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Samstag, 31. Dezember 2011
Übergang
So soll man rausgehen:

Und in das wird man hineingehen:
Allen wohlmeinenden Lesern ein schönes neues Jahr; die nicht wohlmeinenden sollten sich vielleicht mal vergnügen oder etwas ins Freie gehen, dann ist allen gedient.
Ja, also, 2012. Pläne habe ich noch nicht, mal abgesehen von den üblichen Unvermeidlichkeiten wie Heuschnupfen, Italien, Bergsteigen, Familie, Torte, auf dem Sofa liegen und schreiben. Was man halt so macht. Vielleicht finde ich sogar mal was wie einen Unterleib bei mir und mache was drüber.
Was sicher nicht kommen wird, ist eine Mittlebenskrise, eine Heirat, Kinder, die Anschaffung eines Hundes, ein Umzug nach Berlin, der Kauf eines neuen Autos, eine Konversion zum Katholizismus und ein Beitritt zur FDP.
Vieles andere ist Verhandlungsmasse. Es lockt mich allzu sehr nach Istanbul. auch wenn ich dorthin fliegen müsste. Aber wie so vieles hängt das von den Umständen jenseits meines Einflusses ab. Man wird sehen.

Und in das wird man hineingehen:
Allen wohlmeinenden Lesern ein schönes neues Jahr; die nicht wohlmeinenden sollten sich vielleicht mal vergnügen oder etwas ins Freie gehen, dann ist allen gedient.
Ja, also, 2012. Pläne habe ich noch nicht, mal abgesehen von den üblichen Unvermeidlichkeiten wie Heuschnupfen, Italien, Bergsteigen, Familie, Torte, auf dem Sofa liegen und schreiben. Was man halt so macht. Vielleicht finde ich sogar mal was wie einen Unterleib bei mir und mache was drüber.
Was sicher nicht kommen wird, ist eine Mittlebenskrise, eine Heirat, Kinder, die Anschaffung eines Hundes, ein Umzug nach Berlin, der Kauf eines neuen Autos, eine Konversion zum Katholizismus und ein Beitritt zur FDP.
Vieles andere ist Verhandlungsmasse. Es lockt mich allzu sehr nach Istanbul. auch wenn ich dorthin fliegen müsste. Aber wie so vieles hängt das von den Umständen jenseits meines Einflusses ab. Man wird sehen.
donalphons, 22:00h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 31. Dezember 2011
Das Nadeldebakel
Ich habe es nicht so mit Weihnachten. Eigentlich hasse ich es sogar. Ich brauche keinen Erlöser, ich brauche Barockportraits und jemanden, der Knickerbocker nähen kann. Die fragliche Dekoration zum Anlass ist bei mir auf einem Minimum, das man als Ausrede betrachten könnte, so denn Weihnachtsfreunde bei mir zu Besuch sind und das Arragement als unverzichtbar erachten. Man arrangiert sich eben. Über die Jahre wird es halt auch immer schlimmer, alles wird pompöser, da muss man halt zumindest ein wenig Dekoration hinstellen, selbst wenn es nur begrenzt in das Umfeld passt und draussen im Garten etliche Bäume beleichtet sind. In meinem Fall am See: Alte Christbaumkugeln und Pilze vom Flohmarkt (4 Euro), Fichtenzweige und ein wenig Efeu. Mit gutem Willen hält das vom ersten Advent bis Weihnachten. Danach wird es kritisch:

Aber egal, Weihnachten ist vorbei, dann darf es auch nadeln, und bei nächster Gelegenheit kommen die Zweige in den Müll und die Kugeln in die Pappschachtel. No tree was harmed for this arrangement - überhaupt, die Vorstellung, einen Baum umzuhauen, damit ein paar Tage etwas Grün in Wohnungen nadelt, finde ich pervers. So, wie ich es mache, kann ich es mit mir, dem Wald und den Besuchern vereinbahren.
Ausser den ganz Katholischen natürlich, die wirklich diese Stimmung bis zum 6. Januar sehen wollen. Und sich schon ankündigen mit "Wie schaut es denn bei Dir so aus". Wenn sie gleich unten am Bahnhof ankommen. Ich mag ja spontane Besuche von einigen Leuten, die ich besser kenne, eine halbe Stunde Vorwarnzeit genügt für Torte vom Lengmüller, Tee und Espresso, so gewünscht. Aber diese Frist reicht nicht für ein neues Gesteck. Und eine Hemlock im Garten kann ich auch nicht auf die Schnelle umhacken. Aber ich habe ja einen Steingarten, wie man das in den Bergen so hat. Darin sind auch ein paar Wurzeln vom Berg. Und ich habe, alpin wie das hier nun mal ist, auch eine gewisse Menge an bayerischer Hafnerkeramik. Und die kleinen Latschenzapfen halten auch länger als die Zweige. Einmal kräftig durchmischen.

Fertig. Der Ruf als potenzieller Eventualzweckeheninfragekommer ist gerettet. Schön schaut es - für einen gottverdammten Ungläubigen - aus, meint sie, sogar noch besser als in der Firma der Besucherin, die dieses Jahr sparen musste und ein paar hundert Kränze weniger kaufte: Nur noch ab einer gewissen Gehaltsstufe wurden dort Lichter entzündet, und auch nur, wenn dort Exterme zu Besuch erwartet wurden. Die Schreibtischsklaven hatten, erzählt man mir, USB-Tannenbäume und Ähnliches. Begründet wurde der Einschnitt mit dem Dreck und der Feuergefahr, die von Zweigen ausgehen.
Dann sprechen wir über anderes, und ich habe den Eindruck, durchaus einen guten Eindruck hinterlassen zu haben. Allerdings werden in den Ritzen der Liseuse noch länger ein paar letzte Nadeln zu Staub zerfallen.

Aber egal, Weihnachten ist vorbei, dann darf es auch nadeln, und bei nächster Gelegenheit kommen die Zweige in den Müll und die Kugeln in die Pappschachtel. No tree was harmed for this arrangement - überhaupt, die Vorstellung, einen Baum umzuhauen, damit ein paar Tage etwas Grün in Wohnungen nadelt, finde ich pervers. So, wie ich es mache, kann ich es mit mir, dem Wald und den Besuchern vereinbahren.
Ausser den ganz Katholischen natürlich, die wirklich diese Stimmung bis zum 6. Januar sehen wollen. Und sich schon ankündigen mit "Wie schaut es denn bei Dir so aus". Wenn sie gleich unten am Bahnhof ankommen. Ich mag ja spontane Besuche von einigen Leuten, die ich besser kenne, eine halbe Stunde Vorwarnzeit genügt für Torte vom Lengmüller, Tee und Espresso, so gewünscht. Aber diese Frist reicht nicht für ein neues Gesteck. Und eine Hemlock im Garten kann ich auch nicht auf die Schnelle umhacken. Aber ich habe ja einen Steingarten, wie man das in den Bergen so hat. Darin sind auch ein paar Wurzeln vom Berg. Und ich habe, alpin wie das hier nun mal ist, auch eine gewisse Menge an bayerischer Hafnerkeramik. Und die kleinen Latschenzapfen halten auch länger als die Zweige. Einmal kräftig durchmischen.

