrennung von Voodoo-Puppen, Verfluchungen und dem Vortrag "Warum das alles überhaupt nicht sein darf. Einsichten eines bellenden Hundes angesichts weiterziehender Karawanen." Pappnasenträger zahlen halben Eintritt. Anschliessend Protestzug nach Berlin, Randale, Aufstand der wahrhaftig Tugendsamen, Stürmung der Lesung nicht ausgeschlossen.
Man kann Blogs nicht einfach so abdrucken.
Und schon gar nicht zwischen zwei Pappendeckel tun.
Warum soll man ein Buch kaufen, wenn die Texte auch im Netz stehen?
Eine Plemplem-Aktion von Möchtegern-A-List-Bloggern.
Die haben doch sicher was dafür zahlen müssen, um da rein zu kommen.
Also wenn die mich gefragt hätten, dann hätte ich ihnen aber sowas von abgesagt, echt jetzt.
Lesen aus Blogs finde ich voll Scheisse, besonders wenn die dann noch auf der Bühne sitzen und Geld dafür nehmen.
Aus Blogs kann man nicht vorlesen, schon gar nicht heute im Roten Salon um 20 Uhr.

Wehret den Anfängen! Deshalb: Grosses Buchkritikertreffen heute um 20 Uhr in Potsdam beim "Starstecher", am Stammtisch incl. Verbrennung von Voodoo-Puppen, Verfluchungen und dem Vortrag "Warum das alles überhaupt nicht sein darf. Einsichten eines bellenden Hundes angesichts weiterziehender Karawanen." Pappnasenträger zahlen halben Eintritt. Anschliessend Protestzug nach Berlin, Randale, Aufstand der wahrhaftig Tugendsamen, Stürmung der Lesung nicht ausgeschlossen.
donalphons, 03:17h
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Real Life 25.10.04 - Spurlos
Meine Lieblings-Elitesse, die nie begriffen hat, wer dieser glatte Typ aus München und später Berlin in Wirklichkeit ist, mit dem sie immer mal wieder ein paar nette Belanglosigkeiten über die sinnentleerte Business Welt ausgetauscht hat, die sie anstrebt - meine Lieblings-Elitesse also hat doch noch den Rappel bekommen, und schmeisst hin. Verlässt die Stadt und die kleine Elite-Uni, und geht in die grosse Stadt im Süden. Obwohl dort die Qualifikation, die Skills des Personals und die Career Opportunities nicht im Mindesten so gut sind, wie in der tiefsten Provinz, wo sie in einem engen, auf den success ausgerichteten Microcosmos leben, fernab von der kaputten Realität, in der Abschlüsse wenig und banale Dreistigkeiten viel gelten.
Sie wird die Ursachen ihrer Entscheidung nie klar aussprechen, denn dafür fehlen in ihrer Welt die Begriffe, die dieses aus Sicht des Systems "Scheitern" einerseits menschlich und andererseits nach Erfolg aussehen lassen könnten. Wahrscheinlich hat einfach die Chemie nicht gepasst, das Fehlen der Anonymität, der Anpassungsdruck und die Wagenburgmentalität, mit der man sich dort gegen die Umwelt abschottet. Von einem Moment zum nächsten ist sie keine Elitesse mehr, sondern nur noch eine Studentin unter vielen, mit etlichen neuen Nebenfächern und einem neuen Umfeld, das die Dummheiten des Faches sicher nicht mehr so geschliffen und gut begründet als die einzige Wahrheit präsentieren kann.
