Freitag, 21. März 2008
Sehr zu empfehlen - Schenk mir, gib mir, werbe mich

Eine Farbenskala von Farrow & Ball, auf gutem Papier lichtecht gedruckt und einzeln eingeklebt, mit Beschreibungen, wie sie nur Briten vermögen: Dead Salmon statt Beige, Breakfeast Room Green statt Lindgrün und, dankenswerter Weise, Cinder Rose für das Kirschyogurthelend, in dem ich versehentlich mein kleines Vorzimmer gestrichen habe. Cinder Rose klingt gleich viel besser.
Neben dem Briefkasten war auch der sehnlichst erwartete Stuck, mit dem ich die Schachtelräume meines neuen Heims menschenwürdig zu gestalten denke, und zumindest eine Wand in einem grünlich-braunen Hellbeige wäre nicht schlecht. Die Farbe nennt sich dann auch bloggerfeundlich "Cat´s Paw".
So geht Werbung. Alles andere ist nur ädiekelhaft.
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Warum ich Werber verabscheue
Das ist, historisch betrachtet, eher seltsam. Mein Urgrossvater war ein sehr fortschrittlicher Mensch, der jede technische Neuerung begeistert begrüsste und sich schon in jungen Jahren wenig Freunde bei seinem Radsportverein machte, als er dort mit dem ersten Motorrad aufkreuzte. Meine Grossmutter hatte - bittschön, tiefstes Bayern in den späten 20er Jahren - kaum Probleme, von ihm auch so ein Knatterding zu bekommen. Elektrifizierung und fliessendes Wasser war hier schnellstens installiert, und mit der unausgereiften Technik von damals habe ich bis heute zu kämpfen. Fernsprecher und das Fräulein vom Amt waren ebenfalls sehr früh vorhanden, und man war stolz, eine Telefonnummer zu haben.
Als meine Eltern dann zusammenkamen, war die Beantragung des eigenen Anschlusses eine der ersten Tätigkeiten, und das Telefonbuch dieses Jahres haben sie mit Stolz aufbewahrt. Im Telefonbuch stehen bedeutete, dass man wer ist. Man hatte damit auch keine Probleme, denn es war Usus, Bekannte nur zwischen 9 und 12 und 14 und 19 Uhr anzurufen. Wer einen nicht kannte, rief nicht an. Warum auch. Man war sich ja nicht vorgestellt worden. Das Telefon machte alles einfacher, aber nichts schwerer. Es war eine gute Verbindung.
Heute ist es Belästigung, eine Konsumterrormaschine. Weniger, weil Leute auch mal spät anrufen, sondern vor allem wegen all der Callcenter- und Maschinenansagen. Ich kenne Leute, die einfach nicht mehr an das Telefon gehen, wenn sie die Rufnummer nicht erkennen. Ich kenne andere, die zurückrufen, wenn sie einen auf den Anrufbeantworter hören, aber nie rangehen. Das Telefon ist vom Freund zum Einfallstor der anderen, der Ungewollten, der Feinde geworden. Es hat aufgehört, ein Privileg zu sein, und wurde zum Mittel derer, die kein Nein, keine verschlossene Tür und keinen Papiermüll für ihr Gebrülle akzeptieren.
Ich bin der Meinung, dass Werbung jenseits der Produktinformation generell verboten und unter Strafe gestellt werden sollte. Zumal der Übergang von Werbung zu Betrug längst fliessend ist, und die, die es schamlos betreiben, kein Recht haben sollten, von unserer Gesellschaft zu profitieren. Eigentlich habe ich ein Recht, meinen Namen im Telefonbuch zu lesen. Ich und meine Freunde, wir haben ein Recht zu kommunizieren, ohne wegen der Belästiger Sorgen haben zu müssen. Die haben kein Recht, das für meine Zwecke zu missbrauchen. Schliesslich rufe ich auch nicht bei diesem Abschaum an und verlange, dass sie mir mein Konto füllen, mein Klo sauberlecken und mir ein Bleirohr zu schenken, falls ich mal Nachts am Medienhafen in Düsseldorf allein unterwegs sein sollte.
