: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Donnerstag, 3. Mai 2012

Ich weg.

Ihr hier, allein im Haus mit Piraten, Priestern und anderen Heilsplanern. In der FAZ

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Donnerstag, 3. Mai 2012

Ich war da länger nicht mehr

Jedes mal, wenn ich in den letzten 20 Jahren an der Cote d'Azur war, kam ich über die Schweiz, und bin über das Burgund wieder gegangen. Ich kam immer nur bis Nizza und Cannes, aber lange nicht mehr nach Monaco. Und überhaupt gibt es in der Region schönere Ecken. Ein Sonnenaufgang im Dezember oben bei Grasse mit Blick über das Meer zum Beispiel, wenn in Deutschland Schnee liegt. Eine Woche sass ich dort oben auf einem zum Liegestuhl verkrüppelten Olivenbaum und habe gelesen. Ich war, denke ich, selten so ruhig wie in jenen Dezembertagen.



Monte Carlo ist und wird dagegen hektisch. Und weil ich keine Zeit hatte, Hemden zu waschen, und das alles sowieso nicht ganz zusammenpasst, musste ich auch etwas die Garderobe vervollständigen. Woher soll ich denn wissen, dass ich nach Monaco muss?











Na denn. Ich habe dort Internet und werde ab und zu reinschauen. Vielleicht auch weiter an die Cote d'Azur fahren, und an die Blumenriviera. Man wird sehen.

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2. Sonnenmai

Gestern, als ich zu Bett gegangen bin, war alles grau bis schwarz. Wie sollte das am nächsten Tag etwas mit dem Licht werden, an einem Tag, da ich arbeiten muss und Sonne brauche? So:



Trotzdem bin ich natürlich zu spät gekommen, aber meine ortskundige und thematisch erfahrene Beifahrerin war so freundlich, das zu berücksichtigen, und kam auch etwas später. Und so hat es alles gepasst. Vielleicht einmal abgesehen davon, dass ich verfallende Bauernhöfe jetzt noch etwas neugieriger anschaue. 120k, sagte die Beifahrerin an. Nun ja. Die Wiesen aussenrum könnte man jenen überlassen, die daraus Heumilch und Käse machen.









Ich dachte eigentlich, die Gonzaga wären ausgestorben, aber es gibt noch Nebenlinien. Schön für sie. Nicht ganz so schön für mich, denn das hier gehört ihnen, und deshalb zwangsweise nicht mir:



Wer jetzt Ah und Oh sagt: Ja, das ist die Poebene, über die man so schnell wie möglich hinweg kommen will. Das ist auch angenehm, denn damit ist die Region noch nicht so überlaufen, und man hat seine Ruhe. Man kann sich so richtig hängen lassen, ganz ohne EU-Verordnungen im Bestandsschutz für historisches Spezialitätenmachen.









In einer Hinsicht hat mir der Regen dann doch noch das Geschäft erschwert: Bei Regen sind zu viele Gerüche in der Luft, dann schlagen die Trüffelhunde im Trüffelwald nicht an. Ich wäre übrigens gerne Trüffelwaldbesitzer. Und würde mich dann wundern, warum die Deutschen Trüffel reiben. Das schneidet man einfach in Streifen, wie einen Mozarella.







Also, fahren Sie ruhig weiter über die Poebene dahin, nur zu, dann wird der Trüffel hier auch weiter geschnitten und nicht etwa, damit er für mehr reicht, gerieben. Es gibt hier nichts zu sehen.





Fahren Sie lieber ans Meer, wie ich auch, morgen.

(Eigentlich mag ich Wasser nicht so, wenn es nicht der Po ist, der den Lehm für die Trüffelwälder anspült.)

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Mittwoch, 2. Mai 2012

1. Regenmai

Nun, sagen wir, wie es ist: Das Wetter im Frühling in Italien war auch schon mal besser. Aber es ist nicht wirklich schlimm. Man stellt sich unter und macht Bilder. Und morgen wird es sicher wieder schön.
























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Den einen Ohrwurm mit dem anderen bekämpfen

Für jeweils einstimmiges Duett auf dem Weg nach Mantua in Schlangenlinien.



