... newer stories
Freitag, 10. August 2012
Aber sie haben es wenigstens versucht
Rottach? Voll, in Kreuth geht vielleicht noch was. Bad Wiessee? Höchstens am Rand, ganz hinten, oder gleich in Abwinkl. Tegernsee? Da bauen sie Villen am Leeberg zu Wohnungen um. Eine Villa kostet 1,5 Millionen, macht man 4 Wohnungen hinein, kann man 3 Millionen verlangen. Gmund? Die letzten Bauplätze sind seit einem Jahr bebaut.
Und dann gibt es noch die Orte, die beim ersten Eindruck auf dem Papier schwerr vermittelbar sind. Wer möchte schon in Öd wohnen. Oder in Niemandsbichl. Gasse klingt auch nicht wirklich mondän, und Ostin könnte dem Namen nach nördlich von Rostock liegen. Aber das sind die kleinen Weiler von der Anhöhe über dem See Richtung Miesbach und Schliersee, alle noch halbwegs in der Nähe des Sees, und die begrenzte Bekanntheit muss kein Makel sein: Diese Orte wurden beim letzten grossen Boom der Region in den 60er und frühen 70er Jahre mitunter übersehen, was allzu schräge Neubauten mit Glasbausteinen und riesigen Fentserfronten verhindert hat. Aber das ändert sich gerade.
Die Bauvorschriften sind recht rigide im Tal, es muss alles alpenländisch aussehen, und jene, die es schaffen, den Vorschriften ein Schnippchen zu schlagen, sind eher selten: Wer hier lebt, will das so. Bei mir in der Strasse sind zwei famose Beispiele, wie es auch anders geht, ein umgebautes Haus aus den 5oern und ein modernes Holzhaus setzen Akzente. Aber hier hinten wird peinlich genau geschaut, dass der Eindruck stimmt. Ostin ist äusserlich immer noch eun Bauerndorf. Das Neuerfinden des Alten geht soweit, dass im hinteren Teil ein Stall mit Holzverkleidung imitiert wird. Aber all die Türen mit den Zugängen zu Garten und Balkon verraten natürlich, dass hier kein normales Haus entsteht, sondern eine Art Wohnblock, der wie ein Bauernhaus aussehen soll.
Es gibt neue Lüftlmalerei und neue Kastenfenster in der richtigen Grösse, und eine Zirbelholzstube ist heute auch wieder erwünscht. Die Dachziegel sind ein wenig fragwürdig und viel zu neu, und es ist ausserdem recht viel Haus für so ein kleines Grundstück. Aber es passt, es sieht ordentlich aus, und es könnte, wenn man hinten am Ödberg vorbei fährt, schon gefallen. Bis man in den Ort kommt. Dorthin, wo auf 3000 Quadratmeter Wiese noch die Originale aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg stehen
(Klicken macht gross)
Wie gesagt, sie haben sich bei den Neubauten in der Nachbarschaft bemüht. Man macht heute das beste daraus. Man will den Eindruck zumindest äusserlich erhalten. Und wenn man nicht genau hinschaut und den Vergleich nicht hat, ist es ganz hübsch und nett anzusehen. Und irgendwo muss man ja sein Fluchtgeld hintun, das ist besser als in einen Plattenbau.
Aber das eine ist das, was geht. Und das andere ist das, was sein sollte, Da liegen nur ein paar Meter und doch Welten dazwischen. In Orten mit seltsamen Namen wie Ostin und Gasse.
Und dann gibt es noch die Orte, die beim ersten Eindruck auf dem Papier schwerr vermittelbar sind. Wer möchte schon in Öd wohnen. Oder in Niemandsbichl. Gasse klingt auch nicht wirklich mondän, und Ostin könnte dem Namen nach nördlich von Rostock liegen. Aber das sind die kleinen Weiler von der Anhöhe über dem See Richtung Miesbach und Schliersee, alle noch halbwegs in der Nähe des Sees, und die begrenzte Bekanntheit muss kein Makel sein: Diese Orte wurden beim letzten grossen Boom der Region in den 60er und frühen 70er Jahre mitunter übersehen, was allzu schräge Neubauten mit Glasbausteinen und riesigen Fentserfronten verhindert hat. Aber das ändert sich gerade.
Die Bauvorschriften sind recht rigide im Tal, es muss alles alpenländisch aussehen, und jene, die es schaffen, den Vorschriften ein Schnippchen zu schlagen, sind eher selten: Wer hier lebt, will das so. Bei mir in der Strasse sind zwei famose Beispiele, wie es auch anders geht, ein umgebautes Haus aus den 5oern und ein modernes Holzhaus setzen Akzente. Aber hier hinten wird peinlich genau geschaut, dass der Eindruck stimmt. Ostin ist äusserlich immer noch eun Bauerndorf. Das Neuerfinden des Alten geht soweit, dass im hinteren Teil ein Stall mit Holzverkleidung imitiert wird. Aber all die Türen mit den Zugängen zu Garten und Balkon verraten natürlich, dass hier kein normales Haus entsteht, sondern eine Art Wohnblock, der wie ein Bauernhaus aussehen soll.
Es gibt neue Lüftlmalerei und neue Kastenfenster in der richtigen Grösse, und eine Zirbelholzstube ist heute auch wieder erwünscht. Die Dachziegel sind ein wenig fragwürdig und viel zu neu, und es ist ausserdem recht viel Haus für so ein kleines Grundstück. Aber es passt, es sieht ordentlich aus, und es könnte, wenn man hinten am Ödberg vorbei fährt, schon gefallen. Bis man in den Ort kommt. Dorthin, wo auf 3000 Quadratmeter Wiese noch die Originale aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg stehen
(Klicken macht gross)
Wie gesagt, sie haben sich bei den Neubauten in der Nachbarschaft bemüht. Man macht heute das beste daraus. Man will den Eindruck zumindest äusserlich erhalten. Und wenn man nicht genau hinschaut und den Vergleich nicht hat, ist es ganz hübsch und nett anzusehen. Und irgendwo muss man ja sein Fluchtgeld hintun, das ist besser als in einen Plattenbau.
Aber das eine ist das, was geht. Und das andere ist das, was sein sollte, Da liegen nur ein paar Meter und doch Welten dazwischen. In Orten mit seltsamen Namen wie Ostin und Gasse.
donalphons, 01:45h
... link (15 Kommentare) ... comment
Arme, kleine Kamera
Im fernen Japan hat man sie so geeicht, dass sogar in versmogten Städten Asiens Farben dennoch brilliant und satt sind. Aber hier kommt die Luft über 300 Kilometer Alpenkette herein, Abgase gibt es kaum, und das Licht ist hier oben auf 800 Metern auch anders.



