: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 28. März 2008

Empfehlung heute - Ausnahmsweise

Ich verlinke in aller Regel weder meine eigenen journalistischen Arbeiten, noch Interviews mit oder Beiträge über mich. Ich halte Medien weit weniger spektakulär, als, sagen wir mal, meine Kürbis-Mangold-Tarte. Allerdings geht es hier um ein Thema, das mir wirklich wichtig ist.

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Ist die Katze krank

sorgt sich der Mensch. Vorletzte Woche war ich einen bitterkalten Abend auf der Suche nach Katz2, die am Morgen kerngesund, und weniger durchfroren als ich wieder auftauchte, diesmal hat Katz1 Katzenschnupfen.



Aber sie trinkt, sie frisst, und wenn ich sie heute Mittag zum Tierarzt bringe, kratzt sie mich auf dem Weg zum Korb in feine Streifen.

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Donnerstag, 27. März 2008

Empfehlung heute 2 - Lehman Brothers

Bilanzen sind extrem langweilig, aber diese Analyse der Bilanzen von Lehman Brothers sollte man lieber heute gelesen haben, als morgen zu staunen über das, was noch kommt: Wie man die Ausfälle einer Krise als Gewinne verbucht.

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Empfehlung heute - The Servants kills the Cockroach

Oder zu Deutsch: Andrea Diener beschäftigt sich mit einem stinkenden, spammenden Medienhype.

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Sehr zu empfehlen - Das Zeug für die Gäste

Man kann als Gastgeber eher schlecht für Tee die Auswahl unter diversen Kannen haben, und den Gästen ihre braune Plörre dann in der Glaskanne aus der Kaffeemaschine servieren. Manchmal glaube ich, die Höflichkeit und das gute Benehmen wurden vom Verband der Tischbedarfsproduzenten erfunden, so wie der Valentinstag von den Floristen und Weihnachten vom Elektrohandel. Wenn es aber so sein sollte, war es wenigstens etwas, das Menschen zusammenbringt.



Und obwohl es Kaffee ist, ist es immer noch die angenehme Seite des Umzugs. Am Sonntag ist Grosskampftag, und die nächsten Tage geht es um 7 Uhr los. 7 Uhr. Morgens. Drei Stunden, bevor ich normalerweise ins Bett gehe.

Ich hätte dem Verkäufer meiner Wohnung vielleicht doch besser ein paar seiner Ferraris abkaufen sollen.

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Transäh

Also, meine Damen und Herren von der äh Presse, also, der Freistaat Bayern hat ja äh, immer betont, dass er im Grunde genommen, nicht wahr, den Transrapid schon wollte, äh, aber die Verantwortung von mir als Minister äh gewesenem Ministerpräsidenten a.D. sagt man, äh Ministerpräsidenten a. D. also, das also zwingt mich aus Verantwortung für unser schönes Bayernland, äh, auch zukünftig in der Championsleague mitzuspielen, und deshalb, äh, obwohl es im Grunde genommen exorbitant äh wichtig gewesen wäre, den Hightechstandort Bayern, nicht wahr, mit dem führenden Flughafen der Grossregion München im Grunde genommen schon beim Hauptbahnhof zu einzubetreten, und äh die Industrie am Standort hätte ja auch, und die CSU wird natürlich nur äh ihrer Verantwortung gerecht, wenn wir jetzt was natürlich äh äh mit dem im Grunde genommen grandiosen Sieg der CSU bei den Kommunalwahlen äh zu tun hat, also, sie kennen äh mich und wissen, dass wir niemals nicht weichen und äh auch weiterhin wird es für den Standort äh edenzi äh essenfie äh sakra essenziell sein, äh, also, ich mein im Grunde genommen, also Siemens nein Thyssen nein ach so der Flughafen ja richtig also den Franz Josef Strauss Flughafen so mit der äh Landeshaupthstadt zu verbinden, und für den Herrn Ude ist das natürlich überhaupt kein Sieg, weil äh die wichtigen Entscheidungen der CSU allein zum äh Wohle des Bayernlandes getroffen wurden, die CSU ist der Transrapid äh nein Bayern was ich als Ministerpräsident und Initiator, kann man sagen, nicht dafür verantwortlich war, äh, weil das im Grunde genommen das Innenministerium und das Wirtschaftsministerium gefordert haben äh, und äh so sehe ich mich natürlich nicht in der Verantwortung, wenn jetzt die äh Zukunftstelonoähtechnologie jetzt also mal im globalen äh Vergleich in Bayern am, äh, Kostenfaktor nicht äh so kommt, wie wir uns das wünschen würden, aber äh ich denke, dass der Marktführer Bayern das äh problemlos kondens äh komplett äh komplenz äh kompensieren kann, äh, wenn wir uns auf unsere wirtschaftlichen Stärken wie äh etwa die Atomkraft und im Grunde genommen auch den Export von Verteidigungstechnik ganz äh im Sinne von Kindern meines verehrten äh Lehrmeisters Kais äh Franz Josef Strauss äh äh konzkonzentrieren, damit Bayern auch in Zukunft ganz äh äh vorne mit dabei ist.

