Bildrätsel II

Unten seht Ihr ein Bild, das so oder ähnlich tatsächlich im Goldenen Zeitalter der niederländischen Malerei hätte entstanden sein können. Dieses Bild ist voller Details, und jedes Detail mit Ausnahme des dunklen Hintergrundes hat eine - oder, das ist das Tückische - mehrere Bedeutungen. Ich selbst kann darin drei verschiedene - und dennoch ähnliche - Thematiken erkennen. Und ich kenne die Deutung der Details. Die Themen sind KVFUV, HGW und DSDM :-)

Ihr dagegen - nun, Eure Aufgabe ist es, zuerst die übertragene Bedeutung Details zu erkennen. Dabei ist es natürlich auch sinnvoll, sich nicht nur die Objekte, sondern auch ihre Lage im Gesamtbild anzuschauen. Daraus ergibt sich dann so viel Evidenz, dass man auf alle drei Lösungen kommen kann. Und wenn man sie dann hat, kann man bei einem dieser Sinngehalte feststellen, dass er alle Details in sich vereint und mutmasslich der richtige ist, auch wenn die anderen beiden nicht falsch sind - bei denen bleibt nur das ein oder andere unerklärbar.



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Ihr habt bis morgen Abend Zeit. Ihr könnt fragen, und ich gebe möglicherweise Antworten. Schaut bitte genau hin, im Prinzip ist es auch diesmal wieder selbsterklärend. Ein Hinweis noch: Wie der Kürbis anzeigt, ist das Bild nicht vor ca. 1620 entstanden. Das ist bei der Bedeutung einiger Objekte wichtig.

Montag, 26. November 2007, 03:37, von donalphons | |comment

 
Wahres Glück ist unbeschreiblich, fühlbar nur. ( http://www.gutenberg.org/catalog/world/readfile?fk_files=94359&pageno=9
)
Vordergründige Bedeutung: Wolllust, die an der Mattscheibe beginnt und endet und nur in der Vorstellung sich entfalten kann, daher der Kopf ohne Körper...

muß jetzt schnell an trocken Brot mümmeln, sonst gibt das hier ne Sauerei

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Nun - nicht wirklich. Man muss genau hinschauen und es lesen.

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Du Wahnsinniger! Hätte beinahe mit dem Entschlüsseln begonnen - dann fiel mir ein, dass ich zum letzten Mal olle Holländer interpretieren musste, als ich im Kunstgeschichtsseminar von Prof. Theissing anno 1974 in der Düsseldorfer Kunstakademie saß. Und beschloss für mich: Ne, ne, das muss ich nicht mehr haben... ;--)

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Na komm, es ist ganz leicht. Wirklich! Und es gibt so viele richtige Antworten :-)

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Materialsammlung,Fragen über Fragen und löcherige Bildung
der Kopf mesopotamisch? persisch? Beutekunst aus Irak? die Figur (Kashmir? ) trägt ein Pulver-, ein Weinfaß ?

Rousseau lehnt die kulturelle-gesellschaftliche Ausprägung des Menschen ab, stellt dem einen naiven Idealtypus entgegen, beeinflusste das Denken zuerst der französischen Revolutionäre wird hier ehemals sehr sinnlichen, jetzt aber verrottenden Früchten beigeordnet
Erschlaffung durch Verzweifelung an dem Menschenwesen?

der Schwarm!!!

Der Schwarm, wo ist der Schwarm!

Auster, mit Schalenfrüchten, schwer zu knacken, umrahmen das Arrangement herzseitig

Eier,Keimzelle,Brocolli,frisches,fraktales Gemüse
Käse, muffelig, aber lecker, Zeichen der Reife,dem Kopf zugehörig

dem Faßträger zugeordnet: Früchtekuchen, mächtige, stärkende Nahrung, unter dem Teller lugt etwas Geheimnisvolles hervor

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Keine Auster, das spezifische Buch ist wichtig, nicht nur Rousseau.

Und die meisten Deutungen stammen aus dem XVII. Jahrhundert, man muss also nicht in aktuellen Bezügen denken.