Viva la felicità… Chi la cerca non ce l’ha. Ma dov’è? Ma dov’è? Chi lo sa? Che cos’è? Che cos’è? Che cos’è?
Sole, sole… giallo… sole Mare, mare… verde… mare Cuore, cuore… grande… cuore Fiore, fiore,… bianco… fiore. Questa è la felicità… Chi la cerca già ce l’ha Questa è la felicità…



Eh via, buffone, eh via, buffone, non mi seccar!
No, no, padrone! Non vo' restar!
Sentimi,amico...
Vo' andar, vi dico.
Ma che ti ho fatto, che vuoi lasciarmi?
Oh, niente affatto, quasi ammazzarmi.
Va che sei matto, fu per burlar.
Ed io non burlo, ma voglio andar!



Was sind in einer Stadt wie dieser schon zwei Jahrhunderte!

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Dienstag, 1. Mai 2012

Gute und weniger gute Fahrt

Neben einigen eher unerfreulichen Dingen - daheim hat sich eine Dichtung verabschiedet - läuft auch die Barchetta wieder; ein massiver Nagel hatte sich durch die Karkasse gebohrt und an jene Epoche erinnert, da man Hufeisen am Kühler und Hufnägel im Tank stecken hatte. Es war weder schlimm noch teuer, und sie läuft wieder auf ihren alten Schuhen. Beim Herrn der Gomme war übrigens drinnen neben den Autorennfahrern Tazio Nuvolari und Alberto Ascari, die beide aus dieser Region stammen, auch ein grosses Wandgemälde von Learco Guerra, der "menschlichen Lokomotive". Wenn alle Ölstricke reissen, machen sie vermutlich wieder Roller und Fahrräder wie früher. Oder Gummisohlen. Irgendwie kommt man immer voran, irgendwie ging es auch früher immer - oder auch nicht. Und darüber, was soziale und überlokale Mobilität miteinander zu tun haben, habe ich auch in der FAZ geschrieben.















Ansonsten war es hier heute zwischenzeitlich auch ohne Dichtungsschaden recht nass, und da macht man dann halt so Zeug, was so ansteht, bis es trocken genug ist, wieder in die Stadt zu radeln und ein paar Postkarten zu verschicken. Es geht hier wirklich auch ohne Auto.

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BGEdioten

Man verstehe mich bitte nicht falsch: ich verstehe schon, warum es vielen geraten scheint, für ein bedingungsloses Grundeinkommen zu plädieren. Das Argument, so ein BGE würde den Menschen erst mal die Angst nehmen, ein ganz schreckliches Leben zu haben, leuchtet mir schon ein; und dass eine Gesellschaft ohne Zwangslagen eigentlich hübsch ist, verstehe ich auch.



Aber jenseits der Frage der Durchsetzbarkeit und der Finanzierung ist da eben auch die Frage, ob danach dann alle so begeistert wären, das Leben ohne Druck zu nutzen, um etwas Gutes zu tun Ob sie dann wirklich ihre Fähigkeiten nehmen und uns alle voran bringen würden. Das sehe ich anders; ich denke, man würde hier einfach ein faules Lumpenpack subventionieren, und zwar nicht nur ein paar Ausnahmen, sondern wirklich einen erheblichen Anteil der Bevölkerung, mit unschönen Folgen für die Motaivation des Restes. Es würden nicht alle die Arbeit verweigern, aber viele. Mir persönlich, der ich nur sehr ungern etwas annehme, ist die Idee ohnehin peinlich. Es stellt sich einfach die Frage: Wenn man den Menschen etwas freistellt, wenn man ihnen die Möglichkeit zum Guten, zum Verantwortungsvollen, zum Sinnvollen gibt, tun sie das auch, oder missbrauchen sie die Freiheit? Die Piraten sagen, alles wird gut und diese Zukunft sähe dann prächtig aus. Wahrscheinlich haben sie niemals Brecht gelesen.



