: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 15. Juli 2011

Es gibt etwas Positives zu berichten

So weit, so schlecht. Selbst wenn ich das ja mittlerweile mehr als gewohnt bin, und mich gar nicht mehr besonders aufrege, und es auch diesmal besser als die schlechteste Option war.



Bei der Autovermietung standen:

1 Opel Astra Caravan 4 Türen 1,8 Diesel in Silber

1 Toyota Riesenirgendwas für Turbomütter mit Benzinmotor.

Es wurde der Toyota.

Fast alles andere war schrecklich: Der gerissene Zahnriemen riss nicht irgendwo, sondern beim Überholen neben einem Laster. Der war auf der Autobahn. Nicht irgendwo, was schon unerfreulich genug gewesen wäre, sondern einen Hügel hinauf. Und nicht nur einen Hügel hinauf, sondern an einer Stelle mit nur zwei Spuren. Und es waren nicht auch nur zwei Spuren, sondern das einzige, was an Strasse da war - es war nämlich eine längere Baustelle. Oder, wie der Meister dann sagte: Die längste Baustelle einer bayerischen Autobahn. Und da war natürlich auch kein Standstreifen. Und da war nicht nur kein Standstreifen, sondern auch noch eine lange, lange Strecke mit Betonabsperrungen an der Stelle, wo es normalerweise zum Standstreifen geht. Schlimmer geht immer, ich hätte auch in einen Abgrund fallen können. Man muss es positiv sehen: Es ist nicht die schlimmste Stelle der Welt, um einen Motorschaden zu haben. Man denke nur an die Sahara. Oder Brandenburg.



Ich bin immer noch fasziniert von Leuten, die im Stau stehen, dann auf der Höhe meines Autos auf der verbliebenen Spur anhalten, um sich über den Stau zu beschweren. Doch. das gibt es alles in Franken, neben Zahnriemenriss und Autobahnbaustellen ohne Standstreifen. Die zwei Stunden Warterei auf den Abschleppwagen waren nicht angenehm, aber lehrreich. Do san'S ned da Easte und ned da Letzte, sagte der Meister. Und von da an wurde es auch besser, und alle waren nett zu mir. Der Polizist schüchterte, die Hand stets am Pistolenhalfter halten, die Huper ein.



Die Abschlepper brachten mich nicht zu irgendeiner Werkstätte, sondern zu einer, vor der ein top restaurierter Fiat 1500 stand - zu jemandem, der sich mit dem Problem auskannte und dann auch einen neuen Motor fand, der gerade mal 60 Kilometer entfernt herumsteht. Jemand, der es verstand, als ich sagte, man sähe zwar nichts, aber von Würzburg bin hierher würde die Strasse in meinem Herzblut schwimmen, und dass ich alles tun würde, aber nicht diese Barchetta aufgeben. Der Taxifahrer munterte mich mit Rostgeschichten seines Alfa Spiders auf. Und als ich sagte, ich würde das Ding nehmen, das eher ein Auto und kein Verkehrshindernis ist, bekam ich auch lachend den Toyota.

Wie gesagt: Es hätte schlimmer kommen können.

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Treffen sich zwei an der Narrentreppe

Und versprechen sich dann unhaltbares Zeug, weil das so dazu gehört. Das sieht dann so aus:



Das geht ntürlich auch ohne Narrentreppe, das muss nicht in Niederbayern sein, das geht vermutlich auch an jedem Frankfurter Bürohauslift nicht anders zu. Nur halt mit anderen Themen. Um dieses Frankfurt etwas aufzubunten, war ich dann auch nicht nur oben bei der Burg, sondern auch bei Belstner, "ehemals königlich Bayerischer Hoflieferant".



Und drinnen geht es dann genauso bunt weiter. Ja, die Niederbayern. Da hat es schon lang kein Lokaldesigner mehr hingeschafft, und wenn sie es noch 10 Jahre aushalten, dann ist es wieder Kult. Sie haben da Erfahrung darin. Nach dem Krieg etwa wusste man mit der Burg Trausnitz nichts anderes anzufangen, als sie zu einer Jugendherberge zu machen. Das hat sich zum Glück inzwischen wieder geändert.



