: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Samstag, 20. Oktober 2007

Viral worst practice

Es gibt die Geschichte des kleinen Sportwagenherstellers, der seinen ersten Prototypen an einem Luxushotel abstellte und damit die ersten Kunden fand. Seitdem probieren es Autohersteller immer wieder mit dem Rumstehenlassen ihrer Erzeugnisse, in der Hoffnung, sie würden auffallen, begeistern und damit zum Kauf anregen. macht jeder und ist damit eigentlich schon wieder sinnlos. Nur zeigt Audi jetzt, wie man es besser überhaupt nicht machen sollte:

Den neuen A5 nämlich mitsamt einemAufdruck "Eine neue Form des Fahrens" hinter der Münchner Fussgängerzone abstellen. Einerseits dteht da sowieso noch erheblich Auffälligeres rum, andererseits ist die Polizei dort viel unterwegs - die Löwengrube ist gleich um die Ecke. Das wiederum kann üble Folgen haben, wenn man die Promokarre ausgerechnet vor einer Einfahrt stehen lässt:



Denn so erlebt dieser A5 tatsächlich eine "neue Form des Fahrens". Ich war dabei, und kann sagen: Da war viel Grinsen bei den Umstehenden, und überhaupt kein Mitleid. Man findet in dieser Ecke der Stadt wenig Verständnis für grosskotzige Falschparker, die meinen, es sich leisten zu können. Aber dafür auch noch ein Blogger mit Kamera, der das Debakel natürlich gleich ablichtet.

Es geht also noch mieser als das Mercedes-Blog, selbst, wenn man das nicht für möglich halten sollte.

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Empfehlung heute - Über die Tücken

des versuchten Nichtverkaufs von unter das Jugendschutzgesetz fallenden Materials berichtet Matt Wagner - legt Euch nie mit Oma an.

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Freitag, 19. Oktober 2007

Das neue Hardtop

Ich war gestern auf einem Gesellschaftertreffen, nach dem die meisten Anwesenden auf sowas verzichten würden, wenn sie jetzt gegen einen Baum fahren würden. Es ist immer das gleiche: Sie kommen, weil sie glauben, alles sei prima, wundern sich etwas über die Anwesenheit von Leuten der Banken, nehmen erstaunt den gereizten Ton zur Kenntnis, wenn sich manche Anwälte zu Wort melden, und fahren mit dem Gefühl nach Hause, dass sie Monate und Jahre umsonst gearbeitet haben - in einem grossen Wagen, den sie im Fall von unvermeidlichen Nachzahlungen vielleicht gegen was Kleineres eintauschen sollten, Dacia, sagt man, baut hübsch sparsame Autos, und Radeln ist gut für den Kreislauf. Das Haifischtransportgewerbe dagegen floriert prächtig, man gewöhnt sich daran, dass man von der Einfahrt sofort wieder runter zu fahren hat, solange die Geschäftsführung hier noch was zu sagen hat, was aber nicht mehr lang dauern muss. Und irgendwann, das ist sicher, wird auch der Tag kommen, da man sich nicht für alles blöd anreden lassen muss, wo das Umfeld noch aus was anderes besteht als Asozialen und ihrem miserablen Benehmen - Anwälten beim Fingerfood zuschauen etwa ist sehr oft noch unangenehmer, als Franzl, den jüngst ersoffenen Oberaffen des Müncher Tierparks gebraten serviert zu bekommen - und dieser Tag wird in einem offenen Wagen auf einen Alpenpass führen, und dafür gibt es jetzt das hier:



Einen alten Rennfahrerhelm. Ich habe ja durchaus ein Hardtop für das Auto, nur ist es eben gross und macht es definitiv zu, man kann sich darin weder blaue Lippen noch Nebenhöhlenentzündung holen, und so ein personal Hardtop ist genau die richtige Mischung aus Schutz und Schutzlosigkeit; die Wangen werden von der Kälte modisch schlank ausgezehrt, die Ohren bleiben unter dem Leder warm, und ausserdem: Ist es nach vielen vergeblichen Versuchen der erste alte Helm, der auf meinen grossen Kopf passt. Und der von nun an das Wissen schützt, nie, nie, nie in Fonds zu investieren, die angeblich von führenden bayerischen Banken gestützt und gesichert werden. Dellen und Schleifspuren weisen übrigens darauf hin, dass der Helm seinem früheren Besitzer mal das Leben gerettet hat. So eine Art geistige Helmpflicht für Investoren wäre gar nicht mal so doof. Was dem Rennfahrer die zu enge Kurve, ist dem Investor die Gier, und man weiss nie, was hinter der Kurve ist. Lieber mal vom Gas gehen, dann ist die Sicherheit ein hübsches Accessoire, mehr muss es nicht sein.

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Empfehlung heute - Ökos

auf dem Rad sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, weiss Sascha zu berichten.

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Grüss Gott!

Ich bin die Papiertonne der Landeshauptstadt München. Ich sage "Grüss Gott", weil das hier der Corporate Sprech der katholizistischen Rückgebliebenen ist, ich sage "Grüss Gott", auch wenn es den hier lebenden, gar nicht mal so kleinen jüdischen Bevölkerungsanteil ein wenig nervt, solche Worte auf dem Mülleimer zu lesen, aber ich bin nur die Papiertonne, ich habe mir das nicht ausgesucht, ich bin unschuldig.



Und wenn ich das mal im Vertrauen sagen darf: Ich finde das auch Scheisse. Was glauben Sie, wei bescheuert das in meinem Jahresurlaub ist, wenn man auf Mallorca dann die Kollegen auds Bottrop, Berlin und Bunzlauensitz trifft, die sächseln und lallen und sind grauenvoll verschmiert, aber jedesmal, wenn ich saubere Münchner Papiertonne "Grüss Gott" sage, machen die sich vor Lachen ihre Kifferspritzen in die Einwegwindeln. Ich will mich nicht beschweren, bei uns wird sauber getrennt, und kaum jemand bekommt so viel wohlschmeckendes Feinkostverpackungsmaterial wie ich, nirgends findet sich so schönes Verpackungsmaterial wie in den hiesigen Papiereimern - aber das "Grüss Gott" ist eine verdammte Plage. Kann mal jemand vielleicht die Servicenummer anrufen und dort erklären, wie affig es ist, eine Mülltonne zu zwingen, "Grüss Gott" zu sagen? Und sich dann noch nicht mal mit "Pfiadi God" verabschieden zu lassen? Was sind das nur für Sitten. Jede Wette: Das hat ein Zugereister auf dem Wiesentripp zu verantworten.

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Am Naschmarkt,

und zwar sowohl hinten beim Trödel, als auch vorne bei den Nahrungsmitteln, im GTBlog.

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Mittwoch, 17. Oktober 2007

Empfehlung heute - Cat Content

für Katzenlose hat die famose Brittbee gefunden.

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Frühstück bei D.

Hätte Truman Capote das Pech gehabt, nicht in New York, sondern in München zu schreiben, würde ihn heute keiner mehr kennen. Denn damals gab es in München noch keine Dependance von Tiffany, Holy Golightly hätte mit ihrem Lebenswandel in Kapitel 2 den Staatsschutz auf den Plan gerufen, und zum Frühstück hätte jeder Lektor des Verlages empfohlen, doch, wenn dann, bitte gleich zu Dallmayr zu gehen. Frühstück bei Dallmayr hätte das Buch dann geheissen, und die Kulturtotalitaristen der deutschen Fäuletons hätten die Nase gerümpft und darauf verwiesen, dass ihre protegierten, triefnasigen Gefühlsduselchen die wahre Tiefe hätte, die Capote zwingend abginge, was man schon am Titel erkennen könne - der dann auch das einzige gewesen wäre, was sie nach Deutscher Kulturtotalitaristen Altem Herkommen gelesen hätten. Das Buch wäre ein mittelprächtiger Misserfolg gewesen, Capote wäre nach Berlin gegangen und hätte in seiner Vorneuköllner Bruchbude an der Castingallee existenziellen Müll geschrieben, die Kritiker hätten ihn gelobt und nach dem dritten Buch mit 50 verkauften Exemplaren vergessen.