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Donnerstag, 27. März 2008

Die geteilte Frau

Das schöne an den Filmen von Claude Chabrol wie dem oben genannten Werk ist, neben der Unmöglichkeit für Teenager, irgendwas zum blöd kichern zu finden, dass er einem Angehörigen des von ihm beschriebenen Bürgertums das Gefühk zu vermitteln versteht, es würde bei ihm selbst noch hübsch normal zugehen, mit den ausserehelichen Kindern über den Return von Töchterchens Tennislehrer und den alten, mit der Sekretärin durchbrennenden Gockeln und den kleinen Gesetzesverstössen in der grösseren Bekanntschaft. Man verlässt diese Filme immer bestens unterhalten, mochte die intelligenten Dialoge, die Schauspieler sind grandios, man ist gewaschen und der Pelz ist doch nicht nass, so sind wir, aber doch nicht so, wenngleich, wenn wir ehrlich sind, so ein paar zusätzliche chabroleske Momente in diesem Dasein nicht ganz schlecht wären, um die Langeweile der Provinz und die Lähmung des Banalen, die wie ein Bleideckel über allem liegen, etwas anzulupfen. Allein, es ist nett zu sehen, dass gewisse Eigenheiten dieser Schicht international, zumindest aber kontinentaleuropäisch sind. Hübsche Einrichtungsideen gibt es gratis dazu.

Die anderen, nun, die können sich dort in ihren Vorurteilen bestätigt sehen.

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Der Durchbruch der mobilen Datendienste

Der wird gerade wieder mal verkündet.

Ich war auch schon dabei, als es 1998 entsprechende Studien gab. Ich war auf einem - einmalig durchgezogenen - Event, auf dem so ein Mobile Marketeer verkündete, dass die Zukunft des Kundencomputers das Handy und always on sei. Die Zeitschrift, die es mitorganisierte, musste bald darauf zugeben, die Auflage gefälscht zu haben - dass ihre Prognosen nicht richtig waren, ist offensichtlich. Ich hatte eines der ersten Hanies, mit dem man spezielle Blogs füllen konnte. Und ich kenne die beiden grossen Visionen - das Fussballtor auf dem Handy und der Berater, der am Flughafen dringend seine geschäftsunterlagen updaten will - noch aus einer Zeit, als man nicht der Dödel war, wenn man eine Internetagentur hatte. Die Durchsetzung der Smartphones lässt weiterhin auf sich warten, daran hat auch das iPhone nichts geändert -

und nach einer Dekade voller Lügen, Fälschungen, Milliardenverlusten durch bescheuerte Lizenzen - erinnert sich noch jemand an Quam? - fallenden Verbindungspreisen und Margen, mehreren Versuchen von Location Based Services - kennt jemand noch "Wireless Vision? - nach einer UMTS-Präsi in Stuttgart, wo man sich per Videohandy erklären lassen konnte, wie man Bauklötze richtig zusammensetzt und einer Systems-Präsi, in der WLAN UMTS simulierte und trotzdem keiner das tolle Geschäftskundenportal von Vodafone sehen wollte, nach einer Werbekampagne für UMTS-versandte Postkartenausdrucke aus dem Urlaub, nach all dem soll der Durchbruch jetzt bevorstehen.