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The confessions of Rousseau, erste Autobiographie, die vornehmlich auf die persönlichen Aspekte des Lebens (erste 35 Jahre) eingeht , erster blog! englische Ausgabe, Ortsangabe in französisch

keine Auster, aber bestimmt eine weibliche Muschel

warte auf kunsthistorisch bewanderte Fische und Vögel und versuche mich mittels Musik in vergangene Bewusstseine zu channeln

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So viele Bedeutungen: Ganz links: Der don knackt(Nüsse) gern die Muschel (...).

Schwarzer Hintergrund samt Maske: Es sind lediglich die Schatten, die wir erkennen. (Höhlengleichnis)

Mitte frei nach Nietsche: Wenn Du zum Don gehst, vergiss die Gabel nicht.

Messer und Buch: Wer hier was schreibt riskiert, eine geschmiert zu bekommen (Hallo Spammer).

Tablets + Buch: Lesen ist Silber, Essen ist Gold.
Grob der Korb oben links: Wer hier Käse redet, kriegt eins in die Eier.

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Nüsse? Das ist Muskat und gehört in alles, was Kürbis enthält.

Und das andere sind Esskastanien.

Der Hintergrund hat keine Bedeutung, und das platonische spielt diesmal auch keine Rolle.

Nein, ganz anders. Alles.

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Ich habe etwas Probleme, die genauen Detailszu erkennen. dir ist aber schon bewusst, dass ansonsten der dunkle, bzw. Schwarze Hintergrund für Todeserwartung oder das ewige Leben steht.

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Nach 1600 eigentlich nicht mehr so richtig: Das Chiaroscuro ist ab Caravaggio meist nur noch ein Effekt, ein Trick, um Glanz und Kontur vor dunklem Hintergrund zu generieren. Die meisten Prunkstilleben von Willem Kalf haben einen schwarzen Hintergrund, ohne dass es etwas bedeuten würde. Ich würde meine Augen lieber senken und mir den Zustand auf dem Tisch anschauen.

Sieht so ein ordentlich gedeckter Tisch aus?

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Und warum hat bislang eigentlich noch niemand etwas zu dem Besteck gesagt, dass die beiden Teller und die Gerichte darauf verbindet?

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Scheint ja allen die Schreibe verschlagen zu haben ;-)

Im Korb oben links die Grundstoffe für das fertige Gericht: Hat es etwas mit Veredelung zu tun?

Die Zahl drei könnte auch eine Rolle spielen.

Rousseau, Sokrates (?) und der dritte ein fernöstlicher?

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Nein, nicht Sokrates. Für Sokrates ist der definitiv zu jung, und er trägt was auf dem Kopf.

All die Materialien im Korb haben was gemein. Allein schon, weil es in der Tarte nicht leicht zu erkennen ist. Aber auch noch aus einem anderen Grund.

Drei spielt keine Rolle.

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Ich würde mich ja gerne in das Rätsel hineinknien. Ich muss aber ein Konzept zum Investionsgütermarketing eines neuen Kunden schreiben und da ist der Kopf ganz woanders.

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Nachdem hier gegessen wird, was auf den Tisch kommt, kann ich es ja morgen und übermorgen nochmal aufwärmen :-)

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Also, ich würde mal hinten anfangen:

Ein klassischer Kopf neben einer schwülstigen Nippes-Figur. Der Kopf ist klassisch-griechische Antike. - Die Zeitangabe gibt die andere Einordnung mit: Hier liegt ein kunsthistorischer Gegensatz vor. Antike und Barock? - Die kleine Figur ist geschmückt und behangen (mit Trauben?) - paßt also zur kunstgeschichtlichen Einordnung des Barock.

Der klassische Kopf ist ein Krieger? - Sparta? Ein Hoplit?

Wenn ich jetzt den Rousseau dazunehme, erhalte ich einen Hinweis auf den Gegensatz: Naturzustand vs. gesellschaftlich überformter Mensch.

Mhm, man hat ja schonmal gerne die vorklassische Antike als Ideal eines unverbildeten Naturzustandes genommen. - Wenn es dann tatsächlich um Sparta geht, dann haben wir das Ideal des asketischen (bronzezeitlichen) Kriegers.

