... newer stories
Montag, 9. Januar 2012
Der Tag der lebenden Politikleichen
Ich fände es auch schrecklich, wenn die SPD-Verräter Müntefehring und Clement wieder zurückkommen würden. Aber da ist keine Gefahr, und Steinbrück ist jetzt auch erst mal schmollen gegangen.
Dafür bleibt Reichsraffzahn Wulff, oder besser, er bleibt nicht, er weigert sich einfach, die einzige Konsequenz zu ziehen, die ihn nicht ehrlos dastehen lassen würde. Vom unteren Ende der sozialen Schichtung her haben wir den dreisten Schnorrer ganz oben. Und jetzt ruft Seehofer auch noch den Antipoden zurück, den dreisten, arroganten Fälscher Guttenberg. Konservative Realpolitik im Jahre 2012.

Wobei man den Guttenberg vielleicht anders begreifen muss: Ich würde gar nicht darauf wetten, dass Seehofer den wirklich wegen der Stimmen will. Vermutlich würde der eine gewisse Klientel ansprechen und eine andere abschrecken, aber die Beeinflussbaren von Bild, Focus und Bunte wählen ohnehin CSU. Abschrecken würde er eher die Gebildeteren, die ohnehin schon Zweifel an der Partei habem. Eine Art Nullsummenspiel, Opportunismus gegen Überzeugungen, das nicht die Macht im Freistaat garantieren kann. Denn die CSU steht mit der relativen Lichtfigur Seehofer und Reformen in etwa dort, wo sie nach der letzten Landtagswahl mit dem Duo "Die zwei Verhuzelten" auch schon gestanden ist. Dem Niedergang wurde Einhalt geboten, würde man vielleicht in der CSU sagen. Geboten, das klingt gut, nach anschaffen und befehlen. Aber das ist, siehe FDP als Koalitionspartner, auch keine Option mehr.

Also, der Guttenberg. Ich glaube, den Sachverhalt muss man weit ausholend schildern. Der Seehofer möchte Ministerpräsident bleiben. Gleichzeitig ist da aber auch ein Söder, der gerne Ministerpräsident wäre, anstelle des Ministerpräsidenten. In der Zeit vor den Aufstieg Guttenbergs sah es ganz gut für Söder aus. Dann kam der Popstar, und alle wussten, sein Wille würde geschehen, und seinen ärgsten Gegner, den Söder, den würde er gnadenlos wegputzen, denn so ein Halbgott verträgt neben sich keine Halbgrösse. Da war Söder nicht mehr die Nummer 3, da war er gar nichts mehr. Dann stürzte der Franke Guttenberg, und dem Franken Söder war ohne sein Zutun wieder die Leitwolfrolle in Franken zugefallen. Die Dreistigkeit, mit der er dann vor Kurzem Finanzminister in Bayern wurde, vorbei an anderen Kandidaten, die besser mit dem Seehofer können, war ein Zeichen für den inneren Zustand der Partei und der Rangabfolge. Sollte die nächste Wahl grob daneben gehen, würden manche vom gescheiterten Seehofer zum Söder überlaufen, und dann wäre es vorbei für den Horst. Es sei denn, es erwüchse dem Söder in Franken ein neuer Gegner...

Im Prinzip lautet das Angebot von Seehofer an Guttenberg: Komm her, häng Dich rein, halt mir den Söder vom Leib, ich gebe Dir freie Hand, und wenn es gut läuft, bauen wir Dich im Kabinett wieder voll auf, und dann sehen wir schon. Ein Ministerposten für Guttenberg ist in Bayern sehr viel wahrscheinlicher als im Bund, wo CDU, CSU und FDP kaum Chancen für den Machterhalt haben. Minister in einem reichen Bundesland mit Aussicht auf den Ministerpräsidentenstuhl und eine Führerpartei ist gerade das Beste, was man sich als konservativer - aber was heisst das schon - Politiker erwarten darf. Das ist nicht alles, Bundeskanzler wäre er vielleicht jetzt schon, aber was sonst realistisch ist, ist auch nicht wirklich toll. Es ist ein Wiedereinstig recht weit oben. Die 44%, die die CSU jetzt hat, sind SöderSeehoferprozente. Sollten es 47% werden, wird man sagen: Guttenberg hat die CSU gerettet. Auch wenn es nur lausige 3% sind.
Und mit etwas Pech für uns Bayern, zum eigenen begrenzten Machterhalt, um nicht wie Stoiber, Beckstein und Huber zu stürzen, gemeuchelt von den eigenen Leuten, wie es Tradition in Bayern ist, verrät der Horst das schöne Bayernland an diesen Hochstapler. Ich habe Gründe, den Ude nicht zu sehr zu mögen, aber der ist mir dann doch erheblich lieber, als dieses Geschacher.
Dafür bleibt Reichsraffzahn Wulff, oder besser, er bleibt nicht, er weigert sich einfach, die einzige Konsequenz zu ziehen, die ihn nicht ehrlos dastehen lassen würde. Vom unteren Ende der sozialen Schichtung her haben wir den dreisten Schnorrer ganz oben. Und jetzt ruft Seehofer auch noch den Antipoden zurück, den dreisten, arroganten Fälscher Guttenberg. Konservative Realpolitik im Jahre 2012.

Wobei man den Guttenberg vielleicht anders begreifen muss: Ich würde gar nicht darauf wetten, dass Seehofer den wirklich wegen der Stimmen will. Vermutlich würde der eine gewisse Klientel ansprechen und eine andere abschrecken, aber die Beeinflussbaren von Bild, Focus und Bunte wählen ohnehin CSU. Abschrecken würde er eher die Gebildeteren, die ohnehin schon Zweifel an der Partei habem. Eine Art Nullsummenspiel, Opportunismus gegen Überzeugungen, das nicht die Macht im Freistaat garantieren kann. Denn die CSU steht mit der relativen Lichtfigur Seehofer und Reformen in etwa dort, wo sie nach der letzten Landtagswahl mit dem Duo "Die zwei Verhuzelten" auch schon gestanden ist. Dem Niedergang wurde Einhalt geboten, würde man vielleicht in der CSU sagen. Geboten, das klingt gut, nach anschaffen und befehlen. Aber das ist, siehe FDP als Koalitionspartner, auch keine Option mehr.

