: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 12. August 2011

Sommer in Bayern

Irgendeinen Vorteil muss es ja haben, wenn man in einem Land lebt, in dem man sich nur aus zwei Sozialdemokraten den König heraussuchen kann.





















Endlich wieder radeln. Immer noch mit Grippetabletten, aber es geht wieder.

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Dem Überwachungsparadox auf der Spur

Es gibt da einen komischen Zusammenhang:

Nirgendwo gibt es mehr optische Überwachung mit Kameras als in England, mit der sich die Besitzenden schützen

Gleichzeitig gibt es aber auch nirgendwo Angst vor diesen Kameras, wenn die Nichtbesitzenden plündern.

Das heisst: Die einen glauben an eine Privatisierung der Sicherheit, während jene, die das aufhalten sollte, definitiv nicht daran glauben.

Und darüber - Ursachen, Hintergründe, Schlussfolgerungen - habe ich in der FAZ geschrieben, weil mir der Beitrag irgendwie in der Diskussion bislang gefehlt hat.

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Mittwoch, 10. August 2011

Stattrandale

Eigentlich hatte ich überlegt, ob ich bei der FAZ was über England und die Plünderungen schreiben soll. Und dann sah ich die Bilder. Bilder von schlecht angezogenen Leuten, die Unterhaltungselektronik und in China genähte "Markenkleidung" wegtragen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Leute, kämen sie in meine Wohung, sehr konsterniert wären und ohne irgendein Sachgut wieder den Rückzug antreten würden. Deshalb habe ich dann bei der FAZ doch lieber über wirklich relevante Themen wie Nervengift und Quecksilberrisiken geschrieben, und das Elend der Körperlichkeit in einer Zeit, da der Sex nicht mehr von Mirabeau, sondern von dieser Roach Frau da beschrieben wird.

Und dann ging ich auf den Markt und fand eine Zuchini, die ich einfach haben musste. Die widme ich allen Plünderern und Leuten, die Zeug schreiben, das ich nicht ertrage, weil es so schlecht ist.



Grossbild

(Kann nicht jemand einen dicken, weichen, warmen, liebevollen Sommerroman schreiben, wo sich ein paar Leute einfach ein wenig betrügem, Sex haben, anlügen und gut angezogen durch schöne Orte wandeln?)

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Digitale Gesellschaft beim Astroturfing

Die selbsternannten Vertreter der Blogger und Internetaktivisten beim Vortäuschen von Bürgeraktion im Auftrag der Grünen in Berlin, mit Kameras, Promis und allem, was dazu gehört, wie plötzlich aufpoppende Kommentatoren, die die Veröffentlichung gar nicht mögen:

Hier nachzulesen

Mich würde mal interessieren, wie Beckedahl das mit Offenheit und Ehrlichkeit und was die da sonst noch absondern unter den Hut bringt. Man kennt das ja inzwischen aus dieser Szene: In Funktion 1 den ehrlichen Vorkämpferr geben, in Funktion 2 Geld annehmen, in Funktion 3 einen Freund haben, der in Funktion 4 dann über andere herzieht, die das nicht so gut finden, und dann wieder Funktion 1 herauskehren.

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Mittwoch, 10. August 2011

Strassenkampfmann

So weit, so gut. Schreiben geht wieder, denken geht wieder, ich schlafe noch sehr viel und zu lang, aber alles kommt zurück zu den gewohnten Abläufen. Inzwischen ist es mir auch wieder etwas peinlich, wenn um 10 Uhr die Paketpost kommt, und ich immer noch im Bademantel stecke, Privileg des Unwohlseins und des Umstandes, nichts wirklich Sinnvolles tun zu können. Selbst für das Bilder- und Spiegelumhängetetris bräuchte man einen klaren Kopf.