Das ist übrigens der "richtige" Ausblick. Sicher, in der Richtung kommt irgendwann Frankfurt am Main, aber die Schöpfung hat ein paar Bergrücken und und eine Erdkrümmung dazwischen geschoben, die es nachher zu überwinden gilt. Aber auf der anderen Seite käme etwas, das noch unerfreulicher wäre: Ohu 1 und 2, und die Danpffahne ist auch bei schlechtem Wetter nicht zu übersehen. Gott sei Dank geht das jetzt vorbei. Man kann wieder nach Landshut fahren, ohne ein schlechtes Gefühl. So eine hübsche Stadt, ohne Atomkraftwerke. Rückbauen, endlagern, am besten im Garten der Profiteure, sich was anderes einfallen lassen.

Man muss schliesslich nicht immer an der Narrentreppe stehen und sich Unsinn erzählen lassen.

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Mittwoch, 13. Juli 2011

Frmdeln auf hohem Niveau

Diese ganzen Debatten um das Internet und Netzwerke - die sind mir zu technoid verbohrt. Der eigentlich interessante Aspekt ist in meinen Augen, dass wir die letzten 50 Jahe damit zugebracht haben, Bindungen zu lösen, Beziehungen zu fragmentieren, wir schätzen die Anonymität unf Freiräume, unsere Wohnungen werden grösser.



Wir sind mehr wir selbst als Teil einer Struktur, und das ist auch gut so - und dann sitzt man schizophren in seiner Anonymität vor dem Rechner und starrt auf die Timeline der eigenen Kreise. Das ist reaktionär, oder wenigstens vergesslich, weil es negiert, woher man eigentlich kommt, versuche ich in der FAZ darzulegen.

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Mittwoch, 13. Juli 2011

Alt, aber immer noch richtig

Früher sagten wir: Wenn Du beweisen willst, dass ein Berater noch mieser als das Beratungsobjekt ist, gib ihm ein eigenes Projekt und schau, wie es läuft.

Leider ging die Sache oft genug einen anderen Weg; ziemlich viele Gründer machten nach ihrem Versagen eine Beratungsklitsche auf, wo sie nicht mehr ihre eigene Sache ruinierten, sondern die anderer Leute. Das nannte sich dann oft Change Management und lebte vor allem vom Beschwatzen eher unerfahrener Chefs, mal was ganz Neues zu probieren. Man häte da ganz tolle Ideen. Da gäbe es einen fetten Markt und so. Oft genug wurde das gemacht, um den Mitarbeitern eines reinzudrücken, und zwar exakt so lang, bis die Mitarbeiter nicht mehr nur ihre Augen verdrehten, sondern der Chef auch merkte, dass sich die Konkurrenz kaputt lachte. Mit etwas Pech hatten dann schon die besseren Leute gekündigt, und der Change Management Berater brachte ein paar seiner Versagerfreunde mit rein. Chefs geben nicht gern zu, dass sie voll daneben lagen.

Das war und ist die Sache, die mir nicht in den Kopf will: Dass man solche Prozesse installiert, ohne sich erst mal in Ruhe anzuschauen, ob diese Leute überhaupt den Versprechungen gerecht werden. Dass man keine Probezeit macht, sondern diese Bande, wenn man sie einmal installiert hat, einfach weiter machen lässt und denkt, dass dann schon wird, selbst wenn offensichtlich ist, dass die Kundschaft mit den Ergebnissen nicht zufrieden ist. Dass mn ihnen in aller Regel dann auch noch die Erweiterung des Geschäfts überträgt. Und gesunde Teilbereiche damit bei der Kundschaft in Verruf bringt, weil die nicht differenzieren kann. Sicher, Twitterseminare sind bescheuert. Aber nett im Vergleich zu dem, was derartige eher unauffällige Fehlentwicklungsprozesse anrichten können.

Das ist nun schon ein paar Jahre her, aber heute lief mit bei Google+ wieder einer von damals über den Weg. Nennt sich Berater, hat ein tolles Netzwerk, das ihn dauernd auf Konferenzen schickt und ein Projekt, das mies läuft, und jetzt noch ein zweites, das auch mies läuft, und mit beiden Referenzen fühlt er sich richtig gut, und arbeitet an der Zukunft des Medienwandels. In meinen Augen verarscht er alle.

Deshalb: Solange nicht einer anhand eines Projekts bewiesen hat, dass er etwas wirklich kann - gebe man ihm nichts, was man bereuhen könnte. Kein Blog, keine Community, keine Strategie, kein Projekt, das man nicht an einem Tag streichen kann. Es ist ja nicht nur die Performance der Berater unterirdisch - unterirdisch ist auch die Leistung derjenigen, die eigentlich jede Sekunde mit der Peitsche hinter ihnen stehen sollten. Das ist eigentlich ein toller Job - aber er wird ebenso lausig gemacht, wie die Beratung von Medien.