Für das Thema tippe ich auf den Gegensatz von verweichtlicher, 'moderner' und überformter Gesellschaft versus unverformten, asketischen, natürlichen und durch Gesellschaft unverfremdeten Menschenideals. - Daß der Kopf liegt und entgegen der kleinen Figur übergroß ist, spricht Bände.

So, für den Anfang ist das doch schon ganz richtig, oder? - Ich bitte die Schwarmintelligenz, diesen Ansatz entweder zu falsifizieren, oder an diesem Punkt weiter zu machen .... ;)

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Das Detail war schon mal recht fein erklärt - um es aufzulösen: Die Figur ist eine indische, trommelnde Tempeltänzerin, und man wusste bereits im Europa des XVII. Jahrhunderts um die extreme Freizügigkeit - um nicht zu sagen Prostitution - die damit einhergeht. Entsprechende Phantasien finden sich dann in diversen europäischen erotischen Schriften, die beispielsweise angeblich in "Goa", mit Lizenz des Grossmoguls, gedruckt wurden. Das sogenannte Devadasi-System, siehe auch dort die erste Zeichnung der Trommlerin, dem die Tänzerinnen angehören, ist das bekannteste Zeichen für den Niedergang der Buddhismus von der reinen Lehre zu einem verkommenen Zwangssystem.

Der Männerkopf ist kein Spartaner. Kämpfer sehr wohl, und zwar ein bestimmter Kämpfer, dessen Geschichte wiederum einen Kampf um den richtigen Weg miteinschliesst, und dessen Kopfbedeckung ihn eindeutig charakterisiert. Na?

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Nachtrag: Der Kopf ist für Sokrates zu jung? - Also aus der Zeit des Alexanderreiches? - Zur Zeit des Aristoteles? - Das würde als Gegensatz zu Rousseau passen: zoon politikon vs. Naturzustand ... Du sagst er hat was auf dem Kopf. Der Aufsatz erinnert mich in der Tat an etwas - Doch nicht etwa ein persischer Krieger? - (Tut der Interpretation keinen Abbruch: Hellenismus/Diadochen und Ende der klassischen griechischen Hochzeit)

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Devadasi-System, als Zeichen für den Niedergang der Buddhismus? Äh, das ist doch so eine hinduistische Sache, viele Götter (bisweilen mit vielen Armen), Kastenwesen und so. Dachte ich zumindest immer.

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Stilgeschichtlich definitiv zu alt, als Person jedoch definitiv zu jung für Sokrates. Und es ist ein griechischer Krieger. Von denen es mit spezifischer Kopftracht nicht zu viele gibt.

Eigentlich nur zwei - Perseus und ...

Arboretum, Du hast natürlich recht, danke für den Hinweis.

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Herakles (s.u.) - Die Zeitangabe mit Sokrates hat mich verwirrt - natürlich ist die Figur stilgeschichtlich viel älter.

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wegen der Löckchen
würde ich Perikles sagen, obwohl ich wegen der Gesichtszüge weiterhin auf den ferneren Osten blicken würde

Perikles wäre hier vielleicht als Widerständler gegen die überkommene Adelsherrschaft zu gebrauchen

Kürbis? ist das was ich für einen Cheddar halte also ein Kürbis...

Zeitenwende, der Winter naht, Kinder, backt schnell verführerischen Kuchen aus frischen Ingredienzien, um Kraft für Reformen zu schöpfen, sonst warten runzelige Haut und braune Flecken auf euch... und jeder nur ein Stück,bitte

oder? war vielleicht etwas zuviel Muskatnuß

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Die berühmte Büste des Perikles im Vatikan spielt in manchen Details auf den Gesuchten an, aber: Perikles war um 460 v.u.Z. in einem Alter, das diese Darstellung erlaubt hätte - da ist aber die klassische Bildhauerei in vollem Schwung. Der Kopf auf dem Tisch ist, wie besonders die orientalisierenden Augen und das stilisierte Lächeln zeigen, um 520/510 v.u.Z. entstanden. Es kann also nicht Perikles sein.