Dabei ist Dallmayr ein wirklich reizender Ort. In einigen weniger guten Tagen - Magisterarbeit etwa - erkannte man meinen Zustand an der Menge des angehäuften Dallmayr-Tees in meiner Küche. Je übler meine Laune, je grösser der Durchhänger, desto öfter trieb es mich in diesen Tempel des Genusses, vollgestopft mit dem Fleisch des besten Westens, in Chanel und Loden-Frey, behängt mit schweren, weissen Tüten, und den feinen, mit spitzen Fingern Mitbringsel tragenden Asiatinnen, bei denen die grosse Halle mit ihren Spitzbögen längst zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört, statt an meinen kargen Rechner. Ein paar Jahre später hatte ich gleich um die Ecke mit einem wirklich üblen Startup und unbelehrbaren Gründern zu tun, die durchaus die Blaupause für heutige Web2.Nullchecker hätten sein können - da wuchsen meine Teebestände wieder kurz, aber dramatisch an. Was für andere Gestalten dieser schwarzen Tage der teure Rotz der Tanke gegenüber war, war für mich dank der Nähe der Gang zum Dallmayr - während, auch das soll nicht vergessen werden, die Gründer den Prakti zum Burgerbrater schickten, bis der einem Kampfradler zum Opfer fiel. Dallmayr ist also nachweislich in jeder Hinsicht gesünder, wenngleich, siehe oben, für Literaten mit Gefallsucht gefährlich.



Vorgestern, gestern, heute, morgen und übermorgen sind wieder so Tage und Nächte, die mich sprachlos vor der Dummheit des Menschen erstarren lassen, und nein, es macht keinen Spass, nach der Gesellschafterversammlung das Gebäude unter Observation zu verlassen, weil man instant und kollektiv Hausverbot bekommt für freche Wahrheiten, die die Haifische den Herrn Initiatoren verabreichen, während unten zufällig "jemand" das ein oder andere Haifischtransportmittel mit einem spitzen Gegenstand verziert hat, Signaturen der Gier und Vorgeschmack auf Harpunen, die man nicht zwingend von der falschen Seite erleben möchte. Da sind wir wieder in der Munich Area, da wird mit Gewalt gegen Dingen signalisiert, dass der Zeitpunkt der Gewalt gegen Menschen und andere Haifische nicht fern ist, und selbst, wenn ich dann wie heute unten bleibe und aufpasse, ist das auf einen ausgerichtete Kameraarsenal nicht wirklich ein Quell der reinen Freude. Ich bin nun sicher oft aufgezeichnet in den tiefen Datenbanken des grossen Ganoven, äusserlich feixend und in die Kamera winkend - ich grüsse meine Oma, die natürlich wie immer recht hatte, als sie sagte, als Vermieter lebt man gut genug, wozu soll man sich noch anderweitig anstrengen? - aber innerlich bin ich schon wieder auf dem Radl der Sekretärin, und fahre vom Büro zum Dallmayr, um mich mit Tee, genauer den Sorten No. 3 und 17, zu beschenken. Den anderen bringe ich natürlich auch was mit. Vom Burgerbrater.

Es wird Zeit, dass ich mein nächstes Buch schreibe.

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Not und Unelend

In München spielen die Strassenmusikanten Liszts ungarische Rhapsodie No. 6, und der Bettler vor dem Dallmayer hat ein hellwaches Philosophengesicht. Man will die fetten Spiesser in Rosa und Loden ja nicht allzusehr bei ihren Einkäufen belästigen.

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Dienstag, 16. Oktober 2007

Empfehlung heute - An den Rhein,

nach Rüdesheim mit dem rüden Holgi.