Also, der Guttenberg. Ich glaube, den Sachverhalt muss man weit ausholend schildern. Der Seehofer möchte Ministerpräsident bleiben. Gleichzeitig ist da aber auch ein Söder, der gerne Ministerpräsident wäre, anstelle des Ministerpräsidenten. In der Zeit vor den Aufstieg Guttenbergs sah es ganz gut für Söder aus. Dann kam der Popstar, und alle wussten, sein Wille würde geschehen, und seinen ärgsten Gegner, den Söder, den würde er gnadenlos wegputzen, denn so ein Halbgott verträgt neben sich keine Halbgrösse. Da war Söder nicht mehr die Nummer 3, da war er gar nichts mehr. Dann stürzte der Franke Guttenberg, und dem Franken Söder war ohne sein Zutun wieder die Leitwolfrolle in Franken zugefallen. Die Dreistigkeit, mit der er dann vor Kurzem Finanzminister in Bayern wurde, vorbei an anderen Kandidaten, die besser mit dem Seehofer können, war ein Zeichen für den inneren Zustand der Partei und der Rangabfolge. Sollte die nächste Wahl grob daneben gehen, würden manche vom gescheiterten Seehofer zum Söder überlaufen, und dann wäre es vorbei für den Horst. Es sei denn, es erwüchse dem Söder in Franken ein neuer Gegner...

Im Prinzip lautet das Angebot von Seehofer an Guttenberg: Komm her, häng Dich rein, halt mir den Söder vom Leib, ich gebe Dir freie Hand, und wenn es gut läuft, bauen wir Dich im Kabinett wieder voll auf, und dann sehen wir schon. Ein Ministerposten für Guttenberg ist in Bayern sehr viel wahrscheinlicher als im Bund, wo CDU, CSU und FDP kaum Chancen für den Machterhalt haben. Minister in einem reichen Bundesland mit Aussicht auf den Ministerpräsidentenstuhl und eine Führerpartei ist gerade das Beste, was man sich als konservativer - aber was heisst das schon - Politiker erwarten darf. Das ist nicht alles, Bundeskanzler wäre er vielleicht jetzt schon, aber was sonst realistisch ist, ist auch nicht wirklich toll. Es ist ein Wiedereinstig recht weit oben. Die 44%, die die CSU jetzt hat, sind SöderSeehoferprozente. Sollten es 47% werden, wird man sagen: Guttenberg hat die CSU gerettet. Auch wenn es nur lausige 3% sind.
Und mit etwas Pech für uns Bayern, zum eigenen begrenzten Machterhalt, um nicht wie Stoiber, Beckstein und Huber zu stürzen, gemeuchelt von den eigenen Leuten, wie es Tradition in Bayern ist, verrät der Horst das schöne Bayernland an diesen Hochstapler. Ich habe Gründe, den Ude nicht zu sehr zu mögen, aber der ist mir dann doch erheblich lieber, als dieses Geschacher.
donalphons, 00:53h
... link (59 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 8. Januar 2012
Die Risiken des Alters
Gen München hin wird alles unschöner. Die Strassen werden voller, derr dichte Verkehr verfestigt sich zu Stahlbrei, aus leichtem Regen wird ein Schauer und dann Schnee, richtig viel Schnee, und dann stellt sich die Erkenntnis vor, dass es wenig bringt, an Tagen wie diesen weiter in den Süden zu fahren, wo kein Fortkommen ist. Oben auf den Bergen versinkt man vermutlich in der weissen Pracht, und das ist nicht ganz Sinn der Sache. Daheim gäbe es auch genug zu tun. Also mache ich in München, was zu tun ist, und fahre durch den niederländischen Stau nach Hause. Pech gehabt, die armen Pistengeusen, erst kein Schnee und jetzt Lawinensperren. Das ist schon hart. Wieder daheim dann noch mehr Niederländer, aber als Absender eines Pakets.

Das ist erleichternd. Zu den unerfreulicheren Momenten der Bildersuche gehört es, wenn man
- das passende Motiv für die Bibliothek gefunden hat, das man schon lange suchte, nämlich eine halbnackte Sybille mit aufgeschlagenem Buch. Man muss aufpassen, ikonographisch ist die büssende Maria Magdalena nicht weit weg davon, und nur die Sybille passt in meine doch eher etwas moralisch nachlässige Bibliothek.
- dann wieder Erwarten das Bild bekommt. Andere, weitaus weniger gute Stücke nämlich wurden sehr viel teurer. Eigentlich hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass es gut geht. Sicher, es ist nur eine der vielen Kopien des beliebten Originals aus dem 17. Jahrhundert, aber immerhin in etwa aus der Zeit und nicht gegen 1900, wie das Los unmittelbar davor. Man staunt nicht schlecht, wenn solche Jugendstilkopien die 1000er Schallmauer wie nichts durchbrechen. Aber irgendwie hat der Auktionator ein wenig zu sehr die Probleme betont. Immerhin, derartig alte Restaurierungen zeigen auch aus der Entfernung, dass es sicher kein Öldruck ist. Gewonnen, jedenfalls. Erstaunlich günstig. Ein paar Wochen später wird eine andere Kopie angeboten, später, kleiner und schlechter, für den Preis einer gebrauchten Barchetta.

- Gewonnen - und zerronnen. Das Paket hatte eine Trackingnummer, aber die Probleme begannen, als das Datum der Abholung vor dem Datum der Ersteigerung lag. Dann wanderte das Paket zwischen einigen Stationen hin und her, um laut Nummer nach Wochen Deutschland zu erreichen. Und in Deutschland war ich dann drei Mal auf der Post. Die konnten nichts lokalisieren. Die Nummer war nicht im System. Und der Händler hatte zwar eine Versicherung abgeschlossen, aber die stellte sich stur: Laut der Trackingnummer war es ja in besten Händen in Deutschland, die nichts davon wussten. Anrufe. Mails. Nachforschungen. Ich bin Spezialist für die niederländische Post geworden.
- Anfang Januar tauchte das Paket wieder beim Händler auf, unzustellbar in den Niederlanden. Kein Wunder! Aber immerhin, es hat überlebt. Er schickt es nochmal. Ich frage ihn, ob es nicht besser ist, wenn ich über Tongeren (Flohmarkt!) zu ihm fahre und es hole, aber Tongeren ist imn Winter nicht lohnend. Also nochmal die Post. Ich richte mich auf Wochen des Zitterns ein. Ich fahre drei Tage später nach München. Ich kehre um. Im Hausgang ist das Bild. sauber verpackt und geliefert, völlig problemlos.