Und dass es nach 10 Jahren noch immer nicht verstanden wurde - das ist bitter. Manche denken, eine Firma würde das schon aushalten. Man muss schon ganz schön blind für die Entwicklungen sein, das in einer Zeit zu sagen, da reihenweise die Geschäftsmodelle wegbrechen und 10 Jahre vertrödelt wurden.

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Faceplus

Nach einem auf Recherche vertrödelten Halbtag denke ich sagen zu können, dass facebook in einem Jahr massive Probleme haben wird, sich gegen Google+ zu behaupten. Der Herausforderer fühlt sich einfach besser an, es ist nicht so müllig, es ist nach meinem Eindruck ein klein wenig effektiver, man hat nicht ganz so den "Oh Gott schon wieder drei Stunden vertrödelt"-Eindruck. Facebook und StudiVZ wirken dagegen irgendwie unreif. Vermutlich könnte ich das auch erklären, aber Nutzer gehen nun mal nicht nach Überlegungen vor, sondern nach Empfinden, und das ist bei Google besser. Dazu der Reiz des unbelasteten Anfangs (wenn man von dem Arschgeigenorchester einmal absieht, das einem zu Beginn aus irgendwelchen Gründen präsentiert wird).

Mein Gefühl sagt mir, dass Google das Rennen über seine Erfahrung im Umgang mit Spam, Filtern, Sortieren und Blocken machen wird. Facebook wird ums Verrecken gezwungen sein, die Nutzer zu fluten, um da Werbung reinzupacken, Google wird dagegen versuchen, das Onlinedasein gefühlt zu erleichtern und aus dieser Erleichterung das Targeting abzuleiten. Facebook ist degeneriert, blöd und gemein, Google ist zynisch, gerissen und hinterfotzig.

Und ich werde hier weiter bloggen. Ich habe keine Lust auf Auslagerung, wohin auch immer.

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Dienstag, 12. Juli 2011

Die Langsamkeit

Das ist die legendäre Campagnolo C-Record Kurbel. In Rennradlerkreisen ist sie mit den dazu gehörenden Bremsen immer noch das ultimative Statussymbol.



Kostenpunkt vor 23 Jahren: 500 D-Mark. Das war noch echtes Geld! Diese Bremsen waren eine extrem teure, glatte und lebensgefährliche Fehlkonstruktion, weshalb sie kaum jemand kaufte, und deshalb sind sie auch selten und sehr teuer - gerade die allerersten Exemplare, die von der Firma zurückgerufen wurden. Allerdings gab es ja auch die Kurbel: Die ist aerodynamisch von der Seite, also da, wo der Wind nicht herkommt. Von da, wo der Wind herkommt, ist es eine Turbine gegen den Luftstrom. Sie ist enorm schwer und edel poliert, was toll ist bei einem Gerät, das man mit Füssen tritt. Sie ist 100 Gramm schwerer als die damalige Konkurrenz und 130 Gramm schwerer als das hauseigene Vorgängerprodukt. Sie macht den Berg hinauf langsam und den Berg hinunter auch, da sind Bremsen dann nicht mehr so wichtig. Und wenn sie sich lockert, so wie heute, dann wird es eben noch langsamer. Dann kann man nicht mehr treten.



Dabei hatte alles so schön angefangen. Kein unfreundliches Gewitter mehr am Horizont (Grossbild, wie gewünscht). Blauer Himmel. Schönstes Wetter. Die Apfelbäume knistern im Licht. Die Luft bläut. Das Gulfnago sirrt, wie auch schon vorher 90 Kilometer.



Und dann knirscht es. Immer lauter. Die Kurbel wird locker. Ich verstehe das nicht, normalerweise löst sie sich, wenn man nicht richtig angezogen hat, nach kurzer Fahrt. Ich bin am Wochenende heftig geradelt und habe richtig hart getreten - da war alles in Ordnung. Nun gaukle ich über Sommerwiesen, und es knirscht auf einer Seite. Umdrehen, die richtige Position für den Fuss suchen, damit die Kurbel beim Treten nicht schlackert. und dann mit dem anderen Fuss fest treten in der Hoffnung, dass die andere Seite fest sitzt. Natürlich fehlt der 7er Inbus, den man jetzt bräuchte.