Steht so in der Wirtschaftspresse, abgeschrieben von Leuten, die vielleicht ein klein wenig Ahnung haben sollten. Das Ganze ist wie die geschichte vom Wunderheiler, dem die Patienten seit 10 Jahren schnellstens an Krebs sterben, und der jeden neuen, noch nicht toten Patienten als Beweis für die Richtigkeit seiner Heilungsmethode betrachtet.

Und wieder ist es das Menschenbild dieser Deppen, das die Sache a priori sinnlos macht, dieser Affenglaube an das always on seiende, vollverkabellosete Dauerinfojunkietum, das jenseits von Barcamps und ein paar Kneipen mit drittklassigem Kaffee und viertklassigen Freelancern schon in der Vergangenheit nicht die refinanzierende Klientel war, die sie in Zukunft sein sollen. Bei Strom, Wasser, Telefon und Gas läuft nur das Massengeschäft, aber genau das wird es nicht geben. Internet ist sowieso praktisch überall, und die meisten haben unterwegs zum Glück noch was anderes zu tun, als sich über ihr digital life upzudaten.

an dieser Stelle war eine - gar nicht erst veröffentlichte - Einlassung über Twitter- äh, Nutzer, nennt man das wohl. Selten, seit 2004er RSS-Gesülze der Sickschtusse, habe ich so sehr das Verlangen gehabt, eine Applikation mit einem sozialen Defekt zu verknüpfen. Mach ich wann anders.

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Mittwoch, 26. März 2008

Real Life 24.03.08 - Nicht genug

Natürlich ist da unten irgendwo Rottach, aber es könnte genausogut Davos sein, oder eine aufgelassene Sendeanlage des zweiten Weltkriegs auf Spitzbergen, oder eine arktische Versuchstation im Schneesturm. So wichtig ist das nicht, man kann ohnehin kaum vor die Tür, wenn man nicht muss. Die Grenzen des Grundstücks sind schemenhafte Grauschleier, wenn der Sturm nachlässt, und nicht mehr sichtbar, sobald der Wind wieder neue Massen vorbeitreibt. Hier oben ist es ein wenig so wie auf dem Begräbnis eines Arschlochs, das mitzumachen mir einmal eine obskure Freude bereitete: Etwas Unüberwindliches, sei es eine Glasscheibe oder ein Holzbrett trennt einen von dem Unschönen da draussen, es reicht aus, es ist sicher, aber der Gedanke, dass das Trennende fehlen könnte, ist nicht fern von unerträglich.

In dieser Jahreszeit versteht man, warum die Bauernhäuser so kleine Fenster haben, sagt Frau S. Wissen Sie, wenn es drin eh schon dunkel ist, fällt so ein Sturm gar nicht mehr auf, aber mit den Panoramascheiben kann man sich nicht verstecken. Man ist dem ausgesetzt, manchmal geht das hier oben drei, vier Tage so, wie ein Gruselfilm. Eigentlich müsste etwas passieren, man wartet darauf, es kommt nie, und gerade deshalb.

Dann wendet sie sich wieder anderen Themen zu, die erfreulicher sind, dass das Hannerl in Amerika eine gute Zeit hat und dass dei neues Zuhause wirklich sagenhaft günstig war, und sie, falls es dir doch langweilig werden würde, auch schon einen Mieter wüsste, und Käufer, ach Käufer sowieso. Und von der anderen Seite her brüllt der Sturm der Apokalypse gegen das Fenster, ein undezenter Hinweis auf die Nichtigkeit all dessen, was in diesem kleinen Raum am Hang des grossen Berges stattfindet.

Es ist eine Blase, eine negation des faktischen, dieser Raum und diese Konversation, und fast so etwas wie die Allegorie der Vergeblichkeit aller Zivilisation. Der heisse Tee in deinen Händen würde draussen in kurzer Zeit zu braunem Eis werden, die Einrichtungsfragen sind für die hunderttausende, die in Amerika auf die Zwangsversteigerung warten müssen, vollkommen irrelevant, die Koofmichs von Yahoo und Cisco wenden sich plötzlich antichinesisch im Ansturm der Bilder, anything goes, aber nur solange es passt, Zwang fickt Beliebigkeit und gebiert die Popkultur von den Slums in Shanghai bis zurEchtgoldpraline unten im Tal, Preis je nach Kurs und Krisenszenario und FED-Aktion, und entscheidet so darüber, welche dahergelaufenen Möchtegerngründer in zwei Wochen im hässlichsten Hotel des Tales wieviel Stück zum Protzen vor seinen Mitarbeitern kaufen kann.

