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Sonntag, 14. Oktober 2012
Hämisch
waren übrigens die Bemerkungen auf der Buchmesse, als Julia Schramm dort zum Urheberrecht diskutieren sollte, und dann recht kurzfristig und ohne besondere Gründe - es gibng so in Richtung "hat keine Lust" absagte.
Soviel zum Kernthema der Piraten.

Dabei hätte man durchaus deutliche Bemerkungen hören wollen; gerade am Stand der Österreicher ging es hart und brutal zur Sache, dort fordern Künstlervertreter ein ähnliches Modell für eine Festplattenabgabe wie die GEMA in Deutschland. Und der Downloader generell gilt als Urgrund alles Probleme der Verlage. Stimmt zwar nicht - ich denke nicht, dass die meisten Sauger sich je ein Buch auch wirkloch kaufen würden, das ist nur die dumme Gier am freien Buffet - aber es ist eine fantastische Ausrede und lenkt von den Problemen ab, wie etwa: Zu viele miese Autoren mit zu vielen schlechten Büchern bei kurzer Hypephase.

Und nun sieht es so aus, als würden sich die Piraten hier, im Zentrum des Geschehens, auch noch ohne Gegenwehr schlachten lassen. Sicher, man würde sich bei dieser Frage unbelastetes Personal wünschen, aber trotzdem: Wozu soll man eine Paetei mit einem führenden Politiker wählen, der wegen Eigeninteressen beim zentralen Thema einfach so davonläuft - und dann noch solchen Leuten das Feld überlässt?
Ich brauche keine Downloads, aber ich will ohne DRM und hinterfotzige AGB Medien besitzen können, wenn ich einmal bezahlt habe. Ich sehe auch nicht ein, der GEMA etwas ohne Leistung zu bezahlen. So vieles, was da momentan in der Entwicklung ist, bringt Künstlern und Nutzern gar nichts. Darüber hätte man reden müssen, gerade dort.
Soviel zum Kernthema der Piraten.

Dabei hätte man durchaus deutliche Bemerkungen hören wollen; gerade am Stand der Österreicher ging es hart und brutal zur Sache, dort fordern Künstlervertreter ein ähnliches Modell für eine Festplattenabgabe wie die GEMA in Deutschland. Und der Downloader generell gilt als Urgrund alles Probleme der Verlage. Stimmt zwar nicht - ich denke nicht, dass die meisten Sauger sich je ein Buch auch wirkloch kaufen würden, das ist nur die dumme Gier am freien Buffet - aber es ist eine fantastische Ausrede und lenkt von den Problemen ab, wie etwa: Zu viele miese Autoren mit zu vielen schlechten Büchern bei kurzer Hypephase.