Immerhin, es ist zwar langsam, aber sportlich: Auf der einen Seite Muskelkater, auf der anderen Haltungsschaden, 15 Kilometer, vier Anstiege, da fühlt man daheim jede Muskel im Leib. Restenergie wird man dann an der zentralen Schraube austoben, damit die in Zukunft drin bleibt. Es ist so demütigend, wenn man reihenweise überholt wird. Wobei ich mich lieber so als von Lycra überholen lasse:



Insgesamt habe ich damit aber so ziemlich alles durch, was passieren kann: Doppelter Ventilabriss, 8 Kilometer auf Cleats nach Hause laufen, ein Stich eines Insekts, nach dem der Arm eine Woche geschwollen ist, Unwetter und etliche Kleinigkeiten. Dass es diesmal glimpflich abging, schreibe ich einer guten Tat auf dem Weg zum Debakel zu - jemand hat seine Pumpe verloren, ich habs sie gefunden, aufgehoben und ihm nachgerast. Am Ende ist es nur wichtig, dass man sich gesund belohnen kann:



Bald ist wieder grosse Tortenzeit. Ganz langsam. Stück für Stück.

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Gebucht

Nochmal vier Wochen, wenn die Touristen wieder alle weg sind. Mindestens vier Wochen, im Prinzip: Open End.



Wie immer kein Plan, keine Verpflichtung ausser für jene, die mich besuchen, genug Platz ist da, und vielleicht finde ich dann auch wieder etwas Ruhe, um etwas anderes zu machen.

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Lustiges und weniger lustiges in der FAZ

Eun Mann namens Ottmar Issing sagt im Alter von 75,4 Jahren zu dieser Zeitung, der Euro werde ihn noch lang überleben. Puh. Die durchschnittliche Lebenserwrtung von Männern in Deutschland ist 75,94 Jahre. "Lang" ist ein sehr relatives Wort.

Weniger lustig ist es, wenn ich verkünde, dass man das Ballett aus dem Kanon der grossbürgerlichen Kulturbeflissenheitspflichten entfernen sollte. Vielleicht werde ich lustiger sein, wenn ich auch mal 75 bin.

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Montag, 11. Juli 2011

Bitte mal die Hand heben

Diejenigen, die geglaubt haben, eine italienische Regierung mit einem nicht unendlich mafiafernen Ministerpräsidenten hätte saubere Bilanzen und weniger schlimme Schulden nach Jahren der Reallohnverluste bei mieser Binnenkonjunktur als Griechenland. Jetzt.

Hm.

So wenige?

Oh.



Gut, ehrlich gesagt hat es mich jetzt auch nicht überrascht, dass jetzt die Ratingenturen langsam mal wach werden und sagen, dass die Lage da unten nicht gut ist. Da kann man jetzt zweierlei machen;: Die Ratingagenturen zwingen, etwas anderes zu sagen. Das hat man während der Finanzkrise auch in Pakistan so gemacht; um Kursrutsche zu verhindern, hat man den Index einfach festgeschrieben. Oder man kann dagegen neue Ratingagenturen gründen, die tiefer in die Ärsche der EU-Administratoren kriechen - aber wo soll da noch Platz sein? Oder man braucht ganz schnell noch ein paar hundert Milliarden. Dann geht nämlich der Euro im Zweifelsfall gleich unrettbar kaputt, dann muss man nicht zugeben, dass die Idee einer Gemeinschaftswährung gescheitert ist. Oder man druckt elektronisch Geld nach. Ein wenig Inflation spätger mal, das tut einem jetzt nicht weh. Oder man schenkt alles gleich den Banken, sollen die das unter sich ausmachen.

Irgendetwas wird man tun müssen, über die Unicredit hängen nämlich auch viele Süddeutsche und sogar echte Menschen, dieweilen aus Bayern nämlich kommend, mit im Elend. Die HRE war schon schlimm, die Landesbank war schlimm, aber die Unicredit, die bringt uns um.



Lustig ist jetzt, dass die Italiener jetzt massiv sparen sollen. Woran denn mit 30% Jugendarbeitslosigkeit? An den mickrigen Sozialleistungen, an den Krankenhäusern, an der Mafia? Prima Idee, jetzt nich ein wenig Destabilisierung in schlimmer Zeit, und die Griechen sind nicht mehr die einzigen, die Euroflaggen im Hakenkreuzdesign auf die Strassen tragen. Weil: Auf die Menschen kommt es an, wenn die Kaste oben denkt, dass es auf die einzelnen Menschen jetzt nicht ankommt. Vermutlich wird der Grenzübergang Chiasso bald wieder schön voll sein: Was man wegbringt, das kann einem nicht genommen werden, werden sich die Italiener sagen.