In diesem meinem Umfeld sind enorm kreative, leistungsbereite Menschen, die man nicht tragen muss, und die durchaus eigene Wege gehen. Im Vergleich zu denen bin ich, selbst wenn ich in Wirklichkeit fast krankhaft ehrgeizig sein kann, so richtig Hängematte. Und es ist natürlich nicht leicht, gegen ihre Erwartungen und Utopien zu argumentieren. Bis vorgestern. Man sollte annehmen, dass die wahren Freunde des BGE sich inzwischen bei den Piraten zusammengefunden haben. Man sollte weiterhin meinen, dass sie bereit sind, für dieses Ziel etwas zu leisten, und sei es nur der Mitgliedsbeitrag. Aber die Hälfte der Leute tut nicht mal das. Sie sind Mitglied einer Lobbypartei, die ihnen ein gesichertes Einkommen ohne Leistung geben will - und geben noch nicht mal dieser Lobby für diese ihre Arbeit, die sie bereichern soll, auch nur einen Pfennig.



Und deshalb glaube ich einfach nicht an diese schönen Theorien. Wenn das mit dem Gemeinschaftssinn noch nicht mal klappt, wenn es um das Erreichen des gewünschten Zieles geht - wieso sollten die gleichen Leute danach mehr tun, mehr leisten, wenn sie es für eine Gesellschaft tun sollen, die ihnen erheblich fremder als ihre eigene Lobby ist? Wenn sie schon ihre eigenen Leute für lau arbeiten lassen - wieso sollten sie dann spendabler werden, wenn die Gesellschaft für sie schuftet? Ich denke, dass sich gerade bei solchen Kleinigkeiten die wahre Natur zeigt. Wer jemand Nahen wegen eines kleinen Vorteils schon hintergeht - und nichts anderes ist das Nichtbezahlen eines Beitrages - , wird einen anderen sicher nicht fairer behandeln, wenn es um einen grösseren Vorteil geht. 20% Nichtzahler fände ich schon extrem fies, 30% wäre ein moralischer Bankrott, 50% entspricht einem System, das scheitern muss.



Und vermutlich auch scheitern wird. Dazu zwei Tweets, einer von der nicht mehr gewählten Beisitzerin (muss man sich auch mal geben, so ein Aufstieg und dann marschiert dort der faule Bodensatz der Spackeria ein) und diese Schramm Frau:

Krank mit dem Mac im Bett die letzte Reisekostenabrechnung fertig machen.Ob ich danach mal aufschlüssele wieviel ich gekostet/gespendet hab?

vs.

Ich spende 500 Euro, wenn das andere auch tun.

Das erste sind die zahlenden 50%. Das zweite sind diejenigen, die versprechen, dass sie auch was tun, wenn die anderen etwas tun. Die eine wurde abgewählt und die andere reingedrückt.

Und deshalb glaube ich nicht an das BGE, und auch nicht daran, dass dieses Pack geeignet ist, es durchzusetzen. Denn wer das will, muss eine Bereitschaft zum bedingungslosen Geben in dieser Republik erzeugen. Für Leute, die nicht mal ihre Beiträge zahlen und nur spenden, wenn es andere auch tun?

WFTROFLCOPTERGFY.

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Sonntag, 29. April 2012

Radfahren hält fit und schlank

Mehrmals täglich ist mein Dasein hassenswert.



Dann kocht nämlich meine Nachbarin. Italienisch. Und gut, vermutlich, weil ihre eigene Mama oft mit dem Range Rover vorbeikommt und schaut, ob die Tochter auch wirklich für ihr Kind gut kocht. Nachdem wir uns den Eingangsbereich teilen, bin ich also allein vom Geruch her stets über den Speiseplan informiert. Wenn ich Glück habe, ist es Fisch.



Ich habe dafür kein besonderes Interesse, oder anders: Mit Fisch kann man mich jagen. Ich kann Fleisch und Wurst für andere kaufen, aber Fisch ist klar zu viel. Geht einfach nicht. Heute gab es Lasagne Verde. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten; Entweder zum Kühlschrank oder die Flucht. Am besten auf das Radl natürlich, denn so oft ging der Weg zum Kühlschrank. Und das ist nicht gut. Statt dessen: Mantua. Nur eine Stunde, bis es nicht mehr so riecht.