Es gibt zu viele Stürme und zu wenig Panoramascheiben in dieser Welt, gerade jetzt, und der Umstand, dass es für dich fast immer das schützende Glas gab, ändert nichts an dem, was da draussen passiert. Aber selbst wenn es anders wäre, gäbe es noch immer zu viele, die glauben, dass es besser ist, wenn man es durch ein kleines Fenster kaum mitbekommt. Alles hängt zusammen, man kann sich nur schlecht abkoppeln, von der Unvernunft der Irren und der Perversen, die das alles mit dem Geld anderer leute, Staaten und Gesellschaften bezahlen. Seit Voltaire ist es vor allem komplexer geworden, man hat mehr und vor allem andere Dreckschweine, als nur Adel, Rentenverprasser, Steuereintreiber, Janseniten und Gesellschaft Jesu, die Methoden haben sich verbessert, und wer weiss, ob die Geschichtsschreibung über diese Tage nicht Urteile fällen wird, die keinem von euch zum Ruhm gereichen werden.

Zu sagen, dass du nichts tun konntest, wegen des Sturmes da draussen, wird sicher nicht genug sein.

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Empfehlung heute - Dräunend

Das hier sind dräunende Schneewolken über dem See.



Grossbild

Und das hier ist dräunender Blödsinn von den bei Oldeurope aufgespiessten Nullcheckern, Faselköpfen und Ignoranten der Neoconpostille, die jetzt auf SPON-Niveau eingetrottelt wird.

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Montag, 24. März 2008

Man muss aufpassen

Das ist hier auch nicht anders als in Berlin, beispielsweise. Diese Angebote, doch einfach mitzumachen. Dort gründet man kaputte Firmen, hier macht man im Bräustüberl Geschäfte mit dem Haffenloher. Dort und hier wird es als normal angesehen, unzumutbare Pseudodialekte zu verwenden - und sich dafür nicht zu schämen. Habe ich schon mal erwähnt, dass auf einem Berliner Jugendsender wie Fritz die Anrufer genau die gleichen Artikulationsprobleme haben, die man in Bayern nur noch von Altnazis im Call in Format des Staatsfunks kennt? Anpassung heisst dabeisein, und mehr noch, alles richtig und angemessen finden, heisst Überleben, sein und werden, was man eh schon ist, wenn man sich unterordnet: Ein Stück Aas, ein Berliner, ein Rottacher Affenfelsenbewohner.

Man muss sich in Berlin der bedruckten T-Shirts enthalten und in Wiessee der Trachtenjanker, man sollte hier und dort nicht Komasaufen, nicht den Lügen der Fremdenverkehrten glauben und tun, was man selbst ist. Nur das Grau von Berlin ist so echt wie das Weiss des Schnees hier an den Bergen, und für alle scheint die gleiche Sonne, wenn sie denn scheint, was sie soeben, nach viel Schnee und Grau, zu tun beschlossen hat.



Man muss aufpassen. Besonders, wenn einem das hier nicht ganz so fern ist, wie das andere. Aber falls ich doch mal in einer dieser typischen, in China zusammengenähten Lederhose um die Aufnahme beim lokalen Blasmusikverein ersuche, fände ich es nett, wenn man mich erschiessen könnte, von mir aus auch mit dem Vorderlader. Solange bitte bei denjenigen üben, die im rotkarierldn Hemmad und Schnupftuch um den Hals, aus Norden via München kommen und meinen, das hier sei Oktoberfest mit anderen Mitteln.

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Montag, 24. März 2008

Der weisse Raum

(Zweierlei:

Vielleicht werde ich alt, aber in letzter Zeit verspüre ich eine Ablehnung des Englischen in mir. Eigentlich wollte ich diesen Beitrag mit "The White Room" überschreiben, was ganz hübsch zum eigentlichen Konzepts des Musikmeilensteins von The KLF gepasst hätte. Aber ich weiss nicht. Seit ein paar Jahren denke ich mir bei solchen Gelegenheiten häufig, dass es doch auch in Deutsch gehen muss. Seit auf von mir frequentierten Webseiten des englischen Sprachraums gerne Begriffe mit einem vorangestellten "Uber-" aufgebohrt werden, hat sich diese meine Neigung verstärkt, denn wenn das Englische, reflexiv betrachtet, genauso peinlich ankommt, ist es wahrlich nicht schön.)