Und es ist weniger schlimm als befürchtet. Generell ist es so, dass man bei Häusern mit guten Photographen befürchten muss, dass das Bild in Wirklichkeit viel schlechter aussieht. Aber andere wissen nicht, wie sie mit Reflektionen und Verzerrungen umgehen sollen, und dort kann es sein, dass das Bild nachher besser ist, oder gar nicht so schlimm wie befürchtet. Es gehört etwas Phantasie und Wagemut dazu. Wenn ich mal zu alt zum Rodeln bin, werde ich mehr arbeiten, mehr verdienen, dann richtig teure Gemälde aus schlecht bebilderten Katalogen niederländischer Händler ersteigern und sie mit der Post verschicken lassen. Andere bekommen für die Aufregung Kinder oder investieren in Waldfonds, ich wage mich an die niederländische Post, wenn es mit dem Flug in die Botanik nicht mehr geht.

Das ist erleichternd. Zu den unerfreulicheren Momenten der Bildersuche gehört es, wenn man
- das passende Motiv für die Bibliothek gefunden hat, das man schon lange suchte, nämlich eine halbnackte Sybille mit aufgeschlagenem Buch. Man muss aufpassen, ikonographisch ist die büssende Maria Magdalena nicht weit weg davon, und nur die Sybille passt in meine doch eher etwas moralisch nachlässige Bibliothek.
- dann wieder Erwarten das Bild bekommt. Andere, weitaus weniger gute Stücke nämlich wurden sehr viel teurer. Eigentlich hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass es gut geht. Sicher, es ist nur eine der vielen Kopien des beliebten Originals aus dem 17. Jahrhundert, aber immerhin in etwa aus der Zeit und nicht gegen 1900, wie das Los unmittelbar davor. Man staunt nicht schlecht, wenn solche Jugendstilkopien die 1000er Schallmauer wie nichts durchbrechen. Aber irgendwie hat der Auktionator ein wenig zu sehr die Probleme betont. Immerhin, derartig alte Restaurierungen zeigen auch aus der Entfernung, dass es sicher kein Öldruck ist. Gewonnen, jedenfalls. Erstaunlich günstig. Ein paar Wochen später wird eine andere Kopie angeboten, später, kleiner und schlechter, für den Preis einer gebrauchten Barchetta.

- Gewonnen - und zerronnen. Das Paket hatte eine Trackingnummer, aber die Probleme begannen, als das Datum der Abholung vor dem Datum der Ersteigerung lag. Dann wanderte das Paket zwischen einigen Stationen hin und her, um laut Nummer nach Wochen Deutschland zu erreichen. Und in Deutschland war ich dann drei Mal auf der Post. Die konnten nichts lokalisieren. Die Nummer war nicht im System. Und der Händler hatte zwar eine Versicherung abgeschlossen, aber die stellte sich stur: Laut der Trackingnummer war es ja in besten Händen in Deutschland, die nichts davon wussten. Anrufe. Mails. Nachforschungen. Ich bin Spezialist für die niederländische Post geworden.
- Anfang Januar tauchte das Paket wieder beim Händler auf, unzustellbar in den Niederlanden. Kein Wunder! Aber immerhin, es hat überlebt. Er schickt es nochmal. Ich frage ihn, ob es nicht besser ist, wenn ich über Tongeren (Flohmarkt!) zu ihm fahre und es hole, aber Tongeren ist imn Winter nicht lohnend. Also nochmal die Post. Ich richte mich auf Wochen des Zitterns ein. Ich fahre drei Tage später nach München. Ich kehre um. Im Hausgang ist das Bild. sauber verpackt und geliefert, völlig problemlos.

Und es ist weniger schlimm als befürchtet. Generell ist es so, dass man bei Häusern mit guten Photographen befürchten muss, dass das Bild in Wirklichkeit viel schlechter aussieht. Aber andere wissen nicht, wie sie mit Reflektionen und Verzerrungen umgehen sollen, und dort kann es sein, dass das Bild nachher besser ist, oder gar nicht so schlimm wie befürchtet. Es gehört etwas Phantasie und Wagemut dazu. Wenn ich mal zu alt zum Rodeln bin, werde ich mehr arbeiten, mehr verdienen, dann richtig teure Gemälde aus schlecht bebilderten Katalogen niederländischer Händler ersteigern und sie mit der Post verschicken lassen. Andere bekommen für die Aufregung Kinder oder investieren in Waldfonds, ich wage mich an die niederländische Post, wenn es mit dem Flug in die Botanik nicht mehr geht.
donalphons, 00:50h
... link (6 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 7. Januar 2012
Schlechte Nachrichten
Da ist zum Beispiel der Umstand, dass sich die Frau des Bundespräsidenten Mode geben lässt, deren Hersteller Redakteure des Focus als "Luxus" bezeichnen. Für die ist Luxus alles, was nach H&M kommt. So tief sind wir gesunken.
Das wusste ich leider noch nicht, als ich bei der FAZ über die Mechanismen des Shitstorms - altdeutsch Fäkalgewitter - geschrieben habe, da hätte man noch was draus machen können, aber wer hätte geahnt, dass die auch hier noch den Raffzahn ausführen... naja. Personal halt. Eingestellt von einer Frau, die besser an die Aldikasse gepasst hätte.