Fertig. Der Ruf als potenzieller Eventualzweckeheninfragekommer ist gerettet. Schön schaut es - für einen gottverdammten Ungläubigen - aus, meint sie, sogar noch besser als in der Firma der Besucherin, die dieses Jahr sparen musste und ein paar hundert Kränze weniger kaufte: Nur noch ab einer gewissen Gehaltsstufe wurden dort Lichter entzündet, und auch nur, wenn dort Exterme zu Besuch erwartet wurden. Die Schreibtischsklaven hatten, erzählt man mir, USB-Tannenbäume und Ähnliches. Begründet wurde der Einschnitt mit dem Dreck und der Feuergefahr, die von Zweigen ausgehen.
Dann sprechen wir über anderes, und ich habe den Eindruck, durchaus einen guten Eindruck hinterlassen zu haben. Allerdings werden in den Ritzen der Liseuse noch länger ein paar letzte Nadeln zu Staub zerfallen.
donalphons, 00:10h
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Sauerei
Seit gut 5 Jahren suche ich einen Faun mit einer Nymphe aus dem Rokoko.
Man muss sich 1000 Kreuzigungen und 500 Geburten Christi anschauen, sicher 1000 weitere Kirchenheilige und eine Unzahl wirklich schäbiger Portraits, bis man das Sujet einmal sieht. Ich weiss nicht, ob jemand nachvollziehen kann, wie deprimierend 1000 Kreuzigungen sind. All das Talent, die Fähigkeiten - verschwendet für gequälte Nacktheit. Sicher, mancher heilige Sebastian hat eine gewisse SM-Ausstrahlunge - aber das ist auch nichts für mich. Irgendwann kommt dann doch der gamprige Faun und das lose Waldwesen. Und ich beginne zu hoffen.
Und weil es in seiner Hemmungslosigkeit weitaus besser in unsere Zeit passt als all die Heilsbotschaften, gibt es immer jemanden, der mehr zahlen kann. Dann wieder genagelte Männer. Doppelt falsch.
Ich kann noch immer nicht mehr zahlen, aber irgendwie klappte es im Dezember dann unvermutet bei einem mir bekannten Händler doch. Und heute gleich nochmal. Einmal für jedes Zimmer, wobei die neue Szene nochmal erheblich derber ist. Andere werden sich jetzt dafür 2000 Kreuzigungen anschauen müssen.
Und ich empfinde dabei noch nicht mal so etwas wie Bedauern.
Man muss sich 1000 Kreuzigungen und 500 Geburten Christi anschauen, sicher 1000 weitere Kirchenheilige und eine Unzahl wirklich schäbiger Portraits, bis man das Sujet einmal sieht. Ich weiss nicht, ob jemand nachvollziehen kann, wie deprimierend 1000 Kreuzigungen sind. All das Talent, die Fähigkeiten - verschwendet für gequälte Nacktheit. Sicher, mancher heilige Sebastian hat eine gewisse SM-Ausstrahlunge - aber das ist auch nichts für mich. Irgendwann kommt dann doch der gamprige Faun und das lose Waldwesen. Und ich beginne zu hoffen.
Und weil es in seiner Hemmungslosigkeit weitaus besser in unsere Zeit passt als all die Heilsbotschaften, gibt es immer jemanden, der mehr zahlen kann. Dann wieder genagelte Männer. Doppelt falsch.
Ich kann noch immer nicht mehr zahlen, aber irgendwie klappte es im Dezember dann unvermutet bei einem mir bekannten Händler doch. Und heute gleich nochmal. Einmal für jedes Zimmer, wobei die neue Szene nochmal erheblich derber ist. Andere werden sich jetzt dafür 2000 Kreuzigungen anschauen müssen.
Und ich empfinde dabei noch nicht mal so etwas wie Bedauern.
donalphons, 00:10h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 30. Dezember 2011
Mit einem Rodel kann man keinen Berg antreiben
Diese letzte Rodeltour des Jahres hat mitunter nicht ganz wenig Ähnlichkeit zu manchen beruflichen Ereignissen von 2011.

2011 war in Kommentaren und Leserbeteiligung gerechnet das erfolgreichste Jahr bislang. In absoluten Zahlen, aber auch in relativen Zahlen.

Nie wurden mehr Kommentare pro Besuche abgegeben. Das ist das, was man so gemeinhion als "Awareness" und "Stickyness" bezeichnet. Ich sehe darin eher so etwas wie ein gewisses Wohlbefinden. Für den Text werde ich bezahlt, die Kommentare sind Privatvergnügen.

Klingt gut, ist es aber nicht. Deshalb: Die Gesamtleistung relativ zum wachsenden Markt war eher nicht so toll, um es vorsichtig zu sagen. Und das, obwohl das Wachstum im Internet auch durch die Erschliessung neuer, zumeist älterer Leserschichten entsteht.

Das müsste sich eigentlich positiv bei jenen Angeboten niederschlagen, die gute Angebote für diese Zielgruppe haben - oder was man gemeinhin davon hält. Wie man sieht, hat das aber nicht wirklich funktioniert. Die Rolle im Gedruckten kommt im Internet nicht zur Geltung. Ausnahmen gibt es, ich betreibe eine dieser Ausnahmen. Aber die haben insgesamt keine Bedeutung. Man kann natürlich auch die Methodik dieser Untersuchung angreifen, und es gibt Parameter, die darin nicht auftauchen, wie etwa die Verweildauer, oder die sinnlosen, nicht lesenden Besucher über Google - das Ergebnis ist trotzdem eindeutig.

Was ich sehr oft höre ist: Dich lese ich da gern. Medientheoretiker würden sagen, dass meine Leser selektiv vorgehen. Ich merke das vor allen an den Zahlen, die ich erreiche, wenn der Beitrag längst von der Hauptseite verschwunden ist. Es gibt eine relativ grosse Zahl an Lesern, die das Blog suchen. Das Blog. Und nicht das, was dort auch angeboten wird.

Eine gewisse Selektion ist normal, aber in gesättigten Märkten wäre es dann eigentlich die Kunst, darüber hinaus den gewollten Angeboten weitere Objekte zur Seite zu stellen, die diese Selektion aufweichen, damit die Sympathie auf den Rest überspringt, hin zu einer Informations- und Erfahrungswelt. Die Süddeutsche ist in dieser Strategie inzwischen Marktführer, klüger macht es meines Erachtens die Zeit, weil es dort dezenter abläuft.

Die spannende Geschichte wäre, marktwirtschaftlich gesagt, wie man aus den Kunden, die freiwillig kommen, Kunden macht, die noch mehr mitnehmen. Das verlangt natürlich ein ganz anderes Denken als das Schachterlfüllen von Ressorts einer Zeitung, bei der das egal ist, denn gekauft ist gekauft, egal ob die Zeitung gelesen oder weggeworfen wird, ob jemand, der den Politikkommentar gelesen hat, auch noch die Opernrezension liest.

Im Internet dagegen entscheidet alleine der Leser, wie lange er bleibt, was er liest und wann er glaubt, dass sich eine Wiederkehr lohnt. Am Kiosk entscheidet die erste Seite. Im Internet entscheidet die langfristige Qualität, das Interesse und die Verständlichkeit. Es ist dann nicht mehr egal, ob der Leser vergrätzt ist. Der Leser muss das nicht nur kaufen, er muss es auch mögen.