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Der grosse Perserkönig Darius I?

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Griechischer Kriger, "ein bestimmter Kämpfer, dessen Geschichte wiederum einen Kampf um den richtigen Weg ..."
Dazu fällt mir die Scheide am Heraklesweg, ähm, Herakles am Scheideweg ein.

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@noergler, hatte Herakles "orientalisierende Augen"? Kann ich mich nicht daran erinnern... 'ne grosse Keule hatte der.

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Dann blamier ich mal.

Es ist ein unaufgeräumter Tisch. Das Messer ist schmutzig. Eine der Feigen wurde gegessen, aber nicht weggeräumt. Ein alter Apfel.

Das Messer zeigt, anders als die Gabel nach aggressiv oben, sticht in den Apfelkuchen. Der griechische Kopp neben der Tänzerin ist umgekippt. Kampfansage gegen Autoritäten.

Schaut man sich die Früchte an, so sind diese meistens vornehmlich an verschiedensten Ecken des Mittelraums oder Kleinasien zuerst populär gewesen, aber einzig eine Gegend scheint all dieses Gemüse/Früchte zu besitzen und kulinarisch genossen zu haben: Italien.

Damit konzentriert sich meine Aufmerksamkeit auf Italien nach "Confession de Rousseau", also auf Italien Ende 18tes/Anfang 19tes Jahrhdt.

Das haut nicht schlecht hin. According Wikipedia (Asche auf mein Haupt) gab es generell in Europa eine Welle von Unabhängigkeitsbewegungen und speziell in Italien das "Risorgimento" gegen die Heilige Allianz, inspiriert durch die Franz. Revolution, wo dann wieder eine Verbindung zu JJ Rouseau und Jakobinern hergestellt ist.

Da vereinen sich die Motive Aufbegehren gegen Autoritäten, das kämpferische des Messer, das chaotische/freiheitliche durch den unaufgeräumten Tisch.

Bei der Verbinung zum antiken Griechenland kann ich auch aufgrund der Zeitangabe nur tippen, dass hier die Zeit zur attischen Demokratie hin gemeint ist, die auch aufgrund der Perserkriege entstanden ist. Der umgekippte Kopf ist ein gefallener Feind.

Schließlich gibt es noch die wollüstige Facette durch die indische Tänzerin sowie ausgesuchtem Gemüse. Feige. Auster. Nüße. Eier. Süßes Gebäck. Nicht im Sinne von Erotik, aber von antiautoritär und "freier Mensch".

Generell: nettes Gedeck, feine Gabel. Ich bin mir nicht sicher ob das Messer zur Gabel passt. Das Messer sieht fast wie ein klobiges Bauernmesser aus (der Griff ist auf dem Bild nicht genau zu erkennen). Auch das Hineinstechen in den Apfelkuchen wirkt rüde, respektlos.

Hmmm. Viele Puzzleteile, aber noch kein Gesamtbild.

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Je länger ich mir das Bild ansehe, desto mehr kommt mir das Messer wie ein Fremdkörper vor. Ist das Messer Ausdruck eines Konfliktes? Bauern/Arbeiter gegen Intellektuelle?

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Soweit ich das erkennen kann, gehören Messer und Gabel nicht zusammen, die Griffe sind verschieden.

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Die wahre Botschaft des Bildes nämlich...
@dogfood, meine italienische Interpretation von gestern hatte der Don weggebürstet... Wir sehen etwas, dass nicht mal er erkannt hat: Die wahre Botschaft des Bildes nämlich...

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Der Kopf muß Herakles sein - noerglers Hinweis paßt gut hinein.

Die vorklassische, archaische Zeit brachte solche stilisierten Figuren, auch mit solchen Schlitz-Augen, hervor.

Die Kopfbedeckung könnte ein angedeuteter Löwenkopf sein, damit wäre Herakles identifiziert. - Mit der Geschichte von Herakles am Scheideweg haben wir die Wahl zw. Lust und Askese, was wieder gut zu Rousseau paßt. Ich schrub es gestern. - Daneben die Tempeltänzerin haben wir auch schon geklärt. - (Hihi, Herakles ist umgefallen)

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Ich bin von den Beobachtungen schwerst beeindruckt - die Folgen habe ich so nicht gesehen, aber doch... könnte auch so sein.