Dass an einem Tag wie diesem dann auch noch eine CDU-Politikerin der FDP die Koalition aufkündigt, die mit den Grünen möglich gewesen wäre - nun, ich denke, nach all den Hammerschlägen durch Wulff auf die Köpfe der Konservativen dieses Landes macht das denen auch nicht mehr viel aus. Was das überhaupt noch sein soll, dieses konservativ, ausser schlecht angezogen und verunsichert, wäre auch nich gesondert zu erklären - sind die faltigen Anzüge in Stuttgart aufgefallen? Man muss sich das mal vorstellen: So ein Sieg für die Käuflichen durch die verarschten Wähler. Und so einfach machen sie sich dann selbst kaputt. In der Opposition wäre ihnen das nicht passiert. Eine miserable Regierung, aber ein feines Cabaretprogramm mit all den Schnorrern und Hochstaplern.

Nein, man muss schon ins befeindete Ausland gehen, um die wirklich wichtigen Nachrichten ganz oben zu lesen: Die Unicredit ist ziemlich übel, übelst, 2big2fail dran. Die Hypo Real Estate und die IKB waren kleine Sylvesterkracher im Vergleich zu der Bombe, die da hochgehen kann. Wenn das kracht, zerfetzt es nicht nur Italien, sondern auch Österreich, und Bayern bekommt seinen zweiten Landesbankausgang in den Hintern gebrannt. Wenn schon die Sparkasse Verona raus will - die eigentlich genug Geld haben sollte, um bei der Rettung zu helfen - muss man sich überlegen. wer da ausser dem Steuerzahler hinein sollte. Zu blöd, dass der Steuerzahler in Italien auch noch für die Staatsschulden gerade stehen muss, die hoch verzinst werden. Eine Unicreditpleite, oder auch nur eine grössere Rettung kann sich Italien nicht leisten. Andererseits kann es sich auch nicht leisten, den Besitzer vieler Staatsanleihen pleite gehen zu lassen. Das ist wie Dexia. Nur halt ohne reiche Länder im Hintergrund.

Aber dafür gewünscht, gewollt, gefördert, mit jeder Menge ausländischer Töchter, über die man das italienische Desaster zum Problem anderer Leute machen kann. Bank Austria heisst der Sprengsatz in Wien. Naja. Wenn das hochgeht, kann man vielleicht die historische Fehlentwicklung dieser bayerischen Bergabspaltung revidieren. Zu blöd, dass Ungarn bald eine Staatspleite hinlegen (auch hier betroffen: Unicredit und alle Österreicher): Sonst hätte man Wien gut verscherbeln können, nach der Kolonialisierung von Tirol. Kärnten zu Slowenien, das wär auch was.

Es sieht also so aus, als wäre hinter den Bergen das grosse Unheil. Und man hat davon nichts als Scherereien. kann mal bitte jemand dieses Elend in Bellevue wegputzen? Wir haben noch anderes zu tun, das uns bald anpackt. Wichtigeres als Kleidergeschenke an eine PR-Frau.
Das wusste ich leider noch nicht, als ich bei der FAZ über die Mechanismen des Shitstorms - altdeutsch Fäkalgewitter - geschrieben habe, da hätte man noch was draus machen können, aber wer hätte geahnt, dass die auch hier noch den Raffzahn ausführen... naja. Personal halt. Eingestellt von einer Frau, die besser an die Aldikasse gepasst hätte.

Dass an einem Tag wie diesem dann auch noch eine CDU-Politikerin der FDP die Koalition aufkündigt, die mit den Grünen möglich gewesen wäre - nun, ich denke, nach all den Hammerschlägen durch Wulff auf die Köpfe der Konservativen dieses Landes macht das denen auch nicht mehr viel aus. Was das überhaupt noch sein soll, dieses konservativ, ausser schlecht angezogen und verunsichert, wäre auch nich gesondert zu erklären - sind die faltigen Anzüge in Stuttgart aufgefallen? Man muss sich das mal vorstellen: So ein Sieg für die Käuflichen durch die verarschten Wähler. Und so einfach machen sie sich dann selbst kaputt. In der Opposition wäre ihnen das nicht passiert. Eine miserable Regierung, aber ein feines Cabaretprogramm mit all den Schnorrern und Hochstaplern.

Nein, man muss schon ins befeindete Ausland gehen, um die wirklich wichtigen Nachrichten ganz oben zu lesen: Die Unicredit ist ziemlich übel, übelst, 2big2fail dran. Die Hypo Real Estate und die IKB waren kleine Sylvesterkracher im Vergleich zu der Bombe, die da hochgehen kann. Wenn das kracht, zerfetzt es nicht nur Italien, sondern auch Österreich, und Bayern bekommt seinen zweiten Landesbankausgang in den Hintern gebrannt. Wenn schon die Sparkasse Verona raus will - die eigentlich genug Geld haben sollte, um bei der Rettung zu helfen - muss man sich überlegen. wer da ausser dem Steuerzahler hinein sollte. Zu blöd, dass der Steuerzahler in Italien auch noch für die Staatsschulden gerade stehen muss, die hoch verzinst werden. Eine Unicreditpleite, oder auch nur eine grössere Rettung kann sich Italien nicht leisten. Andererseits kann es sich auch nicht leisten, den Besitzer vieler Staatsanleihen pleite gehen zu lassen. Das ist wie Dexia. Nur halt ohne reiche Länder im Hintergrund.

Aber dafür gewünscht, gewollt, gefördert, mit jeder Menge ausländischer Töchter, über die man das italienische Desaster zum Problem anderer Leute machen kann. Bank Austria heisst der Sprengsatz in Wien. Naja. Wenn das hochgeht, kann man vielleicht die historische Fehlentwicklung dieser bayerischen Bergabspaltung revidieren. Zu blöd, dass Ungarn bald eine Staatspleite hinlegen (auch hier betroffen: Unicredit und alle Österreicher): Sonst hätte man Wien gut verscherbeln können, nach der Kolonialisierung von Tirol. Kärnten zu Slowenien, das wär auch was.