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Empfehlung heute - Einen luxuriösen Gedanken
(Und ich sitze hier und kann nicht raus, weil ich auf den Stuck warte, der nicht kommen will)
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 19. März 2008
Ein Bömbchen für Schäuble

Die Fragen, ob wir nun Liechtenstein oder das Kleinwalsertal bevorzugen, ob Paris nicht auch ein gutes Ziel wäre, und ob es noch 72 Jungfrauen in der besseren Gesellschaft der Stadt gibt, diskutierten wir ohnehin nur noch beim Waldspaziergang. Ganz, ganz leise, und nur wenn wir uns sicher waren, dass keine rosafeiges SPD-Trojanerschwein unsere Wege kreuzen würde, mit einem Geheimdienstler im Mastdarm. Oder einen Büttel der Plattenindustrie.
Die einzige Frage, die nach der heutigen Entscheidung des Verfassungsgerichtes bleibt ist, ob das Gericht nicht vielleicht auch Schäuble, Merkel, Beckstein, Koch, Hermann und Zypries verbieten könnte. Falls nicht, wäre es eine gute Bewährungsmöglichkeit für feige SPDler, indem sie passende gesetzliche Regelungen auf den Weg brächten. Illegaler als die von ihnen abgenickte Vorratsdatenspeicherung sollte das auch nicht sein, sagt mir mein rudimentäres Rechtswissen.
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Über den Umgang mit Peter Turi, Springer und anderen Problemen
Turi will im neuen "netbusiness" eine "entschieden unternehmerfreundliche Haltung" kultivieren.
Darauf angesprochen, warum nach einem extrem netten Interview eines leitenden Mitarbeiters eines Sponsors nirgendwo auf die geschäftliche Verbindung hingewiesen wurde, antwortete der Leiter des angeblichen "Branchendienstes" (http://turi-2.blog.de/2008/03/01/interview2-christoph-keese-3801813#c6208855):
"Da alle Geschäftsbeziehungen (Anzeigen, Sponsoring, Content-Verkauf) offen sichtbar sind und die Leser dieses Dienstes Medienprofis und keine Milchmädchen, sehe ich kein wirkliches Problem."
Nachdem schon einige Blogger und Blogunternehmer - namentlich die Macher des Werbevermarkters Adical - wenig schöne Erfahrungen mit Peter Turi gemacht haben, und zwischen dem Bildblog-Autor Stefan Niggemeier und Turi schon aus gemeinsamen Kress-Zeiten eine Aversion besteht, die sich in unverhohlener Freude über meine Abmahnung von Peter Turi einerseits und unfreundlichen Aussagen in Gefälligkeitsinterviews andererseits äussert - nachdem also all diese unschönen Dinge zusammenkommen und man bei den Betroffenen von Peter Turis Sponsoren Machenschaften schon mal erfahren musste, dass eine konsequente Abschottung mittelfristig die beste aller Problemlösungen darstellt, nach all dem also verstehe ich
das hier absolut nicht.
Dass Felix Schwenzel und Stefan Niggemeier befreundet sind, und von ihm in der Sache Turi nach seinen Dienstleistungen für den Springerkonzern keine unvoreingenommene Haltung zu erwarten ist, steht völlig ausser Frage. Aber es ist ja nicht so, dass man die ganze Problematik des "Mediendienstes" und seines Gründers nicht kennen würde. Wieso dann Felix Schwenzel noch vor ein paar Wochen seinen Kopf für ein Interview mit dieser Person hergegeben hat, ist mir, bei aller eigenen Antipathie gegenüber Niggemeiers und Schwenzels Berliner Kreise, vollkommen unverständlich.