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Real Life 15.10.07 - Das Dirndl

Es ist immer von Vorteil, freundlich zu Putzfrauen zu sein - selbst, wenn man keine benötigt. Putzfrauen bekommen jeden Tag die weniger schöne Seite des Lebens serviert, um damit gründlich aufzuräumen; sie sind profunde Kennerinnen dessen, was andere abgelegt, vergessen und verdrängt haben, und zu dessen erfolgreicher geistiger Entlastung sie gern den Ablass von ein paar Euro die Stunde zahlen, ohne zu bedenken, dass die Erinnerung nur weiterwandert an eine Dritte, deren Diskretion bestenfalls durch Desinteresse bewahrt wird, im schlimmsten Fall jedoch dazu führen kann, dass du etwas über das schäbige Verhalten einer illustren Münchner Persönlichkeit des allzu bekannten Wirtschaftslebens schreiben könntest - es ist nämlich so:

Drei Türen weiter, im Saal, ist gerade wenig Platz. Ganz erstaunlich, was alles so in diesen Raum hineinpasst; ein Brand dürfte da nicht ausbrechen, und das, wo doch die Luft da drinnen brennt, vom Phosphor der schlechten Neuigkeiten und dem Napalm, das verschütteet wurde mit einem vergeigten Prozess und erneutem Wechsel der Anwälte, die nun erst mal das Werk der anderen Anwälte mies machen. Wie es nun mal so ist, wenn der vermeintlich billigere Rechtsvertreter durch Unfähigkeit genz erheblich teurer wird und im Wissen um die verlorene Sache und die grenzenlose Wut der Mandanten, die keine Weiterbeschäftigung mehr zulassen wird, jetzt noch schnell Kasse in mittlerer sechstelliger Höhe machen will. Am besten den ScheisskerLLP auch noch verklagen, ist eine der Ideen, die sie da drin jetzt sicher haben werden, statt sich wie früher in den 90ern durch virtuell erworbene Vermögen glücklich zu preisen. Was genau sie da drin sagen, ist nicht dein Problem, du transportierst nur die Haifische, und jetzt kannst du auch nichts tun, wie die Putzfrau, die eigentlich schon durch ist und jetzt nur noch den Saal machen muss. Und weil hier kein Internet ist, und als Lesestof nur Akten und Anlageprospekte, die die Lüge von 8% Rendite garantieren, redest du mit der Putzfrau über dies und das, über den Chef und über das Putzen, das du auch kennst, schliesslich machst du es selbst.

Wia long moanasn´S dos des n dauat, fragt sie irgendwann, denn sie will heim, sie muss sich um die Enkel kümmern, denn ihre Tochter macht Abendschicht in einer Gastwirtschaft und der ihr Mann, mei, das kennt man heute ja, Scheidung nach fünf Jahren und zwei Kindern, Hundskrippe, de Menna, heute, jedenfalls muss sie um sieben daheim sein, und davor noch zur Post., die ja schon um sechs zu macht. Weil sie da nämlich für die B., Anwältin in diesem Hause und berüchtigt für ihre mangelnde soziale Intelligenz, ein Kleid zurückschicken muss. Noch heute.

Es is nämlich a so, fährt sie nach einer kurzen Kunstpause fort, die Du genutzt hast, um interessiert die Augenbrauen nach oben zu ziehen und damit dein Einverständnis zur Indiskretion signalisiert hast, die B. wurde vom berühnmten X., den man allenthalben im Müncher Lokalfernsehen sieht und der - ohne jede Form von Selbstbescheidung - so eine Art "Mörtel" Lugner der Oberbayern sein möchte - auf das Oktoberfest eingeladen. Keine gute Idee, wie du selber weisst, der du mit drei anderen hier den härtesten Kern der festfeindliche Opposition stellst; die B. ist auch so eine, die da keinesfalls hin will, aber sie will ja auch sonst nicht, nie, nirgends, es ist eine, die am liebesten 16 Stunden am Tag arbeitet, und dann daheim, geht das Gerücht, das viele schöne Geld zählt, das sie in dieser Knochenmühle verdient. Diese B. nun meinte X., der ansonsten bei der oben beschriebenen Sache nichts zu lachen und so viel verloren hat, dass er dafür einen ganzen Monat Dauerberichterstattung im Privatfernsehen kaufen hätte können, dieser X. also meinte das Erzwungene der Sitzungen mit dem Angenehmen verbinden und die B. auf seine private Oktoberfestparty einladen zu können.