Und nun sieht es so aus, als würden sich die Piraten hier, im Zentrum des Geschehens, auch noch ohne Gegenwehr schlachten lassen. Sicher, man würde sich bei dieser Frage unbelastetes Personal wünschen, aber trotzdem: Wozu soll man eine Paetei mit einem führenden Politiker wählen, der wegen Eigeninteressen beim zentralen Thema einfach so davonläuft - und dann noch solchen Leuten das Feld überlässt?
Ich brauche keine Downloads, aber ich will ohne DRM und hinterfotzige AGB Medien besitzen können, wenn ich einmal bezahlt habe. Ich sehe auch nicht ein, der GEMA etwas ohne Leistung zu bezahlen. So vieles, was da momentan in der Entwicklung ist, bringt Künstlern und Nutzern gar nichts. Darüber hätte man reden müssen, gerade dort.
donalphons, 01:55h
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Ich habe eine ganze Reihe von Leuten nicht getroffen.
Das war sehr angenehm.
Keine Gefahr, allzu bissige Bemerkungen anzubringen. Ich mache das nicht, das ist einfach die Situation, das Umfeld, die generelle Stimmung, die nie wirklich eine gute ist. Bestenfalls fad wie am Freitag, oft aber auch ruppig wie heute. Man möchte eigentlich nicht geladen sein, schliesslich geht es hier um Bücher, aber man ist es trotzdem. Die beste Buchmesse ist immer noch die Buchhandlung.
Danach musste ich noch schreiben, namentlich über die Frischfleischversorgung. Vielleicht täusche ich mich, aber die Neigung, Autorinnen mehr und mehr als fotogene Fleischbeilage in den Mittelpunkt zu rücken - weg von der verhuschten Ostdeutschen und Berliner Göre hin zum schlank geshopten Halbmodell, gerne auch mit offenen Lippen leicht erwartend seufzend - ist deutlich stärker geworden. Da kann man schon mal versehentlich die Falsche falsch einschätzen.Natürlich begrüsse ich es, dass die bewusst kranke DLL-Anorexia ebenso verschwunden ist wie die Berliner Lesebühnenschluffigkeit, aber ehrlich gesagt ist mir das Aussehen bei Autoren vollkommen egal. ich lese gern gute Bücher.
Und zwar am besten daheim.
Keine Gefahr, allzu bissige Bemerkungen anzubringen. Ich mache das nicht, das ist einfach die Situation, das Umfeld, die generelle Stimmung, die nie wirklich eine gute ist. Bestenfalls fad wie am Freitag, oft aber auch ruppig wie heute. Man möchte eigentlich nicht geladen sein, schliesslich geht es hier um Bücher, aber man ist es trotzdem. Die beste Buchmesse ist immer noch die Buchhandlung.
Danach musste ich noch schreiben, namentlich über die Frischfleischversorgung. Vielleicht täusche ich mich, aber die Neigung, Autorinnen mehr und mehr als fotogene Fleischbeilage in den Mittelpunkt zu rücken - weg von der verhuschten Ostdeutschen und Berliner Göre hin zum schlank geshopten Halbmodell, gerne auch mit offenen Lippen leicht erwartend seufzend - ist deutlich stärker geworden. Da kann man schon mal versehentlich die Falsche falsch einschätzen.Natürlich begrüsse ich es, dass die bewusst kranke DLL-Anorexia ebenso verschwunden ist wie die Berliner Lesebühnenschluffigkeit, aber ehrlich gesagt ist mir das Aussehen bei Autoren vollkommen egal. ich lese gern gute Bücher.
Und zwar am besten daheim.
donalphons, 01:02h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 12. Oktober 2012
Auf auf!
Zur Buchmesse! Die ist ja sowas wie Venedig, muss man sehen, bevor es absäuft, und bei dem Wetter wäre auch das in Frankfurt keine Überraschung, Eine Buchmesse kann man sich rundum komplett sparen, wenn alles nur noch digital ist, und sogar die Autoren aus dem Netz kommen, wie ich in der FAZ schreibe.
Es war übrigens - überraschend leer. Kann es sein, dass die Krise in anderen Ländern auch hier brutal durchschlägt?
Es war übrigens - überraschend leer. Kann es sein, dass die Krise in anderen Ländern auch hier brutal durchschlägt?
donalphons, 20:54h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 12. Oktober 2012
Extraklasse
Vergleiche sind gemein. Daher hier nur ein Link auf die lauen Nächte, wie sie vor ein paar Wochen im Blog zu sehen waren.




So, wie ich mich in Mantua in einem Freilichtmuseum der Renaissance fühle, habe ich in Frankfurt stets das Gefühl, jeden Moment könnten mit Adenauer und Globke über den Weg laufen. Alte Bundesrepublik der Art, wie sie nicht unbedingt sein muss, das 1348 der Nachkriegszeit, und die Luft ist feucht und stickig, als wäre Krankheit und Seuche in ihr.




So, wie ich mich in Mantua in einem Freilichtmuseum der Renaissance fühle, habe ich in Frankfurt stets das Gefühl, jeden Moment könnten mit Adenauer und Globke über den Weg laufen. Alte Bundesrepublik der Art, wie sie nicht unbedingt sein muss, das 1348 der Nachkriegszeit, und die Luft ist feucht und stickig, als wäre Krankheit und Seuche in ihr.
donalphons, 01:40h
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Abreisen leicht gemacht
Auf der Rennradstrecke war ein recht schlimmer Unfall - da bin ich umgedreht. So etwas muss ich nicht sehen.
Im Hof müsste jemand Gartenarbeit machen. Klingt blöd, weil man ja einen Hof hat, um keinen Garten zu haben, aber bei mir ist das anders. Und der jemand bin wohl ich.
Die schöne Gärtnerarbeit ist zusammen mit dem Nutzen dabei, zur bittersüssen Neige zu gehen. Das war es für 2012 dann mit der Hausernte, leider. Ein Weinstock mehr wäre nicht schlecht. Schliesslich versorgen die Weinstöcke auch noch sechs andere Leute.
Und wenn das Packen nicht wäre, und die Abstimmung mit dem Gepäck der Begleiterin, und der Stau bei Greding und die Drängler bei Frankfurt und das miese Wetter - in Bayern war es sagenhaft schön - dann würde Frankfurt fast schon freudig erwartet sein. So, wie es ist, geht ohne Teddy gar nichts.
Aber andere machen das ja gern und mit finalam Erfolg gegen andere, schreibe ich im Buchmesseblog der FAZ. Das Hirn ist leer, bevor ich die erste Halle von innen gesehen habe. Das kann schlecht sein, oder gut.
Ich betrachte es einfach als verlängerten Anlauf nach Meran.
Im Hof müsste jemand Gartenarbeit machen. Klingt blöd, weil man ja einen Hof hat, um keinen Garten zu haben, aber bei mir ist das anders. Und der jemand bin wohl ich.
Die schöne Gärtnerarbeit ist zusammen mit dem Nutzen dabei, zur bittersüssen Neige zu gehen. Das war es für 2012 dann mit der Hausernte, leider. Ein Weinstock mehr wäre nicht schlecht. Schliesslich versorgen die Weinstöcke auch noch sechs andere Leute.
Und wenn das Packen nicht wäre, und die Abstimmung mit dem Gepäck der Begleiterin, und der Stau bei Greding und die Drängler bei Frankfurt und das miese Wetter - in Bayern war es sagenhaft schön - dann würde Frankfurt fast schon freudig erwartet sein. So, wie es ist, geht ohne Teddy gar nichts.
Aber andere machen das ja gern und mit finalam Erfolg gegen andere, schreibe ich im Buchmesseblog der FAZ. Das Hirn ist leer, bevor ich die erste Halle von innen gesehen habe. Das kann schlecht sein, oder gut.
Ich betrachte es einfach als verlängerten Anlauf nach Meran.
donalphons, 01:38h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 11. Oktober 2012
Ankündigung
Zum Weinfest werde ich vermutlich doch noch hier sein:

Einfach so, für eine Woche. Allerdings mit dem Auto, und nicht mit dem Rad.

Einfach so, für eine Woche. Allerdings mit dem Auto, und nicht mit dem Rad.
donalphons, 01:19h
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Gute Nachrichten von den Wettläufen nach unten
1. Sagen wir es mal so: ich hätte auch aus einer hässlicheren Gegend nach Frankfurt reisen müssen. Dann wäre zwar der Schock nicht so gross, aber dann hätte ich davor und danach weniger zu lachen. Und auch kein Thema für das neu eröffnete und schon bissige Buchmesseblog.

Klicken macht gross
2. Im immerwährenden Kampf um die mangelbesseren Blogs hat die Zeit jetzt auch ein Radlblog; die FAZ hat das vor ein paar Monaten eingeführt, und darin ist der erste Überschwang inzwischen auch schon etwas erkaltet. ja, die Bloggerei, selbst wenn man schlampig ist, macht sie viel Arbeit. Wie schön, dass sich das Zeitblog auch unengagiert, banal und überhaupt so liest, als hätte man schon wieder einen Haufen vollkommen untauglicher Zeilenhonoraristen auf ein Thema losgelassen, von dem sie wenig Ahnung haben. Aber etwas Müll im Internet aufgabeln, und dazu Bilder der Agenturen bringen. Da kann man nur den alten Radlergruss rufen:
QUÄL DICH DU SAU!
So viele Möglichkeiten. So vor die Wand gesetzt.

Klicken macht gross
2. Im immerwährenden Kampf um die mangelbesseren Blogs hat die Zeit jetzt auch ein Radlblog; die FAZ hat das vor ein paar Monaten eingeführt, und darin ist der erste Überschwang inzwischen auch schon etwas erkaltet. ja, die Bloggerei, selbst wenn man schlampig ist, macht sie viel Arbeit. Wie schön, dass sich das Zeitblog auch unengagiert, banal und überhaupt so liest, als hätte man schon wieder einen Haufen vollkommen untauglicher Zeilenhonoraristen auf ein Thema losgelassen, von dem sie wenig Ahnung haben. Aber etwas Müll im Internet aufgabeln, und dazu Bilder der Agenturen bringen. Da kann man nur den alten Radlergruss rufen:
QUÄL DICH DU SAU!
So viele Möglichkeiten. So vor die Wand gesetzt.
donalphons, 00:48h
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Besser als Piraten
Vor fünf Jahren fand ich die Idee von einer feminstischen Plattform "Mädchenmannschaft" toll. Das haben gute Leute gemacht. Die inzwischen allerdings gegangen sind.
Statt dessen haben dort welche die Macht übernommen, für die es gar nicht hart genug sein kann. Jeder ist ein Feind, der nicht so hart ist, und der Rassismus ist immer ganz nah. So stelle ich mir die Kulturrevolution in China vor. Nur nicht so absurd komisch wie an deren 5. Geburtstag:
http://maedchenmannschaft.net/stellungnahme-aufgrund-der-ermoeglichung-rassistischer-reproduktionen-bei-mmwird5/
http://maedchenmannschaft.net/schulternklopfen-fuer-die-opfer/
Und zur Einordnung:
http://drehumdiebolzeningenieur.wordpress.com/2012/10/09/dann-reden-wir-doch-mal-tacheles/
Insgesamt frage ich mich schon, warum man so fundamentalistisch-überkorrekt sein soll, wenn es am Ende immer wieder eine gibt, die einem Rassismus nachweisen will. Ich gehe jetzt Mohrenlampen putzen.
Statt dessen haben dort welche die Macht übernommen, für die es gar nicht hart genug sein kann. Jeder ist ein Feind, der nicht so hart ist, und der Rassismus ist immer ganz nah. So stelle ich mir die Kulturrevolution in China vor. Nur nicht so absurd komisch wie an deren 5. Geburtstag:
http://maedchenmannschaft.net/stellungnahme-aufgrund-der-ermoeglichung-rassistischer-reproduktionen-bei-mmwird5/
http://maedchenmannschaft.net/schulternklopfen-fuer-die-opfer/
Und zur Einordnung:
http://drehumdiebolzeningenieur.wordpress.com/2012/10/09/dann-reden-wir-doch-mal-tacheles/
Insgesamt frage ich mich schon, warum man so fundamentalistisch-überkorrekt sein soll, wenn es am Ende immer wieder eine gibt, die einem Rassismus nachweisen will. Ich gehe jetzt Mohrenlampen putzen.
donalphons, 12:25h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 7. Oktober 2012
Das ist ungerecht!
Aber andererseits auch gar nicht so schlecht.
Und es gleicht sich dann doch wieder aus.
Und haben wir schon mal über eure Reisen, Leasingautos und Freiheiten als Mieter gesprochen? Nein?
Dann tun wir das jetzt in der FAZ.
Und es gleicht sich dann doch wieder aus.
Und haben wir schon mal über eure Reisen, Leasingautos und Freiheiten als Mieter gesprochen? Nein?
Dann tun wir das jetzt in der FAZ.
donalphons, 14:07h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 6. Oktober 2012
Weniger Lärm
Ruhig, Kleine. Es gibt etwas Schlimmeres, als in Tracht am sonnigen Tegernsee zu sein. Und ob Du es glaubst oder nicht: Selbst die Hochzeit, für die sie Duch zurecht gemacht haben, ist schneller vorbei als das Grauen im Nebel, da oben im Norden, an einem Fluss, der die Styx ist und in der Landessprache auch als "Main" bekannt ist. Da würdest Du erst schauen: Niemand schenkt Dir ein Eis, niemand gibt Dir Torte, alle reden nur über das Vermarkten und Verkaufen und im Keller bei den E-Book-Dienstleistern... Du würdest schreien. Und dieses eine Mal würde ich Dir recht geben. Geht mir auch nicht anders. Sei froh, dass Du hier bei Opa und Oma sein kannst.