Irgendwie scheinen die Euroeuropäer zu glauben, man könne das Spiel unendlich weiter treiben, als sei man frei von den Problemen jedes Ponzisystems. Vor über einem Jahr habe ich aufgehört, Silberkannen zu kaufen, weil sie mir zu teuer schienen - inzwischen ärgere ich mich schon ein wenig über mich. Der Franken geht runter auf 1,17 zum Euro. Das Schlimme ist: Momentan könnte man den Euro noch aufbrechen, und damit handlungsfähig sein. In einem Jahr wird der Euro aufgebrochen sein, und dann wird es richtig teuer.

Wer nicht die Hand gehoben hat, der sollte sich was überlegen.

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Sonntag, 10. Juli 2011

Und jetzt alle!

Zieh den Kopf aus der Schlinge Bruder Don



nimm das beste Gulfnago und ras dem Sturm davon



über dem Lenker musst Du Dich bücken



sonst hast Du einen Blitz im Rücken,



zieh den Kopf aus der Schlinge Bruder Don.

(Vor drei Jahren wurde ich gefesselt, geknebelt und auf eine Hochzeit entführt - zum Glück nicht meine. Die Ehe geht schon wieder den Bach hinunter, aber da sangen sie sowas, und es geht mir nicht aus dem Kopf)

Es ist so in meiner Heimatstadt: Seit 25 Jahren gibt es hier ein Bürgerbesäufnis in Sommer. Früher war es einmal im Jahr, das war erst eine Art Zusammenkunft mit Sambagrossmüttern und Würstlstand, dann ging es in eine reine Sauferei über, und inzwischen ist man erwachsen und versucht, es als Donaufest zu rebranden und hohe Preise zu verlangen. Es war fürs Gschleaf und es ist fürs Geschleaf, und eine Konstante bleibt: Immer beim Bürgerfest regnet es. In der Hitzewelle 2003 regnete es nur an drei Tagen - zwei davon waren am Bürgerfest.

Nur bei der letzten Aufführung vor zwei Jahren, da blieb es einen Abend lang wirklich trocken. Damals brannte aber ein Haus in einer Veranstaltungsstrasse nieder. Keine Frage: Das Schicksal freut sich, dass alle auf einem Haufen sind, und straft sie, wie sie es verdienen.

Dieses Jahr: Drei Tage. Drei schwerste Unwetter mit allem, was dazu gehört. Nur ich bin gerade noch davon gekommen. Drei Unwettern konnte ich ausweichen. Mit dem vierten im Rücken fuhr ich heim, ziemlich genau mit den ersten Tropfen in der Böenwalze, fast 20 Kilometer von Tauberfeld bis in die Stadt. Dabei war ich vorher in Eichstätt und ziemlich fertig, aber mit dem Sturm und der Angst ging es flott dahin. Ich überholte auf dem Radlweg Autos. Und zum Tee schaute ich hilflosen Besoffenen zu, die ihr Heil in der stolpernden Flucht suchten.

Nächstes Mal vielleicht Hagel? Ya Ya Jippie jippie Yeah!

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Samstag, 9. Juli 2011

Sie

Sie wartet auf ihren Mann, der noch mit dem Anstieg kämpft.



Sie, die einen, haben sich bei der Fertigung sehr bemüht.



Sie, andere, geben in bester Tradition Versprechungen, deren ausbleibende Einhaltung sie nicht betrifft.



Sie sagen ja und hoffen, dass mit der Zeit kein Verwelken und kein Nein folgen wird.



Sie, liebe Leser, sollten es ruhig auch mal versuchen, denn man sieht Dinge, die einem sonst vielleicht verborgen bleiben.



Und danach dürfen Sie essen,. so viel Sie und was Sie wollen



Sie alle sitzen zu viel vor dem Bildschirm. Da müssen Sie ja krank und unfroh werden.

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Studieren zahlt sich aus

selbst wenn es sich um klassische Archäologie handelt - die Krise der Griechen und der Oligarchie macht es in der FAZ möglich.

