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Montag, 8. Juli 2013
Antizyklisch
Fünf Tage in der Woche geht der Metropolenmensch in seiner urbanen Lebenslage dem weit verbreiteten Hobby des Extremimstaustehens nach. Und die anderen zwei Tage trifft er sich mit Seinesgleichen bei uns und baut den Münchner Stau an allen Seiten des Tegernsees nach. Manchmal sogar von der Autobahn bis zum See und wieder zurück.


Da ist es nur folgerichtig, wenn man auf Nebenstrassen ausweicht und Orte aufsucht, die weniger prominent sind. Eigentlich ist der See ja am Wochenende unbewohnbar, da hat man nur die Wahl zwischen dem Verweilen auf der Terrasse, ganz vergessenen Bergwegen oder eben die Gegenrichtung. Man muss zwei Tage lang antizyklisch denken, bis sich alles wieder setzt und einrenkt, und der Münchner wieder sein angestammtes Territorium einabgast.


Am Kirchsee ist noch Platz und in Reutberg ist noch ein Tisch frei, die Bedienung ist nett und sieht auch nett aus, und man vergisst völlig, wie spät es ist - und dass der Münchner vermutlich längst daheim ist und um einen Parkplatz kämpft, das zweitliebste Hobby, und morgen keiner zuschauen wird, wenn dann endlich gebadet wird. In Neopren. Über den Bug des Brettes. Ins Wasser. Jetzt ist Sommer. Jetzt muss das sein, denn im Herbst wird das Wasser zu schnell kalt, und dann bleibt wieder nur das Rennrad, um die Torteneinführung zu kontrollieren.


Ganz zu schweigen von der mit Honig bestrichenen und in der Vainillesosse ersäuften Dampfnudel, die bei der Heimfahrt drückt und irgendwie so gar nicht hinauf auf das Plateau will, in dem der See inzwischen einsam und von allen Münchnern verlassen dämmert.


Da ist es nur folgerichtig, wenn man auf Nebenstrassen ausweicht und Orte aufsucht, die weniger prominent sind. Eigentlich ist der See ja am Wochenende unbewohnbar, da hat man nur die Wahl zwischen dem Verweilen auf der Terrasse, ganz vergessenen Bergwegen oder eben die Gegenrichtung. Man muss zwei Tage lang antizyklisch denken, bis sich alles wieder setzt und einrenkt, und der Münchner wieder sein angestammtes Territorium einabgast.


Am Kirchsee ist noch Platz und in Reutberg ist noch ein Tisch frei, die Bedienung ist nett und sieht auch nett aus, und man vergisst völlig, wie spät es ist - und dass der Münchner vermutlich längst daheim ist und um einen Parkplatz kämpft, das zweitliebste Hobby, und morgen keiner zuschauen wird, wenn dann endlich gebadet wird. In Neopren. Über den Bug des Brettes. Ins Wasser. Jetzt ist Sommer. Jetzt muss das sein, denn im Herbst wird das Wasser zu schnell kalt, und dann bleibt wieder nur das Rennrad, um die Torteneinführung zu kontrollieren.


Ganz zu schweigen von der mit Honig bestrichenen und in der Vainillesosse ersäuften Dampfnudel, die bei der Heimfahrt drückt und irgendwie so gar nicht hinauf auf das Plateau will, in dem der See inzwischen einsam und von allen Münchnern verlassen dämmert.
donalphons, 00:51h
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Heimat der Patrioten
könnte der Kirchsee zwischen dem Tegernsee und Holzkirchen sein.

Aber was sind in Zeiten von Prism und NSA heute schon noch Patrioten? Leute, die gern weiter transatlantische Pfründe möchten? Nixchecker? Gottvertrauer? Einfach ein wenig dumm? Muss man erst ihre Emails ins Internet stellen, damit sie verstehen?
Das sind so Fragen, auf die ich in der FAZ Antorten suche.

Aber was sind in Zeiten von Prism und NSA heute schon noch Patrioten? Leute, die gern weiter transatlantische Pfründe möchten? Nixchecker? Gottvertrauer? Einfach ein wenig dumm? Muss man erst ihre Emails ins Internet stellen, damit sie verstehen?
Das sind so Fragen, auf die ich in der FAZ Antorten suche.
donalphons, 18:41h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 6. Juli 2013
Von See zu See zu See zu See über gute Ratschläge
Wie oft durfte ich mir huer anhören, irgendwann würde es mich bös derbröseln, wenn ich weiter Bilder während der Fahrt mache, ohne abzusteigen. Und wie lange habe ich mich nicht daran gehalten. Nun aber stand die 4-Seen-Runde an, ich war nicht allein, der Begleiter fuhr schon mal den Spitzingseesattel hoch, und ich dachte mir: Kein Mobiltelefon dabei, wenn jetzt etwas passiert, erreiche ich ihn nicht, also besser vorsichtig sein. Vom Tegernsee aus waren es bis zum Schliersee und Neuhaus nur 12 Kilometer, da soll man es nicht übertreiben.



Für das Bild zurück zum Schliersee bin ich dann auch wirklich abgestiegen, habe mir Zeit gelassen, bin dann aufgestiegen, habe nicht richtig angetreten, es ging bergauf, das Rad blieb, als ich noch den anderen Füss einklinken wollte, stehen, und so kippte ich dann auf die andere Seite und es wurde blutig.
ALSO LASST IN ZUKUNFT DIESE GUTGEMEINTEN RATSCHLÄGE UND MICH ES SO MACHEN WIE ICH ES GEWOHNT BIN!!!!
hatte ich gern gebrüllt, in Bergeshöhen.



Denn es wäre ja wirklich schade um diese Tour hoch zum Kaiserschmarrn am Spitzingseesattel.
DEN ICH GERADE BOCH BLUTEND ERREICHT HABE!!!!
Der ist zwar nicht ganz billig, der Schmarrn, aber nicht so schmerzhaft wie das Runterfallen und wirklich österreichisch, da wir nahe der Grenze sind, und sättigend. Wer hier oben am zweiten See angekommen ist, hat schon das Schlimmste hinter sich. Den Sattel, die Steigung und
DIE LEKTION, DASS MAN SICH NICHTS EINREDEN LASSEN SOLL.
Von hier aus geht es hinunter zur Valepp und dann wieder hoch zur Wasserscheide zwischen Mangfall und Inn.