Ich bin der festen Überzeugung - wir kommen zum Kern des Beitrags - , dass wie schon beim Springerkonzern die einzige Antwort die totale Isolation sein kann. Man fördert mit jedem Interview, mit jedem Bild, mit jedem Link einen Dienst, bei dem man es irgendwann bereuen wird. Turi ist nicht zufällig dort, wo er gelandet ist, und ich kann nur hoffen, dass sich zukünftig möglichst wenige für Schleimbezeichnungen wie "Alphablogger". "Kultblogger" etc. empfänglich zeigen. Man möchte sich bitte klarmachen, dass eine Präsenz gerade bei diesem Mediendienst für Blogger ganz sicher nicht besonders förderlich ist, denn seriös geht anders. Turi versucht meines Erachtens, gegenüber den Medien seine Kompetenz in Sachen "Bloggern" zu vermarkten, und wer ihm dabei hilft, sollte sich nicht wundern, wenn er sich danach in der schlechten Gesellschaft von Gefälligkeitsinterviews und Hilfsdienste bigotter Medientypen wiederfindet, die auf das eigene Umfeld eindreschen dürfen.
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Dienstag, 18. März 2008
Unbehagen auf 760 Meter

Es ist ja ein Graus mit diesen Seeimmobilien: Wenn man sie sich leisten kann, ist es in aller Regel mit dem Spass vorbei. Im Ort, wo ich diese sagehaft rosa Torte kaufte, deren Beschreibung allein mir wohl keiner wegen überzogener Klischeehaftigkeit glauben würde, in diesem Cafe eines CSU-Gemeinderates jedenfalls waren nach mir zwei ältere Damen dran, mit dem halben nigerianischen Staatsschatz am wenig ansprechenden Körper und einer Karosse vor der Tür, mit der man das Okawangadelta überbrücken könnte , und auf die Frage, ob sie Sahne zum Kuchen möchten, sagten sie NEIN und lachten verzweifelt, denn es war ein Lachen der Erkenntnis, dass alles, was sie in Zukunft tun, sie dem baldigen, fühlbar nahen Ende aller Ungewollten, Ungeliebten und Opfer der Erbenphantasien zutreiben wird. Keine Sahne also. Und das, obwohl sie sich viel leisten könnten. Jetzt, wo jede Ausgabe nur noch die Nachkommen ärgert, ihnen selbst aber nichts mehr bringt. Die Sahnecremetorte mit dem Caramel bitte auch noch, sage ich wohlgelaunt und LAUT dem dörflich gepierct und gesträhnten Thekenmädchen, das so auch in den Käffern Leipzig oder Berlin stehen könnte, vielleicht sogar in Gemeinden wie Dresden oder Bauzen, sollte sie das richtige Tribal auf dem verlängerten Rücken tragen. Da gibt es Unterschiede, nehme ich an. Und nein, das Ideal ist auch dieser See nicht, an dieser Stelle würde ich vielleicht sogar einen italienischen Kuchen für eine italienische Bedienung hinnehmen, aber es passt schon. Besonders, wenn es dann zu schneien beginnt.

Da sitzt man am Panoramafenster, wo exakt hinter dem Garten der erste 1000er steht, schaut zu, wie sich das Grün in der Dämmerung zu Grau und dann zu Blau wandelt, die dicken Flocken fallen, wie man es seit Jahren nicht mehr erlebt hat, ein letzter Gruss vom Bergwinter vielleicht, die Füsse liegen auf der Marmorplatte über der Heizung, und oben, im Hof, schlachtet der Bauer vielleicht gerade ein Biokalb für das Fressen der anderen, da wo das Licht durch die Nacht blinkt. Überall geht etwas zu Ende, die Zeit läuft aus, und überhaupt nimmt man zu wenig an den Rändern des Lebensweges mit, eine Schande, die sich hier obenüber dem See und unter den Bergen aber schneller abstellen lässt, als anderswo, und das sogar ohne Heiratsschwindeleien, für die Bad Wiessee so trefflich geeignet sein soll. Noch etwas dichter fällt der Schnee, schön ist es, wenn man drin ist und bleiben kann, mit einer Kanne Tee, dem Kuchen, und der leidigen Erkenntnis, dass man die Streichhölzer für die Kerzen vergessen und eine Küche ohne Gasherd hat.
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Empfehlung heute - Autofahren ist weniger asozial,
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Montag, 17. März 2008
Real Life 16.03.08 - Umziehen mit Iris
Don? Ich nehme vielleicht doch lieber ein Stück Apfelkuchen.