Die Putzfrau weiss zu berichten, dass der B.s Laune schlechter und schlechter wurde, sie war noch gereizter als sonst, als das Drängen und Werben kein Ende nehmen wollte. Nur ist der X. im Gesellschafterkreis eine grosse Nummer, vor dem andere, ebenfalls angeblich wichtige Leute zusammensinken, weil sie das ganze Trärä aus der Glotze glauben, dieses famous for being famous, und irgendwann musste die B. dem X. als letzte Rettung nach all dem Gedrängel auch über eingeschaltete Dritte gesagt haben, dass sie zu diesem Anlass nichts anzuziehen hat und sich auch kein Dirndl kaufen mag. Worauf der X. ihr eine Näherin vorbeischickte, die ihr ein Dirndl massschneiderte, und am fraglichen Abend wurde B. mit Limousine und Chauffeur abgeholt, zu einem Promilockendreher gefahren und so zugerichtet dann in ein Zelt voller besoffener Dreckschweine und anderer derangierter Stützen der Gesellschaft gekarrt.



Das alles weiss die Putzfrau, weil B. es ihr in nicht wirklich gelassener Stimmung erklärt hat. Man sollte annehmen, dass sich derartige Leute in solchen Zelten ins komplette Vergessen trinken, aber ob in X. so viel hineinpasst, dass es eine Chance gegen die sichtbare schlechte Laune der B. hat, würdest auch du zu bezweifeln wagen - wie gesagt, im sozialen Berich hat die Natur bei B. einen gerechten Ausglich für ihren phänomenalen juristischen Sachverstand geschaffen. Busseln und Herzen sind zwei Worte, die in ihrem Wortschatz keinen Platz haben, und so geschah, was wohl passieren musste, und B. nahm nicht die Limousine nach Hause.

Ein paar Tage später forderte X. - a so a Lackl, meint die Putzfrau - das Dirndl unmissverständlich und in sehr groben Worten zurück, auf die B. zuerst gar nicht reagierte. Daraufhin eröffnete X. handschriftlich und per Fax den Psychoterror und schickte, wenn ihm gerade langweilig oder kein gekauftes Filmteam bei ihm daheim war, Mahnungen, sie solle endlich das Kleid und das Kropfband und die Schuhe zurückschicken, und zwar bitteschön versichert auf den Wert von 5000 Euro, so viel habe das nämlich gekostet, 5000 Euro, des miassns eana amoi voaschtein, Herr Porcamadonna - und auf dein interessiertes Echt? sagt sie woatn´S, geht in den Gang und holt eine grosse Schachtel, sowie das Fax, das die Schande und die Wut des X. belegt, inclusive der 5000 Euro und seiner Firmenadresse, an die es gehen soll. Und das soll sie, die Putzfrau, jetzt auf die Post bringen, weil die B. damit nichts mehr zu tun haben will. So billig wie möglich soll sie es verschicken, und keinesfalls versichern.

Versichern.... Manchmal geht sowas ja auch auf der Post verloren, sagst du. Jo freile, antwortet sie und sagt, dass sie das ja schon verstehen kann, so wie die armen Postler heut behandelt werden, da muss es ja zu solchen Taten kommen. Und, insistierst du, der X., was will der mit dem Dirndl, selber tragen vielleicht? Jo, owa fesch is scho, sagt die Putzfrau und öffnet den Karton, eignlich a Schand, ned woah? Schwarzer Samt glänzt im tristen Neonlicht des Büros, feine, gestärkte Rüschen erheben sich wie von Zauberhand, und das Geschnür ist fraglos aus echtem Silber, da muss man nicht genauer hischauen. A so a schens Diandl, sagt die Putzfrau, so wos hob I mei Lebdog ned gseng. Und da X., wan´S den seng, dea is jo a so a vahuzlts Mandschgarl, dea gent hechstens sei Wampn ins Degoltäh oanequetschn.