Auf der Mangfallseite ist - nach den wilden Zuflüssen zum tief eingeschnittenen Bergbach weiter östlich - erst mal kein Gesprudel mehr, sondern ein Hochmoor mit einem flachen und relativ warmen Weiher, und weiter hinten dann die Monialm, wo mam schon wieder einkehren könnte. Aber statt dessen geht es gleich wieder hinunter über enge Kurven ins Tegernseer Tal und als ich, in der engen Kurve ganz schräg über einen Stein knalle
PASSIERT NATÜRLICH GAR NICHTS
wie immer, wenn man halt unterwegs ist und nicht wie ein Opa fast stehend herumwackelt, weil Tempo 70 die Sache schon deutlich stabiler macht.



Und dann sitzt man am Tegernsee und vollendet damit die Runde zu vier unterschiedlichen Seen, und über vier Wasserscheiden, und das alles auf 50 Kilometern. Am Anfang sah es nach Gewitter aus, und am Ende nach Hochsommer.
Schön ist es gewesen. NUR DAS ANHALTEN FÜR BILDER IST DUMM UND GEFÄHRLICH!!!!



Für das Bild zurück zum Schliersee bin ich dann auch wirklich abgestiegen, habe mir Zeit gelassen, bin dann aufgestiegen, habe nicht richtig angetreten, es ging bergauf, das Rad blieb, als ich noch den anderen Füss einklinken wollte, stehen, und so kippte ich dann auf die andere Seite und es wurde blutig.
ALSO LASST IN ZUKUNFT DIESE GUTGEMEINTEN RATSCHLÄGE UND MICH ES SO MACHEN WIE ICH ES GEWOHNT BIN!!!!
hatte ich gern gebrüllt, in Bergeshöhen.



Denn es wäre ja wirklich schade um diese Tour hoch zum Kaiserschmarrn am Spitzingseesattel.
DEN ICH GERADE BOCH BLUTEND ERREICHT HABE!!!!
Der ist zwar nicht ganz billig, der Schmarrn, aber nicht so schmerzhaft wie das Runterfallen und wirklich österreichisch, da wir nahe der Grenze sind, und sättigend. Wer hier oben am zweiten See angekommen ist, hat schon das Schlimmste hinter sich. Den Sattel, die Steigung und
DIE LEKTION, DASS MAN SICH NICHTS EINREDEN LASSEN SOLL.
Von hier aus geht es hinunter zur Valepp und dann wieder hoch zur Wasserscheide zwischen Mangfall und Inn.



Auf der Mangfallseite ist - nach den wilden Zuflüssen zum tief eingeschnittenen Bergbach weiter östlich - erst mal kein Gesprudel mehr, sondern ein Hochmoor mit einem flachen und relativ warmen Weiher, und weiter hinten dann die Monialm, wo mam schon wieder einkehren könnte. Aber statt dessen geht es gleich wieder hinunter über enge Kurven ins Tegernseer Tal und als ich, in der engen Kurve ganz schräg über einen Stein knalle
PASSIERT NATÜRLICH GAR NICHTS
wie immer, wenn man halt unterwegs ist und nicht wie ein Opa fast stehend herumwackelt, weil Tempo 70 die Sache schon deutlich stabiler macht.



Und dann sitzt man am Tegernsee und vollendet damit die Runde zu vier unterschiedlichen Seen, und über vier Wasserscheiden, und das alles auf 50 Kilometern. Am Anfang sah es nach Gewitter aus, und am Ende nach Hochsommer.
Schön ist es gewesen. NUR DAS ANHALTEN FÜR BILDER IST DUMM UND GEFÄHRLICH!!!!
donalphons, 23:16h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 6. Juli 2013
Ein paar Wahrheiten über Waldfeste am Tegernsee
1. Es regnet am See oft, und in der Nacht kann es empfindlich kalt werden. Wer lauschige Münchner Biergartenluft nach Einbruch der Dunkelheit erwartet, wird durchgekühlt.

2. Die Mädchen, die mit den städtischen Handtaschen und frisch vom Friseur kommen, sind meistens von hier, zu jung, um geflohen zu sein und daher minderjährig und vertragen auch nichts. Ausserdem haben sie unerträgliche Freundinnen dabei, die laut kreischen, wenn das richtige Lied aus dem Handy plärrt.

3. Die bunten Trachten und Kurzhaarfrisuren tragen dagegen die Meikes aus Dortmund, die sich mit den Jürgens aus Stuttgart über die Zumutungen der Weihnachtsaufenthaltes daheim unterhalten und wer Karten für das Käferzelt hat. Er möchte Middle Management werden und sie würde das, was sie tut, nie als Sekretariat bezeichnen.

4. Die Band, die dort spielt, macht ansonsten eher volkstümliche Musik, weshalb man nicht immer erwarten kann, dass der Südseeverkleidung auch echte Harry-Belafonte-Stimmung folgt. Es ist aber so laut, dass man darüber nicht reden kann.

5. Die Baronin ist im Frühjahr gestorben und die Erben haben gerade etwas Besseres zu tun, weshalb man eher nicht damit rechnen sollte, dass Prominenz incognito herumläuft. Im Zweifelsfall sind es immer Münchner.

6. Die letzte BOB fährt unerbittlich und was an Anwohnern da ist, sieht die Aufgabe überhaupt nicht darin, Auswärtigen ohne Fahrgelegenheiten einen Platz auf dem Sofa, egal ob it oder ohne Verwandtschaft, zu überlassen - und schon gar nicht in dem Zustand.

7. Man tanzt hier noch nicht auf den Tischen. Eigentlich tanzt man sowieso kaum. In Rottach gibt es einen Nachtclub, da tanzen dürre Russinnen, aber das ist hier dann doch etwas anders. Vor allem aber tanzt man nicht so.