Wenn man genau hinhört, röchelt drinnen der Farbprozessor auf japanisch. Und dazu reicht schon die kleine Runde hinter dem Haus, den Ödberg entlang. 8 Kilometer ohne Autos, aber mit vielen kleinen Steigungen.



Eigentlich ist das ein Heilklimaweg, das sorgt dafür, dass manche Leute und Horden genau nicht hier gehen, weil sie etwas anderes, rentnermässiges erwarten. Man kann die Strecke mehrmals fahren, dann kommt man auch auf das übliche Pensum, und es wird trotzdem nie langweilig, alles so schön bunt hier.



Es tut mitunter in den Augen weh, gerade dieses psychodelische Signalgrün der Weiden. Man kann gerne mal den Farbsensor fragen. Armer Kerl. Ab morgen ist er dann wieder im Flachland, da gibt es auch genug Filterstoffe in der Luft.






Wenn man genau hinhört, röchelt drinnen der Farbprozessor auf japanisch. Und dazu reicht schon die kleine Runde hinter dem Haus, den Ödberg entlang. 8 Kilometer ohne Autos, aber mit vielen kleinen Steigungen.



Eigentlich ist das ein Heilklimaweg, das sorgt dafür, dass manche Leute und Horden genau nicht hier gehen, weil sie etwas anderes, rentnermässiges erwarten. Man kann die Strecke mehrmals fahren, dann kommt man auch auf das übliche Pensum, und es wird trotzdem nie langweilig, alles so schön bunt hier.



Es tut mitunter in den Augen weh, gerade dieses psychodelische Signalgrün der Weiden. Man kann gerne mal den Farbsensor fragen. Armer Kerl. Ab morgen ist er dann wieder im Flachland, da gibt es auch genug Filterstoffe in der Luft.



donalphons, 01:35h
... link (2 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 9. August 2012
Im Schatten des Goldes
Ich habe auch noch einen Tiefgaragenplatz, aber in Zeiten wie diesen lasse ich die Barchetta gern draussen unter dem Mirabellenbaum stehen. Ich finde das schön, ein kleines, offenes Auto unter den kleinen, goldenen Früchten, süsser als 1000 Sonnen.

Ab Dürnbach, hat mir jemand besagt, der nicht von hier kommt, bekämen die Menschen gar nicht mehr mit, was in der Welt los ist. In Spanien verschliessen Supermärkte ihre Müllcontainer, angeblich, weil sich Menschen mit abgelaufenen Nahrungsmitteln gefährden. Als ob sie vom Hungern gesund werden könnten. So weit sind wir also. Ich halte das teilweise durchaus für Kalkül: Wenn die einen erst mal hungern und die anderen genug Angst vor ihnen haben, nimmt man auch gern eine Währungsreform in Kauf. Und genau das wird kommen.
Was natürlich auch eine Art Vermögenssteuer ist, von der aber keiner etwas hat. Die andere Idee der Gewerkschaften, denen ich es nicht verzeihe, dass sie für die dritte Startbahn in München waren - blöde Speichellecker des Grosskapitals - der Gewerkschaften also, mit einer Vermögenssteuer umzufairteilen und damit anderen Grossdreckschwachsinnsprojekte zu finanzieren, diese Idee mache ich in der FAZ rund.
Bei Rechten ist Dummheit nur natürlich, aber bei Linken erwarte ich mir einfach mehr Intelligenz.

Ab Dürnbach, hat mir jemand besagt, der nicht von hier kommt, bekämen die Menschen gar nicht mehr mit, was in der Welt los ist. In Spanien verschliessen Supermärkte ihre Müllcontainer, angeblich, weil sich Menschen mit abgelaufenen Nahrungsmitteln gefährden. Als ob sie vom Hungern gesund werden könnten. So weit sind wir also. Ich halte das teilweise durchaus für Kalkül: Wenn die einen erst mal hungern und die anderen genug Angst vor ihnen haben, nimmt man auch gern eine Währungsreform in Kauf. Und genau das wird kommen.
Was natürlich auch eine Art Vermögenssteuer ist, von der aber keiner etwas hat. Die andere Idee der Gewerkschaften, denen ich es nicht verzeihe, dass sie für die dritte Startbahn in München waren - blöde Speichellecker des Grosskapitals - der Gewerkschaften also, mit einer Vermögenssteuer umzufairteilen und damit anderen Grossdreckschwachsinnsprojekte zu finanzieren, diese Idee mache ich in der FAZ rund.
Bei Rechten ist Dummheit nur natürlich, aber bei Linken erwarte ich mir einfach mehr Intelligenz.
donalphons, 01:36h
... link (12 Kommentare) ... comment
La Malcontenta
Ob es mir nicht etwas einsam ist, will man daheim wissen. Heute ist Mittwoch, es wäre eigentlich Wochenmarkt und viel Getratsche, aber ich bin nicht da, sondern immer noch - und mittlerweile auch unentschuldigt, da verlängert - am See.