Ein wenig Brot kann ich ja noch brauchen, also halte ich schnell bei Pavesi. Und Biccherini, fragt Signor Pavesi. Nein, bloss nicht! sage ich. Si si versteht Herr Pavesi. Ich traue mich nicht widersprechen. Ich muss endlich italienisch lernen.



Ich persönlich bin ja gegen verkaufsoffene Sonntage. Die Leute sollen auch mal ihre Ruhe haben, fern des Konsums und der Hektik. Die Italiener arbeiten ohnehin zu viel. man kann ihnen viel nachsagen, unverschämte Kochgerüchte und indezente Kommunikation und LV-Taschen - aber ein wenig weniger Arbeit täte ihnen auch nicht schlecht.



Allerdings gibt es an der Stelle, wo früher eine internationale Kette ihr Glück versuchte, in der Via Oreficio gleich gegenüber von Bacchi auch noch einen neuen Spezialitätenladen, und wie ich daran vorbeifahre, Leibesertüchtigung suchend, wird mein Geist gesund und mir fällt ein: Ich brauche noch eingelegte Tomaten. Das andere Zeug brauche ich nicht, aber irgendwie ja doch, vielleicht, später mal, in Deutschland. Trüffel kann man immer brauchen.



Dieses Einkauf äh Radeln am Sonntag ist blöd, man ist wahnsinnig schnell am Ende mit der Barschaft, also besorgt man sich besser etwas Geld. Nur zur Sicherheit. anderen scheint es genauso zu gehen, kein Geld, denn wie durch ein Wunder ist die Forneria delle Erbe gerade in dem Moment, da ich vorbeikomme, leer.



Das passiert am Sonntag, wenn alle in der Stadt sind, alle 247 Jahre genau einmal. Ansonsten wartet man hier Stunden. Das muss man nutzen, keine Frage, und es später den Kindern erzählen, das Wunder der leeren Forneria und, auch ja, das da hinten, das nehme ich auch noch. Weil es noch da ist. Aber nicht, weil ich Sonntags einkaufe.,



Manche werden sagen, dass dies kein echter Sport ist, sondern der Weg des Lastern und der Verschwendung. Wäre es so, dann wäre besseres Schuhwerk angemessen, denn dieser Weg zur Hölle ist heiss und ausserdem, so beladen, tritt sich das Rad schon hart. Oh, weil wir gerade über Schuhe sprachen: Es gibt auch einen neuen Herrenausstatter, und der hat auch Schuhe - oh! Die sind aber hübsch!



So fährt eben jeder sein Pläsierchen durch die Strassen dieser reizenden kleinen Stadt in der Ebene. Irgendwann werden die Körbe zu klein für Hunde und Einkäufe, dann beschafft man sich eben grössere.



Auf dem Heimweg komme ich dann auch npch bei jenem Laden vorbei, der Caccioricotta Affumicata hat. Das gibt es in Deutschland nicht, und wenn ich in Mantua bin, steigt der Verbrauch auch so an, dass die drei Quellen, die ich kenne, schnell versiegen. Aber man kann ja mal nachfragen, vielleicht...



Und tatsächlich. Ausserdem haben sie diesen Mozarella und diese eingelegten Pilze und natürlich, aber selbstverständlich, was denken Sie denn bin ich auch weiterhin gegen verkaufsoffene Sonntage, ja, ich möchte sogar sagen, sehr sogar und nach diesem Tag besonders, aber Auf- und Absteigen, das ist doch auch eine Art Sport an diesem heiligen Tag.



Jetzt aber reicht es wirklich, ausserdem ist das Körbchen übervoll, morgen ist auch noch ein Tag (an dem dann die Geschäfte wirklich geschlossen sind, also war das schon richtig so), und so radle ich auf dem blaugoldenen Chesini am blaugoldenen Abendufer vorbei. Ach ja. Und ich werde auch nur ganz vorsichtig essen.



Daheim dann übelster Geruch von Zuppa Inglese: Der Range Rover steht vor der Tür. Hölle! Ich will gar nicht wissen, in was die da den Teig ersäufen. Das ist ja nicht zum Aushalten, also schnell losgelegt und den Geruch mit anderem Geruch bekämpft. Und nach hartem Ringen gewonnen.