Nichts Sinnvolles ist wohl auch das Motto in England. Mit etwas Pech schaffen es ein paar Tausend entfesselter Plünderer, eine Art Vorentscheidung der politischen Konflikte des kommenden Jahres durchzusetzen; für ein paar Klamotten und Elektroartikel wird der Mehrheit vorgeführt, wie das aussieht, wenn die Jugend revoltiert. Das kann auch ganz anders sein, das hat man in Ägypten, Israel und Barcelona gesehen - aber was immer in Italien, Ungarn und anderen Ländern kommen wird, die Polizeireaktion wird auf Londoner Verhältnisse abgestellt sein. Zum Schutze der unbescholtenen Bürger natürlich. Man hat ja gesehen, wo das endet. Und vermutlich haben wir in den nächsten Tagen auch die nächste Geistesblendgranate des Übels im Innenministerium, das versuchen wird, die Scharte mit der Onlineanonymität auszuwetzen: Das muss ein Ende haben, damit man auch hier eventuelle Gewalttäter identifizieren kann.



Was ich in London ganz erstaunlich finde: Die Stadt ist Vorreiter bei der Überwachung des öffentlichen Raumes mit Videokameras. Es gibt sogar einen TV-Sender mit Bildern der Überwachung. Weite Teile der Stadt sind komplett abgedeckt, mit Schichten privater und öffentlicher Beobachtung, und die besseren Regionen gelten deshalb auch als vergleichsweise sicher. Es hat niemanden abgehalten. Man hat sich an die Kameras gewöhnt, die Krawallmacher haben eine Antwort darauf gefunden - Kapuze, gleichförmige Kleidung, eine Masse - und schon ist die Überwachung nur noch so gut wie die Überwacher dahinter. Überfordert, oder auch demotiviert von den eigenen Arbeitsbedingungen. London ist voll von privaten Wachdiensten. Genutzt hat das nicht wirklich viel. Und im Vergleich zu dem, was in Paris geschah, waren in London gar nicht mal so viele Leute unterwegs.



Was da passiert ist, ist schlimm, aber wenn man das nur ein wenig weiter denkt, sind die Schlussfolgerungen gar nicht so angenehm. Mehr Polizei, mehr Wachdienste und mehr Kameras und Überwachung, das alles hatte man in London, es hat nicht funktioniert, wenn sich nur genug Gruppen zusammenrotten und sehen, dass das System überfordert ist. Viel gehört nicht dazu, in der reichen Hauptstadt eines grossen Landes. Wer einen typischen Samstag Abend in einer Innenstadt nahe einer Disco kennt, ist jetzt aber auch nicht sonderlich überrascht. Die Anlagen dazu sind längst vorhanden, auch bei uns.

Hoffen wir mal, dass sich andere eher an Barcelona und Tel Aviv orientieren. Und die andere Seite ein Einsehen hat, bevor es keinen Respekt vor dem Staat und der Gemeinschaft mehr gibt.

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Nichts passiert

Vielleicht könnte man auch einfach mal sagen:

"Angesichts der Gesamtsituation und der Belastungen durch die Finanzkrise entstand 2010 an den Börsen eine durch nichts zu rechtfertigende Blase, die sich nun wieder auflöst. Sobald die Risiken und makroökonomischen Rahmendaten vernünftig eingepreist sind, werden sich die Kurse auf einem angemessenen Niveau wieder einpendeln."

Oder erinnert sich jemand an besondere Schlagzeilen mit "Übertreibung! Spekulation! Aktienirrsinn", als der Dax davor in die Höhe schoss? Bei 5000 bis 5500 fängt sich das alles wieder.

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Montag, 8. August 2011

Eingesperrt

Es gibt Besucher, die eine gewisse Eingewöhnungszeit brauchen; es ist bei mir daheim nicht gerade das, was man als "leer" bezeichnet.



Das hat aber durchaus seinen Grund; mein Horror ist nicht "zu viel an den Wänden", sondern die Tage, da man das Haus kaum verlässt. Würde annehmen: In Deutschland machen diese Tage die Hälfte des Jahres aus. 2011 vielleicht auch mehr. Regen und Grippe zum Beispiel sind nicht gerade hilfreich beim Aussensport. Und da ist es meines Erachtens fein, wenn es drinnen nicht so trist wie draussen aussieht. Der Kopf möchte Unterhaltung, er bekommt sie.