Denn hier ist alles so wie immer, man muss sich nicht neu umgewöhnen. Was ich hier zum Beispiel nie sehe (und auch in Italien nicht) sind Leute, die im cafe nebenbei und ununterbrochen etwas auf ihren Mobilgerätschaften machen. Das Höchste ist ein Bild und dessen Verschickung nach Norden in den Nebel, Huhu Annemarie, schau mal, der Andi, der See und ich, und eine Lederhose haben wir auch gekauft. Und die Partypeople, die sonst am Wochenende einfallen, sind diesmal zum letzten Rausch auf der Wiese. Hier fliegt kein Bierkrug, hier rauschen nur die Wellen, und überall ist genug Platz und kein Zwangsverzehr. Das empfände man hier eher seltsam.


Gedämpft geht es hier zu. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Lärm in dieser - an sich proppenvollen - Region ist, und wie sich das zur Stille in die Hänge hinein ausweitet. Vermutlich ist das ein sich abschaukelnder Effekt: Die Umgebung ist nicht laut, die Gespräche können leiser sein, die Agressivität lässt nach, es ist nicht nötig; irrigerweise glauben auch manche, dass so ein Umfeld positive Auswirkungen auf Kinder habe. Ich glaube das eher weniger, im Gegenteil, schlechtes Benehmen fällt hier nur noch mehr auf.


Thema sind - in Zeiten wie diesen mit all ihren Problem - übrigens die neu aufgestellten Bänke in Form von Lounge-Liegen, die eifrigst genutzt werden und beim Publikum bestens ankommen. Seitdem sie da sind, ist der kleine Park von einer Durchgangsstation zu einem Ort des Verweilens geworden. Und es ist ganz erstaunlich zu sehen, wie sich hier auch Menschen im Alter über 80 rasend schnell umgewöhnen. Jetzt bräuchte es nur noch einen Lieferservice vom Cafe weiter unten, und man könnte sehr bösartige Ideen haben, so von wegen: wenn es nur richtig gemacht wird, geht Pressestrand Berlin überall. Wobei man sich hier natürlich auf die Aussicht herausreden kann.


Ich habe es natürlich auch ausprobiert -als einer der Jüngsten - und kann nur sagen: Das sollten die anderen Gemeinden auch anbieten. Es sitzt sich ganz anders als eine banale Bank. Man könnte hier auch gut dösen. Stunden. Bis es dunkel wird. Allerdings wird es auch recht heiss, sogar jetzt noch, denn die Sonne hat hier oben noch viel Kraft. Weniger Luftschichten. weniger Abgase, mehr Lebensqualität. Warum sollte man sich Sorgen machen?


Ach so. Nächste Woche wird es laut, es wird geschubst, gedrängelt und gebrüllt. In Frankfurt.
Ach je.