Angedeutet hat sich das schon lange. Eigentlich vom ersten Tag an. Da war die Zurückhaltung, die Unentschlossenheit, die Suche nach Alternativen. Eigentlich hätte sie viel machen können, aber dann hat sie sich eben mal hier beworben, und wollte dann, als sie genommen wurde, auch nicht mehr absagen. Also hat sie sich treiben lassen, einerseits den studienbegleitenden Unsinn auf den Parties nachgeplappert und auch nicht protestiert, wenn ich vom Schlachtfeld der Munich Area erzählte, als ich mal wieder um 3 Uhr Nachts nach Hause kam und sie gerade noch eine Schachtel Fluppen aus dem Automat geschmissen hatte. Es war ein Limbus für sie, kein Ja und Nein, und erst jetzt zieht sie die Konsequenzen, und weg aus dem System.
Immerhin, sie hat eine Nachmieterin gefunden, die ganz begierig auf ihre Wohnung ist. Das Spiel endet nicht, es geht in eine neue Runde.
Sie wird die Ursachen ihrer Entscheidung nie klar aussprechen, denn dafür fehlen in ihrer Welt die Begriffe, die dieses aus Sicht des Systems "Scheitern" einerseits menschlich und andererseits nach Erfolg aussehen lassen könnten. Wahrscheinlich hat einfach die Chemie nicht gepasst, das Fehlen der Anonymität, der Anpassungsdruck und die Wagenburgmentalität, mit der man sich dort gegen die Umwelt abschottet. Von einem Moment zum nächsten ist sie keine Elitesse mehr, sondern nur noch eine Studentin unter vielen, mit etlichen neuen Nebenfächern und einem neuen Umfeld, das die Dummheiten des Faches sicher nicht mehr so geschliffen und gut begründet als die einzige Wahrheit präsentieren kann.
Angedeutet hat sich das schon lange. Eigentlich vom ersten Tag an. Da war die Zurückhaltung, die Unentschlossenheit, die Suche nach Alternativen. Eigentlich hätte sie viel machen können, aber dann hat sie sich eben mal hier beworben, und wollte dann, als sie genommen wurde, auch nicht mehr absagen. Also hat sie sich treiben lassen, einerseits den studienbegleitenden Unsinn auf den Parties nachgeplappert und auch nicht protestiert, wenn ich vom Schlachtfeld der Munich Area erzählte, als ich mal wieder um 3 Uhr Nachts nach Hause kam und sie gerade noch eine Schachtel Fluppen aus dem Automat geschmissen hatte. Es war ein Limbus für sie, kein Ja und Nein, und erst jetzt zieht sie die Konsequenzen, und weg aus dem System.
Immerhin, sie hat eine Nachmieterin gefunden, die ganz begierig auf ihre Wohnung ist. Das Spiel endet nicht, es geht in eine neue Runde.
donalphons, 02:36h
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Motto der Woche
Schlafe niemals mit jemand, der noch verrückter ist als Du selbst.
Danke, N..
Danke, N..
donalphons, 02:01h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 25. Oktober 2004
Die Rückkehr des Mülleimers
vor dem Hintergrund von Hartz IV: Wie das Gerüchteportel Spiegel verbreitet, ist es bald so weit, dann geht es 24 Stunden am Tag wieder ab auf den Müll.

