Mittwoch, 16. Januar 2008
Und morgen Wochenmarkt

Zwei andere Einladungen für Januar habe ich schon vor längerer Zeit abgesagt, und die Vorstellung, ich müsste in den nächsten Wochen nochmal nach Norden aufbrechen, gefiele mir überhaupt nicht. Nicht in dieser Zeit, nicht unter den hektischen Umständen, die es mit sich bringen würde. Und in Bayern wartet ein hübscher Salat, und davor eine Suppe, die jemand auslöffeln muss, der noch zu benennen ist. Überhaupt, es ist gut zu wissen, dass es einen Ort gibt, an dem man bleiben kann, wenn die Stürme kommen. Dann ist Pessimismus gleich ein wenig angenehmer.

Ich fände es nett, wenn es mich nicht betreffen würde. Es wäre schön, jetzt wieder ein paar inkompetente Gründer zu beraten, die eine kleine Insolvenz hinlegen, und wenn sie dann anrufen und Hilfe wollen, einfach das Handy auszuschalten und sich auf die Torte freuen. Es wäre schön, nichts zu wissen von dem Unheil, das noch kommen wird, und sich keine Gedanken machen zu müssen, wer in diesem Spiel der grössere Verbrecher ist. So wie die Leute, bei denen ich morgen meinen Kühlschrank fülle, oder deren Kunden, für die das alles ein leises Grollen jenseits des Horizonts ist. Nicht das Dümmste. Die Dümmsten sind die, die in der Einschlagzone sind, und es sieht nicht so aus, als gäbe es da einen Ausweg.
Hätten sie mal besser mehr Torte gekauft.
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Goldanlage ist sicher

Sagen wir mal so: Für die Grösse des Debakels der Immobilienkrise ist bislang alles bemerkenswert ruhig abgelaufen. Überhaupt ist es eher ein Thema für Spezialisten, denn für die breite Masse; gehört doch die Anschaffung oder der Verkauf eines Hauses nicht zum täglichen Geschäft. Man kann also weiter träumen und konsumieren. Nach Potsdam rauschten sie alle an mir vorbei, als würde Benzin ein Zehnerl kosten, und dortselbst hatten alle Koreaner wieder die allerneuesten Kameras. Ganz erstaunlich, diese Sicherheit, in der sie sich wiegen. Oder vielleicht glauben sie, dass Asien durch den Einstig bei den Symbolen des westlichen Kapitalismus zu den Gewinnern gehört?

Deutschland steckt diesmal, von den Banken abgesehen, weniger tief mit drin als während der New Economy. Und alles, was begehrt ist, wird mittelfristig wenig Probleme haben, seien es nun Luxusautos oder Reisen. Das Problem bei dieser Krise ist, dass sie sich nicht, noch nicht anfühlt wie eine Krise, eher wie eine Chance zum Wiedereinstieg, denn allgemein glauben alle an die Kontrollierbarkeit der Risiken. Die Kuwaitis, die sich an der Citigroup beteiligen genauso wie die Zahnärzte, die Hauptstadtwohnungen beobachten. Gold mag sicher sein, aber es ist überbewertet und bringt keine Rendite. Und weder wird die Hauptstadt fallen, noch die Citigroup, das können sich die Nationen nicht leisten. Sagen die einen.