Dieses Jahr ist es etwas anders als sonst; zwar liege ich immer noch wie ein Raubritter an den Verkehrswegen von Nord nach Süden, noch immer machen Reisende hier Rast, aber recht viel mehr hat sich einfach nicht ergeben. Sei es, dass ich nicht geplant habe - planen ist im Moment etwas schwierig, schon morgen kann es vorbei sein - sei es, dass andere Entscheidungen treffen, die nicht mehr in diese kleine Welt aus Grün und Blau passen wollen. Oh, bitte, ich verstehe das, nach dem 5. Mal will man vielleicht doch wieder etwas anderes sehen, es ist das Privileg jener, die immer frei entscheiden können, das Beste zu tun.


Es treibt sie dann woanders hin, und ich muss mich nicht entschuldigen, dass der See zu kalt ist. Für mich ist er ideal, es ist nicht zu warm, man kann hier den ganzen Vormittag liegen und bräunen, ohne dass es heiss und Schwimmen unvermeidlich wäre. Ich mag den See anschauen. Andere würden jetzt vielleicht anfangen zu überlegen, ob es wirklich so eine gute Idee war, hierher zu kommen. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, aber ist stehe nicht unter Rechtfertigungdruck und unter Zwang, Alternativen zu suchen.


Kurz, ich bin nicht einsam, ich bin ziemlich frei in meinen Entscheidungen. Ich kann mich hemmungslos benehmen, ich muss nicht Wünsche erkennen und erfüllen, und wenn es an anderen Orten schöner ist, dann nur zu: Die Berge sind voll mit Ferienwohnungen, die ausgereizt wurden, man darf sich nicht zwingen. Ich lade gerne ein, aber das Hinterherlaufen, das habe ich mir abgewöhnt. Daheim finden sie, ich sei nach dem Erdbeben ein klein wenig anders geworden - mag sein, vermutlich, weil es mir in seiner Respektlosigkeit durchaus gefallen hat. So ein Erdbeben ist kein Kaffeekränzchen, es stellt fundamentale Fragen, und hält nicht nicht mit Geschmolle und Zickigkeiten auf. Und man selbst verfällt schnell in eine Na-und-wenn-schon-Haltung. Ich habe Lager gesehen, und die Zelte der Obdachlosen bei den Bächen: Das macht ein wenig taub für Luxusprobleme. Nicht für immer, aber im Moment schon noch.


Nach meiner bescheidenen Meinung hat das auch etwas mit generellen Veränderungen des Verhaltens von Menschen zu tun, und dem Umtergang des Parameters "Zufriedenhait" im Sinne von Bestand. Zufrieden ist man oft nicht mehr mit dem, das ist und bleibt, sondern dem, was sich noch ergeben kann. Sie ist eine Art Wette auf die Zukunft geworden, ein Gefühlsterminkontrakt, und verlangt deshalb dauernde Anstrengung und Leistung. Und natürlich auch persönliche Opfer und Enttäuschungen, die gerne auf Dritte abgewälzt werden. Es gibt so viele Möglichkeiten, es gibt so viele Zwänge, sich zu entscheiden, das Zwischenmenschliche tritt dabei auch gerne mal zurück, und dass wir so hohe Scheidungsquoten zusammen mit dem Marktliberalismus bekommen haben, ist in meinem Augen auch kein Zufall.


Dass bei all den zu nutzenden Möglichkeiten die gelebte Realität, die man sich zurechtstöpseln muss (http://marue23.tumblr.com/post/28839555744/ausbeutungsmaschine-journalismus, rolleye), wenig erbaulich aussieht, gehört wohl auch dazu: Um so mehr engagiert man sich für die Ausgestaltung einer erfolgreichen Zukunft. Die dann, man denke an schmierende Ghettogören aus Berlin, an andere geht, die zeitgleich auch sowas machen und nicht so schlampig rüberkommen. Ich schaue mir das von grosser Entferung an, die geplatzen Träume und das mitunter sehr, sehr kleine, verbitterte G'schau, wenn es nicht laufen will und keiner da ist, der jetzt einen Plan B oder einen Job oder einen Kontakt oder ein Mandat hat. Immer diese Nützlichkeitserwägungen. Es ist narürlich nicht nutzbringend, hier zu sein.

Und es ist gut, unterwegs kein Netz und generell kein social Network zu haben, um nicht dauernd das zu lesen, was der Bernie dazu schreibt:
http://burnster.de/2012/07/30/meine-generation/
So san's. Woanderst. Nein, ich bin nicht einsam, es ist immer noch zu viel Internet da. Der Seemann winselt immer noch, weil sie sein Blog bei der FAZ gelöscht haben. Hätte man früher, hätte er nicht, Optionen gibt es immer, aber auch wirklich gute Chancen werden vertan, und dann sind sie halt woanders, wo es auch nicht optimal ist. Hier ist es, zumindest für mich - perfekt.


Dieses Jahr ist es etwas anders als sonst; zwar liege ich immer noch wie ein Raubritter an den Verkehrswegen von Nord nach Süden, noch immer machen Reisende hier Rast, aber recht viel mehr hat sich einfach nicht ergeben. Sei es, dass ich nicht geplant habe - planen ist im Moment etwas schwierig, schon morgen kann es vorbei sein - sei es, dass andere Entscheidungen treffen, die nicht mehr in diese kleine Welt aus Grün und Blau passen wollen. Oh, bitte, ich verstehe das, nach dem 5. Mal will man vielleicht doch wieder etwas anderes sehen, es ist das Privileg jener, die immer frei entscheiden können, das Beste zu tun.