Da ist sie. Auf dem Tisch. Vor Iris. Du lächelst sie mit all der Müdigkeit an, die das Umziehen mit sich bringt. Dafür, dass du das Blut von Häusersammlern in dir hast, ziehst du extrem ungern um. Eine schlechte Kombination.

Ich hasse umziehen, sagst du.
ich auch, gibt Iris freimütig zu, und nimmt dann doch ein Stück Fruchtbombe, weil die neu kreiert wurde und gesünder aussieht, als sie eigentlich ist.
Wie hast du es eigentlich gemacht, als du bei deinem Exmann ausgezogen bist?
Überhaupt nicht. Ich habe den Wagen mitgenommen, und die Kleider. Den Rest habe ich machen lassen. Nach dem Prozess... weisst du, das muss ich dir jetzt mal sagen: Wenn du nachher den Staub abgewischt hast, in der Dusche warst und wieder was ordentliches anziehst, mit der Wohnung am See und all den Dingen hier dort im Schrank, und ich kann einfach kommen ohne Verpflichtung, Beziehung, Streit, Ärger, Drama, ich glaube, das wird besser als alles, was ich von der Ehe hatte. Ich finde es gut, dass du umziehst. Und nicht heiratest.
Ich auch. Sagst du, und überlegst, ob ihr Mann damals nicht bei all dem Streit und der Aufmerksamkeit auch ein klein wenig Glück durch den Verlust dieser Seelenlosigkeit in seinem Schlafzimmer hatte, als der grosse Aufruhr des spektakulären Scheidungsprozesses die Fundamente des gesellschaftlichen Lebens der kleinen Stadt zerstörte.
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Für zwei lumpige Dollar
- was die anderen Banken eigentlich noch wert sein wollen und
- was der am Freitag noch recht bullishe Kollege Statler dazu von der Puppenempore aus zu sagen hat.
Denn sagen wir es deutlich: J.P. Morgan erklärt den Laden faktisch für pleite, und die New Yorker Notenbank garantiert mit 30 Milliarden Dollar für deren Verbindlichkeiten. Selbst nach meinen von Tätigkeiten in der New Economy und gegen den grauen Kapitalmarkt geprägten Massstäben, die eigentlich durch krassestes Versagen des Marktes geeicht schienen, ist das nur eines:
Kompletter Irrsinn. Auf dem halben Weg zu Maos grossem Sprung nach vorne und Stalins Fünfjahresplan.
[Edit: Und die Fed senkt die Zinsen für Banken um 25 Basispunkte. Übersetzt sagen sie den Banken: Ihr seit mausetot, aber solange wir noch leben, 5 Tage oder länger, lassen Euch nicht sterben.]
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Montag, 17. März 2008
Natürlich boykottieren.
Andersrum gefragt: Wieviele Tibeter darf dieses Regime eigentlich ermorden, bevor die sogenannten westlichen Staaten damit ein Problem haben? Und wenn man das hochrechnet, wie viele zigtausende dürfen sie abschlachten, bis ernste Konsequenzen drohen? Stellt man die wirtschaftliche Zusammenarbeit erst während des Völkermords ein, oder erst, wenn das Kapital in Gefahr ist?
Chinas Regime ist eine brutale Diktatur, das man nicht netter behandeln sollte, als irgendwie nötig. China ist verletzlich und anfällig. Das sollte man ausnutzen. Desto früher man es denen klarmacht, desto weniger muss man sich nachher Bilder von Massakern anschauen. Der Westen könnte jetzt mit dem ersten Druckmittel der olympischen Spiele gleich mal zeigen, ob er was aus dem Balkankrieg gelernt hat. da hat man sich nämlich auch lange zu nichts durchringen können. An Nazideutschland denken wäre in dem Kontext übrigens auch keine dumme Sache. Heute boykottieren erspart einem die Mitverantwortung für die Gemetzel, die zur Herbeiführung einer totenfriedlichen Olympiade nötig sind.
Und unsere besoffenen Schlandnazi-Anhänger können sich auch bei dem Kickerevent bei den Österreichern danebenbenehmen.
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Die Damen auf der abendlichen Wiese
Dames pucelles par la pree
S´en vont joliement jouant
Et bachelers aprés suivant.