Nie sitze ich am Fenster und blase Trübsal in den Regen. Es gibt immer etwas zu kochen, umzuräumen und ab und an auch aufzuhängen. Das ist nie wirklich fertig. Es kommt immer wieder etwas dazu, und anderes war immer dazu gedacht, nur einen Platz zu halten und dann, wenn das Perfekte da ist, andernorts verwendet zu werden. Mal steht etwas hier und mal dort, es ist nie gleich. Manches finde ich nicht mehr. Das ist dann etwas ärgerlich, aber ein Haus verliert nichts.



Ich habe mir in Berlin einmal ein Penthouse angeschaut. Hintergrund war, dass meine Wohnung saniert werden sollte, und der Besitzer den Stress mit dem Umziehen vermeiden wollte, indem er mir in der Nähe dieses unvermietbare Stockwerk ganz oben anbot: 80 Quadratmeter, ein Raum, seitlich von einer Fensterfront aufgeschlitzt mit Blick über Berlin. An Tag der Besichtigung lagen die Wolken sehr niedrig über der Stadt. Man sah die Abgase. Man sah den Fernsehturm. Man sah schlimme Häuser und ahnte: Da sind überall Berliner. Und als ich mich dem Raum zuwandte, waren dort kahle Wände, sehr edel, sehr pur, sehr rein, eine frische Leinwand, die mich nicht von dem Elend da draussen ablenken konnte. Gefangen zwischen Nichts und einem Etwas, das schlimmer als das Nichts ist. So, sagte ich mir, kann ich nicht leben. Daheim ist es zwar Bayern, das geht schon eher, und trotzdem: Ein Nichts von einem Raum, das darf nicht sein.



Das ist lange vorbei; heute gehe ich durch meine Räume und entdecke eigentlich immer etwas Neues. Eventuell ist es sogar etwas Neues. Kann schon mal passieren. Allerdings, der Venezianer da oben, der bleibt nicht hier: Der Badspiegel am Tegernsee hat nach über 30 Jahren doch etwas gelitten, und wenn dort schon die Fliessen bleiben, sollte der neue Spiegel ein wenig besser passen. Das tut er. Ob es gefällt, ist eine andere Frage. Ich kann gut damit leben.

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Lieber Herr deutscher Innenminister

ich hätte da mal eine Frage:

Wenn ich als Don Alphonso auf bayerisch sagen würde, dass ein Minster ein brunzbieslblöder Cretin wäre, dem sie ins Hirn geschissen haben

und wenn ich dann als ich selber an der gleichen Stelle auf bayerisch sagen würde, dass ein Minster ein brunzbieslblöder Cretin wäre, dem sie ins Hirn geschissen haben

und wenn ich dann als Leopold Soacher Friedrich Oaschenguddl Noagl-Seifa an gleicher Stelle auf bayerisch sagen würde, dass ein Minster ein brunzbieslblöder Cretin wäre, dem sie ins Hirn geschissen haben

welcher von uns dreien würde dann weniger die Wahrheit sagen? Und was würde das am Minister ändern, der wo ja das ist was da so gesagt worden ist?

Das tätert mich jetzt im Ernst einmal interessieren, täte es, jawohl, sog ich. Weil es sonst a Schant für denen Preussen ist die wo jetzt von Ihnen das mit den Pseudonymen lesen tun.

Wenn Sie aber wissen wollen, welche Soacha bei PI rumhetzen, fragen Sie mal in den Jugendorgas Ihrer Regierungsparteien. Die wissen bestimmt was.

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Sonntag, 7. August 2011

An einem Tag wie heute

kann man gar nicht anders: Da muss man die grossen Ereignisse würdigen, wie sie kommen, und sei es auch nur über die Auswirkungen des grossen Ratings der amerikanischen Schulden auf die kleine Schweiz - und wen man am besten auf den Zufahrtwegen sprengt, damit nicht zu viele kommen.


Man könnte noch so viel anderes schreiben, Zum Beispiel, dass gegen das ausgemacht weinerliche und nun bei der Bild hetzende Abschreiberelend Jorgo Chatzimarkakis ein Guttenberg schon wieder eine saubere und ehrliche Erscheinung war. Oder über die Folgen der Finanzkrise bei der Gesundheitsversorgung in Griechenland. Aber mehr geht momentan nicht. Kopfschmerzen. Oder Ekelgrenze. Irgendwie sowas.