8. Auch Hektoliter Bier können nicht verhindern, dass die lokale Stimmung schlecht und gereizt ist. In Gmund hat man eine Hecke gemordet, in Tegernsee einen Weg auf Stelzen gebaut, in Bad Wiessee geht der Streit um eine Anlage für Ültrareiche und in Rottach möchte man sich entrussen und entarabern, oder auch nicht, aber jedenfalls ist man sich nicht geheuer und das kommt dann immer wieder hoch.

9. Während unten Remmidemmi ist, ist oben das Ende des Regenbogens

2. Die Mädchen, die mit den städtischen Handtaschen und frisch vom Friseur kommen, sind meistens von hier, zu jung, um geflohen zu sein und daher minderjährig und vertragen auch nichts. Ausserdem haben sie unerträgliche Freundinnen dabei, die laut kreischen, wenn das richtige Lied aus dem Handy plärrt.

3. Die bunten Trachten und Kurzhaarfrisuren tragen dagegen die Meikes aus Dortmund, die sich mit den Jürgens aus Stuttgart über die Zumutungen der Weihnachtsaufenthaltes daheim unterhalten und wer Karten für das Käferzelt hat. Er möchte Middle Management werden und sie würde das, was sie tut, nie als Sekretariat bezeichnen.

4. Die Band, die dort spielt, macht ansonsten eher volkstümliche Musik, weshalb man nicht immer erwarten kann, dass der Südseeverkleidung auch echte Harry-Belafonte-Stimmung folgt. Es ist aber so laut, dass man darüber nicht reden kann.

5. Die Baronin ist im Frühjahr gestorben und die Erben haben gerade etwas Besseres zu tun, weshalb man eher nicht damit rechnen sollte, dass Prominenz incognito herumläuft. Im Zweifelsfall sind es immer Münchner.

6. Die letzte BOB fährt unerbittlich und was an Anwohnern da ist, sieht die Aufgabe überhaupt nicht darin, Auswärtigen ohne Fahrgelegenheiten einen Platz auf dem Sofa, egal ob it oder ohne Verwandtschaft, zu überlassen - und schon gar nicht in dem Zustand.

7. Man tanzt hier noch nicht auf den Tischen. Eigentlich tanzt man sowieso kaum. In Rottach gibt es einen Nachtclub, da tanzen dürre Russinnen, aber das ist hier dann doch etwas anders. Vor allem aber tanzt man nicht so.

8. Auch Hektoliter Bier können nicht verhindern, dass die lokale Stimmung schlecht und gereizt ist. In Gmund hat man eine Hecke gemordet, in Tegernsee einen Weg auf Stelzen gebaut, in Bad Wiessee geht der Streit um eine Anlage für Ültrareiche und in Rottach möchte man sich entrussen und entarabern, oder auch nicht, aber jedenfalls ist man sich nicht geheuer und das kommt dann immer wieder hoch.

9. Während unten Remmidemmi ist, ist oben das Ende des Regenbogens
donalphons, 01:43h
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Stellenausschreibung
Wir, das führende, global agierende Unternehmen für virtuelle Triple-A-Ewigkeitsproduktansprüche auf Basis unseres alleinseligmachenden Monopolanspruches, suchen aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen
HEILIGEN
zur Diversifizierung unseres Produktportfolios. Ihre Aufgabe ist es, in Wachstumsmärkten unsere einzigartigen Segensangebote zu vertreten und neue und bislang patronfreie Zielgruppen zu erschliessen, wie etwa NSA-Kriminelle, Bankster und Kinderschänder.
Idealerweise bringen Sie deshalb umfassende Erfahrung im Anbiedern an Scheindemokratien und Diktaturen des freien Westens und ihre Geheimdienste mit, haben in leitender Position Banken für ehrenwerte Gesellschaften kontrolliert, und langjährige Expertise im Vertuschen und Kleinreden von Sexskandalen. Modernen oder gar gerechten Bestrebungen haben sie stets erfolgreich widerstanden.
Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung! Aufgrund von neuen Skandalen in diesen Bereichen ist die Stelle auch sofort zu besetzen.
HEILIGEN
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Idealerweise bringen Sie deshalb umfassende Erfahrung im Anbiedern an Scheindemokratien und Diktaturen des freien Westens und ihre Geheimdienste mit, haben in leitender Position Banken für ehrenwerte Gesellschaften kontrolliert, und langjährige Expertise im Vertuschen und Kleinreden von Sexskandalen. Modernen oder gar gerechten Bestrebungen haben sie stets erfolgreich widerstanden.
Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung! Aufgrund von neuen Skandalen in diesen Bereichen ist die Stelle auch sofort zu besetzen.
donalphons, 16:44h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 4. Juli 2013
Was ich mag
Früher war es ja auch nicht anders, da hatte man verschiedene Kreise. Zum Beispiel: Langeweggeher, Opernfreunde, Studienkollegen, Freunde aus der Heimat. Da gab es so gut wie keine Überschneidungen, und wenn man sich den jeweiligen Gegebenheiten anpasste, war es richtig. Und wenn einmal eine Information, eine Ratscherei oder eine Bekanntschaft die Grenzen der Kreise übersprang, neigte man zu einem behutsamen Umgang. Eigentlich ist es immer noch so, wenn ich etwa am Cafe am See sitze, vermeide ich es aus guten Gründen, über Luxusrentner her zu ziehen. Und wenn es riskant wird, spiele ich eben mit kompletten Identitäten, und der Ausrede, das sei alles nur Kunstfigur


Das alles ist, zugegeben, im Internet nicht sonderlich leicht zu bewerkstelligen, weil alle Kreise nicht mehr getrennt und voneinander getrennt sind, sondern verschmelzen. Meine Antwort auf dieses Problem ist, wenn man so will, eine enge Kommunikationsstrategie, indem es nicht "alle Kanäle" gibt, sondern nur sehr wenige, und die werden auch kongruent bespielt. Und dann gibt es noch den deutlichen Gegensatz zwischen Mail, Gespräch und Telefon auf der einen Seite - 1 zu 1 Kommunikation - und Rudelinformation im Netz. Auch hier achte ich, gezwungenermassen, auf Übereinstimmung, denn man weiss nie, ob die normale Kommunikation nicht im Ntz gegenliest, was umgekehrt zum Glück unmöglich ist. Einige kranke Stalker haben mich da gewitzt gemacht. Dass mindestens zwei davon nicht mehr leben, ändert nichts daran, dass da immer noch zu viele rumlaufen.


