: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 30. November 2007

Die Lösung

des zweiten Food Porno Rätsels, oder genauer die Lösungen. Manche Erklärungsversuche waren wirklich nicht schlecht und wären auch denkbar gewesen, aber was ich mir dabei dachte, sah so aus:



In allen drei Fällen fängt die Geschichte schon bei den extrem verwühlten Tüchern auf dem Tisch an. So deckt man keinen Tisch, wenn man nicht gerade ein Berliner Prekariatsangehöriger ist, und selbst dann macht man das nicht, weil man keine Tischdecke hat. Wie auch immer: Der Tisch ist aufgewühlt, es ist etwas in Unordnung, ein Konflikt vielleicht?

Dafür findet man eigentlich sofort einen Beweis: Denn während von der Platte mit der Torte eine feine Silbergabel die darunterliegende Tarte durchbohrt, rammt die Tarte dem Kuchen ein grobes Messer in die Seite. Dass sie zusammengehören, das symbolisieren die ähnlichen Silberteller. Wir haben es also mit einem Konflikt zu tun. Ebenso gegenseitig sind der braune Korb mit den Zutaten links und die braunen Zimtrinden mit Früchten rechts angeordnet. Auch hier ein Gegensatz. Nur welcher?

1. HGW - Herbst gegen Winter, Tarte des Winters gegen Kuchen des Herbstes. Die Tarte enthält, wie man auf der linken Seite sieht, vor allem Dinge, die man spät im Jahr erntet, im Winter bekommt oder lange lagern kann: Kürbis, Maronen, Eier, Broccoli, Käse. Der Kuchen dagegen ist voller vergänglicher, angestossener und verschimmelter Dinge auf der rechten Seite. Das Buch könnte man als Lesestoff für die schlechte Jahreszeit ansehen, während der Winter den Herbst, dessen letzte hartknäckige Streitmacht des türkischen Honigs sich noch wehrt, nach hinten verdrängt. Nur bleiben dann die Figuren im Hintergrund unerklärt und unerklärbar. Denn der Winter wird durch einen bärtigen Mann symbolisiert, während der Herbst eine dralle Frau ist - und hier unterliegt der Mann der Frau. Was sonst könnte es sein?

2. DSDM Die Sündhaftigkeit des Menschen, könnte sich anbieten. Denn der Herr ist Herakles, der durch den Löwenkopf auf seinem Haupt eindeutig gekennzeichnet ist, und der hatte bakanntlich Zeit seines Lebens Probleme, den richtigen Weg zwischen Tugend und Laster zu finden. Hier ist er unter eine indische Tempelprostituierte gefallen. In diesem Kontext würde also die verderbliche, süsse Sünde, symbolisiert vom Apfelkuchen, Apfel (Brüste) und aufgebrochene Feige (Vagina), Mandeln und Nüssen (galten als sexuell anregend), die saure Tarte mit ihren christologisch zu deutenden, frischen Zutaten - Eier als Symbol für Ostern - verdrängen. Dazu passt auch Rousseaus Lebensbeichte, die davon handelt, wo er gefahlt hat. Nur - links unten ist noch was. Eine Miesmuschel. Die nicht in der Tarte ist. Und die eine Bedeutung hat, die wir hier nicht unterbringen können. Aber dafür in der einfachsten aller Deutungen:

3. KVFUV, Krieg von Fasten und Völlerei. Denn links sind alle Speisen, die im 17. Jahrhundert als mal billige, mal exklusive Fastenspeisen galten. Besonders die Miesmuschel weist darauf hin. Rechts dagegen ist die Völlerei mit allerlei Spezereien, teuren Importprodukten, Süsse, Durcheinander auf dem Teller, während die Tarte eine harmonische Einheit bietet. Und worüber schreibt Rousseau schon im ersten Band seiner Lebensbeichte? Dass er schon als Kind der Entsagung nicht entsprechen konnte. Die Tempeldienerin komplettiert das Bild als Zeichen ungehemmter Fleischeslust, und unser Herkules liegt mit all seinen guten Vorsätzen vor ihr im Staub.