Die anderen sind unschlüssig. So wie ich. So wenig, wie sich die Krise momentan als unkontrollierbar anfühlt, so sehr läuft sie doch aus dem Ruder. Weil an den Banken und den Immobilien so unendlich viel hängt. Privater Konsum einerseits, Werbung und der Korruptionskreislauf der Medienbeeinflussung andererseits. Und da steht die Krise auch wieder vor meinen Toren. Weiter wird sie nicht kommen, ich habe keinen verzichtbaren Konsum zu bieten, und was ich schreibe, wird ohne Werbung verkauft. Ich kann sorgenfrei durch die Parks bei Potsdam wandeln, auch ohne zu wissen, was kommen wird. Aber ihre Nähe gefällt mir nicht, auch wenn sie diemal keine Aktionäre trifft, sondern zuerst diejenigen, die sie verschuldet haben, dazu noch das Web2.o, die Johurnaille und die Werber.
Gold habe ich dann doch nicht gekauft. Dafür Silberbesteck aus dem Rokoko. Das kann man wenigstens benutzen, wenn es ganz hart kommt. Hungerrationen gefallen besser, wenn sie mit Luxusgerät zum Munde gebracht werden, und die Täuschung ist sicher nicht verwerflicher als der Glaube, dass man das Kommende irgendwie kontrollieren könnte.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 14. Januar 2008
Empfehlung heute - It´s nice to see
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Allein

Auf dem Weg nach Berlin war es diesmal ganz anders. Ich war am Dienstag Nachmittag allein im Neuen Schloss in B.. Ganz allein. Ich warvermutlich so lange in der Fayenceausstellung, dass man in den markgräflichen Räumen wohl nicht mehr mit einem Besucher rechnete. Und so war da absolut niemand zu sehen. Es war bitterkalt; kein Wunder, dass dort niemand sein mag; aber auch einzigartig. Ich setzte mich auf den Boden, und sah lange, sehr lange an die Decken der Räume, die gar nicht so gross sind, wie man glauben möchte. Ich hatte Zeit, unendlich viel Zeit für jedes Detail. In der Stille ist die Konzentration sofort da, man muss sich nicht gegen den Lärm - THORBEN LASS DAS BITTE - abschotten, es ist, als gehöre einem all die Kunst und der Prunk, zumindest für die Stunden, in denen man alleine ist. Ich habe das nicht oft erlebt; vom Gefühl her ist es ein Unterschied zu massenverseuchten Rundgängen, wie zwischen echtem Sex und zotigen Männerwitzen.

Es ist ein ganz seltener Luxus, den nichts aufwiegen kann. Da sind so viele Drachen an der Decke, man kann sie vergleichen, in andere Räume gehen, neue Tiere entdecken und umkehren, um sie zu vergleichen, man kann überlegen, wo die Tische gestanden haben müssen, um den besten Blick zu haben, und überlegen, was die nach Bayern gezogene Preussin, die das alles geschaffen hat, damit eigentlich sagen wollte. Sicher nicht, dass die Horden durch ihr Teezimmer rennen. Erst wenn man allein ist, fühlt man die Intimität des Raumes, man ist ein Voyer, geduldet durch Unachtsamkeit und Zufall, solange, bis man im Hals das Kratzen und in der Lunge die Kälte nicht mehr erträgt, aber man hält es sehr, sehr lang aus, denn so eine Gelegenheit wird so schnell nicht mehr kommen, ganz allein bei der Markgräfin zu verweilen.
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Montag, 14. Januar 2008
Dirt Picture Contest - Asoziale Synergien
Das da ist pleite und uncharmant, die netteren Bewohner kann man nach Hause einladen und auf die gute Beschäftigungssituation an der Donau hinweisen, auf das bessere Klima und anderes, was die Heimfahrt freudig werden lässt. Aber zum Ende ist doch noch eine Frage zu stellen: Wer ist in diesem Asozialenhausen eigentlich der Asozialste?

Das unerfreuliche Wesen, das seinen Köter ungeniert auf den Gehweg scheissen lässt? Die grosstuerische Person, die ihre Japanschleuder so auf dem Gehweg abstellt, dass man nicht vorbeikommt? Oder die geschmacklose Figur, die erstere Hinterlassenschaft aufhebt und auf zweitere schmiert?
Ich will mir da kein Urteil anmassen. Vielleicht ist das da oben doch nicht so schlecht. Dann bleiben sie wenigstens alle zusammen oben, mit den Apparatschiks, den falschen Blogerlösern, den Pleitiers, den Werbedeppen, den Diskursignoranten und was da sonst noch ist. Lebt wohl, oder krepiert, wie ihr meint, adieu. Ich schreibe das hier schon wieder in Bayern.
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Dirt Picture Contest - Verspiesserung

Dir fällt auf, dass es hier eine Handelsstelle für die Sammler internationalen Speichels (so nannte es Pittigrilli) gibt. Ganz erstaunlich. Solche Geschäfte gab es allenfalls daheim in Esslingen oder Wanne-Eickel, aber hier wirkt es komisch. Scheint Kunden zu haben. Und es ist kein versteckter Swingerclub. Die machen das hier wirklich.