Das Medium muss, grob gesagt, von einer respektierten Instanz zu einem geschätzten Begleiter gewandelt werden. Die Instanz besucht man mit etwas Pech, wie man den Opa zum 80. Geburtstag besucht, oder das Gericht auf Ladung oder den Supermarkt, weil man einkaufen muss, oder das Amt, weil man einen Pass braucht. Vielleicht so, wie man eine gewisse Zeitung kauft, um etwas ausdrücken zu wollen. Im Internet ist die Entscheidung dagegen sehr viel freier. Es gibt kein Gericht mehr, keine Urteile und kein Definitionsmonopol. Man muss anders überzeugen.

Und zwar dort, wo sich die Leser rumtreiben. Das verlinkte Debakel nach Zahlen weiter oben kann man eigentlich auch recht schön damit erklären, dass keine Ansätze erkennbar sind, dem Leser irgendwie nachzukriechen, wie das die meisten inzwischen durchaus machen. Oder anders gesagt: Dem Leser nicht mehr wie einem Hund den Textknochen hinwerfen. Statt dessen gibt es mehr Unübersichtlichkeit, kleinere Bilder und ein paar Klickschindereien, die bei den Kommentaren bei normalen Beiträgen deutlich zeigen, dass sie wirklich enorm unwichtig sind.

Wenn man dort die Kommentare aufruft, sieht man, dass sie komplett geladen werden. Man kann sie frei im Quelltext lesen. Einen Moment sind sie auch in HTML sichtbar, und dann schnappt das Layout die Texte wieder weg, und es bleiben nur die Überschriften. Wer lesen will, muss klicken.

Und das im Jahr 2011. Sicher, es bringt "Klicks" von denen, die man noch hat. Es ist eine Art Mausdrück-Optimierung der Bestandskunden. Aber es sind keine neuen Leser und kein Einfluss und vor allem: Keine Zukunft. Ein PI-Deckmantel vor einer Entwicklung, die sich eben nicht in steigenden Marktanteilen niederschlägt. Das wäre vielleicht anders, wenn der Bestandskunde statt des verbarrikadierten Threads weitere gute Themen fände, die dort sind, weil er dort ist.

Ich halte meinen Kommetarschnitt von 2011 mit über 200 pro Beitrag nicht für aussergewöhnlich. Ich denke, das ist eher so etwas wie ein guter Durchschnitt, den man auch realisieren könnte, wenn woanders die Leserbetreuung nicht daraus bestehen würde, Kommentare zu verstecken. Ich lese auch an anderen Stellen die Blogs - ich kenne kein angenehmeres Publikum als bei der FAZ, und es ist eine Freude, mit ihnen zu reden.

Aber ich sehe auch, ich weiss es, ich höre es, dass sie abwandern. Nicht weg von mir, aber in anderen Bereichen zu anderen Angeboten, die mit den Lesern nicht umgehen, als hätten sie in einem Lager noch ein paar Millionen andere, die später klicken, wenn die aktuellen Leser weg sind. Mitunter höre ich ein leises Grummeln, wenn sich meine Kommentatoren bei mir über andere Texte beschweren, bei denen ihre Kommentare nicht durchkommen würden: Das mag für die einen eine Beleidigung sein, für mich ist es Ausdruck einer scheiternden Kundenbeziehung.Und da hat der Kunde nun mal recht, denn er muss kaufen.

Es werden nicht mehr kommen. Die Epoche der Marktentwicklung ist vorbei, was jetzt kommt, ist die Epoche des Kampfes um Marktanteile. SPON? Stellt ein wie blöd. Welt Online? Stellt ein. Süddeutsche.de? Sucht. Zeit? Her mit den neuen Leuten. Bis 2011 konnte man wenigstens noch sagen: OK, wir haben verloren, schauen wir, dass wir 2012 wieder durchstarten. Heute muss man eher sagen: 2012 sind da draussen genug andere, die ihre ganze Kraft darauf ausrichten, die Schwächeren weiter absacken zu lassen.

Das alles sind keine Geschäftsgeheimnisse, es ist offensichtlich, und mir - nun, mir könnte es egal sein. Ich bin wie ein Rodler, ich finde meinen Weg, ich kämpfe mich hoch und weiss, wie ich schnell durch die Kurven der Diskurse eile. Aber es treibt den Berg nicht an. Dem Berg kann und soll das natürlich egal sein. So gesehen sind der Berg und ich in Einklang.

In der realen Welt... nun, die Medienkrise ist ein wenig so wie die Klimakatastrophe, es gibt Winter wie 2010, wo man nicht daran glauben mag, und Winter wie diesen, wo Ende Dezember noch nicht mal die ersten Berge richtig voller Schnee sind. Nie mehr aber wird es so sein wie vor 100 Jahren, als der See regelmässig zugefroren ist. Man muss sich dazu etwas einfallen lassen, sonst kann man den Winter als touristische Saison vergessen. Wer meint, dass er den Dauergästen drei grüne Winter präsentieren kann, ohne dass es Ersatzangebote gibt, während zwei Täler weiter die Bergwege vom Schnee funkeln, wird schnell am Ende sein, denn die Gäste ziehen weiter, wo die Schneeversprechen schöner sind. Für Print ist das Internet, und im Internet wiederum die interessantesten Onlineangebote, die inzwischen durchaus der Dauerbespassung in Skiarenen ähneln. Auch dort gibt es solche und solche, es gibt grandiose Destinationen für Ballermänner und andere für Ehrenmänner.

Aber die Berge sind auch voll von verfallenen und umgebauten Grandhotels, die nicht mal mehr als Dorfdico herhalten. Das alles dauerte auch Jahre und Jahrzehnte, aber wer im einst mondänen Brennerbad schwimmen möchte, findet an der Stelle nur ein Umspannwerk, und das erste legendäre Haus in Meran ist heute eine Schule.
Und vor jedem Verfall war früher auch die Überzeugung, man könnte bestehen, wenn man immer so weiter macht. Jedesmal, wenn ich so etwas sehe, sage ich mir: So schade. Das ist auch das, was ich sage, wenn ich an 2011 zurückdenken werde. Es war ein gutes, erfolgreiches Jahr, und es hat nichts geholfen.

2011 war in Kommentaren und Leserbeteiligung gerechnet das erfolgreichste Jahr bislang. In absoluten Zahlen, aber auch in relativen Zahlen.

Nie wurden mehr Kommentare pro Besuche abgegeben. Das ist das, was man so gemeinhion als "Awareness" und "Stickyness" bezeichnet. Ich sehe darin eher so etwas wie ein gewisses Wohlbefinden. Für den Text werde ich bezahlt, die Kommentare sind Privatvergnügen.

Klingt gut, ist es aber nicht. Deshalb: Die Gesamtleistung relativ zum wachsenden Markt war eher nicht so toll, um es vorsichtig zu sagen. Und das, obwohl das Wachstum im Internet auch durch die Erschliessung neuer, zumeist älterer Leserschichten entsteht.