Es treibt sie dann woanders hin, und ich muss mich nicht entschuldigen, dass der See zu kalt ist. Für mich ist er ideal, es ist nicht zu warm, man kann hier den ganzen Vormittag liegen und bräunen, ohne dass es heiss und Schwimmen unvermeidlich wäre. Ich mag den See anschauen. Andere würden jetzt vielleicht anfangen zu überlegen, ob es wirklich so eine gute Idee war, hierher zu kommen. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, aber ist stehe nicht unter Rechtfertigungdruck und unter Zwang, Alternativen zu suchen.


Kurz, ich bin nicht einsam, ich bin ziemlich frei in meinen Entscheidungen. Ich kann mich hemmungslos benehmen, ich muss nicht Wünsche erkennen und erfüllen, und wenn es an anderen Orten schöner ist, dann nur zu: Die Berge sind voll mit Ferienwohnungen, die ausgereizt wurden, man darf sich nicht zwingen. Ich lade gerne ein, aber das Hinterherlaufen, das habe ich mir abgewöhnt. Daheim finden sie, ich sei nach dem Erdbeben ein klein wenig anders geworden - mag sein, vermutlich, weil es mir in seiner Respektlosigkeit durchaus gefallen hat. So ein Erdbeben ist kein Kaffeekränzchen, es stellt fundamentale Fragen, und hält nicht nicht mit Geschmolle und Zickigkeiten auf. Und man selbst verfällt schnell in eine Na-und-wenn-schon-Haltung. Ich habe Lager gesehen, und die Zelte der Obdachlosen bei den Bächen: Das macht ein wenig taub für Luxusprobleme. Nicht für immer, aber im Moment schon noch.


Nach meiner bescheidenen Meinung hat das auch etwas mit generellen Veränderungen des Verhaltens von Menschen zu tun, und dem Umtergang des Parameters "Zufriedenhait" im Sinne von Bestand. Zufrieden ist man oft nicht mehr mit dem, das ist und bleibt, sondern dem, was sich noch ergeben kann. Sie ist eine Art Wette auf die Zukunft geworden, ein Gefühlsterminkontrakt, und verlangt deshalb dauernde Anstrengung und Leistung. Und natürlich auch persönliche Opfer und Enttäuschungen, die gerne auf Dritte abgewälzt werden. Es gibt so viele Möglichkeiten, es gibt so viele Zwänge, sich zu entscheiden, das Zwischenmenschliche tritt dabei auch gerne mal zurück, und dass wir so hohe Scheidungsquoten zusammen mit dem Marktliberalismus bekommen haben, ist in meinem Augen auch kein Zufall.


Dass bei all den zu nutzenden Möglichkeiten die gelebte Realität, die man sich zurechtstöpseln muss (http://marue23.tumblr.com/post/28839555744/ausbeutungsmaschine-journalismus, rolleye), wenig erbaulich aussieht, gehört wohl auch dazu: Um so mehr engagiert man sich für die Ausgestaltung einer erfolgreichen Zukunft. Die dann, man denke an schmierende Ghettogören aus Berlin, an andere geht, die zeitgleich auch sowas machen und nicht so schlampig rüberkommen. Ich schaue mir das von grosser Entferung an, die geplatzen Träume und das mitunter sehr, sehr kleine, verbitterte G'schau, wenn es nicht laufen will und keiner da ist, der jetzt einen Plan B oder einen Job oder einen Kontakt oder ein Mandat hat. Immer diese Nützlichkeitserwägungen. Es ist narürlich nicht nutzbringend, hier zu sein.

Und es ist gut, unterwegs kein Netz und generell kein social Network zu haben, um nicht dauernd das zu lesen, was der Bernie dazu schreibt:
http://burnster.de/2012/07/30/meine-generation/
So san's. Woanderst. Nein, ich bin nicht einsam, es ist immer noch zu viel Internet da. Der Seemann winselt immer noch, weil sie sein Blog bei der FAZ gelöscht haben. Hätte man früher, hätte er nicht, Optionen gibt es immer, aber auch wirklich gute Chancen werden vertan, und dann sind sie halt woanders, wo es auch nicht optimal ist. Hier ist es, zumindest für mich - perfekt.
donalphons, 01:35h
... link (28 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 8. August 2012
Bradelurlaub
Wenn es schön ist, möchte man sich natürlich auf den Sattel schwingen und über die Wiesen fliegen.



Aber wenn es nach ein paar weniger schönen Tagen wieder schön ist, möchte man natürlich auch die Zeit am Waser verbingen und einfach nur schauen, in die blaue, klare Luft und auf das technicolorkitschige Wasser.



Die Lösung sieht so aus, dass ich ein wenig unten am Strand sitze, bis sich der Ouls beruhigt habe. Und dann fahre ich meine kleine, wüste Bergrunde, hinauf auf die Moräne, hinunter nach Gmung, hoch auf den Osterberg, hinab nach Seeglas und zurück, und dann schaue ich wieder. Pro Runde 100 Höhenmeter. Bis ich nicht mehr die kleinsten Gänge brauche.



Denn ich habe Ziele jenseits des Sees und der Berge, die gerade ohnehin wegen der Unwetter und der Sturzbachfluten nicht begehbar sind. Ich habe nachgeschaut, wie das mit Meran ist, und ob ich nicht doch vielleicht mit dem Rad hinfahren könnte, eventuell, wenn ich nur weit genug komme und ein wenig härter trainiere. Ein Tag bis Pfons, zweiter Tag bis meran mit Jaufenpass, dritter Tag jeden verfügbaren Trauben- und Apfelstrudel probieren.