Aber das scheint eine veraltete Taktik zu sein. Die neue Taktik sieht eher so aus, dass man so eine Normalkommunikation recht schnell in das Netz bläst, mit meist witzig gemeinter, aber wenig erbaulicher Bewertung. Vielleicht aus Gedankenlosigkeit, vielleicht aber im Glauben, dass das unterschiedliche Kreise sind, die auch getrennt informiert werden können. Das ist dann alles nur noch ein Brei, der sich dann in Richtung Twitter oder Facebook an die Folgenden ergiesst, als ob es egal wäre, dass man über andere, mit denen man geredet hat, nun öffentlich spricht. Vor ein paar Monaten ist mal ein Gastbeitrag aus dem Ruder gelaufen, ohne dass ich verstand, warum hier plötzlich so die Fetzen fliegen. Da wurde im Blog abgekanzelt und im öffentlich einsehbaren Freundeskreis ausgeteilt, was sicher nicht die klügste Art ist, anderen zu begegnen.


Nach meiner bescheidenen Meinung und knallharten Umsetzung ist danach natürlich der Ofen erst mal aus, Stichwort Vertraulichkeit und Vertrauensverlust. Das war früher jedem Opa und jeder Oma ebenfalls klar, aber gerade bei Jüngeren habe ich den Eindruck, dass das überhaupt kein Kriterium mehr ist. So kommt dann durch die Hintertür wieder jene Verschwiegenheit bei mir an, die ich ansonsten eher spiessig finde, oder eben auch das Bestreben, so wenig Verbindliches wie möglich zu schreiben.
Ob sie damit besonders weit kommen, ob das wirklich klug ist?
Vermutlich nicht. Es sei denn, es herrscht dann ein Gleichgewicht des zynischen und nachlässigen Umgangs miteinander, dann stimmt alles wieder. Und wenn es zu sehr schief ging, zieht man eben weiter. Das Hinterlassen verbrannter Erde ist kein Problem, wenn die Kreise beliebig austauschbar sind. Loyalität ist da nicht meht so wichtig. Und ich habe nicht mehr mit jedem Fall von Lebensunsicherheit Mitleid: Manchmal schlägt der Zynismus des Systems auch genau jene, die dafür geschaffen sind. Es gibt halt zu viele davon, daher kann man es mit ihnen machen, und sie geben es dann auch weiter. Muss man nicht unterstützen, finde ich.


Das alles ist, zugegeben, im Internet nicht sonderlich leicht zu bewerkstelligen, weil alle Kreise nicht mehr getrennt und voneinander getrennt sind, sondern verschmelzen. Meine Antwort auf dieses Problem ist, wenn man so will, eine enge Kommunikationsstrategie, indem es nicht "alle Kanäle" gibt, sondern nur sehr wenige, und die werden auch kongruent bespielt. Und dann gibt es noch den deutlichen Gegensatz zwischen Mail, Gespräch und Telefon auf der einen Seite - 1 zu 1 Kommunikation - und Rudelinformation im Netz. Auch hier achte ich, gezwungenermassen, auf Übereinstimmung, denn man weiss nie, ob die normale Kommunikation nicht im Ntz gegenliest, was umgekehrt zum Glück unmöglich ist. Einige kranke Stalker haben mich da gewitzt gemacht. Dass mindestens zwei davon nicht mehr leben, ändert nichts daran, dass da immer noch zu viele rumlaufen.


Aber das scheint eine veraltete Taktik zu sein. Die neue Taktik sieht eher so aus, dass man so eine Normalkommunikation recht schnell in das Netz bläst, mit meist witzig gemeinter, aber wenig erbaulicher Bewertung. Vielleicht aus Gedankenlosigkeit, vielleicht aber im Glauben, dass das unterschiedliche Kreise sind, die auch getrennt informiert werden können. Das ist dann alles nur noch ein Brei, der sich dann in Richtung Twitter oder Facebook an die Folgenden ergiesst, als ob es egal wäre, dass man über andere, mit denen man geredet hat, nun öffentlich spricht. Vor ein paar Monaten ist mal ein Gastbeitrag aus dem Ruder gelaufen, ohne dass ich verstand, warum hier plötzlich so die Fetzen fliegen. Da wurde im Blog abgekanzelt und im öffentlich einsehbaren Freundeskreis ausgeteilt, was sicher nicht die klügste Art ist, anderen zu begegnen.


Nach meiner bescheidenen Meinung und knallharten Umsetzung ist danach natürlich der Ofen erst mal aus, Stichwort Vertraulichkeit und Vertrauensverlust. Das war früher jedem Opa und jeder Oma ebenfalls klar, aber gerade bei Jüngeren habe ich den Eindruck, dass das überhaupt kein Kriterium mehr ist. So kommt dann durch die Hintertür wieder jene Verschwiegenheit bei mir an, die ich ansonsten eher spiessig finde, oder eben auch das Bestreben, so wenig Verbindliches wie möglich zu schreiben.
Ob sie damit besonders weit kommen, ob das wirklich klug ist?
Vermutlich nicht. Es sei denn, es herrscht dann ein Gleichgewicht des zynischen und nachlässigen Umgangs miteinander, dann stimmt alles wieder. Und wenn es zu sehr schief ging, zieht man eben weiter. Das Hinterlassen verbrannter Erde ist kein Problem, wenn die Kreise beliebig austauschbar sind. Loyalität ist da nicht meht so wichtig. Und ich habe nicht mehr mit jedem Fall von Lebensunsicherheit Mitleid: Manchmal schlägt der Zynismus des Systems auch genau jene, die dafür geschaffen sind. Es gibt halt zu viele davon, daher kann man es mit ihnen machen, und sie geben es dann auch weiter. Muss man nicht unterstützen, finde ich.
donalphons, 13:07h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 3. Juli 2013
Die Schnakenplage gibt es nicht
Aber weil sie in den Medien auftaucht, werde ich oft danach gefragt, wie es am See denn so sei. Das ist schon erstaunlich: Es gibt eine fundamentale Wirtschaftskrise in der EU, die man hier nicht zu spüren glaubt. es gibt totalitäre Überwachung durch das US-Regime, die man nicht zu spüren glaubt, aber so ein Insekt merkt man, und die Medien machen das Thema gross und wichtig. Dabei ist es doch nur Blut. Und nicht die Freiheit oder die Zukunft oder die Frage, ob uns der wirtschaftlich-totalitäre Komplex versklavt