Nachts um 2 dann eine SMS. Sara. Ob ich noch wach bin. Ist etwas passiert? Ich antworte mit Ja und öffne. Ihre Mutter hat an diesem Sonntag Kuchen gebacken, den hat sie dabei.

Es ist sehr viel Kuchen.

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Sonntag, 29. April 2012

Nichts geht mehr

Heute hatte ich einen Don-Camillo-Moment: So gegen 16 Uhr war klar, dass Julia "Infantilternet-Exhibitionitin" Schramm heute kein Bein auf den Boden des Piratenvorstandes bekommen würde. Was das bedeutet - als Mitfavoritin angereist und dann jedes Mal nach hinten durchgereicht zu werden, bis zum höhnischen Applaus beim Abgang in der bitteren Erkenntnis, keine Chance zu haben - das alles wird sich erst später zeigen. Dort, wo es wichtig wäre, bei den Medien, ist die Frau jetzt erst mal gründlich verbrannt. Man hat sie hochgeschrieben, als die Basis stilisiert, und jetzt stehen Journalismusvortäuscherinnen von Meiritz bis Beltzer blöd da. Es wäre ja so schön gewesen, wenn man sich die eigene Bertelsmannfreundin hätte passend zurechtschreiben können.



Ja, die lieben Medien, sie machen gerne ihren Spin, bis es halt nicht mehr geht, und dann suchen sie sich etwas anderes. Die junge Dame, die die Veranstaltung kompetent geleitet und sich ins Herz der Veranstaltung moderiert hat, müsste jetzt nur noch zugreifen - sie hat alles, was die Schramm gerne sein würde und zwar so, dass das Elend aus Bonn neben ihr aussieht wie eine 3.-Klässlerin, die was ausgefressen hat und jetzt mit dem Fuss auf den Boden stampft. Da war alles auf der Bühne, Führungsstärke, konziliante Durchsetzungsfreude, Effektivität und der richtige Ton bis zuletzt - geht runter und kommt bitte nicht wieder hoch, hätte man den diversen Freaks gern gesagt, was der Laden braucht, ist schon am Mikrophon, das will man gern hören und sehen. Und dann hätten die Medien auch ihr Fressen, das sie verdienen. Nur halt mit umgekehrten Machtverhältnissen. Die Piraten bringen ja nicht nur die Schramms dieser Welt hoch, sondern auch das zu züchtigende Gegenstück im Medienbetrieb.



Soweit war also alles fein, und wer Don Camillo kennt, der weiss, dass er sich gern bei Abstimmungen aus dem Staub macht, damit man ihm keine Häme nachsagen kann zu dem, was nun passieren wirde - wenn er denn glaubt, dass er gewinnen wird. Aus der Schramme ist alle Luft entwichen, dachte ich, und fuhr ein paar Meter mit meinem Auto zu Besorgungen und zum Tanken. Ich habe alles, was mit dem Auto zu tun hat, auf nächste Woche gelegt, und insofern tut es der Kleinen ja nicht schlecht, wenn sie sich mal etwas bewegt. Und dann, mitten im Besorgen und weit draussen -



rumpelte es von hinten. Erst ein wenig, dann mehr, dann hielt ich an und siehe da: Auch bei mir war die Luft raus. Wenn Gott Don Camillo strafen will, dann passiert ihm sowas. Das war pünktlich zu dem Zeitpunkt, da die Geschäfte schlossen. Zum Glück war derjenige, bei dem ich etwas besorgte, so nett, mir sein Pannenspray zu schenken. Einfach so. Damit ging es, und damit kam ich nach Hause. Und jetzt ist Samstag Nacht. Und ich habe am Montag einen Termin und am Dienstag und am Mittwoch eine grosse Fahrt und am Donnerstag eine riesige Reise. Zu all diesen Dingen brauche ich mein Auto.