Das müsste sich eigentlich positiv bei jenen Angeboten niederschlagen, die gute Angebote für diese Zielgruppe haben - oder was man gemeinhin davon hält. Wie man sieht, hat das aber nicht wirklich funktioniert. Die Rolle im Gedruckten kommt im Internet nicht zur Geltung. Ausnahmen gibt es, ich betreibe eine dieser Ausnahmen. Aber die haben insgesamt keine Bedeutung. Man kann natürlich auch die Methodik dieser Untersuchung angreifen, und es gibt Parameter, die darin nicht auftauchen, wie etwa die Verweildauer, oder die sinnlosen, nicht lesenden Besucher über Google - das Ergebnis ist trotzdem eindeutig.

Was ich sehr oft höre ist: Dich lese ich da gern. Medientheoretiker würden sagen, dass meine Leser selektiv vorgehen. Ich merke das vor allen an den Zahlen, die ich erreiche, wenn der Beitrag längst von der Hauptseite verschwunden ist. Es gibt eine relativ grosse Zahl an Lesern, die das Blog suchen. Das Blog. Und nicht das, was dort auch angeboten wird.

Eine gewisse Selektion ist normal, aber in gesättigten Märkten wäre es dann eigentlich die Kunst, darüber hinaus den gewollten Angeboten weitere Objekte zur Seite zu stellen, die diese Selektion aufweichen, damit die Sympathie auf den Rest überspringt, hin zu einer Informations- und Erfahrungswelt. Die Süddeutsche ist in dieser Strategie inzwischen Marktführer, klüger macht es meines Erachtens die Zeit, weil es dort dezenter abläuft.

Die spannende Geschichte wäre, marktwirtschaftlich gesagt, wie man aus den Kunden, die freiwillig kommen, Kunden macht, die noch mehr mitnehmen. Das verlangt natürlich ein ganz anderes Denken als das Schachterlfüllen von Ressorts einer Zeitung, bei der das egal ist, denn gekauft ist gekauft, egal ob die Zeitung gelesen oder weggeworfen wird, ob jemand, der den Politikkommentar gelesen hat, auch noch die Opernrezension liest.

Im Internet dagegen entscheidet alleine der Leser, wie lange er bleibt, was er liest und wann er glaubt, dass sich eine Wiederkehr lohnt. Am Kiosk entscheidet die erste Seite. Im Internet entscheidet die langfristige Qualität, das Interesse und die Verständlichkeit. Es ist dann nicht mehr egal, ob der Leser vergrätzt ist. Der Leser muss das nicht nur kaufen, er muss es auch mögen.

Das Medium muss, grob gesagt, von einer respektierten Instanz zu einem geschätzten Begleiter gewandelt werden. Die Instanz besucht man mit etwas Pech, wie man den Opa zum 80. Geburtstag besucht, oder das Gericht auf Ladung oder den Supermarkt, weil man einkaufen muss, oder das Amt, weil man einen Pass braucht. Vielleicht so, wie man eine gewisse Zeitung kauft, um etwas ausdrücken zu wollen. Im Internet ist die Entscheidung dagegen sehr viel freier. Es gibt kein Gericht mehr, keine Urteile und kein Definitionsmonopol. Man muss anders überzeugen.

Und zwar dort, wo sich die Leser rumtreiben. Das verlinkte Debakel nach Zahlen weiter oben kann man eigentlich auch recht schön damit erklären, dass keine Ansätze erkennbar sind, dem Leser irgendwie nachzukriechen, wie das die meisten inzwischen durchaus machen. Oder anders gesagt: Dem Leser nicht mehr wie einem Hund den Textknochen hinwerfen. Statt dessen gibt es mehr Unübersichtlichkeit, kleinere Bilder und ein paar Klickschindereien, die bei den Kommentaren bei normalen Beiträgen deutlich zeigen, dass sie wirklich enorm unwichtig sind.

Wenn man dort die Kommentare aufruft, sieht man, dass sie komplett geladen werden. Man kann sie frei im Quelltext lesen. Einen Moment sind sie auch in HTML sichtbar, und dann schnappt das Layout die Texte wieder weg, und es bleiben nur die Überschriften. Wer lesen will, muss klicken.

Und das im Jahr 2011. Sicher, es bringt "Klicks" von denen, die man noch hat. Es ist eine Art Mausdrück-Optimierung der Bestandskunden. Aber es sind keine neuen Leser und kein Einfluss und vor allem: Keine Zukunft. Ein PI-Deckmantel vor einer Entwicklung, die sich eben nicht in steigenden Marktanteilen niederschlägt. Das wäre vielleicht anders, wenn der Bestandskunde statt des verbarrikadierten Threads weitere gute Themen fände, die dort sind, weil er dort ist.

Ich halte meinen Kommetarschnitt von 2011 mit über 200 pro Beitrag nicht für aussergewöhnlich. Ich denke, das ist eher so etwas wie ein guter Durchschnitt, den man auch realisieren könnte, wenn woanders die Leserbetreuung nicht daraus bestehen würde, Kommentare zu verstecken. Ich lese auch an anderen Stellen die Blogs - ich kenne kein angenehmeres Publikum als bei der FAZ, und es ist eine Freude, mit ihnen zu reden.

Aber ich sehe auch, ich weiss es, ich höre es, dass sie abwandern. Nicht weg von mir, aber in anderen Bereichen zu anderen Angeboten, die mit den Lesern nicht umgehen, als hätten sie in einem Lager noch ein paar Millionen andere, die später klicken, wenn die aktuellen Leser weg sind. Mitunter höre ich ein leises Grummeln, wenn sich meine Kommentatoren bei mir über andere Texte beschweren, bei denen ihre Kommentare nicht durchkommen würden: Das mag für die einen eine Beleidigung sein, für mich ist es Ausdruck einer scheiternden Kundenbeziehung.Und da hat der Kunde nun mal recht, denn er muss kaufen.

Es werden nicht mehr kommen. Die Epoche der Marktentwicklung ist vorbei, was jetzt kommt, ist die Epoche des Kampfes um Marktanteile. SPON? Stellt ein wie blöd. Welt Online? Stellt ein. Süddeutsche.de? Sucht. Zeit? Her mit den neuen Leuten. Bis 2011 konnte man wenigstens noch sagen: OK, wir haben verloren, schauen wir, dass wir 2012 wieder durchstarten. Heute muss man eher sagen: 2012 sind da draussen genug andere, die ihre ganze Kraft darauf ausrichten, die Schwächeren weiter absacken zu lassen.

Das alles sind keine Geschäftsgeheimnisse, es ist offensichtlich, und mir - nun, mir könnte es egal sein. Ich bin wie ein Rodler, ich finde meinen Weg, ich kämpfe mich hoch und weiss, wie ich schnell durch die Kurven der Diskurse eile. Aber es treibt den Berg nicht an. Dem Berg kann und soll das natürlich egal sein. So gesehen sind der Berg und ich in Einklang.