An Gebirgsseen haben die Viecher es weniger leicht als die Altnazis hinten auf dem Rottacher Friedhof, sich hier auszubreiten. Das hat etwas mit den kleinen Schilfresten zu tun, und der steil ansteigenden Uferzone. Was es später - hier ist es noch früh am Morgen, am See stehe ich oft zeitig auf - gibt, sind Zeitungsleser. So erfahre ich mit einem Seitenblick dann, was alles angebich wichtig ist. Vielleicht fände ich das Elend in Spanien und Italien ja auch nicht schlimm, wenn ich nur die Propaganda der Wirtschaftsseiten lesen würde, und die schlecht informierten Zwangsbeiträge über Datenschutz würden mir den Eindruck verschaffen, das sei irgendwie weit weg und schwer zu verstehen. Dafür die Mistviecher, natürlich.


Beim Bestreben, in Zeiten wie diesen etwas Sinnvolles mit dem Geld zu machen, das andere entwerten - keine Zinsgarantie bei Lebensversicherungen mehr, dafür kann sich der Staat umsonst verschulden - bin ich über eine wirklich hübsche Badeinrichtung gestolpert: Hinten in Rottach hat jemand zwar schon bestellt, aber dem Ausbau kam sein Ableben dazwischen, und die Erben wollen das alles einfach nur los werden. Gekauft letztes Jahr bei einer bekannten, früher auch in der World of Interior inserierenden Firma. Bei der Recherche - können die Preise stimmen? - habe ich dann gesehen, dass diese Firma jetzt auch nicht mehr existiert.
Francesco hat inzwischen vermutlich seine ganze Familie an den See geholt, er kann sie ja auch brauchen, denn das Geschäft floriert. Gesucht werden hier Wohnungen für die neuen Gastarbeiter aus Italien, die Brauerei, das chemische Werk, sie alle bedienen sich dort unten, wo die Firmen schliessen und die Restaurants lieber Pakistaner nehmen. Es gibt keine Strechinsekten hier, und das andere übersieht man auch leicht, wenn man nur lang genug da ist.


An Gebirgsseen haben die Viecher es weniger leicht als die Altnazis hinten auf dem Rottacher Friedhof, sich hier auszubreiten. Das hat etwas mit den kleinen Schilfresten zu tun, und der steil ansteigenden Uferzone. Was es später - hier ist es noch früh am Morgen, am See stehe ich oft zeitig auf - gibt, sind Zeitungsleser. So erfahre ich mit einem Seitenblick dann, was alles angebich wichtig ist. Vielleicht fände ich das Elend in Spanien und Italien ja auch nicht schlimm, wenn ich nur die Propaganda der Wirtschaftsseiten lesen würde, und die schlecht informierten Zwangsbeiträge über Datenschutz würden mir den Eindruck verschaffen, das sei irgendwie weit weg und schwer zu verstehen. Dafür die Mistviecher, natürlich.


Beim Bestreben, in Zeiten wie diesen etwas Sinnvolles mit dem Geld zu machen, das andere entwerten - keine Zinsgarantie bei Lebensversicherungen mehr, dafür kann sich der Staat umsonst verschulden - bin ich über eine wirklich hübsche Badeinrichtung gestolpert: Hinten in Rottach hat jemand zwar schon bestellt, aber dem Ausbau kam sein Ableben dazwischen, und die Erben wollen das alles einfach nur los werden. Gekauft letztes Jahr bei einer bekannten, früher auch in der World of Interior inserierenden Firma. Bei der Recherche - können die Preise stimmen? - habe ich dann gesehen, dass diese Firma jetzt auch nicht mehr existiert.
Francesco hat inzwischen vermutlich seine ganze Familie an den See geholt, er kann sie ja auch brauchen, denn das Geschäft floriert. Gesucht werden hier Wohnungen für die neuen Gastarbeiter aus Italien, die Brauerei, das chemische Werk, sie alle bedienen sich dort unten, wo die Firmen schliessen und die Restaurants lieber Pakistaner nehmen. Es gibt keine Strechinsekten hier, und das andere übersieht man auch leicht, wenn man nur lang genug da ist.
donalphons, 11:52h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 3. Juli 2013
Bäuche in schlechter Laune
Die Malerei der deutschen Renaissance muss einem natürlich nicht gefallen, aber die F. bekam sich damals gar nicht mehr ein - nur Kunsthandwerk sei das, penible Details und im Gesamtbild wäre alles ganz furchtbar. Pedanten am Pinsel. Formen wie aus dem Zerrspiegel. Frauen mit furchtbaren Bäuchen. Ich stand daneben und verkniff mir die Bemerkung, dass damals eben ein anderes Schönheitsideal existierte. Und die F. an sich selbst durchaus erkennen könnte, dass solche in ihren Augen missratenen Körper ganz natürlich sein können. Das ist zuerst mal nicht schön oder hässlich, sondern einfach so, wie es ist. Hässlich wird es erst, wenn anderen damit der Tag vergällt wird.
Es springen mit lautem Klatschen nicht gerade dünne, ja man kann sagen nich nicht einmal knochige Männer in den Tegernsee, und es stört sie überhaupt nicht, dass daneben ein Restaurant ist, in dem auch Leute wie die F. sitzen, die daran Anstoss nehmen könnten. Ich zum Beispiel könnte sie mir anschauen und denken, oh Gott, schnell aufs Rad, ich will so nicht werden - womit ich wenigstens einen Erkenntnisvorsprung vor der F. hätte, die vermutlich ganz innen, ohne es sich zu gestehen, begriffen hat, dass die Gemälde nur zeigen, was sie nicht gerne ist. Aber ich bekomme einen Platz, die Sonne scheint, es sitzen ganz unterschiedliche Menschen da, und niemand wirkt böse oder grantig, dazu war es heute einfach zu schön, und die Tegernseeschönheit ist nicht so intellektuell wie eine Ausstellung, an der sich dann gebildet Fühlende gern reiben.