Wenn ich Chef einer Internetklitsche, wie, sagen wir mal Intershop oder Caatoosee wäre, oder einfach nur gerne das glauben würde, was in den Pressemitteilungen steht, dann würde es mir jetzt mit gutem Grund so richtig dreckig gehen.
Mal schaun, ob Lanu das Ding zum laufen bekommt, bevor ich daraus morgen Abend einen Prinzessinnen- oder Würgeengel-Boo vorlese. Irgendwelche Vorschläge der DCT-Oldies?

Wenn ich Chef einer Internetklitsche, wie, sagen wir mal Intershop oder Caatoosee wäre, oder einfach nur gerne das glauben würde, was in den Pressemitteilungen steht, dann würde es mir jetzt mit gutem Grund so richtig dreckig gehen.
Mal schaun, ob Lanu das Ding zum laufen bekommt, bevor ich daraus morgen Abend einen Prinzessinnen- oder Würgeengel-Boo vorlese. Irgendwelche Vorschläge der DCT-Oldies?
donalphons, 23:16h
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Back to the Steinzeit
Der Internetanschluss im Roten Salon. Denhamwanich. Sicher nicht? Ganzsichanich. Dann doch vielleicht über GPRS?
donalphons, 14:32h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 24. Oktober 2004
Lass uns Freunde bleiben, verdammt.
Ich werde doch noch einen Boo von ihm vorlesen, am Dienstag. Oder einen bissigen Kommentar. Oder so.
donalphons, 22:31h
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Das Bild zum Text,
zu diesem Text, zu dem ich nichts weiter sagen will als "Lesen", falls jemand noch glaubt, in Berlin flöge die Kuh mit dem Bären im 3/4-Takt, der Himmel darüber hänge voller Stehgeiger und überhaupt ist es der spannendste Ort für junge szenige Kultur seit dem Tag, als Sodom und Gomorrha Ärger mit der höchsten Instanz bekamen.

Man muss sich das mal vor Augen halten: Die Stadt ist so fertig, dass sie mich hier allen Ernstes schon mal als "Berliner Autor" bezeichnet haben - haben die keine eigenen? Wohl eher nicht, sonst gäbe es nicht so viele Lesebühnen. Ansonsten konnte man bei der Lesung erfahren, dass eine Kleinkunstbühne namens BKA mutmasslich den plötzlichen Förderungsstopptod gestorben ist, dass dort immer noch Konzerte laufen, weil man die Einladungen schon gedruckt hat. Man erfährt, dass einer da vorne schon 1968 Audio-Kasetten gekauft hat, und man fühlt sich schlagartig sehr jung.
Und man erfährt, dass die ganze, leicht angegraute Lesebühnen-Blase - darf man angesichts der dargebrachten Thematik wirklich so sagen - nachher noch in ein ökomüsliges, unschickes, borzenähnliches Protestverweiger-Lokal namens "Schusterjunge" geht. Ein Lokal also, das nach einem Berliner Brötchen benannt ist, das in etwa die Konsistenz und den Nährwert einer Autobahnbetonplatte Modell Honecker hat. Einer der Vorlesenden, der angekündigt war, kam allerdings erst gar nicht zur Lesung.
Mehrfach mit grösstem Erfolg eingesetzter Runnig Gag des Abends:
Vorleser: Äh -
Publikum: hihi
Vorleser: hihi
Publikum: hihaHAHAHA!
(offensichtlich nicht mehr) Vorleser: Ich hab die Stelle verloren
Publikum: *BRÜLL*
Vorleser: HAHAHAHAhihihihialso ich ging dann zu ihr und sagte sowas wie...

Man muss sich das mal vor Augen halten: Die Stadt ist so fertig, dass sie mich hier allen Ernstes schon mal als "Berliner Autor" bezeichnet haben - haben die keine eigenen? Wohl eher nicht, sonst gäbe es nicht so viele Lesebühnen. Ansonsten konnte man bei der Lesung erfahren, dass eine Kleinkunstbühne namens BKA mutmasslich den plötzlichen Förderungsstopptod gestorben ist, dass dort immer noch Konzerte laufen, weil man die Einladungen schon gedruckt hat. Man erfährt, dass einer da vorne schon 1968 Audio-Kasetten gekauft hat, und man fühlt sich schlagartig sehr jung.
Und man erfährt, dass die ganze, leicht angegraute Lesebühnen-Blase - darf man angesichts der dargebrachten Thematik wirklich so sagen - nachher noch in ein ökomüsliges, unschickes, borzenähnliches Protestverweiger-Lokal namens "Schusterjunge" geht. Ein Lokal also, das nach einem Berliner Brötchen benannt ist, das in etwa die Konsistenz und den Nährwert einer Autobahnbetonplatte Modell Honecker hat. Einer der Vorlesenden, der angekündigt war, kam allerdings erst gar nicht zur Lesung.
Mehrfach mit grösstem Erfolg eingesetzter Runnig Gag des Abends:
Vorleser: Äh -
Publikum: hihi
Vorleser: hihi
Publikum: hihaHAHAHA!
(offensichtlich nicht mehr) Vorleser: Ich hab die Stelle verloren
Publikum: *BRÜLL*
Vorleser: HAHAHAHAhihihihialso ich ging dann zu ihr und sagte sowas wie...
donalphons, 22:28h
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Neues aus der Gerüchteküche
aus dem heise-Forum, von hier:
Hal Faber ist vermutlich mit Don Alphonso (https://rebellmarkt.blogger.de/) identisch.
Und Lanu bin ich auch. Ist doch klar.
Hal Faber ist vermutlich mit Don Alphonso (https://rebellmarkt.blogger.de/) identisch.
Und Lanu bin ich auch. Ist doch klar.
donalphons, 18:56h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 23. Oktober 2004
Die ersten Gäste sind angekommen.
Etwas Vorlauf zum Entspannen kann ja nicht schaden.