Ja, schade drum. Das müsste eine junge Frau tragen.

Mei Dochda, de dad des meng, de dad do ah einebassn, sagt die Putzfrau und erklärt, wie sie es mit ihrer Nähmaschine um die Schultern herum etwas breiter machen würde, ruckzuck ginge das und pfeigrod würde die Tochter reinpassen.

...

Es geht ja viel verloren auf der Post. Wichtig ist für Sie aber, dass Sie eine Quittung vorweisen können, dass sie es abgeschickt haben, dann sind sie aus dem Schneider... Warten´S, ich war heute Mittag auf der Post und musste ein Fresspaketerl auf firmenkosten verschicken, schaun´S, da hab ich sogar die Quittung Nehmen´S die Quittung doch mit, dann wissen´S, wie sowas aussehen muss, dann können Sie es auch mit der Firma abrechnen.

Ah so, sagt die Putzfrau.

Jo dann, sagst du, und dass du nicht glaubst, dass sich das warten hier lohnt, die brauchen sicher noch bis nach Mitternacht, und morgen ist keiner von denen in der Lage, sich über eine Kleinigkeit wie einen ungeputzten Konferenzsaal zu echauffieren. Und auch der X. erfährt da drin gerade ein paar von Dir entdeckte Petitessen, die anderes in den Hintergrund verdrängen wird - obwohl...

Wenn das so weitergeht, könnte er das Dirndl doch noch brauchen. Man weiss ja nie, was das Finanzamt entscheidet, und im Worst Case könnte es schon sein, dass X. kellnern gehen muss. Und ein Dirndl könnte ihm dabei auch in Zukunft die Aufmerksamkeit garantieren, die zu finden doch neben dem Geld seine einzige echte Lebensfreude ist.

die bezahlte arbeitszeit für diesen text sponsorte haifisch&barracuda kg, ihr feundlicher partner für gepflegten knochenbruch und unräuberische nichterpressung

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Montag, 15. Oktober 2007

Dem Drachen ins Gesicht schauen

Über 700 Kilometer hinter dem Steuer, vier Pässe und unzählige Kurven gestern, 180 Kilometer heute: Das Fahren nimmt kein Ende, und morgen heisst es wieder Haifsche transportieren. In München hat sich so einiges getan, Dinge kommen ins rollen und Beziehungen gehen auseinander, Gegebenes wird wieder eingefordert und auf rauschende Ballnächte folgte bitteres Einsehen, dass es manchmal doch nicht geht. Eigentlich müsste ich den Monstern nicht in das Gesicht sehen, eigentlich könnte ich mich ausruhen und von den kleinen Einkünften meines Daseins bescheiden leben...



Aber manchmal ist es geradezu eine Sucht, den Bestien die Beute aus den Zähnen zu picken. Und manchmal kann man aufgrund der Umstände nicht anders. Das Schlimme ist nur der Termin; eigentlich war ich heute schon fast auf dem Weg nach Liezen, von dort aus wäre es nach Schlagming, Bischofshofen, Zell, dann über die Tauern nach Italien gegangen.

Nur zu blöd, dass die Haifische um mein Orientierungsgefühl wissen und mir nicht glauben würden, hätte ich mich in den Alpen an den Gardasee verfahren, statt nach München zu kommen.

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Montag, 15. Oktober 2007

Empfehlung heute - Sollte ich mir doch mal

einen alten Peugeot kaufen, und er wäre weiss oder beige, dann würde ich ihn nicht wie geplant "Candide" taufen - als Vorgriff auf kommende Katastrophen des besten aller möglichen Oldtimerschicksale - sondern "La Chouette de Neiges". Einfach, weil es so ein hübscher Begriff beim Aussprechen ist, den mir die Liebste zuletzt beibrachte. Irgendwie ist das was von "kokett" und "négligée" drin, zumindest in meinen verworrenen Gedanken.