Und dann ist hier die Linke, die dich seit Jahren mit lustigen Strichen an der Wand verwöhnt und dergestalt die Weltrevolution vorantreibt. Zumindest war es früher so. Heute scheinen sie sich auch mit dem früher so verhassten Mediensystem auszukennen, und darauf anspielen zu wollen. Fundamentalopposition, kommt dir, ist vielleicht was anderes als der sensationsgeile Apell an gemeinschaftliche TV-Erfahrungen. The Revolution will not be televised, sagte mal Gil Scott-Heron. Vor langer Zeit.
Wer damals geboren wurde, hat auch schon die blaue Kühlschrankphase hinter sich. Die zwangsweise immer jemand in der WG hat. Aber auch das ist vorbei, man will etwas langfristiges, solides kaufen, nicht bei Mutti abstauben, das auch die Umwelt schont, vielleicht von Miele oder Bauknecht, am besten gleich eine Einbauküche, also muss das Relikt der Studentenzeit weichen, und wohin damit? Nun, erst mal raus aus der Wohnung, alles weitere wird sich finden, erst mal mit Christbäumen tarnen. Die hat man jetzt übrigens auch.

Und dann sind da noch deine Freunde, die neuerdings so eine rechteckige, von Geraden und Bauhaus geprägte Couch besitzen. Weisses Leder. An der Stelle, wo früher die flippigen rosa Sessel waren. Darüber hängt jetzt was von Lumas. So ist das inzwischen, Im Prenzlauer Berg. Photokunst, auch als Geldanlage, in einem weissen Rahmen, an einer weissen, wirklich reinweissen Wand, an die nichts kommen darf, vor allem nicht der Buntstift von Lea-Thorben, der auch folgen wird.
Schneller, als dir vielleicht lieb sein kann. Du hast doch vorgestern Nacht das Präservativ...?
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Sonntag, 13. Januar 2008
Empfehlung heute - Koch und Johurnaille beschämen
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Dirt Picture Contest - man könnte natürlich