In der realen Welt... nun, die Medienkrise ist ein wenig so wie die Klimakatastrophe, es gibt Winter wie 2010, wo man nicht daran glauben mag, und Winter wie diesen, wo Ende Dezember noch nicht mal die ersten Berge richtig voller Schnee sind. Nie mehr aber wird es so sein wie vor 100 Jahren, als der See regelmässig zugefroren ist. Man muss sich dazu etwas einfallen lassen, sonst kann man den Winter als touristische Saison vergessen. Wer meint, dass er den Dauergästen drei grüne Winter präsentieren kann, ohne dass es Ersatzangebote gibt, während zwei Täler weiter die Bergwege vom Schnee funkeln, wird schnell am Ende sein, denn die Gäste ziehen weiter, wo die Schneeversprechen schöner sind. Für Print ist das Internet, und im Internet wiederum die interessantesten Onlineangebote, die inzwischen durchaus der Dauerbespassung in Skiarenen ähneln. Auch dort gibt es solche und solche, es gibt grandiose Destinationen für Ballermänner und andere für Ehrenmänner.

Aber die Berge sind auch voll von verfallenen und umgebauten Grandhotels, die nicht mal mehr als Dorfdico herhalten. Das alles dauerte auch Jahre und Jahrzehnte, aber wer im einst mondänen Brennerbad schwimmen möchte, findet an der Stelle nur ein Umspannwerk, und das erste legendäre Haus in Meran ist heute eine Schule.
Und vor jedem Verfall war früher auch die Überzeugung, man könnte bestehen, wenn man immer so weiter macht. Jedesmal, wenn ich so etwas sehe, sage ich mir: So schade. Das ist auch das, was ich sage, wenn ich an 2011 zurückdenken werde. Es war ein gutes, erfolgreiches Jahr, und es hat nichts geholfen.
donalphons, 00:44h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Vor der Tür
Ich empfinde vor allem eine grosse und angenehme Art der Erschlaffung.

Sicher, die Strickjacke war eigentlich für das Rodeln gedacht, aber es ist nicht wirklich Winter. Da ist Rodeln nicht so lustig.

Was richtig ist, ist Frühling. Das ist das Erstaunliche an diesem Ort: Da hinten in Rottach ist definitiv Winter, davon erzählt das Rauschen der Kolonnen in den Süden, zu den Ballermanngebieten hinten am Achensee.

Und im Norden ist das Wetter schlecht in Bayern, matschig in der Mitte, und am Meer ist Sturmflut. Nur ein ganz schmaler Streifen am Nordufer des Sees, an der geschützten Endhügelkette, ein paar Meter nur breit und ein paar Kilometer lang: Da ist nicht Winter und nicht schlechtes Wetter. Da ist Frühling.

Es gibt keinen Grund, etwas anderes zu tun, als an dieser Hügelkette erschlafft herumzusitzen und zu warten, wie die Zeit vergeht. Und die Hektik den anderen überlassen, denen in den Autos und denen in der Luft. Irgendeiner muss schliesslich auch mal nicht arbeiten.

Spass beiseite, 2012 wird sicher ein ruppiges Jahr, die Finanzkrise ist weiterhin da, und da wird man sich über jede Stunde ärgern, die man nicht genutzt hat, bevor das alles gekommen ist. Erste Anzeichen sehe ich auch im Kunsthandel: Wirklich viertklassige Portraits kosten inzwischen mehr, als wirklich gute Bilder vor einem Jahr. Ich habe mit jemandem verhandelt, der letztes Jahr gerne an mich verkaufte: Der kann sich gerade die Käufer aussuchen. Der leert jetzt sein Depot. Es wird alles gekauft.

Das zieht sich durch fast alle Assetklassen, ausser Aktien. Eine Wohnung die Strasse runter standAnfang Dezember drei Tage im Internet, zu einem sensationellen Preis für diese Region. Das passt überhaupt nicht zusammen, so ein Betrag und diese eher kaufunfreundliche Jahreszeit, aber jetzt steht schon der Möbelwagen davor. Es ist nicht so, dass die Preise steigen: Das Geld verliert einfach seinen Wert.

Das einzig Gute an der Sache: Ich habe schon. Wohnung? Sitze ich davor. Englische Silberkannen nicht unter 300 Pfund? Wir erinnern uns, 2009 konnte man für 100 Pfund schöne Exemplare kaufen. Egal. Ich habe schon. Die Karte für den Wallberg 2 Euro mehr? Gehe ich halt zu Fuss. Ist eh gesünder. Gas wird teurer? Nicht so schlimm, wenn man den ganzen Tag draussen sitzt. Ich bin ermattet, ich kann mir das leisten.

Und die Tage werden auch wieder länger. Immerhin.

Sicher, die Strickjacke war eigentlich für das Rodeln gedacht, aber es ist nicht wirklich Winter. Da ist Rodeln nicht so lustig.

Was richtig ist, ist Frühling. Das ist das Erstaunliche an diesem Ort: Da hinten in Rottach ist definitiv Winter, davon erzählt das Rauschen der Kolonnen in den Süden, zu den Ballermanngebieten hinten am Achensee.

Und im Norden ist das Wetter schlecht in Bayern, matschig in der Mitte, und am Meer ist Sturmflut. Nur ein ganz schmaler Streifen am Nordufer des Sees, an der geschützten Endhügelkette, ein paar Meter nur breit und ein paar Kilometer lang: Da ist nicht Winter und nicht schlechtes Wetter. Da ist Frühling.

Es gibt keinen Grund, etwas anderes zu tun, als an dieser Hügelkette erschlafft herumzusitzen und zu warten, wie die Zeit vergeht. Und die Hektik den anderen überlassen, denen in den Autos und denen in der Luft. Irgendeiner muss schliesslich auch mal nicht arbeiten.

Spass beiseite, 2012 wird sicher ein ruppiges Jahr, die Finanzkrise ist weiterhin da, und da wird man sich über jede Stunde ärgern, die man nicht genutzt hat, bevor das alles gekommen ist. Erste Anzeichen sehe ich auch im Kunsthandel: Wirklich viertklassige Portraits kosten inzwischen mehr, als wirklich gute Bilder vor einem Jahr. Ich habe mit jemandem verhandelt, der letztes Jahr gerne an mich verkaufte: Der kann sich gerade die Käufer aussuchen. Der leert jetzt sein Depot. Es wird alles gekauft.

Das zieht sich durch fast alle Assetklassen, ausser Aktien. Eine Wohnung die Strasse runter standAnfang Dezember drei Tage im Internet, zu einem sensationellen Preis für diese Region. Das passt überhaupt nicht zusammen, so ein Betrag und diese eher kaufunfreundliche Jahreszeit, aber jetzt steht schon der Möbelwagen davor. Es ist nicht so, dass die Preise steigen: Das Geld verliert einfach seinen Wert.

Das einzig Gute an der Sache: Ich habe schon. Wohnung? Sitze ich davor. Englische Silberkannen nicht unter 300 Pfund? Wir erinnern uns, 2009 konnte man für 100 Pfund schöne Exemplare kaufen. Egal. Ich habe schon. Die Karte für den Wallberg 2 Euro mehr? Gehe ich halt zu Fuss. Ist eh gesünder. Gas wird teurer? Nicht so schlimm, wenn man den ganzen Tag draussen sitzt. Ich bin ermattet, ich kann mir das leisten.