Es sieht also so aus, als wäre hinter den Bergen das grosse Unheil. Und man hat davon nichts als Scherereien. kann mal bitte jemand dieses Elend in Bellevue wegputzen? Wir haben noch anderes zu tun, das uns bald anpackt. Wichtigeres als Kleidergeschenke an eine PR-Frau.
donalphons, 00:41h
... link (37 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 5. Januar 2012
Der Islam gehört nach Deutschland
Ja, klar, Türken vor Wien und die Seeräuber und Karl Martell hat uns gerettet, und weil wir uns so tapfer gewehrt haben gegen die Invasoren, sassen wir so gegen 1400 immer noch sehr oft in Holzhäusern, und die Schweine und Menschen benutzten die gleichen Türen. Das geht auch! Zivilisation ist überbewertet. Und weil es keine Zeitung gibt und auch keiner lesen kann, bekommt man gar nicht mit., was in Syrien gerade so gemacht wird. Die haben nämlich ein Verfahren entwickelt, um aus bedrucktem Leder Tapeten zu machen. Aber auch egal: Der Mitteleuropäer macht Fachwerk und verlehmt die Zwischenräume. Lehm ist super! Lehm ist das Alinaweiss des Mittelalters! Und weil das so gut geht und der Technologietransfer im Gegensatz zum Türken- und Slawen- und Albigenserschlitzen nicht so wichtig ist, dauert es etwas, bis auch bei uns solche Dinge der Islamisten auf den Markt kommen. Im 17. Jahrhundert ist es dann so weit, man kann das praktisch überall bekommen.

Als Angehöriger der o,05% der obersten Schicht. Dann konnte man sich ein Zimmer damit einrichten lassen. Marmor war noch etwas teurer, Malerei dagegen billiger, wenn sie nicht gerade von den Stars dieser Epoche kam. Auch Spiegel waren etwas teurer. Aber man konnte auch abwechseln, ein Zimmer so und ein anderes anders, es gab damals für die Reichsten noch keine Bauvorschriften und keine Grundsteuer. Nur das Vermögen war die Grenze, und die Kunstfertigkeit der Hersteller in Flandern. Die aber, das muss man sagen, damals auch noch von den Motiven der arabischen Kulturfeinde zehrten.

Das Eigene kam dann erst im Rokoko, dann gab man die Symmetrie auf und machte so Kringel. Da sass man dann also in der orientalischen Pracht und langsam lernte man auch Lesen und Schreiben (was im Orient damals recht verbreitet war). Wenn einen das Muster auf den islamischen Tapeten nicht umbringt, vielleicht überlebt man dann auch ein Buch, zumindest etwas besser als die Pocken und die anderen Seuchen. Immerhin dachte man damals schon an die Zukunft, die Investition war teuer, und falls hier ein Flame versprochen hat, dass die Goldledertapete auch in 300 Jahren noch schön aussieht - dann hat er nicht zu viel versprochen.

Für eine 300 Jahre alte Tierhaut sieht das noch wirklich noch gut aus. Die hatten schon keine schlechte Technik, diese Araber, die dann die Flamen übernommen haben. Bald sollte auch das eigene Porzellan kommen. Und einiges andere, und dann würde man auch herabschauen auf die Muselmanen und so tun, als wäre das alles nichts gewesen, was sie taten, so wie damals bei Uropa Sauhirte in seiner Hütte, die damals ungefähr so weit entfernt war, wie wir heute von dieser Tapete sind, wenn wir Wand Tattoos für Geschmack halten und Hermestaschen für Luxus. Ein wenug mehr Islam in Gold und Himmelblau könnte ich schon brauchen.

Als Angehöriger der o,05% der obersten Schicht. Dann konnte man sich ein Zimmer damit einrichten lassen. Marmor war noch etwas teurer, Malerei dagegen billiger, wenn sie nicht gerade von den Stars dieser Epoche kam. Auch Spiegel waren etwas teurer. Aber man konnte auch abwechseln, ein Zimmer so und ein anderes anders, es gab damals für die Reichsten noch keine Bauvorschriften und keine Grundsteuer. Nur das Vermögen war die Grenze, und die Kunstfertigkeit der Hersteller in Flandern. Die aber, das muss man sagen, damals auch noch von den Motiven der arabischen Kulturfeinde zehrten.

Das Eigene kam dann erst im Rokoko, dann gab man die Symmetrie auf und machte so Kringel. Da sass man dann also in der orientalischen Pracht und langsam lernte man auch Lesen und Schreiben (was im Orient damals recht verbreitet war). Wenn einen das Muster auf den islamischen Tapeten nicht umbringt, vielleicht überlebt man dann auch ein Buch, zumindest etwas besser als die Pocken und die anderen Seuchen. Immerhin dachte man damals schon an die Zukunft, die Investition war teuer, und falls hier ein Flame versprochen hat, dass die Goldledertapete auch in 300 Jahren noch schön aussieht - dann hat er nicht zu viel versprochen.

Für eine 300 Jahre alte Tierhaut sieht das noch wirklich noch gut aus. Die hatten schon keine schlechte Technik, diese Araber, die dann die Flamen übernommen haben. Bald sollte auch das eigene Porzellan kommen. Und einiges andere, und dann würde man auch herabschauen auf die Muselmanen und so tun, als wäre das alles nichts gewesen, was sie taten, so wie damals bei Uropa Sauhirte in seiner Hütte, die damals ungefähr so weit entfernt war, wie wir heute von dieser Tapete sind, wenn wir Wand Tattoos für Geschmack halten und Hermestaschen für Luxus. Ein wenug mehr Islam in Gold und Himmelblau könnte ich schon brauchen.
donalphons, 23:24h
... link (102 Kommentare) ... comment
Was ich will
Ich will eigentlich kein Land, in dem ein Bundespräsident das Freiwild von Dieckmann ist. Ich hätte lieber ein Land, in dem es weder so einen Bundespräsidenten noch so einen Dieckmann gibt.

Nachdem sich das nicht realisieren lässt, denke ich auch öfters an ein Land, in dem ich die Sprache so schlecht verstehe, dass ich vieles einfach nicht mitbekomme. Dafür brauche ich Geld, ich will es mir aber nicht bei Freunden leihen, sondern verdienen - und bei der FAZ habe ich auch eine gute Idee, wie ich an 250.000 britische Peseten komme.