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Hier...
...ist der Beitrag des mabuse-Kreises der Kulturfreunde "Vanitas" e.V.:


Ausgehend von der Leserichtung, die durch den Einfall des Lichts vorgegeben wird, finden sich links oben frische, rohe, weitgehend unbehandelte Zutaten in einem Holzkorb. Rechts darunter eine einzelne Tarte, noch frisch und bereits angeschnitten, darüber dann Stücke unterschiedlichen Gebäcks, zusammengelegt auf einem Silberteller: derselben Unterlage wie bei der Tarte vorne. Schon an diesen Dingen läßt sich eine zeitliche Abfolge herauslesen: aus den rohen Grundlagen wird eine Speise zubereitet. Deren Reste werden schließlich auf einem Teller zusammengelegt; was am Ende übrig bleibt, verfällt wie der vertrocknete Apfel und die verfaulenden Feigen rechts unten, die im Gegensatz zu den frischen Zutaten in der linken oberen Bildecke stehen.

Geht man von dieser profanen Ebene weg und betrachtet das Buch am rechten Rand, ergibt sich eine gesellschaftspolitische Symbolik: Rousseaus letztes Buch, seine Lebensbeichte, behandelt die (Fehl-)Entscheidungen seines Lebens und liegt in der dunklen Hälfte des Bildes, in der Nähe des faulenden Obstes. Rousseaus Idee des Gesellschaftsvertrages handelt von der Entwicklung des Menschen als reinem Naturwesen hin zum kulturellen Wesen: diese Entwicklung läßt sich im Bild nachweisen. Der Holzkorb mit den grob zurechtgeschnittenen Zutaten entspricht der Menschheit im Naturzustand. Da die Menschheit in diesem Zustand nicht verblieben sind, entspricht die Tarte im Vordergund einer Stufe der Kultur, in der die ursprünglichen Zutaten zugunsten einer höheren Entwicklung aufgegangen sind. Rechts oben dagegen deutet sich bereits der Verfall an: es sind gesammelte Reste unterschiedlicher Backwaren, die zusammengelegt wurden. Zwar besitzen sie noch einen Wert, der durch den Silberteller angedeutet wird, allerdings sind sie nicht mehr weit von Fäulnis und Verfall entfernt.

Diese Beobachtung könnte zu Rousseaus' Zivilisations- und Gesellschaftskritik passen, die er in seinem Gesellschaftsvertrag aufzeichnet. Von Interesse sind die Verbindungslinien zwischen den beiden Silbertellern, die durch Gabel und Messer angedeutet werden: während die Gabel blank geputzt ist, erscheint das weiter rechts liegende, (also dem Verfall näher gelegene) Messer alt und fleckig.

Sollte die Tarte im Vordergrund nicht einem bestimmten gesellschaftlichen Zustand, sondern der fortgeschrittenen Entwicklungsstufe eines Individuums entsprechen, so könnte das Besteck die Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft symbolisieren: da das Messer nach oben zeigt, ist dadurch die Bewegung des Einzelnen in die Richtung des Verfalls vorgezeichnet. (Als Individuum löst er sich in der Gesellschaft auf.) Umgekehrt profitiert das gesellschaftliche Ganze vom Einzelnen (dargestellt durch die Gabel), wobei der Einzelne allerdings Substanz (die losgelösten Stücke) verliert.

Auf diese Symbole angewendet, läßt sich auch Rousseaus' Lebenswerk wiederfinden: seine Geständnisse stehen am Ende seines Lebensweges, sie finden sich in räumlicher Nähe des verfallenden Obstes wieder. Seine politischen Ideen waren sehr einflußreich, standen allerdings unter vehementer Kritik zeitgenössischer Aufklärer; seine Bewunderer (z.B. Robespierre) waren z.T. verantwortlich für den jakobinischen Tugendterror. Sein Erziehungsroman Emile ist bestenfalls eine intellekte Übung, denn seine eigenen leiblichen Kinder gab Rousseau alle weg; von Entwicklungspsychologen wird sein Werk konsequent abgelehnt: aus der heutigen empirischen Perspektive der zur kindlichen Hirnforschung, Neurobiologie und Entwicklungsgenetik (hier insbesondere Epigenetik) können seine Annahmen über Kindheit und Jugend weitestgehend als falsifiziert bewertet werden.