Und die Tage werden auch wieder länger. Immerhin.
donalphons, 23:38h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Geschichtsschreibung von oben
Solange es Oben noch gibt - Fakt ist ja, dass wir langsam aussterben, und nirgendwo sieht man das besser als am Verschwinden der Erbtanten. In der FAZ.
donalphons, 00:22h
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Die Sucht
Ich brauche jeden Monat, idealerweise eigentlich alle zwei Wochen eine gewisse Dosis an globaler Knautschzone mit Auffaltung. Ohne Berge erscheint mir das Konzept "Landschaft" so sinnlich wie Fussboden ohne Perserteppich. Der Berg muss mich gar nicht rufen, ich komme von selbst, und wenn ich dann am Abend daheim bin, weiss ich, dass er dort draussen ist und mich bald wieder auf seinen Rüttelpisten und Geröllwegen durchpusten wird, bis ich wieder das Grosse und Elementare sehe, und das Kleinliche und Begrenzte vergesse. Auch und besonders, wenn all die Touristen hoffentlich bald wieder weg sind. Im November hatte ich fast vergessen, wieviele es davon gibt - jetzt sind sie alle wieder da. Zu Besuch. Und bald auf Abreise. Aber ich werde bleiben.
























donalphons, 00:17h
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Es war nicht perfekt.
Es war eigentlich sogar noch nicht mal gut. Aber es hat sich trotzdem gelohnt. Deshalb:

Grossbild
Aber gleich nach den ersten paar hundert Metern war einer in der Bahre, und unten warteten die Sanitäter. Die Strecke ist kriminell vereist und bucklig. Ich kenne die Bremspunkte, aber das hilft nichts, wenn man an genau dieser Stelle mit beiden Kufen in der Luft ist, weil vor dem Bremspunkt eine riesige Welle ist.
Der Berg kostet nichts, er ist einfach da, aber man zahlt mitunter einen hohen Preis für all die Schönheit.

Grossbild
Aber gleich nach den ersten paar hundert Metern war einer in der Bahre, und unten warteten die Sanitäter. Die Strecke ist kriminell vereist und bucklig. Ich kenne die Bremspunkte, aber das hilft nichts, wenn man an genau dieser Stelle mit beiden Kufen in der Luft ist, weil vor dem Bremspunkt eine riesige Welle ist.
Der Berg kostet nichts, er ist einfach da, aber man zahlt mitunter einen hohen Preis für all die Schönheit.
donalphons, 00:14h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 26. Dezember 2011
Versucht zu sagen
Dann nerv niemanden mit dem Gefasel und such Dir einen anderen Job, Du Kulthurthröte, hätte ich beinahe kommentiert, aber das war bei Opera, und da war ich nicht eingeloggt und das Passwort ist mir auch nicht auf die Schnelle eingefallen, um dem Gewinsel einer herrenrasselnden Kunstüberlägenhoitsdrecksnazesse den Entzieg übers Jauchenmaul zu pflügen. Ich weiss nicht, ob das manche nachvollziehen können, aber mitunter ergreift mich ein weissglühender Hass auf eine gewisse Sorte der Dünkelschmierer aus dem Bereich der Kunstberichterstattung, namentlich von Gattungen, die ohnehin schon Akzeptanzprobleme haben, und dann von "Spezialistinnen" repräsentiert werden, die man gern öffentlich hermannitschen würde, damit mal etwas Stimmung in die Hüpfdohlerei kommt.

Auch nicht besser, aber dadurch irgendwo verständlich; das Plakatärgernis auf dem Weg zum Bäcker, in etwa der 1-Euro-Shop oder die Backfabrik unter dem Medienversuchen. Einerseits, weil mehr und mehr davon die Papiertonne überfüllt. Andererseits, weil es sinnlos ist: Auch die Lokalzeitung wird mitunter verschenkt, und auch die landet ungelesen im Müll. Aber angesichts der fehlenden Bereitschaft, überhaupt eine Zeitung zu lesen, stimmt es natürlich: Inhaltsloses Werbebegleittexten reicht auch, wenn es keiner anschaut. Noch nicht mal, wenn es sonst eher wenig zu tun gibt. Ich dsgegen schlage das natürlich schon auf:

Als Unterlage. Weil das vorletzte Teil für das nächste Bastel - und Aufräumprojekt da ist, um Kisten zu leeren und Alugerüste in Ermangelung eines Christbaumes mit blinendem Silber zu behängen. Es gibt viele ultimative Maschinen, und das hier könnte eine davon werden. Noch so ein Jugendtraum.
Manchmal bleibt so etwas monatelang liegen, und dann fügt sich trotzdem alles, und zwar genau so weit, dass man merkt: Der Rahmen ist zu gross. Kein Beinbruch, dafür findet sich immer ein Kunde, Aber ich habe so lange danach gesucht, Zuerst nach dem Rahmen, dann nach den Komponenten, dann nach blauen Aussenhüllen und den richtigen Rädern - und jetzt das. Fast fertig, aber nichts für mich.

Darüber geht die Sonne unter, darüber verschwinden die kurzen Tage, und dann räume ich etwas auf und sehe auch die Karten, die hier noch liegen. Lese sie. Und denke so: Eigentlich muss ich hier nicht sein. Eigentlich wohne ich nur halb hier, und halb woanders.

Und eigentlich habe ich auch noch etwas anderes bekommen, das ich schon letzten Jahr haben wollte: Eine wirklich dicke Lampe für Nachttouren in den Bergen. Es ist so viel Nacht, die Pest für einen Spätaufsteher wie mich, gerne würde ich auch etwas später los, aber dann geht es im Dunkel durch den Bergwald, und das ist nur so mittelgesund. Beim Wandern im November habe ich ein Lämpchen erworben, und diesmal ist es die fette Lösung für den Rodel, mit Akku und Dioden von den Blaubergen bis zur Finsternis von Wildbad Kreuth.

Alle Aufgaben erledigt, eine Tüte voll mit Einkäufen gepackt, so aufgeräumt, dass man es vorzeigen kann, falls jemand die Wohnung betreten sollte, und dann ab an den See. Es werden Zilliarden dort sein. Aber wenn ich losgehe, sind die alle schon wieder bei Tisch, und die Piste und der Berg gehören hoffentlich mir allein.

Auch nicht besser, aber dadurch irgendwo verständlich; das Plakatärgernis auf dem Weg zum Bäcker, in etwa der 1-Euro-Shop oder die Backfabrik unter dem Medienversuchen. Einerseits, weil mehr und mehr davon die Papiertonne überfüllt. Andererseits, weil es sinnlos ist: Auch die Lokalzeitung wird mitunter verschenkt, und auch die landet ungelesen im Müll. Aber angesichts der fehlenden Bereitschaft, überhaupt eine Zeitung zu lesen, stimmt es natürlich: Inhaltsloses Werbebegleittexten reicht auch, wenn es keiner anschaut. Noch nicht mal, wenn es sonst eher wenig zu tun gibt. Ich dsgegen schlage das natürlich schon auf:

Als Unterlage. Weil das vorletzte Teil für das nächste Bastel - und Aufräumprojekt da ist, um Kisten zu leeren und Alugerüste in Ermangelung eines Christbaumes mit blinendem Silber zu behängen. Es gibt viele ultimative Maschinen, und das hier könnte eine davon werden. Noch so ein Jugendtraum.
Manchmal bleibt so etwas monatelang liegen, und dann fügt sich trotzdem alles, und zwar genau so weit, dass man merkt: Der Rahmen ist zu gross. Kein Beinbruch, dafür findet sich immer ein Kunde, Aber ich habe so lange danach gesucht, Zuerst nach dem Rahmen, dann nach den Komponenten, dann nach blauen Aussenhüllen und den richtigen Rädern - und jetzt das. Fast fertig, aber nichts für mich.