(Und dann wollte ich eigentlich noch etwas anderes schreiben, aber nach 21 Stunden Arbeit und ein paar schlechten Stunden Schlaf hat es gestern nur noch zum offline speichern dieses Beitrags mit einem Platzhalter gereicht. Und als ich vorhin obiges Photo bearbeitet habe, konnte ich den Text nicht mehr niederlegen. Es passt nicht. Ich habe das Bild mit einer anderen Intention aufgenommen, als derjenigen, die es darzustellen beliebt hat. Denn wenn man genau hinsieht, zeigt sich, wie sich die Kunstfigur des Autors in die Realität gedrängelt hat. Stuck, alte Möbel, Parkett, das teilen wir, wie auch die Neigung, den Raum später nicht weiss zu lassen. Was ich aber ganz sicher nicht tun würde, einfach um so einem entsetzlich klischeehaften Eindruck zu vermeiden, wäre der in ökonomisch postapokalyptischen Zeiten vorgenommene Transport von Pinseln und Rollen zum Tegernsee in der nächstbesten Papiertüte, die in diesem Fall von Theresa. - was sonst - stammen würde. Don Alphonso würde jetzt sagen, was sollte er denn bitte tun, das liegt nun mal in diesem Clan im Keller rum, die Tüten taugen was, und Alditüten habe er nun mal nicht. Tatsächlich aber habe ich, wie es nun mal meine Marotte ist, aus Sparsamkeits- und Raumkenntnisgründen, denn ich liebe es, mein Orientierungsgefühl durch das sichere Gehen und Finden in dunklen Räumen stets unter Beweis zu stellen, das Licht nicht eingeschaltet und die erste, feste Tasche genommen, die ich in der Dämmerung ertasten konnte, und so kommt es dann, dass ich beim Umzug an den Tegernsee tatsächlich mein Werkzeug in einer Tüte transportiere, die etwas über Don Alphonso und seinen Zugang zu dieser Welt erzählen könnte, das auf mich ganz sicher nicht zutrifft. Leider ist Don Alphonso etwas, das mir ab und zu passiert, und auf Grundlage dieser Treffen kann ich ihn auch schreiben. Ohne er zu sein, und dann schreibe ich Dinge wie:)

Fast geschafft! Und wenn ich fertig bin, muss ich zu Frau S. runter an das Südende, ich bin nämlich zum Tee eingeladen, und vorher fahre ich noch in Bad Wiessee vorbei, da ist Antikmarkt in der Wandelhalle, weil, ich hätt natürlich noch ein Demi Lune daheim, aber das möcht ich nicht hergeben, und Stehlamperl bräuchte ich auch noch.

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Göthe halts Maul

wenn ich an Ostern im Gebirge bin:

"Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück."

Das hab ich heute gemerkt. Du Idiot.

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Samstag, 22. März 2008

Sehr zu empfehlen - Familienweisheiten

Ich habe ganz vergessen, welches Gewicht Mahagoni hat. Das Schleppen von Mahagonimöbeln verdrängt man aus gutem Grunde schneller als Banalitäten wie katastrophalen Sex, das Essen von Sushi oder Bekanntschaft mit den Töchtern führender CSU-Politiker. Man will das rotbraune Blei vergessen, das den Hausherrn nach unten zieht, ganz im Gegensatz zu früher. Denn zu der Zeit, als daraus Tische und Stühle gefertigt wurden, hatte man zum Transport Diener oder gar Sklaven, und damit gesellschaftliche Verhältnisse, die makroökonomisch nicht zu begrüssen, beim Schleppen über 5 Treppen aber dann doch auch vorteilsbehaftet waren. Selten ein Schaden, wo kein Nutzen dabei ist, sagte meine Grosstante immer, und hatte damit natürlich wie immer recht, besonders, wenn sie beim rasanten Skifahren einen fetten Altnazi umnietete. Sie kannte keinen Schwung und Bremse, nur die Schwerkraft.