Und der Gegensatz von Fastenspeisen und Luxusessen ist dermassen üblich in der Malerei des 17. Jahrhunderts, dass ich geneigt bin, die letzte Deutung darin zu erkennen, auch wenn die anderen mit hineinspielen können.

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Holtzbrinck, StudiVZ und der Umgang mit dem braunen Sumpf

StudiVZ lernt es nicht mehr. Sie lernen es einfach nicht mehr. Da spielt es keine Rolle, ob der alte Chef geht und Leute entlassen werden, und neue kommen: Es ist egal. Es ist vollkommen egal.

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Gut festhalten bitte

Die gute Nachricht zuerst: Bei den anstehenden Auktionen der grossen Häuser in München könnte es sein, dass die Preise diesmal in einem erträglichen Rahmen bleiben - und das ausgerechnet kurz vor Weihnachten.

Die schlechte Nachricht: Inzwischen hört man an allen Ecken und Enden von einem heftigen Durchschlag der amerikanischen Immobilienkrise auf das bayerische Bankwesen, das in nicht allzu langer Zeit bekannt werden dürfte. *hüstel* So etwas liegt ja schon länger in der Luft, aber wenn es schon das Gesprächsthema der Konzertvereinspause ist, sollte man das doch ernst nehmen. Und sowas drückt erheblich auf die Ausgabenfreudigkeit derer, die im Normalfall bei Auktionen die Preise treiben. Der Umstand, dass dieses Thema sogar die wütenden Debatten um das 1200 Euro, das muss man sich mal vorstellen, 1200 Euro! Solche Halunken in Berlin! teure Nachrüsten der hier üblichen Holzöfen mit Filtern verdrängt, zeigt deutlich dessen Relevanz. Nur hunderte Millionen? Oder schon Milliarden Abschreibungen?

Ja, man hat es nicht leicht mit den Anlagen, hört man im Moment oft, in diesen Kreisen. Vielleicht doch noch Gold kaufen. Möglicherweise geht dann wenigstens der Schmuck zu hohen Preisen weg, nächste Woche in der grossen Stadt.

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Donnerstag, 29. November 2007

Die Mutter des Pornographen

Sie werden kommen. Sie werden mich anschreien, in Kommentaren, Mails und in den Gassen der kleinen Stadt, sie werden mir auflauern und mir ihre Körper zeigen, und sagen, ich sei schuld an ihren Missbildungn, am Fett, an ihrer grenzenlosen Gier, ich sei schlimmer als 5 schleimige Burger nacheinander und würde sie pro Markttag mehr kosten, als sie im Monat früher im Supermarkt gelassen haben. Ich werde die Schokokrumen auf ihren Jacken sehen und die Tomatenflecken auf den Hemden, die Verzweiflung in ihren Augen, weil es wieder nichts wurde, mit dem Diätvorsatz, und statt ihnen den einigen Rat zu geben, der helfen würde - freudlose Bilder aus Berlin beim Spreeblick und der Riesenmaschine zu Flash-Werbung anzusehen - werde ich das tun, was Kinder immer tun: es auf ihre schwere Jugend schieben, und auf die Eltern. Denn schliesslich hat auch der schlimmste Pornograph eine Mutter, und die sorgt dafür, dass die nicht weit vom Stamm fallenden Äpfel so verbleiben:



Ich bin also unschuldig. Und jetzt gehen Sie bitte weiter, mir ist, offen gesagt, speiübel, nach diesem Apfelstrudelmonster, und das eine Stück, das noch da ist, esse ich jetzt gleich, sonst wird es nämlich schlecht, und Verschwendung kann ich mir nicht leisten.

Nie, nie jedoch schmeckt eine wirklich saure Tomatensuppe besser, als nach so einem Strudel.

übrigens habe ich die Bildgrösse von 430 auf 450 Pixel Breite umgestellt. Dadurch kann es bei Modemnutzern etwas länger mit dem Seitenaufbau dauern.

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Empfehlung heute - Pro und Contra

zum Thema "Öffentlich-Rechtliche Filme und Subventionen für private Medienkonzerne" findet sich bei Thomas Knüwer und in Kommentar No. 8 von Dogfood.