Und was die FAZ nicht möglich macht, das findet sich bei Andrea Diener - seit Jahren das beste Blog für Bachmanneinpreisen und andere Literaturabwertungen,

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Freitag, 8. Juli 2011

+

Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch Google einen normalen Lebenszyklus wünschen würde: Aufbau, Wachstum, Innovation, Erfolg, Stagnation, Niedergang, Pleite. Der Tod gehört zum Leben dazu. Dass Google Plus sich jetzt aber anschickt. jene "Ihr müsst uns ganz dolle liken"-Pinscher in die Fresse zu treten, die sich mit so einem Facebookhinweis bei internetunfähigen Chefs einschleimen wollten - das ist schon fein. Und wenn ich Google und Facebook so vergleiche, traue ich Google einfach etwas mehr. So wie ich mein Geld eher einem 10-fach verurteilten Mörder als einem notorischen Anlagebetrüger und Mörder leihen würde. Und ja: Ich glaube, dass Google Facebook damit die Luft rauslässt. Bis vor zwei Wochen dachte man, Facebook sei so übermächtig wie auch schon Friendster, Myspace und StudiVZ, wer-kennt-wen. Jetzt steht Facebook in dieser Reihe zu Kreuzigung. Es wird eine Weile dauern, bis es krepiert, wie auch die anderen langsam abgestürzt sind - aber nicht einmal die mächtigen deutschen Verleger, die sogar mit dem Bürgermeister von Grosskötzing eine Weisswurst essen dürfen, werden diesen Paradigmenwechsel aufhalten können. Plus ist cool, bei Facebook sind eh schon alle, es ist immer das gleich Spiel - oder spielt noch jemand Moorhuhn abknallen? Oder war mal wieder jemand bei Sevenload?



Trotzdem wäre es fein, wenn mir jemand eine Einladung zu Plus schicken könnte, zwengs Test Vielen Dank, ich habe eine! - ich muss ja wissen, worüber ich schreibe. Angedeutet hat sich so eine Veränderung übrigens schon vor einiger Zeit; eine Weile war Facebook noch voll von Entdeckungen, da haben viele Leute etwas hineingetragen, was sie draussen fanden. Inzwischen ist Facebook als Trafficbringer nicht mehr im Wachsen begriffen: Ein deutliches Anzeichen für eine selbst genügende Stagnation der Möglichkeiten. Kulturen können zwar auch abgeschottet überleben, das frühneuzeitliche Japan ist so ein Beispiel - aber nur, wenn alle gezwingenermassen da bleiben. Das ist im Internet nicht so einfach. In dem Moment, das bei Facebook die Nutzer auch ihre +-URL dazuschreiben, ist es aus mit Facebook. Und Google wird den Markt dominieren, für 2, 3 Jahre. Vermutlich werden die deutschen Verleger dann gleich ein garantiertes Existenzrecht vom Staat einfordern.



Wobei - mich würde immer noch ein Minus interessieren. Eine Einrichtung, die dafür sorgt, dass jede Menge Müll einfach ausgeblendet wird. Beiträge mit Schleichwerbung: Weg. Wichtigtuer: Weg. Nullinhalte: Weg. Sinnlose Kommunikation: Da wäre ein Autokretinisierer nett, der dem Schreiber kunstvoll sagt, was von ihm zu halten ist. Ein Rezepthervorheber, ein Literaturdetektor, ein Kunstnetz - das alles wäre auch fein und durch Reduzierung von Müll zu erreichen. Es muss ja nicht die totale Abschottung sein, ich darf schon wissen, wieso die Bank jetzt plätzlich WM-Zinsen anbietet. Aber dann reicht es auch schon wieder. Es geht gar nicht darum, dass das Internet mich überfordern würde, es zwackt nur an manchen Stellen,. pbendrein ist es vorhersehbar und zu wenig neu. Und das, was als Neu verkauft wird, wie eben Gogle+, ist alt. Oder einfach nur hektisch, siehe Echtzeit, siehe Priority, siehe Alerts. Zeitverschwender.

Ich möchte einen Mussebringer.

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Des Teufels Chefankläger und sein Fahrrad

und schwere Platzprobleme haben sie auch im Gepäck.



Grossbild

Ach hätte ich nur mehr Wandfläche.

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Aus Mitleid.

Ich verstehe sehr gut, dass manche Journalisten gegen die Präimplantationsdiagnostik sind. Bei anderen wundert mich die Befürwortung.

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