Und deshalb schinde ich Höhenmeter, bis es weh tut. Aber das ist gar nicht so schlimm, wenn die Aussicht und das Wetter erträglich sind. Dann, am blauen See, frage ich mich auch schnell: Warum überhaupt weg? Oben, an meinem Stellplatz, werden die Marillen gerade reif. Ich könnte auch Marillenkuchen backen. Auch das ist eine Leistung. Es muss nicht immer der Jaufenpass sein. Wenn ich nicht die Bilder sehe.



Aber wenn es nach ein paar weniger schönen Tagen wieder schön ist, möchte man natürlich auch die Zeit am Waser verbingen und einfach nur schauen, in die blaue, klare Luft und auf das technicolorkitschige Wasser.



Die Lösung sieht so aus, dass ich ein wenig unten am Strand sitze, bis sich der Ouls beruhigt habe. Und dann fahre ich meine kleine, wüste Bergrunde, hinauf auf die Moräne, hinunter nach Gmung, hoch auf den Osterberg, hinab nach Seeglas und zurück, und dann schaue ich wieder. Pro Runde 100 Höhenmeter. Bis ich nicht mehr die kleinsten Gänge brauche.



Denn ich habe Ziele jenseits des Sees und der Berge, die gerade ohnehin wegen der Unwetter und der Sturzbachfluten nicht begehbar sind. Ich habe nachgeschaut, wie das mit Meran ist, und ob ich nicht doch vielleicht mit dem Rad hinfahren könnte, eventuell, wenn ich nur weit genug komme und ein wenig härter trainiere. Ein Tag bis Pfons, zweiter Tag bis meran mit Jaufenpass, dritter Tag jeden verfügbaren Trauben- und Apfelstrudel probieren.



Und deshalb schinde ich Höhenmeter, bis es weh tut. Aber das ist gar nicht so schlimm, wenn die Aussicht und das Wetter erträglich sind. Dann, am blauen See, frage ich mich auch schnell: Warum überhaupt weg? Oben, an meinem Stellplatz, werden die Marillen gerade reif. Ich könnte auch Marillenkuchen backen. Auch das ist eine Leistung. Es muss nicht immer der Jaufenpass sein. Wenn ich nicht die Bilder sehe.
donalphons, 01:45h
... link (14 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 7. August 2012
Gestern so im Gewitter:
"Der erfahrene Bergbewohner dagegen weiss, dass Gewitter kommen und gehen, und das Unschöne eher die langanhaltenden Niederschläge sind."
Heute so im langanhaltenden Niederschlag:
[...]
(Bilder werden noch nachgetragen, wenn ich die Karte wiederfinde)
Heute so im langanhaltenden Niederschlag:
[...]
(Bilder werden noch nachgetragen, wenn ich die Karte wiederfinde)
donalphons, 01:44h
... link (0 Kommentare) ... comment
Pardon
Die letzten drei Tage bin ich schwer an lese- und radlastigem Privatleben ohne Netzlust erkrankt, ich trage das aber brav nach.
donalphons, 18:01h
... link (40 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 6. August 2012
Tage der Blogunpässlichkeit 3
Ja, sicher, mal wieder ein Gewitter, und das kommt in den Bergen aufgrund der Nähe zu den Wolken immer besonders heftig. So etwas entsteht im Flachland, und trifft dann auf die Alpenkette, und dann ist man besser unten.

Aber auch besser nicht auf den Hauptstrassen auf dem Tal, denn die sind voll mit Flüchtlingen. So stelle ich mir ein wenig den Krieg vor. alle wollen weg, nach Hause, in Sicherheit, während der Einheimische halt nach Hause radelt. So ein Gewitter - man ist es gewöhnt in den Bergen.

Für die Besucher ist es natürlich nicht so schön, die freuen sich auf das Wochenende, und dann geht es so böse aus. Sie haben es sich anders vorgestellt. Sie haben sich diese schicken Strohhüte gekauft und auf die Linie geachtet, und den Blitzen ist das alles egal, wenn sie die Sonnensucher zum Bahnhof scheuchen.
Der erfahrene Bergbewohner dagegen weiss, dass Gewitter kommen und gehen, und das Unschöne eher die langanhaltenden Niederschläge sind. Der Bewohner geht heim und wartet ab, und wenn dann alle Münchner zuhause sind, geht er auf den Hügel, und schaut zum wieder blau erstrahlenden See.

Es ist dann so klar, die Sicht ist so gut, vielleicht wird es morgen wieder schön, die Hoffmung bleibt länger, als dass einen jemand von hier vertreiben könnte. Man muss einfach abwarten können. Abwarten und das Beste daraus machen. Essen gehen. Es ist ja noch etwas Zeit, hier in den Bergen.

Danach dann die Milchstrasse, langgestreckt über dem Firmament. Sieht man das eine nicht, sieht man das andere. Es hat schon alles seine Richtigkeit. Und dass zwei Waldfeste ausgefallen sind: Also, ich kann damit leben.

Aber auch besser nicht auf den Hauptstrassen auf dem Tal, denn die sind voll mit Flüchtlingen. So stelle ich mir ein wenig den Krieg vor. alle wollen weg, nach Hause, in Sicherheit, während der Einheimische halt nach Hause radelt. So ein Gewitter - man ist es gewöhnt in den Bergen.