Ausserdem werden heute Abend die Locals begutachtet. Hier, beim Kantinenlesen. Dort, wo der Prenzelberg prenzlig nach Teen Spirit smellt. Es geht doch nichts über applied Klischees.

Ausserdem werden heute Abend die Locals begutachtet. Hier, beim Kantinenlesen. Dort, wo der Prenzelberg prenzlig nach Teen Spirit smellt. Es geht doch nichts über applied Klischees.
donalphons, 21:07h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 22. Oktober 2004
Fehlstelle
an einem prominenten Ort: Der momentan so beliebte graue Muschelkalk.Verkleidung hat nicht gehalten, an der D****ner Bank in der Friedrichstrasse. Die Lücke ist da schon länger, und offenbart die Qualität des Aufbaus; schnell was reingeschmiert und dann eine glatte Fassade angepappt. Wie aus dem Lehrbuxh der Uhu-Economy, wir basteln uns ein Bankgebäude, das lustige Spiel mit einem steuersparenden Immobilienfond, 250 Schwarzarbeitern aus Rumänien und 1-A Bindemittel für Saucen, wird schon irgendwie halten. In der Upgrade-Version Deutsche Bank bekommt man zumindest besseren Klebstoff.

Vielleicht könnte man zumindest irgendwann mal das Facility Management anrufen, die zumindest schon mal die Trümmer beseitigt haben sollten. Muss ja nicht jeder sehen, wie schlecht es im Haus aussieht.

Vielleicht könnte man zumindest irgendwann mal das Facility Management anrufen, die zumindest schon mal die Trümmer beseitigt haben sollten. Muss ja nicht jeder sehen, wie schlecht es im Haus aussieht.
donalphons, 23:37h
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Ein voller Erfolg
5.000 weniger Schnorrer. 1.500 Quadratmeter weniger, bei gleichem grüngefüllten Leerstandsbereichen und Erholungszonen. Karten weiterhin über Chip und Co. Firmen aus der Region, die mal Munich Area hiess und angeblich führend war. Ein plus minus Null Geschäft. In Würde sterben ist in der IT-Branche nicht üblich. Dann doch lieber den Heise-Teppich mit Eiter besudeln.
donalphons, 17:11h
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Auf ihrer roten Jacke
steht im typischer 70ies-Glitzerschrift "Moonraker". Darunter wölbt sich, passend zur Aufschrift, kugelrund und quellend, der vollschwangere Bauch hervor. Sie und ihr Partner stehen vor einem Plakat für eine Hochzeitsmesse, auf dem ein Paar optimistisch schräg nach oben schaut, wo wahrscheinlich die goldene Zukunft mit Eigenheim, Doppelgarage und Altersvorsorge auf sie wartet. So ähnlich, nur in Schwarzweiss, sahen schon in den 50ern die Plakate aus, und auch schon in den 30ern hatte man dieses Kraft durch Freude Gschau. Geschichte endet bekanntlich nie.
donalphons, 16:35h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 21. Oktober 2004
Lass uns Freunde bleiben
Es ist Oktober in Berlin, vom Himmel fallen kalte Tropfen und in den Hinterhofwohnungen von Mitte unternehmen Zweitemestlerinnen den ersten, tapsigen Selbstmordversuch. Du triffst dich mit alten Freunden, ihr habt ein gutes Thema und viele gute, alte Geschichten, und keiner von euch hat Lust auf irgendwas Szeniges oder gewollt Kultiges. Deshalb schlägst du ihnen das Lasst uns Freunde bleiben vor, das zwar in direkter Nähe zur Kastanienallee liegt, aber von deren berufsjugendlichen Welt Lichtjahre entfernt ist.
Du kommst etwas zu früh, gehst durch den Raum mit der Theke hoch ins zweite Zimmer, und nimmst einen richtigen Tisch. Es gibt zwar auch Sessel mit Couchtischen, aber heute steht eine Verschwörungen auf der Tagesordnung, du willst Köpfe zusammenstecken und Pläne schmieden. Das Ambiente mit einer unverputzten Wand und den gelblichen Farben passt zu den Plänen. Es ist nicht viel los, manche Leute lesen Zeitungen oder reden leise über die Krise in ihrem Leben. Du gehst an die Bar, und bist von den Preisen doch etwas überrascht, die heisse Zitrone kostet 1,30 Euro, mit Zucker oder Honig, und es ist wirklich Zitrone und nicht Zitronensaftkonzentrat. In einer kleinen Theke steht ungeschickt geformter, aber wie bei Muttern schmeckender Kuchen, die Baguettes sind bodenständig wie ein Pausenbrot. Es ist zwar Selbstbedienung angesagt, aber das dünne Mächen meint, dass sie dir alles an den Tisch bringt.