Denn hier ist alles so wie immer, man muss sich nicht neu umgewöhnen. Was ich hier zum Beispiel nie sehe (und auch in Italien nicht) sind Leute, die im cafe nebenbei und ununterbrochen etwas auf ihren Mobilgerätschaften machen. Das Höchste ist ein Bild und dessen Verschickung nach Norden in den Nebel, Huhu Annemarie, schau mal, der Andi, der See und ich, und eine Lederhose haben wir auch gekauft. Und die Partypeople, die sonst am Wochenende einfallen, sind diesmal zum letzten Rausch auf der Wiese. Hier fliegt kein Bierkrug, hier rauschen nur die Wellen, und überall ist genug Platz und kein Zwangsverzehr. Das empfände man hier eher seltsam.


Gedämpft geht es hier zu. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Lärm in dieser - an sich proppenvollen - Region ist, und wie sich das zur Stille in die Hänge hinein ausweitet. Vermutlich ist das ein sich abschaukelnder Effekt: Die Umgebung ist nicht laut, die Gespräche können leiser sein, die Agressivität lässt nach, es ist nicht nötig; irrigerweise glauben auch manche, dass so ein Umfeld positive Auswirkungen auf Kinder habe. Ich glaube das eher weniger, im Gegenteil, schlechtes Benehmen fällt hier nur noch mehr auf.


Thema sind - in Zeiten wie diesen mit all ihren Problem - übrigens die neu aufgestellten Bänke in Form von Lounge-Liegen, die eifrigst genutzt werden und beim Publikum bestens ankommen. Seitdem sie da sind, ist der kleine Park von einer Durchgangsstation zu einem Ort des Verweilens geworden. Und es ist ganz erstaunlich zu sehen, wie sich hier auch Menschen im Alter über 80 rasend schnell umgewöhnen. Jetzt bräuchte es nur noch einen Lieferservice vom Cafe weiter unten, und man könnte sehr bösartige Ideen haben, so von wegen: wenn es nur richtig gemacht wird, geht Pressestrand Berlin überall. Wobei man sich hier natürlich auf die Aussicht herausreden kann.


Ich habe es natürlich auch ausprobiert -als einer der Jüngsten - und kann nur sagen: Das sollten die anderen Gemeinden auch anbieten. Es sitzt sich ganz anders als eine banale Bank. Man könnte hier auch gut dösen. Stunden. Bis es dunkel wird. Allerdings wird es auch recht heiss, sogar jetzt noch, denn die Sonne hat hier oben noch viel Kraft. Weniger Luftschichten. weniger Abgase, mehr Lebensqualität. Warum sollte man sich Sorgen machen?