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Veranstaltungshinweis

Gestern ging es raus, ich zitiere aus der Pressemitteilung: "Der Deutsche Journalisten-Verband lädt interessierte Journalistinnen und Journalisten sowie Blogger zu einer Podiumsdiskussion am Donnerstag, den 10. Januar 2008 um 19.00 Uhr in Berlin-Mitte ein. Thema der Diskussionsrunde: "Regeln oder Anarchie? - Journalismus im www".

Brauchen Online-Medien klar umrissene journalistische Grundregeln, vergleichbar dem Pressekodex für Zeitungen und Zeitschriften? Welche Rolle spielt Qualitätsjournalismus im Internet? Welche Bedeutung kommt im journalistischen Alltag den Blogs zu? Diese Fragen werden vor allem in Internetblogs immer wieder sehr strittig diskutiert. Der DJV will die Diskussion öffentlich mit Medienexperten und Praktikern führen. Über den Journalismus im world wide web diskutieren am 10. Januar unter anderem DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, Hans-Ulrich Jörges vom Stern, Prof. Dr. Wolfgang Donsbach von der Universität Dresden, Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Blog und der Blogger Don Alphonso."


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Nun, wir werden da mit Lautenklang und Sangeskunst also ein kleines Nocturne geben, die Würze wird da nicht fehlen, und ich denke, die Rolle des "Diabolus in Musica" ist klar zugewiesen. Nicht auszuschliessen auch, dass etwas Zeitungspapier zerknittert wird, und überhaupt, ich denke, das könnte ganz lustig werden. Der Ort wird noch beizeiten bekannt gegeben, anmelden kann man sich unter djv ät djv dot de. Und damit das nicht ganz so kulturlos bleibt, wird es im zeitlicher Nähe der Veranstaltung eine kleine Motette der Blogkultur geben.

Edit: Ein paar vorbereitende Gedanken zur Debatte an der Blogbar.

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Dienstag, 27. November 2007

Strukturen aufbrechen

Das wollte jemand aus der Nachbarschaft meiner Eltern. Das Paar zog aus dem Norden hierher, gleich in die beste Gegend der Stadt, mit dem Vorsatz, es diesen zurückgebliebenen Bayern mal ordentlich zu zeigen. Wie das mit Kultur und Keramikbrennofen heute geht. Was wissen die Bayern schon von der Schönheit ursprünglicher Handwerkerkunst, meinten sie und überschwemmten die Gegend mit Handgeformtem. Das sich neben der üppigen Ansammlung altbayerischer, handbemalter Gebrauchskeramik immer etwas, nun, sagen wir mal, unförmig ausnahm.

Strukturen aufbrechen. Am besten da, wo es einem selbst nicht weh tut und man keine echten Konflikte riskiert. Sich an Äusserlichkeiten festmachen, denen da unten mal ziegen, wie das mit dem modernen, nachhaltigen Lebensstil so geht. Mal richtig Bio, denn das steht hier nirgends, keine Siegel, nichts, da muss man denen mit ihren Stofftüten mal zeigen, wie man das im Einkauf macht. Sie einen grossen Korb, und er eine Tasche, die ihre Botschaft in den nebelverhangenen Morgen über dem Markt hinausschreit:



Und dann immer genau nachfragen. Schon bio, oder? Und welches bio? Hm. Ah ja. Derweilen wächst dahinter die Schlange derer an, die sich die Augen durch das Orange rausbrennen lassen müssen. Und der da, ist der auch bio? Solche Quälgeister mit Logo und Botschaft, die Strukturen aufbrechen wollen, haben heute einen Namen, Lohas, und werden sicher bals als Lotralalas verspottet. Die besserverdienende schwarzgrüne Koalition, Globalisierungs- und Umverteilungsgewinner, die ihr Privatleben entsprechend hübsch branden. Hitler hat in seinen Luxusresidenzen auch ab und zu angeordnet, dass man aus Solidarität mit den Frontsoldaten den ein oder anderen Abend nur deren Ration bekommt.