Hin und wieder höre ich, dass die F. Garderobe braucht, weil sie inzwischen beruflich und körperlich etwas weiter ist; manche halten ihr Treiben und Sagen für wichtig genug, um üppige Speisen auf MeetnGreets zu servieren, die sie nicht bezahlen muss. Und weil sie das mit dem Leben verwechselt, das sie gern hätte, für das sie aber nicht geschaffen ist, steigt sie darauf ein, selbst um den Preis, dass sie heute vemutlich nicht ohne Beschwerden eine Ausstellung des nackerten flämischen Frühbarock besuchen könnte. Ich habe nicht den Eindruck, dass sich da etwas zum Besseen entwickelt, die Unzufriedenheit, die schwere Erkenntnis, dass etwas nicht stimmt, nagt weiter und sicht sich neue Ansätze. Es muss, das ahnt sie vermutlich, einen Ausweg geben, und der sieht so aus, dass heute in M******* ohne mich eine Einladung stattfindet, obwohl man sie mir schmackhaft macht: Ich tue das, womit ich zufrieden bin, und nichts, was mich beeinflussen möchte. Es ist gar nicht so schlecht, Leute die die F. zu erleben. Früher alte man das Fegefeuer an die Kirchendecke, heute retweeten manche ihre Gehässigkeiten im Überfluss. Da sind fröhliche Kinder auf dem Steg. Das Essen ist rustikal und gut. Niemand steht auf und sagt zwischen den Gängen etwas, das mich nicht interessiert.

Armut adelt überhaupt nicht. Am wenigstens adelt vermutlich das Gefühl, benachteiligt zu sein und damit die Berechtigung zu haben, sich nach vorne zu bringen. Ich weiss nich nicht mal, wo dieses "Vorne" sein soll. Irgendwo mit viel Arbeit und viel unerfüllter Erwartung vermutlich, wo jeder Schritt und jedes Wort sitzen muss. Karriere-Kunsthandwerk. Klimbim. Mama macht da unten ein Bild von der Tochter als schöne Erinnerung. Mir geht es gut. Andere könnten schlechter dran sein, und machen sich und anderes gern runter. Ich weiss schon, warum ich nie Rezensionen, Kritiken, Reiseseiten und Lebensstildummheiten lese. All diese geschmäcklerischen, sich für gewitzt haltenden Leute, die nie zufrieden sind. Man könnte ich fragen, was sie dazu berechtigt, aber eigentlich ist es viel zu schön und zu angenehm hier. Die dicken Männer bestellen, es wird gelacht, und es ist Sommer.
Es springen mit lautem Klatschen nicht gerade dünne, ja man kann sagen nich nicht einmal knochige Männer in den Tegernsee, und es stört sie überhaupt nicht, dass daneben ein Restaurant ist, in dem auch Leute wie die F. sitzen, die daran Anstoss nehmen könnten. Ich zum Beispiel könnte sie mir anschauen und denken, oh Gott, schnell aufs Rad, ich will so nicht werden - womit ich wenigstens einen Erkenntnisvorsprung vor der F. hätte, die vermutlich ganz innen, ohne es sich zu gestehen, begriffen hat, dass die Gemälde nur zeigen, was sie nicht gerne ist. Aber ich bekomme einen Platz, die Sonne scheint, es sitzen ganz unterschiedliche Menschen da, und niemand wirkt böse oder grantig, dazu war es heute einfach zu schön, und die Tegernseeschönheit ist nicht so intellektuell wie eine Ausstellung, an der sich dann gebildet Fühlende gern reiben.

Hin und wieder höre ich, dass die F. Garderobe braucht, weil sie inzwischen beruflich und körperlich etwas weiter ist; manche halten ihr Treiben und Sagen für wichtig genug, um üppige Speisen auf MeetnGreets zu servieren, die sie nicht bezahlen muss. Und weil sie das mit dem Leben verwechselt, das sie gern hätte, für das sie aber nicht geschaffen ist, steigt sie darauf ein, selbst um den Preis, dass sie heute vemutlich nicht ohne Beschwerden eine Ausstellung des nackerten flämischen Frühbarock besuchen könnte. Ich habe nicht den Eindruck, dass sich da etwas zum Besseen entwickelt, die Unzufriedenheit, die schwere Erkenntnis, dass etwas nicht stimmt, nagt weiter und sicht sich neue Ansätze. Es muss, das ahnt sie vermutlich, einen Ausweg geben, und der sieht so aus, dass heute in M******* ohne mich eine Einladung stattfindet, obwohl man sie mir schmackhaft macht: Ich tue das, womit ich zufrieden bin, und nichts, was mich beeinflussen möchte. Es ist gar nicht so schlecht, Leute die die F. zu erleben. Früher alte man das Fegefeuer an die Kirchendecke, heute retweeten manche ihre Gehässigkeiten im Überfluss. Da sind fröhliche Kinder auf dem Steg. Das Essen ist rustikal und gut. Niemand steht auf und sagt zwischen den Gängen etwas, das mich nicht interessiert.