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ToAAAsted

Wie unverschämt! Die erste Ratingagentur wagt es, einen vollkommen überschuldeten und nahe an der Zahlungsunfähigkeit stehenden Staat mit Kernwaffen von AAA auf nur noch AA+ zurückzustufen!

Und jetzt muss - mal wieder - das Finanzsystem bis zur Eröffnung der asiatischen Märkte gerettet werden. Über die Höhe der Bestechungsgeldpressenausläufe an die Bankster darf noch spekuliert werden.

Der Franken jedenfalls kommt mir plötzlich wieder gar nicht mehr so teuer vor.

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Freitag, 5. August 2011

Es guttenbergt schon wieder ministrabel

Irgendwie überrascht einen so eine Geschichte, obwohl sie sehr haarsträubend ist, inzwischen gar nicht mehr. Delikat: Das Problem war bekannt, aber man machte es klein an der Uni.

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Bitte mal die Hand heben:

Wer glaubt, dass die Staatsanwaltschaft im süditalienischen Trani gerade zufällig jetzt wegen Anzeigen von Verbraucherverbänden bei den Italien abwertenden Ratingagenturen Razzien in Mailand macht und dass das ü-ber-haupt nichts mit politischer Einflussnahme zu tun hat.

Aha?

Das habe ich mir gedacht.

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Donnerstag, 4. August 2011

Dazulernen

Immer, wenn ich solche Beiträge wie den über die Methoden der Textdiebstahlanalyse in der FAZ lese, fühle ich mich mit meinen eher dummen Plaudereien ganz schlecht, klein und unwissend.

Ich lese dann immer andere Blogs, das rückt mir die Verhältnisse wieder zurecht. Aber die werde ich hier nicht verlinken. (Irgendwann jedoch mache ich mal eine grosse Gegenüberstellung von "Wir wissen wie Medien das im Internet machen müssen"-Sagern und dem haltlosen Geschwafel, das von diesen Netzvordenkern dann den Medien angedreht wird)

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Donnerstag, 4. August 2011

Ganz, ganz schlechte Nachrichten

http://www.nakedcapitalism.com/2011/08/guest-post-fukushima-radiation-highest-ever-exceeding-capacity-of-measuring-device-fuel-likely-leaking-out-of-containment-vessel.html

Vielleicht sullte man dann jetzt Japan doch mal verlassen.

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Gehe lang

in Gemälden.

Weil Ungarn zahlungsunwillig ist. Diese 3,18 Milliarden Doller klingen eigentlich nach wenig, aber Ungarn hat die Schulden aus sogenannten Carry Trades in Schweizer Franken.

Bei Banken der Eurozone. Österreich, Italien, Deutschland. Dort schlagen die ausbleibenden Zinses und Rückzahlungen auf die Gewinne durch. Nur falls sich jemand wundert, warum die Schweizer gerade beim Franken intervenieren. Nicht wegen ihrer Wirtschaft. Weil der Franken wie vor zwei Jahren das Bankensystem gefährdet. Will jemand gerade schlechte Nachrichten über eine deutsche, bislang sauber geltende Tochter de Unicredit und Italien lesen?

Die Sache ist extrem unsexy: Auf der einen Seite drängen die Reichen in den sicheren Franken. Auf der anderen Seite zieht das Osteuropa in den Abgrund, oder die Banken, die die Carry Trades gemacht haben. Das ist schlecht für deren Geschäfte, sie müssen das irgendwie bezahlen und Zeug verkaufen, das löst Kursverluste aus, die Anleger fliehen, und wohin nur? Oh! In die Schweizer Franken, der hat ja wieder an Wert verloren, ist aber sicher: Eine gute Gelegenneitg zum Einstieg. Also steigt der Schweizer Franken. Unds so weiter. Und so fort. Selbst wenn sie negative Zinsen haben: Besser als ein Währungsschnitt in der Eurozone.

Wie gesagt: ich gehe lang in Gemälden. Trotz Grippe. Und Merkel und Sarkozy werden spätestens übernächstes Wochenende verkünden, man habe mal wieder die Eurozone gerettet-

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