Die Blüte und das Scheitern der Ideen Rousseaus lassen sich in der zeitlichen Abfolge der abgebildeten Gegenstände wiederfinden, was deren allgemeine Deutung individuell anwendbar macht.

Eine weitere vertikale Achse läßt sich noch ausmachen: Sie geht von den Figurinen oben zur Tarte nach unten. Hierbei ist es besonders schade, daß der abgebildete archaische Griechenkopf nicht Perseus sein soll. Wenn er es wäre, würde sich nämlich die offensichtliche Pilzform der Tarte unten erklären lassen. Schließlich konnte Perseus seinen Durst mit dem Wasser aus dem Hut eines Pilzes stillen und errichtete am selben Platz die Stadt Mykene. Pilz -> Myzel (gr.: Pilzgeflecht) -> Mykene werden dann durch die Tarte im Vordergrund versinnbildlicht. Mykene ist zudem Beispiel für eine archaische Kultur, die für die Menschheit steht, welche die Dämmerung ihrer Entwicklung im Naturzustand verläßt und die sich weiterentwickelt.

Der archaische Kopf in der hellen Hälfte des Bildes symbolisiert somit den Aufstieg des Menschen zum kulturellen Wesen. Damit ist der Verfall nicht weit: er befindet sich in der dunkleren Hälfte des Bildes unterhalb der zweiten Figurine. Diese ist eine indische Tempeltänzerin, die eine Kultur repräsentiert, die zwar äußerst verfeinert ist, bei der allerdings auch keine Entwicklung mehr möglich scheint und die damit an ihr Ende gekommen ist: das Kastenwesen. Die Figur steht zwar aufrecht und ist unbeschädigt, allerdings ist sie deutlich dunkler und obskurer als ihr weißes Gegenstück neben ihr. Wenn der Grieche also Perseus gewesen wäre, hätten seine Nachfahren als Ahnen der persischen Könige noch eine gewisse Nähe zu Indien gehabt, aber leider soll es ja so nicht sein.

Somit scheint das Hauptthema des Arrangements am besten mit "Entwicklung" beschreibbar zu sein: diese gilt für die Menschheit im allgemeinen, wie für Gesellschaften und Individuen im besonderen. Ausgehend von einem reinen, unhandelten Rohzustand über eine Zeit der Blüte ist der Verfall unausweichlich.

Rousseaus Buch könnte eine ambivalente Symbolik zukommen. Einerseits überdauern die Werke eines Menschen dessen physischen Zerfall, andererseits sind auch Bücher und Bildung nur Ausdruck von Vanitas und letztendlichem Scheitern.

Letztere Interpretation könnte sich insofern anbieten, da Rouseeaus Autobiographie seinen eigenen Werken nicht annäherungsweise gerecht wurde. Platt formuliert: er war nicht in der Lage, seine Utopien auch nur ansatzweise zu leben. Seine Werke hatten zwar Einfluss auf die Erziehung und das Naturverständnis (interessanterweise mehr in Deutschland als in Frankreich), konnten sich aber gegen eine empirische naturwissenschaftliche Weltbetrachtung nicht behaupten.

Zusammengefaßt könnte es sich also um ein Vanitas-Bild unter Rosseauscher Thematik (Natur / Kultur / Zerfall) handeln.

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Ich bin beeindruckt.

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Mal sehen, ob auch was davon stimmt :-)

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Herakles ist die richtige Antwort. Man sieht auf dem Haar einen Boppel hervorragen - das ist die Nase des Löwenfells, das Herakles getragen hat. Aus (liegenden, gefallenen) Herakles heraus erklärt sich dann auch die stehende Frauenfigur; Herakles ist selbst auch mehrfach gestolpert und ist auch auf diesem Bild offensichtlich wieder gescheitert.