Es ist nicht wichtig, was man tut. Es ist nur wichtig, die passende Entschildigung zu haben, um genauso weiterzumachen. Berlin hat immer eine Entschuldigung: Arm, schlimme Jugend, schlechte Erziehung, die Kommunisten, Erdstrahlungen, ein goldenes Bleiherz, das geschützt werden muss durch Abzocke, Fiesheit und schlechtes Benehmen. Ein paar Tage in Berlin, und man versteht plötzlich wieder Bundespolitik, Werbung im Allgemeinen und Bestechlichkeit. Das passt hier her. Das ist hier so. Man ist nicht der Hüter seines Bruders. Man is Balina, wa, selbst wenn man Schwabe war.
Und ich? Bin weg.
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Tobias Rüther, der FAZ-Mann ohne Fakten
Irgendwann, als sie den grässlichen Stil und die ungehobelten Sitten nicht mehr ertragen konnte, mauerte Lady Astor eine Fensterfront ihres Anwesens auf Rhode Island einfach zu - um die geschmacklosen Häuser ihrer neuen Nachbarn, der Vanderbilts und Don Alphonsos und wie sie alle heißen, nicht länger ansehen zu müssen. [...] aber so schnell lassen sich Institutionen nicht unterkriegen: Das hat Lady Astor als amerikanische Institution des neunzehnten Jahrhunderts vorgemacht, als sie schließlich den Architekten der Vanderbilts anheuerte, um ihr Wohnzimmer renovieren zu lassen, nur schöner.Jaja, die FAZ. Die Kulturzeitung. Kann es mal wieder nicht lassen, sich die Allgemeinbildung raushängen zu lassen. Dabei hätte Tobias Rüther vielleicht erst mal zeigen sollen, dass er etwas Ahnung vom Thema hat - was er schreibt, ist schlichtweg falsch.
1. Lady Astor hatte nie ein Haus auf Rhode Island. Was nicht überrascht, denn Rhode Island gehört zu Amerika, während die bekannte Lady Nancy Astor die Gattin eines Mitglieds des britischen Astor-Clans und Parlamentsabgeordnete war.
2. Es gibt auf Rhode Island ein Anwesen der amerikanischen Astors, die mit dem englischen Zweig zertritten war: Beechwood. Darin wohnte dann allerdings die berühmte "Mrs. Caroline Astor", die Grand Dame der New Yorker Gesellschaft. Mrs. und Lady Astor sind zwei völlig unterschiedliche historische Personen.
3. Gekauft haben die Astors das Haus 1881, und sogleich einen Restaurationsauftrag an Richard Morris Hunt erteilt. Für das gesamte Haus, nicht nur für ein Zimmer.
4. Besagter Richard Morris Hunt baute erst über 10 Jahre später praktisch daneben das berühmte Vanderbilt-Schloss The Breakers und ab 1888 das ebenfalls den Vanderbilts gehörende Marble House.
5. Von 1877 bis 1881 hatte Hunt allerdings tatsächlich schon für die Vanderbilts ein palastartiges Gebäude errichtet - allerdings in New York an der 5th Avenue, die man von Rhode Island aus nicht sieht.
6. Schon in der Zwischenzeit, genauer 1883, hatte sich Mrs. Astor mit den Vanderbilts arrangiert.
Fassen wir den Kern des Blösdsinns des FAZ-Schreibers also nochmal nach einer kleinen Recherche zusammen:
Mrs. Astor beschäftigte 1881 für die Renovierung ihres kompletten Anwesens Beechwood den Architekten, der Jahre später in der Nähe die Paläste der Vanderbilts errichtete, mit denen die Astors inzwischen durchaus gut umgehen konnten.
An den Behauptungen, die der Möchtegernkulturkenner Tobias Rüther aufstellt, ist nichts Wahres dran. Es ist ein Hoax, eine Lüge, vielleicht eine Legende, oder eine Erfindung ohne jede Kenntnis der Fakten, Gesabber ohne Recherche, ein Gerücht, das er sich zurechtbiegt, um sich zu erheben - und damit auf die etwas zu volle Klappe fällt.
Denn wo schreibt er das? In einem Beitrag der FAZ, der sich mit der Konkurrenz von Bloggern und Journalisten auseinandersetzt und behauptet:
Die Front gibt es also gar nicht, die sich Blogger wie Knüwer oder Don Alphonso herbeiwünschen, um in etablierten Journalisten Feinde zu sehen, Besitzstandswahrer, Gegner von der „anderen Seite“ (Don Alphonso), von hinter der Mauer und dem Mond.Doch. Es gibt die Front zwischen denen, die glauben, sie könnten ihre Leser unbemerkt verarschen, und denen, die sich mit dem peinlichen Schlendrian von Grosskotzen nicht abfinden. Wenn Rüther nur einen Funken Anstand hat, steht morgen auf der Seite eine Entschuldigung für sein Versagen.
dito an der Blogbar.
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Freitag, 11. Januar 2008
Empfehlung heute - Qualitätsjournalismus
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Dirt Picture Contest - Inventur über die Feiertage