Ach so. Nächste Woche wird es laut, es wird geschubst, gedrängelt und gebrüllt. In Frankfurt.
Ach je.
donalphons, 22:49h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 6. Oktober 2012
Valeppisch
Hübsch ist es hier.
Ich bin nicht allein, und einfach so aus dem Stand sollte man niemand eine Bergtour zumuten - es sei denn, man will die Begleitung danach stundenlang in der Wanne sehen, Ibuprofen schluckend und am nächsten Tag jammernd. Ich hätte daa auch mit dem Rad machen können, erst hoch zur Moni Alm und dann hinauf zum Schinder, aber die kleine Variante entlang des Rauhensackbaches ist auch ganz nett. Gerade im Herbst.
Von hier aus ist es übrigens nicht weit zur Grenze, nur ein paar Meter, dann ist man drüben. Das hier ist eine alte Schmugglerroute und wer weiss, wenn das mit der EU so weiter geht, dann wird es auch wieder eine. Benzin wird hier ja schon heftig geschmuggelt, die Kofferräume sind voll mit Kanistern, wenn Autos aus Österreich kommen. Und wenn hier erst mal Stronach kommt, wird sich einiges ändern.
Da kann man sich glücklich schätzen, in Bayern zu bleiben. Nur ein paar selbstzerlegende Piraten und bigotte Vortragshalter, bei denen niemand ernsthaft fragt, was denn die eigentliche Leistung bei solchen Schwafelrunden ist. Machen ja alle. Blogger wollten Social media Experten werden, Politiker halten Vorträge, und am Ende landen sie, wenn sie berühmt genug sind, im Dschungelcamp oder was davon übrig ist. Habe ich übrigens schon gesagt, dass mich das Weichzeichnen eines TV-Diskriminierers nicht sonderlich überrascht, aber doch mehr als nur ein wenig anwidert? Man sollte solche Leute so würdigen, wie es die NYT mit Bankstern macht: Gar nicht. Profite machen ist kein Verdienst, egal in welcher Kloake mit welchem Dreck. Lebe stets so, dass keiner an Deinem Grab ist, dem man nicht vorgestellt werden möchte.
Und lebe auch nicht wie die Bienen, denn deren Leistungsgedanke und Sozialverhalten ist auch nicht gerade etwas, das zum menschen passt. Gehe so weit, wie es der Begleitung Spass macht, kehre dann um und halte beim Lengmüller an. Das reicht.
Ich bin nicht allein, und einfach so aus dem Stand sollte man niemand eine Bergtour zumuten - es sei denn, man will die Begleitung danach stundenlang in der Wanne sehen, Ibuprofen schluckend und am nächsten Tag jammernd. Ich hätte daa auch mit dem Rad machen können, erst hoch zur Moni Alm und dann hinauf zum Schinder, aber die kleine Variante entlang des Rauhensackbaches ist auch ganz nett. Gerade im Herbst.
Von hier aus ist es übrigens nicht weit zur Grenze, nur ein paar Meter, dann ist man drüben. Das hier ist eine alte Schmugglerroute und wer weiss, wenn das mit der EU so weiter geht, dann wird es auch wieder eine. Benzin wird hier ja schon heftig geschmuggelt, die Kofferräume sind voll mit Kanistern, wenn Autos aus Österreich kommen. Und wenn hier erst mal Stronach kommt, wird sich einiges ändern.
Da kann man sich glücklich schätzen, in Bayern zu bleiben. Nur ein paar selbstzerlegende Piraten und bigotte Vortragshalter, bei denen niemand ernsthaft fragt, was denn die eigentliche Leistung bei solchen Schwafelrunden ist. Machen ja alle. Blogger wollten Social media Experten werden, Politiker halten Vorträge, und am Ende landen sie, wenn sie berühmt genug sind, im Dschungelcamp oder was davon übrig ist. Habe ich übrigens schon gesagt, dass mich das Weichzeichnen eines TV-Diskriminierers nicht sonderlich überrascht, aber doch mehr als nur ein wenig anwidert? Man sollte solche Leute so würdigen, wie es die NYT mit Bankstern macht: Gar nicht. Profite machen ist kein Verdienst, egal in welcher Kloake mit welchem Dreck. Lebe stets so, dass keiner an Deinem Grab ist, dem man nicht vorgestellt werden möchte.
Und lebe auch nicht wie die Bienen, denn deren Leistungsgedanke und Sozialverhalten ist auch nicht gerade etwas, das zum menschen passt. Gehe so weit, wie es der Begleitung Spass macht, kehre dann um und halte beim Lengmüller an. Das reicht.
donalphons, 01:22h
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Noch 6 Monate
Dann ist wieder Mille Miglia. Bis dahin werde ich immer wieder was einstreuen, ich habe noch so viel Material übrig, es ist eine Schande.








donalphons, 01:10h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 5. Oktober 2012
Es muss nicht immer die FAZ sein
Manchmal muss es geradezu etwas anderes sein. Gerade dann, wenn Neoliberalala-Agitprop mit dem geistigen Vorschlaghammer in den Grund gepfeffert wird. Das Internet: Immer genug Platz für Schleichwerbung und für jemand, der einem dafür die volle Ladung aufbrennt.
donalphons, 01:59h
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Süchtig nach Asphalt
Wem das zu lang ist, hier in Kurzfassung:

Das Leben ist kurz genug, man soll es nicht noch durch ungesunde Süchte kürzer machen, sondern besser verlängern
Langversion
Es ist irgendwie bezeichnend, dass man gerne über dumme Arten spricht, mit denen Leute sterben. Dass jemand mal auf eine kluge oder elegante Art zu Tode kommt, ist eher selten, und, das muss man wohl so sagen, exklusiv ist so ein Tod auch nicht.
Mein Tod hätte vor ziemlich genau 25 Jahren an dieser Stelle sein können, da drinnen im Wasser, auf halbem Weg zwischen Limone und Malcesine. Ich möchte sagen, dass es durchaus hässlichere Orte gibt, an denen man sterben kann, und bei langsamer Unterkühlung im Spätsommer hat man schon ein paar Stunden auf dem in Flaute nicht fahrbaren Kleinstsurfbrett, um noch einmal die Landschaft zu geniessen. Dummerweise sind die Ufer jedoch nicht nur zu weit entfernt, um Details zu erkennen, man hört dort auch niemanden schreien. In der Mitte ist man, von dort aus gesehen, nur ein kleiner Punkt, und sonst so häufige Boote waren da auch nicht. Erst als mir das Bewusstsein langsam abhanden kam, haben mich ein paar Segler gerettet.
Meinen Nachruf hätte ich mir selbst prima schreiben können, da braucht man keine Phantasie: Gerade erst Abitur (sehr schlecht übrigens, auch in dem Fach, in dem ich heute beruflich brilliere)... in der Blüte seiner Jugend... so sinnlos... all die Freuden, die ihm nun versagt bleiben...
Wie eng das wirklich war, viel enger als alles, was ich auf dem Rad und auf dem Berg erlebt habe (unter anderem mit fünf Jahren einen Kakteenabgrund in Kroatien hinuntergefallen) wurde mir erst mit etwas Verzögerung bewusst. Man braucht das vielleicht nicht unbedingt, wenn man gerade von den engen Gassen der Heimat in die wilden, entgremzten Nächte Nünchens hinausgeschossen wird, aber zwei Dinge habe ich dabei gelernt:
1. Auf meine Intuition zu hören. Wenn ich ein schlechtes Gefühl habe, mache ich es nicht.
2. Alles zu nehmen, was ich kriegen kann, und vielleicht noch ein wenig mehr, solange es mit rechten Mitteln zugeht. Und zwar lieber heute als morgen. Vielleicht habe ich ein paar Wohnungen, Gemälde, wüste Nächte und Räder zu viel: Vollkommen egal.
Trotzdem bin ich wohlerzogen, zu wohlerzogen, um es wie die Russen zu machen, von denen mir mein Dealer in Salo erzählte, als ich ihn vor andertthalb Jahren kennenlernte: Die legten 10.000 Euro auf den Tisch und wollten, das Beste, was sie dafür kriegen konnten. Der Händler hatte noch ein Paar bislang unverkaufter Specialized Tarmac S-Works SL in einer extrem seltenen, limitierten und nicht Jedermann zugänglichen Version da, und die nahmen sie zum Sonderpreis; neu wären die Kisten noch teurer gewesen. So etwas würde ich natürlich nie machen, denn das ist pure Verschwenung ohne Chance, jemals das Geld wieder zu bekommen.
Diesmal bin ich auf der Westseite des Sees nach Hause gefahren, habe meinen Händler besucht, man kann ja mal unverbindlich schauen, und da stand eines der Tarmacs schon wieder im Hof: In Zahlung gegeben, nach ein paar Kilometern; zu wenigeen jedenfalls, um die erste Kette zu wechseln. Ein wenig verschrammt an manchen Stellen, aber nichts von Bedeutung. Ich hatte damals gesehen, wie er sie in seinen Lieferwagen verpackte. Jetzt ist eines wieder da. Und ich dachte so bei mir: Ich habe das Colnago eines korrupten PdL-gesundheitsministers der Lombardei. Wäre es nicht spassig, dazu noch das Specialized eines russischen Steuerflüchtlings und Ex-Oligarchen zu besitzen?
Mein Händler stand daneben und schaute zu, ob ich das wirklich, wirklich noch in mein mit Kissen und Vorräten für den Winter überfülltes Auto hineinbekam. Dass bei der ersten Kurve ein Koffer herausgefallen ist, lag aber nur daran, dass ich die Tür nicht richtig zugequetschtmacht habe, und nur wenig überhaupt nicht an der Überfüllung oder meiner Gier.
Es ist halt ein Andenken, an den Urlaub und an die Vergänglichkeit. All das, was mir bestimmt war, wäre nicht gekommen, wenn ich damals auf dem See geblieben wäre. Der Mensch ist halt kein Fisch. Und deshalb sehe ich nicht ganz ein, warum ich mir so etwas entsagen sollte. Andere rauchen, trinken, nehmen Drogen, besuchen Bordelle und Spielhöllen, lauter Tätigkeiten, mit denen man sich durchaus zugrunde richten kann. Ich lasse nichts aus, was ich mir leisten kann. Und in den nächsten 25 und 50 Jahren möchte ich nicht nochmal in so eine Lage kommen. Ich war danach ziemlich heiser. Und das, was sie behaupten, dass sich Unterkühlung irgendwann vor dem Ende warm anfühle: Das stimmt nur zur Hälfte. Man weiss sehr genau, dass es sich so anfühlt, aber man weiss auch, dass es nicht gut ist.

Dann doch lieber Sonne und Erde und das Wissen, dass man irgendwie, und sei es mit Hatschen, doch wieder nach Hause kommt. Befreit vom russischen Ignorantgen surren die Räder, es schimmert der Lack in Elfenbein, und die schwarzen Trauerräder soll jemand anderes kaufen. Ich mag es bunt.
Und lebendig.