Für die Besucher ist es natürlich nicht so schön, die freuen sich auf das Wochenende, und dann geht es so böse aus. Sie haben es sich anders vorgestellt. Sie haben sich diese schicken Strohhüte gekauft und auf die Linie geachtet, und den Blitzen ist das alles egal, wenn sie die Sonnensucher zum Bahnhof scheuchen.
Der erfahrene Bergbewohner dagegen weiss, dass Gewitter kommen und gehen, und das Unschöne eher die langanhaltenden Niederschläge sind. Der Bewohner geht heim und wartet ab, und wenn dann alle Münchner zuhause sind, geht er auf den Hügel, und schaut zum wieder blau erstrahlenden See.

Es ist dann so klar, die Sicht ist so gut, vielleicht wird es morgen wieder schön, die Hoffmung bleibt länger, als dass einen jemand von hier vertreiben könnte. Man muss einfach abwarten können. Abwarten und das Beste daraus machen. Essen gehen. Es ist ja noch etwas Zeit, hier in den Bergen.

Danach dann die Milchstrasse, langgestreckt über dem Firmament. Sieht man das eine nicht, sieht man das andere. Es hat schon alles seine Richtigkeit. Und dass zwei Waldfeste ausgefallen sind: Also, ich kann damit leben.
donalphons, 01:54h
... link (4 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 5. August 2012
Tage der Blogunpässlichkeit 2
Eine beliebte Bauernregel am Tegernsee lautet:
Spuid in Gmund di Musi auf,
gibt's a Gwitta no om drauf.
Was letztlich dann bedeutet, dass die Blaskapellentage in Gmund noch kein überlaufenes Waldfest sind, und obendrein stets ein überdachtes Ausweichquartier zur Verfügung steht. Trotzdem torkelte mir schon zu recht früher Stunde ein betrunkener Münchner entgegen und fragte, wo hier ein Waldfest sei (Auflösung: einen Tag später und auf der ganz anderen Seite vom See, auf dem Affenfelsen Rottach und bei den Fettabsaugern in Bad Wiessee, so ein Pech aber auch.)
Im Strandbad, wo es jetzt wieder einen Kiosk und damit Infrastruktur für Fremde gibt, war obendrein am Nachmittag Grillfest. Zwei Gelegenheiten auf einmal. So etwas zieht schlechtes Wetter magisch an, und ich weiss ja nicht, aber wenn man so etwas ahnt, sollte man eventuell zum Kinderwagen mit Kotflügeln greifen. sonst wird die Flucht nach Hause über den nassen Feldweg eine Sauerei, und zwar eine sehr grosse, von unten her.
Die Sache hat natürlich einen Vorteil: Sie reduziert schlagartig das Besucheraufkommen, und so kann man ungestört daheim verweilen. So brutal und hemmungslos so ein Berggewitter ist. so schnell zieht es auch wieder ab. Hier bei uns sind die Terrassen aus guten Gründen weit überdacht, da hält man alles aus. Blitze, Hagel, ausgiebige Frühstücke, für die man in Erwartung weiterer Schauer doch lieber Überbackenes bereitet, das dann im Sonnenschein - na sowas - serviert wird.
Hod's an Minchna gscheid vawahd
weas'D wiada vo da Sunn dabaazd.
Irgendeinen Vorteil muss man als Opfer des Wochenendtourismus ja haben. Weniger hilfreich jedoch ist es, wenn man sich mit seinem Refugium in der Presse für Neureiche, Mänätschmäntdödel und Nutzwertpestilenz findet: Wir haben hier eh nichts mehr zu verkaufen. Wir brauchen hier kein Journalismusgesindel, das den Hype um den See weiter anheizt. Man vertraue mir: Man lebt hier gut, wenn man damit leben kann, ansonsten aber ist das die Hölle auf Erden, und das nächste Gewitter ist immer um die Ecke.
Am Schliersee, da gibt es noch etwas, und wer schlau ist, der schaut sich in
Also, mir ist gerade eingefallen, dass man in Essen sicher noch tolle Wohnungen kaufen kann. Ganz ohne besoffene, waldfestsuchende Münchner.
Spuid in Gmund di Musi auf,
gibt's a Gwitta no om drauf.
Was letztlich dann bedeutet, dass die Blaskapellentage in Gmund noch kein überlaufenes Waldfest sind, und obendrein stets ein überdachtes Ausweichquartier zur Verfügung steht. Trotzdem torkelte mir schon zu recht früher Stunde ein betrunkener Münchner entgegen und fragte, wo hier ein Waldfest sei (Auflösung: einen Tag später und auf der ganz anderen Seite vom See, auf dem Affenfelsen Rottach und bei den Fettabsaugern in Bad Wiessee, so ein Pech aber auch.)
Im Strandbad, wo es jetzt wieder einen Kiosk und damit Infrastruktur für Fremde gibt, war obendrein am Nachmittag Grillfest. Zwei Gelegenheiten auf einmal. So etwas zieht schlechtes Wetter magisch an, und ich weiss ja nicht, aber wenn man so etwas ahnt, sollte man eventuell zum Kinderwagen mit Kotflügeln greifen. sonst wird die Flucht nach Hause über den nassen Feldweg eine Sauerei, und zwar eine sehr grosse, von unten her.
Die Sache hat natürlich einen Vorteil: Sie reduziert schlagartig das Besucheraufkommen, und so kann man ungestört daheim verweilen. So brutal und hemmungslos so ein Berggewitter ist. so schnell zieht es auch wieder ab. Hier bei uns sind die Terrassen aus guten Gründen weit überdacht, da hält man alles aus. Blitze, Hagel, ausgiebige Frühstücke, für die man in Erwartung weiterer Schauer doch lieber Überbackenes bereitet, das dann im Sonnenschein - na sowas - serviert wird.
Hod's an Minchna gscheid vawahd
weas'D wiada vo da Sunn dabaazd.
Irgendeinen Vorteil muss man als Opfer des Wochenendtourismus ja haben. Weniger hilfreich jedoch ist es, wenn man sich mit seinem Refugium in der Presse für Neureiche, Mänätschmäntdödel und Nutzwertpestilenz findet: Wir haben hier eh nichts mehr zu verkaufen. Wir brauchen hier kein Journalismusgesindel, das den Hype um den See weiter anheizt. Man vertraue mir: Man lebt hier gut, wenn man damit leben kann, ansonsten aber ist das die Hölle auf Erden, und das nächste Gewitter ist immer um die Ecke.
Am Schliersee, da gibt es noch etwas, und wer schlau ist, der schaut sich in
Also, mir ist gerade eingefallen, dass man in Essen sicher noch tolle Wohnungen kaufen kann. Ganz ohne besoffene, waldfestsuchende Münchner.
donalphons, 01:57h
... link (12 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 4. August 2012
Tage der Blogunpässlichkeit 1
Erheiternd die Vorstellung, wie Stalkerabschaum Yast2000 und andere Hasser ständig neu laden und nichts Neues finden. Müssen sie sich halt einen neuen Lebensinhalt suchen: Mit der Eisenkuchengabel in die Steckdose langen zum Beispiel. Ich dagegen habe bessere Optionen zum Versenken der Gabel, diesen Käsekuchen nämlich:

Und zwar mit Frischkäse, also wirklich frischem Frischkäse von exakt den Kühen vor meiner Terrasse, weil die Bäckerei wiederum die ganz kurzen Verwandtschaftswege geht. Es schmeckt nach 120% Fett im Trockengewicht. Und sehr nach Kuhmilch.

Erfreulicherweise kann ich dennoch den Lenker am Lemond um 5 Millimeter nach unten schrauben, und 1 Zentimeter mehr wäre auch möglich gewesen (kein Wunder nach 10 Kilo Gewichtsverlust seit dem Winter). Normalerweise sagt man ja, dass der Lenker einem im Alter den Weg in den Himmel weise, weil er immer weiter nach Oben, zum Jenseits hin verstellt wird. Hoffen wir mal, dass die Vertiefung nur etwas mit dem regenerierten Körper und der Sportlichkeit, und nichts mit der Hölle zu tun hat.

Dann damit ganz sportlich die Nägel kaufen fahren. Klingt banal. weil der Laden gerade mal einen Kilometer entfernt ist - aber er liegt auf dem anderen Hochufer des Mangfalltales. Sprich, es geht 60 Meter hinunter, hinauf, hinunter, hinauf, mit bis zu soliden 16% - danach fühlen sich nicht nur die Bilder genagelt.

Aber ich wollte ja in die Berge. Hic Alpes, hic japso.

Und zwar mit Frischkäse, also wirklich frischem Frischkäse von exakt den Kühen vor meiner Terrasse, weil die Bäckerei wiederum die ganz kurzen Verwandtschaftswege geht. Es schmeckt nach 120% Fett im Trockengewicht. Und sehr nach Kuhmilch.

Erfreulicherweise kann ich dennoch den Lenker am Lemond um 5 Millimeter nach unten schrauben, und 1 Zentimeter mehr wäre auch möglich gewesen (kein Wunder nach 10 Kilo Gewichtsverlust seit dem Winter). Normalerweise sagt man ja, dass der Lenker einem im Alter den Weg in den Himmel weise, weil er immer weiter nach Oben, zum Jenseits hin verstellt wird. Hoffen wir mal, dass die Vertiefung nur etwas mit dem regenerierten Körper und der Sportlichkeit, und nichts mit der Hölle zu tun hat.

Dann damit ganz sportlich die Nägel kaufen fahren. Klingt banal. weil der Laden gerade mal einen Kilometer entfernt ist - aber er liegt auf dem anderen Hochufer des Mangfalltales. Sprich, es geht 60 Meter hinunter, hinauf, hinunter, hinauf, mit bis zu soliden 16% - danach fühlen sich nicht nur die Bilder genagelt.