Nachdem sich das nicht realisieren lässt, denke ich auch öfters an ein Land, in dem ich die Sprache so schlecht verstehe, dass ich vieles einfach nicht mitbekomme. Dafür brauche ich Geld, ich will es mir aber nicht bei Freunden leihen, sondern verdienen - und bei der FAZ habe ich auch eine gute Idee, wie ich an 250.000 britische Peseten komme.
donalphons, 13:38h
... link (93 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 4. Januar 2012
Die gute Nachricht der Woche:
Endlich wird was gegen PI-News und Konsorten getan. Spät, sehr spät, aber immerhin und besser jetzt, als wenn man später wieder kleinreden und verharmlosen muss.
Ansonsten ist dies ein sagenhaft scheusslicher Tag:

Bis auf 1000 Meter Regen, so dass die Rodelpiste verschwindet, darüber Schnee, sehr nass und sturmgepeitscht. Es kommt nicht oft vor, dass ich auf den Berg freiwillig verzichte, aber heute ist so ein Tag.

Statt dessen - es ist ja nicht so, dass man nichts zu tun hätte - das grosse Umräumen. Schon die Bibliothekssortierung ist mit zwei Wohnorten schwierig, noch schlimmer ist das bei den Bildern, denn wer kann schon sagen, was wo von der Farbe und von der Grösse her passt.

Und wenn das alles erledigt ist, oder verschoben, denn die Platte zum Befestigen der Azulejos hat sich nicht auftreiben lassen, geht es immer noch mit inhäusigem Verweilen weiter, an der Hezung, mit einem Buch und Blick nach draussen. Da hinten in Kreuth stehen die Kollegen und reden im Sturm mit CSUlern über Dinge, die keinen etwas interessieren.
Das passt schon so, wie es ist, und wo ich bin.
Ansonsten ist dies ein sagenhaft scheusslicher Tag:

Bis auf 1000 Meter Regen, so dass die Rodelpiste verschwindet, darüber Schnee, sehr nass und sturmgepeitscht. Es kommt nicht oft vor, dass ich auf den Berg freiwillig verzichte, aber heute ist so ein Tag.

Statt dessen - es ist ja nicht so, dass man nichts zu tun hätte - das grosse Umräumen. Schon die Bibliothekssortierung ist mit zwei Wohnorten schwierig, noch schlimmer ist das bei den Bildern, denn wer kann schon sagen, was wo von der Farbe und von der Grösse her passt.