In den besseren Vierteln der Stadt treten die Bäche über die Ufer.
Beete und Keller stehen unter Wasser, darüber Pumpengedröhn.
Später zahlt das die Versicherung, die es dafür gibt, noch gibt.
Zumindest haben die Medien kaum Zweifel, nur ein wenig Todesahnung.
Morgen bin ich fern, wenn alles stürzt und kommt, wie es kommen muss.
Vor dem Wasser, sagt die Bäckerin, kann man nicht davonlaufen.
Vor der Zukunft auch nicht, sage ich, und sie kann es nicht verstehen.
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Empfehlung heute - Diesen Text
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Samstag, 15. März 2008
Warum ich eine See:Publica mache
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Empfehlung heute - Salomo der Weise spricht
Die kommt aus einer ungewissen Quelle,
bring selbst was mit, für alle Fälle.
(Und wer in Berlin zufällig - soll ja schon mal vorgekommen sein in der Müllkippe Berlin b. Marzahn - eine alte Waschmaschine findet, kann Brittbee glücklich machen. Abgelegt unter Kontrastprogramm.)
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Silber geht nicht
Verschwendung und unnötiger Luxus jedoch sind manchen nicht so verhasst wie mir selbst, und zu meinem Unglück befinden sich diese Leute weniger fern, als, sagen wir mal, bigotte Gossenkritiker oder verhinderte Werbereichmacher in Berlin. Nein, nah sind sie, sehr nah, und wenngleich Tee gar nicht mal so sehr ihr Lieblingsgetränk ist, so wäre eine kleine, entzückende victorianische Siberkanne doch genau das, was ihr Herz beim nahen Geburtstag erfreuen könnte. Gab es in den Zeiten des Empire nicht sowas wie den "Ladies Teapot" aus Sterling Silver, der nur drei Tassen Tee enthielt und ein angenehmer Begleiter beim nachmittaglichen Blättern in Einrichtungszeitschriften sein könnte? Leider, werde ich Susi enttäuschen müssen, nein:

mittelgrosser Foodporn hier, riesiger Foodporn eines kleinen Frühstücks hier.
Ich habe mich für eine Überprüfung selbstlos hergegeben, aber zu meinem Erstaunen heute beim Auspacken leider feststellen müssen, dass es ein Bachelor Teapot ist. Der Umstand, dass ich, ein nachweislich unverheirateter Sohn aus besserem Hause, die Kanne behalte und nicht im Traum daran denke, sie zu verschenken
Anyway, angesichts des niedrigen Pfund Stirlings und der steigenden Edelmetallpreise ist es vielleicht ohnehin an der Zeit, meine strikte Ablehnung von Silberkannen zu überdenken - der Preis obiger Kanne etwa lag nur noch ein Drittel über dem aktuellen Wert des Silbers. Dass ich angesichts des bedauerlichen Fehlkaufes zu dieser Überzeugung gelangte, ist jedoch vollumfänglich meiner hochverehrten Susanne zu verdanken. Ehre also, wem Ehre gebührt.
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Samstag, 15. März 2008
Vom Antikmarkt korrumpiert
Kostet bei einem normalen Möbelgeschäft ein halbwegs normaler Bettrahmen. Das sind 600 Mark! hätte meine Oma gerufen, und damit natürlich wie immer recht gehabt. Obendrein brauche ich zwei davon. Für ein paar Holzlatten in Bröckerloptik. Zum Vergleich: Die nach Gmund umziehenden Barockstühle - zwei 18. Jahrhundert, zwei im 19. Jahrhundert nachgefertigt, und vor ein paar Jahren frisch gepolstert - haben auf einer nicht billigen Auktion ebenfalls 600 Euro gekostet. Für 600 Euro könnte ich über E*ay couk ein massives Silberteeservice kaufen, und könnte in Pfaffenhofen nochmal Besteck für 24 Personen und 7 Gänge besorgen.

Dass halbwegs hochwertige Exemplare gleich mal 1000 Euro kosten, wollte ich dann gar nicht mehr hören. Do schlof I liaba auf da Lufdmadradzn, hätte meine Grossmutter gesagt, und auch ich brummle das beim Abwärtsfahren über Rolltreppen in meinen 3-Tage-Bart.