Das Leben ist kurz genug, man soll es nicht noch durch ungesunde Süchte kürzer machen, sondern besser verlängern
Langversion
Es ist irgendwie bezeichnend, dass man gerne über dumme Arten spricht, mit denen Leute sterben. Dass jemand mal auf eine kluge oder elegante Art zu Tode kommt, ist eher selten, und, das muss man wohl so sagen, exklusiv ist so ein Tod auch nicht.
Mein Tod hätte vor ziemlich genau 25 Jahren an dieser Stelle sein können, da drinnen im Wasser, auf halbem Weg zwischen Limone und Malcesine. Ich möchte sagen, dass es durchaus hässlichere Orte gibt, an denen man sterben kann, und bei langsamer Unterkühlung im Spätsommer hat man schon ein paar Stunden auf dem in Flaute nicht fahrbaren Kleinstsurfbrett, um noch einmal die Landschaft zu geniessen. Dummerweise sind die Ufer jedoch nicht nur zu weit entfernt, um Details zu erkennen, man hört dort auch niemanden schreien. In der Mitte ist man, von dort aus gesehen, nur ein kleiner Punkt, und sonst so häufige Boote waren da auch nicht. Erst als mir das Bewusstsein langsam abhanden kam, haben mich ein paar Segler gerettet.
Meinen Nachruf hätte ich mir selbst prima schreiben können, da braucht man keine Phantasie: Gerade erst Abitur (sehr schlecht übrigens, auch in dem Fach, in dem ich heute beruflich brilliere)... in der Blüte seiner Jugend... so sinnlos... all die Freuden, die ihm nun versagt bleiben...
Wie eng das wirklich war, viel enger als alles, was ich auf dem Rad und auf dem Berg erlebt habe (unter anderem mit fünf Jahren einen Kakteenabgrund in Kroatien hinuntergefallen) wurde mir erst mit etwas Verzögerung bewusst. Man braucht das vielleicht nicht unbedingt, wenn man gerade von den engen Gassen der Heimat in die wilden, entgremzten Nächte Nünchens hinausgeschossen wird, aber zwei Dinge habe ich dabei gelernt:
1. Auf meine Intuition zu hören. Wenn ich ein schlechtes Gefühl habe, mache ich es nicht.
2. Alles zu nehmen, was ich kriegen kann, und vielleicht noch ein wenig mehr, solange es mit rechten Mitteln zugeht. Und zwar lieber heute als morgen. Vielleicht habe ich ein paar Wohnungen, Gemälde, wüste Nächte und Räder zu viel: Vollkommen egal.
Trotzdem bin ich wohlerzogen, zu wohlerzogen, um es wie die Russen zu machen, von denen mir mein Dealer in Salo erzählte, als ich ihn vor andertthalb Jahren kennenlernte: Die legten 10.000 Euro auf den Tisch und wollten, das Beste, was sie dafür kriegen konnten. Der Händler hatte noch ein Paar bislang unverkaufter Specialized Tarmac S-Works SL in einer extrem seltenen, limitierten und nicht Jedermann zugänglichen Version da, und die nahmen sie zum Sonderpreis; neu wären die Kisten noch teurer gewesen. So etwas würde ich natürlich nie machen, denn das ist pure Verschwenung ohne Chance, jemals das Geld wieder zu bekommen.
Diesmal bin ich auf der Westseite des Sees nach Hause gefahren, habe meinen Händler besucht, man kann ja mal unverbindlich schauen, und da stand eines der Tarmacs schon wieder im Hof: In Zahlung gegeben, nach ein paar Kilometern; zu wenigeen jedenfalls, um die erste Kette zu wechseln. Ein wenig verschrammt an manchen Stellen, aber nichts von Bedeutung. Ich hatte damals gesehen, wie er sie in seinen Lieferwagen verpackte. Jetzt ist eines wieder da. Und ich dachte so bei mir: Ich habe das Colnago eines korrupten PdL-gesundheitsministers der Lombardei. Wäre es nicht spassig, dazu noch das Specialized eines russischen Steuerflüchtlings und Ex-Oligarchen zu besitzen?
Mein Händler stand daneben und schaute zu, ob ich das wirklich, wirklich noch in mein mit Kissen und Vorräten für den Winter überfülltes Auto hineinbekam. Dass bei der ersten Kurve ein Koffer herausgefallen ist, lag aber nur daran, dass ich die Tür nicht richtig zuge
Es ist halt ein Andenken, an den Urlaub und an die Vergänglichkeit. All das, was mir bestimmt war, wäre nicht gekommen, wenn ich damals auf dem See geblieben wäre. Der Mensch ist halt kein Fisch. Und deshalb sehe ich nicht ganz ein, warum ich mir so etwas entsagen sollte. Andere rauchen, trinken, nehmen Drogen, besuchen Bordelle und Spielhöllen, lauter Tätigkeiten, mit denen man sich durchaus zugrunde richten kann. Ich lasse nichts aus, was ich mir leisten kann. Und in den nächsten 25 und 50 Jahren möchte ich nicht nochmal in so eine Lage kommen. Ich war danach ziemlich heiser. Und das, was sie behaupten, dass sich Unterkühlung irgendwann vor dem Ende warm anfühle: Das stimmt nur zur Hälfte. Man weiss sehr genau, dass es sich so anfühlt, aber man weiss auch, dass es nicht gut ist.

Dann doch lieber Sonne und Erde und das Wissen, dass man irgendwie, und sei es mit Hatschen, doch wieder nach Hause kommt. Befreit vom russischen Ignorantgen surren die Räder, es schimmert der Lack in Elfenbein, und die schwarzen Trauerräder soll jemand anderes kaufen. Ich mag es bunt.
Und lebendig.
donalphons, 01:58h
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