Wobei, welches Jahr es war, da die Glotze auf der Strasse landete, ist freilich nicht bekannt. Ich würde nicht darauf wetten wollen, dass es schon 2007 war. Der Zerstörungszustand spricht eher dagegen.
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Was ich gut fand
Ich will nicht so werden wie die. Ich will offen bleiben, ich will dazulernen, ich will nie denken, ich wüsste schon alles, und bräuchte nicht mehr zuhören.
Und ich bin sehr froh, mein kleines, autarkes, nchtkommerzielles Ding im Internet zu haben. Etwas, mit dem ich erzählen und kommunizieren kann, und von nichts und niemandem abhängig bin. Keine Klickrate, kein Werbepartner, keine Photostrecke, kein Geschrei um Awareness, nichts. Ich und mein Blog und die Kommentare, die kleinste, billigste publizistische Einheit, simpel, funktional und effektiv wie eine Bakterie, die Grundeinheit der Öffentlichkeit. Ich will und werde so diese Leute und ihre Sachwalterattitüde überleben, wie ich die Blogvermarkter überleben will. Ich mache mir keine Sorgen, dass die Kontrollfreakvisionen - die Nazis! die Kinderschänder! die Beleidigungen! - je Realität werden, da sind DJV und Presserat heute schon zu schwach, und ich traue denen zu, dass sie sich dazu hinreissen lassen würden, mit den Zensurapparaten gegen die Konkurrenz der Blogs losgehen, während ein Winterreifenspezial von Firma C. journalistisch aufbereitet wird. Gewisse Entwicklungen sind unumkehrbar, und wenn die Medien weiterhin Blogs in die Ecke drängen, ist das vielleicht gar nicht so schlecht - jedenfalls nicht schlechter, als von diesen Medien vereinnahmt zu werden. Regeln helfen nur denen, die sie passend zurechtinterpretieren, und wo das hinführt, habe ich gestern mal wieder gehört: Was nicht Gatekeeping- oder zivilisierte Geisteselite ist, soll einfach das Maul halten. Solange sie es nicht mit verbindlichen Regeln durchsetzen können, sollen sie es ruhig fordern, und Blogs schlechtreden. Das ist nur fair, ich bin auch nicht nett zu ihnen. Es macht die Vermarktung der Blogs durch ritalingeräucherte Kommerzwürste schwerer, prima, von mir aus, manche Opfer tun mir wirklich nicht weh, aber es ändert nichts am Nutzerverhalten der Blogleser, und was aus der Bloggerei wird, kann jeden Tag von jedem neu bestimmt und erfunden werden.
Es ist nicht wichtig, was die davon halten. Es ist wichtig, was man tut. Oder bleiben lässt.
http://www.djv.de/Journalismus_im_www.2027.0.html
Sonst nichts.

Den Spass mit den Leuten, die man dabei kennenlernt, und von denen man ansonsten nie etwas gewusst hätte, gibt es einfach so dazu. Ich mag diese Möglichkeiten. Das finde ich gut.
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Donnerstag, 10. Januar 2008
Dirt Picture Content - was ist das?
[ ] Crime Scene - do not cross
[ ] Der generelle Zustand Berliner Medienschaffender
[ ] Ooops - gestern wurde es mal wieder heftig
[ ] Der Restetat des Berliner Finanzsenators für 2008

[ ] balaner, ortstypischer Berlindreck
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Dirt Picture Contest - Vitamin C + Dreck

Angesichts des ortstypischen Angebindes, das sich hier in einer der heissesten Ecken der Stadt, direkt vor meiner Tür unterhalb der Kinderwagenräder der Prenzelmütter so findet, das so original und echt ist, wie es meine kunstsam gerichteten Stilleben nie sein werden, möchte ich hier doch meine Zweifel an derartigen Interpretationen anmelden. Sollte es doch so sein, nehme ich an, dass die Autoren solcher Biedermeiervergleiche nicht nur aus Berlins durchgängiger Gossenpresse, sondern auch aus den finsteren Ecken Marzahns stammen.
Zumindest geistig.
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Livestream für heute Abend
Hier alles nochmal, so ab 15 Minuten geht es los:
http://www.djv.de/Journalismus_im_www.2027.0.html
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Dirt Picture Contest - Ugly in Pink