Aber ich wollte ja in die Berge. Hic Alpes, hic japso.
donalphons, 01:13h
... link (9 Kommentare) ... comment
: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 3. August 2012
Ungleichheit am Wasser
Über den Strand - den am See und den weniger schönen an der weniger schönen Isar im weniger schönen München - habe ich übrigens auch in der FAZ geschrieben. Und wie erwartet hat sich keiner darüber beschwert, dass ich über Münchner herzog. Den Münchner Saubär darf man nämlich beraunzen, aber der Berliner Dönerfresser mit Müllspur, der ist sakrosankt.
donalphons, 00:38h
... link (44 Kommentare) ... comment
Badeurlaub 2012
In Monaco, so wurde mir dort erzählt, gibt es die Tradition des Neujahrsschwimmens: Am öffentlichen Strand, einer unförmigen Kiesbucht vor Hochhäusern, so romantisch wie eine Schottergrube in Frankfurt, geht man dann ins Wasser. Und der Fürst geht voran. Einmal im Jahr muss das sein, dann hat man es hinter sich.
Und, warst Du jetzt endlich mal beim Baden, fragen die daheim Bleibenden die ganze Zeit. Nein. Natürlich nicht. Ich mag den Tegernsee nicht, weil er ein See ist, sondern weil aus dem Wasser die Berge aufragen. Ohne Berge wäre mir der See ziemlich gleichgültig. Baden und Schwimmen nämloch sind so gar nicht meine Idealvorstellungen von einem Bergaufenthalt. Aber damit die lieben Seelen ihre Ruhe haben, bin ich dann doch an den Strand.
Richtig lang. Zum erholen. Sommerfrische. Datschi. Buch. Decke. Und mehrere Meter Abstand zu plärrenden Kindern. Wenn ein Auto nah vorbeirast, ist das zwar gefählich und laut, aber schnell wieder vorbei. ich lese gerade eine Bildanalyse über della Francesca, da ist so ein dauerlautes Kind schlimmer. Vor meinem Gewissen, das noch etzwas abnehmen möchte, begründe ich das alles mit Regeneration nach den Anstrenungen der letzten Tage. Das geht nur in Ruhe. Vermutlich macht die zunehmende Hitze und die leicht stickige Luft die Kinder stumm. Im Flachland soll es schlimm sein, hier ist das kommende Gewitter nur eine Ahnung.
Ach so: Und der EZB-Chef Draghu darf sein Programm zum Umbau seines Hauses zur italienischen Gelddruckmaschine doch nicht voll durchziehen, und muss sich ein wenig bremsen. Die fehlgeleitete Kassiererin aus der Uckermark muss ja noch eine Wahl überstehen, solange werden sie Instrumente entwickeln, und dann gehen wir alle baden, wie es die Hummer nun mal so tun, die man den Bankstern so gerne serviert. Solange spielen wir das unterhaltsame Spiel wem man viel nehmen soll, den Reichen, den Migranten, den Erben, aber keinesfalls den Cretins der Märkten, die die Banken sind, die einen vorne terrorisieren und hinten schmieren. Die deztsche banl schickt 2000 Mitarbeiter auf die Schlachtbank? Oh Gott, der Standort! Vielleicht doch die mehrwertsteuer, ausgenommen für Hoteliers, Apotheken, Steuerberater und andere Meistbietende? Zur Ablenkung folgt ein knallblaues Grossbild:

Ja, so ist das. Die Börsen stürzen ab und steigen wieder hoch, das ist ganz wichtig, das entscheidet alles, auch wenn es nur das Geld des Anlegergesocks ist. Wobei man das auch nicht sagen darf: Es ist ja auch das Geld der Lebensversicherungen, der kapitalgedeckten Altersvorsorge, der gesamte Nichteigenhandel, also alle, die ihr Geld lieber den Banken geben, statt sich hier niederzulassen. Irgendwie, scheint es, bin ich hier gerade der einzige Profiteueur. Gleich noch ein Stück Datschi. Und morgen tue ich dann wieder ao, als würde ich auf dem Rennrad Heldentaten vollbringen. Nach dem Ende der Badesaison 2012.
Und, warst Du jetzt endlich mal beim Baden, fragen die daheim Bleibenden die ganze Zeit. Nein. Natürlich nicht. Ich mag den Tegernsee nicht, weil er ein See ist, sondern weil aus dem Wasser die Berge aufragen. Ohne Berge wäre mir der See ziemlich gleichgültig. Baden und Schwimmen nämloch sind so gar nicht meine Idealvorstellungen von einem Bergaufenthalt. Aber damit die lieben Seelen ihre Ruhe haben, bin ich dann doch an den Strand.
Richtig lang. Zum erholen. Sommerfrische. Datschi. Buch. Decke. Und mehrere Meter Abstand zu plärrenden Kindern. Wenn ein Auto nah vorbeirast, ist das zwar gefählich und laut, aber schnell wieder vorbei. ich lese gerade eine Bildanalyse über della Francesca, da ist so ein dauerlautes Kind schlimmer. Vor meinem Gewissen, das noch etzwas abnehmen möchte, begründe ich das alles mit Regeneration nach den Anstrenungen der letzten Tage. Das geht nur in Ruhe. Vermutlich macht die zunehmende Hitze und die leicht stickige Luft die Kinder stumm. Im Flachland soll es schlimm sein, hier ist das kommende Gewitter nur eine Ahnung.
Ach so: Und der EZB-Chef Draghu darf sein Programm zum Umbau seines Hauses zur italienischen Gelddruckmaschine doch nicht voll durchziehen, und muss sich ein wenig bremsen. Die fehlgeleitete Kassiererin aus der Uckermark muss ja noch eine Wahl überstehen, solange werden sie Instrumente entwickeln, und dann gehen wir alle baden, wie es die Hummer nun mal so tun, die man den Bankstern so gerne serviert. Solange spielen wir das unterhaltsame Spiel wem man viel nehmen soll, den Reichen, den Migranten, den Erben, aber keinesfalls den Cretins der Märkten, die die Banken sind, die einen vorne terrorisieren und hinten schmieren. Die deztsche banl schickt 2000 Mitarbeiter auf die Schlachtbank? Oh Gott, der Standort! Vielleicht doch die mehrwertsteuer, ausgenommen für Hoteliers, Apotheken, Steuerberater und andere Meistbietende? Zur Ablenkung folgt ein knallblaues Grossbild:

Ja, so ist das. Die Börsen stürzen ab und steigen wieder hoch, das ist ganz wichtig, das entscheidet alles, auch wenn es nur das Geld des Anlegergesocks ist. Wobei man das auch nicht sagen darf: Es ist ja auch das Geld der Lebensversicherungen, der kapitalgedeckten Altersvorsorge, der gesamte Nichteigenhandel, also alle, die ihr Geld lieber den Banken geben, statt sich hier niederzulassen. Irgendwie, scheint es, bin ich hier gerade der einzige Profiteueur. Gleich noch ein Stück Datschi. Und morgen tue ich dann wieder ao, als würde ich auf dem Rennrad Heldentaten vollbringen. Nach dem Ende der Badesaison 2012.
donalphons, 00:38h
... link (12 Kommentare) ... comment
... older stories