Dass bei anderen Einkäufen alle Daten mit Kundenkarten erfasst werden, dass sie natürlich die Prozente der Datenschnüffelei einstreichen wollen - keine Überraschung. So ist das mit denen: Vorratsdatenspeicherung ist denen egal, aber der Einbau eines Filters in den Kachelofen für 1200 Euro ist ein Skandal. Das neue grüne Bewusstsein im Lifestyle pfeift5 auf Konsequenz, scheiss den Flug und seine Abgase an, wenn es im Beautyressort auf Menorca von Jungfrauen im Mondlicht gesammelte, biologisch angebaute Aloe Vera gibt. Für den Ausgleich meldet man sich bei irgendeinem der CO2-Ablasshändler an, und guckt dann in der Lifestyle-Community, was es an neuer Biokosmetik gibt. Die Dove-Werbung findet man super, um den Konzern Unilever dahinter kümmert man sich nicht.


Grossbild, extra für Franz Brandtwein diesmal mit Kalbfleisch!

Das macht man nur auf dem Markt, um das Bewusstsein zu zeigen. Kein Biomarketing hier, also auch kein Bio. Stimmt. Hier gibt es kein Bio. Warum soll jemand über Biosiegel reden, wenn er sowieso nie spritzt und die Sachen selbst anbaut? Warum sollte man hier Bapperl aufkleben, wenn man sich schon seit Jahrzehnten kennt und weiss, wo die Hühner rumlaufen? Hier gibt es keine Biostrukturen, die man aufbrechen muss. Schau, probier, kauf und geniesse - aber halt Dein deppertes Breissnmei. Bittsche. Sakra.

Manche halten Loahs für einen Markt. Ich denke, sie sind einfach nur die Pest, und dass sich Burda und Werbefratzen aus München um sie prügeln, zeigt den Weg aller irdischen Marken, Brandings und Claims, den diese Leute gehen.

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Trigami bringt Webcam-Porno für unter 18

Wer diese Aussage über die unerfreulichen Schweizer PR-Vermittler nicht glauben mag, schaue an die Blogbar.

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Montag, 26. November 2007

Empfehlung heute - More intelligent Life

bietet einen ersten Einblick in die nächste Ausgabe der "Intelligent Life", natürlich im Blog und mit einem langen Essay über englisches Theater im modernen Russland. Ich hätte sowas wie Intelligent Life gerne monatlich. Und auf Deutsch.

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Bildrätsel II

Unten seht Ihr ein Bild, das so oder ähnlich tatsächlich im Goldenen Zeitalter der niederländischen Malerei hätte entstanden sein können. Dieses Bild ist voller Details, und jedes Detail mit Ausnahme des dunklen Hintergrundes hat eine - oder, das ist das Tückische - mehrere Bedeutungen. Ich selbst kann darin drei verschiedene - und dennoch ähnliche - Thematiken erkennen. Und ich kenne die Deutung der Details. Die Themen sind KVFUV, HGW und DSDM :-)

Ihr dagegen - nun, Eure Aufgabe ist es, zuerst die übertragene Bedeutung Details zu erkennen. Dabei ist es natürlich auch sinnvoll, sich nicht nur die Objekte, sondern auch ihre Lage im Gesamtbild anzuschauen. Daraus ergibt sich dann so viel Evidenz, dass man auf alle drei Lösungen kommen kann. Und wenn man sie dann hat, kann man bei einem dieser Sinngehalte feststellen, dass er alle Details in sich vereint und mutmasslich der richtige ist, auch wenn die anderen beiden nicht falsch sind - bei denen bleibt nur das ein oder andere unerklärbar.



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Ihr habt bis morgen Abend Zeit. Ihr könnt fragen, und ich gebe möglicherweise Antworten. Schaut bitte genau hin, im Prinzip ist es auch diesmal wieder selbsterklärend. Ein Hinweis noch: Wie der Kürbis anzeigt, ist das Bild nicht vor ca. 1620 entstanden. Das ist bei der Bedeutung einiger Objekte wichtig.