Während deine Freunde anrufen und sagen, dass sie etwas zu spät kommen, schaust du in die Gesichter der Anwesenden. Sie sehen alle nicht so aus, als ob es ihnen zu gut gehen würde, aber hier haben sie einen Moment der Ruhe in ihrem Daseinskampf, manchmal bekommen Lippen wieder Farbe, da hinten lacht jemand, und das Mädchen am Nachbartisch beginnt nach einer halben Stunde, doch erkennbar mit ihrem Gegenüber zu flirten; sie beugt sich über den Tisch, lässt Haarstähnen nach vorne fallen, und streicht sich über die Lippen. Vielleicht wird ihr Leben in diesem Augenblick wieder schön.
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Du kommst etwas zu früh, gehst durch den Raum mit der Theke hoch ins zweite Zimmer, und nimmst einen richtigen Tisch. Es gibt zwar auch Sessel mit Couchtischen, aber heute steht eine Verschwörungen auf der Tagesordnung, du willst Köpfe zusammenstecken und Pläne schmieden. Das Ambiente mit einer unverputzten Wand und den gelblichen Farben passt zu den Plänen. Es ist nicht viel los, manche Leute lesen Zeitungen oder reden leise über die Krise in ihrem Leben. Du gehst an die Bar, und bist von den Preisen doch etwas überrascht, die heisse Zitrone kostet 1,30 Euro, mit Zucker oder Honig, und es ist wirklich Zitrone und nicht Zitronensaftkonzentrat. In einer kleinen Theke steht ungeschickt geformter, aber wie bei Muttern schmeckender Kuchen, die Baguettes sind bodenständig wie ein Pausenbrot. Es ist zwar Selbstbedienung angesagt, aber das dünne Mächen meint, dass sie dir alles an den Tisch bringt.

Während deine Freunde anrufen und sagen, dass sie etwas zu spät kommen, schaust du in die Gesichter der Anwesenden. Sie sehen alle nicht so aus, als ob es ihnen zu gut gehen würde, aber hier haben sie einen Moment der Ruhe in ihrem Daseinskampf, manchmal bekommen Lippen wieder Farbe, da hinten lacht jemand, und das Mädchen am Nachbartisch beginnt nach einer halben Stunde, doch erkennbar mit ihrem Gegenüber zu flirten; sie beugt sich über den Tisch, lässt Haarstähnen nach vorne fallen, und streicht sich über die Lippen. Vielleicht wird ihr Leben in diesem Augenblick wieder schön.
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donalphons, 17:43h
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