Und wenn das alles erledigt ist, oder verschoben, denn die Platte zum Befestigen der Azulejos hat sich nicht auftreiben lassen, geht es immer noch mit inhäusigem Verweilen weiter, an der Hezung, mit einem Buch und Blick nach draussen. Da hinten in Kreuth stehen die Kollegen und reden im Sturm mit CSUlern über Dinge, die keinen etwas interessieren.
Das passt schon so, wie es ist, und wo ich bin.
donalphons, 23:34h
... link (20 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 3. Januar 2012
Aber Fisch isst Du schon, oder?
Das ist sowas wie meine Lieblingsfrage auf meine Aussage hin, dass ich Vegetarier bin. Als sei eirgendwas, das im Meer lebt, kein Tier. In der Patristik gibt es im 3./4. Jahrhundert von mehralsnomalarschigen Kirchenvätern öfters mal die Frage, ob eine Frau jetzt nur minderwertig ist, oder gar als seeltenloses Tier bewertet soll. Daran erinnert mich diese erstaunliche Frage ein wenig.
Nein. Ich esse keinen Fisch. Das hat einerseits etwas damit zu tun, dass ich den Geschmack noch nie mochte. Dann aber auch mit der Art und Weise, mit der Fisch öfters serviert wird. Es gab im Altmühltal mal einen Gasthof mit Becken, aus dem man sich den Fisch heraussuchen konnte. Ich quengelte immer so lange, bis meine Eltern darum einen Bogen machten. Ich fand das pervers, und wenn ich bei Dallmayr bin, was inzwischen recht selten vorkommt, mache ich um das Fischbecken einen grossen Bogen. Fischmärkte am Mittelmeer sprechen mich auch nicht an.
Der Umstand, dass ich mal dabei war, wie jemand den letzten Fisch des Lebens ass, trägt auch nicht gerade dazu bei, Fisch zu schätzen. Der japanische Aal wehrte sich mit einer Gräte im Hals, das war ein ziemliches Spektakel und das brutal gekeuchte Ende einer Vorliebe für Fisch. Heute geht es der Person und allen Fischen gut, die sie nicht gegessen hat. Aber auch so habe ich eine gewisse Verachtung für Leute übrig, die mit Sushi angeben wollen. Man kann auch bei der Rinderzucht am Tegernsee mit den besten Voraussetzungen immer noch den Kopf schütteln, aber der Zynismus, der dem Wort Beifang innewohnt, ist nicht kleiner als die langen Leinen der industriellen Fischausrottung - so muss man das, was mit dem steigenden Bedarf von Meeresfisch in dem Meer fernen Regionen wie München verursacht wird, wohl nennen dürfen. Natürlich ist das Problem so weit weg wie der chinesische Sklavenarbeiter, der das Macbook zusammenschraubt. Das merkt man nicht so. Aber Fisch isst Du schon, oder?
Nein. Ausserdem hasse ich Angler. Sollten ein paar siffige Berliner Geldbussen erhalten, weil sie keinen Schein haben: Prima! Sollte die fette alte PR-Lachnummer, die ihre aufgequollene Fazialgegend bei einem Fastfooddrecksladen hinhält, Imageprobleme kriegen - schade, dass es nicht auch wegen der abartigen Hummerfresserei ist, mit der er sonst Idioten abzockt. Letzthin war ein Journalist am Tegernsee und schmierte Blödsinn über einen Bach, aus dem Kiesel und Fisch stammen sollten, die zusammen im Restaurant serviert wurden: Ganz schön peinlich reingefallen, der Mensch hat den besagten Bach schon vor längerer Zeit grösstenteils fischfrei gemacht, durch massive Eingriffe. So wird man verarscht, in den entsprechenden angeblichen Luxusrestaurants am See. Da kann die Pampe gar nicht teuer und schwermetallhaltig genug sein. Bei Fisch packt mich ein Eifer, den ich so eigentlich beim Fleisch gar nicht kenne.
Immerhin, ich nöle charmant. Ich bin durchaus freundlich, wenn es darum geht, Leute von den angesagten Fischrestaurants wegzulocken, zumal es dort für mich wirklich ausser einem Salat gar nichts gibt - das letzte Mal habe ich das vor 10 Jahren in einem alten Gasthof in Rheinland-Pfalz erlebt, jetzt kommt es durch die Fischmode wieder ins Klenzeviertel zurück. Und obendrein irgendwie bin ich auch froh, dass 2011 in dieser Hinsicht das Jahr einer gewissen, sagen wir mal, Bereinigung war: ich habe zwar kunstgeschichtlich ein gewisses Verständnis für Fischstilleben, aber ich bin nicht traurig, wenn ich deren Wiedererfindung in italienischen Restaurants nicht im Kopf stetig wegschieben muss.
Das sind dann so die kleinen Erfolge auf dem Weg von München zurück an den Tegernsee: Etwas weniger Fischverbrauch, zumindest an diesem Abend. Irgendwie sind wir so weit, über die Jagd auf Wale die Nase zu rümpfen. Da kann man wenigstens noch sagen: Gefangen und getötet wird der Wal, und sonst nichts. Aber die Ausrottung von Thunfisch, Hai und Dorsch, sei es nun für den Gewinn oder weil es halt anfällt, das ist in Ordnung. Das gilt irgendwie als Alternative zum Fleischkonsum.
Immerhin, ich vermute mal, ich bin der bessere Unterhalter gewesen, als die Frustfresse, die unbedingt in diesen Fischladen wollte. Kann also sein, dass sie wieder mit mir ausgehen und den kalten Brocken das nächste Mal dahein lassen.
Nein. Ich esse keinen Fisch. Das hat einerseits etwas damit zu tun, dass ich den Geschmack noch nie mochte. Dann aber auch mit der Art und Weise, mit der Fisch öfters serviert wird. Es gab im Altmühltal mal einen Gasthof mit Becken, aus dem man sich den Fisch heraussuchen konnte. Ich quengelte immer so lange, bis meine Eltern darum einen Bogen machten. Ich fand das pervers, und wenn ich bei Dallmayr bin, was inzwischen recht selten vorkommt, mache ich um das Fischbecken einen grossen Bogen. Fischmärkte am Mittelmeer sprechen mich auch nicht an.
Der Umstand, dass ich mal dabei war, wie jemand den letzten Fisch des Lebens ass, trägt auch nicht gerade dazu bei, Fisch zu schätzen. Der japanische Aal wehrte sich mit einer Gräte im Hals, das war ein ziemliches Spektakel und das brutal gekeuchte Ende einer Vorliebe für Fisch. Heute geht es der Person und allen Fischen gut, die sie nicht gegessen hat. Aber auch so habe ich eine gewisse Verachtung für Leute übrig, die mit Sushi angeben wollen. Man kann auch bei der Rinderzucht am Tegernsee mit den besten Voraussetzungen immer noch den Kopf schütteln, aber der Zynismus, der dem Wort Beifang innewohnt, ist nicht kleiner als die langen Leinen der industriellen Fischausrottung - so muss man das, was mit dem steigenden Bedarf von Meeresfisch in dem Meer fernen Regionen wie München verursacht wird, wohl nennen dürfen. Natürlich ist das Problem so weit weg wie der chinesische Sklavenarbeiter, der das Macbook zusammenschraubt. Das merkt man nicht so. Aber Fisch isst Du schon, oder?
Nein. Ausserdem hasse ich Angler. Sollten ein paar siffige Berliner Geldbussen erhalten, weil sie keinen Schein haben: Prima! Sollte die fette alte PR-Lachnummer, die ihre aufgequollene Fazialgegend bei einem Fastfooddrecksladen hinhält, Imageprobleme kriegen - schade, dass es nicht auch wegen der abartigen Hummerfresserei ist, mit der er sonst Idioten abzockt. Letzthin war ein Journalist am Tegernsee und schmierte Blödsinn über einen Bach, aus dem Kiesel und Fisch stammen sollten, die zusammen im Restaurant serviert wurden: Ganz schön peinlich reingefallen, der Mensch hat den besagten Bach schon vor längerer Zeit grösstenteils fischfrei gemacht, durch massive Eingriffe. So wird man verarscht, in den entsprechenden angeblichen Luxusrestaurants am See. Da kann die Pampe gar nicht teuer und schwermetallhaltig genug sein. Bei Fisch packt mich ein Eifer, den ich so eigentlich beim Fleisch gar nicht kenne.
Immerhin, ich nöle charmant. Ich bin durchaus freundlich, wenn es darum geht, Leute von den angesagten Fischrestaurants wegzulocken, zumal es dort für mich wirklich ausser einem Salat gar nichts gibt - das letzte Mal habe ich das vor 10 Jahren in einem alten Gasthof in Rheinland-Pfalz erlebt, jetzt kommt es durch die Fischmode wieder ins Klenzeviertel zurück. Und obendrein irgendwie bin ich auch froh, dass 2011 in dieser Hinsicht das Jahr einer gewissen, sagen wir mal, Bereinigung war: ich habe zwar kunstgeschichtlich ein gewisses Verständnis für Fischstilleben, aber ich bin nicht traurig, wenn ich deren Wiedererfindung in italienischen Restaurants nicht im Kopf stetig wegschieben muss.
Das sind dann so die kleinen Erfolge auf dem Weg von München zurück an den Tegernsee: Etwas weniger Fischverbrauch, zumindest an diesem Abend. Irgendwie sind wir so weit, über die Jagd auf Wale die Nase zu rümpfen. Da kann man wenigstens noch sagen: Gefangen und getötet wird der Wal, und sonst nichts. Aber die Ausrottung von Thunfisch, Hai und Dorsch, sei es nun für den Gewinn oder weil es halt anfällt, das ist in Ordnung. Das gilt irgendwie als Alternative zum Fleischkonsum.
Immerhin, ich vermute mal, ich bin der bessere Unterhalter gewesen, als die Frustfresse, die unbedingt in diesen Fischladen wollte. Kann also sein, dass sie wieder mit mir ausgehen und den kalten Brocken das nächste Mal dahein lassen.
donalphons, 23:53h
... link (25 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 2. Januar 2012
Mein Onkel Don Alberto sagte immer:
"Schick ihm eine Botschaft. Wenn er aber Deine Botschaft nicht hören will, rede nicht weiter, sondern schick ihm einen Mann, der die Sache erledigt."
Don Alberto wünscht sich auch, dass sich der Noch-BuPrä nicht in Sizilien niederlässt. Denn dort muss ein Mann schweigen können.
Don Alberto wünscht sich auch, dass sich der Noch-BuPrä nicht in Sizilien niederlässt. Denn dort muss ein Mann schweigen können.
donalphons, 21:26h
... link (89 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 2. Januar 2012
Was noch zu tun ist
Ich finde es unerträglich, wie jene, die ansonsten dauernd bevorzugt werden, in den Weihnachts- und Neujahrsansprachen mit allen anderen in einen Topf geworfen werden, als lebten wir nicht in einer Klassengesellschaft. Deshalb habe ich das, wozu andere zu feige sind, obwohl ihnen unsereins die Backsteinbude finanziert und den Dienstwagen bezahlt, bei der FAZ aufgeschrieben.
Und dann habe ich noch eine Frage an die graphisch Versierten: Kann mir jemand sagen, wie die Schrift auf diesem Rad ("Neri") heisst, und wer solche Buchstaben als Aufkleber machen könnte?
Und dann habe ich noch eine Frage an die graphisch Versierten: Kann mir jemand sagen, wie die Schrift auf diesem Rad ("Neri") heisst, und wer solche Buchstaben als Aufkleber machen könnte?
donalphons, 00:22h
... link (10 Kommentare) ... comment
Die üblichen Beschwerden
Hier sollte jetzt der übliche Wutanfall über das versiffte Dreckspack stehen, das nicht in Berlin postprivatisiert, sondern sich seine schlechten Manieren hier vor der Tür heraushängen lässt. Wochenenden sind immer schlimm, aber dieser Tag ist der Schlimmste im ganzen Jahr. Aufgrund schlechter Erfahrungen bleibe ich daheim, passe auf das Haus auf und mache mich erst auf den Weg zu Freunden, wenn der Lärm vorbei und die Mehrheit zu besoffen für ernste Schadensanrichtung ist.
Aber - ich habe keine Ahnung, was dem Club die Strasse runter passiert ist. Eigentlich sollte dort RemmiDemmi sein - aber da war nichts. Steuerbehörden? Brand? Randale? Todesfall beim Betreiberkonsortium? Verstoss gegen die üblichen Verordnungen?? Ein Anwohner, der mit dem Gewehr für Ruhe gesorgt hat? Anzeigen? Jedenfalls ist da seit ein paar Tagen nichts mehr los. Kein DJ Todesflow floawd mehr.
Und deshalb war es diesmal in der Strasse sehr ruhig. Kaum Menschen, kein Geknalle, kein Dealer, keine wackelnden Fussböden, ich stand ganz umsonst mit demMG42 Elektroschockkabel Scheinwerfer am Fenster, ohne dass irgendwas passierte. Eine Katze lief vorbei. Weiter vorne krachte es, aber nach 20 Minuten war alles vorüber. Vielleicht ahnen die Menschen ja, dass 2012 kein Jahr wird, in dem man das Geld zum Fenster rauswerfen sollte. Und machen etwas weniger hirnlos weiter, was ja auch sein Gutes hat. Auch kam hier keiner vorbeigetorkelt, den man als verdammten Suffkopf hätte anpöbeln können. Naja. Da stand ich also am Fenster zwischen Bücherschränkchen links und unaufgehängten Bildern rechts. Und hatte plötzlich die richtige, lang gesuchte Idee für die Hängung.
Und - naja, es ist Knallerei draussen, ab und zu. Da kann man doch sicher schnell..., da hat die Hausordnung doch nichts einzuwenden... ausserdem, die Hausordnung bin ohnehin ich... gut, der Hammer lag gerade da und... Pengpengpeng machte aus draussen, Tacktacktack drinnen.