Darauf gekommen bin ich durch eine Bloggerin, und die wiederum stellt ab und an ganz famose Photos online, in die wiederum ein schwarzer Peugeot - oder auch ein beiger - ganz vorzüglich passen würde.

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Eines muss man den Österreichern lassen

Man kann jetzt viel Böses über sie sagen. Dass ihr zur internen Kommunikation verwendetes Sprachsubstitut tatsächlich das ist, was nicht nur geographisch, sondern auch vom Niveau her hinter dem Oberpfälzischen kommt. Hinter einer Sprache also, die selbst Niederbayern kaum verstehen, die ich als Oberbayer wiederum praktisch nicht verstehe. Das muss man erst mal schaffen, noch unverständlicher nicht zu reden als ein Oberpfälzer. Man kann die Nischenexistenz von FM4, der in Bayern mehr Hörer als in Österreicht haben dürfte, als Beleg für die Rückschrittlichkeit der Kronehit-Mehrheit nehmen. Und dass sie wirklich im Schönbrunner Museumsshop Mangaversionen von Sissi verscheuern, gibt einen guten Einblick in den Umgang der Österreicher mit dem Teil der ihrer Geschichte, der nur rückständig-totalitär und nicht gleich ganz faschistisch war. Und neben jeder alten Schönheit ist immer gleich die nächste moderne Hässlichkeit.

Man kann vieles über sie sagen. Aber eines muss man ihnen lassen: Berge - können sie auch nicht.



Zum Glück hatte die Natur ein Einsehen und hat die Österreicher mit Bergen in Überzahl beschenkt, und die sind so grandios, dass man es verschmerzen kann, wenn sie Strassen, auf denen sich Wiener Sonntagsfahrer auf dem Weg nach Mariazell derrennen, auch nicht können.



Aber bitte! Was für ein genialer Tag. Diese Strecke, dieses Auto, ein voller Tank und 400 Kilometer Salzataal, Gesäuse, Ennstal bis nach Steyr, wo sie den BMW X3 zusammenbauen. Autos, wen wundert´s, können sie auch nicht.

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Samstag, 13. Oktober 2007

Empfehlung heute - Es soll ja Leute geben,

die im goldenen Oktober nicht durch - zugegeben inzwischen etwas frisch durchlüftete - Parks wandeln, und sich über die Fähigkeit von Koreanerinnen begeistern, auch mit dem feinsten Schuhwerk noch die Rampen hinauf zum Teehaus zu meistern.



Diese Leute sind im Moment oft auf der Buchmesse anzutreffen, wo die Luft warm und stickig ist von den Ausdünstungen so vieler Menschen, oder trocken von der Klimaanlage. Und genauso begeistert bin ich dann auch von der Fähigkeit von Andrea Diener, das trotz der hirnaustrocknenden Bedingungen in Worte zu fassen. Andrea ist fraglos eine literarische Edelschuhbalanciererin. Und wird, weil sie so böse ist, im nächsten Leben eine mit Schuhen von Ferragamo über europäische Mörderpflaster stolpernde und dabei kichernde Koreanerin.

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Ganzseitenpopup

Heute wurden mir zum Frühstück die Salzburger Nachrichten offeriert - was ich eigentlich ganz nett finde, man muss in Österreich ja immer Angst haben, dass einen das Gegenüber mit dem Angebot der Krone beleidigt. Dennoch, die Zeitungskrise macht auch vor Österreich nicht halt, und wenn das die Zukunft der Printmedien ist, dann ist diese Zukunft Geschichte:




Statt einem Aufmacher über Al Gore war da nur Werbung. Eine ganze Seite für einen Mobilfunkanbieter. Sonst nichts, keine Nachricht, keine Information, kein redaktioneller Text. Nur Werbung. Da sieht man, wer inzwischen in Wirklichkeit der Kunde ist, an den man sich in den Medien hält: Die Werbung. Die dummdreiste Belästigung des Handelsblatts, erst mal die komplette Website mit einer Anzeige zu verbauen, lässt sich offensichtlich auch auf Print übertragen. Inhalt? Braucht kein Medienmensch. Werbung ist das Elexier, das den Betrieb am Laufen hält, das Gift, nach dem die Adern der Vertriebler schreien, Werbung ist alles, die Nummer 1., ich hoffe für die Salzburger Nachrichten, dass sich diese Beleidigung der Leser wenigstens finanziell gelohnt hat, aber schön, schön finde ich das überhaupt nicht. Auch nicht während einer Prinzkrise. So macht man sicn den Markt kaputt. Betrifft übrigens leider auch mein österreichisches Hausblatt, den Standard, wie ich in Wien sehen durfte. Da nervt es besonders.

Alle weiteren Missgeschicke aus Österreich finden sich unschön hier und besonders mich selbst betreffend hier im GT-Blog.

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Samstag, 13. Oktober 2007

Angekommen

70ies, unschick wie schon immer, und noch mehr gibt es im GT-Blog zu sehen. Ich hätte nach Italien fahren sollen.

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Empfehlung heute: Könnte eventuell was Feines sein -

Miss Tilly, schont das Hirn schon beim Sprudeln. Ausserdem ist der alte Herr der Dame hier bei uns gestorben, da kann man der Halbwaisen mit den vielen Müttern schon mal helfen.

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Österreich also

Neben den schlechteren Gegenden Rumäniens, Islansd und Irlands gehört Österreich zu den zurückgebliebenen Ecken Europas, die ich nur bereise, wenn der Umweg zu gross wäre. Nachdem Österreich auch noch an den Sonderfall Schweiz grenzt, fahre ich halt durch, bleibe allenfalls kurz mal in Innsbruck, das ja wirklich schön ist - und meide ansonsten Wien wie die Pest. Wien, das ist ganz schlimm, und ich kann das sagen, denn als einer der wenigen Bayern habe ich dort nicht nur gearbeitet, sondern auch die dortigen Machthaber kennengelernt und kritisch begleitet in den schwarzen Tagen von 2000 ( siehe Mascherl, Buberlpartie), und zum ersten Mal in meinem Leben weitflächigen Antisemitismus unter Echtbedingungen erlebt. Früher dachte ich, meine Heimat wäre intolerant und xenophob, aber damals kannte ich noch nicht die FPÖ aus der Nähe.



Mein Ziel liegt diesmal 30 Kilometer vor Wien, westlich genau genommen, ich muss also nur durch Niederbayern (Bayerisch Niederösterreich), Passau (Bayerisch St. Pölten), Linz (die Geschichte der Löwen am Hauptbahnhof muss ich mal erzählen), Mauthausen, das angeblich die Deutschen ganz allein waren, Melk, was wirklich schön ist, und dann das originale St. Pölten (schlag nach bei Bischof Krenn), um kurz dahinter dann auf Löwenjagd zu gehen. Und ich hoffe, der Löwe ist die Strecke wert, die Richtung Süden fast schon an den Gardasee führen würde, über Pässe und nicht entlang der Donau, auf der ich eigentlich auch hinrudern könnte.



Österreicht also. Mal wieder, Nach 6 Jahren durchfahren, diesmal hinfahren. Eigentlich müsste ich schon längst schlafen, aber da sind all die Erinnerungen an diese Leut und ihren Hass gegen die Ostküste, das hinterfotzige Getuh, die lächerliche Wäschestiege hoch zum Minister und seinem braunen Vorzimmergewächs, die in einem Haufen leergefressener Yogurthbecher sass und den Job ihrem braunen Papa verdankte. Die sind alle noch da, die sind nicht weg, sie und ihre Wähler. Es ist ja nicht so, dass ich Länder dezidiert boykottiere, aber wenn mir ein Regime nicht passt, gibt es immer schöne Alternativen. Und tatsächlich ist mir der Gusenbauer inzwischen schon noch lieber als der Sarkozy. Um bei dem Löwen zu jagen, hätte ich übrigens durch die Schweiz müssen.

Wie man es dreht und wendet - aber wenigstens ist Kaiserwetter über St. Pölten.

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