Deshalb geht dieses Bild von ihr auch mit in die von ihr geliebten Berge. Falls ich es schaffe. Seit einer Stunde wollte ich drin sein, jetzt erst komme ich dazu, den Rechner auszuschalten und das letzte Monstrum nach unten zu tragen. Nie wieder umziehen, habe ich mir geschworen. Es scheint, als wollte sich mein Körper auf eine Art daran halten, die meinen Feinden besser als mir selbst gefallen könnte. Aber wie sagte nicht meine Grosstante auch immer so richtig und bayerisch-mitfühlend: A Guada hoits aus und um an Schlechtn is ned schod.

Lawinen, ich komme!

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Empfehlung heute - Eine Tomate

würfeln geht in 60 Sekunden, und dann ist auch der harte Stielansatz weg. Man kann es machen, während die Butter schmilzt. Überhaupt, dieser Geruch von schmelzender Bergbauernbutter aus Österreich, nicht die weisse Pampe mit Gentechnikanteil, sondern goldgelbe Butter in Butterpapier, ohne Aufdruck, das braucht sie nicht, man kennt Butter nicht, bevor man sie nicht probiert hat - und dazu muss selbst ich erst mal 30 Kilometer fahren. Aber es lohnt sich. Weil es nämlich auch anders geht. So etwa. Prachtvoll, oder? Oder das. LEC-KER! Oder dieser Blattspinat, mal was ganz anderes als meine frische Spinat-Mangold-Austerpilze-Tarte. 100 saftige, dreckige Lügen der Werbeindustrie gegenüber der Realität bei Pundo3000.

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Samstag, 22. März 2008

Für die hinterfotzigen Christen

eine Bitte: ich fände es echt prima, wenn Ihr, wenn Ihr schon für "perfidis judaeis" betet, also solche wie mich, vielleicht in Gedanken meine Wenigkeit ausnehmen könntet. Dass ich perfide sein kann, ist mir durchaus bewusst, und ja, ich halte das für eine meiner besseren Charaktereigenschaften. Denn ich bin immerhin kein zölibakterielles, bigottes, bankerlrutschendes, hirnrissige ex Cathedra Entscheidungen glaubendes Stück Kadaver vor dem Papst (so zumindest die Gesellschaft Jesu als Idealbeschreibung) und auch kein Befolger idiotischer sexfeindlicher Vorstellungen aus dem vorvorletzten Jahrhundert, oder sonstwie der Feind einer aufgeklärten Gesellschaft, die immerhin so nett ist, Euch bei Zusammenrottungen solche antisemitischen Drecksrituale durchziehen zu lassen, ohne dass ihr auf der Strasse angepöbelt werdet - oder was einem zu dieser Zeit sonst noch gerechterweise einfallen könnte. Ihr wisst ja, wer einen Hammer hat, sieht alle Probleme nur noch als Nagel.

Statt dessen bin ich eigentlich stets freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend, habe Manieren und Tischsitten, kann kochen und bin eigentlich so, wie ich bin, der höflichste Mensch von der Welt.



Kein Osterlamm wurde für dieses Bild abgemurkst. Nehmt Euch daran ein Beispiel, benehmt Euch, schliesslich bete ich ja auch nicht dafür, dass Ihr endlich mal im 21. Jahrhundert ankommt, mehr Kondome benutzt, weniger bigotte Blagen aufzieht und nicht den letzten Volldeppen wählt, nur weil seine Partei ihre korrupte haltung hinter dem Buchstaben C versteckt. Ihr könnt so bleiben, wie Ihr wollt. Ihr könnt auch diesen Jesusdingens da behalten. Gratis. Als Zugabe.

Wenn Ihr nach 1900 Jahren endlich mal anfangt, Euch so zu benehmen, wie man das von obskuren Sektierern erwarten kann. Ich wüsste jedenfalls nicht, dass die Muslime irgendso einen Krampf machen.

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Empfehlung heute - Wenn wir über Tibet sprechen,

weiss Konstantin besser, worum es eigentlich geht, als all unsere deutschen Sesselpupser, die Flickr und Youtube nach drastischen Bildern für ihre Sensationsstories absuchen, und das Mietmaultum für Politik, Wirtschaft und Funktionärskaste geben.

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