Und am Montag hat, nicht zu vergessen, die Werkstatt hier im Viertel wie so ziemlich alles zu. Und Reifen muss man ja auch erst mal beschaffen. Ach so, und: In meinem Fall sind es Winterreifen. Ich denke mal eher nicht, dass die hier vorrätig sind. Und die ansonsten nagelneuen Winterreifen will ich auch nicht runtermachen lassen: Ich kann sie in der Barchetta ja nicht mitnehmen. Wie man es dreht und wendet: Der Fall ist allenfalls so mittelgut. Weiterfahren? Auf das gute Glück hoffen? Die weite Reise ist eine enorm kurvenreiche Strasse, da möchte man kein Probem haben. Die mangelnden Italienschkenntnisse an einer Werkstatt ausprobieren? Kann man so einem Spray trauen? Ich hatte das schon mal, da ging es danach problemlos weiter. Wie auch immer: Schwierig. Ich könnte das ganz grosse Stück auch anderweitig zurücklegen, aber will ich das?



Gut, es könnte schlimmer sein, ich könnte die Person sein, die der Schramm den Vorschuss bewilligt hat und jetzt kapieren muss, dass die ganze Nummer ein ziemlicher Griff ins Klo wird: "Julia Schramm, Internetexhibistionistin und trotz Favoritenstatus auf allen Ebenen bei den Piraten auf die Schnauze gefallene Exhalbberühmtheit, herzlich willkommen als Stargast beim Dschungelcamp..." - das sind die Medienoptionen, die jetzt bleiben. Sie ist ja nicht ausser einer grossen Klappe ohne Publikum. Gift für die Quote. Ausser natürlich beim im Buchtitel erkennbaren Sexismus. Dschungelcamp geht immer. Mein Problem ist da nur ein Kleines. Trotzdem, was meint die werte Leserschaft?

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Post-Postprifaschisten: Wählt die Schramm!

Der grosse Witz an der ganzen Sache mit dem Thema ist ja: Vorgedacht und gelebt haben es Leute wie Michael Seemann, Christian Heller und einige andere.

Ins Rampenlicht ist damit Julia Schramm gekommen. Und den Vorschuss für das Buch hat sie auch kassiert. Und gleichzeitig hat sie für das Amt bei den Piraten jene, die ihr das Thema vorgedacht haben, verraten, und sich öffentlich distanziert.

Die eine kriegt 100.000 (abzüglich Steuern und Agentenhonorar) und vielleicht sogar ein Amt, und diejenigen, die sich das alles ausgedacht und ihr geholfen haben, so weit in die Öffentlichkeit zu kommen, die sitzen weiter in Berlin und überlegen sich gezwungenermassen, wo sie den Döner 10 Cent billiger bekommen.

CHchchchchrrrr.

Im Übrigen finde ich, dass man reis aus Unterhaltungsgründen die Frau sicher wählen kann: Mit der Schramm gibt es nach kritischen Berichten beste Chancen, dass sie so ausrasten wird wie Franz Josef Strauss selig. Was könnte es schöneres geben, als jene Auftritte, da er besoffen im TV die Leute anpöbelte? So viel selbstgerechtes Entgleisungspotential, wie wir gestern abend ja auch lesen dürfte, bringt unter den Kandidaten nur die Schramm in diesen Job mit.

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Samstag, 28. April 2012

Zu heiss für das Mittagessen

Und alles geht sehr langsam, wenn überhaupt, seiner Wege. Nur keine Hektik. Es wird schon alles gut gehen.












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Staub

Ich habe mich ja oft gefragt, wie man über ein absolutes Nichts im glibbrigen Zustand ein gelungenes Portrait schreiben kann. Also es festnageln und nicht wie die dafür zuständigen Leute wie Meiritz vom SPON, Ippolito von der taz und Beltzer von der SZ einfach nur den Glibber abzapfen und als Artikel ausgeben.

Dank einer Kollegin, die die Schramm zu Staub zerreibt, weiss ich das jetzt.

Das ist Journalismus.

Edit: Malte dazu.

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Freitag, 27. April 2012

Nationalfeiertage

taugen nur was, wenn man etwas zu feiern hat - irgendwelche alte Geschichten helfen nicht weiter, wenn die Gegenwart die alten Siegern zu neuen Verlierern gemacht hat. Selbst wenn die Springer-Gosse sich imnmer wieder daran versucht, alte Schlachten neu zu schlagen.