Darüber geht die Sonne unter, darüber verschwinden die kurzen Tage, und dann räume ich etwas auf und sehe auch die Karten, die hier noch liegen. Lese sie. Und denke so: Eigentlich muss ich hier nicht sein. Eigentlich wohne ich nur halb hier, und halb woanders.

Und eigentlich habe ich auch noch etwas anderes bekommen, das ich schon letzten Jahr haben wollte: Eine wirklich dicke Lampe für Nachttouren in den Bergen. Es ist so viel Nacht, die Pest für einen Spätaufsteher wie mich, gerne würde ich auch etwas später los, aber dann geht es im Dunkel durch den Bergwald, und das ist nur so mittelgesund. Beim Wandern im November habe ich ein Lämpchen erworben, und diesmal ist es die fette Lösung für den Rodel, mit Akku und Dioden von den Blaubergen bis zur Finsternis von Wildbad Kreuth.

Alle Aufgaben erledigt, eine Tüte voll mit Einkäufen gepackt, so aufgeräumt, dass man es vorzeigen kann, falls jemand die Wohnung betreten sollte, und dann ab an den See. Es werden Zilliarden dort sein. Aber wenn ich losgehe, sind die alle schon wieder bei Tisch, und die Piste und der Berg gehören hoffentlich mir allein.
donalphons, 21:03h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 25. Dezember 2011
2011
Januar
Grossbild beim Rodeln. Viel zu selten dieses Jahr.
Februar

Ich fange an, öfters gegen Zahnärzte zu gewinnen, während Mubarak alles verliert. Es macht mehr Spass als die deutsche Wiedervereinigung, und obwohl mir Ägyptologie eher fern liegt - im Gegensatz zur klassischen Archäologie - überlege ich seitdem, Nordafrika vielleicht doch mal anzusteuern.
März
Man kann hier unbeschwert essen: Foodporn-Grossbild, während das Wort Fukushima um die Welt und keine PR mehr geht. Ich kündige leichten Herzens, und mache dann leichten Herzens weiter. Den Verantwortlichen sehe ich dann ein paar Monate später zum ersten Mal. Klein, unscheinbar, grau,vermutlich schrieb er mir deshalb so einen schwulstigen Müll.
April

Ich bilde mir die Krankheit nicht nur ein, als ich nach London soll und will. Umgekehrt bilde ich mir auch die schnelle Heilung nicht ein, als mich dann der Heuschnupfen nach Italien treibt. Alles wird gut. Freunde kommen, bleiben, ich fahre ab und zu auch mal heim nach Deutschland und wieder zurück nach Hause in Mantua. Drei Wohnorte sind gar nicht so schlimm, wenn der dritte nicht in Berlin ist.
Mai

Mille Miglia. Ja, sicher, Kommerz und so weiter. Aber trotzdem, allein schon der Geruch und der Klang der Motoren und irgendein Laster muss man ja haben. Ausserdem ist es inzwischen eine Tradition. Und wo sollte man im Mai sonst sein.
Juni

Kaum bin ich wieder da, bricht die Hölle los. Man kann auch sagen: Ich bin pünktlich. Ich bleibe an der Donau, meine Zeit wird knapp, und was ich habe, nutze ich für das Verweilen im Freien. Ich wundere mich immer, wie wenig Landschaft bei anderen Bloggern zu sehen ist, aber mei. Man schätzt so etwas vermutlich erst, wenn es nicht wirklich geht.
Juli

war noch schlimmer. Motorschaden und ein sich anbahnendes Sehnenmalheur. Das Auto lief nach drei Wochen wieder und ich dann doch zum Arzt. Zum Glück lief es auf keine 6 Monate in ruhiger Lage hinaus, letztendlich.
August

Die Verkorxtheit von 2011 brachte es dann mit sich, dass ich meine erste Bergtour nach dem Rodeln erst im August absolvieren konnte, und das nicht am Tegernsee, sondern in Südtirol.
September

war ich auch nicht auf den Bergen, sondern aufgrund der Hitze erst beim Baden. Und dann beim Recherchieren. Und dann wieder Baden. Und dann nochmal in Italien, als in Deutschland das Wetter schlecht wurde.
Oktober
Im Frühjahr verschwand in Italien die Schwellung und im Oktober das Knacksen im Knie. Andere Schuhe halfen. Auf dem Weg nach Italien machte ich mir noch ernsthaft Sorgen, ob ich aus dem Wagen krabbeln müsste, auf dem Heimweg habe ich dann schon mal für 2012 gebucht. Mir reicht Oberitalien vollkommen aus. Mehr muss gar nicht sein. Langweiliger Mensch, langweiliges Alter, langweiliges Leben. Jedes Mal, wenn ich aus Italien zurück kam - und das war dann doch 4 mal - war in Deutschland einer gestorben, der es zu hektisch anging.
November

Vollkommenunglaublicher Monat. Der Sommer war mies, aber der November - so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Man hätte jeden Tag 20 Bilder bringen können, 30, 40, egal, man musste nur die Kamera hinhalten und abdrücken. Jeder einzelne Tag am See, über den Wolken ein Gewinn für das Leben. Auto schnurrt, Knie hüpft, alles ist gut. Bis hinein in den
Dezember

So viele Gesichter. So viele Geschichten. So viele Kilometer, Region, Höhenmeter, Spezialitäten, viel Glück im Guten und Glück auch bei weniger guten Dingen. So viele Bilder und Worte.
Und so viel, was keinen etwas angeht. Auf diesem Weg kann ich weiter wandeln.
Danke für das Lesen und Kommentieren.
Grossbild beim Rodeln. Viel zu selten dieses Jahr.
Februar

Ich fange an, öfters gegen Zahnärzte zu gewinnen, während Mubarak alles verliert. Es macht mehr Spass als die deutsche Wiedervereinigung, und obwohl mir Ägyptologie eher fern liegt - im Gegensatz zur klassischen Archäologie - überlege ich seitdem, Nordafrika vielleicht doch mal anzusteuern.
März
Man kann hier unbeschwert essen: Foodporn-Grossbild, während das Wort Fukushima um die Welt und keine PR mehr geht. Ich kündige leichten Herzens, und mache dann leichten Herzens weiter. Den Verantwortlichen sehe ich dann ein paar Monate später zum ersten Mal. Klein, unscheinbar, grau,vermutlich schrieb er mir deshalb so einen schwulstigen Müll.
April

Ich bilde mir die Krankheit nicht nur ein, als ich nach London soll und will. Umgekehrt bilde ich mir auch die schnelle Heilung nicht ein, als mich dann der Heuschnupfen nach Italien treibt. Alles wird gut. Freunde kommen, bleiben, ich fahre ab und zu auch mal heim nach Deutschland und wieder zurück nach Hause in Mantua. Drei Wohnorte sind gar nicht so schlimm, wenn der dritte nicht in Berlin ist.
Mai