Und so bin ich nicht ganz umsonst hierher gefahren. Wieder ein paar Stücke aufgeräumt, Rokoko und Biedermeier überkreuz, so passt das. Danach gelöste Gespräche bis zum früheren Morgen. Erstaunlich wenig Alkohol, erstaunlich viele Eingeständnisse, nicht mehr so viel zu vertragen. Daher auch kein Bedarf für die Gästewohnung. Keine besseren Töchter, die nicht mehr heim können.
Keine Frage. Wir werden auch ohne Schimpfen alt.
Aber - ich habe keine Ahnung, was dem Club die Strasse runter passiert ist. Eigentlich sollte dort RemmiDemmi sein - aber da war nichts. Steuerbehörden? Brand? Randale? Todesfall beim Betreiberkonsortium? Verstoss gegen die üblichen Verordnungen?? Ein Anwohner, der mit dem Gewehr für Ruhe gesorgt hat? Anzeigen? Jedenfalls ist da seit ein paar Tagen nichts mehr los. Kein DJ Todesflow floawd mehr.
Und deshalb war es diesmal in der Strasse sehr ruhig. Kaum Menschen, kein Geknalle, kein Dealer, keine wackelnden Fussböden, ich stand ganz umsonst mit dem
Und - naja, es ist Knallerei draussen, ab und zu. Da kann man doch sicher schnell..., da hat die Hausordnung doch nichts einzuwenden... ausserdem, die Hausordnung bin ohnehin ich... gut, der Hammer lag gerade da und... Pengpengpeng machte aus draussen, Tacktacktack drinnen.

Und so bin ich nicht ganz umsonst hierher gefahren. Wieder ein paar Stücke aufgeräumt, Rokoko und Biedermeier überkreuz, so passt das. Danach gelöste Gespräche bis zum früheren Morgen. Erstaunlich wenig Alkohol, erstaunlich viele Eingeständnisse, nicht mehr so viel zu vertragen. Daher auch kein Bedarf für die Gästewohnung. Keine besseren Töchter, die nicht mehr heim können.
Keine Frage. Wir werden auch ohne Schimpfen alt.
donalphons, 23:19h
... link (13 Kommentare) ... comment
... older stories