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Sonntag, 25. November 2007

Hilfe für dreckige Menschenschinder in China und anderswo

In runtergekommenen Industriezonen Chinas, in Vertriebsbüros der Metropole am Pazifik, wo man die Mörder des chinesischen Regimes schmiert, und in Konzernzentralen irgendwo auf dem globalisierten Erdenrund sitzen gerade irgendwelche Drecksäcke und überlegen, wie sie das jetzt nochmal hinbiegen, diese Sache mit der giftigen Farbe, die Kinder ungeschützt in ihren 14-Stunden-Schichten auf billiges Spielzeug gepinselt haben, und das sie jetzt eigentlich zurückrufen müssten, um es als Wertstoff zurück in die Dritte Welt zu karren, weil es in der ersten Welt nicht gut ankommt, wenn man Kinder in der Nachbarschaft vergiftet - woanders ist das ja kein Problem. Unseren Dreckschweinen hilft das nichts, denn es wird ihnen vor Weihnachten die Gewinne in reichen Ländern wie Deutschland versauen. Wie schön wäre es da, einen Partner vor Ort zu haben, der einem ein gutes Image vermittelt, aber was weiss so ein krimineller Globalisierungsgewinner schon von den hungrigen Bloggermietmäulern, die mit Adical, Yahoo, Trigami und Gamegoods bereits gezeigt haben, dass sie sowohl auf Papier und als auch in der Realität moralisch fast so gefestigt wie ein chinesische Betriebprüfer sind. Nichts. Eben. Und so nimmt das vermeidbare Unheil seinen Lauf.

Es müsste nicht sein. Sie könnten ja mich anheuern. Denn ich weiss, dass man aus der ekligsten Figur noch einen Kulturermöglicher machen kann, und aus Gift einen Beitrag zu Schönheit, Moral und Zivilisation. Im Fall des obigen Abschaums geht das nämlich so:

Sonore Männerstimme, Kamera schwenkt über bizarr giltzernde Mineralien und Metalle vor schwarzem Hintergrund: Nur hochwertigste Materialen aus der Wunderkammer Asiens, Zink, Eisen, wetvolle Sulfide, das Schimmern des Siliziums, der elegante Glanz des Bleis, und das Blau des Himmels, eigefangen in edelstem Kobalt. Seit Jahrtausenden entstehen in den chinesischen Manufakturen mit Liebe und Hingabe einzigartige Kunstwerke aus diesen Materialien, und seit Jahrhunderten erfreut die orientalische Lust an Farbe und Form den Okzident.

Gong, aus dem Dunkel taucht meine heute erstandene Qing-Schale auf:



Sonore Stimme: Auf den Stillleben der Holländer*, in Fürstenhaushalten**, beim reichen Bürgertum*** waren es die einzigartigen Farben Chinas, die Reichtum, Glück und Wohlstand ausdrückten. Heute gibt es die virtuose Kunst auf Puppen und Spielzeugautos auch für Ihre kleinen Prinzen und Prinzessinnen. Unsere vieltausendjährige Erfahrung in der Kunst, Dinge mit Farbe zum Leben zu erwecken, wird zum kommenden Fest auf das Gesicht Ihres Lieblings ein einzigartiges Leuchten zaubern****.

Schnitt: Kinderbilder, Spielzeug poppenbunt, alles supi, Glückliche Eltern.

Sonore Stimme: Chinesische Farben. Manche nennen es Schwermetalle. Wir nennen es - Kultur.


So würde ich das machen. Wenn ich den Charakter derer hätte, die sich zum Büttel der chinesischen Mörder machen. Glücklicherweise kann ich mir mein Porzellan aber noch selber leisten. Ohne Geschwafel von "Es gibt kein Richtiges im Falschen".

*die dafür schon damals sklaverei in kauf nahmen
**wie august dem starken, der für eine vase vier soldatenleben verkaufte
*** das die niederschlagung des boxeraufstandes und die opiumkriege prima fand
****das sie erst wieder erleben, wenn die drecksblage auf speed heimkommt

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Vorsicht

Ein Bild.

Keine Zufälle.

Viele Bedeutungen.

3 mögliche Deutungen.

Über zwei Dutzend Details.

Von Europa über Persien bis Ostasien.

Von der Archaik bis zum Ende des Rokoko.

Morgen darf wieder über Food und Porno gerätselt werden.



Und ich hatte gestern eine famose Tarte aus Kürbis, Kastanien, Broccoli, Parmesan und Pilzen.