Oder sind es diese unerschöpflichen Vorräte auf der Strasse, die das Gründen in Berliner Startup-Bunkern so lukrativ und billig machen? Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass ich hier nicht gerne bin, und der Gedanke, dass der Gardasee 150 Kilometer näher an meiner Heimat ist als diese öffentliche Müllkippe - dieser Gedanke schmerzt.
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Mittwoch, 9. Januar 2008
Dirt Picture Contest - Keine Matratzengeschenke

Diese Matratzen hier sind schon so lange draussen, dass der Bezug durchgemodert ist. Selbst unter Berücksichtigung der hiesigen Matratzenqualität, die ungefähr so ausgeprägt wie die Freundlichkeit der Einheimischen und der Erfolg der Blogvermarkter ist: So schnell geht das mit dem Vermodern auch in Berlin nicht. Was nur bedeutet, dass diese Bettverweichung hier schon etwas länger steht. Vielleicht schon seit Herbst, oder noch länger. Manches modert in Berlin ja schon seit der Re:Publica vor sich hin. Wer kann schon sagen, seit wann es hier in Kreuzberg liegt. Zusammen mit einer Kleiderstange und einem Stuhl ohne Lehne.
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Empfehlung heute - Dem Koch
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Die Zone betreten
Nun, das ist vorbei, die Behelfsbrücke ragt nur noch als Restrumpf in die Nacht. Statt dessen ist schon die Ausfahrt eine Baustelle, geht weiter über eine Rumpelstrecke, für die man sich sogar in der Oberpfalz schämen würde, und mündet in eine Schikane, in der man sich besser nicht an das vorgeschriebene Tempo 30 hält, wenn dazu noch ein LKW neben einem ist, der Anstalten macht, einen aus der Spur zu drücken.
Will sagen: Das hässliche Provisorium wurde ersetzt durch eine üble Todesfalle. Das ist es wohl, was man als "Aufbau Ost" bezeichnet. Ansonsten sind die Strassen weiterhin kaputt, die Hinterlassenschafter der Hunde dort, wo sie nicht sein sollen, und der Berliner als solcher so nett und zuvorkommend wie ein Stasi-Offizier. Und im teuren Büroprojekt der backfabrik hat sich nun ein Billigfirnessstudio breit gemacht, das man gewöhnlich nur an unschönen Ecken findet.
Aber hat Berlin überhaupt etwas anderes?
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Dienstag, 8. Januar 2008
Akzidenz
rauscht heran ein kleines Boot.
Käuzchen machen sich Gedanken
und der Himmel färbt sich rot.

In Berlin, da sind die Räuber
Journaille und Beraterpack.
Hallihallo bussibuss die Räuber
und kratzen sich am Sack.
Sie wissen nichts vom Verderben
das sich mit Torte und Praline naht.
Doch jaget über Sachsens Scherben
der, der hat ein Mittelchen parat.
Was der Schwede mit dem Trunke
früher an Medizin verteilet hat
halli hollo den gleichen Trunke
bringt das Boot aus dem Tal Josaphat.
Gewürzet mit dem feinen Schwefel
der einst der Sodomiter Scharen labte
wird es nun kredenzt dem Frevel
der Blogs zu insultieren wagte.
Aus dem tiefsten, schwarzen Bayern
macht sich jetzt Angst und Schrecken auf
hallihallo das provinzielle Bayern
schenkt der Spree ein und saget: Sauf!
Und wenn Du es geschlucket hast
du Stricher des Berliner Sumpfes
dann prüfen wir, ob noch was passt
in die Mitte Deines fetten Rumpfes.
Noch ist es fern im schönen Franken
das Grausen, das Berlin wird knesten.
halli hallo durchs schöne Franken
prescht Don Gnadenlos - zu Eurem Besten.
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Ein herzliches Hosen runter
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