Und bestelle zum Frustabbau bei der bekannten Quelle ein melonenförmiges Rokoko-Service. Für 24,90 Pfund Sterling, dieser angenehm weichen Währung.
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Empfehlung heute - Ich glaube nicht,
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Übersetzung für Bankerdenglisch
Irgendwie wachte ich heute auf und wusste, es würde ein schöner Tag werden. Habe ich schon mal erzählt, dass ich Anfang der Woche fast mein komplettes Geld known as "das nutzlose Zeug das in Bankenkollaps und Inflation draufgeht" in eine Wohnung gesteckt habe? Am Tegernsee? Und dass ich dort das Kommende locker auf einer Hinterbacke absitzen kann?
Hier noch ein kleiner Ratschlag für die amerikanische Notenbank zum Umgang mit dem Wallstreet-Pack. If you can´t bill them, kill them. Für Blackwater sollte noch etwas Geld da sein, und die Wand zum Dagegenstellen wird bei der Wallstreet mitgeliefert. Zur Klärung der Ansprüche ist es vielleicht auch gar nicht schlecht, wenn die USA Waterboardung weiterhin zulassen. Mein ja nur.
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Freitag, 14. März 2008
Empfehlung heute - Was eigentlich
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68 im Ruhestand
Das, mit Verlaub, ist jetzt unser Problem, 68er Probleme sehen ganz anders aus. Auch Revolutionäre haben ein Recht auf Rente und Ruhe und einen angenehmen Platz an der Sonne, besonders, wenn sich die heutigen Ü30er als feige Spiesser zeigen, die für die ökonomischen Totalitaristen auch heute wieder so etwas Geschmackloses wie der neuen Metternich Österreich anschliessen würden, wenn es sich denn rechnen würde. Wenn Rebellion mit Gratifikation ausgeknipst werden kann, haben alte Steineschmeisser jedes Recht der Welt, sich von ihrem erarbeiteten Vermögen einen hübschen Logenplatz zu bauen, die Linke zu wählen und hoffen, dass die übernächste, auf den globalen Markt getrimmte Generation keine dröge SS, sondern denkende Menschen werden. Und diesen Platz nun gestaltet man sich idealerweise hier:

In halbergmoos, in der Einflugschneise, wo aus Lausprechern bis in alle Ewigkeit Italopop vom nahen, zitronenbeblühten Land singt, und Amore, und dem unvermeidlich azurblauen Meer. Die Einrichtung dieses Showrooms italienischer Gartenmöbel sagt vieles, vielleicht alles über die Sehnsüchte derer, die hier angesichts des Wetters nur vereinzelt kommen, probesitzen und nervige Fragen zu Holzsorten, Umweltsiegel und Produktion stellen, die allesamt trefflich beantwortet werden. Es ist sowas wie der I*ea für Übergrownups, die Luft ist etwas besser und es ist genug Platz, man wird nicht weggedrängelt, und kaufen - und damit lang an der Kasse stehen - kann man hier eh nicht. Aussuchen, anrufen, zwei Wochen später wird es direkt aus Italien geliefert. Solange einem die aufgemalten Kulissen italienischer Häuser nicht abschrecken, denn im Katalog stehen Bridget, Ginger, Barnaby und Leandro am Pool vor blauem meer, oder in - gücklicherweise vollkommen kinderspielplatzfreien - Parks, wie sie in Italien, wo man sogar den Palazzo Te in Mantua mit dergleichen einrahmt, kaum mehr zu finden sind.
Teuer ist es natürlich auch. Aber man kann ja nichts direkt kaufen, also schaut man und erkennt, was die Wünsche derer sind, die es sich leisten können. Keine Frage, es ist ein guter Ruhestand. Man redet nicht über Geld, und wenn die Kinder doch fragen, sagt man, dass man natürlich nichts in Liechtenstein hat, wer sei man denn.
Es ist natürlich alles im Kleinwalsertal, und dann freut man sich über die entsetzen Blicke der Nachkommen.
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Ich bin gegen Presseprivilegien.
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