Mille Miglia. Ja, sicher, Kommerz und so weiter. Aber trotzdem, allein schon der Geruch und der Klang der Motoren und irgendein Laster muss man ja haben. Ausserdem ist es inzwischen eine Tradition. Und wo sollte man im Mai sonst sein.
Juni

Kaum bin ich wieder da, bricht die Hölle los. Man kann auch sagen: Ich bin pünktlich. Ich bleibe an der Donau, meine Zeit wird knapp, und was ich habe, nutze ich für das Verweilen im Freien. Ich wundere mich immer, wie wenig Landschaft bei anderen Bloggern zu sehen ist, aber mei. Man schätzt so etwas vermutlich erst, wenn es nicht wirklich geht.
Juli

war noch schlimmer. Motorschaden und ein sich anbahnendes Sehnenmalheur. Das Auto lief nach drei Wochen wieder und ich dann doch zum Arzt. Zum Glück lief es auf keine 6 Monate in ruhiger Lage hinaus, letztendlich.
August

Die Verkorxtheit von 2011 brachte es dann mit sich, dass ich meine erste Bergtour nach dem Rodeln erst im August absolvieren konnte, und das nicht am Tegernsee, sondern in Südtirol.
September

war ich auch nicht auf den Bergen, sondern aufgrund der Hitze erst beim Baden. Und dann beim Recherchieren. Und dann wieder Baden. Und dann nochmal in Italien, als in Deutschland das Wetter schlecht wurde.
Oktober
Im Frühjahr verschwand in Italien die Schwellung und im Oktober das Knacksen im Knie. Andere Schuhe halfen. Auf dem Weg nach Italien machte ich mir noch ernsthaft Sorgen, ob ich aus dem Wagen krabbeln müsste, auf dem Heimweg habe ich dann schon mal für 2012 gebucht. Mir reicht Oberitalien vollkommen aus. Mehr muss gar nicht sein. Langweiliger Mensch, langweiliges Alter, langweiliges Leben. Jedes Mal, wenn ich aus Italien zurück kam - und das war dann doch 4 mal - war in Deutschland einer gestorben, der es zu hektisch anging.
November

Vollkommenunglaublicher Monat. Der Sommer war mies, aber der November - so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Man hätte jeden Tag 20 Bilder bringen können, 30, 40, egal, man musste nur die Kamera hinhalten und abdrücken. Jeder einzelne Tag am See, über den Wolken ein Gewinn für das Leben. Auto schnurrt, Knie hüpft, alles ist gut. Bis hinein in den
Dezember

So viele Gesichter. So viele Geschichten. So viele Kilometer, Region, Höhenmeter, Spezialitäten, viel Glück im Guten und Glück auch bei weniger guten Dingen. So viele Bilder und Worte.
Und so viel, was keinen etwas angeht. Auf diesem Weg kann ich weiter wandeln.
Danke für das Lesen und Kommentieren.
donalphons, 15:36h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 25. Dezember 2011
Eine Frage des Prunks
Nun, es ist wieder so weit. Die Zeit, da man gar nicht genug vor Fehlkäufen durch Blick auf Bestsellerlisten und Zeitfeuilleton warnen kann, ist gekommen.

Und wie immer auch die Frage, wie man es mit dem Umformen der häuslichen Umgebung, die den Rest des Jahres oft gewollt trist, weiss, zierdelos und ungolden (und von Namen geprägt, die wie die Beschreibung eines billigen schwedischen Pr0neauxfilms lauten) ist, mit der ungewohnten Prunkaufwallung hält.

Einfach machen! Je mehr, desto besser! Zu wenig gibt es nicht! Es ist immer noch Platz für eine Kugel, einen Pfau und ein Teufelsquietscheweihnachtsentchen.
Allein, wenn man schon am Werktag morgen mit Silberbesteck deckt und all die Kannen des Rokoko im Hintergrund verspielt funkeln - dann fällt die ordinäre deutsche Chistbaumkugel, mag sie auch alt und echt sein, deutlich ab.

Und prunkvoller Kerzenschein mag ja auch ganz nett sein, aber wenn ich noch obendrein einen Baum entflammte, würde man die Luft hier drinnen nicht mehr atmen können. Ausserdem wäre es dann, alle Kerzen zusammengenommen, taghell. Und das ist ja auch nicht Sinn der Sache.

Nein, sagen wir es, wie es ist: Noch mehr Tand und Tinnef erträgt diese Wohnung einfach nicht. Sicher, teilweise würde das Zeug auch einfach untergehen, man merkt das bei vierfarbigen Raumfassungen nicht sehr, aber was zu viel ist, ist zu viel. Für mich braucht es das alles also nicht.

Natürlich wünsche ich allen an dieser Stelle frohe Feiertage, mir selbst ein paar Zahnärzte bei Auktionen weniger und den Besuchern des Festkonzerts des Höllenorchesters viel Spass mit den neuen, illustren Gästen des Jahres und dem in letzter Minute eingetroffenen Überraschungsstar. Wer aus der Gossenjounraille, die ich an dieser Stelle bei meinen Wünschen ausdrücklich ausnehmen möchte, jetzt immer noch so viel Sehnsucht nach alten Tingelbudenschmonzettensängern hat: Kürzer leben wirkt.

Und wie immer auch die Frage, wie man es mit dem Umformen der häuslichen Umgebung, die den Rest des Jahres oft gewollt trist, weiss, zierdelos und ungolden (und von Namen geprägt, die wie die Beschreibung eines billigen schwedischen Pr0neauxfilms lauten) ist, mit der ungewohnten Prunkaufwallung hält.

Einfach machen! Je mehr, desto besser! Zu wenig gibt es nicht! Es ist immer noch Platz für eine Kugel, einen Pfau und ein Teufelsquietscheweihnachtsentchen.
Allein, wenn man schon am Werktag morgen mit Silberbesteck deckt und all die Kannen des Rokoko im Hintergrund verspielt funkeln - dann fällt die ordinäre deutsche Chistbaumkugel, mag sie auch alt und echt sein, deutlich ab.

Und prunkvoller Kerzenschein mag ja auch ganz nett sein, aber wenn ich noch obendrein einen Baum entflammte, würde man die Luft hier drinnen nicht mehr atmen können. Ausserdem wäre es dann, alle Kerzen zusammengenommen, taghell. Und das ist ja auch nicht Sinn der Sache.

Nein, sagen wir es, wie es ist: Noch mehr Tand und Tinnef erträgt diese Wohnung einfach nicht. Sicher, teilweise würde das Zeug auch einfach untergehen, man merkt das bei vierfarbigen Raumfassungen nicht sehr, aber was zu viel ist, ist zu viel. Für mich braucht es das alles also nicht.

Natürlich wünsche ich allen an dieser Stelle frohe Feiertage, mir selbst ein paar Zahnärzte bei Auktionen weniger und den Besuchern des Festkonzerts des Höllenorchesters viel Spass mit den neuen, illustren Gästen des Jahres und dem in letzter Minute eingetroffenen Überraschungsstar. Wer aus der Gossenjounraille, die ich an dieser Stelle bei meinen Wünschen ausdrücklich ausnehmen möchte, jetzt immer noch so viel Sehnsucht nach alten Tingelbudenschmonzettensängern hat: Kürzer leben wirkt.
donalphons, 00:16h
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