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Sonntag, 25. November 2007

Real Life 24.11.2007 - Hilfreiche Technik

Iris (panisch): Kannst Du mir helfen? Mir ist der Ring mit dem Icecube in das Waschbecken gefallen und im Siphon verschwunden.

Hausdienst4free Porcamadonna: Klar, kein Problem. Heute Nachmittag kann ich kommen.

Iris: Aber ich bin nachher nicht da, du hast doch einen Schlüssel?

Hausdienst4free Porcamadonna: Ja. In welchem Waschbecken ist er denn?

Iris: Äh - im linken Becken im Bad. Oder im rechten? Du wirst es schon finden, ich habe den Stöpsel runtergetan und den Fön reingelegt.

Hausdienst4free Porcamadonna: Und der Stecker?

Iris: Äh. Oh.

Hausdiensst4free Porcamadonna: ...

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Ach, werden manche sagen,

morgen ist es hässlich: Schnee bis ins Flachland, kalt, matschig, ne, da bleibe ich daheim, und das 82-teilige Besteck für die grossen, siebengängigen Menus, das finde ich demnächst sicher mal im Münchner Norden, da lasse ich den Flohmarkt in Pfaffenhofen ausfallen. Nun, für diese Leute habe ich drei schlechte Nachrichten:

1. Das Wetter wird morgen noch miserabler, als wir uns vorstellen können.
2. Trotzdem werden wir alle dort frieren, und zwar, weil
3. ich auch im Orkan noch hinfahren würde, und die anderen, weil sie sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass das 82-teilige Besteck für die grossen, siebengängigen Menus, das sie demnächst sicher mal im Münchner Norden zu finden gedachten, schon gefunden und für lachhafte ** Euro von mir gekauft wurde, und sie deshalb beispielsweise in Pfaffenhofen, morgen, im Schnee, werden suchen müssen:



Nein, es gibt angenemehre Orte, den Sonntag Vormittag zu verbringen, im Bett etwa oder im Bademantel, da gebe ich den Münchnern recht. Allein, von nichts kommt nichts, und wenn man dann alles zusammengerafft hat, kann man es sich mit den Neuerwerbungen daheim gemütlich machen, und den Tisch chez Alphonse ganz weit ausklappen:



Bei anderthalb Meter Distanz, wo all der Foodporn mitunter nahtlos in realen Porn übergeht, haben es nämlich die in der Kälte ergatterten Grippebazillen nicht so leicht.

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Freitag, 23. November 2007

Empfehlung heute - Ich fahre Fiat.

Gerne. Trotz all der Macken, die Opel und Volvo ganz sicher nicht haben.

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Ich weiss nicht was soll es bedeuten.

Schuld ist mein schlechtes Erinnerungsvermögen. Und eine Bloggerin. Die Bloggerin gab gewissermassen den Anstoss, und ich liefere jetzt dazu das Versagen. Schön blöd. Genau lesen hilft meist. Da stand nämlich:

"Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre es eines nur mit exotischen Früchten."

nur. NUR. Das nur habe ich vergessen, und deshalb machte ich heute extra einen Umweg in eine Renaissancestadr, in der es einen Konditor gibt, der sich auf das Nachbacken von Stilleben-Süsszeug versteht. Das drappierte ich zusammen mit den gewünschten Südfrüchten, hielt die Kamera drauf, beschnitt das Bild - und las dann erst nochmal genau nach, was Loreley wollte.



offensichtlich nicht diesen XXL Porn Ficken Sex Extrem süsse Dinger Grossbild Foodporn, und da hilft es auch nicht, wenn ich ihn in XXX L Megapic geile Früchte Asian Oriental Sex Girls Porno Hardcore Desktop Download anbiete.

Wenigstens war es eine gute Gelegenheit, mal wieder das orientalische Silber zu putzen. Also nochmal, mit Ananas statt Mandeltorte. Wo hab ich eigentlich meine balinesische Silberschale mit dem Tänzerfries?