Armut adelt überhaupt nicht. Am wenigstens adelt vermutlich das Gefühl, benachteiligt zu sein und damit die Berechtigung zu haben, sich nach vorne zu bringen. Ich weiss nich nicht mal, wo dieses "Vorne" sein soll. Irgendwo mit viel Arbeit und viel unerfüllter Erwartung vermutlich, wo jeder Schritt und jedes Wort sitzen muss. Karriere-Kunsthandwerk. Klimbim. Mama macht da unten ein Bild von der Tochter als schöne Erinnerung. Mir geht es gut. Andere könnten schlechter dran sein, und machen sich und anderes gern runter. Ich weiss schon, warum ich nie Rezensionen, Kritiken, Reiseseiten und Lebensstildummheiten lese. All diese geschmäcklerischen, sich für gewitzt haltenden Leute, die nie zufrieden sind. Man könnte ich fragen, was sie dazu berechtigt, aber eigentlich ist es viel zu schön und zu angenehm hier. Die dicken Männer bestellen, es wird gelacht, und es ist Sommer.
donalphons, 00:40h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 2. Juli 2013
Wildwuchs
Ich wünchte, ich könnte sagen, ich wäre ein erfolgreicher Rosenzüchter, aber die ehrliche Antwort ist, dass diese Bergrose - so es eine ist - in meinem Steingarten ganz alleine so wuchert und blüht. Dass sie so famos geworden ist, ist einzig und allein meiner Unfähigkeit zu verdanken, irgendwie regulierend einzugreifen.
Jetzt bin ich also wieder hier gestarndet, kann aus Gründen nicht nach Italien, wobei "Bergsommer geniessen" ja auch nicht schlecht ist. In Italien würde ich mir gern neue Visitenkarten drucken lassen, mit "Regimekritiker" unter meinem Namen. Irgendwann werde ich nochmal einen Beitrag darüber schreiben, dass PRISM und Co. in ihrer Summe noch übler als die Inquisition sind, denn gerade Facebook mit den vielen Freundschaftsbeziehungen spielt eigentlich genau das aus, was man früher mühsam erfoltern musste: Beziehungen. Über viele, sehr viele meiner Beziehungen steht dagegen überhaupt nichts im Netz. Man sieht, wenn ich sie Pflege, nur hübsche Bilder von der Anfahrt, und Katzen auf Bauernhöfen werden sie doch wohl nicht zuordnen können.
Hier ist es auch nett. Es gab mal, lang ist es her, vor der Idee, nach Italien zu ziehen, auch die Überlegung, in die Nähe von Rosenheim zu ziehen. Auch dort gibt es Seen, auch dort sieht man die Berge, und als Kind bin ich sehr oft hier gewesen. Natürlich hat sich hier auch alles verändert, es ist ein Vorort von München geworden, mit riesigen Gewerbeflächen an der Abzweigung nach Italien und Österreich, aber wenn man sich auskennt, und nicht gerade neben der Pendlerbahn wohnen will, findet man auch hier nette Ecken, zwischen Miesbach und Kolbermoor und dann weiter, am Alpenkamm entlang. Im Tatzelwurm. Am Schliersee. Oder eben an den Hügeln, die aus der Rosenheimer Sumpfplatte emporsteigen. Nur sind da nicht ganz so viele Konditoreien. Dafür enorm viele Gaststätten.
Es gäbe auch hier viel zu bereisen und beradeln, das alles könnte man tun, aber am Ende ist man auch mit dem See noch lange, lange nicht fertig, und so bleibt man dort und ist zufrieden. Aber schön ist es dort schon. Und dort hätte ich aucg weitaus mehr Platz gehabt, und einen ganze Garten, um ihn wie die Rose verwildern zu lassen. Das nämlich ist Familienspezialität.
Jetzt bin ich also wieder hier gestarndet, kann aus Gründen nicht nach Italien, wobei "Bergsommer geniessen" ja auch nicht schlecht ist. In Italien würde ich mir gern neue Visitenkarten drucken lassen, mit "Regimekritiker" unter meinem Namen. Irgendwann werde ich nochmal einen Beitrag darüber schreiben, dass PRISM und Co. in ihrer Summe noch übler als die Inquisition sind, denn gerade Facebook mit den vielen Freundschaftsbeziehungen spielt eigentlich genau das aus, was man früher mühsam erfoltern musste: Beziehungen. Über viele, sehr viele meiner Beziehungen steht dagegen überhaupt nichts im Netz. Man sieht, wenn ich sie Pflege, nur hübsche Bilder von der Anfahrt, und Katzen auf Bauernhöfen werden sie doch wohl nicht zuordnen können.
Hier ist es auch nett. Es gab mal, lang ist es her, vor der Idee, nach Italien zu ziehen, auch die Überlegung, in die Nähe von Rosenheim zu ziehen. Auch dort gibt es Seen, auch dort sieht man die Berge, und als Kind bin ich sehr oft hier gewesen. Natürlich hat sich hier auch alles verändert, es ist ein Vorort von München geworden, mit riesigen Gewerbeflächen an der Abzweigung nach Italien und Österreich, aber wenn man sich auskennt, und nicht gerade neben der Pendlerbahn wohnen will, findet man auch hier nette Ecken, zwischen Miesbach und Kolbermoor und dann weiter, am Alpenkamm entlang. Im Tatzelwurm. Am Schliersee. Oder eben an den Hügeln, die aus der Rosenheimer Sumpfplatte emporsteigen. Nur sind da nicht ganz so viele Konditoreien. Dafür enorm viele Gaststätten.
Es gäbe auch hier viel zu bereisen und beradeln, das alles könnte man tun, aber am Ende ist man auch mit dem See noch lange, lange nicht fertig, und so bleibt man dort und ist zufrieden. Aber schön ist es dort schon. Und dort hätte ich aucg weitaus mehr Platz gehabt, und einen ganze Garten, um ihn wie die Rose verwildern zu lassen. Das nämlich ist Familienspezialität.
donalphons, 00:33h
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Keine Frage der Genetik oder der Wiedergänger
Falls sich jemand wundert, dass der Geheimdienstchef der USA Clapper dem alten Despoten Ulbricht wie aus dem Gesicht geschnitten ist: Kein Grund für medizinische Verschwörungstheorien!
Obama sieht ja auch äusserlich nicht aus wie Stalin.
Obama sieht ja auch äusserlich nicht aus wie Stalin.
donalphons, 11:24h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 30. Juni 2013
So war das übrigens
Als ich in Berlin war, gab es auf dem Flohmarkt hinter der Kastanienallee einen Händler mit einem ganzen Tisch voller 70er-Jahre-Plastik, das besonders junge Eltern wie wild kauften: Vermutlich in der Hoffnung, dass, wenn sie das in die Küche stellen, der Nachwuchs auch so eine orange Wirtschaftswundererinnerung an ihre Kindheit in sicher nicht einfacher Zukunft haben werden. Eine orange Plastikkaffeemaschine mag für manche das Paradies der Kindheit sein, oder sie gehen Eiskonzernen auf die Nerven, dass die nach Jahrzehnten der angeblichen Luxuseisspeisen wieder anfangen, grauslige Kreationen wie Dolomiti neu aufzulegen. Gerade Eltern, die ansonsten durchdrehen, wenn Klein-Lea-Sophie Schokolade will, die nicht Fairtrade-veredelt ist. Bei mir ist das alles nicht wirklich nötig, denn in dem einen Paradies der Kindheit wohne ich bis heute, die damals nur selten offene Dachterrasse habe ich auch erobert, und dann habe ich noch das Glück, dass mancher Ferienort noch so wie 1973 Porstcolor aussieht:

So ist und war der Schliersee, und wer sich jetzt wundert, warum eine der besten Wohnlagen des Landes gar nicht wie St. Tropes, sondern wie ein Freilichtmuseum der RAF-Gegenwelt aussieht, und gar nicht so schick: Mei. Vielleicht gibt es auch welche, die es genau so mögen. Auf einem Tretboot jedenfalls kann man sehr viel besser als in einem Motorboot bei Vollgas poussieren. Übrigens gibt es hier gar keine Motorboote. Aber das Leben ist angenehm und das Wasser klar, und die Menschen sind nicht unzufrieden, selbst wenn sie das Essen nicht in orangem Plastik dabei haben. Oh, und mit der Grillerei geht einem hier auch keiner auf die Nerven. Und wer das für Retro hält: Der Spitzingsee im Sommer oder der Walchsee in Österreich haben teilweise sogar noch das original Besuchermaterial mit spitzen Brillengestellen. Und so war der Gardasee dann etwas mehr als 10 Jahre später:

Lacoste, wenngleich nicht in dieser Farbe, kann man heute wieder tragen, die Surfshorts sind länger und der Sinker, den mein anderes Ich da bei Malcesine und vor der Abfahrt präsententiert, wäre heute wirklich nicht meh fahrbar, aber er liegt immer noch bei meinen Eltern im Keller. Das Bild zeigt eigentlich, dass das Netz so gut wie gar nichts über meine wahre Vorgeschichte weiss, denn das Neue ist weitgehend verfälscht und erlogen (es soll bis heute welche geben, die glauben, meine Wohnung am Tegernsee sei nur eine Erfindung), und das Alte muss keiner wissen, es reicht, wenn es bei mir in alten Kisten ruht. Alles in allem keine schlechte Zeit, die erst durch die Umstände und Mitmenschen recht wenig erfreulich war.
Der schlanke Junge da auf dem Bild hat sich schon nicht mehr rumschubsen lassen, und so ist es dann auch geblieben. Und generell kann man mit so einer Jugend auch älter werden, ohne 30 Jahre später den Zwangsjugendlichen geben zu müssen. Das war so, es ist heute anders und daraus macht man eben das Beste.

So ist und war der Schliersee, und wer sich jetzt wundert, warum eine der besten Wohnlagen des Landes gar nicht wie St. Tropes, sondern wie ein Freilichtmuseum der RAF-Gegenwelt aussieht, und gar nicht so schick: Mei. Vielleicht gibt es auch welche, die es genau so mögen. Auf einem Tretboot jedenfalls kann man sehr viel besser als in einem Motorboot bei Vollgas poussieren. Übrigens gibt es hier gar keine Motorboote. Aber das Leben ist angenehm und das Wasser klar, und die Menschen sind nicht unzufrieden, selbst wenn sie das Essen nicht in orangem Plastik dabei haben. Oh, und mit der Grillerei geht einem hier auch keiner auf die Nerven. Und wer das für Retro hält: Der Spitzingsee im Sommer oder der Walchsee in Österreich haben teilweise sogar noch das original Besuchermaterial mit spitzen Brillengestellen. Und so war der Gardasee dann etwas mehr als 10 Jahre später:

Lacoste, wenngleich nicht in dieser Farbe, kann man heute wieder tragen, die Surfshorts sind länger und der Sinker, den mein anderes Ich da bei Malcesine und vor der Abfahrt präsententiert, wäre heute wirklich nicht meh fahrbar, aber er liegt immer noch bei meinen Eltern im Keller. Das Bild zeigt eigentlich, dass das Netz so gut wie gar nichts über meine wahre Vorgeschichte weiss, denn das Neue ist weitgehend verfälscht und erlogen (es soll bis heute welche geben, die glauben, meine Wohnung am Tegernsee sei nur eine Erfindung), und das Alte muss keiner wissen, es reicht, wenn es bei mir in alten Kisten ruht. Alles in allem keine schlechte Zeit, die erst durch die Umstände und Mitmenschen recht wenig erfreulich war.
Der schlanke Junge da auf dem Bild hat sich schon nicht mehr rumschubsen lassen, und so ist es dann auch geblieben. Und generell kann man mit so einer Jugend auch älter werden, ohne 30 Jahre später den Zwangsjugendlichen geben zu müssen. Das war so, es ist heute anders und daraus macht man eben das Beste.
donalphons, 21:42h
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