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Leben und Gefühl statt Inhalte und Content

Ich würde mich ja eher erschiessen lassen, als irgendwas beizutreten, das das Nichtwort "Content" im Namen führt. Content ist nur was kulturfeindliche Idioten. PR und Werbung sind vielleicht Content. Oder das 3468. Blog zu Medien, Hüpfdohlen und Popdiskurs.

Aber ich mache sowas nicht.

Weil aber eine Klitsche mit dieser herabwürdigenden Bezeichnung des Unmenschentums gegen geistige Leistungen auf dem Vormarsch ist, möchte ich die folgenden 20 Bilder, 10 mehr als normalerweise, als Geschenk verstanden wissen. Ich will, dass man sie im Internet kostenlos sehen kann. Ich will, dass man eine Freude daran hat. Ich will, dass man das Leben fühlt, und nicht eine kalte Berechnung. man soll jeden Tag mit Liebe auf den Altar der Contentanbeter spucken. Denn mit Content prügeln wir dem Schaffen den Geist und die Freude aus.

Es ist Markttag in Mantua. Das Leben ist schön.








































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Stand der Piratendinge

Vielleicht hätte ich doch nach Neumünster fahren sollen.

So, wie es aussieht, wird das nämlich ein hübscher Nordost/Südwest-Konflikt. Oder auch: Lautes Pack aus dem Reichshauptslum probiert, ob die Echokammer Berlin auch dem Rest des Landes überstülpbar ist.

Denn man hört ja immer so0 viel aus Berlin. Und ganz wenig aus anderen Regionen, wo die grosse Mehrheit der Piraten sitzt. Und nun hat Christopher Lauer aus Berlin öffentlich zum Sturz von Sebastian Nerz aufgerufen, zugunsten eines seiner Berliner Freunde (und nein, es ist nicht die Schramm).

Mit dem schönen Ergebnis, dass es jetzt drei Personen gibt: Einen Vorsitzenden und zwei Putschisten der Berliner Bande. Damit dürfte auch dem Letzten klar sein, dass es hier um eine Richtungsentscheidung geht. Und warum Berlin so gegen den Bund quergeschossen hat. Ob die Partei als Ganzes Berliner Verhältnisse mit all den Intrigen und Kungeleien will? Oder doch vielleicht keine Fortsetzung dieser Zustände auf Bundesebene?

Es wird spassig sein zu sehen, ob ausgerechnet die Internetpartei mit den innerdeutschen Gegensätzen von Berliner Subnichtwirklichkultur zum oberbayerischen Sysadmin der eher steiferen Sorte zurechtkommt. Hilfreich kann es auch sein zu schauen, wo eigentlich die Parteimitglieder so sitzen. Gefühlt sind es 90% Berliner, realiter, sagt man, sitzen die meisten aber doch eher im Westen.

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Roma ou Radl

Roma ou Morte, rief Garibaldi. In Verona, da steht es auf einer Tafel. In Mantua, auch dort steht es auf einer Tafel. Ich denke, Garibaldi hat das ziemlich oft gerufen, und am Ende war es ja auch so weit, Rom wurde zwangsweise mit Italien vereinigt, unter Auslöschung des Kirchenstaates jenseits des Vatikans. Ich persönlich würde für Rom nicht sterben, und wenn ich offen bin, möchte ich auch sagen: Dort habe ich mich immer ein wenig fremd gefühlt. Es gibt Orte - Mantua, St. Vallier de Thiey, Siena, Avignon, Florenz, Autun, Meran, Lissabon, der Tegernsee, Maastricht - da war es mir, als wäre ich nie woanders gewesen, und die Erinnerung bleibt präsent, egal wie lange ich nicht mehr dort war. Rom dagegen ist gross, laut, anstrengend, und sagen wir mal so, es gäbe Orte, bei denen es schlimmer wäre, wenn man sie nach einer Nacht während der Mille Miglia gleich wieder verlassen müsste.