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Gewissenskonflikt

High End Bloggen: Ich habe heute in der Mittagspause in ein Antiquariat reingeschaut., und der Besitzer meinte, er habe da vielleicht was, das mich interessieren könnte -

und jetzt liegt hier vor mir das Tagebuch einer der vermögensten deutsch-amerikanisch-französischen Frauen der vorletzten Jahrhundertwende, Baronin von *, die zwischen München und Paris ein mondänes Leben führte und sporadisch über 37 Jahre mehrsprachig , Zitate, Briefe und Gedanken eintrug, ihr gewidmete Briefe von Autoren und Künstlern und Zeitungsausschnitte über ihre Auftritte einklebte. Dass wir uns richtig verstehen: Keine Publikation über das Tagebuch dieser Dame, sondern das von ihr selbst geschriebene Tagebuch. Und es ist etwas, das danach schreit, Seite für Seite gebloggt zu werden, damit es anders erlebt wird als vom Trottel von einem Erben, der es für ein paar Euro mit einem Haufen anderer Bücher an den Antiquar verkaufte.

Allein: Die fraglichen Familien existieren noch - unter anderem der Depp, der es verschleuderte, ich bin bei sowas immer fassungslos. Das Tagebuch ist bewusst mit einem Schloss versehen, und ich weiss nicht, ob man das veröffentlichen kann, auch über 70 Jahre nach dem Tod der Verfasserin, obwohl es mir nach dem Lesen der ersten Seiten so scheinen mag, als wäre sie, die schon vor hundert Jahren mit dem Auto nach Paris knatterte, und deren Neffe zeitweilig den Geschwindigkeitsweltrekord für Elektrofahrzeuge hielt, mir sicher nicht böse, der ich wegen ihr heute sicher nicht mehr den Ausführungen der vorne powerpointenden Haifische werde folgen können.

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Freitag, 23. November 2007

Beste Gegend

Gesellschafterversammlung. Klingt zumindest mal nach gutem Hotel, diese neuen Glasbetonverirrungen draussen vor der Stadt, deren Konferenzsäle leicht esoterischen Namen haben. Wenn dort Leute auflaufen, die mit einem Anruf andere in sofortige Bewegung setzen, so wie das mir heute passiert ist, könnte es auch besser sein. Sagen wir mal, bayerischer Hof. Die haben ganz ordentliche Räumlichkeiten für das Besprechen der Sorgen und Nöte bayerischer Investoren. Oder auch einer der schicken Bürotürme, an denen unten unerklärliche Kürzel wie IRGENDWASASSET MANAGEMENT steht, oder XYZ Ltd., Namen nur für eingeweihte, und über all dem Raum vor den intransparenten Scheiben lauern modernste Überwachungskamera, während drin bei Cognac, Zigarren und auf behaglichen Sitzmöbeln diskret über Millionen gesprochen wird.

Die hochsensiblen Kameras gibt es tatsächlich, irgendwo da drin ist auch einer, der alles aufzeichnet, und alle zusammen, mit Gesellschaftern und Haifischtransporteuren, haben den gleichen idyllischen Ausblick auf folgende Szenerie:



Das ist die traurige Wahrheit hinter dem schönen Begriff der Gesellschafterversammlung. Ich war auch schon drin und weiss, dass der Sitz und die Unterhaltung im Wagen davor besser sind, und damit der Typ da drin an den Kamerajoysticks und den empfindlichen, in meine Richtung gedrehten Mikrophonen auch was ordentliches auf die Ohren bekommt, lasse ich das Fenster runter und Couperin in voller Lautstärke laufen, während daneben gelangweilte Bauarbeiter wieder zu ihrer zerstörerischen Arbeit gehen. Und drinnen, berichtet man mir später, ging es über zu wenig O-Saft und Mineralwasser mal wieder laut zur Sache.

So ist das, bei der Gesellschafterversammlung.

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Kann sein,

dass ich mitten im Dezember kurzfristig nach Berlin muss, wegen einer Podiumsdiskussion mit Journalisten. Kann auch sein, dass ich aufgrund der Umstände mehr als nur einen Tag dort bin. Kann sein, dass es eine kleine Bloglesung gibt, damit auch die Kultur nicht zu kurz kommt. Hat jemand Interesse?

ich lese auch keine berlinhasstexte, versprochen. auf das sog. neue testament

ooops - soeben sehe ich, dass man das thema besser nicht dem abschaum und pöbel der schleichwerber und spammer überlassen sollte

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