Dass Tarte und Torte etwas miteinander zu tun haben, ist richtig, aber ich würde das nicht so dezidiert geistreich sehen wollen, das ganze ist handfester gemeint. Man betrachte dabei auch die Zutaten und ihre Bedeutung.

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Ich glaube nicht, daß das Herakles ist, jedenfalls solange nicht, bis ich den Kopf in Großansicht von schräg oben vorne und hinten sehe - schließlich müßte mehr als nur ein Nöbbel zu sehen sein, wenn ich das Haupt eines Löwen als Helm tragen würde. Allein die Haare, meine Damen und Herren!

Nix - das ist Perseus und sein Hörnchen ist die Tarnkappe, die ihm die Nymphen geschenkt haben. Außerdem ist seine Sage eine schöne coming-of-age-Geschichte, was perfekt paßt. :-)

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Ihr habt übrigens noch bis morgen früh Zeit - ich muss heute zu den Prager Philharmonikern und nachher noch weg :-)

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Kannst Du mir eine einzige antike Statue zeigen, in der Perseus einen Bart trägt? Ich frage nur interessehalber, meines Erachtens ist das nicht üblich.

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im körbchen links oben räkelt sich doch wieder eine verführende dame: über den käsigen schenkeln eine bauchnabelrosette und die eier haben wohl den herakles gefällt. nur ist sie diesmal kopflos. das kann schon passieren, wenn frau einen helden im körbchen hat.

ok, das war jetzt wieder mal die vulgär-sicht für die bauern unter uns. der ruhm gebührt diesmal dem irren wissenschaftler.

leider hatte ich heute keine zeit, um richtig mitzumachen. beim nächsten foodporn-bildrätsel will ich eine anständige ankündigung, damit ich das in meinem planer berücksichtigen kann

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@don: Nein, einen bärtigen Perseus kann ich nicht vorweisen, aber auch der Nachweis eines Einzelfalls wäre höchstens Indiz und nicht Beweis :-/

Aber mal zu Herakles: wenn der Herr schon mal Löwe trägt, wird das häufig weitaus weniger dezent angedeutet als nur mit einem Nöbbelchen auf der Stirn. So hier , hier und vor allem hier. Gut - nichts davon ist archaisch, also geschenkt.

Dennoch würde ich gern mal das Köpfchen Deines Herakles von oben und hinten sehen :-)

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Bei der Suche nach der Lösung bin ich auf das interessante Blog Denkgelage gestoßen. Vielleicht kann uns der Verfasser hier behilflich sein.

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Ein paar Fragen
Seh ich das richtig? Sind das zwei Eier in dem Korb?
Hart oder weich?
Und das in der Mitte ist Broccoli?
Und ein angebissener Apfel?
Und der Griff der Gabel ist ein bißchen in das Zeug da auf dem anderen Teller hineingedrückt? Was ist das? Sieht aus wie getrocknete Datteln oder Feigen.
Und auf dem Stück Torte oder Kuchen auf Höhe, sind das Pflaumen?
Und was ist das für ein Metallstück links unten unter den Kastanien?
Und wieso liegt der große Herakles vor einer Prostituierten mit der Fresse im Dreck wie Thomas Buddenbrook nach seinem letzten Zahnarztbesuch? Und sein Gesicht wird beinahe halb überschattet von dem Korb mit den Eiern, Kastanien, dem Kürbis und dem Apfel.
Ist der Kürbis eigentlich auch ein Vanitas-Symbol?
Ist das vielleicht wirklich ein Porno?
Kehren Rousseaus "Bekenntnisse" nicht die von Augustinus um? Der eine bewegt sich von "Vanitas" weg, der andere bewegt sich wieder hin.

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die Lippen?
das ist der abgeschlagene Kopf von Bin Laden, gefangen in Kashmir,, als Herr Don grad 35 war

alles ist eine Farce!!!! esst ordentlich Tarte

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hä, ja sorry
es gibt Theorien, die auch über die Intention des Künstlers gehende Interpretationen zulassen, aber das ist ja ein Rätsel. Asche über mein ignorantes Haupt.

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