Ja, die Mille Miglia. In drei Wochen geht es wieder los, Roma ou Panne, und ich brauche einen neuen Aufkleber. Ich weiss gar nicht, wie lange ich jetzt schon darüber schreibe und den Tross begleite, es ist ein Ritual und Rituale definieren sich nicht durch ihre Dauer, die haben das nicht nötig. Gehabt. Und man findet auch jedes Jahr einen neuen Blickwinkel zum Spektakel; die Bilder sind ohnehin grossartig. Das Licht, die Strassen, der Geruch, die Aufregung, der Ausnahmezustand. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich dieses Mal erst gar nicht um einen Platz bemüht habe, und das Angebot eines Spnsors für einen Platz auf dem Beifahrersitz eines Begleitfahrzeuges und bei Wohlverhalten auch noch mehr nicht einmal beantwortet habe. Aus vielen Gründen.



Bitte nicht missverstehen: Ich kenne die Droge, ich weiss genau, wie das ist. Aber man könnte die Mille Migla für alle Autos öffnen, vom 1927er OM über die Barchetta bishin zum neuesten Fiat 500: Sie alle stehen für die gleiche Vergangenheit einer Mobilität ohne Zukunft. Wir alle werden einfach vor der Wahl stehen: Mehr Auto oder mehr Leben, was wollen wir mit dem Geld, das wir haben, erwerben. Und es dreht sich mir der Magen um, wenn ich die Kurzsichtigkeit der Mobilitätskonzepte sehe. Es kann überhaupt nicht mehr darum gehen, wie man zwei Menschen und eine Tonne Konglomerat mit 3 Litern Benzin 100 Kilometer weit bringt. Wir müssen eher die Frage stellen, wie man einen Menschen in einem Gerät, das nicht mehr als 15 Kilo wiegt, ohne einen Tropfen Benzin 500 Kilometer weit bewegt. Wir sind in der Lage, hocheffiziente Tretmaschinen mit 5 Kilo Gewicht zu bauen, und dort sitzen in der Entwicklung nur ein paar Hansel. Wenn es nur noch um die Frage geht, mit wieviel Aufwand man einen Menschen von A nach B bringt, ist jedes Auto dieser Welt sinnlos, egal wie alt oder neu es ist.



Es kann auch nicht der richtige Weg sein, die Materialmassen so zu belassen, wie sie sind, und dann statt des Tanks einen hochgiftigen Akku einzubauen. Man müsste den anderen Weg gehen: Ingenieuren eine kleine, tragbare Batterie geben und verlangen, dass mit der darin gespeicherten Energie eine maximale Reichweite erreicht werden muss. Gerne auch mit Unterstützung des Fahrers und der Sonneneinstrahlung. Oderwas auch sonst immer dafür taugt, die Abhängigkeit von Brennstoffen zu ersetzen. Das sind extrem unangenehme Gedanken gerade für Deutschland, und nichts wischt solche Bedenken schöner und lauter weg als die Mille Miglia. Dann kann man weiter ein falsches Projekt effizienter machen. Wir geben inzwischen schon zu, das all die grossen Motoren eigentlich gar nicht mehr nötig sind. Man könnte jetzt schon sehr viel kleiner, leichter und kompakter bauen. Aber das Geschäftsmodell ist nun mal so laut und emotional aufgeladen wie die Mille Miglia.



Soll man da mitmachen, im Wissen, dass es den falschen Weg fördert?

Und sollte man nicht eher darüber schreiben, dass an den anderen 364 Tagen die Innenstädte Italiens ohne Verkehr sehr viel schöner sind? Weil die Realität nicht ein 1952er Alfa, sondern 1000 hässliche Opels ist?

Und darüber, dass Rom erst durch die Autos so unbewohnbar und scheusslich wird?

Das weiss ich nicht.

Insofern überlasse ich das den Lesern.

Wer MM haben will, bis zum bitteren Ende in Rom und das ganze Spektakel vier Tage lang, sage bittschön Bescheid, dann stelle ich die nötigen Anträge.

So oder so habe ich auch schon ein Alternativprogramm. Mit Beiradlerin!

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